Sprengel Lüneburg, KK Gifhorn | Patrozinium: Petrus1 | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes findet sich in einer Urkunde Ks. Heinrichs II. aus dem Jahr 1007 als Ricbaldesgebutle.2 Das Dorf lag an der alten Straße von Braunschweig nach Lüneburg. Im 13. Jh. besaßen Widikinnus de Ricbelesbutle und seine Brüder neben ihrem Eigengut einen Hof, Land und die Mühle des Dorfes als Lehen der Edelherren von Meinersen. Bertoldus de Leifforde besaß, ebenfalls als Lehen der Edelherren, Land und den Zehnten von Ribbesbüttel (decimam super totam villam).3 Mitte des 14. Jh. besaßen Wedekindus et Hildebrandus de Ribbesbutle zwei Höfe im Dorf als Lehen der Hzg. Magnus und Ernst von Braunschweig.4 Nachdem die Familie von Ribbesbüttel 1567 in männlicher Linie ausgestorben war, ging ihr Rittergut 1569 auf die Familien Grote und von Mandelsloh über, war seit 1584 im alleinigen Besitz letzterer, wurde 1887 von der Familie von Hodenberg erworben und 1905 von der Familie Löbbecke (Ersterwähnung einer Burgk 1584, Gutshaus neu erbaut 1906).5 Ribbesbüttel gehörte zum Papenteich (nachweislich 1489), der bei der welfischen Landesteilung von 1267/69 an das Teilfsm. Braunschweig gefallen war.6 Die Zugehörigkeit des Papenteichs – und damit auch Ribbesbüttels – wechselte im 14./15. Jh. wiederholt zwischen den welfischen Teilfsm., bevor er 1428 endgültig an Lüneburg kam; das Gebiet bildete hier einen Teil des Amtes Gifhorn. Das welfische Teilfsm. Lüneburg fiel 1705 an das Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover). In französischer Zeit gehörte Ribbesbüttel zum Kanton Rötgesbüttel im Distrikt Braunschweig des Departements der Oker im Kgr. Westphalen (1810–1813). Danach war das Dorf wieder Teil des Amtes Gifhorn, zunächst im Kgr. Hannover und nach der Annexion von 1866 im Kgr. Preußen. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 gehört Ribbesbüttel zum Lkr. Gifhorn. 1974 wurden die Gemeinden Ausbüttel und Vollbüttel eingemeindet. Gemeinsam mit Calberlah, Isenbüttel und Wasbüttel gründete Ribbesbüttel im gleichen Jahr die Samtgemeinde Isenbüttel. Im Jahr 1821 lebten gut 380 Menschen in Ribbesbüttel, 1905 gut 390, 1950 gut 750 und 2007 etwa gut 790 (mit Eingemeindungen 1974 gut 1.680 und 2006 rund 2.125).

Kirche, Ansicht von Nordwesten

Kirche, Ansicht von Nordwesten

Eine Kirche in Ribbesbüttel lässt sich erstmals im ältesten Lehnregister der Edelherren von Meinersen nachweisen, das um 1218/20 entstand: Als Lehen der Edelherren besaß Widikinnus de Ricbelesbutle seinerzeit die Vogtei über die Kirche des Dorfes (advocatiam super ecclesiam).7 Das Patronat über die Kirche blieb bis in nachref. Zeit in der Hand der Familie von Ribbesbüttel, deren Wasserburg westlich gegenüber der Kirche befand. Ein Geistlicher ist namentlich zuerst 1304 belegt, als Iohannes plebanus in Ribesbutle zwei Urkunden bezeugte.8 Der bis heute erhaltene Taufstein der Gemeinde stammt vielleicht ebenfalls aus dem frühen 14. Jh. Mit P. Johann Schalropp lässt sich 1514 ein weiterer vorref. Geistlicher nachweisen.9
Seit 1527 betrieb Hzg. Ernst I., später der Bekenner genannt, die Einführung der Reformation im Fsm. Lüneburg (Landtag in Scharnebeck). Das in diesem Jahr gedruckte Artikelbuch diente dabei, obwohl die Landstände es abgelehnt hatten, als Leitfaden.10 Der im Lüneburger Pfründenregister von 1534 genannte P. Andreas Junghen ist vermutlich als erster luth. Prediger des Dorfes anzusehen.11 P. Zacharias Lodemann (amt. 1568–1590) wurde bei der Visitation 1568 als „genügend gelehrt“ (satis doctus) beurteilt. Die Kirche beschrieb der Visitator als sehr baufällig.12 Der Patron Kurt von Mandelsloh ließ das alte Gotteshaus abbrechen und eine neue Kirche errichten, die 1595 vollendet war. Die älteste Darstellung des Neubaus findet sich in dem 1654 veröffentlichten Band 15 der „Topographia Germaniae“ von Matthäus Merian.13 Ribbesbüttel war eine recht kleine Gemeinde und die Einkünfte des jeweiligen Pfarrers daher eher gering; dementsprechend kam es zu häufigeren Wechseln im Pfarramt.14
Während des Dreißigjährigen Krieges besetzten 1628 kaiserliche Truppen das Dorf und beraubten anscheinend auch die Kirche: 1628 musste ein neues Schloss für die Kirchentür angeschafft werden, 1629 findet sich eine Rechnung über weißes Leinen für ein Messgewand und 1630 ließ die Gemeinde einen neuen Opferkasten anfertigen.15 Zudem hatten die Kaiserlichen 1628 etwa ein Drittel des Dorfes niedergebrannt. Ludolf von Mandelsloh berichtete an Hzg. Christian, Fs. von Lüneburg, „daß nicht allein durch das höchst schedtliche Kriegswesen unsere Leute alhier in Ribbesbüttel ganz ruiniert und verdorben, sondern auch nachmalß 9 Wohnhäuser sambt scheunen und stellen leider abgebrannt und in Asche gelegett worden“.16 Auch das Pfarrhaus war zerstört, ein neues wurde 1631 errichtet. Um in der zweiten Hälfte des 18. Jh. den Neubau des Pfarrhauses zu finanzieren, ließ die Gemeinde die Pfarrstelle 1768 bis 1775 unbesetzt, verpachtete das Pfarrland an den Patron und verwendete die Pachterträge zur Deckung der Neubaukosten.17

Kirche, Blick zum Altar, nach 1877, vor 1938

Kirche, Blick zum Altar, nach 1877, vor 1938

Die Pastoren der Gemeinde um die Wende zum 19. Jh.P. Christian Heinrich Ramdohr (amt. 1782–1800) und Ludwig Georg Heinrich Evers (amt. 1800–1808) – charakterisierte P. Karl Fiesel (amt. 1887–1897) in seiner Chronik als rationalistische Prediger, die „die ‚Glückseligkeit‘ und äußere Wohlfahrt der Gemeinde fast mehr beachten als den sittlichen Zustand“.18 Mitte der 1920er Jahre vergrößerte sich das Aufgabengebiet des Ribbesbütteler Pfarrers: Das Landeskirchenamt pfarrte die KapG Rötgesbüttel nach Ribbesbüttel um, erhob sie 1925 zur Kirchengemeinde und verband beide Gemeinden pfarramtlich.19
Während der NS-Zeit hatte P. Friedrich Schulze (amt. 1933–1951, 1939–1945 im Kriegsdienst) das Pfarramt der beiden KG inne. Er gehörte seit 1933 zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft und veranstaltete 1933/35 mehrere Bekenntnisgottesdienste, wie er rückblickend in seinen Antworten zum „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ angab. Zusammenfassend schrieb er: „Im allegemeinden [sic] nahm die Gemeinde BK-Anliegen gut auf. Viele Ältere jedoch verstanden nicht recht, worum es ging“.20 Darüber hinaus sei „das Verhältnis zur Partei hier nie ganz zerfallen. Das lag vor allem daran, dass die führenden Leute in Partei einschl[ießlich] Ortsgruppenleiter, auch Ortsbauernführer kirchlich eingestellt waren und blieben. Das wurde erst während des Krieges durch Wechsel anders.“21 1935 gründete P. Schulze einen Posaunenchor22 und nach der Visitation 1941 urteilte der Sup. des KK Gifhorn: „Die Gemeinde kann im Kirchenkreis – vielleicht nur mit Wahrenholz vergleichbar – als die regste beurteilt werden.“23

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1876, vor 1973

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1876, vor 1973

Mit dem Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Zahl der Baptisten und Katholiken im Kirchspiel.24 Andachten und Gottesdienst feierte die kath. Gemeinde in der Kirche in Rötgesbüttel; in Ribbesbüttel wohnte ein bapt. Prediger. Neben den Gottesdiensten in seinen beiden Kirchen lud P. Schulze Ende der 1940er Jahre zu Bibelstunden in Winkel und Warmbüttel ein und feierte im Sommer Waldandachten in Winkel. Die KG Ribbesbüttel hoffte 1949, bald ein Jugendheim in Winkel errichten zu können, in dem sich auch die dortigen Gruppen und Kreise treffen könnten. Die Pläne kamen jedoch nicht zur Ausführung. Noch 1980 beklagte die Gemeinde den Mangel an Gemeinderäumen; 1987 konnte sie schließlich die alte Schule in Ribbesbüttel erwerben und zu einem Gemeindehaus ausbauen.25 Die KG unterhielt eine Partnerschaft mit der sächsischen Kirchgemeinde Hermannsdorf-Dörfel im Erzgebirge.
Seit den 1980er Jahren findet in den Gemeinden Ribbesbüttel und Rötgesbüttel „abwechselnd von Sonntag zu Sonntag Gottesdienst“ statt.26 Hinzu kam der monatliche Gottesdienst Spontan, ein eher an junge Menschen gerichteter, kirchenkreisweiter Gottesdienst, der anfangs in Gifhorn, dann in Leiferde und seit 1990 in Ribbesbüttel gefeiert wurde. Zu den Schwerpunkten der Gemeindearbeit zählten in den 1990er Jahren Glaubenskurse für Erwachsene (sogenannte Alpha Kurse) sowie die Kinder- und Jugendarbeit. Gerade zur Förderung letzterer gründete sich 1989 der „Verein Innere Mission in Ribbesbüttel-Rötgesbüttel e. V.“, der eine Diakonenstelle zunächst teilweise und später ganz finanzierte. In der langen Amtszeit von P. Elmar Below (amt. 1978–2006), Mitglied des Marburger Kreises, entwickelten die KG Ribbesbüttel und Rötgesbüttel ein missionarisches Profil, das auch in den Folgejahren prägend für das kirchliche Leben blieb.27

Umfang

Die Orte Ribbesbüttel, Warmbüttel und Winkel. 1924–25 auch Rötgesbüttel (vorher KG Meine, danach eigenständige KG).

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Meine der Diözese Halberstadt.28 – Nach der Reformation zur Insp. Gifhorn (1924: KK Gifhorn).

Patronat

Die Besitzer von Gut Ribbesbüttel: Die Familie von Ribbesbüttel (um 1218/20: advocatiam super ecclesiam)29, nach deren Aussterben in männlicher Linie (1567) seit 1569 die Familien Grote und von Mandelsloh, seit 1584 nur die Familie von Mandelsloh. Ab 1887 die Familie von Hodenberg, seit 1905 die Familie Löbbecke.

Kirchenbau

Rechteckbau mit nördlich eingezogenem Chorpolygon und nördlichem Sakristeianbau, errichtet 1595, erweitert nach 1736. Hohes Satteldach, über dem Ostchor abgewalmt; geschlämmtes Bruchsteinmauerwerk; Strebepfeiler an den Langhausseiten; stumpfbogige Sprossenfenster, kleines Spitzbogenfenster und kleines Rundbogenfenster in westlicher Giebelwand; Vorbau mit spitzbogigem Portal nach Süden; achteckige Sonnenuhr an Südseite. Im Innern ungewöhnliches hölzernes Kreuzrippengewölbe; Westempore. 1711 Stützpfeiler an Nordwand errichtet. 1712 Kirche ausgebessert (u. a. wohl Nordfenster vermauert). Nach 1736 Chor errichtet, Holzgewölbe wohl gleichzeitig. 1870/71 Renovierung (u. a. die nach 1734 an der Nordseite erbaute Patronatsprieche entfernt). 1961–63 Sanierung (u. a. Stützpfeiler von 1711 entfernt, Strebepfeiler neu errichtet, vermauerte Fenster geöffnet, Windfang und Sakristei erneuert, Empore heruntergesetzt, neues Gestühl).

Grablege

Unterhalb des Chors Gruft der Familie von Mandelsloh, bei Sanierung 1961–63 vermauert.

Fenster

Im Fenster über Patronatsgestühl Wappen der Familie Löbbecke mit Jahreszahlen 1313 und 1963.

Turm

Mächtiger, sechsseitiger Dachreiter mit offener Laterne, darüber sechsseitige Spitze mit sechs Spitzgauben, bekrönt mit Kugel, Wetterfahne und Kreuz; Uhrziffernblatt an der westlichen und östlichen Spitzgaube, Dachreiter erbaut 1870, vorher kleinerer Dachreiter, 1712 erneuert oder neu errichtet. 1650 Turmuhr repariert. 1891 neue Turmuhr.30 1998/2000 Turmbekrönung erneuert.

Vorgängerbau

Um 1218/20 Kirche belegt. 1568 als „sehr bawfellig“ beschrieben, 1595 durch Neubau ersetzt.31

Kirche, Blick zum Altar, nach 1968

Kirche, Blick zum Altar, nach 1968

Ausstattung

Schlichter, gemauerter Blockaltar mit Mensa aus Sandstein. – Altarretabel mit zwölf geschnitzten Apostelfiguren (Anfang 16. Jh.), zweireihig angeordnet in zwei Feldern, dazwischen ein Inschriftenfeld (1967/68, Restaurator Erich Brüggemann, Winsen/Luhe), Inschrift: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten“ (Lk 9,23–24), Predella (1938, Prof. Kurth, Braunschweig) mit geschnitztem Hostienteller und Kelch; die Apostelfiguren stammen aus den beiden Seitenflügeln eines vorref. Dreiflügelaltars, befanden sich etwa seit den 1870er Jahren in einem Lüneburger Museum, kamen um 1900 zurück nach Ribbesbüttel, erhielten 1904 einen neuen Schrein und wurden an der Nordwand angebracht; 1938 in neuen Altar einbezogen, gefertigt von Prof. Kurth (Braunschweig): Mittelfeld mit Kruzifix aus Altar von 1877 (nur Corpus) und Inschrift: „Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben darinnen wir sollen selig werden“ (Apg 4,12), links und rechts je sechs Apostelfiguren; dieser Altar 1967/68 zu heutigem Altar umgearbeitet.32 – Taufstein mit vierseitigem Fuß und halbkugelförmigem Becken (vielleicht Anfang 14. Jh.). – Hölzerner Renaissancekanzel (dat. 1615, Meister Cords Kumme), an den Wandungen des Kanzelkorbs Gemälde der Evangelisten, Inschrift: „Scheu nur keinen Ingesambt, Gott Schützt dich bey deinem Ambt“.33 – Achteckiges Medaillon mit Madonnenrelief (Ende 15. Jh., Alabaster) über Sakristeitür. – Opferkasten (1630). – Patronatsgestühl (1872). – Ein Grabstein mit Ritterfigur, ohne Inschrift (um 1550). – Mehrere Grabplatten: für Ilse von Rutenberg († 1555), mit betender, weiblicher Figur; für Henning von Mandelsloh († 1609), mit Ritterfigur; für Dorothea von Knehem († 1609), Frauengestalt mit Buch; für Otto Aschen von Mandelsloh († 1651); für Anna Elisabeth von Venediger († 1689) und außen für P. Johann Christoph Dieterich Schrader († 1830). – Außen: Bronzeepitaph für Catharina Magdalena Prallen († 1724). – Ehemalige Ausstattung: Anna selbdritt, Holzskulptur (Anfang 15. Jh.), heute im Landesmuseum Hannover. – Neugotisches Holzretabel, verziert mit Wimperg und Fialen (1877), im höheren Mittelfeld Kruzifix, in den Seitenfeldern Ähren und Weintrauben (Holzreliefs).34

Orgel, 1974

Orgel, 1974

Orgel

1662 Orgel erwähnt.35 1734 keine Orgel vorhanden. 1824 neue Orgel erworben und auf Empore in Apsis aufgestellt. 1876 Orgelneubau, ausgeführt von Carl Gottlieb Richter (Braunschweig), 6 I/–, mechanische Traktur, Schleifladen. 1917 ein Register ausgebaut und zu Rüstungszwecken abgegeben (Prinzipal 8’). 1948 Änderung der Disposition, ausgeführt von Friedrich Weißenborn (Braunschweig), 7 I/–, mechanische Traktur, Schleiflade. Orgelneubau 1973, ausgeführt von Klaus Becker (Kupfermühle), 7 I/P, mechanische Traktur, Schleiflade.

Geläut

Zwei LG, I: a’; II: c’’ (beide Bronze, Gj. 2009, Glockengießerei Bachert, Karlsruhe). – Früherer Bestand: 1734 zwei Glocken vorhanden (etwa 500 bzw. 200 Kilogramm schwer).36 Um- bzw. Neugüsse: Eine LG (Bronze, Gj. 1792), eine LG (Bronze, Gj. 1862), eine SG (Bronze, Gj. 1890); große LG und SG im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, kleinere LG im Zweiten Weltkrieg (nachdem sie „bei Beerdigung des alten Totengräbers 1938 gesprungen“ war37). Als Ersatz eine große LG angeschafft, a’, Inschrift: „Dem Vaterland zum Opfer gab man die Glocke her, töne du neue zu Gottes Ehr“, und eine SG, e’’ (beide Eisen, Gj. 1924, Firma Ulrich & Weule, Bockenem) sowie eine kleine LG, c’’ (Eisen, Gj. 1949, Firma Weule, Bockenem), Inschrift: „Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken“; alle drei Glocken 2009 abgenommen und vor der Kirche aufgestellt.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1979). – Gemeindehaus (Bj. 1909, alte Schule, 1987 erworben und umgebaut).

Friedhof

Alter kirchlicher Friedhof bei der Kirche (geschlossen). Neuer kirchlicher Friedhof Ecke Peiner Landstraße und Winkler Straße, angelegt 1870, FKap (Bj. 1968).

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 9469–9479 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 7007–7018 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1913–1917 (Visitationen); D 40 (EphA Gifhorn); L 5a Nr. 1712 (LSuptur. Calenberg-Hoya); S 09 rep Nr. 1980 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7037 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1119–1120; Gemeindebuch KK Gifhorn, S. 42; Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 279–287; Meyer, Pastoren II, S. 304–305; Piper, Orgeln, S. 26; Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S.181–182.
B: Lobet ihn mit Posaunen. 1935–1975. 40 Jahre Posaunenchor Ribbesbüttel-Rötgesbüttel, [1975]; Ribbesbüttel, ein Dorf schreibt 1000-jährige Geschichte. 1007–2007, hrsg. von der Gemeinde Ribbesbüttel, Groß Oesingen 2007, bes. S. 41–47; Karl Fiesel: Aus 18. Jahrhunderten. Geschichten und Bilder aus dem Papenteich, Gifhorn 1897, bes. S. 27 ff.; Georg Ritz: 375 Jahre Petri-Kirche in Ribbesbüttel, Gifhorn 1970 [1995 neu gedruckt unter dem Titel 400 Jahre St. Petri-Kirche in Ribbesbüttel].


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 71.
  2. MGH DD H II 126 (als Abschrift des 14. Jh. erhalten); zur Identifizierung vgl. Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S. 181; vgl. zudem Ribbesbüttel, S. 8 ff.
  3. Przybilla, Edelherren von Meinersen, S. 522 und 582 (Nr. 73 und 74), S. 588 (Nr. 14), 590 (Nr. 11 und 13); vgl. auch Ribbesbüttel, S. 15 ff.
  4. Flentje/Henrichvark, Lehnbücher, S. 59.
  5. Zur Gutsgeschichte: Ribbesbüttel, S. 34 ff.
  6. Zum Papenteich vgl. knapp: Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S. 172 ff.; zu den welfischen Landesteilung 1267/69 Pischke, Landesteilungen, S. 35 ff. Die Gf. von Wohldenberg besaßen Grafschaftsrechte im Papenteich, die sie 1338 an die Welfenherzöge verkauften und als Lehen zurück erhielten.
  7. Przybilla, Edelherren von Meinersen, S. 582 (Nr. 73).
  8. Lüneburger UB V, Isenhagen, Nr. 75 und 76.
  9. Rund, Ortsverzeichnis Lkr. Gifhorn, S. 181.
  10. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 484 und 492 ff.
  11. Salfeld, Pfründenregister, S. 98.
  12. Zit. bei Ritz, S. 7.
  13. Topographia und Eigentliche Beschreibung Der Vornembsten Stäte, Schlösser auch anderer Plätze und Örter in denen Hertzogthümer Braunschweig und Lüneburg, und denen dazu gehörende Grafschafften Herrschafften und Landen, 1654; Digitalisat des Stichs: http://diglib.hab.de/drucke/6-11-1-geogr-2f/start.htm?image=00373.
  14. Ritz, S. 7.
  15. Fiesel, S. 33 f.; Ritz, S. 13 f.
  16. Zit. bei Fiesel, S. 34.
  17. Fiesel, S. 60. Der Patron hatte sich geweigert, den Pfarrhausneubau zu finanzieren. Das neue Pfarrhaus brannte 1835 ab.
  18. Fiesel, S. 63.
  19. KABl. 1925, S. 24. Die erwähnte Umpfarrungsurkunde vom 26./30. Juli 1924 scheint nicht im Amtsblatt publiziert worden zu sein.
  20. LkAH, S 1 H III, Nr. 515, Bl. 18.
  21. LkAH, S 1 H III, Nr. 515, Bl. 18.
  22. Lobet ihn mit Posaunen, S. 23 ff.
  23. LkAH, L 5b, unverz., Spez. Ribbesbüttel, Visitation 1941.
  24. Zum Folgenden: LkAH, L 5b, unverz., Spez. Ribbesbüttel, Visitation 1949.
  25. LkAH, L 5h, unverz., Visitation Ribbesbüttel-Rötgesbüttel 1980.
  26. LkAH, L 5h, unverz., Visitation Ribbesbüttel-Rötgesbüttel 1986.
  27. Ribbesbüttel, S. 47.
  28. Strombeck, Archidiakonat-Eintheilung Halberstadt, S. 81.
  29. Przybilla, Edelherren von Meinersen, S. 582 (Nr. 73).
  30. Fiesel, S. 37.
  31. Zit. bei Ritz, S. 7.
  32. Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 282; Ritz, S. 5; Abb. des Altars von 1938 in: Gemeindebuch KK Gifhorn, S. 42.
  33. Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 281. Unter einer Leiste 1720 Zettel gefunden: „Zu wissen, daß dieser cathedra oder Predigt Stuel anno 1615 zwischen Herrn Fastnacht und heilige Ostern mit Unkosten deßen Edlen, gestrengen und Erenvesten Otten Aschen v. Mandelsloh, damals seßhaft zu Warnebüttel gebauwen und furfertigt wurden. Da alhier Einer, Johannes Brandes bürtig aus alten Eltze Pastor und göttliches Worts Diener gewest, Sunsten der Meister, deme fur die furfertigunge ohne die materia, so dazu gekommen, 10 rthl gegeben wurden, geheißen M. Cords Kumme. Gott wolle deme Junckherrn solliche ahngewante Unkosten zusamt auch andern, so mit fürbitte und befurderunge dazu gehulfen, ihn Ewigkeit belohnen, und folgens fromme und milde fautores [Gönner] derer lieben Kirchen und Ministerio [Pfarramt] gnädiglich bescheren. Amen.“, zit. bei Fiesel, S. 57 f., ähnlich bei Ritz, S. 13.
  34. Abb.: Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, Tafel 28.
  35. Zum Folgenden: Piper, Orgeln, S. 26 (dort für die Umgestaltung der Orgel durch Friedrich Weißenborn irrtümlich 1958 statt 1948); Kiecker/Lütgens, KD Kr. Gifhorn, S. 281, und Fiesel, S. 57.
  36. Fiesel, S. 57.
  37. LkAH, L 5b, unverz., Spez. Ribbesbüttel, Visitation 1949.