Sprengel Hannover, KK Burgdorf | Patrozinium: Heiligkreuz | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Der Ort wird schriftlich erstmals 1147 in einer Urkunde erwähnt, in der Bf. Bernhard von Hildesheim die Besitztümer und Rechte des Hildesheimer Bartholomäusstiftes auf der Sülte bestätigte: Das Stift besaß auch einen Hof in Senethe.1 Sehnde gehörte im 13. Jh. zur Großen Grafschaft (später das Große Freie), die als Lehen der Bf. von Hildesheim im Besitz der Grafen von Roden war, welche sie Mitte des 13. Jh. an die Welfen verkauften. In der Folgezeit kam es wiederholt zu Konflikten zwischen den Hildesheimer Bf. und den welfischen Hzg. Letztere erkannten schließlich die bischöfliche Lehnshoheit an, es war ihnen jedoch auch gelungen, ihre eigene Position zu stärken. 1512 fiel das Große Freie an das welfische Teilfsm. Lüneburg. Mit dem Ende der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) schwand der hildesheimische Einfluss völlig und die Welfenhzg. konnten ihre Landesherrschaft über die Dörfer des Großen Freien langfristig festigen. Seit 1667 wird das Große Freie als Amtsvogtei Ilten des Fsm. Lüneburg bezeichnet.2 Während des Dreißigjährigen Krieges plünderten kaiserliche Truppen das Dorf uns steckten es an. Von 1810 bis 1813 war Sehnde Teil des Kantons Ilten im Distrikt Hannover des Departements Aller im Kgr. Westphalen. Danach gehörte der Ort wieder zur Amtsvogtei (1852: Amt) Ilten, nun im Kgr. Hannover. 1859 ging das Amt Ilten im Amt Burgdorf auf und mit der Annexion Hannovers 1866 wurde Sehnde preußisch. Der Ort kam 1885 zum neuen Lkr. Burgdorf, der 1974 zum überwiegenden Teil im Lkr. (2001: Region) Hannover aufging. Bei der Gebietsreform 1974 wurden Bilm, Bolzum, Dolgen, Evern, Gretenberg, Haimar, Höver, Ilten, Klein Lobke, Müllingen, Rethmar, Wassel, Wehmingen und Wirringen nach Sehnde eingemeindet, 1997 erhielt der Ort Stadtrechte. Das Haufendorf Sehnde war bis in die erste Hälfte des 19. Jh. hinein agrarisch geprägt. Seit 1846 besaß der Ort einen Bahnhof (Strecke Lehrte–Hildesheim) und Sehnde entwickelte sich zu einer Industriegemeinde: Arbeitsplätze entstanden in der Zuckerfabrik (1875), in Ziegeleien sowie im Kalibergwerk Friedrichshall (1896-1981). Seit 1928 liegt Sehnde am Mittellandkanal und am Stichkanal nach Hildesheim. Zählte der Ort 1810 knapp 500 Einwohner, waren es 1900 bereits über 1.300 und 1939 gut 2.500. Jeweils ohne Eingemeindungen lag die Einwohnerzahl 1974 bei 6.300 und 2016 bei rund 8.900. Zum Kirchspiel gehört auch das 1230 als Gretem erstmals schriftlich erwähnte Gretenberg, das kleinste Dorf des Großen Freien.3 Gretenberg ist Ortsteil der Stadt Sehnde und zählt gut 140 Einwohner (2016).

Kirche (links), Pfarrhaus (rechts), Ansicht von Osten, 1951

Kirche (links), Pfarrhaus (rechts), Ansicht von Osten, 1951

Kirchlich gehörte Sehnde ursprünglich zu Lühnde. Spätestens im frühen 13. Jh. baute sich die Gemeinde eine eigene Kapelle, Hiddo, 1191 und 1201 als Propst des Hildesheimer Bartholomäusstiftes auf der Sülte und als Lühnder Archidiakon nachgewiesen, hatte dem Bau zugestimmt, wie eine Urkunde von 1207 berichtet.4 In dieser Urkunde bestätigte Bf. Hartbert von Hildesheim, dass er den Christen des Dorfes Sehnde erlaubt habe, sich von der Mutterkirche in Lühnde zu trennen. Das Schriftstück kann also als Gründungsurkunde der KG angesehen werden; es nennt mit Volbernus sacerdos de Seynede vermutlich auch den ersten Geistlichen des Ortes. Die noch erhaltene steinerne Altarplatte stammt ebenfalls aus dieser Zeit; in ihrem Sepulcrum, einer verschlossenen Vertiefung, in der Reliquien aufbewahrt wurden, fanden sich u. a. Fragmente eines Siegels, das sich Bf. Hartbert von Hildesheim zuordnen lässt. Das Patronat über die Kirche besaß das Hildesheimer Bartholomäuskloster in der Sülte. Ernst der Bekenner, seit 1521 Fs. von Lüneburg, betrieb seit 1527 die Einführung der Reformation in seinem Fsm. (Landtag in Scharnebeck). Das in diesem Jahr gedruckte Artikelbuch diente dabei, obwohl die Landstände es abgelehnt hatten, als Leitfaden.5 Die Pfarren des Fsm. ließ Ernst bis 1543 planmäßig visitieren, 1564 erschien die erste KO für das Fsm. Lüneburg.6 P. Johannes Bercke, der im Lüneburgischen Pfründenregister von 1534 aufgeführt ist, trat als Geistlicher zum neuen Glauben über und war der erste ev. Prediger in Sehnde.7 1543 nennen die Protokolle der Kirchenvisitation als Pfarrer Hinricus Steinkop, fügen jedoch non valet8 bei, also ungültig. Er sei ein Hochstapler und ein Zerfetzer der Bibel (imposter et lacerator Bibliae).9 Auch nach der Reformation bemühte sich das Sültekloster lange, sein Patronatsrecht zu behaupten, allerdings vergeblich. Im 1667 aufgestellten Erbregister der Amtsvogtei Ilten heißt es: „Der Praelat und Propst auf der Sultzen von H[ildeß]heimb hat hie dis jus vor diesem wie auch zur letzten Vocantz [!] wollen anmaßen undt nacher Zelle einen studiosum praesentiret, hat aber nichtß erhalten.“10 Das Patronatsrecht übte nun der Landesherr, der Fs. von Lüneburg aus.

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juli 1951

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juli 1951

Während des Dreißigjährigen Krieges ist 1625 „der Thurmb mit der Klocken abgebrannt“, nachdem kaiserliche Truppen ihn in Brand gesteckt hatten. Erst anderthalb Jahrzehnte später konnte die Gemeinde die Schäden reparieren; 1668 wird dann auch das Pfarrhaus als „gantz neu“ bezeichnet.11 Die Sehnder Kirchenbücher setzen 1656 ein. Unter P. Severin Theodor Müller (amt. 1729-1739) machte sich die Gemeinde an den Neubau ihrer Kirche. Im Frühjahr 1737 erhielt Maurermeister Johann Michael Schilling den Auftrag, das alte „Mauer-Werck abzubrechen und das alte Fundament gäntzlich herauszubringen“.12 Das neue Kirchenschiff hatte der Ingenieuroffizier Ernst Braun (Hannover) als querrechteckigen barocken Saalbau entworfen, der sich an den mittelalterlichen Westturm des Vorgängerbaus anschloss. Am 29. April 1739 feierte die Gemeinde den ersten Gottesdienst in der neuen Kirche. Trotz des starken Bevölkerungswachstums in der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jh. blieb die Kirche in der Gestalt des 18. Jh. erhalten; lediglich die Fenster bekamen 1874 neue gusseiserne Rahmen mit gotisierendem Maßwerk, die Konsistorialbaumeister Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) entworfen hatte. 1822/23 ließ die Gemeinde ein neues Pfarrhaus bauen.
Im Jahre 1929 gründete sich ein Männerkreis in Sehnde, in den 1930er Jahren stiftete ein Mitglied der KG ein Gebäude als Gemeindehaus (Borsumhaus). Mit P. Heinrich Kühnhold (amt. 1922-1935) wirkte während der NS-Zeit zunächst ein Anhänger der DC in der Gemeinde, der dem Nationalsozialismus positiv gegenüberstand und der im November 1933 versuchte, eine DC-Ortsgruppe in Sehnde zu gründen (letztlich erfolglos).13 Bei der Wahl von P. Kühnholds Nachfolger setzte sich der NSDAP-Ortsgruppenleiter „stark für die Wahl eines Deutschen Christen“ ein, die Gemeinde stimmte jedoch zu zwei Dritteln für P. Otto Güldemeister (amt. 1935-1950), Mitglied des Pfarrernotbundes und der BK.14 Der Zuzug von Flüchtlingen ließ die Gemeinde nach Ende des Zweiten Weltkriegs stark anwachsen und auch die Zahl der Katholiken in Sehnde stieg derart an, dass sich eine katholische Gemeinde gründete und 1955 die Kirche St. Maria Regina einweihte. Die ev. KG eröffnete 1963 im Nordwesten der Stadt mit dem Bonhoefferhaus ein weiteres Gemeindezentrum; die Gemeinde teilte sich seitdem in zwei Pfarrbezirke. Die 1963 eingerichtete Pfarrvikarstelle15 wandelte das Landeskirchenamt 1972 in eine zweite Pfarrstelle um.16 Sehnde galt nicht als einfache Gemeinde; 1964 hatte der Ortspfarrer konstatiert: „Die Gemeinde ist überwiegend eine Industriearbeitergemeinde. Den Industriearbeiter hat die Kirche weitgehend verloren.“17 Seit den 1970er Jahren engagiert sich die KG in der Kinderbetreuung, daraus ging die Kinderkrippe „Bonhoeffer Arche“ hervor. Seit 2013 unterstützt ein Förderverein die Arbeit der Kita. 1979 erwarb die KG im Tausch gegen das ehemalige Küsterhaus das Gebäude gegenüber der Kirche und baute es zum Gemeindehaus um. Von 1984 bis 1989 lebte und arbeitete ein südafrikanischer Austauschpastor in der KG Sehnde.
Im Jahre 1995 gründete sich der „Förderverein der Kirche zum Hl. Kreuz e. V.“, der den Erhalt des Kirchengebäudes unterstützt (u. a. Sanierung und Erweiterung der Orgel 2012). Aufgrund des – gemessen an der Zahl der Gemeindeglieder – hohen Gebäudebestandes musste die KG 2012 das Bonhoefferhaus an die Stadt Sehnde verkaufen. Ein Jahr später baute sie das Gemeindehaus gegenüber der Kirche aus; gleichzeitig waren aufwändige Sicherungen am Fundament der Kirche nötig. 2017 beteiligte sich die KG an einem Kunstprojekt des KK Burgdorf zum Reformationsjubiläum und stellte vor der Kirche in Sehnde einen der 15 überdimensionalen Luthernägel des Burgdorfer Künstlers Hilko Schomerus auf. Der Nagel trägt die Aufschrift „Ohne Luther müsstest du nicht zur Schule gehen“.

Pfarrstellen

I: vorref. – II: 1972.

Umfang

Die Dörfer Sehnde und Gretenberg.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Lühnde der Diözese Hildesheim.18 – 1543 visitierte Martin Ondermark, GSup. des Fsm. Lüneburg, die Gemeinde. Seit 1575 Insp. (1924 KK) Burgdorf.

Patronat

Hildesheimer Sültekloster (St. Bartholomäus), seit 1527 der Landesherr (bis 1871).19

Kirchenbau – Kirche zum Heiligen Kreuz

Querrechteckiger, barocker Saalbau mit östlichem Sakristeianbau und Walmdach, errichtet 1737-39 (Bauinschrift 1737) nach Plänen des Ingenieuroffiziers E. Braun (Hannover). Gelb verputztes Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, flachbogige Fenster mit gusseisernem Maßwerk nach Entwürfen von Conrad Wilhelm Hase (1874). Im Innern hölzernes Spiegelgewölbe, u-förmige Empore. Innenrenovierung 1960 (ursprüngliche Gestaltung der Emporenbrüstung – goldenes Rankenwerk auf blauen Feldern – wiederhergestellt). Außensanierung 1988. Dachsanierung 1995/96. Fundamentstabilisierung 2013/14.

Turm

Gedrungener Westturm mit westlichem Strebepfeiler, im Kern mittelalterlich (etwa 13. Jh.); rundbogige Schallöffnungen nach Norden, Westen und Süden, hoher, achteckig ausgezogener Turmhelm mit flachem, quadratischem Ansatz, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Norden, Uhrziffernblätter in alle vier Himmelsrichtungen. 1625 ausgebrannt und 1640 erneuert (Bauinschrift Glockenstuhl); seit 1951 kupfergedeckt, vorher schiefergedeckt. Turmuhr Anfang 17. Jh. nachgewiesen. 1826 neue Turmuhr, 1883 erneut (F. A. Beyes, Hildesheim).

Vorgängerbau

Vermutlich romanischer Bau, 1737 einschließlich Fundament abgerissen, Turm erhalten.20

Kanzelaltar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juli 1951

Kanzelaltar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juli 1951

Ausstattung

Altarmensa (um 1200).21 – Barocker Kanzelaltar, zweistöckiger architektonischer Aufbau, polygonaler Kanzelkorb mit figürlichen Darstellungen der Tugenden an den Wandungen, flankiert von zwei gedrehten Säulen, seitlich zwei Apostelfiguren, im Feld über der Kanzel modernes Auferstehungsbild, seitlich wiederum zwei Apostelfiguren (1737/38, Ernst Dietrich Bartels, Hildesheim, Aufbau 1885 von Conrad Wilhelm Hase stark verändert, ältere Teile eingelagert, anhand dieser und anhand des Altars in Ilten barocke Form 1967 rekonstruiert, 1989 restauriert, 2004 Auferstehungsbild von Uwe Appold, Flensburg). – Statue Johannes des Täufers mit Taufschale und Armenstock (1738/39, Werkstatt Ernst Dietrich Bartels, Hildesheim, 2004 restauriert). – Grabplatte P. Joachim Müller (amt. 1626-1655), hinter dem Altar. – Grabplatte Sophia Dorethea Müller (1730-1732), Tochter des P. Severin Theodor Müller (amt. 1729-1739), außen neben Turmeingang. – Skulptur eines überdimensionalen Nagels mit der Aufschrift „Ohne Luther müsstest du nicht zur Schule gehen“, aufgestellt vor Kirche (Stahl, 2017, Hilko Schomerus, Burgdorf).

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juli 1951

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juli 1951

Orgel

Erste nachweisbare Orgel 1769 geliefert,22 1826 von Orgelbauer Bernhard Berger (Peine) repariert. 1870 insgesamt 8 Reg. genannt. 1871 Neubau hinter historischem Prospekt durch Ph. Furtwängler & Söhne (Elze), 10 I/P, mechanische Traktur Schleifladen (Opus 110). 1914/15 Neubau durch P. Furtwängler & Hammer, 27 (davon eine Transmission) II/P, pneumatische Traktur, historischer Prospekt beidseitig erweitert (Opus 821). Prospektpfeifen (von 1769) 1917 zu Kriegszwecken abgegeben, 1920 Ersatzpfeifen eingesetzt. 1961/62 Neubau unter Erhalt des Prospekts durch Emil Hammer (Arnum), 15 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen, ein Reg. vakant, zweites Manual vorgesehen, aber noch nicht verwirklicht (Opus 1507). 1974 vakantes Reg. (Posaune 16’) ergänzt. 2012 zweites Manual ergänzt und kleine Dispositionsänderung durch Martin Hillebrand (Altwarmbüchen), 23 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG, I: f’, Inschriften u. a.: „Venite ad nvptias qvia parata svnt omnia“ (Kommet zur Hochzeit, denn alles ist bereit), „Anno MDCLIII gos mich M. Henni Lampen in Hildesheim“, Bild: Kruzifix, (Bronze, Gj. 1653, Henning Lampen), 1942 zu Kriegszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen und seit 1948 wieder in Sehnde; II: as’, Inschrift u. a.: „Dient dem Herrn mit Freuden kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken“ (Bronze, Gj. 1827, Sebastian Schmidt, Hildesheim). Eine SG c’’’(Bronze, Gj. 1883). – Im Glockenträger auf dem Friedhof: Eine LG cis’’, Inschrift: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“ (Bronze, Gj. 2017, Firma Rincker, Sinn). – Früherer Bestand: Eine Lg (Bronze), vor 1603 geborsten. Zwei Lg (Bronze, Gj. 1603), 1625 bei Ortsbrand zerstört. Eine Lg (Bronze, Gj. 1636) und eine LG (Bronze, Gj. um 1640), beide 1653 umgegossen (jüngere zu LG I). Eine LG (Bronze, Gj. 1781, Becker, Hannover), um 1783 geborsten, umgegossen zu Lg II.

Kirchenbau – Gemeindezentrum Bonhoefferhaus

Einstöckiger Bau mit Walmdach, errichtet 1963. Umbau und Erweiterung 1984. 2012 an die Stadt Sehnde verkauft.

Turm

Freistehender Glockenträger (Beton).

Orgel

Neubau der Firma Schmidt & Thiemann (Langenhagen) aus dem Jahr 1964: 4 ½ I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen; 2012 verkauft, seit 2013 in der KG San Lorenzo, Corigliano di Sessa, Italien.

Geläut

Eine LG cis’’ (Bronze, Gj. 15. Jh.), Leihgabe der KG Rethmar, seit 2014 wieder dort.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1822/23, zweistöckiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, 2009 saniert). Gemeindehaus mit Borsumscheune (Bj. 1891, zweistöckiger Ziegelbau mit Zwerchhaus und Walmdach, 1979 im Tausch gegen Küsterhaus erworben, 1981 Umbau, 1987 Zwischentrakt zur Scheune zu Gemeindesaal umgebaut, Scheune 1996 für Jugendarbeit umgebaut, Umbau 2013, seitdem Vorderhaus nicht mehr als Gemeindehaus genutzt). Borsumhaus (Bj. um 1800, der KG etwa 1930 geschenkt, Gemeindesaal, Jugendräume, 1991 wegen Baufälligkeit verkauft und abgerissen).

Friedhof

Ehemaliger Friedhof rund um die Kirche, 19697 weitgehend eingeebnet, einige historische Grabsteine erhalten (18. Jh.). Neuer, kommunaler Friedhof seit Mitte der 1920er Jahre am nördlichen Ortsrand, FKap (Bj. 1937), Glockenträger (Bj. 2017, Entwurf Michael Frehrking, orientiert an Albrecht Dürers Betenden Händen).

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 10260-10269 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 131 (Spec. Landeskons); A 6 Nr. 7535-7548 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 2112-2115 (Visitationen); D 52 (EphA Burgdorf); S 11a Nr. 7466 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 198 f., Nr. 268; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1200; Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 413 f.; Meyer, Pastoren II, S. 367 f.; Ohainski/Udolph, Ortsnamen Hannover, S. 405 ff. und 174 f.; Pape/Schloetmann, Hammer, S. 92, 128, 167.
B: Karl Backhaus: Generalkirchenvisitation im Großen Freien Anno 1668, in: Unser Kreis. Heimatblätter für den Kreis Burgdorf 16 (1964), Nr. 19-25 (bes. 25: Sehnde); Julia Csikváry: Geschichte und Geschichten rund um die Kirche zum Heiligen Kreuz in Sehnde, Großburgwedel [1989]; Heinrich Kühnhold: Heimat-Klänge aus der Geschichte und dem Leben der Kirchen-Gemeinde Sehnde-Gretenberg, Sehnde 1935; Wolfgang Leonhardt & Ludwig Meyer: Ortssippenbuch Sehnde-Gretenberg. 1585–1900 (= Deutsche Ortssippenbücher B 170), Hannover 1998; Adolf Meyer: Sehnde. Vom Bauerndorf zur Industriegemeinde. Beiträge und Quellen zur Geschichte einer Gemeinde im Großen Freien, Celle 1975; Johannes Sommer: Spätromanische Säulenbasilika in Sehnde, in: Unser Kreis. Heimatblätter für den Kreis Burgdorf 18 (1966), Nr. 2; Johannes Sommer: Der Barockaltar in der Sehnder Kirche. Preisgabe und Rückgewinnung eines Kunstwerkes, in: Jahrbuch für den Kreis Burgdorf 8 (1962), S. 65-69; Johannes Sommer: Ein seltsamer Taufstein im Pfarrgarten, in: Unser Kreis. Heimatblätter für den Kreis Burgdorf 4 (1952), Nr. 1.

GND

2110694-0, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde (Sehnde); 1214616704, Evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz (Sehnde)


Fußnoten

  1. UB HS Hildesheim I, Nr. 243.
  2. Werner, Register Amtsvogtei Ilten, S. 1.
  3. Ohainski/Udolph, Ortsnamen Hannover, S. 174 f.
  4. UB HS Hildesheim I, Nr. 617.
  5. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 484 und 492 ff.
  6. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 533 ff.
  7. Salfeld, Pfründenregister, S. 102; Kayser, Kirchenvisitationen, S. 487 f.
  8. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 487 f.
  9. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 488, Anm. 1041.
  10. Werner, Register Amtsvogtei Ilten, S. 392.
  11. Backhaus.
  12. Zit. bei Csikváry, S. 14.
  13. LkAH, S 1 H III Nr. 511, Bl. 71.
  14. LkAH, L 5d, unverz., Sehnde, Visitation 1936.
  15. KABl. 1963, S. 15.
  16. KABl. 1972, S. 163.
  17. LkAH, L 5d, unverz., Sehnde, Visitation 1964.
  18. Kleinau, Neuer Text, S. 88.
  19. Meyer, S. 370.
  20. Csikváry, S. 14; Sommer, Säulenbasilika.
  21. Csikváry, S. 8 f.
  22. LkAH, B 18, Nr. 50; ebd. abweichende Angabe auf Orgelmeldebogen 1944: 1738/39.