Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Harzer Land | Patrozinium: Jakobus1 | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Im Jahr 1238 gründete Otto das Kind, Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg (amt. 1235–1252), die Osteroder Neustadt.2 Auf dem Gebiet der neuen Stadt hatte vermutlich das ursprüngliche Dorf Osterode gelegen, bevor es wohl nach der Zerstörung von 1152 weiter nordwestlich neu errichtet worden war (heutige Altstadt). Anscheinend war der Markt zunächst weiterhin beim ursprünglichen Dorf an der Jacobikirche abgehalten worden, war jedoch vor 1238 ebenfalls an den neuen Siedlungsplatz verlegt worden. Ein Rat oder ein Vogt der Neustadt sind schriftlich nicht belegt; anscheinend bildeten Alt- und Neustadt bald eine rechtliche Einheit.3

Stiftungsurkunde des Klosters St. Jacobi und St. Maria Osterode aus dem Jahr 1217, 1950

Stiftungsurkunde des Klosters St. Jacobi und St. Maria Osterode, aus dem Jahr 1217

Die Geschichte der Kirche im Gebiet der Osteroder Neustadt reicht über ihr Gründungsjahr 1238 hinaus weiter zurück. Im Jahr 1217 gewährte Ks. Otto IV. († 1218) der Kirche St. Mariae et Jacobi Vogtfreiheit sowie das Recht, Güter zu erwerben und nahm sie unter seinen Schutz; die Kirche, so heißt es überdies, sei auf seinem Erbgut errichtet worden (nos ecclesiam beate Marie virginis sanctique Iacobi in Osterrode in fundo hereditatis noster constructam).4 Im darauffolgenden Jahr bestätigte seine Witwe Ksn. Maria († 1260), Otto habe die vakante Kirche einer Bruderschaft heimischer Geistlicher und Ritter übertragen (ecclesiam sancti Iacobi in Ostrode vacantem, quam dominus noster memoratus imperator fraternitati clericorum et militum comprovincialium […] in perpetuum concessit).5 Die Kirche St. Mariae et Jacobi kann also vermutlich als die ehemalige Dorfkirche Osterodes angesehen werden, die nach der Verlegung des Ortes ihre Funktion verloren hatte.6 Reste dieser romanischen Kirche („Marktkapelle“) konnten bei Grabungen 1952 nachgewiesen werden.7 Kurz vor 1233 gründete ein Ambrosius, vermutlich Ambrosius von Heere, Sekretär Ottos IV., zusammen mit der Bruderschaft (Kaland) ein Nonnenkloster bei der Jakobikirche; Hzg. Otto das Kind schenkte dem neuen Kloster – novellam plantationem venerabilis conventus sancte Marie et beati Iacobi in Osterrodhe – im Jahr 1233 das Patronat über die Kirche Johannis Baptista in Osterode, Vorgängerkirche von St. Aegidien, einen Fischteich und eine Hüttenstätte (piscinam nostram et aream cuiusdam case).8 Die Nonnen des Klosters lebten nach der Regel der Zisterzienser, waren dem Orden jedoch nicht inkorporiert.9
Mit der Gründung der Osteroder Neustadt 1238 erhielt die nunmehrige Klosterkirche eine weitere Funktion: Sie diente fortan auch als Pfarrkirche der neuen Siedlung. Ebenso wie die St. Aegidienkirche ist die Kirche St. Mariae et Jacobi dem Kloster inkorporiert worden, der Zeitpunkt lässt sich jedoch nicht mehr feststellen; 1522 ist nicht mehr von der Pfarrkirche, sondern von der ewigen Vikarie St. Jacobi die Rede.10 Die Jacobikirche besaß mehrere Nebenaltäre, die überwiegend im 15. Jh. urkundlich nachgewiesen sind: Altar St. Georg (1299), Altar Corpus Christi (1322), St. Katharina (1428), St. Nikolaus (1456), Altar St. Johannes und St. Katharina (1462), Apostel Peter und Paul (1464), Heiligkreuz (1483) sowie Altar Unserer Lieben Frau (nach 1486).11 Im Kontext des Klosters ist vermutlich auch die erste nachweisbare Schule in Osterode zu sehen: Am 2. November 1287 ist ein Conradus rector scholarum Osterodensium belegt.12 Im Jahr 1420 übertrugen die Hzg. Friedrich, Erich und Otto zu Braunschweig-Lüneburg diese Schule dem Rat der Stadt Osterode.13

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1860

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1860

Mit der Reformation kam die Aufhebung des Klosters. Der Grubenhagener Fs. und Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg Philipp I. (amt. 1486/94–1551) trat 1526 dem ev. Torgauer Bund bei.14 Erste konkrete Schritte zur Einführung der luth. Lehre war die Säkularisierung der Klöster in den 1530er Jahren. Eine erste KO erließ Philipp I. schließlich 1538. Die 1544 verabschiedete Neufassung orientierte sich an der Wolfenbütteler KO von 1543. Ihre Einführung war begleitet von der ersten Generalvisitation der Gemeinden des Fürstentums, mit der Hzg. Philipp I. die beiden Pastoren Andreas Domeyer (amt. 1537–1557) von der Aegidienkirche Osterode und Ernst Burmester (amt. 1543–1554) aus Einbeck betraut hatte. Spätestens 1535 ist die St. Jacobikirche als ev. Kirche anzusehen, 1542 ist ein Amtmann des Klosters belegt und im gleichen Jahr verpachtete Hzg. Philipp das Klostergut an Jost von Gladebeck; zu den Pachtbedingungen zählte auch die Besoldung eines ev. Predigers.15 Die Nonnen erhielten Wohnung und Unterhalt; als Hzg. Ernst († 1567) das ehemalige Kloster zu einem Schloss umbauen ließ, zogen sie in ein Haus neben der Jacobikirche um. Mit dem Bau des Schlosses schufen sich die Grubenhager Fürsten in Osterode eine Nebenresidenz.16 Die ehemalige Pfarr- und Klosterkirche diente nun als Pfarr- und Schlosskirche, später als Sitz des GSup. des Fsm. Grubenhagen (1625 bis 1626, 1643 bis 1648, 1659 bis 1708, 1725 bis 1735) und seit 1708 als Sitz des Sup. der Insp. Osterode.17 Ihr Pfarrbezirk umfasste im 16. Jh. die Osteroder Neustadt.18
Der erste namentlich bekannte Pastor an der St. Jacobi Schlosskirche war P. Johannes Meyer (amt. 1564–1574).19 P. Johann Kleinschmidt (amt. 1624–1626), zuvor an der St. Aegidienkirche {Osterode, St. Aegidien (alt)}, war seit Januar 1625 gleichzeitig GSup. des Fsm. Grubenhagen.20 Seit der zweiten Hälfte des 17. Jh. war der Pastor der neu eingerichteten Mariengemeinde zur Entlastung des Generalsuperintendenten zur Mitarbeit in der Jacobigemeinde verpflichtet (1659, „Schlosskaplan“). In die Amtszeit von P. und Sup. Christoph Heinrich Borckenstein (amt. 1751–1776) fiel der weitgehende Neubau der St. Jacobikirche, die am 14. Sonntag nach Trinitatis 1752 eingeweiht werden konnte. Zudem erreichte er im Rezess von 1769 eine detaillierte Regelung der Rechte und Pflichten zwischen der Jacobikirche und dem Landesherrn.21

Kirche, Ansicht von Südwesten

Kirche, Ansicht von Südwesten

Im Jahr 1850 gehörte Auguste Harmsen, Ehefrau von Sup. Johann Jacob Harmsen (amt. 1842–1857) zu den Gründerinnen einer Hauswirtschaftsschule in Osterode („Industrieschule für die weibliche Jugend“). Vier Jahre später folgte die Einrichtung einer Kinderbewahranstalt und die Konstituierung des Frauenvereins als Träger dieser sozialfürsorgerischen Einrichtungen; dem Verein stand Friederike Max, Ehefrau von P. Georg Max der St. Aegidiengemeinde vor.22 Im Januar 1855 bildete sich erstmals ein KV in der St. Jacobigemeinde.23 Sup. Karl Kayser (amt. 1885–1891) gründete in seiner kurzen Amtszeit in Osterode einen Kirchenchor, den Brockenverein, der getragene Kleidungsstücke sammelte, ausbesserte und an Bedürftige verteilte („Brockensammlung“) und im Jahr 1888 die Herberge zur Heimat als Unterkunft für Wanderarbeiter und Handwerker.24 Nach seiner Osteroder Zeit machte er sich einen Namen als Autor zahlreicher kirchengeschichtlicher Studien.25
Zum 1. April 1930 errichteten die KG der Stadt Osterode einen Gesamtverband, der u. a. das Vermögen der Verbandsgemeinden verwaltete.26 Die Trägerschaft der Gemeindeschwesternstation der drei Osteroder KG St. Aegidien, St. Jacobi und St. Marien lag bei der Stadtverwaltung.27
Während der NS-Zeit waren nacheinander Sup. Heinrich Hermann Wilhelm Friedrich Dahlmann (amt. 1919–1940) und Sup. Curt Holscher (amt. 1940–1950) für den KK Osterode und die Schlossgemeinde verantwortlich.28 Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab Sup. Holscher 1948 an, dass er und vermutlich auch Sup. Dahlmann kirchenpolitisch zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft gehört hatten.29 Zur Neuwahl des KV im Jahr 1933 schrieb er: „Im Kirchenvorstand sind keine wesentlichen Aenderungen erfolgt. Die in den Kirchenvorstand gewählten Parteigenossen haben sich kirchlich bewährt“. In den Jahren zwischen 1937 und 1943 traten fast 250 der insgesamt 3.500 Glieder der Schlossgemeinde (Stand 1939) aus der Kirche aus.30 Die kirchliche Situation in Osterode schätzte LSup. Wilhelm Stupenhausen (amt. 1936–1948, Sprengel Göttingen-Grubenhagen) nach der Visitation der St.-Jacobi Gemeinde 1939 als kritisch ein; „ein kirchlicher Tiefstand“ sei deutlich sichtbar. „Das liegt einerseits an Jahrzehnte langer Unkirchlichkeit Osterodes. Das liegt andererseits an sehr starken antikirchlichen Einflüssen der Gegenwart, Das liegt aber auch mit daran, dass alle vier Geistliche in gleich hohem Alter standen und stehen. Nach dem Ausscheiden von Pastor Ungewitter [St. Aegidien] ist einer der drei übrigen 74 Jahre alt und die beiden andern je 70 Jahr.“31 LSup. Rudolf Detering (amt. 1936–1961, Sprengel Hildesheim-Harz) urteilte 1947 gleichfalls negativ: „Die Gemeinde ist denkbar unkirchlich und weithin tot. Wer hier arbeitet, muß viel Kraft und Freudigkeit haben“.32
In der Nachkriegszeit wuchs die Zahl der Gemeindeglieder stark an; hatte sie 1939 bei rund 3.500 gelegen, erreichte sie 1947 etwa 6.430 und stieg bis 1959 auf 8.500.33 Gleichzeitig verbesserte sich der Eindruck, den die LSup. bei den regelmäßigen Visitationen der KG gewannen. 1953 lautet das Fazit „Die Gemeinde ist spürbar unterwegs zu wirklicher Gemeinde“.34 Und 1959 heißt es, das Gemeindeleben werde mit „viel Fleiss und Mühe“ gefördert durch „Männerarbeit, Frauenarbeit, Jugendarbeit, durch 14-tägige [sic] Ausspracheabende über kulturelle Themen, durch Einführung eines eigenen Gemeindeblattes mit 450 Lesern, durch Ausbildung eines grossen Helferkreises für die Kindergottesdienstarbeit etc.“.35 Neben Sup. Rudolf Herrfahrdt (amt. 1950–1965) erhielt die Gemeinde mit Pfv. Helmut Lüpke (amt. 1950–1973) einen zweiten Geistlichen; er war mit Hilfeleistungen zur Unterstützung des Sup. beauftragt.36 Eine zweite Pfarrstelle kam 1953 hinzu; besetzt wurde sie erstmals sechs Jahre später mit P. Wigand Koberg (amt. 1959–1962), der sie seit 1957 als Hilfsgeistlicher versehen hatte.

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1952

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1952

Angesichts der wachsenden Gemeindegliederzahl richtete die KG 1955 mit der Barackenkapelle im Lager Bergstraße eine zweite Predigtstätte ein. Das Lager beherbergte sowohl ehemalige Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter als auch Geflüchtete aus den ehemaligen Ostgebieten. Schon 1953 hatte die Jacobigemeinde hier einen ev. Kindergarten eröffnet, den anfangs 14 deutsche und 18 ausländische Kinder besuchten. 1959 zog der Kindergarten in einen Neubau in der Siedlung Dreilinden um, da das Lager Bergstraße zur Bundeswehrkaserne umgebaut wurde.37 Im Bereich der Neubausiedlung Dreilinden lebten seinerzeit rund 2.600 Gemeindeglieder; schon 1953 hatte der KV der Jacobigemeinde einen Bauplatz für ein Gemeindezentrum in diesem Gebiet erworben und 1957 begannen die konkreten Planungen.38 Nach Einweihung der Kirche „Zum guten Hirten“ pfarrte das LKA Hannover die Siedlung Dreilinden zum 1. Januar 1964 aus der Schloß-KG St. Jacobi aus und erhob sie zur eigenständigen Ev.-luth. KG Zum guten Hirten. Die neue Gemeinde übernahm den Kindergarten und die 1961 eingerichtete Pfarrvikarstelle, blieb pfarramtlich jedoch noch bis 1970 mit ihrer Muttergemeinde verbunden.39
Aufgrund des Loccumer Vertrags bzw. durch Patronatsablösung gingen die kirchlichen Gebäude der Jacobigemeinde – Kirche, Pfarrhaus, Küsterhaus – 1955 und 1962 aus staatlichem bzw. städtischem Eigentum in das Eigentum der KG über. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche knüpfte die Aegidiengemeinde zusammen mit der St. Jacobigemeinde und der Gemeinde Zum guten Hirten Ende der 1960er Jahre Kontakte zur Kirchgemeinde Crimmitschau (westlich von Dennheritz). Die Partnerschaftsarbeit schlief nach der Wende ein.40
In Trägerschaft der Schloß-KG eröffnete 1966 das St. Jacobi Alten- und Pflegeheim; die Planungen zum Bau der Einrichtung hatten 1960 begonnen.41 Seit 2006 ist das St. Jacobi Alten- und Pflegeheim als gGmbH organisiert. Die 2007 gegründete Doppelstiftung „Stiftung Erika Matthias zugunsten des Altenheimes St. Jacobi und Stiftung der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Jacobi“ hat sich der Förderung des Gemeindelebens verschrieben, insbesondere unterstützt sie u. a. das Alten- und Pflegeheim und den Erhalt der kirchlichen Gebäude.42
Seit 1997 war die Schloß-KG St. Jacobi pfarramtlich mit der St. Mariengemeinde verbunden.43 Gut ein Jahrzehnt später folgte eine weitere Neustrukturierung: Seit 1. Januar 2008 teilen sich die Osteroder Gemeinden St. Aegidien, St. Jacobi, St. Marien, Kreuz und Zum guten Hirten sowie die KG Lasfelde, Lerbach und Riefensbeek-Kamschlacken (2012 fusioniert, seitdem neue St. Aegidien-KG) ein gemeinsames Pfarramt, das anfangs sechs Pfarrstellen umfasste.44

Pfarrstellen

I: vorref. – II: 1953 (besetzt 1959).45 1997 aufgehoben. 1997 neu errichtet aus der zweiten Pfarrstelle des gemeinsamen Pfarramtes St. Aegidien-St. Marien.46 – III: 1961 als Pfarrvikarstelle errichtet. 1964 übergegangen an KG Zum guten Hirten.47

Umfang

Die ehemalige Neustadt von Osterode sowie südliche und östliche Teile der Stadt. Bis 1964 auch die Siedlung Dreilinden, dann zur neuen KG Zum guten Hirten.48 1962 Westzipfel des Gemeindegebiets umgepfarrt in die St. Mariengemeinde.49

Aufsichtsbezirk
Plan des Amtshofes Osterode mit der St. Jacobi-Kirche, 1950

Plan des Amtshofes Osterode mit der St. Jacobi-Kirche, 1950

Archidiakonat Nörten (sedes Berka) der Erzdiözese Mainz. – Nach der Reformation Suptur. bzw. GSuptur. des Fsm. Grubenhagen bzw. Geistliches Ministerium der Stadt Osterode. Seit 1708 Sitz der Suptur. der Insp. Osterode (1924: KK). Seit 1. Januar 2013 KK Harzer Land.50 – Von 1625 bis 1626, von 1643 bis 1648, von 1659 bis 1708 und erneut von 1725 bis 1735 war die St. Jacobi Schlosskirche Sitz der GSuptur. im Fsm. Grubenhagen und auf dem Harz.51 – Seit 1708 war die St. Jacobikirche Sitz des Sup. der Insp. Osterode, die zunächst folgende Gemeinden umfasste: Barbis, Bartolfelde, Berka, Gillersheim, Katlenburg (mit den Kapellen Duhm, Suterode und Wachenhausen), Lauterberg, Pöhlde, Rüdigershagen, Scharzfeld und Wollershausen.52 1726 wechselte Lauterberg zur Insp. Clausthal. 1727 kamen Dorste, Eisdorf, Dorf Elbingerode (Ellierode) mit mater combinata Hörden, Hattorf, Herzberg, Nienstedt (mit Förste), Schwiegershausen, Sieber und Wulften (erst 1735?) hinzu (vorher Insp. Clausthal).53 1728 kam die neu gegründete KG Lerbach hinzu. 1735 wurden Barbis, Bartolfelde mit matres combinatae Osterhagen und Steina, sowie Lerbach und Scharzfeld zur Insp. Clausthal verlegt, 1751 auch Dorf Elbingerode mit Hörden, Hattorf, Herzberg und Nienstedt.54 1758 kehrten Dorf Elbingerode mit Hörden und Nienstedt zurück zur Insp. Osterode.55 Vor 1763 kamen Berka und Gillersheim zur Insp. Einbeck, während Ebergötzen und Landolfshausen von dort nach Osterode wechselten. Hattorf kehrte zwischen 1790 und 1796 zurück zur Insp. Osterode. 1795 kamen Ebergötzen, Katlenburg, Landolfshausen, Wollershausen und Wulften zur neuen Insp. Katlenburg. An die ebenfalls 1795 eingerichtete Insp. Herzberg fielen Pöhlde und Sieber. Rüdigershagen wechselte 1795 zur Insp. Göttingen, so dass die einst große Insp. Osterode lediglich noch die Gemeinden Dorste, Eisdorf, Dorf Elbingerode (Ellierode) mit mater combinata Hörden, Hattorf, Nienstedt-Förste und Schwiegershausen umfasste. Seit spätestens 1826 ist zudem der Pastor der Mariengemeinde mit unter den Geistlichen der Insp. Osterode aufgelistet.56 Mit der Aufhebung der Insp. Katlenburg 1868 kamen Berka, Gillersheim, Katlenburg und Wulften wieder zu Osterode, während Osterode gleichzeitig Hattorf und Dorf Elbingerode mit Hörden an die Insp. Herzberg abgab. 1951 fusionierte der KK Osterode mit dem KK Willershausen, der seit 1937 vakant war und von Osterode aus mitverwaltet wurde; hinzu kamen dadurch die Gemeinden Düderode (mit KapG Wiershausen), Eboldshausen, Echte, Harriehausen, Kalefeld-Weißenwasser (mit KapG Dögerode), Sebexen und Willershausen (mit KapG Westerhof); gleichzeitig wechselten Berka, Gillersheim und Katlenburg (mit KapG Duhm, Lindau und Suterode) zum KK Northeim.57 Zudem vergrößerte sich die Zahl der Gemeinden durch mehrere Neugründungen: Lasfelde (1955), Kreuzgemeinde Osterode {Osterode, Kreuz}, Gemeinde Zum guten Hirten Osterode und Riefensbeek-Kamschlacken (1989, 2012 fusioniert mit St. Aegidien).58 Zum 1. Januar 2013 schlossen sich die KK Clausthal-Zellerfeld, Herzberg und Osterode zum KK Harzer Land zusammen; die Suptur. Clausthal-Zellerfeld und Osterode wurden aufgehoben, die Suptur. Herzberg nach Osterode verlegt und mit der dritten Pfarrstelle der St. Jacobigemeinde verbunden.59 Am 1. September 2021 gehörten 49 KG zum KK Harzer Land.

Patronat

Die Jacobikirche war dem Kloster St. Mariae et Jacobi inkorporiert. Seit der Reformation war der Landesherr Patron (bis 1871). Rezess von 1769 über Patronatspflichten: Bauunterhalt der Kirche teils aus Kirchengut (in Verwaltung der Kirchenjuraten), teils aus staatlichen Mitteln; Bauunterhalt des Pfarrhauses aus Patronatsbaufonds; Unterhalt der Parochialschule aus staatlichen Mitteln.60 1851 hatte die Stadt Osterode das Schul- und Küsterhaus aus staatlichem Besitz erworben und damit auch einen Teil der Patronatspflichten übernommen: Die Stadt musste das Gebäude oder ein ähnliches „für alle Zeiten zur Jacobi- oder Schloßküster und Organistenwohnung erhalten“.61 Diese Verpflichtung wurde im Dezember 1962 abgelöst.62 Staatliche Verpflichtungen mit dem Loccumer Vertrag (1955) abgelöst.

Kirchenbau
Kirche, Grundriss, 1950

Kirche, Grundriss, 1950

Achtachsiger Rechteckbau mit polygonem Chorschluss und Anbau an Südseite, weitgehend neu errichtet 1751/52, Chor aus gotischer Zeit. Satteldach, Chorschluss mit Walmdach, Anbau mit Schleppdach. Verputztes Bruchsteinmauerwerk mit weißem Anstrich. An den Längsseiten Strebepfeiler, dazwischen zweigeschossige Fenstergliederung: unten niedrige, segmentbogige Sprossenfenster, oben hohe, segmentbogige Sprossenfenster. Zwei Eingänge an Nordseite, östlicher mit Windfang, im Türsturz Inschrift: „Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken“. Im Innern verputztes, hölzernes Tonnengewölbe, verziert mit Stuckgesims; u-förmige Emporenanlage, im Westen zweistöckig; an Südseite geschlossene Fürstenloge mit Dreiecksgiebel, im Giebelfeld britisch-hannoversches Wappen. 1894 Windfang an Nordseite erbaut. Um 1900 Strebepfeiler an Südseite. 1951/52 Sanierung (u. a. statische Sicherung Südwand). 1975/76 Sanierung. 1990 KGb. unter Denkmalschutz gestellt. Bis 2016 Außensanierung (u. a. neues Dach, Außenputz).

Fenster

Im Chorraum vier figürlich gestaltete Buntglasfenster (1908, Entwurf: Franz Lauterbach; Ausführung: Firma Reinhard Ebeling, Hannover), Christi Geburt, Inschrift: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“, Christi Grablegung, Inschrift: „Wenn ich einmal soll scheiden, so Scheide nicht von mir“, Christus Pantokrator, Inschrift: „Ich bin bei Euch alle Tage“ und der barmherzige Samariter, Inschrift: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen“; rechts unten jeweils Stifterinschrift.

Grablege

Neben der Stiftskirche St. Alexandri in Einbeck und der Osteroder Aegidienkirche diente auch die Jacobi-Kirche als Grablege der Grubenhagener Linie der Welfen; begraben sind hier Hzg. Albrecht II. († 1485), seine Ehefrau Hzgn. Elisabeth († 1513) und Hzgn. Katherine von Mansfeld († 1535), Gemahlin von Hzg. Philipp I. († 1551).63 In der Südostecke befand sich angeblich die Gruft der Familie von Minnigerode, Portalgewände mit Inschrift „Anno 1646“ im Sturz erhalten.64

Kirche, Ansicht von Südwesten, 1950

Kirche, Ansicht von Südwesten, 1950

Turm

Querrechteckiger Westturm mit Walmdach, Uhrerkern nach Norden und Süden sowie sechsseitigem, verschiefertem Dachreiter, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne, erbaut wohl um 1560 (Umbau des Klosters zum Schloss). Unterbau aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit weißem Anstrich; Eckquaderung, geböschter Stützpfeiler an Südwestecke, mehrere rechteckige, segmentbogige und rundbogige Fenster. Die leicht auskragenden Fachwerkobergeschosse mit Ziegelbehang, im Glockengeschoss hochrechteckige Schallfenster mit Horizontallamellen nach Norden und Süden, vierteiliges Schallfensterband nach Westen. Turmuhr (1864, J. F. Weule, Bockenem; seit 2017 im Foyer der Kirche). Um 1860 barocker Dachreiter durch schlichteren ersetzt. Zweite Hälfte 19. Jh. Fachwerkobergeschosse mit Schiefer verkleidet. Um 1900 Gewölbe entfernt, stattdessen „flache Decken mit Ankern“.65 1952 Außenmauern teilweise erneuert. Nach 2007 Außensanierung (u. a. Dacherneuerung, Außenputz).

Vorgängerbauten

Romanischer Rechteckbau („Marktkapelle“), 9,7 Meter breit, 12,2 Meter lang, Eingänge nach Norden und Westen; Reste 1952 ergraben.66 Gotische Klosterkirche, wohl erbaut bald nach Klostergründung (1233), Chorschluss in heutiger Kirche erhalten (Sakristei). KGb besaß vermutlich keinen Turm, sondern einen Dachreiter. Im Innern wohl flache Decke. KGb war anfangs etwa 16 Meter lang, etwa um 1330 nach Westen verlängert und an Südseite des Chors Nonnenchor errichtet. Wohl 1466–72 Erneuerung der Kirche. Vor Mitte des 17. Jh. Bau eines Turms, wohl auf dem heutigen Südanbau (oberer Teil achteckig, geschweifter Helm mit hoher Laterne).67 Klosterkirche 1751/52 weitgehend abgetragen und Neubau errichtet (nach Norden hin breiter).

Kirche, Blick zum Altar, nach 1951

Kirche, Blick zum Altar, nach 1951

Ausstattung

Schlichter Blockaltar mit zweistöckigem Retabel (Mitte 17. Jh.), im Hauptfeld plastische Kreuzigungsszene vor gemaltem Hintergrund, links und rechts verzierte Konsolen mit Säulen, die verkröpftes Gebälk tragen, darüber Auferstehungsgemälde (1657, E. Richter), umgeben von mehreren Tugenden- und Engelsskulpturen; an den Seiten des Retabels zwei Flügel eines älteren Altars mit zwölf geschnitzten Apostelfiguren (um 1420); in der Predella Abendmahlsbild (Mitte 17. Jh., nach Otto van Veen), Jesus und die Jünger sind liegend dargestellt; Altar 1751/52 in Kanzelaltar umgewandelt, 1951 zurückgebaut. 1958 Restaurierung des Altars. – Hohe Kanzel (um 1657, Andreas Gröber, Osterode), polygoner Kanzelkorb mit Ecksäulchen, an den Wandungen Skulpturen Christi und der vier Evangelisten; Mosesfigur als Kanzelträger (um 1600, aus der 1795 abgebrannten Kirche in Echte); Kanzelkorb 1751 in Altar eingesetzt, 1951 herausgenommen und auf tragender Mosesfigur aufgestellt; 1992 Figur des Evangelisten Matthäus gestohlen, durch neue Figur ersetzt (1993, Manuel Donato Diez, Nordstemmen).68 – Romanischer Taufstein (wohl 12. Jh.), rundes Becken, moderner Fuß, ursprünglich in Volpriehausen, seit 1951 in der Jacobikirche. – Kruzifix (20. Jh.), Antoniuskreuz. – Vorref. Altarmensa mit Weihekreuzen; in Christuskapelle unter der Fürstenloge. – Kruzifix (1941, Guy Melicourt), angefertigt „aus gekautem Papier“, ursprünglich als Requisite für die Theatergruppe im Kriegsgefangenenlager Osterode, in dem französische Offiziere untergebracht waren; in Christuskapelle unter der Fürstenloge.69 – Skulptur St. Jakobus (um 1400), Eiche, ursprünglich in einem Strebepfeiler an der Nordseite, in den 1970er Jahren aus konservatorischen Gründen in den Innenraum versetzt. – Gemäldezyklus Leben Christi, 22 Bilder (um 1650). – Epitaph für GSup. Christian Friedrich Knorr († 1704), Brustbild des Verstorbenen, umgeben von Rankenwerk mit Engelsfiguren und vier Inschriftenmedaillons. – Reich verziertes Barockepitaph für Bergrat Peter Hartzing († 1680). – Gemälde „Übergabe der Augsburgischen Konfession an Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Augsburg am 25. Juni 1530“ (vielleicht um 1656/62).70 – Chorgestühl (frühes 20. Jh.). – Sarg für Bodo von Hodenberg († 1650) und mehrere Sargfragmente; 1952 bei Ausgrabungen im Chorraum entdeckt.71 – Außen: In Strebepfeiler an der Nordseite Skulptur St. Jacobus (1983, Werner Schatz, Lerbach).72 – Ehemalige Ausstattung: Zwei Tafelbilder (um 1420), Christi Höllenfahrt und Christi Himmelfahrt; ursprünglich auf den Rückseiten der mittelalterlichen Altarflügel, die seitlich am Retabel angebracht sind, 1955 freigelegt, 1958 herausgelöst. 1974 abgegeben an das Niedersächsische Landesmuseum in Hannover; seit 2000 als Dauerleihgabe in der Burg Dankwarderode, Außenstelle des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig.73

Kirche, Ansicht von Südosten

Kirche, Ansicht von Südosten

Orgel

1461 orgelen urkundlich belegt.74 1533 gebrauchte Orgel aus dem Kloster Pöhlde übernommen.75 Vor 1666 Orgelneubau unter Verwendung des vorhandenen Instruments, unbekannter Orgelbauer, 20 II/P, Pedal nur kurze Oktave (Zustand 1730). Mitte des 18. Jh. Umbau und Dispositionsänderung, 22 II/P, Pedal nur kurze Oktave (Zustand 1778, 1823); Instrument 1841 an die Kirche in Reinhausen (Gleichen) abgegeben. 1841 Orgelneubau, ausgeführt von Johann Andreas Engelhardt (Herzberg), 22 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1880 Instandsetzung, Robert Knauf (Bleicherode). 1903 Änderung der Disposition, August Schaper (Hildesheim). 1952/53 Erweiterung um zwei Pedaltürme und Änderung der Disposition, Paul Ott (Göttingen), 26 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1992/93 Restaurierung, ausgeführt von Rudolf Janke (Bovenden), Pedaltürme entfernt, 26 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Am Prospekt zwei Skulpturen musizierender Engel (17. Jh.). – Truhenorgel, erbaut 2010 von Jens Steinhoff Orgelbau (Schwörstadt), 6 I/–, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Vier LG, I: e’ (Bronze, Gj. 1621, Thomas Simon, lothringischer Wandergießer), Inschriften: „V[on] G[ottes] G[naden] Christian Bischof zu Minden Herzogk zv Bravns[chweig] v[nd] Lvn[ebvrg]“ und „Der Landdrost Diterich Behr lies mich giessen zu Gottes Ehr 1621“, Bilder: zehn kleine Reliefs;76 II: fis’ (Bronze, Gj. 1745, Christoph August Becker, Hildesheim), Inschriften: „Georg II D. G. M. Brit. Fr. et H. Rex. F. D. Bruns. et Lun. dvx S. R. I. A. Th. et Elector 1745“ (Georg II, von Gottes Gnaden Kng. von Großbritannien, Frankreich und Irland, Verteidiger des Glaubens, Hzg. zu Braunschweig und Lüneburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches 1745) und „Iohann Georg Lodemann Superintend, Iohann Iac. Died. Heider Oberamtmann, Georg August Helmold Amtsschreiber, Ioh. Casp. Wendeborn Provisor. Goss mich Christo. Aug. Becker in Hildesheim“, Bilder: Kruzifix, St. Jakobus („S. Jacobus“); III: a’ (Bronze, Gj. 1921, Firma Radler, Hildesheim), bis 1954 in der Erlöser bzw. Zionskirche Hannover; IV: d’’ (Bronze, Gj. 1519, Breslau), Inschrift: „Sit Nomen Dominum Benedictum ex hoc nunc usque in saeculum 1519“ (Der Name des Herrn sei gepriesen, von nun an bis in Ewigkeit), Patenglocke aus Krzyków (województwo opolskie, früher Krickau, Kr. Namslau in Niederschlesien). Zwei SG, I: h’ (Bronze, Gj. 15. Jh.), flache Form, keine Inschrift; II: c’’’ (Bronze, Gj. 1624), Inschrift: „[A]n[n]o 16[24]“, Bilder: Mondsichelmadonna, thronender Christus, Reiter mit Hut.77

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus I (Bj. 1705, Schloßplatz 5). – Pfarrhaus II (Bj. 1885, Schloßplatz 3), 1962 von Stadt erworben (Patronatsablösung), Eichenfachwerk mit Steinausfachung. – Gemeindehaus (Bj. 1976, Schloßplatz 3a). – Küsterhaus (Bj. 1750, Schloßplatz 2, in baulicher Verbindung mit Turm), 1962 von Stadt erworben (Patronatsablösung), Bruchsteinuntergeschoss, Fachwerkobergeschoss.

Friedhof

Vermutlich erster Friedhof rund um die Marktkapelle, angelegt bei Gründung Osterodes wohl im 10. Jh. (Knochenfunde bei Grabungen 1952).78 Nonnenfriedhof seit dem 13. Jh. und Gemeindefriedhof der Neustadt, ebenfalls 13. Jh.79 Wohl seit den 1330er Jahren Mitnutzung des Johannisfriedhofs in der Johannisvorstadt (bzw. Abgrenzung eines eigenen Bereichs dort).

Liste der Pastoren (bis 1940)
Kirche, Ansicht von Südosten

Kirche, Ansicht von Südosten

(Die Inhaber der Pfarrstelle waren 1625–1626, 1643–1648, 1659–1708 und 1725–1735 zugleich GSup. von Grubenhagen und auf dem Harz. Ab 1708 Sup. der Insp. Osterode)
1564–1574 Johann Meyer. – 1574 (1578 ?)–1590 Andreas Domeyer. – 1590–1620 Andreas Rethel. – 1620–1624 Johann Zeisig (Ziesich). – 1624–1626 Johannes Kleinschmidt. – 1626–1639 Johann Tauber. – 1639–1648 Franz Daniel Berg(ius). – 1648–1660 Johann Liesegang. – 1661–1670 Henning Benthem. – 1671–1675 Magister Christian Ludwig Henneberg. – 1675–1704 Lic. Christian Friedrich (Ferdinand) Knorr. – 1704–1707 Magister Martin Chilian Stisser. – 1708–1726 Erich Melchior Lunde. – 1726–1735 Johann Justus Berckelmann. – 1735–1750 Johann Georg Lodemann. – 1751–1776 Christoph Heinrich Borckenstein. – 1776–1779 Johann Gottfried Wilhelm Wagenmann. – 1779–1784 Johann Karl Ehrenfried Reidemeister. – 1784–1794 Johann Christoph Unverzagt. – 1795–1805 Rudolf Gottfried Köster. – 1806–1816 Georg Friedrich Reinhold. – 1816–1826 Johann Friedrich Heinrich Effler. – 1826–1837 Karl Christian Daniel Baurschmidt. – 1838–1841 Arnold Karl Konrad Hölty. – 1842–1857 Johann Jakob Harmsen. – 1857–1875 August Wilhelm Julius Meyer. – 1875–1885 Georg August Friedrich Kleinschmidt. – 1885–1891 Karl Adolf Friedrich August Kayser. – 1891–1898 Karl Valentin Hermann Ernst Baustaedt. – 1898–1919 Paul Dietrich Otto Gehrcke. – 1919–1940 Heinrich Hermann Wilhelm Friedrich Dahlmann.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 252–253

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 8920–8963 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 539, 725, 727, 729, 731 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 6464–6486 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1777Digitalisat, 1778Digitalisat, 1779Digitalisat, 1780Digitalisat, 1781Digitalisat, 1782, 1783Digitalisat, 1784Digitalisat, 1785Digitalisat (Visitationen); D 47 (EphA Osterode); N 003 (NL Karl Kayser); S 11a Nr. 7590a (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1590 (Lücken: 1595–1604, 1634–1638; unvollständig: 1627–1633, 1650, 1651)
Trauungen: ab 1639
Begräbnisse: ab 1675
Kommunikanten: ab 1737 (Lücken: 1741–1814, 1816–1854)
Konfirmationen: ab 1676 (Lücken: 1717–1729)
Erstkommunikanten: 1746–1778, 1780–1783, 1785–1791, 1793–1820

Literatur

A: Brückner, Bekenntnisgemälde, S. 240 und S. 279 (Nr. 29); Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1075–1076; Kayser, Inspektion Osterode, S. 1–16; Meyer, Pastoren II, S. 252–253; Pape, Schaper, S. 440–442; Paravicini, Residenzen Bd. I,2, S. 438–439; Schäfer, Orgelwerke, S. 25–26.
B: 800 Jahre St. Jacobi-Schloßkirche Osterode am Harz (1217–2017), hrsg. von der Ev.-luth. St. Jacobi-Schloßkirchengemeinde, Osterode am Harz 2017; Hans-Günther Griep: Der mittelalterliche Altarschrein in der Schloßkirche St. Jacobi zu Osterode/Harz, in: HbllHarzRd 27 (1971), S. 26–31; Gerhard Helwing: 50 Jahre evangelischer Kindergarten Osterode, in: HbllHarzRd 59 (2003), S. 110–112; Jörg Leuschner (Hg.): Osterode. Welfensitz und Bürgerstadt im Wandel der Jahrhunderte, Hildesheim, Zürich, New York 1993; Karin Nogay & Gudrun Aust (Red.): 25 St. Jacobi-Altenheim Osterode. Ein Haus der Geborgenheit. 1966–1991 (= Ausgabe der Heimzeitung zum Jubiläum), Osterode 1991; Johannes Schäfer: Osteroder Orgelchronik. Geschichte der Orgelwerke in Osterode am Harz (= Osteroder kirchengeschichtliche Nachrichten 2), Osterode 1961, S. 34–37; Franz Schimpf: Zu dem Gemälde der Übergabe der Augsburgischen Konfession an Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Augsburg am 25. Juni 1530 im Besitz der St. Jacobi-Schloßkirchengemeinde in Osterode am Harz, in: HbllHarzRd 35 (1979), S. 22–25; Albrecht Schütze: Chorfenster in St. Jacobi-Schlosskirche neu entdeckt, in: HbllHarzRd 74 (2018), S. 2–5; Walter Struve: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus in einer industriellen Kleinstadt. Osterode am Harz 1918–1948, Augsburg 1992, bes. S. 301–313; Konrad von Vietinghoff: Einige kirchengeschichtliche und ikonographische Bemerkungen zu dem Bild „Übergabe der Augsburgischen Konfession“ im Besitz der St. Jacobi-Schloßkirchengemeinde, in: HbllHarzRd 35 (1979), S. 19–21.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Altar.

GND

16106664-1, Evangelisch-Lutherische St.-Jacobi-Schlosskirchengemeinde Osterode; 7699471-5, Sankt Jakobi (Osterode, Harz)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 164.
  2. Max, Grubenhagen II, Urkundenbuch Nr. 6. Insgesamt zur frühen Entwicklung Osterodes vgl. Pischke, in: Leuschner, S. 17 ff.
  3. Pischke, in: Leuschner, S. 37.
  4. UB Osterode, Nr. 1; Max, Grubenhagen II, Urkundenbuch, Nr. 1 (mit Datierung 1218).
  5. UB Osterode, Nr. 2; Max, Grubenhagen II, Urkundenbuch, Nr. 2.
  6. Pischke, in: Leuschner, S. 36 f.; UB Osterode, S. 9 f.
  7. Müller, Kirchen und Klöster, S. 70.
  8. UB Osterode, Nr. 5. Zur Geschichte des Klosters: Dolle, Klosterbuch III, S. 1237 ff.; UB Osterode, S. 9 f.; Pischke, in: Leuschner, S. 108 ff.; Müller, Kirchen und Klöster, S. 17 ff.
  9. UB Osterode, S. 13; Pischke, in: Leuschner, S. 109. In einigen Urkunden wird eine Zugehörigkeit zum Benediktinerorden angegeben.
  10. UB Osterode, Nr. 278 und Nr. 280–282; Müller, Kirchen und Klöster, S. 26.
  11. Dolle, Klosterbuch, S. 1242; UB Osterode, S. 321 (Registereinträge).
  12. Max, Grubenhagen II, S. 276. Zum Folgenden: Pischke, in: Leuschner, S. 131.
  13. Max, Grubenhagen II, Urkundenbuch, Nr. 91.
  14. Zur Reformation im Fsm. Grubenhagen vgl. knapp: Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1023 ff.; Text der ersten KO ebd., S. 1028 ff. Siehe auch Butt, Herrschaft, S. 52 ff.
  15. Dolle, Klosterbuch, S. 1239; Müller, Kirchen und Klöster, S. 29.
  16. Pischke, Grubenhagen, S. 161; Paravicini, Residenzenforschung Bd. I,2, S. 439. Ost- und Westflügel des Schlosses wurden 1894 und 1898 abgebrochen, der ehemalige Südflügel dient als Amtsgericht, 800 Jahre, S. 10 f.
  17. Steinmetz, GSup. Grubenhagen, S. 79 ff.; 800 Jahre, S. 56 ff.
  18. Leuschner, S. 224.
  19. Leuschner, S. 224; Kayser, Inspektion Osterode, S. 6; Meyer, Kirchen und Kapellen, S. 55. In der Auflistung der Pastoren an St. Jacobi nennt Müller allerdings den späteren Marien-Pfarrer Dietrich von Einem an erster Stelle, Amtszeit 1534 bis 1554 und schreibt: „Als erster ev.-luth. Pastor wird der frühere Kaplan Dietrich von Einem genannt […] von Einem hat wahrscheinlich die beiden Pfarren von St. Jacobi und St. Marien (Vorstadt) zeitweise zusammen versehen“ (ebd., S. 85).
  20. Steinmetz, GSup. Grubenhagen, S. 87.
  21. Müller, Kirchen und Klöster, S. 97 f.
  22. Müller, Kirchen und Klöster, S. 104; Leuschner, S. 404 f.
  23. Kayser, Inspektion Osterode, S. 5.
  24. Müller, Kirchen und Klöster, S. 105 ff.; Leuschner, S. 405.
  25. Etwa: Kayser, Kirchenvisitationen; seit 1896 Schriftleiter ZGNK.
  26. KABl. 1930, S. 30 f.
  27. LkAH, L 5c, unverz., Osterode, St. Jacobi, Visitationen 1939, 1944 und 1953.
  28. Nach Struve, S. 302, verhinderte „ein Finanzexperte im Reichskirchenministerium 1940 die Berufung eines Kandidaten in das Amt des Superintendenten in Osterode mit der Begründung, dieser Geistliche sei politisch unzuverlässig“. Siehe auch 800 Jahre, S. 59. Nach Klügel, Landeskirche Bd. I, S. 317, Anm. 44a, handelte es sich dabei allerdings nicht um einen potentiellen Nachfolger von Sup. Dahlmann, sondern um „die Beauftragung des OLKR Mahrenholz für die Superintendentenpfarre Osterode“ im Jahr 1941, wohl als Kriegsvertreter für Sup. Curt Holscher.
  29. LkAH, S 1 H III Nr. 420, Bl. 16r, dort auch das folgende Zitat. Vgl. auch Leuschner/Hillegeist, in: Leuschner, S. 504.
  30. LkAH, S 1 H III Nr. 420, Bl. 16v; LkAH, L 5c, unverz., Osterode, St. Jacobi, Visitation 1944; Struve, S. 310.
  31. LkAH, L 5c, unverz., Osterode, St. Jacobi, Visitation 1939. Vgl. auch LkAH, A 9, Nr. 1776 (Visitation 1934): „Es ist kein weicher, aufnahmewilliger Boden, auf dem das Ackerwerk des Reiches Gottes hier zu treiben ist“.
  32. LkAH, L 5c, unverz., Osterode, St. Jacobi, Visitation 1947.
  33. LkAH, L 5c, unverz., Osterode, St. Jacobi, Visitationen 1939, 1947 und 1959.
  34. LkAH, L 5c, unverz., Osterode, St. Jacobi, Visitation 1953.
  35. LkAH, L 5c, unverz., Osterode, St. Jacobi, Visitation 1959.
  36. Eingewiesen Januar 1952, KABl. 1952, S. 12.
  37. Helwing, S. 110 ff. Zum Lager: Leuschner, S. 599 ff.
  38. LkAH, B 2 G 9, Nr. 2446, Bl. 45 f. (Schreiben Sup. des KK Osterode an LKA, 12.06.1957).
  39. KABl. 1961, S. 87; KABl. 1964, S. 3 f.; KABl. 1970, S. 4.
  40. 800 Jahre, S. 23. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  41. Nogay & Aust, S. 11 ff.
  42. 800 Jahre, S. 23. Satzung: http://stiftung-stjacobi-osterode.de/satzung.html, 22.11.2021.
  43. KABl. 1997, S. 203.
  44. KABl. 2007, S. 222.
  45. KABl. 1953, S. 164 f.
  46. KABl. 1997, S. 203.
  47. KABl. 1964, S. 3 f.
  48. KABl. 1964, S. 3 f.
  49. KABl. 1962, S. 106.
  50. KABl. 2012, S. 344 f. Vgl. auch 800 Jahre, S. 61.
  51. Steinmetz, GSup. Grubenhagen, S. 79 ff.; 800 Jahre, S. 56 ff.
  52. Kayser, Inspektion Osterode, S. 3.
  53. Leuschner, S. 307.
  54. Kayser, Inspektion Osterode, S. 3.
  55. NLA HA Hann. 93 Nr. 289, 25.11.2021.
  56. Hannoverscher Staatskalender 1826, S. 298. Im Jahr 1821 ist er dort noch nicht genannt, vgl. Hannoverscher Staatskalender 1821, S. 321.
  57. KABl. 1951, S. 5.
  58. KABl. 1955, S. 13 f., KABl. 1962, S. 76 f., KABl. 1964, S. 3 f., KABl. 1989, S. 7 f.; KABl. 2012, S. 33 f.
  59. KABl. 2012, S. 344 f. Vgl. auch 800 Jahre, S. 61.
  60. Kayser, Inspektion Osterode, S. 2; Müller, Kirchen und Klöster, S. 55.
  61. LKA, G 15/Osterode, St. Jacobi Schlosskirche, Bl. 1i (Abschrift).
  62. LKA, G 15/Osterode, St. Jacobi Schlosskirche, Bl. 51a–d (Abschrift).
  63. Pischke, Grubenhagen, S. 157 f.; Müller, Kirchen und Klöster, S. 29.
  64. Müller, Kirchen und Klöster, S. 74; Lampe, Inschriften Osterode, S. 298, Nr. 203.
  65. Müller, Kirchen und Klöster, S. 73.
  66. Zum Folgenden: Müller, Kirchen und Klöster, S. 70 ff. (Grundrisse ebd., S. 71); Dolle, Klosterbuch, S. 1242.
  67. Der Turm ist auf dem Merian-Stich von 1654 zu sehen, Digitalisat: http://digital.slub-dresden.de/id404350887/425.
  68. Lampe, Inschriften Osterode, S. 210 f., Nr. 129.
  69. 800 Jahre, S. 18.
  70. Brückner, Bekenntnisgemälde, S. 240 und S. 279 (Nr. 29); Schimpf, S. 24. Siehe auch Vietinghoff, S. 19 ff.
  71. Lampe, Inschriften Osterode, S. 306 ff., Nr. 212 und 215–217.
  72. 800 Jahre, S. 4.
  73. Griep, S. 26 ff.; 800 Jahre, S. 8 und S. 13; Lampe, Inschriften Osterode, S. 78 ff., Nr. 22.
  74. UB Osterode, Nr. 199.
  75. Zur Orgelgeschichte: Schäfer, S. 35 ff.; LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 522; LKA, G 9 B/Osterode, St. Jacobi Schlosskirche Bd. II und III, bes. Bd. II, Bl. 174 ff. (Zur Baugeschichte der Orgel in der St. Jacobi-Schloßkirche in Osterode am Harz).
  76. Lampe, Inschriften Osterode, S. 256 ff., Nr. 167.
  77. Lampe, Inschriften Osterode, S. 266 f., Nr. 172: „Z-förmige 2 um 90° nach links gedreht, so dass die Form eines N erscheint; die 4 ist spiegelverkehrt und beim Guss etwas verrutscht. Die Glockenkartei hat als Jahreszahl 1606.“
  78. Müller, Kirchen und Klöster, S. 70.
  79. Grobis, „Alte Burg“ & Johannisfriedhof, S. 122 ff.