Sprengel Osnabrück, KK Syke-Hoya | Patrozinium: Martin Luther | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich lässt sich Twistringen erstmals um 1250 nachweisen: Im Verzeichnis der jährlichen Beiträge, welche die Orte im Bremer Umland zum Unterhalt der dortigen Weserbrücke zu zahlen hatten, ist die parrochia in Thuistringe erwähnt.1 Bis 1252 gehörte Twistringen vermutlich zum Herrschaftsgebiert der Gf. von Calvelage-Ravensberg und kam dann an das Hochstift Münster. Der Münsteraner Bf. verpfändete Twistringen 1458 an die Gf. von Hoya und löste das Kirchspiel 1541 wieder ein.2 Der Ort zählte zum Amt Vechta, das zusammen mit den Ämtern Cloppenburg und Meppen das Niederstift Münster bildete, den nördlichen Teil des Hochstifts Münster. Nach den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses fiel Amt Vechta und damit auch Twistringen 1803 an das Hzm. Oldenburg. In französischer Zeit gehörte Twistringen 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und dann bis 1813 zum Kanton Bassum im Arrondissement Nienburg des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Danach zählte Twistringen wieder zum Hzm. Oldenburg (1815: Ghzm.), kam 1817 zum Kgr. Hannover (Amt Ehrenburg, 1859 Amt Freudenberg) und fiel nach der Annexion von 1866 an das Kgr. Preußen. Mit Einführung der Kreisverfassung kam der Ort zum Lkr. Syke, 1932 zum Lkr. Grafschaft Hoya und 1977 zum Lkr. Diepholz. Im Jahr 1964 erhielt Twistringen Stadtrechte und 1974 schlossen sich Abbenhausen, Altenmarhorst, Heiligenloh, Mörsen, Natenstedt, Rüssen, Scharrendorf, Stelle und Twistringen zur Einheitsgemeinde Stadt Twistringen zusammen. Neben der Landwirtschaft entwickelte sich die Strohverarbeitung seit dem 18. Jh. zu einem wesentlichen Wirtschaftszweig in Twistringen (u. a. Hüte, Malotten, Trinkhalme).3 Seit 1873 besitzt der Ort einen Bahnhof (Strecke Bremen–Osnabrück). In der zweiten Hälfte des 20. Jh. stieg die Zahl derjenigen, die zur Arbeit pendelten (besonders nach Bremen). 1957 schrieb der Ortspfarrer: „Unsere Kirchengemeinde besteht vor Allem aus Arbeitern und Handwerkern. Die Zahl der Kaufleute, Beamten und Bauern ist verschwindend gering.“4 Im Jahr 1821 lebten gut 1.150 Menschen in Twistringen, 1905 rund 2.730, 1950 knapp 5.780 und 2018 gut 6.920 (nur Twistringen Zentrum).

Kirche, Ansicht von Nordwesten, um 1960

Kirche, Ansicht von Nordwesten, um 1960

Die um 1250 erstmals schriftlich belegte Pfarrei in Twistringen (parrochia in Thuistringe) hatte sich vermutlich in der ersten Hälfte des 9. Jh. vom Kirchspiel Sulingen abgespalten.5 Mit magister gerhardus rector ecclesie in Twistinge, der in der Zeugenliste einer Urkunde aus dem Jahr 1253 aufgeführt ist, lässt sich erstmals in Pfarrer der Kirche in Twistringen namentlich belegen.6 Weitere Namen sind erst aus der ersten Hälfte des 16. Jh. überliefert: 1523 war de ersame her Alert Meygers, kerckher to Twisteringe und 1528 gab Magister Theodor Cloeth die Twistringer Pfarrpfründe ab, woraufhin der schon 1525 als Vikar belegte Cordt (Conrad) Meyer das Pfarramt übernahm.7 P. Cordt Meyer (amt. etwa 1525–1569), dessen Name sich auf der ältesten Glocke der kath. Kirche St. Anna in Twistringen findet, war hier vermutlich der erste luth. Prediger. Etwa 1527 hatte der Hoyaer Gf. Jobst II. den Lutherschüler Adrian Buxschott an seinen Hof geholt, der später Pastor in Hoya und erster Sup. der Gft. wurde sowie um 1533 vermutlich Mitautor der ersten Hoyaer KO war (Cristlike ordeninghe, yn der karken unser hersschup gestellt).8 Seinerzeit gehörte Twistringen als münstersches Pfandgut zur Gft. Hoya und es ist möglich, dass der Ort in dieser Zeit zur luth. Lehre wechselte.9 1541 löste das Hochstift Münster Twistringen wieder ein und 1549 ist P. Cordt Meyer zweifelsfrei als luth. Pastor belegt.10
Unter Ferdinand von Bayern, Ebf. von Köln, Bf. von Münster, Lüttich, Hildesheim und Paderborn (amt. 1612–1650), begannen Bemühungen, die luth. Gemeinden zu rekatholisieren.11 Nachdem der luth. P. Wilkinus Westermann (amt. bis 1617) gestorben war, ließ Ebf. Ferdinand als Landesherr einen kath. Pfarrer einsetzen: P. Henricus Marquardi (amt. 1618) musste Twistringen jedoch schon nach wenigen Wochen wieder verlassen, da ihn die ev. Gemeinde ablehnte und ihn bedrohte. P. Marquard selbst berichtete 1618, man habe ihn aufgefordert „das ich mich des Predigstuls solte enthalten. dan sie die Catholische religion (die sie Papistische nenneten) noch mich der Ich mich Umgethan hatte, alsdan nicht gedachten zu dulden, mit weiteren anbedrauwungen das sie mich im wiedrigen fall das Leben nemmen wollten“.12 Der Versuch, mit P. Gisbert Kannegießer wieder einen luth. Prediger in Twistringen zu etablieren, scheiterte und mit P. Bernhard Borcherding (amt. 1618–1624) erhielt die Gemeinde einen kath. Geistlichen. Trotz mancher Widerstände gelang es in den folgenden Jahren, die konfessionellen Verhältnisse zu ändern und das Kirchspiel Twistringen entwickelte sich zu einer kath. Enklave in einem ansonsten ev. Umland. Seit 1667 gehörte Twistringen auch in kirchlicher Hinsicht zur Diözese Münster (nach der Auflösung der Diözese Minden 1648 hatte es zunächst zur Diözese Osnabrück gezählt).
Die ev. Einwohner des Kirchspiels besuchten zum Teil den Gottesdienst im luth. Heiligenloh, mussten sich bei Amtshandlungen (Taufe, Trauung, Beerdigung) jedoch an den kath. Pfarrer wenden bzw. ihm die entsprechenden Gebühren zahlen (Pfarrzwang). Ihre Zahl lag 1698 bei gut 110 (5,4 Prozent der Kirchspielbevölkerung) und 1764 bei rund 60 (2,5 Prozent).13 Im Jahre 1730 ist erstmals ein jüd. Einwohner in Twistringen belegt und 1826 lebten hier vier jüd. Familien.14 Der Synagogenbezirk Twistringen wurde 1843 eingerichtet; er umfasste auch Heiligenloh (1867 eine Familie) und Ehrenburg (1867 zwei Familien). Zwei Jahre später richtete die Gemeinde eine Synagoge ein. Seit dem 19. Jh. stieg auch die Zahl der ev. Einwohner Twistringens wieder an: Ihre Zahl lag 1858 bei knapp 110 (3,1 Prozent der Kirchspielbevölkerung), 1895 bei etwa 290 (6,4 Prozent), 1934 bei gut 760 (11,8 Prozent) und 1950 bei insgesamt 1.350 (15,3 Prozent).15 Den Pfarrzwang hatte die Regierung 1824 aufgehoben, anscheinend konnte dies in Twistringen jedoch erst später durchgesetzt werden.16

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Angesichts der steigenden Zahl der ev. Familien gründeten das Hannoveraner Konsistorium und die königliche Regierung 1891 die ev. Kirchengemeinde Twistringen, zu der auch die umliegenden Dörfer zählten. Mit Blick auf das 16. Jh. betonte Sup. Hermann Mehliß aus Bassum, dass es sich um die „Wiederaufrichtung“ der ev. Gemeinde handelte, wie es im Titel seiner Festschrift heißt. Die neue Gemeinde besaß weder Pastor noch Kirche und wurde als mater combinata mit der KG Bassum verbunden.17 Nach Plänen des Hannoveraner Konsistorialbaumeisters Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) wurde 1893/94 die Martin-Luther-Kirche erbaut; nicht zuletzt die finanzielle Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins hatte den Bau ermöglicht. Die Gottesdienste übernahmen zunächst Pastoren der Umgebung oder die Gemeinde versammelte sich zu Lesegottesdiensten. 1896 richtete das Konsistorium eine ständige Pfarrkollaboratur ein, die P. Otto Enkelstroth (amt. 1896–1911) übernahm.18 Im Jahr 1900 wandelte das Konsistorium die Kollaboratur in eine Pfarrstelle um und hob die pfarramtliche Verbindung mit Bassum auf.19 Der zweite Pfarrer der Gemeinde, P. Wilhelm Büning (amt. 1912–1927), leitete seit 1914 eine ev. höhere Privatschule in Twistringen (in Trägerschaft der „Genossenschaft zum Betrieb einer höheren Privatschule“).20
Während der NS-Zeit hatte P. Friedrich Woltmann (amt. 1927–1956) das Pfarramt in Twistringen inne. Kirchenpolitisch stand er anfangs auf der Seite der DC und war DC-Obmann im Kirchenkreis.21 Mitte 1934 verließ er die DC und trat der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft bei, wie er rückblickend im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ angab.22 Von den vier 1933 neu gewählten Kirchenvorstehern gehörten drei der NSDAP an. Nach Einschätzung von P. Woltmann verbesserten sich während der NS-Zeit die Beziehungen zwischen den Konfessionen in Twistringen; bestehende Spannungen hätten sich „auf dem Grunde des christlichen Glaubens in einer einheitlichen Front gegen die zerstörenden Mächte der ‚nationalsozialistischen Weltanschauung‘ weithin gelöst“.23 Die jüd. Synagogengemeinde hatte 1932 noch 27 Mitglieder gehabt; mehrere Familien emigrierten in den folgenden Jahren. Im November 1938 brannte die SA die Synagoge nieder und im Sommer 1942 wurden die letzten jüd. Einwohner Twistringens deportiert. Sie kamen im KZ Theresienstadt ums Leben.24
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs versammelten sich in der Martin-Luther-Kirche einmal im Monat britische Soldaten zu einem englischen Gottesdienste; zweimal wurde während der Besatzungszeit auch zu gemeinsamen Gottesdiensten für Deutsche und Briten eingeladen.25 Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter war die Zahl der Gemeindeglieder im Kirchspiel deutlich gestiegen. Neben den sonntäglichen Gottesdiensten in Twistringen selbst fanden daher von Ende der 1940er Jahre bis April 1960 auch zweimal pro Monat ev. Gottesdienste in der kath. St. Marien in Marhorst (abwechselnd von den Pastoren aus Twistringen und Heiligenloh gehalten). Nicht zuletzt aufgrund der Diasporasituation sprach sich LSup. Johannes Schulze 1957 dafür aus, in Twistringen eine Gemeindeschwesternstation einzurichten und mit einer Diakonisse zu besetzen; dies bedeute „einfach die Stärkung der evangelischen Position und ist ein Stück Sichtbarwerden unserer Kirche“.26 Verwirklicht wurden die Pläne nicht; allerdings richteten die KG Heiligenloh und Twistringen 1978 eine Schwesternstation in Borwede ein.27
Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Sachsens und Hannovers unterhielt die KG Twistringen seit der zweiten Hälfte der 1950er Jahre Beziehungen zur Kirchgemeinde Grünstädtel im Erzgebirge.28 Nachdem die Kontakte Ende der 1990er Jahre eingeschlafen waren laufen seit Ende der 2010er Jahre Bemühungen, die Partnerschaft wieder aufleben zu lassen.
Eine Änderung der Gottesdienstpraxis führte die Gemeinde 1971 ein: Sie hob das nach Frauen und Männern getrennte Abendmahl auf.29 Das ökumenische Miteinander der kath. und der ev. Kirchengemeinden in Twistringen intensivierte sich in den 1970er Jahren.30 Schon nach der Visitation 1975 hielt der Sup des KK Syke in seinem Bericht fest, das Verhältnis der beiden Konfessionen zueinander habe sich sehr verbessert.31 Anlässlich des Weltgebetstags der Frauen 1976 feierten beide Gemeinden einen ersten ökumenischen Gottesdienst in Twistringen: Sie versammelten sich in der ev. Kirche und der kath. Kaplan Hans Sommer predigte. Ein Jahr später fand der Gottesdienst in der kath. Kirche statt und der ev. P. Peter Leuchtmann (amt. 1975–1993) übernahm die Predigt.32 In den folgenden Jahren weitete sich die Zusammenarbeit aus: Eine erste ökumenische Trauung konnte 1981 gefeierte werden; einige Gemeindekreise sind konfessionell gemischt (Mutter-Kind-Kreis, Flötenkreis). Auch die 1983 gegründete Gruppe der Christlichen Pfandfinder ist offen für Jugendliche sowohl aus der ev. als auch aus der kath. Gemeinde (die Twistringer Gruppe gehört zum Stamm Mauritius, 1975 in Bassum gegründet).
Nach der Visitation 1991 beschrieb der LSup. des Sprengels Calenberg-Hoya die KG Twistringen als eine „Gemeinschaft, in der viele Menschen sich wohlfühlen“.33 Seit 2003 unterstützt der „Förderverein Martin-Luther-Kirche Twistringen e. V.“ die Gemeinde in vielfältiger Weise.

Umfang

Bei Gründung 1891 umfasste die KG die Orte Twistringen, Abbenhausen, Altenmarhorst, Mörsen, Scharrendorf und Stelle.

Aufsichtsbezirk

Ursprünglich wohl Archidiakonat Lohe, dann zum vermutlich bald nach 1300 neu geschaffenen Archidiakonat Sulingen der Diözese Minden.34 – Die neu gegründete ev. KG Twistringen kam 1891 zur Insp. Bassum (1924: KK). Aufsichtsbezirke Bassum und Weyhe 1934 zum KK Syke zusammengeschlossen.35 KK Syke und KK Hoya zum 1. Januar 2001 zum KK Syke-Hoya vereinigt.36

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Neugotischer Backsteinbau mit kreuzförmigem Grundriss, fünfseitigem Chor sowie Anbauten zwischen Querhausarmen und Chor, ausgerichtet nach Südosten, erbaut 1893–94 (Architekt: Conrad Wilhelm Hase). Satteldächer über Lang- und Querhaus, über Chor abgewalmt. Strebepfeiler an Lang- und Querhaus sowie am Chor; die zwei Langhausjoche mit zweistöckiger Fenstergliederung: unten je zwei flachbogige, darüber je zwei spitzbogige Fenster; an den Giebelseiten der Querhäuser unten drei Flachbogenfenster, darüber breite Spitzbogennische mit drei Flachbogenfenstern und einem Rundfenster; Giebelfelder mit rundbogigen Blendnischen und Rundfenster; am Chor Spitzbogenfenster. Im Innern offener Dachstuhl in Schiff und Vierung, flache Decken in Querhausarmen, Kreuzrippengewölbe im Chor; Vierung durch spitzbogige Schwibbögen ausgeschieden; Westempore. 1905 Dachreparatur nach Sturmschaden (Schieferplatten anstatt Falzziegel). 1908 Innenraum neu verputzt. 1926 Neuausmalung Innenraum. 1937 westlicher Ziergiebel entfernt. 1960 Außensanierung. 1969 Innenrenovierung. 1985 Außenrenovierung.

Fenster

Ornamental gestaltete Buntglasfenster im Chor (Firma Henning & Andres, Hannover).

Turm

Querrechteckiger Nordwestturm aus Backsteinmauerwerk; schiefergedeckter, vierseitiger Pyramidenhelm bekrönt mit Kugel und Kreuz, an jeder Seite verschieferter Giebel mit Uhrziffernblatt und kleinem Walmdach. Im Glockengeschoss spitzbogige Schallfenster. 1952 Turmreparatur. 1993/94 Neudeckung Kirchturmdach.

Ausstattung

Schlichter Blockaltar, neugotisches Retabel verziert mit Wimperg und Fialen, in den vier Nischen der Predella gemalte Evangelistensymbole, darüber Kruzifix (Theodor Maßler, Hannover). – Farbig gefasste, hölzerne Kanzel, an den Wandungen des Kanzelkorbs geschnitzte Reliefs der vier Evangelisten (Theodor Maßler, Hannover). – Sandsteintaufe.

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1969

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1969

Orgel

Erste Orgel erbaut 1893/94 von Folkert Becker (Hannover), 9 I/P, Kegelladen, mechanische Traktur.37 Orgelneubau 1969, ausgeführt von Hans Wolf (Verden), 14 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2017 Sanierung und Erweiterung, ausgeführt von Jörg Bente (Suthfeld-Helsinghausen), 15 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG, I: fʼ (Bronze, Gj. 1954, F. Otto, Hemelingen), Inschriften: „Den Opfern des Krieges 1939–1945. Die ev.-luth. Gemeinde Twistringen“ und „Die Lebenden rufe ich. Die Toten geleite ich.“ Bild: Kreuz; II: asʼ (Bronze, Gj. 1894, Firma Radler, Hildesheim), Inschrift: „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn Ps. 150,6“ und „Gegossen von J. J. Radler u. Soehne in Hildesheim 1894“. – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze, Gj. 1894, Firma Radler, Hildesheim), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Als Ersatz eine LG (Bronze, Gj. 1926, Christian Störmer, Erfurt), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1942).

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1898/99). – Gemeindehaus (Bj. 1909, ehemalige ev. Schule, 1961 erworben).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof südwestlich der Kirche.

Liste der Pastoren (bis 1940)

1525–1569 Cordt Meyer. – 1570 Conrad Tanken (wenige Tage). – 1583 Berndt (?) von Raesfeld. – 1593 Martinus Warburgensis. – 1598–1617 Wilkinus Westermann. – 1619 Giesbert Kannegießer. – [dann kath.]
1896–1911 Otto Heinrich Friedrich Wilhelm Enckelstrodt. – 1912–1927 Wilhelm Siegfried Karl Büning. – 1927–1956 Friedrich Theodor Ludwig Woltmann.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 435 (mit Ergänzungen)

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 5 Nr. 56 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 8141 (Pfarrbestellungsakten); D 96 (EphA Syke); L 5a Nr. 376–378 (LSuptur Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); N 7 (Nachlass Wilhelm Büning); S 9 rep Nr. 2172 (Presseauschnittsammlung); S 11a Nr. 7589 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1276–1277; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 528–529; Gade, Hoya und Diepholz II, S. 315–320; Meyer, Pastoren II, S. 435.
B: 750 Jahre Twistringen. Beiträge zur Geschichte einer Kleinstadt zwischen Delme und Hunte, hrsg. von der Stadt Twistringen, Twistringen 2000; Twistringen berichtet. Schlaglichter auf den Wandel eines kleinstädtisch ländlichen Raumes im Fluss der Zeit (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Twistringen 8), Twistringen 2013; Wilhelm Körner: Gesammelte Aufsätze zur Twistringer Heimatgeschichte, in: Kennst Du Deine Heimat? Beiträge zur Geschichte der Kirchspiele Twistringen und Heiligenloh, Twistringen 1988; Otto Bach & Friedrich Kratzsch: Twistringen. Eine Heimatkunde, Twistringen 21987, bes. S. 247–281; Friedrich Kratzsch: Aus der Geschichte der Kirchenglocken im Stadtgebiet Twistringen, bes. S. 12–15 [online abrufbar unter https://www.twistringen.de/leben-wohnen/unsere-stadt/stadtarchiv/, 04.06.2020]; Friedrich Kratzsch: Die Rekatholisierung Twistringens zur Zeit der Gegenreformation im Niederstift Münster, in: Heimatblätter des Landkreises Diepholz 3 (1974) S. 21–28 [wieder in: 750 Jahre, S. 42–51]; Friedrich Kratzsch: Katholiken und Lutheraner. Ein Beitrag zur Geschichte zweier Konfessionen im Kirchspiel Twistringen, in: Heimatblätter des Landkreises Diepholz 5 (1978/79), S. 68–79 [wieder in: 750 Jahre, S. 52–68]; Friedrich Kratzsch: Zwischen Kriegen, Kreuz und Hakenkreuz. Twistringen und sein Umland 1919–1939 (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Twistringen 6), Bassum 1997, bes. S. 313–326; Peter Leuchtmann: Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Twistringen 1891–1994. Festschrift zur 100-Jahr-Feier der Martin-Luther-Kirche am 24. Juli 1994, Syke 1994; Hermann Mehliß: Festschrift zum Andenken an die Wiederaufrichtung der evangelisch-lutherischen Gemeinde Twistringen und die Einweihung der dortigen Kirche, Hoya 1894.


Fußnoten

  1. Bremisches UB I, Nr. 247 (sogenannte Weserbrückenurkunde). Vgl. auch Bach & Kratzsch, S. 117.
  2. Hoyer UB I, Nr. 717.
  3. Bach & Kratzsch, S. 344 ff.
  4. LkAH, L 5a, Nr. 376 (Visitation 1957).
  5. Bremisches UB I, Nr. 247 (sogenannte Weserbrückenurkunde). Vgl. auch Bach & Kratzsch, S. 247 f.
  6. Westfälisches UB VI, Nr. 597.
  7. Oldenburgisches UB V, Nr. 943; Kratzsch, Katholiken und Lutheraner, S. 53.
  8. Vgl. zur Reformation in der Gft. Hoya zuletzt Bösche, Holste, bes. S. 75 ff., zur KO S. 115 f. Vgl. zudem Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1122 ff. Zeitgenössische Quellen zur Reformation in der Gft. Hoya fehlen weitgehend; die Kenntnisse stammen überwiegend aus historischen Arbeiten der zweiten Hälfte des 18. Jh., die „urkundlich und archivalisch nicht mehr belegt werden“ können (ebd., S. 1122). Neben Buxschott waren die Reformatoren Johann Tiemann und Nikolaus Krage in der Gft. Hoya aktiv (letzterer besonders in den Ämtern Stolzenau und Steyerberg).
  9. Kratzsch, Rekatholisierung, S. 21.
  10. Kratzsch, Glocken, S. 16. Bach & Kratzsch, S. 252.
  11. Zum Folgenden: Kratzsch, Rekatholisierung, S. 21 ff. und Kratzsch, Katholiken und Lutheraner, S. 55 ff.
  12. Zit. bei Kratzsch, Rekatholisierung, S. 23.
  13. Bach & Kratzsch, S. 274.
  14. Vgl. Obenaus, Handbuch II, S. 1476 f.
  15. Bach & Kratzsch, S. 274.
  16. Bach & Kratzsch, S. 275.
  17. KABl. 1891, S. 39.
  18. KABl. 1896, S. 12.
  19. KABl. 1900, S. 114.
  20. Körner, S. 32. 1927 übernahm P. Woltmann die Leitung; die Schule bestand noch 1937.
  21. Zum Folgenden: Kratzsch, Zwischen Kriegen, S. 313 ff.
  22. LkAH, S 1 H III Nr. 716 Bl. 54. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  23. Zit. bei Leuchtmann, S. 15.
  24. Obenaus, Handbuch II, S. 1478 ff.; vgl. auch Kratzsch, Zwischen Kriegen, S. 237 ff.
  25. Leuchtmann, S. 15.
  26. LkAH, L 5a, Nr. 376 (Visitation 1957).
  27. Leuchtmann, S. 29.
  28. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  29. Leuchtmann, S. 19.
  30. Vgl. Kratzsch, Katholiken und Lutheraner, S. 76 („Bis in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs blieb die Kundschaft von Geschäften hier und da konfessionell orientiert.“) und Twistringen berichtet, S. 77 ff.
  31. LkAH, L 5a, Nr. 377 (Visitation 1975).
  32. Leuchtmann, S. 23. Vgl. die Beiträge von Hans Sommer und Peter Leuchtmann in: Twistringen berichtet, S. 85 ff. und 88 ff.
  33. LkAH, L 5a, Nr. 378 (Visitation 1991).
  34. Holscher, Bisthum Minden, S. 313; Engelke, Diöcese Minden, S. 125; Moormeyer, Diepholz, S. 19.
  35. KABl. 1934, S. 158 (bereits seit 1925 ein Kirchenkreisverband, KABl. 1925, S. 10).
  36. KABl. 2000, S. 139 f.
  37. Der Orgelrevisor schrieb 1957: „Hier hat Becker offenbar seine erste Kegellade gebaut. Sie ist mit seinen hervorragenden Schleifladen leider in keiner Weise vergleichbar.“, LkAH, L 5a, Nr. 376 (Visitation 1957).