Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Peine | Patrozinium: Nikolaus | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Haufensiedlung, 1356 erstmals urkundlich erwähnt1, später unter der Landesherrschaft der Hzg. von Braunschweig und Lüneburg (Fsm. Lüneburg). Wann die Kirche gestiftet wurde, ist unbekannt; das Nikolaus-Patrozinium deutet auf eine mittelalterliche Gründung hin, doch wird das Ksp. erst 1534 im Lüneburgischen Pfründenregister genannt. P. war damals Her Laurentz.2 Eickenrode war nur kurzzeitig Pfarrsitz. 1630 wurde es mit dem braunschweigischen Duttenstedt verbunden, das unter gleichem Patronat stand (Herren von Oberg auf Duttenstedt). Wegen der nachlässigen pfarramtliche Versorgung, besonders in GD und Katechismuslehre, gab es schon 1697 erste Trennungsbestrebungen.3 1770 forderten die Einwohner von Eickenrode zur Verbesserung der Situation die Zusammenlegung mit der KG Eltze. 1772 wurde P. Liepe in Eltze zum Spezialvikar für Eickenrode ernannt. 1776 wurde die Gemeinde verselbständigt, wegen der geringen Dotierung aber schon Michaelis 1805 als mater combinata mit Eltze verbunden.4 Das ehemalige Pfarrhaus, 1805 dem Schullehrer als Wohnung überwiesen, wird 1858 noch erwähnt.5
Am 1. November 2007 wurde die Urban-KG Dedenhausen in den Pfarrverband von Eltze und Eickenrode einbezogen.6

Umfang

Eickenrode mit dem Landgut (Vorwerk) Tadensen. Durch Konsistorialreskript vom 9. Juli 1850 wurde das Vorwerk Tadensen von der Schule zu Eickenrode getrennt und mit Wipshausen verbunden.7 Kirchlich blieb es grundsätzlich bei Eickenrode, allerdings hatten seine Bewohner dort keine Kirchenstände und hielten sich auch bei den GD nach Wipshausen.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Sievershausen der Diözese Hildesheim. – 1575 zur Insp. Burgdorf, ab 1723 Insp. (1924: KK) Sievershausen. 1. Oktober 1965 mit der Auflösung des KK Sievershausen in den KK Peine umgegliedert.8

Patronat

Kam wohl als welfisches Lehen an die Edelherren von Meinersen, die es vor 1342 als Afterlehen an die von Oberg (1803 Gf. von Oberg) vergaben.9 Um 1387 waren die Herren von Oberg direkt von den Hzg. von Braunschweig-Lüneburg belehnt. Das Patronatsrecht war als dingliches Patronat an den Besitz des Ritterguts Duttenstedt gekoppelt. Die Familie von Oberg starb 1861 im Mannesstamm aus. Das Konsistorium stellte 1898 fest, dass bereits mit dem Verkauf des Guts Duttenstedt an den Fiskus (1846) das Patronatsrecht erloschen sei und die Besetzung künftig nach dem Pfarrerwahlgesetz zu erfolgen habe.10

Kirchenbau

Einschiffige, vierachsige Saalkirche aus Bruchstein, der westliche Teil mittelalterlich, der Ostteil wohl aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. Eine Wappenscheibe der Patronatsfamilie von Oberg ist auf 1664 datiert; der Glockenstuhl auf 1670. Nach dem Baubefund wurde wohl eine ursprünglich kleinere Kirche damals auf etwa das doppelte Maß vergrößert. 1840 wurde die Fassadengestaltung nach Plänen von Friedrich August Ludwig Hellner verändert (Vergrößerung von Fenstern und Türen; Aufsetzen des jetzigen Dachreiters). 1962/63 Innenrenovierung, u. a. Abbau der Orgelempore hinter dem Altar und Neuaufbau der Orgel auf der Westempore.

Fenster

Buntglasfenster hinter dem Altar, 1984 von einem Gemeindeglied gestaltet.

Ausstattung

Früher Altarwand mit Mensa und Kanzel (um 1840). Die heutige Innenausstattung (Altar und Kanzel) aus der Zeit der Renovierung von 1962/63.

Orgel

1886 Neubau auf der Emporenbrüstung über dem Altar durch P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 6 I/–, mechanische Traktur, Kegelladen. 1963 Versetzung auf die Westempore, Überholung und Umdisponierung durch Firma Schmidt & Thiemann (Hannover). 1982 durch Firma Schmidt & Mappes (Langenhagen) erneut renoviert.

Geläut

Eine LG in c’’ (Bronze, Gj. 1507, Harmen Koster, Hildesheim).

Friedhof

Am westlichen Ortsrand (Alter Postweg). In Trägerschaft der KG.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 3111–3113 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 813 (Spec. Landeskons.); D 14 (EphA Sievershausen).

Literatur

A: Kirchen KK Peine; Jürgens u. a., KD Kr. Peine, S. 39–41; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 373; Pape, Orgeln Kr. Peine, S. 11 f. und N1.


Fußnoten

  1. UB HS Hildesheim V, Nr. 675.
  2. Salfeld, Pfründenregister, S. 95.
  3. LkAH, D 14 Spec. Eickenrode, A 100.
  4. LkAH, D 14 Spec. Eltze A 100 (Rezess vom 21.11.1805).
  5. Manecke, Beschreibungen II, S. 277.
  6. KABl. 2007, S. 226.
  7. LkAH, D 14 Spec. Eltze A 101 (P. Walbaum an die Kirchenkommission von Eltze und Eickenrode, 10. Dezember 1861).
  8. KABl. 1965, S. 258.
  9. Przybilla, Edelherren von Meinersen, S. 482.
  10. LkAH, D 14 Spec. Eickenrode A 101 (Kons. Hannover an Sup. Sievershausen, 16.08.1898).