Sprengel Lüneburg, KK Gifhorn | Patrozinium: Nikolaus1 | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Die Siedlung Gifhorn ist an einem alten Heer- und Handelsweg von Braunschweig nach Lüneburg entstanden.2 Sie lag ungefähr eine Tagesreise von Braunschweig entfernt an einem Allerübergang. Schriftlich ist der Ort erstmals als Ge[f]horne in zwei Güterverzeichnissen des Braunschweiger Stifts St. Cyriakus erwähnt, die sich auf 1196/97 datieren lassen.3 Die Entwicklung des Ortes ist eng mit den Welfenherzögen verbunden; sie bauten die Burg Gifhorn zur stärksten Feste zwischen Celle und Braunschweig aus. Der Ort war stets direktes herzogliches Lehen, wurde allerdings häufig verpfändet. Ein herzoglicher Vogt, advocatus Gerlag, ist erstmals 1264 belegt.4 Hzg. Albrecht I. soll Gifhorn 1275 Marktrechte verliehen haben, um 1282–85 ist der Ort erstmals als Stadt belegt (in oppido Jefhorn).5 Ein städtisches Gericht entwickelte sich jedoch nicht. Die welfische Landesteilung zwischen den Brüdern Johann I. und Albrecht I. machte Gifhorn 1267/69 zu einem Grenzort. Gifhorn gehörte zunächst zum südlichen Teil ( Braunschweig, Residenz seit 1432 Wolfenbüttel), wechselte jedoch in der Folgezeit noch mehrmals die Zugehörigkeit und kam schließlich 1428 endgültig zum nördlichen Teil (Fsm. Lüneburg, Residenz seit 1371 Celle). Die kleine Stadt war wiederholt Witwensitz (1400–1426 Hzgn. Anna, 1445–1468 Hzgn. Elisabeth). Während der Hildesheimer Stiftsfehde wurde Gifhorn 1519 geplündert und in Brand gesteckt (wart Giffhorn unde andere blecke und dorppe affgebrandt).6 Der Bau des neuen Schlosses begann um 1525. 1539 erhielt Hzg. Franz von Lüneburg († 1549), ein jüngerer Bruder von Hzg. Ernst I., das Amt Gifhorn als Abfindung und ließ das Schloss weiterbauen.7 Nach seinem Tod fiel Gifhorn zurück an das Fsm. Lüneburg. In französischer Zeit war Gifhorn von 1810 bis 1813 Sitz des gleichnamigen Kantons im Distrikt Celle des Departements der Aller im Kgr. Westphalen. Danach war die der Ort wieder Amtssitz, ab 1815 im Kgr. Hannover und nach der Annexion von 1866 im Kgr. Preußen. 1852 erhielt Gifhorn Stadtrechte. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 ist Gifhorn Sitz des gleichnamigen Lkr. Einen Eisenbahnanschluss bekam die Stadt erst 1889/90 (Strecke Braunschweig–Uelzen).8 Einen wichtigen Wirtschaftsfaktor stellte die Gifhorner Glasfabrik dar (1873–1959).9 In der zweiten Hälfte des 20. Jh. siedelten sich verschiedene Industriebetriebe in Gifhorn an (u. a. Automobilzulieferer Teves) und ein ansehnlicher Teil der werktätigen Bevölkerung pendelte nach Wolfsburg (VW-Werke). Im Jahr 1821 lebten gut 1.600 Menschen in Gifhorn, 1905 knapp 3.860, 1946 etwa 8.800 und 2018 rund 42.500 (mit Eingemeindungen).

Kirche, Ansicht von Südwesten, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Kirche, Ansicht von Südwesten, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Seit 1534 ist Gifhorn Sitz einer Suptur., deren Gebiet nach der Abtrennung der Insp. (Fallersleben (1570: Hattorf, Heiligendorf, Neindorf, Ochsendorf, Rhode und Sülfeld) die Kirchspiele der Ämter Gifhorn und Campen sowie der Gerichte Groß Schwülper und Wettmershagen umfasste: Didderse, Essenrode, Gifhorn, Groß und Klein Oesingen, Hankensbüttel, Isenbüttel (mit den Kapellen Calberlah und Wasbüttel), Leiferde (mit der Kapelle Hillerse), Meine (mit den Kapellen Gravenhorst und Vordorf), Ribbesbüttel mit der mater combinata Rötgesbüttel, Sprakensehl, Steinhorst und Wahrenholz, Abbenrode, Flechtorf, Gardessen, Hordorf, Lehre, Scheppau und Volkmarode sowie Adenbüttel, Groß Schwülper und Wettmershagen.10 1706 fiel das Amt Campen an das Fsm. Braunschweig-Wolfenbüttel und die Gemeinden Abbenrode, Flechtorf, Gardessen, Hordorf, Lehre, Scheppau und Volkmarode schieden aus der Insp. Gifhorn aus. Sie verkleinerte sich weiter, als 1797 die Insp. Hankensbüttel gegründet wurde (1808 Sitz in Wittingen) und die Gemeinden Hankensbüttel, Groß Oesingen, Sprakensehl, und Steinhorst sowie kurzzeitig auch Wahrenholz übernahm. 1926 wechselten die KG Essenrode-Grassel und Wettmershagen zum KK Fallersleben.11 Zum KK Gifhorn dazu kamen 1965 die KG Meinersen und Päse (mit den KapG Ahnsen und Seershausen) und die KG Müden (Aller), 1984 die KG Essenrode und Grassel und 2017 die bislang braunschweigische KG Neubrück.12 2019 gehörten 24 KG zum(Gifhorn: Adenbüttel, Calberlah, Didderse-Neubrück, Essenrode, Gamsen-Kästorf, die drei Gifhorner KG Martin Luther, St. Nicolai und Paulus sowie Grassel, Groß Schwülper (mit KapG Walle), Hillerse, Isenbüttel, Leiferde, Meine (mit KapG Vordorf), Meinersen, Müden (Aller), Neudorf-Platendorf, Päse (mit KapG Ahnsen und KapG Seershausen), Rethen, Ribbesbüttel, Rötgesbüttel, Sassenburg, Wahrenholz und Wesendorf.
Das älteste Zeugnis der Gifhorner Kirchengeschichte stammt aus dem Jahr 1269: In einer Urkunde ist der Geistliche Henricus in Gyfhorn plebanus genannt.13 Mit dem 1347 oder davor verstorbenen Wedekind ist ein weiterer Pfarrer belegt.14 Mit der Zerstörung des Kirchturms (kercktorn to Ghifhorne) in der „Veltheimer Fehde“ lässt sich 1381 auch das Kirchengebäude selbst schriftlich belegen.15 Ein Jahrzehnt später war her Diderik van Odbernhusen kerchere to Gyfhorne; 1395 und 1418 ist er erneut erwähnt.16 1441 hatte her Hinrick gercke das Pfarramt in Gifhorn inne.17 In einem undatierten Eintrag im Gifhorner Ratsbuch ist mit her Henning vischer noch ein weiterer vorref. Pfarrer Gifhorns belegt.18 Weitere Geistliche lassen sich in der ersten Hälfte des 15. Jh. an der 1382 gestifteten Georgenkapelle außerhalb der Stadt nachweisen: Vor Dezember 1425 hatte Johannis de Rottorp die capelle s[ancti] Georgii prope op[pidum] Gifhorn inne; er resignierte die Pfründe und der Kleriker Borchardus de Marenholte bemühte sich um seine Nachfolge. 1429 war Borchardus, Sekretär des Halberstädter Bf., dann nachweislich Inhaber der Kapelle.19

Kirche, Blick zum Altar, um 1900

Kirche, Blick zum Altar, um 1900

Hzgn. Anna von Sachsen, Witwe des 1400 ermordeten Hzg. Friedrich zu Braunschweig-Lüneburg, stiftete der Gifhorner Kirche 1418 einen Altar. Der Altar wurde geweiht dem Erlöser, also Jesus Christus selbst, seiner Mutter, der Hl. Jungfrau Maria, dem Apostel Johannes, dem Erzbischof Thomas Becket von Canterbury, dem Märtyrer Longinus, der Hl. Anna, der Hl. Elisabeth und der Hl. Katharina.20 Zwei Urkunden von 1418 und 1419, die sich im Gifhorner Pfarrarchiv erhalten haben, dokumentieren (Zu-) Stiftungen von Äckern und Wiesen für diesen Altar.21 Die Hzgn. selbst sorgte dafür, dass ein Geistlicher angestellt wurde, dessen einzige Aufgabe darin bestand, an diesem Altar regelmäßig für das Seelenheil der Stifterin die Messe zu lesen (Altarist). Die Nennungen eines Marienaltars (1427, 1443) und eines mit einer Vikarie ausgestatteten St.-Annen-Altars (1484) sind höchstwahrscheinlich ebenfalls auf den von Hzgn. Anna gestifteten Altar zu beziehen.22 Der Zerstörung Gifhorns während der Hildesheimer Stiftsfehde fiel 1519 auch die Kirche zum Opfer. Daher wurde vermutlich um 1530 der alte Marstall mit angebautem Kornspeicher zu einem Kirchengebäude umgebaut; die beiden Merian-Stiche von Gifhorn aus der Mitte des 17. Jh. zeigen diese Kirche.23
Seit 1527 betrieb Hzg. Ernst I., später der Bekenner genannt, die Einführung der Reformation im Fsm. Lüneburg (Landtag in Scharnebeck). Das in diesem Jahr gedruckte Artikelbuch diente dabei, obwohl die Landstände es abgelehnt hatten, als Leitfaden.24 Möglicherweise ist der 1529 als Pfarrer der Gifhorner Kirche und öffentlicher kaiserlicher Notar belegte Heinrich Werden als erster ev. Geistlicher der Stadt anzusehen (pastorem ecclesie Gifhornensis publicum sacre imperiali auctoritate notarium).25 Der 1534 im Lüneburger Pfründenregister genannte P. Conrad Tegelmoller (amt. 1534) hatte gleichzeitig auch das Amt eines Sup. inne, das nun mit der ersten Pfarrstelle der Nicolaikirche verbunden wurde.26 Im Zuge der Reformation wurden die Güter der Kalandspriester im Papenteich mit dem Vermögen der Stadtkirche vereinigt. Als Hofprediger des Hzg. Franz zu Braunschweig-Lüneburg, dem Gifhorn seit 1539 als Residenz diente, weilte der Reformator Gerdt Omcken einige Zeit in der Stadt an der Aller.27 Die unter Hzg. Franz 1547 vollendete Gifhorner Schlosskapelle gilt als erster eigens für den ev. Gottesdienst errichteter Sakralbau in Norddeutschland.
Im Jahre 1614 begann der damalige Sup. Martinus Vitus (amt. 1611–1626) ein „Kirchenbuch […] darinnen den Herren Successoribus zum besten viele nothwendige Sachen verzeichnett“ sind. Das Buch ist komplett erhalten und liefert wertvolle Hinweise zur Suptur. und ihrer Organisation, zu den geistlichen Häusern und auch zu den Einkünften der Kirche. Zudem gibt es seit 1628 relativ komplett die Kirchenrechnungsbücher sowie seit 1627 die Kirchenbücher mit den Eintragungen der Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Ab 1685 sind Überlegungen zu einem Neubau der Kirche nachweisbar, wobei besonderes Augenmerk auf einen neuen Turm gelegt wurde.28 Doch wurde eine Orgelreparatur 1688 so teuer, daß auf längere Zeit kein Geld dafür vorhanden war. Erst 1716 musste dann doch der Turm vom Dach abgenommen und neu wieder aufgebaut werden. Es zeigte sich allerdings bald, dass das reparierte Gebälk zu marode war, um auf Dauer die Glocken tragen zu können. So kam es ab 1733 zum Neubau des Turms; im Jahr nach seiner Fertigstellung richteten die Gemeindeglieder 1735 ein Schreiben an die Regierung und baten darum, auf einen Neubau des Kirchenschiffs verzichten zu dürfen, da dieses Vorhaben die Gemeinde finanziell ruinieren würde. Ein daraufhin beauftragter Gutachter kam im Januar 1736 zu dem Schluss: „Der alte Kirchenbau muß gänzlich abgerissen werden und ein völliger Neubau ist zu errichten.“29 Nach Abbruch der Kirche 1737 versammelte sich die Gemeinde zum Gottesdienst in der Schlosskapelle, die allerdings viel zu klein war. Nicht zuletzt aufgrund des Widerstands der Gemeinde schritt der Neubau nur langsam voran und erst 1744 konnte die neue Kirche und vier Jahre später die neue Orgel eingeweiht werden.

Kirche, Blick zur Orgel, 1961, Foto: Ernst Witt, Hannover

Kirche, Blick zur Orgel, 1961, Foto: Ernst Witt, Hannover

Der Gifhorner Sup. Hans Adolf Leo Schuster (amt. 1885–1901) war seit 1886 im Nebenamt auch Vorsteher der unter Mitwirkung von P. Georg August Daniel Isenberg (amt. 1877–1884) im Jahr 1883 gegründeten Kästorfer Anstalten, einer Arbeiterkolonie zur Unterstützung von Wanderarbeitern. Die Anstalt orientierte sich an der Kolonie Wilhelmsdorf, die P. Friedrich von Bodelschwingh ein Jahr früher eingerichtet hatte. 1897 erhielten die Kästorfer Anstalten einen eigenen Geistlichen und 1912 eine eigene Kirche.
In seinen Lebenserinnerungen schrieb P. Robert Rasch (amt. 1898–1908) zum kirchlichen Leben in Gifhorn um die Jahrhundertwende: In der Gemeinde herrsche „eine ungebrochene Kirchlichkeit, man kann fast sagen, von Hermannsburger Art“ – wobei „in der Hauptsache die Aussendörfer dem Ganzen das Gepräge gaben.“ Sonntag für Sonntag kämen die Kirchgänger „in grossen Scharen zu Fuss oder zu Wagen […] herbeigezogen, von Bokel und Wilsche, von Gamsen und Kästorf, von Dannenbüttel und Westerbeck und, die Städter nicht ausgenommen, auch zu den Abendgottesdiensten am Heiligen Abend, am Altjahrsabend und in der Passionszeit.“30 In P. Raschs Amtszeit fiel auch die Einrichtung von Pfarrbezirken in der KG Gifhorn; 1903 gründete er einen Kirchenchor. P. Rasch predigte zudem einmal wöchentlich in der Schlosskapelle für die Insassen des Gefängnisses. Die wachsende Einwohnerzahl der Stadt führte 1907 zur Einrichtung einer ständigen Pfarrkollaboratur (Hilfsgeistlichenstelle), die jedoch seit 1914 unbesetzt blieb.31 Während P. Rasch für die Zeit um 1900 festhielt: „Andersgläubige waren ausser einigen Katholiken und einer kleinen Baptistengemeinde auf dem Moore nicht vorhanden“32, wuchs in der Folgezeit auch die Gifhorner kath. Gemeinde an. Im Jahr 1915 weihte sie die kath. St.-Bernward-Kirche ein (zweite kath. Kirche 1972 in der Südstadt).33 1926 gründete sich zudem eine Adventgemeinde.
Während der NS-Zeit standen die Pfarrer der KG Gifhorn, Sup. Georg Böker (amt. 1931–1938), Sup. Franz Chappuzeau (amt. 1939–1956) und P. Wilhelm Hüttmann (amt. seit 1933, im Mai 1944 als Leutnant gefallen) kirchenpolitisch aufseiten der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft. In seinen Antworten zum „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb Sup. Chappuzeau 1947, es habe in Gifhorn eine DC-Versammlung mit Sup. Felix Rahn aus Sievershausen stattgefunden, die wegen einer entsprechenden Anordnung der NSDAP gut besucht gewesen sei. Eine DC-Ortsgruppe habe sich jedoch nicht gegründet.34 Der 1933 neu gewählte KV sei „nicht ungünstig“ zusammengesetzt gewesen; von den neun Kirchenvorstehern gehörte einer den DC an (1937 zurückgetreten) und vier der NSDAP; letztere gaben ihr Amt auf Verlangen des Kreisleiters 1938 auf.35 Als Ersatz für Jungmänner- und Jungmädchenbund, die Sup. Böker 1932 gegründet hatte, die jedoch 1933 „nicht standhielten, sondern in den pol[itischen] Formationen aufgingen“, gründete der Sup. den Gifhorner Posaunenchor, der nach seiner Einschätzung 1937 bereits zu einem wertvollen und unentbehrlichen Element des Gemeindelebens geworden war.36 Insgesamt rund 240 Gemeindeglieder traten während der NS-Zeit aus der Kirche aus; Sup. Böker gab bei der Visitation 1937 an: „In den Jahren 1933 u. 1934 traten zumeist politisch ganz links gerichtete Gemeindeglieder aus, weil die ev. Kirche den Sieg des nationalsozialistischen Gedankens gefördert hätte. Seit 1935 setzten vornehmlich die Kirchenaustritte des hiesigen Arbeitsdienstes ein.“37

Kirche, Blick zur Orgel, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Kirche, Blick zur Orgel, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Grundbedingung für die Entwicklung der KG Gifhorn nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Mitte der 1990er Jahre war das anhaltende Wachstum der Stadt. 1943 war der Seelsorgebezirk Gifhorn Land-West eingerichtet worden (Gamsen, Kästorf, Wagenhoff, Wilsche, Neubokel) und 1947 der Seelsorgebezirk Gifhorn Land-Ost (Neudorf-Platendorf, Triangel, Westerbeck, Stüde, Dannenbüttel).38 Die Gemeinde erhielt 1952 eine dritte und 1953 eine vierte Pfarrstelle.39 1955 begann der Bau des Gemeindehauses Gifhorn-Süd, dem Zentrum der zum 1. April 1959 gegründeten Martin-Luther-KG Gifhorn (gleichzeitig erhielt die bisherige KG Gifhorn den Namen St.-Nicolai-KG Gifhorn).40 Eine weitere Verkleinerung des Gemeindegebiets folgte zum 1. Januar 1966: Die Außendörfer Neudorf-Platendorf, Dannenbüttel, Stüde, Triangel und Westerbeck schlossen sich zur Thomas-KG Neudorf-Platendorf zusammen.41
1968 gliederte sich die KG in drei Pfarrbezirke: das Stadtgebiet, die Neusiedlungsgebiete und Gifhorner Land mit Gamsen, Kästorf, Wagenhoff, Wilsche und Neubokel. In den FKap in Kästorf, Wagenhoff und Wilsche fand jeweils einmal im Monat ein Hauptgottesdienst statt. In Gamsen konnte die KG 1973 ein Gemeindehaus einweihen. Nachdem Wagenhoff 1975 zur KG Wesendorf gewechselt war, gründete sich 1993 mit der Epiphanias-KG Gamsen-Kästorf eine weitere Tochtergemeinde von St. Nicolai.
Im Herbst 1983 eröffnete die Nicolaigemeinde im Nordwesten der Stadt das Birger-Forell-Haus, ein Gemeindezentrum für Spätaussiedler aus der Sowjetunion. Der Bau wurde finanziert aus Mitteln der Landeskirche, der Birger-Forell-Stiftung, des Bundes und des Landes. Seit 2009 nutzt die im Jahr zuvor gegründete neu-pietistisch geprägte „Ev.-luth. Christus-Brüdergemeinde e. V.“ das Gebäude; 2015 erwarb sie das Gemeindehaus.
Im Jahr 2011 gründete sich die Nicolai-Stiftung, die seitdem das kirchliche Leben in der Gemeinde unterstützt. Seit den 2000er Jahren intensivieren die Gifhorner Stadtgemeinden ihre Zusammenarbeit: St.-Nicolai und Martin-Luther sind seit 2012 pfarramtlich verbunden und 2019 wurde der Pfarrverband um die Paulusgemeinde erweitert.
Die KG St. Nicolai arbeitet mit im GemeindeForum, einer Initiative der sechs Gifhorner luth. und kath. Stadtgemeinden. Unter dem Motto „füreinander, orientierend, richtungsweisend, unterhaltsam, miteinander“ laden sie zu gemeinsamen Veranstaltungen und Projekten ein.

Umfang

Zur St.-Nicolai-KG gehörten neben Gifhorn selbst die Dörfer Gamsen, Kästorf, Wilsche, Neubokel (fürstliches Vorwerk), Westerbeck, Dannenbüttel und Stüde. Um 1800 kamen die Moorsiedlungen Triangel, Neudorf und Platendorf hinzu, nach 1927 Wagenhoff. 1959 Auspfarrung des Gebietes südlich der Bahnlinie und Gründung der Martin-Luther-KG.42 1966 Neudorf-Platendorf, Dannenbüttel, Stüde, Triangel und Westerbeck ausgepfarrt und zur KG Neudorf-Platendorf zusammengeschlossen.43 1975 Wagenhoff in die KG Wesendorf umgepfarrt.44 1993 Gamsen, Kästorf und nördliche Teile Gifhorns zur Epiphanias-KG Gamsen-Kästorf zusammengeschlossen.45

Pfarrstellen

I: vorref. – II: 1538 (in vorref. Zeit capellaney, auch in nachref. Zeit regelmäßig als Diaconey oder auch als Capellaney bezeichnet). 1959 übergegangen auf Martin-Luther-KG [Gifhorn, Martin Luther] und neu aus III. 1966 übergegangen auf KG Neudorf-Platendorf und neu aus III. 1993 übergegangen auf KG Gamsen-Kästorf und neu aus III.46 – III: Errichtet 1952. 1959 umgewandelt in II und neu aus IV. 1966 umgewandelt in II. Neu 1968 (Umwandlung aus Pfarrvikarstelle von 1962). 1993 umgewandelt in II und neu aus IV.47 – IV: Errichtet 1953. 1959 umgewandelt in III. Neu 1981. 1993 umgewandelt in III.48

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Meine der Diözese Halberstadt.49 – Nach der Reformation Sitz der Insp. Gifhorn (1924: KK Gifhorn).

Patronat

Landesherrliches Patronat, erstmals nachgewiesen für Hzg. Friedrich zu Braunschweig-Lüneburg 1388/1400 (Pfründenverzeichnis: Ecclesiam in gifhorne50); Patronat 1871 aufgehoben.

Kirchenbau – St. Nicolaikirche
Kirche, Ansicht von Südosten, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Kirche, Ansicht von Südosten, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Barocker, südöstlich ausgerichteter Rechteckbau mit Sakristeianbau im Südosten, errichtet 1738-44 (Entwurf: Landbaumeister Otto Heinrich von Bonn; Bauleitung: Konsistorialsekretär Gerhard Justus Arenhold, Hannover).51 Krüppelwalmdach; Bruchsteinsockel, verputztes Backsteinmauerwerk mit Eckquaderung; hohe rundbogige Sprossenfenster, darüber kleine Fenster mit geschwungenem Sturz, an den Längsseiten je zwei Portale, darüber Rundfenster. Im Innern flach gewölbte, hölzerne Decke; zweistöckige, u-förmige Emporenanlage auf Holzstützen; hinter dem Altar zweistöckige Sakristei mit Zugang zur Kanzel. 1929 Neuausmalung (Sternenhimmel übermalt). 1961 Renovierung und Neuausmalung (u. a. Orgel auf untere Empore versetzt, Ausmalung: Rudolf Droste, Hameln). 1981 Sanierung. 1986 Decke neu verputzt.

Grablege

Mehrere Grüfte (17./18. Jh.), in denen „hauptsächlich […] Angehörige adliger Familien der Schloßhauptleute“ beigesetzt wurden.52

Turm

Massiver Bau über quadratischem Grundriss, erbaut 1733/34 (Entwurf und Bauleitung: Kondukteur Georg Friedrich Dinglinger). Geschwungener, verschieferter Helm mit viereckigem Ansatz, offener, achtseitiger Laterne und geschwungener, achtseitig ausgezogener Spitze, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne; Uhrgauben. Verputztes Bruchsteinmauerwerk; flachbogige Schallfenster.

Vorgängerbauten:

Ältester Nachweis des KGb ist die Zerstörung des Kirchturms 1381 (Veltheimer Fehde), Kirche selbst 1519 zerstört (Hildesheimer Stiftsfehde).53 Um 1530 Neubau der Kirche unter Nutzung von Marstall und Kornspeicher, Wände „nur aus Holz und Lehm“ (Fachwerk mit Lehmausfachung), ziegelgedecktes Satteldach mit hölzernem, schiefergedeckten Dachreiter auf dem Nordende.54 Im Turm zwei Glocken sowie Uhr mit Schlagwerk. KGb 1737 wegen Baufälligkeit abgebrochen.

Kirche, Blick zum Altar, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Kirche, Blick zum Altar, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Ausstattung

Barocker Kanzelaltar mit seitlichen Durchgängen (1744, Ausführung vielleicht Werkstatt Johann Friedrich Blasius Ziesenis, Hannover; Entwurf: möglicherweise Johann Paul Heumann oder Christian Ackermann55); oberhalb des sarkophagförmigen Altartischs geschwungener Kanzelkorb, flankiert von zwei geschnitzten Figuren (Moses, Johannes der Täufer), darüber die Wappen des Stifterpaares (links: Kammerpräsident Heinrich Freiherr Grote. rechts: Ehefrau Elisabeth Juliane von Post, Inschrift „Anno 1744“); unterhalb der Kanzel Abendmahlsbild (1992, Edward Malinowski, Solingen; Ersatz für das 1972 gestohlene Original des 18. Jh.); Gebälk mit Schalldeckel getragen von kannelierten, korinthischen Säulen; Aufsatz mit hebräischem Gottesnamen in Wolken- und Strahlenkranz, Schnitzwerk mit Engeln und Früchten; triumphierender Christus mit Siegesfahne als Bekrönung. Restaurierung 1961. – Achteckiger, hölzerner Taufständer (1745, gleiche Werkstatt wie Altar), auf dem Deckel ein liegendes Lamm. – Grabdeckplatte vor dem Altar (Nachbildung, Original im Museum), Inschrift: „Illvs Princ ac dni dni Francisci Dvc Brav et Lvnebv viscera hic sepvlta iacent. 1549. Obiit aetatis svae 41 an“ (Die Eingeweide des erlauchten Fürsten und Herren, Herren Franz, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, liegen hier begraben. 1549. Er starb seines Alters 41 Jahre). – In der Sakristei: Kleiner Altar mit Kreuzigungsbild (signiert: H[einz] Müller Jung 1962). – Außen am Kirchturm Grabplatte von Sup. Martin Vitus († 1626).

Gifhorn, St. Nicolai, Orgel

Orgel, 2017, Foto: Uwe Gierz, Gifhorn

Orgel

Organist Müller um 1550 nachgewiesen, Informationen zur Orgel fehlen.56 1687 unter Verwendung von Teilen des vorhandenen Instruments Neubau einer Orgel, ausgeführt von Otto Eilert Botjenter (Braunschweig), Zustand um 1730: 21 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Neue Orgel 1748 eingeweiht, erbaut von Christian Vater (Hannover), einem Schüler Arp Schnitgers, 24 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1760 Reparatur, ausgeführt von Johann Georg Stein (Lüneburg). 1872 Änderung der Disposition, ausgeführt von Heinrich Vieth (Celle). Neubaupläne von 1904 und 1918 aus Kostengründen nicht verwirklicht. 1935 Reparatur und Dispositionsänderungen im Sinne der Orgelbewegung, ausgeführt von Furtwängler & Hammer (Hannover). 1961 Restaurierung und Versetzung auf untere Empore, ausgeführt von Dirk Andries Flentrop (Zaandam). 1998–2000 Restaurierung mit dem Ziel, den Zustand von 1748 weitestgehend wiederherzustellen, ausgeführt von Firma Hillebrand (Altwarmbüchen). Die Orgel steht seit 1932 unter Denkmalschutz. – 1964 Beschaffung eines Orgelpositivs der Firma Klaus Becker (Kupfermühle) als Chororgel, 4 I/–, mechanische Traktur, Schleiflade.

Geläut

Drei LG, I: es’ (Bronze, Gj. 1957, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unseren Herrn Jesus Christus. Gegossen im Jahre 1957“; II: as’ (Bronze, Gj. 1760, Johann Heinrich Christian Weidemann, Hannover), Inschriften: „Clarisono pvlsu sacris inservio rebus. In laudes summi cuncta referte Dei“, „Auspiciis Christiani Joh. Ludolphi Reusmann s[acre] th[eologiae] d[octor] et superintendentis Gifhorn nec non Johann Philippi Tiling praefect Gifhorn hoc aes campanum Hannoverae conflatum est a“ sowie „Joh. Heinr. Christ. Weidemann gos mich Anno 1760“ (Mit helltönendem Klang diene ich den heiligen Dingen, zum Lobe des höchsten Gottes alle erfüllend. Unter Aufsicht des Doktors der Theologie und Superintendenten Gifhorns Christian Joh. Ludolph Reusmann und des Amtmanns Johann Philipp Tiling wurde die Glocke [wörtlich: das Erz oder die Glockenspeise] in Hannover gegossen); III: b’ (Bronze, Gj. 1957, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Sprich Deinen milden Segen zu allen unseren Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. Gegossen im Paul Gerhard-Gedächtnisjahr 1957“. Zwei SG, I: cis’’; II: fis’’ (beide Eisen, Gj. Anfang 20. Jh.). – Früherer Bestand: Um 1660 waren zwei LG und eine SG vorhanden. Größere LG geborsten und neu gegossen (Bronze, Gj. 1716, Johann Heinrich Grote, Celle); diese LG 17 Jahre später erneut umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1733, Johann Christian Kreiteweiss, Braunschweig); erneuter Umguss 1857 (Bronze, Gj. 1857, C. M. Stützer, Benneckenstein), Inschrift u. a.: „Soli Deo Gloria“ (Allein Gott die Ehre); diese LG im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Als Ersatz eine neue LG angeschafft, e’ (Bronze, Gj. 1926, Firma Rincker, Sinn), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.57

Kirchenbau – Schlosskapelle
Gifhorn, Schlosskapelle

Schlosskapelle, Fassade, 2015, Foto (Ausschnitt): Radler59 / CC BY-SA

Die Kapelle ist Eigentum des Lkr. Gifhorn und wird von der Nicolaigemeinde regelmäßig als Taufkapelle genutzt. In der Nordnordostecke des Schlosses, kleiner Rechteckbau mit dreiseitigem Chorschluss, erbaut 1547. Satteldach mit Walm über dem Chor; spitzbogige Maßwerkfenster in Rechtecknischen; zum Schlosshof reich gegliederter Giebel mit offenem Glockenbaldachin als Spitze, vorgelagerte Laube mit geschwungener Freitreppe. Im Innern netzartiges Sterngewölbe, Doppelempore an Südsüdwestseite, steinerne Kanzel an Ostseite.

Ausstattung

Schlichter Blockaltar. – Altargemälde „Der ungläubige Thomas“ (1979, Johannes Grützke, Berlin). – Holztaufe. – Zwei Holzplastiken: Hzg. Franz zu Braunschweig-Lüneburg und seine Ehefrau Hzgn. Klara in kniender, betender Haltung (Mitte 16. Jh.). – Ehemalige Ausstattung: Spätmittelalterlicher Flügelaltar, heute im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover (1862 abgegeben).

Geläut

Drei LG, im Chorraum auf Sockeln aufgestellt: I: ⌀ 65 Zentimeter (Bronze, Gj. 1606), Inschrift: „Von Gottes Gnaden Herzog Ernst zu Brvnswich vndt Lvnenborch 1606“; II: ⌀ 71 Zentimeter (Bronze, Gj. 1580, Klaus Hagen, Braunschweig), Inschrift: „Vt den Fvr bin ik geflaten. Klaves Hagen zv Brvnswich hat mik gegaten. Verbvm Domine manet in aeternum 15M80“ (Das Wort des Herrn bleibet in Ewigkeit), Bilder: Adam und Eva sowie Vertreibung aus dem Paradies, Glocke aus Jembke, seit 1928 in Schloss Gifhorn; III: ⌀ 66 Zentimeter (Bronze, Gj. 1728, David Bieck), Inschriften: „Soli deo gloria fecit me david Bieck 1728“ (Allein Gott zur Ehre machte mich David Bieck 1728) und „Chrystoffervs Nehring, Lehn Schvltz, Michal Elgert, Peter Stick, Stofer Grvlk“ sowie „Iohanes Chrystian Weise, Pastor Tarnofke u[nd] Osowke, Peter Caloc, Peter Hod, Stofer Bavman Kirchenvorsteher“, Patenglocke aus Tarnowke, Kr. Flatow, Pommern (heute Tarnówka, Powiat Złotowski).

Orgel

Eine Orgel 1594 belegt (Reparatur), 1737 gänzlich verfallen und verkauft.58 Neue Orgel erbaut 1966 von Klaus Becker (Kupfermühle), 4 I/–, mechanische Traktur, Schleiflade.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus I bzw. Superintendentur (Bj. 1981). – Pfarrhaus II, Torstraße 13a (Bj. 1954, verkauft nach 2012). – Gemeindehaus, ehemalige Superintendentur (Bj. um 1675, 1821 von KG gekauft und als Suptur. benutzt, seitdem diverse Um- und Anbauten). – Birger-Forell-Haus (Bj. 1982/83, verkauft 2015).

Friedhof

Gifhorns erster Friedhof entstand unmittelbar an der Kirche, bei Erdarbeiten zum Neubau des Rathauses wurden Anfang der 1970er Jahre etliche Gräber gefunden. Im Jahre 1382 stifteten die Junker Eberhard und Konrad von Marenholtz eine Kapelle; sie lag außerhalb Gifhorns nördlich der Ise und war dem Hl. Georg geweiht. An dieser Kapelle entstand der zweite Friedhof.59 Auch die Kapelle selbst wurde für Bestattungen genutzt, einige Grabplatten haben sich erhalten. Dieser Friedhof musste 1889 wegen fehlender Erweiterungsflächen und wegen Wassergefälles geschlossen werden (heute Park mit Denkmälern). Die KG erwarb ein anderes Grundstück und legte dort den dritten Friedhof an, erste Beisetzung 1890.60 FKap (Bj. 1958), ergänzt um einen mit Holzschindeln verkleideten, spitzpyramidenförmigen Glockenträger (Bj. 1988), eine LG, f’’ (Bronze, Gj., 1987, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Christus ist unser Friede“; Orgel in der FKap: Neubau 1968, Firma Hillebrand (Altwarmbüchen), 5 I/– mechanische Traktur, Schleiflade. – Kommunale Friedhöfe in Neubokel (FKap) und Wilsche (FKap, Orgel, zwei LG).

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 3643–3713 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 251–252, 254 (Spec. Landeskonsistorium); A 6 Nr. 2698–2725 (Pfarrbestallungsakten); A 8 (CB); A 9 Nr. 784 (Visitationen); D 40 (EphA Gifhorn); L 5 4 Nr. 584, 1064, 1669–1671 (LSuptur. Calenberg-Hoya); N 056, Nr. 3 (Nachlass Robert Rasch); S 2 Witt Nr. 2, 14 (Fotosammlung); S 09 rep Nr. 541, 1088 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7028 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 118–119, Nr. 120; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 496–499; Gemeindebuch KK Gifhorn, S. 7–15; Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 93–149; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 375–376; Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S. 84–93; Vogel et al., Orgeln Niedersachsen, S. 216–217.
B: 100 Jahre ev.-luth. Friedhof am Weinberg, Gifhorn [1990]; Die Christian-Vater-Orgel in der Ev.-Luth. St. Nicolai-Kirche zu Gifhorn, hrsg. von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Nicolai, Gifhorn 2000; Theo Bosse (Bearb.): Das Gifhorner Ratsbuch II von 1557–1594, Adenbüttel 1989; Uwe Gierz: Reformator Gerdt Oemeken – wohnhaft in Gifhorn, in: Gifhorner Kreiskalender 2018, Gifhorn 2017, S. 142–146; Uwe Gierz: Wer bezahlte den Altar von St. Nicolai Gifhorn?, in: Gifhorner Kreiskalender 2019, Gifhorn 2018, S. 90–96; Uwe Gierz: Gifhorns erste Kirche. Versuch einer Annäherung, in: Gifhorner Kreiskalender 2020, Gifhorn 2019, S. 98–104; Gottfried Piper: Gifhorner Orgelchronik, Gifhorn [um 1962]; Ulrich Roshop: Die St.-Nicolai-Kirche in Gifhorn. Eine bau- und kunstgeschichtliche Darstellung, Gifhorn 1980; Ulrich Roshop: Gifhorn. Das Werden und Wachsen einer Stadt, Gifhorn 1982; Ulrich Roshop (Hg.): Das Gifhorner Ratsbuch I, Gifhorn 1985; Ernst Schubert: Gifhorn, in: Paravicini, Residenzen 1,2, S. 213–215.

GND

2096297-6, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Nicolai (Gifhorn); 112397697X, Sankt Nicolai-Kirche (Gifhorn)

Weitere Bilder

Vielen Dank an Dr. Uwe Gierz, der wesentlich zu diesem Artikel beigetragen hat.


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 65 und II, S. 17.
  2. Zur Geschichte der Stadt vgl. Roshop, Gifhorn.
  3. Schneidmüller, Kollegiatstifte, S. 306 und 312.
  4. Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S. 89.
  5. Riedel, Codex Brandenburgensis II,6, Nr. 2207.
  6. Roshop, Ratsbuch, S. 8 f.
  7. Paravicini, Residenzen 1,2, S. 213 ff.
  8. Roshop, Gifhorn, S. 147 f. Die 1871 eröffnete Strecke Hannover–Berlin verlief drei Kilometer südlich Gifhorns, da die Bürgerschaft „die Bewilligung eines von der Eisenbahnverwaltung geforderten Zuschusses von seiten der Stadt“ abgelehnt hatte (ebd.).
  9. Roshop, Gifhorn, S. 148 ff.
  10. LkAH, D 40, http://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=b8643.
  11. KABl. 1926, S. 201.
  12. KABl. 1965, S. 258 und S. 259; KABl. 1984, S. 19; KABl. 2016, S. 138.
  13. Lüneburger UB V, Isenhagen, Nr. 38.
  14. Lüneburger UB V, Isenhagen, Nr. 221.
  15. Fehdebuch Braunschweig, S. 51.
  16. Lüneburger UB V, Isenhagen, Nr. 365 und 378 (perner to gheffhorne); PfA Gifhorn, Urk. 1.
  17. Roshop, Ratsbuch I, S. 28.
  18. Roshop, Ratsbuch, S. 33.
  19. RG Online, RG IV 01278, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/1278, 21.01.2020.
  20. Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S. 86; Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 96.
  21. PfA Gifhorn, Urk. 1 und 2.
  22. Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 96 f.
  23. Abgebildet bei Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 112 f.
  24. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 484 und 492 ff.
  25. Campe, Regesten II, Nr. 937.
  26. Salfeld, Pfründenregister, S. 97.
  27. Gierz, Reformator; Omcken, Gerdt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119777835.html, 21.01.2020.
  28. Die Darstellung bei Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 8 ff., enthält Irrtümer, wie die Auswertung der Kirchenrechnungsbücher durch Uwe Gierz gezeigt hat.
  29. Zit. bei Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 12.
  30. LkAH, S 09 rep, Nr. 541 (Typoskript „Die 10 Jahr in Girhorn [sic]“, S. 43); vgl. auch N 056, Nr. 3.
  31. LkAH, S 09 rep, Nr. 541 (Typoskript „Die 10 Jahr in Girhorn [sic]“, S. 52); vgl. auch N 056, Nr. 3. Siehe auch LkAH, L 5b, unverz., Spez. KG Gifhorn, Visitation 1937.
  32. LkAH, S 09 rep, Nr. 541 (Typoskript „Die 10 Jahr in Girhorn [sic]“, S. 39); vgl. auch N 056, Nr. 3.
  33. Roshop, Gifhorn, S. 126.
  34. LkAH, S 1 H III, Nr. 515, Bl. 10.
  35. LkAH, S 1 H III, Nr. 515, Bl. 10. Anlass waren Veranstaltungen der KG mit dem Volksmissionar Tokelsdorf, auf denen dieser zum einen „mit vernichtender Schärfe die Hohlheit und Haltlosigkeit der [neuheidnischen] Deutschen Glaubensbewegung“ aufzeigte und zum anderen berichtete, wie er „aus einem Freidenker zum Bibelchristen“ geworden sei. Der NSDAP-Kreisleiter sah die Veranstaltungen als Herausforderung der Partei an, vgl. LkAH, L 5a, Nr. 584 (Schreiben von Sup. Böker, Burgdorf an LKA, 27.01.1938); vgl. auch LkAH, L 5b, unverz., Spez. KG Gifhorn, Visitation 1937.
  36. LkAH, L 5b, unverz., Spez. KG Gifhorn, Visitation 1937.
  37. LkAH, L 5b, unverz., Spez. KG Gifhorn, Visitation 1937. Zu den Austrittszahlen vgl. zudem ebd., Visitation 1946.
  38. Gemeindebuch KK Gifhorn, S. 14.
  39. KABl. 1952, S. 102; KABl. 1953, S. 137.
  40. KABl. 1959, S. 56 f.
  41. KABl. 1966, S. 3.
  42. KABl. 1959, S. 56 f.
  43. KABl. 1966, S. 3.
  44. KABl. 1975, S. 142.
  45. KABl. 1992, S. 186.
  46. KABl. 1959, S. 56 f. und 96; KABl. 1966, S. 3; KABl. 1992, S. 186.
  47. KABl. 1952, S. 102; KABl. 1962, S. 29; KABl. 1968, S. 12; KABl. 1992, S. 186.
  48. KABl. 1953, S. 137; KABl. 1981, S. 85; KABl. 1992, S. 186.
  49. Strombeck, Archidiakonat-Eintheilung Halberstadt, S. 81.
  50. Sudendorf, UB VI, Nr. 237.
  51. Amt, Landbauwesen, S. 295.
  52. Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 37.
  53. Gierz, Gifhorns erste Kirche.
  54. Zit. bei Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 4.
  55. Heumann: Gierz, Altar; Ackermann: Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 31. Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 496, gibt an: „vermutlich von V[inzenz] G[eorg] Haborg, Braunschweig, oder von dem Hofbildhauer Chr[istian] Ackermann, Hannover“. Da der Altar laut Bauakten aus Hannover geliefert wurde, verwirft Roshop die Vermutung, es könne sich um eine Arbeit Haborgs handeln (Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 31). Zum Altar insgesamt vgl. Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 31 ff. und Gierz, Altar.
  56. Zum Folgenden: Christian-Vater-Orgel, S. 2 ff., Liste der Organisten ebd., S. 20 und Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 5.
  57. Zu den Glocken vgl. Gemeindebuch KK Gifhorn, S. 13 (dort irrtümlich zwei Glocken von 1926 genannt); Roshop, St.-Nicolai-Kirche, S. 30; Kieker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 102.
  58. Piper, S. 1.
  59. Roshop, Gifhorn, S. 112 f. und 116 f.
  60. 100 Jahre, S. 4 ff.