Frühere Gemeinde | KapG der KG Haimar | Sprengel Hannover, KK Burgdorf | Patrozinium: Margaretha | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Der zum Großen Freien gehörige Ort ist erst ab 1400 sicher nachweisbar. Zweifelhaft ist die Zuweisung des 973/975 in den Corveyer Traditionen genannten Thologun, das sich vielleicht eher auf die Wüstung Dolgen bei Goslar bezieht.1 Mit dem Verkauf der Großen Gft. an Hzg. Otto von Braunschweig und Lüneburg kam Dolgen in den Besitz der Welfen (ab 1512 lüneburgisch), die die tatsächliche Landesherrschaft im Großen Freien aber erst mit dem Ende der Hildesheimer Stiftsfehde 1523 durchsetzen konnten. Seither gehörte Dolgen zur Amtsvogtei (später Amt) Ilten. – Seit 1974 Ortsteil der Stadt Sehnde.
Die 1534 zuerst erwähnte und damals durch den Haimarer Kaplan Johann Kün betreute Kapelle in Dolgen ist seit alters her nach Haimar eingepfarrt.2 Wann das erste KapGb errichtet wurde, ist unbekannt. P. Konrad Steuerwald (amt. 1630-1678) notierte in der Pfarrchronik: „Die Capelle zu Dolgen ist alt, hat beßerung nötig.“3 Die Gemeinde ließ das Gebäude 1664 renovieren und die Kapelle erhielt einen Teil des alten Altars aus Haimar. 1792 musste der Bau gründlich erneuert werden.
Nachdem die Muttergemeinde Haimar aus Mangel an Kandidaten die Zahl der Kirchenvorsteher reduzierte und damit nicht mehr gewährleistet war, dass die Kapellenvorsteher zugleich dem KV angehören4, wurde die KapG zum 1. Juni 2000 aufgehoben und in die KG Haimar eingegliedert.5

Kapellenbau

Kleiner, rechteckiger Saalbau in Fachwerkbauweise, mit Dachreiter und muldenförmiger, geputzter Bretterdecke im Innern. Erneuert 1792 (Datierung der Wetterfahne). Die westliche Giebelseite wurde 1899 neu aufgemauert, das Fachwerk an den anderen Seiten 1909 erneuert.6 Weitere Sanierung 1997.

Ausstattung

Über dem Altar ein Kruzifix, das P. Fritz Garbe (amt. 1931-1935) nach dem Ersten Weltkrieg aus Verdun mitgebracht hatte.7

Geläut

Eine LG es’’, Inschrift: Ursula heet ick al die maeden roep ick goebel fact mick int jahr uns heern m ccccc XXXIIII (Bronze, Gj. 1534, Glockengießer Goebel).

Orgel

Harmonium.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 4190-4191 (Pfarroffizialsachen); D 52 (EphA Burgdorf); D 62 (PfA Haimar, 1559-2007).

Literatur

A: Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 423 f.; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 30 f.
B: Fritz Garbe: Die Heimatkirche. Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Haimar, Burgdorf 1963, bes. S. 104-107.


Fußnoten

  1. Mönchslisten I, § 346; Mönchslisten II, S. 251. Vgl. auch Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 61.
  2. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 485, Anm. 1034; Salfeld, Pfründenregister, S. 102.
  3. Garbe, S. 104.
  4. LkAH, B 2 G 1/Dolgen, Bl. 1 (KKV Burgdorf an LKA, 13.01.2000).
  5. KABl. 2000, S. 112.
  6. LkAH Hannover, D 64 Spec. Dolgen 590.
  7. Garbe, S. 106.