Sprengel Hannover, KK Burgwedel-Langenhagen | Patrozinium: Christophorus (seit 1989) | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Altwarmbüchen entstand als Reihensiedlung (Rodungsdorf) am Rand des Altwarmbüchener Moors und wird um 1200 als Werenboke erstmals genannt. Grundherrschaft und Niedergerichtsbarkeit für Altwarmbüchen, Stelle und den Basselthof besaßen 1349/52 die von Alten als Lehnsleute der Hzg. von Braunschweig und Lüneburg. Das Dorf umfasste 1858 insgesamt 15 pflichtige Hausstellen, Kapelle und Schulhaus.1 Kirchlich gehörte es ursprünglich nach Kirchhorst, das sich 1329 gegen die Zahlung von zwei Mark reinen Silbers gemeinsam mit Stelle von der Pankratius-KG in Burgdorf gelöst hatte. Nur wenig später dürften die Altwarmbüchener Hofbesitzer eine eigene Kapelle errichtet haben (spätgotischer Bau aus geschlämmtem Raseneisenstein und Bruchsteinen). Sie wurde wohl mit Einführung der Reformation aufgegeben und verfiel. 1664 baten die Einwohner von Altwarmbüchen, von einer Instandsetzung verschont zu werden. Der Bau wurde dennoch notdürftig ausgebessert und für die sonntägliche Kinderlehre genutzt.2 Predigt-GD fanden dort nicht statt. Die Kapelle verfügte auch über keine eigenen Einkünfte, „dahero sich der P. zur Horst sich deren nichts zu erfreyen, maßen er und seine Vorfahren deshalber sehr geklaget“.3 1803 wurde das KapGb bei einer Versteigerung (ohne die Glocke) verkauft und später als Gerichtsgebäude, Wohnhaus sowie Sitzungssaal des Gemeinderats genutzt (1986 restauriert).

Orgel, vermutlich 1977

Orgel, vermutlich 1977

Erst infolge der steigenden Einwohnerzahl nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Altwarmbüchen eine eigene Pfarrstelle. Zum 1. Januar 1965 wurde in der Muttergemeinde Kirchhorst eine Pfarrvikarstelle eingerichtet und mit Heiderose Gathmann dort eine der ersten Pn. in der hannoverschen Landeskirche eingeführt. Am 1. Januar 1969 wurde die KG verselbständigt4 und, nachdem sie bald darauf auf über 4.200 Glieder angewachsen war, 1975 mit einer zweiten Pfarrstelle ausgestattet. Zum 20jährigen Jubiläum erhielt sie den Namen „Christophorus-Kirchengemeinde“. Die Namensgebung nahm einerseits Bezug auf Christophorus-Darstellungen in Kirchhorst und im benachbarten Isernhagen, andererseits auf den heiligen Christophorus als Schutzpatron der Reisenden und die Lage von Altwarmbüchen an mehreren wichtigen modernen Fernverkehrswegen. Noch vor der Verselbständigung der KG wurde 1964 ein Gemeindehaus mit Pfarrerwohnung und Raum für den Konfirmandenunterricht fertiggestellt (Architekt: Wilfried Ziegemeier, Isernhagen-Süd) und 1971 mit Kirchensaal, Seminarraum, Altenbegegnungsstätte und Pfarrhaus zum Gemeindezentrum erweitert (Einweihung 19. September 1971). Der bisherige Kirchenraum wurde Konfirmanden- und Veranstaltungssaal.

Pfarrstellen

I: 1. Januar 1969, 1. September 2007 aufgehoben.5 – II: 1. Januar 19756, seit 1. September 2007 einzige Pfarrstelle.

Umfang

Nur der Ortsteil Altwarmbüchen der politischen Gemeinde Isernhagen (ohne Basselthof).

Aufsichtsbezirk

Bei Gründung als KG zum KK Burgwedel (seit 1. Januar 2001 KK Burgwedel-Langenhagen).

Kirchenbau

Flachgedeckter, hallenartiger Mehrzweckraum mit Außenmauerwerk aus Hartbrandziegelsteinen (1971).

Turm

Freistehender Glockenturm aus parallel verklinkerten Betonwänden und verglaster Glockenstube (1983).

Ausstattung

Altar und Lesepult aus Eiche (2011) von Bildhauer Wladimir Rudolph. – Taufbecken mit biblischen Motiven (1996) von Hilko Schomerus. – Romanisches Triumphkreuz aus Eichenholz (Anfang 13. Jh., Geschenk der Muttergemeinde Kirchhorst). – Fürbittenleuchter (2006) von Andreas Kasparek.

Orgel

1969/72 Neubau eines Positivs durch Firma H. Hillebrand (Altwarmbüchen), 4 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1991 Neubau durch Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 14 (15) II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Drei LG, I: a’; II: c’’; III: d’’ (alle Bronze, Gj. 1981, Gebrüder Rincker, Sinn; Glockenweihe Pfingsten 1983 nach Fertigstellung des Glockenturms).

Weitere kirchliche Gebäude

Ein 1969 an der Bothfelder Straße errichteter KiGa wurde 1990 wegen erhöhter Dioxinwerte geschlossen und durch den Neubau der Kindertagesstätte „Die Arche“ am Möwenkamp (Architekt: Hubertus Pfitzner) ersetzt. Das 1971 errichtete Pfarrhaus I diente von 2008 bis 2014 als Kinderkrippe (Außenstelle des KiGa). Pfarrhaus II (Bj. 1992).

Friedhof

Alter Friedhof (Mühlenberg), 1936 von der damaligen Realgemeinde an die politische Gemeinde übertragen. Neuer Friedhof (Rasenfriedhof) am östlichen Ortsrand/Hannoversche Straße, 1975 eröffnet; beide Eigentum der politischen Gemeinde Isernhagen.

Literatur

A: Aust/Benne u. a., Kirchen, Klöster, Kapellen, S. 215; Sommer, Kapellen Burgdorf; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 7 f.
B: Volker von der Heidt, Rüdiger Röhricht und Heide Stolt (Hg.): „Einblicke“: 20 Jahre Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Altwarmbüchen, [Altwarmbüchen 1989]; Claudia Kempf-Oldenburg und Jes Tüxen: Isernhagen-Chronik Bd. 1, [Isernhagen-Altwarmbüchen 1990].


Fußnoten

  1. Manecke, Beschreibungen II, S. 297.
  2. Sommer, S. 52.
  3. Bardehle, Erbregister Burgwedel, S. 462.
  4. KABl. 1969, S. 6.
  5. KABl. 2007, S. 250.
  6. KABl. 1975, S. 2.