Sprengel Osnabrück, KK Syke-Hoya | Patrozinium: Christus | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich lässt sich Syke erstmals um 1250 nachweisen: illi de Syke (die aus Syke) erscheinen in einem Verzeichnis der jährlichen Beiträge, welche die Orte im Bremer Umland zum Unterhalt der dortigen Weserbrücke zu zahlen hatten.1 Als Sike ist der Ort im ältesten Lehenbuch der Gf. von Oldenburg-Bruchhausen belegt (13./14. Jh.).2 Vermutlich Ende des 13. Jh. legten die Gf. von Neubruchhausen eine Wasserburg bei Syke an, die 1370 als slot erwähnt ist.3 Als Flecken lässt sich Syke erstmals 1520 nachweisen und 1589 zählte der Ort zu den „sieben freyen flecken der oberen Graffschaft Hoya, Braunschweigischen Teils“.4 1929 erhielt Syke Stadtrechte. Syke gehörte zum Besitz der Gf. von Bruchhausen und fiel, nachdem diese in der zweiten Hälfte des 14. Jh. ausgestorben waren, an die Gf. von Hoya. Als diese Familie wiederum 1582 in männlicher Linie ausstarb kam die Gft. Hoya – und damit auch Syke – an das welfische Hzm. Braunschweig-Lüneburg (größtenteils an das Fsm. Calenberg).5 Seit Anfang des 16. Jh. ist Syke als Sitz des gleichnamigen Amtes belegt. Von 1810 bis 1813 gehörte Syke zum gleichnamigen Kanton im Arrondissement Bremen des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Ab 1814 gehörte der Ort zum Kgr. Hannover und war wieder Sitz des Amtes Syke, das 1821 noch Ramminghausen sowie die Vogteien Barrien, Heiligenfelde und Nordwohlde umfasste. Mit der Annexion Hannovers kam Syke 1866 zum Kgr. Preußen, war ab 1885 Sitz des neuen Lkr. Syke (Ämter Syke, Freudenberg, Bruchhausen), ab 1932 des Lkr. Grafschaft Hoya und gehört seit 1977 zum Lkr. Diepholz. 1974 wurden Barrien, Gessel, Gödestorf, Heiligenfelde, Henstedt, Jardinghausen, Okel, Osterholz, Ristedt, Schnepke, Steimke, Wachendorf nach Syke eingemeindet. Seit 1871 besitzt der Ort einen Bahnhof (Strecke Bremen–Syke–Osnabrück). Zur sozialen Zusammensetzung der Bevölkerung schrieb der Ortspastor 1937: „Hier überwiegen die Beamten; dazu viel Mittelstand und Arbeiter. Die bäuerliche Bevölkerung Sykes ist stark zurückgegangen.“6 Knapp zwei Jahrzehnte später heißt es im Visitationsbericht, in Syke wohnten neben Kleinbauern, Beamten, einigen Kaufleuten und Handwerkern „ausserdem viele Arbeiter und Angestellte, die täglich nach Bremen zur Arbeit fahren“.7 Im Jahr 1775 lebten knapp 410 Menschen in Syke, 1821 rund 1.015, 1925 gut 2.860, 1950 etwa 6.950 und 2017 gut 11.000 (ohne Eingemeindungen).

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht, um 1960

Kirchturm, um 1960

Kirchlich gehörte Syke bis hinein in die erste Hälfte des 19. Jh. zum Kirchspiel Barrien. Als Gotteshaus diente eine Kapelle auf dem Gelände der Burg. Zusammen mit der Muttergemeinde wechselte Syke zur luth. Lehre, als Gf. Jobst II. die Reformation in der Gft. Hoya einführte: Etwa 1527 hatte er den Lutherschüler Adrian Buxschott an seinen Hof geholt, später Pastor in Hoya und erster Sup. der Gft. sowie um 1533 vermutlich Mitautor der ersten Hoyaer KO (Cristlike ordeninghe, yn der karken unser hersschup gestellt).8 Als erster luth. Prediger in Barrien und Syke gilt P. Wolter Dörgeloh (amt. 1520, 1526), der möglicherweise zusammen mit seiner Gemeinde zur luth. Lehre wechselte. Gleichzeitig ist der Kaplan Heinrich Heseding belegt.9 P. Andreas Neuhaus (amt. 1587–89) gab bei der Visitation 1588 zu Protokoll, er halte jeden Sonntag und an den Festtagen einen morgendlichen Gottesdienst in der Burgkapelle Syke; die Nachmittagsgottesdienste zählten zu den Aufgaben des Syker Lehrers.10
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde 1628 die Burgkapelle in Syke zerstört. Der Neubau, 1640 „zwischen des H[er]r[n] Amtschreibers und des H[er]r[n] Hausvoigt Häusern“ errichtet, ist auf dem Merian-Stich von 1654 zu sehen.11 Anfang des 18. Jh. folgte der nächste Neubau: 1704/05 wurde die Kapelle „vor das Flecken gesetzet und gantz neu aufgebauet“.12 Neben der Kirche stand ein hölzerner Glockenstuhl mit einer mittelalterlichen Glocke. Am Gottesdienstrhythmus hatte sich im Vergleich zu 1588 nichts verändert: Auch 1735 kam der Pastor aus Barrien an jedem Sonn- und Festtag für einen Frühgottesdienst nach Syke. Die Nachmittags- und Wochengottesdienste sowie die zweiten Festtage übernahm der „Cantor im Flecken Sӱke“.13 Seit der ersten Hälfte des 18. Jh. lassen sich auch jüd. Familien in Syke nachweisen, die Synagogengemeinde gründete sich 1843 (vermutlich 1859 zusammengeschlossen mit Gemeinde Brinkum, zu der auch Leeste und Weyhe gehörten).14
Nach dem Tod von P. Johann Georg Drechsler (amt. 1814–1830) setzten sich der Syker Oberamtmann und mehrere Dorfschaften für eine Aufteilung des großen Kirchspiels mit seinen etwa 4.000 Gemeindegliedern ein.15 Die Errichtung einer eigenen Pfarrstelle und damit die Gründung der eigenständigen Kirchengemeinde Syke erfolgte schließlich 1837. P. Johann Friedrich Karl Naumann (amt. 1837–1849) übernahm die neue Pfarrstelle. In die Amtszeit von P. Wilhelm Friedrich Kallmeyer (amt. 1864–1895) fiel der Bau der heutigen Christuskirche. Das alte Kapellengebäude von 1704/05 war zu klein geworden für die wachsende Gemeinde und wurde 1882 abgebrochen. Während der Bauzeit versammelten sich die Syker im ehemaligen Kornzinshaus zum Gottesdienst. Im März 1885 konnte die Gemeinde das neue Gotteshaus einweihen.

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Während der NS-Zeit hatten P. Karl Friedrich Hermann Rudloff (1931–1935) und P. Eberhard Hafermann (amt. 1935–1954) das Syker Pfarramt inne; letzterer war gleichzeitig der erste Sup. des KK Syke. Beide Pastoren gehörten zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft, wie Sup. Hafermann rückblickend im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ angab.16 Bei der Neuwahl des KV 1933 sei „die zum Siege gelangte Kirchenvorsteherliste von Stahlhelmern unterstützt“ worden, die „Partei der SA“ hingegen unterlag.17 Im Oktober 1934 predigte Lbf. August Marahrens in einem Gottesdienst in Syke, der „sich zu einer eindrucksvollen und feierlichen Kundgebung für die Bekenntnisgemeinschaft“ gestaltete, wie es in der Syker Zeitung hieß.18 „Der Riesenbesuch ließ deutlich darauf schließen, daß die DC seitens der Bevölkerung abgelehnt wurde“, konstatierte Sup. Hafermann im erwähnten Fragebogen.19 Eine nachhaltige Wirkung entfaltete der Kirchenkampf jedoch kaum. Nach der Visitation 1937 attestierte der LSup. des Sprengels Verden-Hoya der Gemeinde ein geringes kirchliches Leben und fasste zusammen: „Alle kirchlichen Kämpfe und Nöte der letzten Jahre haben hier bislang noch wenig ‚erwecklich‘ gewirkt.“20 Dies gelte nicht für Syke allein, sondern für den gesamten Kirchenkreis. Andererseits habe sich in Syke, so heißt es im Visitationsbericht 1941 eine „zahlenmäßig nur geringe Kirchengegnerschaft gebildet“.21
Mit dem Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder stark an und die Einrichtung einer zweiten Pfarrstelle wurde nötig. Bereits seit 1937 hatten – mit Unterbrechungen – nacheinander verschiedene Hilfsgeistliche den Sup. in der Gemeindearbeit unterstützt. Der Hilfsgeistliche P. Werner Kühn (amt. 1948–1953) übernahm schließlich 1950 die neu eingerichtete zweite Pfarrstelle der KG Syke (eine dritte Pfarrstelle folgte 1976).22 In der Nachkriegszeit stieg auch die Zahl der Katholiken in Syke (1941: etwa 100–120, 1948 rund 700). Die 1929 eingerichtete Kapelle im kath. Pfarrhaus reichte für die Gemeinde nicht mehr aus. Bis zur Einweihung einer eigenen kath. Kirche im Jahr 1951 fanden die kath. Gottesdienste daher in der ev. Christuskirche statt.23 Mit der Freien ev. Gemeinde gründete sich 1982 eine weitere christliche Gemeinde in Syke.
1945 stellte die Ev. Frauenhilfe eine Gemeindeschwester an und 1980 eröffnete die KG in Kooperation mit der Stadt die Sozialstation Syke (1995: Diakonie-Pflegedienst).24 Im Jahre 1955 gründete sich der Posaunenchor, später folgten verschiedene Chöre (1977 Jugendchor, 1984 Chor der Christuskirche, 1996 Gospelchor). Ende der 1950er Jahre begann die bis heute bestehende Partnerschaft mit der sächsischen Kirchgemeinde Stützengrün im Erzgebirge.25 In seinem Bericht über die Visitation 1985 notierte der LSup., die KG Syke „mit allen ihren Aktivitäten macht einen lebendigen, aber nicht homogenen, vielmehr in sich selbst unruhigen Eindruck“.26
Seit 1990 besteht in Syke eine Gruppe der christlichen Pfadfinder (Stamm Jona). Im Jahr 1994 eröffnete die KG eine kirchliche
Kindertagesstätte, die 1999 den Namen „Sonnenstrahl“ erhielt. Zum 1. Januar 2012 ging die Trägerschaft der Einrichtung auf den neu gegründeten Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Syke-Hoya über.27 Seit 2010 unterstützt die „Evangelische Kirchenstiftung Syke“ die Arbeit der Christusgemeinde. 2016 kam der Förderverein Gospel- & Kirchenmusik e. V. hinzu.
Seit 2015 kooperieren die Bartholomäus-KG Barrien, die Michaels-KG Heiligenfelde und die Christus-KG Syke in der Arbeitsgemeinschaft „Kirchenregion Dreiklang“ (gemeinsamer Gemeindebrief, regionale Gottesdienste und Veranstaltungen). Bereits 1999 hatten die drei Gemeinden zusammen mit der kath. KG Syke einen ehrenamtlichen Hospizdienst gegründet.28

Pfarrstellen

I: 1837, seit 1934 gleichzeitig Superintendenturstelle, seit etwa 2011 ohne Gemeindeanteil. – II: 1950.29 – III: 1976.30

Umfang

Kernstadt Syke und die Stadtteile Schnepke und Steimke.

Aufsichtsbezirk

Mit Gründung der eigenständigen KG Syke 1837 zur Insp. Weye; nach Vereinigung der Insp. Weye und Bassum 1934 Sitz der Suptur. nach Syke verlegt und Name in KK Syke geändert.31 KK Syke und KK Hoya im Januar 2001 zum KK Syke-Hoya zusammengelegt, Sitz der Suptur. ist Syke.32 – Mit der Zusammenlegung der Aufsichtsbezirke Bassum und Weyhe wurde Syke 1934 Sitz eines Kirchenkreises, der neben Syke selbst die KG Barrien, Bassum Brinkum, Colnrade, Harpstedt, Heiligenfelde, Heiligenloh, Heiligenrode, Leeste, Neuenkirchen, Nordwohlde, Riede, Sudwalde, Twistringen und Weyhe umfasste.33 1999 wechselte Riede zum KK Verden und ein Jahr später Neuenkirchen zum KK Grafschaft Diepholz.34 Zum 1. Januar 2001 fusionierte der KK Syke mit dem KK Hoya zum neuen KK Syke-Hoya, zu dem nun auch die Gemeinden Asendorf, Bruchhausen, Bücken, Eitzendorf, Eystrup, Haßbergen, Hassel, Hoya, Hoyerhagen, Magelsen, Martfeld, Schwarme, Vilsen und Wechold zählen. Syke ist Sitz der Suptur. des neuen KK.35

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Neugotische Basilika mit Querschiff und polygonalem Chor, ausgerichtet nach Südosten, erbaut 1882–85 (Architekt: Stadtbaumeister Gustav Schwartz, Hildesheim). Backsteinmauerwerk; Strebepfeiler an Langhauswänden, Querhäuser mit abgeschrägten Ecken; an den Seitenschiffen leicht spitzbogige Fenster mit Backsteinmaßwerk (zweibahnig, Kreis im Bogenfeld); in Obergaden breite, leicht spitzbogige Fenster mit Backsteinmaßwerk (dreibahnig, drei Kreise im Bogenfeld); südlicher Querhausarm mit Nebenportal und breitem Maßwerkfenster (fünfbahnig, drei Kreise im Bogenfeld) und Dreiecksgiebel; nördlicher Querhausarm mit breitem Maßwerkfenster (fünfbahnig, drei Kreise im Bogenfeld); am Chor schlanke, zweibahnige Maßwerkfenster mit Kreis im Bogenfeld. Im Innern Kreuzrippengewölbe, Westempore. 1958 Renovierung (u. a. schlichte Ausmalung, Neugestaltung Altarraum). 1984/85 Innenrenovierung (u. a. Teil der ornamentalen Ausmalung von 1885 rekonstruiert). 2002 Außen- und Innenrenovierung. 2007/08 Sanierung Stützpfeiler und Mauerwerk.

Fenster

Drei ornamentale Buntglasfenster im Chor (1884), gestiftet von Kaufmann L. Deneke. Moderne Farbfenster in Lang- und Querhaus (zweite Hälfte 20. Jh.). Farbiges Rundfenster mit Schmetterlingsmotiv über Westportal.

Turm

Neugotischer Nordwestturm aus Backsteinmauerwerk mit achtseitigem, verkupfertem Turmhelm, bekrönt mit Kugel und Kreuz. Strebepfeiler an den Ecken, die am achtseitigen Glockengeschoss in kleine Ecktürmchen übergehen; nach Nordwesten spitzbogige Nische mit Wimperg, darin Rechteckportal mit Rundfenster darüber; im ersten Obergeschoss zweibahniges Maßwerkfenster mit Kreis im Bogenfeld nach Nordwesten, je zwei Blendnischen nach Südwesten und Nordosten; im Geschoss darüber je zwei leicht spitzbogige Lanzettfenster; im Glockengeschoss an jeder Seite eine breite, spitzbogige Schallöffnung, darüber Uhrziffernblatt. 1950 Kupferdeckung des Turmhelms. 1966 Mauerwerkssanierung. 1989–91 Turmsanierung.

Vorgängerbauten

Kapelle auf dem Burggelände, 1628 zerstört. Neubau im Flecken Syke, errichtet 1640, kleiner Fachwerkbau mit Satteldach und Dachreiter.36 Neubau 1704/05, kleine Fachwerkkirche mit Walmdach, „60 Fueß lang, und 40 Fueß breit“, nahe der Kapelle „ein Thurm von Holtz aufgeführet“.37 Oberjägermeister Ernst Christian von Staffelhorst stiftete Altar, Kanzel und Westempore (Prieche).38 1769 Beamtenprieche eingebaut. 1790 Empore für Einwohner der Kolonie Syke eingebaut. Abgebrochen 1882.

Ausstattung

Schlichter Blockaltar mit dreiflügeligem Retabel (1958, Hermann Oetken, Delmenhorst), im Mittelfeld älteres Christusbild „Einsetzung des Abendmahls“ (1886, Julius Frank, München, 2007 restauriert), Seitenflügel mit Inschriften: „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab“ (links) und „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage, bis an der Welt Ende“ (rechts). – Neugotische Holzkanzel mit Schalldeckel, an den Wandungen des Kanzelkorbs Gemälde Christi und der vier Evangelisten. – Zierliche, achtseitige Sandsteintaufe mit Balusterschaft und kelchförmigem Becken (dat. 1677, 1985 restauriert).39 – Säulenartiger, hölzerner Taufständer mit sechseckigem Schaft. – Kreuzigungsgemälde (zweite Hälfte 18. Jh.), Altarbild aus der alten Kirche. – Gemälde „Confidence“ (2003, Lutz Felsmann, Syke), in der Taufkapelle. – Opferstock (17. Jh.). – Außen: Mehrere Grabsteine der Familie Hupeden (18. Jh.). – Ehemalige Ausstattung: Neugotisches Altarretabel (1886), bei Renovierung 1958 entfernt

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1964

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1964

Orgel

Keine Orgel in den Vorgängerbauten der Christuskirche. Um 1887 Orgelneubau, ausgeführt von Johann Martin Schmid (Oldenburg), 15 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Unter Verwendung einiger Reg. der alten Orgel 1963/64 Orgelneubau, ausgeführt von Alfred Führer (Wilhelmshaven), 23 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Vier LG, I: disʼ, Gefallenenglocke (Bronze, Gj. 1953, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“; II: fisʼ (Bronze, Gj. 1884, F. Otto, Hemelingen), Inschrift: „Dienet dem Herrn mit Freuden. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Syke 1884“; III: hʼ, Trostglocke (Bronze, Gj. 1967, Firma Rincker, Sinn), gestiftet von Friedrich Wilhelm Süllau, Inschrift: „Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet“; IV: cisʼʼ, Hoffnungsglocke, finanziert mit Spenden aus der Gemeinde, Inschrift: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“ (Bronze, Gj. 1967, Firma Rincker, Sinn). – Früherer Bestand: 1735 „eine kleine Glocke“ vorhanden (Bronze, Gj. 1448), laut Mithoff trug sie die Inschrift „anno d[omi]ni m cccc xlviii maria ik hete junckher magnus heft mi laten gheten“ (Im Jahr des Herrn 1448. Ich heiße Maria und Junker Magnus hat mich gießen lassen).40 Zwei LG (Bronze, Gj. 1884, F. Otto, Hemelingen), zu Rüstungszwecken abgegeben.41 Ende der 1940er Jahre plante der KV die Anschaffung zweier Klanggussglocken, Pläne zu Gunsten einer Bronzeglocke aufgegeben.42

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeindehaus (ehemalige Pfarrscheune, umgebaut 1951; Erweiterungsbau 1978/79, Architekt: Manfred Carstens; Sanierung 2016). – Pfarrhaus I bzw. Suptur. (Bj. 1936). – Pfarrhaus II mit Gemeindesaal (Bj. 1964/65), 2011 verkauft. –Pfarrhaus III (Bj. 2000).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof bei der 1704/05 errichteten Kirche.43 Weiterer kirchlicher Friedhof an der heutigen B6 (Herrlichkeit), angelegt 1837, geschlossen 1937, einige Grabsteine erhalten. Kirchlicher Waldfriedhof am nordöstlichen Ortsrand, erste Beerdigung im Februar 1915, FKap. (Bj. 1930, erweitert 1983).

Liste der Pastoren (bis 1940)

1837–1849 Johann Friedrich Karl Naumann. – 1849–1855 Johann Georg Ernst Schmidt. – 1855–1864 August Friedrich Ludwig Waechter. – 1864–1895 Wilhelm Friedrich Kallmeyer. – 1896–1915 Dietrich Heinrich Karl Lampe. – 1915–1930 Claus Heinrich Hermann Seebo. – 1931–1935 Karl Friedrich Hermann Rudloff. – 1935–1954 Christian Eberhard Dietrich Hafermann.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 427

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1, Nr. 10954–10965 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 8043–8053 (Pfarrbestellungsakten); A 8 Nr. 420 (CB); D 96 (EphA Syke); L 5a Nr. 370–375, 412–413, 1351, 1529 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 9 rep Nr. 167, 2108 (Presseausschnittsammlung); S 11a, Nr. 7483 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1267–1268; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 521–524; Gade, Hoya und Diepholz II, S. 304–313; Meyer, Pastoren II, S. 427; Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 194–195.
B: 125 Jahre Christuskirche Syke. 1885–2010. Im Herzen von Syke … die Jahre seit 1986, hrsg. von der Christus-Kirchengemeinde Syke, Syke [2010]; Heinz-Hermann Böttcher, Heiner Büntemeyer, Hermann Greve & Wilfried Meyer: Syke und umzu. Barrien, Gessel, Gödestorf, Heiligenfelde, Henstedt, Jardinghausen, Okel, Osterholz, Ristedt, Schnepke, Steimke, Wachendorf, Syke [um 1982], bes. S. 10–24 [Bildband]; Friedrich Adolph Crome & Wilhelm Friedrich Kallmeyer: Zur Erinnerung an die Feier der Einweihung der neuen Kirche zu Syke am 1. März 1885, Syke 1885; Gudrun Lueken-Dencker: Pastoren- und Küsterfamilien aus dem Bereich der alten Superintendentur Sulingen 1525–1700. IV: Barrien-Syke, in: Heimatblätter des Landkreises Diepholz 8 (1982), S. 133–142; Karla Schmidt-Gieseking & Ulrich Haar: 100 Jahre Evangelisch-lutherische Christus-Kirche Syke. 1885–1985, Syke [1985].

GND

10293855-6, Christus-Kirchengemeinde Syke


Fußnoten

  1. Bremisches UB I, Nr. 247 (sogenannte Weserbrückenurkunde).
  2. Hoyer UB I, Heft IV, S. 22; vgl. auch Lehenbuch der Grafen von Oldenburg-Bruchhausen, http://www.geschichtsquellen.de/werk/3286<7a>, 27.04.2020.
  3. Hoyer UB I, Heft V, Rolle 2; vgl. zur Burg knapp: Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 521 f.
  4. Hoyer UB I, Nr. 616; Zit. bei Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 522.
  5. Detailliert: Gade, Hoya und Diepholz I, S. 114 ff. und II, S. 308 ff. (das Amt Syke war mehrfach verpfändet).
  6. LkAH, L 5a, Nr. 370 (Visitation 1937).
  7. LkAH, L 5a, Nr. 371 (Visitation 1955).
  8. Vgl. zur Reformation in der Gft. Hoya zuletzt Bösche, Holste, bes. S. 75 ff., zur KO S. 115 f. Vgl. zudem Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1122 ff. Zeitgenössische Quellen zur Reformation in der Gft. Hoya fehlen weitgehend; die Kenntnisse stammen überwiegend aus historischen Arbeiten der zweiten Hälfte des 18. Jh., die „urkundlich und archivalisch nicht mehr belegt werden“ können (ebd., S. 1122). Neben Buxschott waren die Reformatoren Johann Tiemann und Nikolaus Krage in der Gft. Hoya aktiv (letzterer besonders in den Ämtern Stolzenau und Steyerberg).
  9. Lueken-Dencker, S. 133.
  10. Lueken-Dencker, S. 134.
  11. Zit. bei Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 195. Digitalisat des Stichs: http://diglib.hab.de/drucke/6-11-1-geogr-2f/start.htm?image=00391a.
  12. Zit. bei Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 195.
  13. LkAH, A 8, Nr. 420, Bl. 3v.
  14. Vgl. ausführlich: Obenaus, Handbuch II, S. 1464 ff. Im 19. Jh. lag die Zahl der jüd. Einwohner Sykes bei maximal 35. 1937 musste die Gemeinde ihre Synagoge verkaufen. „Von den 21 Juden, die nach Erinnerung von Einwohnern 1933 in Syke selbst lebten, scheinen nur fünf überlebt zu haben“ (ebd., S. 1469).
  15. Zum Folgenden: Gade, Hoya und Diepholz II, S. 305 f.; Schmidt-Gieseking & Haar, S. 18 ff.
  16. LkAH, S 1 H III Nr. 716, Bl. 50. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  17. LkAH, S 1 H III Nr. 716, Bl. 50.
  18. LkAH, S 1 H III Nr. 716, Bl. 58 (Syker Zeitung vom 18.10.1934.
  19. LkAH, S 1 H III Nr. 716, Bl. 50.
  20. LkAH, L 5a, Nr. 370 (Visitation 1937).
  21. LkAH, L 5a, Nr. 370 (Visitation 1941).
  22. KABl. 1950, S. 13; KABl. 1976, S. 56.
  23. LkAH, L 5a, Nr. 370 (Visitationen 1941, 1948); L 5a, Nr. 371 (Visitation 1955).
  24. LkAH, L 5a, Nr. 370 (Visitation 1948); Schmidt-Gieseking & Haar, S. 63; 125 Jahre, S. 18.
  25. 125 Jahre, S. 25.
  26. LkAH, L 5a, Nr. 373 (Visitation 1985).
  27. KABl. 2012, S. 45 ff.
  28. 125 Jahre, S. 18.
  29. KABl. 1950, S. 13.
  30. KABl. 1976, S. 56.
  31. KABl. 1934, S. 158.
  32. KABl. 2000, S. 139 f.
  33. KABl. 1934, S. 158.
  34. KABl. 1998, S. 214; KABl. 1999, S. 235 f.
  35. KABl. 2000, S. 139 f.
  36. Zeitgenössische Abb. in: Topographia und Eigentliche Beschreibung Der Vornembsten Stäte, Schlösser auch anderer Plätze und Örter in denen Hertzogthümer Braunschweig und Lüneburg, und denen dazu gehörende Grafschafften Herrschafften und Landen, 1654; Digitalisat des Stichs: http://diglib.hab.de/drucke/6-11-1-geogr-2f/start.htm?image=00391a.
  37. LkAH, A 8, Nr. 420, Bl. 3r. Als Baumaterial hatte angeblich „ein zum Abbruch bestimmt gewesener Reitstall in Celle“ gedient, den Hzg. Georg Wilhelm „zum Zwecke des Kirchbaus geschenkt“ habe, Gade, Hoya und Diepholz II, S. 305. Abb. bei Schmidt-Gieseking & Haar, S. 15, und 125 Jahre, S. 7.
  38. Gade, Hoya und Diepholz II, S. 305.
  39. Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 208, Nr. 284.
  40. LkAH, A 8, Nr. 420, Bl. 3v.; Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 195.
  41. Schmidt-Gieseking & Haar, S. 46: „Die ursprünglichen großen Glocken waren a den Weltkriegen zum Opfer gefallen.“
  42. LkAH, B 2 G 9/Syke Bd. I, Bl. 17 ff.
  43. Zum Folgenden: Schmidt-Gieseking & Haar, S. 37 ff.; LkAH, L 5a, Nr. 370 (Visitation 1941).