Sprengel Hannover, KK Burgdorf | Patrozinium: Pankratius1 | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Burgdorf, 1260/79 in einer Urkunde des Bf. Otto I. erstmals erwähnt, gehörte ursprünglich zum Hochstift Hildesheim und verfügte bereits 1403 über eine städtische oder stadtähnlich Verfassung. 1420/21 kam die Burg unter die Herrschaft der Hzg. von Braunschweig und Lüneburg, die sie zum Mittelpunkt eines Amtes machten.

Kirche, Ansicht von Südosten

Kirche, Ansicht von Südosten

Wohl mit der Gründung des Gemeinwesens im 13. Jh. entstand der erste, mutmaßlich romanische Kirchenbau. Die Pfarre erscheint 1295 in einer Anweisung des Offizials der Kurie in Hildesheim an den Pfarrer zu Borchtorpe, die geschärfte Exkommunikation des Hildesheimischen Rates durch die ihm untergebenen Pfarrer verkünden zu lassen.2 Die Pankratiuskirche hatte schon früh den Status einer Sendkirche. Die Größe des Ksp. (bis zu 26 Dörfer) gab Anlass zu der Vermutung, dass die Kirche zu Burgdorf ursprünglich sogar Archidiakonatskirche war.3
Als erster namentlich bekannter Geistlicher in Burgdorf tritt der Plebanus Johannes 1306 als Zeuge eines Rechtsgeschäfts des Bartholomäusstiftes in Hildesheim auf.4 Weiterhin sind urkundlich belegt: Henricus (plebanus, 1329); Helmold Molen (1464); Helmold Kolshorn (Kirchherr, 1465/92).
1330 verkauften Hugo, Johann, Ludolf, Dietrich und Rembert von Escherde der Kirche zu Burgdorf für neun Mark reinen Silbers einen Meierhof zu Sorgensen. In der Kirche sind zwei Vikarien nachgewiesen (Vikarie Corpus Christi und Vikarie von Kolshorn). Die erstere befand sich im Besitz von Hildesheimer Kanonikern und wurde durch Mietgeistliche versorgt. Die Kolshornsche Vikarie geht auf eine Schenkung der Witwe des Heinemann Radeken zurück, die der Kirche in Burgdorf und ihrem Kirchherrn Helmold Kolshorn einen Hof in Hülptingsen mit allem Zubehör überließ, mit der Bestimmung, jährlich eine Seelenmesse für sie und ihren Mann abzuhalten. 1512 wurde neben der Pfarre eine Kaplanei für die Versorgung des Frühmessenaltars Beatae Mariae virginis eingerichtet, mit Einkünften aus der Stiftung des Bürgers Cord Becker (Boiker) ausgestattet und dem Vikar Hannig Boikker verliehen.
Schon 1526 – demnach vor der Einführung der Reformation im Fsm. Lüneburg durch Ernst den Bekenner – soll der Burgdorfer Pfarrer Ludolf Müller († 1564) luth. gepredigt haben. Neben der Primariatpfarre bestand schon damals eine Kaplanei, die nach dem Lüneburgischen Pfründenregister von 1534 mit Mathias Stellmann besetzt war.5 Auf Betreiben des Hauptmanns und Pfründeninhabers des Hauses Burgdorf, Ludolf Klenke, der Bürgermeister und des Rats wurde sie 1538 mit neuen Einkünften ausgestattet und zugleich bestimmt, dass die Stelle nach Möglichkeit stets mit einem in Burgdorf geborenen Geistlichen besetzt werden soll.6
Zum Ksp. Burgdorf gehörten damals auch die Kirche in Obershagen sowie Kapellen in Otze, Depenau, Ramlingen und Dachtmissen. Bereits zerstört war die früher ebenfalls zugehörige Maria-Magdalenen-Kapelle in den Heistern bei Steinwedel. Ihr Vermögen wurde zugunsten des Landesherrn eingezogen. Die Kapelle in Dachtmissen wurde vielleicht schon in der Hildesheimer Stiftsfehde zerstört und zwischen 1534 und 1543 (Generalvisitation durch Martin Ondermark) aufgegeben.7
Von den nachref. Geistlichen ist neben Heinrich Johann Carstens8 (amt. 1759-1763) und Johann Heinrich Heinrichs9 (amt. 1810-1850), die sich beide mit theologischen und anderen Schriften hervortaten, insbesondere der Kirchenliederdichter Philipp Spitta zu nennen, der 1858/59 als P. und Sup. an der Pankratiuskirche wirkte.

Besuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer in der St. Pankratiuskirche, 1957

Besuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer in der St. Pankratiuskirche, 1957

Die meisten Geistlichen, die in der NS-Zeit an der Pankratiuskirche wirkten, waren Mitglied der BK, darunter die Sup. Adolf Cillien (bis 1937, später Leiter des Amts für Gemeindedienst in Hannover) und Georg Karl Wilhelm Böker (ab 1938). Während die 1934/37 in einem Gasthaussaal abgehaltenen DC-Versammlungen in Burgdorf wenig Interesse fanden, verzeichneten fünf BK-GD im gleichen Zeitraum eine starke Beteiligung.
Für die zwischenzeitlich stark vergrößerte Gemeinde wurden 1952 und 1968 weitere Pfarrstellen errichtet, die mit dem 1. Januar 1969 auf die von der Mutterkirche abgetrennten KG Ehlershausen und Burgdorf, Paulus übergingen.
Wegen der großen Ausdehnung des Ksp. und der Größe von fast 11.000 Gemeindegliedern gab es zur gleichen Zeit Überlegungen, den westlichen Teil der Stadt mit dem Ortsteil Heeßel, in dem sich eine rege Bautätigkeit entfaltete, auszugliedern und zu verselbständigen. Der Plan wurde letztlich verworfen.
Die KG betreibt zwei Kindergärten in der Fröbelstraße (1968) und die KiTa Nord-West im Iseweg (2009).
1982 bildete sich ein Förderverein zur Erneuerung und Erhaltung der St.-Pankratius-Kirche, 1997 ein Freundeskreis zur Förderung der Kirchenmusik. Die KG Burgdorf übernahm die Patenschaft für die St.-Marien-KG Borna/Sachsen, mit der nach wie vor eine Partnerschaft besteht. Hinzu trat ab 1985 im Rahmen des Austauschs zwischen dem KK Burgdorf und des KK Johannesburg-West der ELCSA eine Partnerschaft mit der luth. Gemeinde in Kagiso. Zum Reformationsjubiläum beteiligte sich die Kirchengemeinde 2017 an einem Kunstprojekt des KK Burgdorf und stellte einen der 15 überdimensionalen Luthernägel des Burgdorfer Künstlers Hilko Schomerus auf. Der Nagel trägt die Aufschrift „Ohne Luther wäre die Liebe käuflich“.

Pfarrstellen

I: Vorref. – II (Kaplanei): 1512/38. – III: 1. August 195210; 1. Januar 1969 auf die neu errichtete KG Ehlershausen übergegangen11 und mit dem gleichen Tag neu errichtet.12 – IV: 1. Januar 196813 (Pfarrvikarstelle seit 1. April 196114); 1. Januar 1969 auf die neu errichtete Paulus-KG (Burgdorf, Paulus) übergegangen.15

Umfang

Seit dem Mittelalter gehörten zum Ksp. die Ortschaften Ahrbeck, Heeßel, Beinhorn, Röddensen, Kolshorn, Schillerslage, Ramlingen, Weferlingsen, Hülptingsen, Sorgensen, Dachtmissen und Otze sowie Wettmar und Steinwedel. Die beiden letzteren wurden im 14. Jh. als eigene KG verselbständigt (Wettmar 1307, einschließlich Thönse und Engensen; Steinwedel mit Aligse und Immensen 1302.16 1329 soll die Abtrennung von Kirchhorst (mit Altwarmbüchen und Stelle) erfolgt sein. 1823 gehörten zur Parochie die Stadt Burgdorf, die Dörfer Ahrbeck, Beinhorn, Kolshorn, Dachtmissen (KapG), Heeßel, Hülptingsen, Otze (KapG), Ramlingen (KapG), Röddensen, Schillerslage, Sorgensen und Wefelingsen, das Forsthaus Burgdorferholz, die Mühlen Moormühle und Walkemühle, die einzelnen Häuser zur Lake und Neuehaus, die Wirtshäuser Oelzen Garten und Ricken Garten. Zum 1. Januar 1969 wurde für den südlichen Stadtteil die Paulus-KG neu gebildet und verselbständigt, zum 1. Januar 1969 die Martin-Luther-KG in Ehlershausen. Die Gemeindeglieder in den Ortsteilen Kolshorn und Röddensen der Stadt Lehrte wurden zum 1. Januar 1979 in die KG Steinwedel umgegliedert.17

Aufsichtsbezirk

Burgdorf war im 12. Jh. vielleicht Sitz eines Archidiakons, spätestens seit dem 14. Jh. aber dem Archidiakonat Sievershausen der Diözese Hildesheim untergeordnet. – 1575 wurde mit der ersten Pfarrstelle die Suptur. für die Ämter Burgdorf, Burgwedel, Ilten und Meinersen verbunden. Seit spätestens 1658 war mit der ersten Pfarrstelle in Burgdorf dauerhaft der Sitz der Suptur. verbunden. Sie umfasste 1699 die KG Berkum, Burgdorf, Burgwedel, Eddesse, Edemissen, Eickenrode, Eltze, Hänigsen, Haimar, Harber, Ilten, Isernhagen, (Kirch-)Horst, Lehrte, Meinersen, Obershagen, Päse, Rethmar, Sehnde, Sievershausen, Stederdorf, Steinwedel, Uetze, Wettmar und Wipshausen; nach Abtrennung der Insp. Sievershausen 1723/24 nur noch die KG Burgdorf, Burgwedel, Haimar, Harber, Ilten, Isernhagen, Kirchhorst, Lehrte, Obershagen, Rethmar, Sehnde, Steinwedel und Wettmar. Mir der Neubildung der Insp. Burgwedel zum 1. Mai 1869 schieden die KG Isernhagen, Kirchhorst, Wettmar und die zum Amt Burgwedel gehörigen Gemeinden aus. Dafür waren bereits zum 1. Oktober 1868 die KG Hänigsen und Uetze von Sievershausen zurück in die Insp. Burgdorf umgegliedert worden. 1901 kam die neu errichtete KG Immensen hinzu, nach Auflösung des KK Sievershausen 1965 die KG Sievershausen mit den KapG Arpke, Dollbergen, Oelerse, Röhrse und Schwüblingsen.18 Die KG Harber wurde zum 1. April 1977 in den KK Ölsburg umgegliedert.19

Patronat

Das Patronatsrecht über die erste Pfarrstelle ging wohl mit dem Neubau von 1433 auf den Landesherrn über (bis 1871). Die Hzg. von Braunschweig und Lüneburg sind 1445 als Inhaber belegt. Für die aus der Kaplanei hervorgegangene zweite Pfarrstelle übte früher der älteste Bürgermeister des Fleckens Burgdorf das Patronatsrecht aus, später der Magistrat der Stadt (bis 1976).20

Kirchenbau
Orgel, vermutlich 1980

Orgel, vermutlich 1980

Die Pankratiuskirche wurde im Laufe der Jh. mehrmals zerstört: 1420/21 in der Kleinen Stiftsfehde (1433 Wiederaufbau als gotische Hallenkirche aus Raseneisenstein21, später um einen freistehenden hölzernen Glockenturm ergänzt), im Juni 1519 in der Großen Stiftsfehde (Wiederaufbau vor 1559; 1559 Einbau einer herrschaftlichen Prieche durch den Amtshauptmann Ernst von Reden; massiver Turm 1591/1601) und zuletzt am 25. Juni 1809 durch einen Stadtbrand. Den Dreißigjährigen Krieg und eine frühere Brandkatastrophe vom September 1658 überstand sie dagegen weitgehend unbeschadet. Unter Sup. Gustav Molanus war 1688/89 zuletzt eine gründliche Renovierung (Barockisierung des Innenraums) vorgenommen worden.
Beim Brand von 1809 wurde die Kirche am 25. Juni 1809 bis auf einen Teil der Außenmauern und den massiven Turmstumpf zerstört. Auch die barocke Ausstattung wurde nahezu vollständig vernichtet. GD fanden bis 1815 in der Magdalenenkapelle auf dem Friedhof statt. 1811-16 entstand eine neoklassizistische Saalkirche nach Plänen des Ingenieurmajors J. G. Bergmann (eingeweiht am 1. Advent 1816). Erst 1850-52 wurde auf den alten Fundamenten auch wieder ein Turm angebaut (Entwurf von Friedrich August Ludwig Hellner) und 1859 mit einer neuen Spitze versehen.22 Der rechteckige Saal aus verputztem Naturstein- und Ziegelmauerwerk mit Eckquaderung ruht auf einem Sandsteinsockel und wird innen durch eine umlaufende Empore an der Nord-, Süd- und Westseite gegliedert. Kanzelaltar im Osten. Geputzte, über den Emporen flache, im Mittelschiff im Korbbogen geschlossene Tonnendecke. Ausmalung 1815 durch den Maler Thelwy aus Celle. 1900 grundlegende Renovierung und teilweise Umgestaltung im neobarocken Stil (Architekt: Wegener, Hannover), wobei v. a. der Altarbereich stark verändert wurde. Die Säulen des alten Altars wurden für einen Triumphbogen zwischen Schiff und Altarraum verwendet. Bei einer weiteren Renovierung (1983/84) wurden die Emporen an den Kanzelaltar herangeführt und hinter der Kanzelwand eine neue Sakristei geschaffen. Das nördliche Treppenhaus wurde mit den Erinnerungstafeln für die Kriege 1866 und 1870/71 zum Erinnerungsraum umgestaltet.

Turm

Quadratischer Westturm mit geschweifter Haube und achteckiger offener Laterne mit Spitzhelm. Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs am Turmuntergeschoss (um 1920).

Grablege

Vor dem Altar der 1809 zerstörten Kirche war u. a. Magdalene Gfn. von Bentheim-Steinfurt († 1586) beigesetzt worden, eine Tochter Ernst des Bekenners, die ihren Witwensitz auf den Burgdorfer Schloss hatte und dort ihre letzten Lebensjahre verbrachte.

Ausstattung

Klassizistischer Kanzelaltar. Bei der Wegenerschen Renovierung von 1900 wurde er umgebaut und erhielt ein Altarbild aus der Nazarenerschule (Abendmahl von Carl Wiederholt, 1900). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Altaraufbau unter Beibehaltung des Altarbildes wieder an die ursprünglich klassizistische Form angenähert.23 Früher (1840-1900) diente als Altarbild ein Abendmahlsgemälde von Johann Friedrich Brönnemann aus Otze (1838, nach einer Vorlage von Marten de Vos in der Celler Schlosskapelle). – Aus dem ersten Kirchenbau ist eine mittelalterliche Sandsteintaufe erhalten (erstes Drittel des 13. Jh., vermutlich Nachbildung einer Bronzetaufe). Die reliefierte Kuppa zeigt Szenen aus der Schöpfungsgeschichte und die Taufe Christi. Bis 1815 befand sich die Taufe in der Magdalenenkapelle auf dem Friedhof, dann in der St.-Pankratius-Kirche. 1861/63 wurde sie vom Welfenmuseum erworben (jetzt Landesmuseum Hannover). In der Kirche befindet sich seit 1984 ein Abguss. Abdeckung 1991 von Siegfried Zimmermann. – Barocke Christusfigur aus der alten Kirche vor 1809. – An der Südwand ein farbig gefasstes Sandsteinrelief mit Darstellung des heiligen Lazarus nach Lk 16,19-31 (18. Jh., ursprünglich am 1969 abgebrochenen ehemaligen Armenhaus angebracht). – Andachts- und Fürbittenleuchter von Hilko Schomerus (Burgdorf). – Barocker Grabstein des Bürgers und Töpfers Hinrich Fasser († 1703), vom Magdalenenfriedhof, 1984 aus konservatorischen Gründen in der Turmhalle der Kirche aufgestellt. – Skulptur eines überdimensionalen Nagels mit der Aufschrift „Ohne Luther wäre die Liebe käuflich“, aufgestellt am Kirchturm (Stahl, 2017, Hilko Schomerus, Burgdorf).

Orgel

Orgel

Orgel

1612 stellte der Orgelbauer Hans Casten (Braunschweig) in der Kirche eine Orgel auf. Nach der Brandzerstörung von 1809 erwarb die Gemeinde 1815 eine 160224 durch den Orgelbauer Hans Scherer den Älteren erbaute Orgel der säkularisierten St.-Georgi-Kirche in Hildesheim. 1900/01 Umbau (pneumatisches Werk) und Änderung der Disposition im romantischen Stil. Vor 1938 Erneuerung des Werks hinter dem historischen Prospekt durch P. Furtwängler & Hammer (Hannover), II/P, pneumatische Traktur, Kegelladen. 1965/66 Neubau des Werks hinter dem historische Scherer-Prospekt durch Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), 31 III/P (HW, BW, RP), mechanische Traktur, Schleifladen. Disponierung von Alfred Hoppe. Orgelweihe am 28. August 1966. 1993 Reparatur und Änderung der Disposition im Pedal durch Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen).

Geläut

Vier LG, I: a° (Liebe, Bronze, Gj. 2009, Firma Bachert, Karlsruhe); II: d’ (Glaube, Bronze, Gj. 2009, Firma Bachert, Karlsruhe); III: e’ (Bronze, Gj. 1815, Heinrich Ludwig Damm, Hildesheim); IV: fis’ (Hoffnung, Bronze, Gj. 2009, Firma Bachert, Karlsruhe). – Zwei SG , I: c’’ (Bronze, Gj. 1852, Siegmund Andreas Lange, Hildesheim); II: a’’ (Bronze, um 1500). – Früherer Bestand: 1702 Neuguss einer LG durch den Stückgießer H. Kahlen (Celle); 1735 Umguss einer geborstenen LG durch Thomas Rideweg (Hannover). Beim Brand der Kirche 1809 wurden die Glocken zerstört. 1811 erwarb die Gemeinde eine gebrauchte Glocke von einem Hildesheimer Metallhändler. 1896 folgte die Beschaffung von zwei neuen Glocken von der Glockengießerei J. J. Radler & Söhne in Hildesheim. Glockenabgabe im Ersten Weltkrieg. Als Ersatz 1922 (große Glocke [I] in h° (Friedensglocke, Stahl, Bochumer Verein); für die im Zweiten Weltkrieg abgelieferten LG 1946 zwei Eisenhartgussglocken der Firma Weule, Bockenem (f’ und g’). Die drei Stahl-/Eisenglocken wurden 2009 durch ein neues Geläut ersetzt (Glockenweihe am 6. September 2009). Von den Eisenglocken aus dem Jahr 1946 wurde eine vor dem KiGa Fröbelweg, eine bei den Kriegsgräbern auf dem kirchlichen Friedhof aufgestellt, die Friedensglocke von 1922 hinter der Kirche.

Weitere kirchliche Gebäude

Für die Gemeindearbeit war bereits 1931 in der Gartenstraße ein monumentaler Klinkerbau mit großem Saal (figürliche Darstellungen in den Fenstern) errichtet. Das zugehörige Mitarbeiterhaus wurde 1984 für diakonische Zwecke (Suchtberatung des KK, Haus- und Familienpflege, Gemeindeschwester) umgebaut. 1981 wurde die ehemalig Schule und Kantorei am Spittaplatz (Bj. 1810/11) als zum Gemeindesaal (Spittasaal) hergerichtet. 2007 wurde in der Lippoldstraße ein eigenes Gemeindehaus für den westlichen Teil der Stadt eingeweiht (Architekt: Elling).

Friedhof

Der zur Kirche gehörige Friedhof wurde in der Amtszeit des P. Johannes Müller (amt. 1564-1595) vor dem hannoverschen Tor angelegt. Er ersetzte den Kirchhof um die Kirche, auf dem aber bis 1801 weiterhin Beisetzungen stattfanden. Die Magdalenenkapelle auf dem neuen Friedhof war eine Stiftung der Gfn. Magdalene von Bentheim-Steinfurt (1815 abgebrochen).25 Nach ihr wurde auch der gesamte Friedhof als Magdalenenfriedhof bezeichnet. Unter Sup. Hermann August Wilhelm Heinrich Stölting wurde 1869/70 eine neue FKap gebaut. Ehemalige Friedhofsanlage und Kapelle werden jetzt von der Kommune unterhalten. Da der alte Begräbnisplatz wegen der Bahnlinie nicht mehr erweitert werden konnte, legte die KG 1909 an der Uetzer Straße einen neuen Friedhof mit FKap an (Kapelle 2005 saniert). – Kommunaler Stadtfriedhof 1970 (FKap 1985).

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 1584-1695 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 1307-1331 (Pfarrbestallungsakten); A 8 (CB); A 9 Nr. 357-358 (Visitationen); D 52 (EphA Burgdorf).

Literatur

A: Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 143 f.; Mahr, Orgelbauer Müller, S. 223-227; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 367 f.; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 18-25.
B: [Heiko Frerichs]: St. Pankratiusgemeinde Burgdorf. Chronik 1984-98, o. O. o. J.; Hermann Meyer: Die Kirche zu Burgdorf und die Gründung der Sekundariatpfarre daselbst, in: Hannoversche Geschichtsblätter 1901, S. 126-133; Reinhard Scheelje und Heinz Neumann: Geschichte der Stadt Burgdorf und ihrer Ortsteile von den Anfängen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, [Burgdorf 1992]; Anton Scholand: Beiträge zur Geschichte der Stadt und des vormaligen Amtes Burgdorf, Burgdorf-Lehrte 1933/34; Johannes Sommer: Die klassizistische Ausstattung der Burgdorfer Kirche, in: Jahrbuch für den Kreis Burgdorf 4 (1958), S. 70-72.


Fußnoten

  1. Erwähnt im 15. Jahrhundert; möglicherweise erst im Zuge des Neubaus nach 1433 verliehen. Vgl. Scheelje/Neumann, S. 86.
  2. UB HS Hildesheim III, Nr. 1045.
  3. Scholand, S. 30.
  4. UB S Hildesheim I, Nr. 591.
  5. Salfeld, Pfründenregister, S. 85.
  6. Meyer, S. 131.
  7. Meyer, S. 127.
  8. Rotermund, Das gelehrte Hannover I, S. 353-355.
  9. Rotermund, Das gelehrte Hannover II, S. 305 f.
  10. KABl. 1952, S. 102.
  11. KABl. 1969, S. 5 f.
  12. KABl. 1969, S. 13.
  13. KABl. 1968, S. 12.
  14. KABl. 1961, S. 64.
  15. KABl. 1969, S. 5.
  16. Meyer, S. 127.
  17. KABl. 1979, S. 6.
  18. KABl. 1965, S. 258.
  19. KABl. 1977, S. 61.
  20. Scheelje/Neumann, S. 89.
  21. Kleeberg, Raseneisenstein, S. 290.
  22. Müller, Kirchenbauten, S. 149.
  23. Sommer, S. 70-72.
  24. Jahresangabe nach Mahr, Orgelbauer Müller, S. 224.
  25. Scheelje/Neumann, S. 245.