Frühere Gemeinde | KapG der KG Ilten | Sprengel Hannover, KK Burgdorf | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte
Kapelle, Ansicht von Südwesten, 1896

Kapelle, Ansicht von Südwesten, 1896

Im Gau Hastfala, später im Großen Freien gelegen und 1248 durch Gf. Heinrich von Lauenrode mit der Großen Gft. an Hzg. Otto von Braunschweig und Lüneburg verkauft. Die Zugehörigkeit zum braunschweigischen und lüneburgischen Landesteil wechselte mehrfach. Besitz hatten in Bilm im 14./15. Jh. auch die Bf. von Hildesheim, denen die Oberlehnsherrschaft zustand. 1359 überwies Bf. Heinrich von Hildesheim dem Kapitel St. Crucis eine Hufe in campis ville Billum und verlieh ihm das Obereigentum über vier weitere Hufen dort. 1512 fiel der Ort endgültig an Lüneburg. Die tatsächliche Herrschaft können die Welfen erst 1523 mit dem Ende der Hildesheimer Stiftsfehde durchsetzen. Amtsvogtei/Amt Ilten. – Seit 1974 Ortsteil von Sehnde.
Bilm ist von alters her nach Ilten eingepfarrt. Vermutlich bestand schon im 14. Jh. eine gotische Kapelle, die wohl nach dem Dreißigjährigen Krieg instandgesetzt wurde (Jahreszahl 1681 auf dem Wetterhahn). Nachdem sich das KapGb 1963 erneut „in einem sehr schlechten Zustand“ befunden hatte1, wurde es 1964/65 renoviert. Mit dem 1. Februar 2012 wurde die KapG aufgehoben. Rechtsnachfolgerin ist die KG Ilten.2

Kapellenbau

Rechteckiger, gotischer Bruchsteinsaalbau unter steilem Satteldach. Geputzte Balkendecke. Empore an der Westseite.

Fenster

Buntglasfenster (1965), gestaltet von Sigrid Kopfermann (Düsseldorf).3

Turm

Vierseitiger Dachreiter mit Pyramidenhelm auf dem westlichen Giebel.

Orgel

Kleines Harmonium auf der Westempore (Spende aus den USA, um 1900).

Geläut

Eine LG g’’ (Bronze, Gj. 1578, Christopher Hortenbach).

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 6168 (Pfarroffizialsachen); D 52 (EphA Burgdorf).

Literatur

A: Aust/Benne u. a., Kirchen, Klöster, Kapellen, S. 296; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 12.


Fußnoten

  1. LkAH, B 2 G 9/Bilm (Beglaubigter Auszug aus dem Protokollbuch, 16.09.1963).
  2. KABl. 2012, S. 63.
  3. Tuchscherer, Werkverzeichnis Kopfermann, S. 1082 (mit Abb.), WVZ Nr. KoF/1965/02.