Frühere Gemeinde | KapG der KG Wettmar | Sprengel Hannover, KK Burgwedel-Langenhagen | KO: Lüneburger KO von 1643

Karte wird geladen, bitte warten...
Orts- und Kirchengeschichte

Als Engese 1278 anlässlich der Übertragung des Zehnten an das Kloster Wienhausen durch Bf. Otto von Hildesheim erstmals erwähnt. Engensen gehörte zur ehemaligen Freimark Wettmar und kam nach der Inbesitznahme durch die Lüneburger Hzg. um 1400 zur (Amts-)Vogtei Burgwedel. Bedeutung erlangte es ab etwa 1680 als Sitz eines Posthofs an der Poststraße Hannover-Celle, geriet aber mit dem Bau der Neuen Chaussee Ende des 18. Jh. wieder ins Abseits. – Seit 1974 Stadtteil von Burgwedel.
1307 wurde das Ksp. Wettmar mit Engensen gegen die Zahlung von 50 Pfund hildesheimischer Münze von der Pankratiuskirche in Burgdorf getrennt. Wann die Kapelle errichtet wurde, ist unbekannt. Sie bestand jedenfalls schon in vorref. Zeit und wurde nach dem Landsteuerverzeichnis von 1534 durch den Wettmarer P. Gerd Polde versorgt. Während der Visitationsbericht von 1668 noch zwei jährliche Predigt-GD vermerkt, heißt es im Erbregister von 1669, es werde darinnen auch nicht geprediget.1 Über eigene Einkünfte verfügte die KapG zu diesem Zeitpunkt nicht. Ab 1868/70 wurde das KapGb zu schulischen Zwecken genutzt und dazu an der Westseite eine Lehrerwohnung und an der Südseite ein Schulsaal (Entwurf: Conrad Wilhelm Hase) angebaut. Letzterer wird heute als Gemeindebüro genutzt. GD fanden nicht mehr statt. Ein Abriss wurde 1911 durch das Konsistorium unter Hinweis auf den historischen Wert des Gebäudes verhindert. 1912/13 wurde der schulisch genutzte Bereich um einen Erweiterungsbau südlich der Kapelle ergänzt. Nach dem Ersten Weltkrieg diente die Kapelle als Abstellkammer. Von 1957 bis 1961 wurde der ursprüngliche Zustand weitgehend wiederhergestellt. Seither finden in der Kapelle wieder Trauungen u. ä. stat. Da die KapG zu diesem Zeitpunkt nur noch formal existierte und seit längeren Jahren kein KapV mehr gebildet worden war2, wurde sie mit dem 1. Januar 1992 aufgehoben, Rechtsnachfolgerin wurde die KG Wettmar.3

Kapelle

Kleiner, spätmittelalterlicher Saalbau aus Raseneisen- und Feldsteinen sowie eingestreuten Feldbrandziegeln4, mit dreiseitigem Chorschluss, errichtet im Übergangsstil von der späten Romanik zur Gotik, vielleicht schon um 1278 oder im frühen 14. Jh., eventuell im Zusammenhang mit der Lösung von der Burgdorfer Muttergemeinde 1307. Der Innenraum wird von einer Balkendecke geschlossen.

Turm

Auf dem Dach ein vierseitiger offener Dachreiter; verschieferter Helm mit nördlichem und südlichem Seitengiebel. 1985 erneuert.

Geläut

Eine LG in c’’’ (Bronze, Gj. 1957).5 – Früherer Bestand: 1868 Neuguss einer Glocke in Linden.

Friedhof

1935 im Osten des Dorf (Waldstraße) neu angelegt. In Trägerschaft der Stadt Burgwedel. FKap (1972).

Landeskirchliches Archiv Hannover

D 33 (EphA Burgwedel).

Literatur

A: Aust/Benne u. a., Kirchen, Klöster, Kapellen, S. 214 f.; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 448; Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 180 f.; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 374; Sommer, Kapellen Burgdorf, S. 52-55; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 33-34.
B: 700 Jahre Kirchspiel St. Marcus: Wettmar, Engensen, Thönse, [Burgwedel] 2007; Ch. Heppner: Burgwedel. Die Geschichte der sieben Dörfer, Burgwedel 1999.


Fußnoten

  1. Bardehle, Erbregister Burgwedel, S. 251.
  2. LkAH, B 2 G 1/Engensen, Bl. 3 (KV-Beschluss des KV Wettmar, 04.06.1992).
  3. KABl. 1993, S. 13.
  4. Kleeberg, Raseneisenstein, S. 292.
  5. LkAH, L 5d, unverz., Wettmar, Visitation 1985.