Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Peine | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Eltze wird 1226 im Lehnsregister des Luthard von Meinersen erstmals erwähnt. Die Grundherrschaft teilten sich im Mittelalter fünf adelige Familien und die Hzg. von Braunschweig und Lüneburg, die auch die Landesherrschaft ausübten (Amt Meinersen). An der Kirche zu Eltze, deren Alter unbestimmt ist, wird 1311 erstmals ein Priester erwähnt (Röttger/Rotgerus, Pfarrer zu Ellesse). Weitere namentlich bekannte vorref. Geistliche waren Hermann von Elze (1369) und Ludolph (1415). Ernst der Bekenner führte 1527 im Fsm. Lüneburg das luth. Bekenntnis ein. 1534 wird Eltze im Lüneburgischen Pfründenregister genannt (P. Ludeleff Groneman; sein Sohn amtierte als Küster).1 Bei der Generalvisitation von 1576 findet sich ein erster Hinweis auf das Bestehen einer Küsterschule.
Das barocke KGb wurde 1748/49 nach dem Abbruch des baufälligen Vorgängerbaus durch J. M. Schilling und den Zimmermeister J. E. Lutz (Hannover) neu errichtet (Einweihung 10. Februar 1749). 1770 gab es erste Versuche, die Gemeinde mit dem mit Meinersen verbundenen Eickenrode zusammenzulegen. 1776 wurde Eickenrode eigenständige KG und 1805 mit Eltze verbunden.2
Zur KG Eltze gehört von alters her auch der Außenort Ohof (seit 1974 Ortsteil von Meinersen). Dort setzte sich P. Christian Drömann 1912/13 für die Bildung einer eigenen KapG ein. Begründet war sein Antrag einerseits durch die Anlage eines eigenen kirchlichen Friedhofs und einer Schulstelle in Ohof (1895), andererseits in der missionarischen Tätigkeit der Vandsburger Diakonissen, die dort 1906 eine Niederlassung gegründet hatten (ab 1925 Ohofer Gemeinschaftsverband). Das Vorhaben wurde jedoch vom Konsistorium in Hannover abgelehnt.3

Umfang

Die Dörfer Eltze (mit der Eltzermühle und dem Kreuzkrug) und Ohof.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Sievershausen der Diözese Hildesheim.4 – 1575 zur Insp. Burgdorf, 1723 Insp. (1924: KK) Sievershausen. 1. Oktober 1965 mit der Auflösung des KK Sievershausen in den KK Peine eingegliedert.5

Patronat

Der Landesherr. Seit der pfarramtliche Verbindung mit Eickenrode (1805) erfolgte die Präsentation einmal unter drei Besetzungsfällen durch die Gf. von Oberg als Besitzer des Gutes Duttenstedt. Mit dessen Verkauf an den Fiskus (1846) ist das Patronatsrecht erloschen.6 Seit 1887 erfolgte die Besetzung nach dem Pfarrerwahlgesetz.

Kirchenbau

Einschiffiger Bruchsteinbau (1748/49). Innen durch eine muldenförmige Schaldecke geschlossen und durch eine u-förmige Empore gegliedert. 1914 Anbau für Sakristei und Orgel im Osten. 1959 und 1982/83 renoviert.

Fenster

Beiderseits des Altars zwei Buntglasfenster (Kreuzigung und Auferstehung) von A. Mühlenbein, Hannover (1934 bzw. 1958).

Turm

Wuchtiger Dachreiter mit Pyramidendach über dem Westgiebel (1978 erneuert).

Ausstattung

Barocke Kanzelaltarwand (1748/49). – Schlichte, achteckige, kelchförmige Taufe (1982).

Orgel

Vor 1856 hatte die Kirche keine Orgel. 1856/57 kaufte die Gemeinde die wohl 1589 erbaute frühere Orgel von Sievershausen, die 1819 zunächst nach Altencelle veräußert worden war.7 1857 wurde sie durch Georg Breust (Goslar) umgestaltet und in Eltze aufgestellt; 9 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1914 Neubau durch P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 18 (davon eine Transmission) II/P, pneumatische Traktur, Taschenladen. 1939 Reparatur und Einbau eines elektrischen Gebläses. 1995 Restaurierung durch F. Schmidt.

Geläut

Zwei LG, I: ais’ (Bronze, Gj. 1949, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg) ; II: cis’’ (Bronze, Gj. 1687, Johann Philipp Köhler, Celle). – Eine SG (außen am Turmhelm): fis’’ (Bronze, Gj. 1764). – Früherer Bestand: Die heute noch vorhandene Glocke II stammte ursprünglich aus dem Jahr 1575 und wurde 1697 umgegossen. Eine zweite Glocke wurde 1819 von J. H. Wicke (Braunschweig) aus einer im Sommer 1817 geborstenen Glocken umgegossen8 und im Ersten Weltkrieg abgeliefert. 1920 Neuguss bei Firma J. J. Radler & Söhne in Hildesheim; im Zweiten Weltkrieg ebenfalls abgeliefert.

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeindezentrum (Haus der Kirche, 1965/66).

Friedhof

Außerhalb der Ortslage an der Straße nach Ohof, in Trägerschaft der KG, 2005 geschlossen. – Friedhof in Ohof (angelegt 18959, jetzt Eigentum der Kommune, in Trägerschaft der Samtgemeinde Meinersen).

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 3100-3110 (Pfarroffizialsachen); A 5 (Nr. 813 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 2212-2221 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 627-629 (Visitationen); D 14 (EphA Sievershausen).

Literatur

A: Jürgens u. a., KD Kr. Peine, S. 43-45; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 373; Pape, Orgeln Kr. Peine, S. 13 f.; Pape, Schaper, S. 452 f.


Fußnoten

  1. Salfeld, Pfründenregister, S. 95.
  2. LkAH, D 14 Spec. Eltze A 100.
  3. LkAH, D 14 Spec. Eltze A 102.
  4. Hennecke, Archidiakonatsregister, S. 171.
  5. KABl. 1965, S. 258.
  6. LkAH, D 14 Spec. Eltze A 101 (Promemoria des P. C. Walbaum, 10. Dezember 1861).
  7. Palandt, Organographia Cellensis, S. 19 f.; LkAH, D 14 Spec. Eltze A 5131.
  8. LkAH, D 14 Spec. Eltze A 51301.
  9. LkAH, D 14 Spec. Eltze A 102.