Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Harzer Land | Patrozinium: Nikolaus1 | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich ist die spätere Stadt erstmals im Jahr 1143 mit comes Hermannus de Hirzberc erwähnt.2 1156 stellte Hzg. Heinrich der Löwe († 1195) eine Urkunde in Hertisberg aus und in den Annales Palidensis (Pöhlder Annalen), deren älterer Teil um 1164 niedergeschrieben wurde, ist der Ort zu 1153 als Hircesberg genannt.3 1157/58 erwarb Hzg. Heinrich der Löwe († 1195) die Reichsgüter castrum Hirzesberch, castrum Scartuelt und curtem Polede; er überließ Ks. Friedrich I. (amt. 1155–1190) dafür u. a. die schwäbische Burg Badenweiler.4 Herzberg fiel 1202 bei der Erbteilung zwischen den Söhnen Heinrichs des Löwen an den späteren Ks. Otto IV. (amt. 1209–1218).5 Bei der welfischen Besitzteilung 1267/69 kam Herzberg zum Teilfsm. Braunschweig und bei dessen Dreiteilung im Jahr 1291 zum kleinen Fsm. Grubenhagen (Name „Grubenhagen“ erst 1567 belegt).6 Burg bzw. Schloss Herzberg diente den Grubenhagener Welfen neben Salzderhelden als Residenz.7 Das Dorf unterhalb der Burg, 1598 als Flecken bezeichnet8, entwickelte sich jedoch kaum zu einem Residenzort; diese Funktion erfüllte das nahe gelegene Osterode. Burg Herzberg war zudem Sitz des gleichnamigen Gerichts bzw. Amtes im Fsm. Grubenhagen. Nach Aussterben der Grubenhagener Linie der Welfen fiel das Territorium 1596 an das Fsm. Braunschweig, 1617 an das Fsm. Lüneburg und 1665 an das Fsm. Calenberg-Göttingen (1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Die älteste Ortsansicht stammt aus der Mitte des 17. Jh. (Matthäus Merian).9 Von 1617 bis 1635 residierte Hzg. Georg († 1641) in Herzberg, bevor er die Residenz nach Hannover verlegte; Schloss Herzberg bestimmte er zum zukünftigen Witwensitz seiner Frau Anna Eleonore von Hessen-Darmstadt. In französischer Zeit war der Marktflecken Herzberg von 1807 bis 1813/14 Hauptort des gleichnamigen Kantons im Distrikt Osterode im Harzdepartement des Kgr. Westphalen. Danach war Herzberg, nun im Kgr. Hannover, erneut Amtssitz; 1859 wurde das Amt Herzberg um das Amt Scharzfels vergrößert. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Herzberg 1866 an das Kgr. Preußen. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 zählte der Ort zum Kr. Osterode am Harz (seit 1939 Lkr.), der 2016 im Lkr. Göttingen aufging. Stadtrechte erhielt Herzberg 1929. 1937 wurde Lonauerhammerhütte eingemeindet, 1972 folgten Lonau, Pöhlde, Scharzfeld und Sieber. In Herzberg befand sich die größte hannoversche Gewehrfabrik (1739–1880); zudem Leinenweberei und Holzverarbeitung.10 Zur Sozialstruktur der Gemeinde heißt es im Bericht zur Visitation 1966: „Hauptanteil an Zusammensetzung und Entwicklung unserer Bevölkerung haben nach wie vor 3 Großbetriebe der Stadt Herzberg: Papierfabrik von Osthushenrich, Hartfaserplatten- und Kartonnagenfabrik [sic] von Homann und Eisen- und Stahlwerk Pleißner (von denen jedes über 1000 Arbeitnehmer beschäftigt).“ Hinzu kämen „eine Zahl mittlerer und kleinerer Industriebetriebe“, Handel und Gewerbe („verhältnismäßig stark vertreten“), der Beamtenstand (Amtsgericht, Finanzamt, Bundesbahn, Bundespost, Forstämter, Zollverwaltung, Wasserwirtschaftsamt, Schulen), der „überdurchschnittlich stark vertretene Akademikerstand“ (Juristen, Ärzte, Studienräte, Diplomingenieure, Chemiker) und eine rückläufige Zahl von Landwirten („höchstens noch 25“).11 Um 1810 lebten etwa 2.500 Menschen in Herzberg, 1957 gut 10.700 und 2021 rund 8.740 (ohne Eingemeindungen, nur Hauptwohnsitz).

Kirche, Ansicht von Südosten, 1937

Kirche, Ansicht von Südosten, 1937

Der erste namentlich bekannte Geistliche in Herzberg ist der Priester (sacerdos) Werner, der 1241, 1246 und 1250 belegt ist.12 1260 und 1265 war Johann Pfarrer von Herzberg und 1290 ist dominus Ernestus plebanus in Hirsberch schriftlich nachgewiesen.13 Die älteste Glocke, die heute in der Nicolaikirche läutet, stammt ebenfalls aus dem 13. Jh. Die Herzberger Burg bzw. das Herzberger Schloss besaß eine eigene Kapelle (belegt 1420, 1510).14 Die ursprüngliche Pfarrkirche des Ortes Herzberg war vermutlich die Nicolaikirche, denn über die Pfarrländereien schrieb Johann Georg Wallis um 1780 in seiner Herzberger Chronik, sie hätten „vor Zeiten guten Theils an St. Nicolai gehört, und vor die St. Bartolomaei Kirchen zustande kommen, dahin transferiert“.15 Letzter vorref. Pfarrer in Herzberg war möglicherweise P. Tilemannus Huxermann (amt. vor 1542).16
Der Grubenhagener Fs. und Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg Philipp I. (amt. 1486/94–1551) war bereits 1526 dem ev. Torgauer Bund beigetreten.17 Erst mit der Säkularisierung der Klöster in den 1530er Jahren allerdings lassen sich konkrete Schritte zur Einführung der Reformation im Fsm. Grubenhagen erkennen. Eine KO erließ Philipp I. schließlich 1538. Die 1544 verabschiedete Neufassung orientierte sich an der Wolfenbütteler KO von 1543. Ihre Einführung war begleitet von der ersten Generalvisitation der Gemeinden des Fürstentums, mit der Hzg. Philipp I. die beiden Pastoren Andreas Domeyer (amt. 1537–1557) von der Aegidienkirche Osterode und Ernst Burmester (amt. 1543–1554) aus Einbeck betraut hatte. Domeyer und Burmester fungierten als Sup. des kleinen Fsm.; später lag das Amt des Sup. bzw. GSup. des Fsm. Grubenhagen in den Händen der Herzberger Hofprediger bzw. Pfarrer (bis 1643). Der erste namentlich bekannte luth. Geistliche in Herzberg ist Hofprediger Johannes Sinderam (amt. 1552–1565), der für die Schlossgemeinde zuständig war. Als Pastor im Ort Herzberg ist P. Valentin Hoffmann (amt. 1577–1586?) nachweisbar, gefolgt von Andreas Kreitz (amt. 1586?–1588) und P. Johann Gertner (amt, 1588–1598).18
Sup. Johannes Schellhammer (amt. 1577–1587) visitierte 1579 die Gemeinden des Fsm. Grubenhagen; über Herzberg selbst schrieb er u. a., die Kirche sei „zu solcher grossen gemein etwas zu eng, wenn sie vleissig hineingehen, kann ihr aber durch ein neu mannhaus leicht geholfen werden, biß das sie reichen wirdt“.19 P. Schellhammer bezog sich vermutlich auf die alte Nicolaikirche.20 Mit der neuen Bartholomäuskirche unterhalb des Schlosses erhielt die Gemeinde 1593 ein größeres Gotteshaus. Anscheinend diente die neue Kirche nun als Hof- und Gemeindekirche. In gleicher Weise fungierte P. Konrad Steinmann (amt. 1598–1624) gleichzeitig als Generalsuperintendent und als Pfarrer von Herzberg.21 Auf dem Gemeindefriedhof wurde, wohl an der Stelle der alten Nicolaikirche, 1616 der bis heute erhaltene Kirchturm erbaut, an den sich eine kleine Fachwerkkapelle anschloss. Sie wurde 1654/55 neu errichtet; nach den Angaben im ältesten Corpus bonorum der Herzberger Kirche aus dem Jahr 1670 wurden „darinnen nur die Leichenpredigten gehalten“.22

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1953

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1953

Sup. Schellhammer beschreibt in seinem Visitationsbericht von 1579 auch die Herzberger Schule: „Das schuelhaus im dorf alhie ist fast baufellig, das auditorium, da die knaben sitzen, ist finster und die wende schlotterig“.23 Der Schulmeister – fleißig, fromm und schlecht besoldet – unterrichte 40 Knaben. 1580 soll Hzg. Wolfgang († 1595) ein neues Schulgebäude gestiftet haben.24 Die Situation blieb jedoch unbefriedigend; im Bericht über die Generalvisitation 1617 ist vermerkt: „Die schule ist ubel mit [nur] einem collega [Lehrer] versehen, weil viel knaben [über 70] vorhanden“.25
Im bereits zitierten CB von 1670 skizziert P. Justus Christoph Udenius (amt. 1668–1686) auch den Umfang des Kirchspiels Herzberg: Die Gemeinde habe „drei Filia [Tochtergemeinden] so in Eisenhütten bestehen, alß Lonau, Sieber und Königshof“.26 Die Lonauer kämen zum sonntäglichen Gottesdienst nach Herzberg, während die Hüttenherren in Sieber um 1619 eine eigene Kapelle hätten errichten lassen. Hier halte der Schulmeister des Sonntags Lesegottesdienste und des Montags Kinderlehre, sowohl für Sieber als auch für Königshof. Dreimal im Jahr müsse der Herzberger Pastor in der Kapelle Sieber einen Abendmahlsgottesdienst halten. 1698 kam zudem die neue Kapelle in Lonau als weitere Predigtstätte hinzu (1883 neugotische Neubau). Im Abschnitt über die kirchlichen Gebäude Herzbergs beschreibt P. Udenius den baulichen Zustand der Bartholomäuskirche als schlecht und die Größe der Kapelle auf dem „gemeinen Gottesacker“ als zu gering.27 Beide Gebäude mussten in der ersten Hälfte des 19. Jh. abgebrochen werden. Am alten Turm der Nicolaikapelle entstand in den Jahren 1841 bis 1845 nach Plänen des Hannoveraner Konsistorialbaumeister Friedrich August Ludwig Hellner (1791–1862) der bis heute erhaltene klassizistische Kirchenbau. Während der Bauzeit versammelte sich die Gemeinde zum Gottesdienst zunächst in der Schule, später in einer aus dem Abbruchmaterial der Bartholomäuskirche errichteten Behelfskapelle.28 Am 3. August feierte P. Johann Friedrich Starcke (amt. 1807–1857) mit der Herzberger Gemeinde die Einweihung der neuen Nicolaikirche.
Die Herzberger Pastoren, seit 1795 gleichzeitig Superintendenten der neuen Insp. Herzberg, waren seit 1814 wieder für die Gemeinde Sieber zuständig, die als mater combinata mit Herzberg verbunden war. Nachdem seit 1843 Hilfsgeistliche den Pastor und Superintendenten von Herzberg in seiner pfarramtlichen Tätigkeit unterstützt hatten, richtete das Konsistorium zum 1. Juli 1891 eine zweite Pfarrstelle für das Kirchspiel ein (Aufteilung des Gemeindegebiets in zwei Seelsorgebezirke 1937).29 Während der Amtszeit von Sup. Wilhelm Julius Hermann Knoche (amt. 1891–1912) gründete sich 1891 ein kirchlicher Frauenverein, den Sup. Knoches Ehefrau leitete (bis 1912). Aus dem Verein ging später der örtliche Vaterländische Frauenverein hervor, nachdem sich 1906 eine Ortsgruppe des ev. Frauenbundes gegründet hatte (aufgelöst 1945).30 Seit 1899 unterhielt die KG Herzberg eine Gemeindeschwesternstation (Emma-Stiftung), zu der später auch eine Wartschule (Kindergarten) gehörte.31 Zu den diakonischen Einrichtungen in der Gemeinde zählte seit 1899/1900 auch das Luisenstift, ein kirchliches Altersheim für alleinstehende Frauen.32

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1956

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1956

In der zweiten Hälfte des 19. Jh. hatte sich in Herzberg wieder eine kath. Kirchengemeinde gebildet. Seit 1857 war hier ein kath. Schulvikar tätig, 1895 konnte die kath. St. Josephskirche geweiht werden und 1897 gründete sich die kath. Pfarrgemeinde Herzberg, die u. a. auch die Orte Lauterberg, Scharzfeld, Hattorf, Barbis, Bartolfelde, Osterhagen, Hörden, Elbingerode, Sankt Andreasberg, Sieber und Lonau umfasste.33 Die jüd. Familien Herzbergs gehörten zur Synagogengemeinde Osterode.34
Während der NS-Zeit hatten Sup. Heinrich August Schlie (amt. 1912–1936) und Sup. Friedrich Spanuth (amt. 1937–1953) die erste Pfarrstelle in Herzberg inne und P. Heinrich Tietje (amt. 1898–1935) sowie P. Helmut Kahmann (amt. 1935–1955) die zweite. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab P. Kahmann 1950 an, Sup. Schlie sei „politisch wie kirchenpolitisch neutral“ und Sup. Spanuth Obmann der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft gewesen.35 P. Tietje habe der NSDAP und den DC angehört, P. Kahmann der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft. Nach der Neuwahl des KV 1933 gehörten zwei der neun Kirchenvorsteher zu den DC. In Herzberg gründete sich eine Ortsgruppe der Thüringer DC, die etwa 60 Mitglieder hatte und sich wohl seit 1936 einmal im Monat zur Gottesfeier in der Aula der Schule versammelte. Für ihre Konfirmationen konnte die DC-Gemeinde seit 1938 die Kirche nutzen. P. Kahmann gründete 1936 einen ev. Jugendkreis, der sich „trotz nationalsozialistischer Anfeindungen […] dauernd gehalten“ habe.36
Mit dem Zuzug Geflüchteter in der Nachkriegszeit wuchs die Zahl der Gemeindeglieder stark an; hatte sie 1939 noch bei 4.750 gelegen, erreichte sie 1946 etwa 8.160, 1961 dann rund 9.600 (mit Lonau).37 Der Ostpfarrer Ulrich Ernst Boettcher, der seit Herbst 1945 für die Flüchtlingsseelsorge im KK Herzberg zuständig war, unterstützte die beiden Pastoren der Gemeinde und übernahm regelmäßig Gottesdienste in Herzberg. Zum 1. Oktober 1955 erhielt die Gemeinde eine dritte Pfarrstelle; sie teilte sich nun in drei städtische Seelsorgebezirke, wobei der Inhaber der zweiten Pfarrstelle darüber hinaus für KG Sieber (mater vagans) und jener der dritten für die KapG Lonau zuständig war.38 1956 weihte die Gemeinde ein neues Kindergartengebäude am Sieberdamm ein und im Dezember 1961 eröffnete sie am Kastanienplatz einen zweiten Kindergarten.39 Mit dem Martin-Luther-Haus erhielt die Gemeinde 1963 ein neues Gemeindehaus. Im kirchlichen Leben der Gemeinde hatte der Göttinger LSup. Lothar Stark (amt. 1958–1977) nach der Visitation 1961 „auf manchen Gebieten eine Aufwärtsentwicklung“ festgestellt.40

Friedhofskapelle, Außenansicht, um 1953

Friedhofskapelle, Außenansicht, um 1953

Zum 1. April 1960 hatte das LKA Hannover die KapG Lonau zu einer KG erhoben, die pfarramtlich mit Herzberg verbunden blieb.41 Diese pfarramtliche Verbindung ging 1965 auf die nördlich der Sieber neu gegründete Christusgemeinde Herzberg über, die auch die 1964 errichtete vierte Pfarrstelle ihrer Muttergemeinde übernahm.42 Die verkleinerte Nicolaigemeinde zählte noch 7.100 Gemeindeglieder.43 In den 1960er Jahren zeichnete sich die Gemeinde durch eine aktive Männerarbeit aus, mit „100 bis 150 Teilnehmern an den Abenden“ war dies „der stärkste Männerkreis im Sprengel“.44
Angesichts sinkender Gemeindegliederzahlen kam es Anfang des zweiten Jahrtausends zu Umstrukturierungen im Pfarramt. Die dritte Pfarrstelle hob das LKA 2003 auf und schon 2002 war die Versorgung der kleinen KG Sieber von der zweiten auf die ersten Pfarrstelle (Superintendentur) übergegangen.45 Mit der Gründung des KK Harzer Land zum 1. Januar 2013 und der Verlegung der Superintendentur nach Osterode übernahm das Pfarramt der Paulusgemeinde in Bad Lauterberg vertretungsweise die Versorgung der KG Sieber und Teilen der Nicolaigemeinde (Dichter- und Eichelbachviertel). Die pfarramtliche Verbindung mit Sieber endete schließlich 2019 und ging auf die Christusgemeinde über.
Die Trägerschaft der beiden ev. Kindergärten „Sieberdamm“ und „Morgentau“ ging 2014 auf den neu gegründeten Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Harzer Land über.46 Die Nicolaigemeinde gehört zur Region Herzberg-Hattorf im KK Harzer Land.

Pfarrstellen

I: vorref., Superintendentenstelle, 2013 verlegt nach Osterode.47 – II: 1891.48 – III: 1955–2003.49 – IV: 1964–1965 (übergegangen auf Christusgemeinde).50

Umfang

Herzberg süd- bzw. südöstlich der Sieber. Bis 1965 auch die Stadtteile nörd- bzw. nordwestlich der Sieber mit Hermelingerode und Mühlenberg (dann zur neuen Christusgemeinde Herzberg. Bis 1960 auch Lonau (dann eigenständige KG).

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Nörten der Erzdiözese Mainz (sedes Berka).51 – Herzberg war von 1566 bis 1625 und von 1626 bis 1643 Sitz der Suptur. bzw. GSuptur. des Fsm. Grubenhagen.52 Seit der Neustrukturierung der kirchlichen Aufsichtsbezirke 1708 zählte Herzberg zur Insp. Clausthal, ab 1727 zur Insp. Osterode und ab 1751 erneut zur Insp. Clausthal. Ab 1795 war Herzberg Sitz der gleichnamigen Insp. (1924: KK). Seit 1. Januar 2013 KK Harzer Land. – Bei ihrer Gründung 1795 umfasste die Insp. Herzberg die Gemeinden Barbis, Bartolfeld mit matres combinatae Osterhagen und Steina, Lauterberg, Pöhlde, Scharzfeld und Sieber. Im 19. Jh. vergrößerte sich die Insp. mehrfach: 1805 kam Wollershausen hinzu (vorher Insp. Katlenburg), 1808 die neu gegründete KG Duderstadt, 1868 Dorf Elbingerode, Hattorf und Hörden (vorher Insp. Osterode) und 1877 die neue KG Gieboldehausen (zuvor KapG der KG Wollershausen). In der zweiten Hälfte des 20. Jh. kamen mehrere Neugründungen hinzu: Hilkerode (1956) Bilshausen (1960), Lindau (1960, bislang KapG der KG Katlenburg im KK Northeim), Lonau (1960), Christusgemeinde Herzberg (1965) und Paulusgemeinde Bad Lauterberg {Bad Lauterberg, Paulus} (1967). Zudem wechselte Bad Sachsa 1997 aus der Kirchenprovinz Sachsen in die Landeskirche Hannovers und wurde dem KK Herzberg zugeordnet. Zum 1. Januar 2013 schlossen sich die KK Clausthal-Zellerfeld, Herzberg und Osterode zum KK Harzer Land zusammen; die Suptur. Clausthal-Zellerfeld und Osterode wurden aufgehoben, die Suptur. Herzberg nach Osterode verlegt und mit der dritten Pfarrstelle der St. Jacobigemeinde verbunden.53

Patronat

Der Landesherr (bis 1871)

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1956

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1956

Klassizistischer Rechteckbau mit risalitartigen Vorbauten an allen vier Seiten, erbaut 1841–45 (Architekt: Friedrich August Ludwig Hellner, Hannover). Satteldächer. Steinsichtiges Bruchsteinmauerwerk (Harzer Grauwacke). Zweigeschossige Fenstergliederung: oben rundbogige, unten rechteckige Sprossenfenster; Thermenfenster an Ost- und Westvorbau. Im Innern zweistöckige Säulenordnung (dorische unten, ionische oben); die Säulen tragen dreiseitige Emporenanlage und zentrales, holzverschaltes Tonnengewölbe; über den Seitenemporen flache Decken. 1893/94 Renovierung (u. a. Kirchsaal unter der vergrößerten Westempore eingerichtet, Neuausmalung). 1955/56 Reparatur und Renovierung (u. a. Kriegsschäden beseitigt, zweite Kanzel im Altarraum). 1979/80 Kirchsaal renoviert. 2002/03 Renovierung Kirche (u. a. östliches Giebelfenster geöffnet, Ausmalung rekonstruiert, Glaswand zum Kirchsaal eingebaut).

Grablege

Fürstengruft unterhalb der Sakristei, aus der 1840 abgetragenen Bartholomäuskirche wurden die Särge zweier Söhne von Kfsn. Sophie von der Pfalz und Kfs. Ernst August von Hannover hierher überführt: Friedrich August († 1690) und Christian Heinrich († 1703).

Turm

Rechteckturm vor dem Mittelrisalit der südlichen Längsseite, erbaut 1616. Steinsichtiges Bruchsteinmauerwerk, Glockengeschoss mit vertikaler Holzverschalung, darüber achtseitige geschwungene Haube mit Laterne, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne. 1670 Turmuhr (Seiger) vorhanden.54 1729 Schieferdeckung des Turmhelms. 1772, 1841, 1900 Turmrenovierungen. 1987 Renovierung (Kupferdeckung).

Vorgängerbauten

Alte Nicolaikirche (Pfarrkirche) Ende des 16. Jh. wegen Baufälligkeit abgebrochen (1588 sehr klein und fast baufällig).55 1616 Turm und kleine Holzkapelle erbaut. 1654 größerer Neubau am Turm errichtet (Totenkirche), Fachwerkbau, „48 und einen halben schuh lang, 33 und einen halben schuh breit und 24 hoch“ (1670).56 1834/35 abgebrochen.57

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1956

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, März 1956

Ausstattung

Klassizistische, tempelartige Kanzelaltarwand (1845), zweistöckige Gliederung; unten dorische, oben ionische Pilaster; links und rechts des Altars rundbogige Durchgänge, darüber Rundbogenfenster; Kanzel mit Schalldeckel, darauf Figur des auferstandenen Christus mit Siegesfahne; vor der Altarwand schlichter Blockaltar. – Balusterförmiger Taufstein aus Alabaster, flaches, rundes Becken; ursprünglich vielleicht in der Schlosskapelle, seit 1593 in der Bartholomäuskirche, seit 1845 in der neuen Nicolaikirche. – Holztaufe (20. Jh.), sechsseitige Stele. – Ehemaliger Taufengel (um 1720), seit 1994 Bekrönung des Orgelprospekts; ursprünglich in der Bartholomäuskirche. – Gemälde „Moses im Schilfkörbchen“ (1893, A. Wiedemann), Öl auf Leinwand. – Ganzfiguriges Porträt P. Johannes Sinderam (amt. 1643–1668), Öl auf Leinwand. – Ganzfiguriges Porträt P. Justus Christoph Udenius (amt. 1668–1686), Öl auf Leinwand. – Gemälde „Christus wandelt auf dem Meer“ (19. Jh.), Öl auf Leinwand. – Gemälde „Luther auf dem Reichstag zu Worms“ (19. Jh.), Öl auf Leinwand. – Gemälde „Auferstehung“ (1958, Heinz Müller-Jung), Öl auf Leinwand. – Gemälde „Christus in Gethsemane“ (1958), Öl auf Leinwand. – Gläserner Lebensleuchter (2004).

Orgel

Hauptorgel auf der Westempore, erbaut 1843–45 von Johann Andreas Engelhardt (Herzberg), 33 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen, außerdem ein Vakantregister (Zustand 1868, größte bekannte Engelhardt-Orgel).58 Zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, 1932 durch Zinkpfeifen ersetzt, Furtwängler & Hammer (Hannover). 1961 Reparatur und Erweiterung der Pedalklaviatur, Paul Ott (Göttingen), 34 II/P. 1974/75 Restaurierung, Rudolf Janke (Bovenden), 34 II/P. 1992 Restaurierung und Erweiterung, Rudolf Janke (Bovenden), 36 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.59 Denkmalorgel (1960). – Chororgel, später Kirchsaal-Orgel: Ehemaliges Rückpositiv, 1932 von Paul Ott (Göttingen) erbaut als Erweiterung der Johann Kuhlmann-Orgel (1825) in der St.-Pankratius-Kirche Barterode, bei Restaurierung 1977–80 wieder entfernt; 1982 umgebaut zu einem Positiv und in der Herzberger Nicolaikirche aufgestellt, Arbeiten ausgeführt von Martin Haspelmath (Walsrode), 5 I/aP.60 1985 erweitert auf 6 I/P, 1988 erweitert auf 7 I/P, Arbeiten jeweils ausgeführt von Rudolf Janke (Bovenden), mechanische Traktur, Schleiflade (Manual); Kastenlade (Pedal). 1992 von Hans-Ulrich Funk (Herzberg) umdisponiert und erweitert auf 8 I/P.61 2014 Umbau und Erweiterung um ein RP, ausgeführt von Jens Steinhoff (Schwörstadt), 13 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. – Im Kirchsaal: Ab 1990 Leihorgel von Herbert Herbst im Kirchsaal aufgestellt, erbaut 1968 von Paul Ott (Göttingen); umgebaut 1990 und 1998 von Hans-Ulrich Funk, 9 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. – Barocke Chor-Orgel: Erworben 2018. Instrument erbaut möglicherweise 1743 von Arnold Gottlieb Friesenberg (Einbeck), vermutlich für Kapelle in Oldenrode, 1781 erworben von Gemeinde Markoldendorf und in Marienkapelle aufgestellt. 1960 oder 1969 repariert von Rudolf Janke (Bovenden), 5 I/–. Nach Erwerb 2018 mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins für Kirchenmusik an St. Nicolai 2019 restauriert und erweitert von Sauer & Heinemann Orgelbau (Ottbergen) und Hans-Ulrich Funk (Herzberg), 8 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Drei LG, I: fis’, Caroline, (Bronze, Gj. 13. Jh.), Inschrift: „temppestates ego frango, fvnera deplango“ (Stürme breche ich, Begräbnisse beklage ich), Ton nach 1931 durch Ausdrehen korrigiert (Johannes Biehle, Berlin)62; II: a’ (Bronze, Gj. 1731, Andreas Dorling, Königsberg), Inschrift: „Gloria in excelsis deo me fecit Andreas Dorling Regiomonti 1731“ (Ehre sei Gott in der Höhe, mich hat Andreas Dorling aus Königsberg gemacht 1731) und „Herr Ivlivs Christoph von Tettav, Vormund H. Friedrich Sell, Bvrggraff; H. Andreas Perschke, Pfarrer; H Gottfried Bretschneider, Diac.; H. Friedrich Zalewski, Cantor; Pavl Pape, Bürgermeister; Valentin Büttner, Richter; Jakob Rosivs, Stadtschreiber; Andreas Grvnert, David Helwich, Johann Georg Goski, Kirchenvorsteher, Anno 1731“; Patenglocke aus Górowo Iławeckie (früher Landsberg (Ostpreußen) im Kr. Preußisch Eylau); III: d’’ (Bronze, Gj. 1624, David Fobbe, Göttingen), Inschrift u. a.: „M Davit Fobbe Klockengieser von Göttingen“, gestiftet von Landdrost Jobst von Adelebsen.63 Zwei SG, I: gis’’ (Bronze, Gj. um 1500), keine Inschrift; II: c’’’ (Eisen, Gj. 1953, J. F. Weule, Bockenem). – Früherer Bestand: 1670 drei Glocken vorhanden, „zwo große und eine kleine“64, größte Glocke, im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917).

Kirchenbau – Bartholomäuskirche

Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, erbaut 1593.65 122 Werckschuh lang, 46 breit und 26,5 hoch.66 Im Innern Tonnengewölbe, dreiseitige Emporenanlage. 1670 Deckendielen faul und wurmstichig, Dach instabil (Decke seinerzeit flach).67 1741 Instandsetzung. 1840 Kirche wegen Baufälligkeit teilweise abgebrochen.

Turm

Kleiner Turm, erbaut 1687.

Vorgängerbauten

Wohl eine vorref. Bartholomäuskapelle.

Orgel

1596 von Hzg Philipp II. der Kirche geschenkt, Zustand 1663 Orgel: 16 II/aP.68

Geläut

Eine kleine Glocke im Turm von 1687.69

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeindehaus Martin-Luther-Haus (Bj. 1963). – Pfarrhaus I, Superintendentur, Junkernstraße (Bj. 1806), um 2015 verkauft. – Pfarrhaus II, Juesseestraße (Bj. 1971).

Friedhof
Friedhofskapelle, Blick zum Altar, um 1953

Friedhofskapelle, Blick zum Altar, um 1953

Kleiner Friedhof neben der 1593 errichteten Kirche St. Bartholomäi, dort „nur einige Vornehme beerdigt“.70 Friedhof bei der Nicolaikirche, 1771 erweitert. 1905 verkauft. Neuer kirchlicher Friedhof am südlichen Ortsrand, angelegt um 1828, erweitert 1964, FKap (Bj. 1952) mit einer LG f’’ (Bronze, Gj. 1958, Wilhelmshütte, Bockenem) und einer Kleinorgel, welche die KG Ebergötzen der Nicolaigemeinde 1981 kostenlos überlassen hat, erbaut 1949 von Paul Ott (Göttingen), ursprünglich im Lager Friedland, dann in Ebergötzen; 1983 instandgesetzt von Albrecht Frerichs (Göttingen), 3 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen, später erweitert auf 4 I/aP.

Liste der Pastoren (bis 1940)

Hofprediger und Generalsuperintendenten bis 1642: 1552–1565 Johannes Sinderam. – 1565–1574 Magister Daniel Bodenburg. – 1574–1577 Johannes Erdmann (Geander). – 1577–1587 Magister Johannes Schellhammer. – 1587–1596 Magister Andreas Leopold. – 1598–1624 Magister Konrad Steinmann. – 1624–1668 Johannes Noscher. – 1627–1642 Sigismund Bergius.
Prediger und Hilfsgeistliche bis 1642 (1668): Vor 1542 Thilo Huxermann (Huxmann, wohl kath.). – Bis 1561 Andreas Brinkmann. – 1585 oder 1588 Andreas Kreitz (Cretzius). – 1598 Johann Gertner. – 1621–16.. Andreas Arendt. – 1622–1624 Johannes Doven (Dovaeus). – 1624–1626 Johannes Buhlenus. – 1665–1668 Johann Ernst Schrader.
Erste Pfarrstelle seit 1643: 1643–1668 Johannes Sinderam. – 1668–1686 Magister Justus Christoph Udenius. – 1686–1691 Johann Konrad Schmidt. – 1692–1735 Johann Friedrich Oelffen. – 1735–1753 Magister Heinrich Friedrich Schmiedekind. – 1754–1767 Johann Georg Franke. – 1767–1780 Johann Daniel Bütemeister. – 1780–1795 Johann Friedrich Raven. – 1801–1807 Friedrich Konrad Koeler. – 1807–1857 Johann Friedrich Starcke. – 1857–1890 Eduard Anton Christoph Haccius. – 1891–1912 Wilhelm Julius Hermann Knoche. – 1912–1936 Heinrich August Schlie. – 1937–1953 Dr. phil. Paul Heinrich Julius Friedrich Spanuth.
Zweite Pfarrstelle: 1892–1898 Wilhelm Julius Hermann Kleinschmidt. – 1898–1935 Heinrich Tietje. – 1935–1955 Theo Gustav Wilhelm Helmut Kahmann (bis 1936 P. coll.).
Hilfsgeistliche: 1843–1848 Gustav Karl Heinrich Theodor Dieckhoff. – 1848 Georg Ernst Ludolf Kaß. – 1853–1857 Karl Christoph Georg Gehrke. – 1869–1874 Ludwig Gottlob Sietz. – 1876–1878 Hermann Kaß. – 1879 Friedrich Wilhelm Georg Schultze. – 1879–1880 Urban Julius Hugo Sixtus Immanuel Flemming. – 1884–1886 Hermann August Tiemann. – 1886–1887 Karl Friedrich Wilhelm Webers. – 1888–1892 Eduard Walter Kühnert. – 1890–1891 Johann Karl Theodor Knoke.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 491–493

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 5268–5297 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 494, 495, 505, 507 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 3568–3585 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 177 (CB); A 9 Nr. 1040Digitalisat, 1041Digitalisat, 1042Digitalisat, 1043Digitalisat, 1044Digitalisat, 1045Digitalisat (Visitationen); B 18 Nr. 99, 178 (Orgelsachverständiger); D 98 (EphA Herzberg); S 2 Witt Nr. 03, 12 (Fotosammlung); S 09 rep Nr. 1357 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7562 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1647 (Lücken: 1706)
Trauungen: ab 1648
Begräbnisse: ab 1647
Kommunikanten: ab 1687 (Lücken: 1705–1713, 1743–1770)
Konfirmationen: ab 1781 (Lücken: 1791–1801, 1808–1810, 1867–1875)

Literatur & Links

A: Gemeindebuch KK Herzberg, S. 4–8; Kirchen KK Herzberg, S. 16–17; Aye/Kronenberg, Taufbecken, Nr. 34; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 690–691; Meyer, Pastoren I, S. 491–493; Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Osterode, S. 76–79; Paravicini, Residenzen I,2, S. 270–272.
B: Festschrift. 100 Jahre St. Josefkirche. 150 Jahre Nicolaikirche. Herzberg am Harz, hrsg. von der St. Josefgemeinde Herzberg und dem Kirchenvorstand der Ev.-luth. Nicolaikirchengemeinde Herzberg, Herzberg 1995; Nicolaikirche Herzberg am Harz, hrsg. von Kirchenvorstand und Gemeindebeirat der Nicolaikirche [nach 2005]; Peter Fiedler (Hg.): Chronik des Fleckens Herzberg, verfaßt von Johann Georg Wallis um 1780, Herzberg 2000; Hans-Ulrich Funk (Red.): Nicolaikirche Herzberg am Harz. Wiedereinweihung der restaurierten Engelhardt-Orgel. Sonntag, den 6. September 1992; Martina Grohmann: Herzberg. Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Herzberg am Harz 2003, bes. S. 174–192; Walter Hetzer, Ulrich Mattke & Hans-Ludwig Meise: Herzberg am Harz. Vergangenheit und Gegenwart, Herzberg am Harz 1974, bes. S. 22–37; Rudolf Janke: Die Orgel in der Nikolaikirche in Herzberg, in: Uwe Pape (Hg.): Frühromantischer Orgelbau in Niedersachsen, Bericht über die Fachtagung, Hildesheim, 16.-18.9.1976, Berlin 1977, S. 87–93; Hermann Kleinschmidt: Chronik des Fleckens Herzberg am Harz, neu bearbeitet und bis zur Gegenwart fortgeführt von August Eisfeldt, Herzberg am Harz ²1929 [online]; Ernst Nachtigall: Herzberg a. Harz. Würdigung einer kleinen Stadt und alten Welfenresidenz. Osterode (Harz) 1950; Friedrich Spanuth: Die Herzberger ev. Geistlichen bis 1625, 11 Teile (Anfang, 9 Fortsetzungen, Schluß), in: Heimat. Beilage der Kreis-Zeitung Nr. 40–42 (1956) und 1–7 (1957) [in: LkAH, S 9, Nr. 1358]; Friedrich Spanuth: Schulen und Lehrer in Herzberg im 16. und 17. Jahrhundert, mehrere Teile, in: Wochenendbeilage der Kreiszeitung-Herzberger Nachrichten, 1957 [in: LkAH, S 9, Nr. 1358]; Rudolf Zietz: Die drei Glocken von St. Nicolai in Herzberg. Die älteste Glocke stammt aus dem 13. Jh., in: Allgemeiner Harz-Berg-Kalender 1977, S. 73–75.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Altarwand.

GND

5307828-7, Evangelisch-Lutherische Gemeinde der Nicolai-Kirche (Herzberg am Harz)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 156.
  2. Mainzer UB II, Nr. 40. Vgl. insgesamt Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Osterode, S. 76 ff.
  3. MGH DD HL 33. MGH SS 16, S. 87; zu den Pöhlder Annalen siehe knapp: https://www.geschichtsquellen.de/werk/346, 28.10.2021.
  4. MGH DD F I 199.
  5. Pischke, Landesteilungen, S. 15.
  6. Pischke, Landesteilungen, S. 35 ff. und S. 45 ff. Für einen knappen Überblick zur Geschichte des Fsm. Grubenhagen vgl. Pischke, Grubenhagen, S. 143 ff., zum Territorium ebd., S. 151 ff., zum Namen ebd., S. 161 ff.
  7. Paravicini, Residenzen I,2, S. 270 ff.
  8. Grohmann, S. 13 und S. 18 ff.
  9. Digitalisat: http://digital.slub-dresden.de/id404350887/287.
  10. Zur Waffenproduktion in Herzberg: Grohmann, S. 131 ff.
  11. LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, Nicolai, Visitation 1966.
  12. Regesta Thuringiae III, Nr. 1011 und Nr. 1427; UB Eichsfeld, Nr. 343.
  13. 1260 und 1265: Regesta Thuringiae III, Nr. 2795 und Nr. 3339. 1265: UB Walkenried I, Nr. 425; 1290: UB Eichsfeld, Nr. 670.
  14. Kleinschmidt, S. 62 und S. 68 ff.
  15. Zit. bei Grohmann, S. 174 f.
  16. Spanuth, Geistliche, Teil 1.
  17. Zur Reformation im Fsm. Grubenhagen vgl. knapp: Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1023 ff.; Text der ersten KO ebd., S. 1028 ff. Siehe auch Butt, Herrschaft, S. 52 ff.
  18. Spanuth, Geistliche, Teil 10 (9. Fortsetzung).
  19. Spanuth, Grubenhagensche Kirchenvisitation, S. 118.
  20. Spanuth, Geistliche, Teil 8 (7. Fortsetzung).
  21. Spanuth, Geistliche, Teil 10 (9. Fortsetzung).
  22. LkAH, A 8 Nr. 177, S. 17.
  23. Spanuth, Grubenhagensche Kirchenvisitation, S. 118. Zur Schulgeschichte vgl. auch Spanuth, Schulen.
  24. Kleinschmidt, S. 89.
  25. Spanuth, Generalvisitation, S. 55.
  26. LkAH, A 8 Nr. 177, S. 2.
  27. LkAH, A 8 Nr. 177, S. 16 f.
  28. Hetzer, Mattke & Meise, S. 26; Grohmann, S. 179.
  29. KABl. 1891, S. 50. LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1946.
  30. Hetzer, Mattke & Meise, S. 23 f.; Kleinschmidt, S. 62 ff.; LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1946.
  31. Hetzer, Mattke & Meise, S. 24; Gemeindebuch KK Herzberg, S. 7; LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1946.
  32. Gemeindebuch KK Herzberg, S. 7; LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1946.
  33. Hetzer, Mattke & Meise, S. 36; Grohmann, S. 182; Festschrift, S. 42 ff.
  34. Obenaus, Handbuch II, S. 1220 ff.
  35. Zum Folgenden: LkAH, S I H III, Nr. 416, Bl. 27.
  36. LkAH, S I H III, Nr. 416, Bl. 27v. Siehe auch LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1946.
  37. LkAH, S I H III, Nr. 416, Bl. 27; LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitationen 1946 und 1961.
  38. KABl. 1955, S. 86; LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1961.
  39. Hetzer, Mattke & Meise, S. 24; Festschrift, S. 29 f.
  40. LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1961.
  41. KABl. 1960, S. 63 f.
  42. KABl. 1965, S. 4 f.; KABl. 1964, S. 165.
  43. LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1961.
  44. LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1966.
  45. KABl. 2003, S. 25; KABl. 2002, S. 186.
  46. KABl. 2014, S. 103 ff.
  47. KABl. 2012, S. 344 f.
  48. KABl. 1891, S. 50. LkAH, L 5c, unverz., Herzberg, St. Nicolai, Visitation 1946.
  49. KABl. 1955, S. 86; KABl. 2003, S. 25.
  50. KABl. 1964, S. 165; KABl. 1965, S. 4 f.
  51. Kayser, Registrum II, S. 274.
  52. Butt, Herrschaft, S. 67; Steinmetz, GSup. Grubenhagen, S. 79 ff. Der Sitz der GSuptur. war danach an der St. Jacobi Schlosskirche Osterode (1625–1626, 1643–1648, 1659–1708 und 1725–1735) bzw. in Clausthal (1648–1658, 1708–1725 und 1735–1878).
  53. KABl. 2012, S. 344 f.
  54. LkAH, A 8 Nr. 177, S. 17.
  55. Hetzer, Mattke & Meise, S. 25 (dort der Bartholomäi-Kirche zugeordnet).
  56. LkAH, A 8 Nr. 177, S. 17.
  57. Aufriss bei Grohmann, S. 176, Abb. 20.
  58. LkAH, B 18, Nr. 99, Bl. 3.
  59. Vgl. Funk, S. 15 ff.
  60. Pape, Haspelmath, S. 163.
  61. Nicolaikirche, S. 13. Siehe auch http://kirchenmusik-suedwestharz.de/herzberg-ott-kirchsaalorgel.html, 17.12.2021.
  62. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 310, Bl. 11.
  63. LkAH, A 8, Nr. 177, S. 17.
  64. LkAH, A 8, Nr. 177, S. 17.
  65. Grundriss und Querschnitt bei Grohmann, S. 178, Abb. 21.
  66. LkAH, A 8, Nr. 177, S. 16.
  67. LkAH, A 8, Nr. 177, S. 16.
  68. LkAH, A 8, Nr. 177, S. 16; LkAH, B 18, Nr. 99, Bl. 18.
  69. Grohmann, S. 175.
  70. Kleinschmidt, S. 69.