Sprengel Osnabrück, KK Syke-Hoya | Patrozinium: Martin Luther | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich ist Hoya erstmals Mitte des 12. Jh. belegt: In den Miracula Bernwardi (Wunder Bernwards) ist ein Ritter Thietmar erwähnt, der in vico Hogen iuxta Wiseram fluvium lebte (im Handelsort Hoya nahe dem Fluss Weser).1 Der Ort ist geteilt in einen größeren und älteren Teil westlich der Weser sowie einen jüngeren und kleineren östlich des Flusses (wohl nach 1200). Nach Hoya benannten sich die 1202 mit Henricus comes de hogen erstmals urkundlich nachgewiesenen Gf. von Hoya.2 Anscheinend hatte Henricus, der angeblich aus Friesland stammte, Besitz, Titel und Wappen der Gf. von Stumpenhusen erworben.3 Die vermutlich um 1190 auf einer Weserinsel erbaute Burg ist 1233 als Castro Hoya4 belegt (östlicher Weserarm im 17. Jh. zugeschüttet; eine ältere Burganlage befand sich östlich der Weser). In einer Urkunde aus dem Jahr 1243 ist Hoya als urbs bezeichnet, 1249 als civitas.5 1331 sind consules Opidi Hoyensis belegt, also Ratsherrn der Stadt Hoya.6 Der Ort besaß Weichbildrechte, die Gf. Otto III. von Hoya 1398 bestätigte und erweiterte; 1576 bestätigte Gf. Otto VIII. von Hoya die Rechte und Privilegien des Fleckens Hoya.7 Der Ort war Sitz des gleichnamigen Amtes der Gft. Hoya. Als die Gf. von Hoya 1582 in männlicher Linie ausstarben, fiel ihre Gft. an die welfischen Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg (überwiegend Fsm. Calenberg).8 In französischer Zeit zählte Hoya 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und war dann bis 1813 Hauptort des gleichnamigen Kantons im Arrondissement Nienburg des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Danach war Hoya wieder Amtssitz, zunächst im Kgr. Hannover und nach der Annexion von 1866 im Kgr. Preußen. Mit Einführung der Kreisverfassung kam Hoya 1885 zum Lkr. Hoya, wurde 1929 zur Stadt erhoben, kam 1932 zum Lkr. Grafschaft Hoya und 1977 zum Lkr. Nienburg/Weser. Seit 1974 ist Hoya Sitz der Samtgemeinde Hoya (1979: Samtgemeinde Grafschaft Hoya), die 2011 mit der Samtgemeinde Eystrup fusionierte und sich neu gründete. Hoya war eine Ackerbaustadt mit Gewerbe, Handwerk und Handel, die in der zweiten Hälfte des 18. Jh., nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges, zu eine gewisse wirtschaftliche Blüte erlebte.9 Mit Eröffnung der Bahnstrecke Hoya–Eystrup erhielt der Ort 1881 Anschluss an die Eisenbahnstrecke Hannover–Bremen; mit der Strecke Hoya–SykeAsendorf kam die Verbindung zur Strecke Bremen–Osnabrück hinzu. Im Jahr 1821 lebten knapp 1.730 Menschen in Hoya, 1905 gut 2.140, 1950 etwa 4.740 und 2019 knapp 3.900.

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1960

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1960

Kirchlich gehörte Hoya vermutlich ursprünglich zum Kirchspiel Wechold.10 Die Findlingsfundamente der Pfarrkirche St. Martin im östlichen Teil des Ortes stammen vielleicht aus dem 11. Jh. Die ersten Geistlichen Hoyas, die namentlich bekannt sind, waren jedoch vermutlich nicht in erster Linie Pfarrer dieser Kirche, sondern gräfliche Kaplane an der Schlosskapelle St. Wilhadi und 10.000 Ritter: 1240 Theodericus cappellanus de Hoia11, 1260 Gerardus Wultur cappellanus in Hoia12 und 1272 Burchard capellanus.13 Gf. Gerhard II. ließ die Martinskirche wohl um 1300 umbauen und erweitern. Explizit als Pfarrgeistlicher in Hoya lässt sich 1324 und 1336 Rudolf Freitag belegen (plebano in Hoya), ein Everhardus war 1324 Vikar (perpetuus vicarius).14 Die Pfarrpfründe war möglicherweise seinerzeit schon in der Hand des Wlbrandus de Hoya, dem Papst Clemens VI. 1344 nachträglich gestattet, mehrere Pfründen gleichzeitig zu besitzen.15 Neben dem Hauptaltar besaß die Kirche in vorref. Zeit mehrere Nebenaltäre: St. Katharina, Heiligkreuz, St. Maria, St. Michael, St. Simon und Judas, Allerheiligen, St. Theobaldus, Dreifaltigkeit und St. Urbanus. Überdies lässt sich eine Marienkapelle in Hoya belegen: 1367 als kapellen thor hoyen auer der Nigenbruggen erwähnt und 1375 als Capellen vor der Hoye.16 Im 15. Jh. sind Arnold von Kampen (1439), Siegbodus Bolding (1448), Gerlach von Alen (vor 1477) und Rudolf Herberdes (1489, 1504) als Pfarrer in Hoya urkundlich belegt.17
Zu Beginn der Reformationszeit war Hoya noch im Besitz der welfischen Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg: Sie hatten die Gft. 1512 eingenommen. Gf. Jobst II. von Hoya konnte 1519 aus dem ostfriesischen Exil zurückkehren und erhielt 1527 schließlich auch das Amt Hoya zurück. An der Marienkapelle hatte 1515 Heinrich der Mittlere von Braunschweig-Lüneburg Joachim Ruwen als Vikar eingesetzt.18 Auf die Vikarie am Katharinenaltar in der Pfarrkirche hatten die Hzg. Otto und Ernst von Braunschweig-Lüneburg 1522 Johann Heydemann berufen.19 Hartmut Bösche charakterisiert die beiden Vikare als „frühe Lutheraner“, die „der neuen Lehre in Hoya den Weg“ bereiteten.20 Die Pfarrpfründe der Hoyaer St. Martinskirche hatte Heinrich Pfingsten (amt. etwa 1506–1531) inne; als Kanzler des Gf. Jobst II. von Hoya versah der den Pfarrdienst jedoch nicht selbst.21 Wohl nachdem Gf. Jobst II. 1527 auch die Regierung im Amt Hoya wieder übernommen hatte, führte er die Reformation in der Gft. Hoya ein.22 Am Allerheiligenaltar in der Bücker Stiftskirche setzte er Albert Kock als Vikar ein und möglicherweise um Ostern 1527 hielt Kock die erste luth. Predigt in der Hoyaer Kirche; in der Folgezeit nannte er sich mitunter auch Pastor thor Hoye.23 Gf. Jobst II. holte den Lutherschüler Adrian Buxschott an seinen Hof, der 1531 das Pfarramt an der Kirche in Hoya übernahm und etwa ab 1533 auch das Amt des Superintendenten der Gft. Hoya inne hatte.24 Vermutlich ist er mindestens als Mitautor der ersten Hoyaer KO anzusehen (um 1533, Cristlike ordeninghe, yn der karken unser hersschup gestellt).25 Nach seinem Tod übernahm P. Johann Holste (amt. 1564–1575) das Hoyaer Pfarramt.

Kirche, Ansicht von Nordosten

Kirche, Ansicht von Nordosten

Eine erste Abbildung der Kirche in Hoya ist aus der Mitte des 17. Jh. im Merianstich überliefert; zu erkennen ist jedoch allein der Turm, der ein Satteldach trägt.26 Wenige Jahre nachdem P. Friedrich Andreas Schlubeck (amt. 1740–1759, Sup. seit 1747) Superintendent der neu errichteten Insp. Hoya geworden war, ließ die Gemeinde ihre Kirche umbauen und ein neues Kirchenschiff errichten. Einen neuen Turm erhielt die Kirche in der ersten Hälfte des 19. Jh.
Anfang des 18. Jh. lassen sich erstmals jüd. Familien in Hoya belegen (zwei Schutzbriefe 1713).27 Eine Synagoge errichtete die Gemeinde, die seinerzeit knapp 90 Mitglieder zählte, im Jahr 1833; mit gut 100 Mitgliedern (5 Prozent der Gesamtbevölkerung) erreichte die jüd. Gemeinde 1848 ihren größten Umfang. Die Synagoge wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört; von den 31 jüd. Einwohnerinnen und Einwohnern Hoyas überlebten nur neun den Holocaust.28
Während der NS-Zeit waren nacheinander Sup. Johann Georg Walter Zelle (amt. 1932–1940) und P. Erich Schürer (amt. 1942–1962) in Hoya tätig. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab P. Schürer 1946 an, er selbst habe der BK angehört, Sup. Zelle hingegen habe zunächst den DC nahegestanden.29 Nach der Visitation 1937 hatte LSup. Ernst Lienhop von Sup. Zelles „anfangs schwankender kirchenpolitischer Haltung“ gesprochen; einige Monate schrieb Zelle dem LSup, er sei nun bereit sich „der Bekenntnisgemeinschaft anzugliedern“.30 Über den 1933 neu gewählten KV fällt P. Schürer rückblickend ein eher negatives Urteil: vier der sechs Kirchenvorsteher hätten der NSDAP angehört und positiv könne nur die „Innenerneuerung der Kirche“ hervorgehoben werden. „Dass die K[irchen-]V[orsteher] sich im übrigen besonders als evangelische und christliche K[irchen-]V[orsteher] hervorgetan hätten, ist nicht bekannt geworden“.31 Zwischen 1933 und 1945 traten 85 Gemeindeglieder aus der Kirche aus und abgesehen vom „Lichtpunkt Frauenhilfe“ attestierte der LSup. der KG schon 1937 eine „auch für eine Kleinstadt ungewöhnliche kirchliche Gleichgültigkeit“.32
In der Nachkriegszeit richtete die KG eine Gemeindeschwesternstation ein, die in den 1980er Jahren in der Diakonie-/Sozialstation Hoya-Eystrup aufging (in Trägerschaft der KG). Mit dem Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Zahl der Katholiken in Hoya. Schon im Jahr 1900 hatte die seinerzeit kleine kath. Gemeinde (1925: knapp 75 Gemeindeglieder) einen Kapellenraum im ehemaligen Staffhorstschen Haus eingerichtet. 1950 wurde die kath. Erzengel-Michael-Kirche geweiht. Für die ev. Geflüchteten hielt der Ostgeistliche Sup. Kurt Eichstädt anfangs besondere Flüchtlingsgottesdienste „mit preuss[ischer] Liturgie“.33 Erste ökumenische Gottesdienste feierten die ev. und die kath. Gemeinde in der Amtszeit von P. Manfred Bockstette (amt. 1963–1966).
Anfang der 1960er Jahre entschied der KV der Gemeinde, eine neue Kirche zu bauen. Ausschlaggebend waren einerseits die hohen Sanierungskosten der Martinskirche (wegen ungenügender Gründung drohte der Kirchturm einzustürzen) und die Randlage der alten Kirche östlich der Weser andererseits.34 Im „Schwerpunkt der sich erweiternden Stadt“, wie Architekt Carsten Schröck formulierte, feierte die Gemeinde 1965 die Grundsteinlegung.35 Schröck hatte ein modernes Gemeindezentrum entworfen, das Kirche, Gemeinderäume und Pfarrhaus unter einem Dach vereint. Kirche und Turm sind zusammengefasst: die westliche Spitze der dreieckigen Kirche ist als Turm gestaltet. Mit Einweihung der neuen Martin-Luther-Kirche am ersten Adventssonntag 1967 wurde die alte Martinskirche aufgeben. Sie stand lange ungenutzt und ging 1984 in das Eigentum der Stiftung Martinskirche über, die das Gebäude sanierte und als „Kulturzentrum Martinskirche“ 1995 wiedereröffnete.36 Das 1956 neu errichtete Gemeindehaus neben der Martinskirche und das alte Pfarrhaus beherbergten seit 1969 den ev. Kindergarten der Gemeinde. Er zog 1998 in einen städtisch finanzierten Neubau um und ist seit 2013 Teil des Ev. Familienzentrums Grafschaft Hoya (u. a. Kita, Krippe, Bücherei, Eltern-Café, Beratung).

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1980

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1980

Nach der Visitation 1956 hatte der Sup. in seinem Bericht notiert, Hoya besitze „eine ‚Kerngemeinde‘ mit tragender Kraft“, darüber hinaus aber scheine die Gemeinde „teilzuhaben an den Auflösungserscheinungen, die sich seit einiger Zeit in den Dörfern zeigen, deren Kirchlichkeit traditionell bestimmt war, aber nicht an dem, was in größeren Städten an geistiger Regsamkeit und kirchlicher Neubesinnung spürbar wird“.37 Knapp 25 Jahre später hatte sich das Bild gewandelt: Der Sup. des KK Hoya schrieb 1980, im neuen Gemeindezentrum habe sich ein „bis dahin unbekanntes reges Gemeindeleben, vor allem mit der Jugend“ entwickelt; die Zahl der Ehrenamtlichen und die Vielfalt der Gemeindekreise sei beeindruckend. Auch der LSup. attestierte der „traditionell wenig kirchlichen Stadt“ einen enormen Aufschwung des gemeindlichen Lebens.38 Unter anderem hatte die Gemeinde zusammen mit P. Hans-Wilhelm Hastedt (amt. 1966–1985) in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre das später sogenannte Hoyaer Modell für den Konfirmandenunterricht entwickelt. Dabei übernehmen die Eltern im ersten Jahr einen Großteil des stark biblisch ausgerichteten Unterrichts. Dieses Vorkonfirmandenjahr ist zudem dem 7. ins 4. Schuljahr vorverlegt. „In der Zwischenzeit zwischen Vor- und Hauptkonfirmandenunterricht sind Angebote der Kinderarbeit plaziert.“39 Eine weitere Neuerung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit war 1973 die Gründung einer Gruppe der christlichen Pfadfinder (seit 1976 Stamm Graf von Hajo).
Im Rahmen der seit 1949 entstandenen Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Hannovers und Sachsens pflegte die KG Hoya seit den 1950er Jahren Kontakte zur sächsischen Kirchgemeinde Gornau im Erzgebirge.40 Zudem entstand seit den 1980er Jahren eine Partnerschaft mit der ev.-luth. Kirche in Brasilien (Bundesstaat Mato Grosso).41 Von 1985 bis 2001 war Hoya wieder Sitz der Suptur. des KK Hoya (Errichtung einer zweiten Pfarrstelle).42 Seit Oktober 1999 ist die KG Hoya pfarramtlich mit der benachbarten KG Hoyerhagen verbunden.43 Das gemeinsame Pfarramt umfasste zunächst drei Pfarrstellen, mittlerweile noch eine.

Pfarrstellen

I: vorref., seit 2000 drei Viertel, seit 2001 halber Dienstumfang.44 – II: 1985 (bis 2001 Superintendenturstelle).45

Umfang

Der Flecken, seit 1929 die Stadt Hoya. 1894 ein Grundstück aus der KG Wechold eingepfarrt.46 1931 einige Grundstücke aus der KG Hassel eingepfarrt.47 1981 Siedlung Wienhof aus KG Bücken eingepfarrt.48

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Bücken der Diözese Bremen (Archidiakon war der Bückener Stiftspropst).49 – Nach der Ref. Suptur. der Gft. Hoya. In den 1580er Jahren zur Insp. Nienburg. Seit 1747 Sitz der neuen Insp. Hoya (1924: KK). Zum 1. Januar 2001 fusionierte der KK Hoya mit dem KK Syke zum neuen KK Syke-Hoya.50 – Zur 1747 eingerichteten Insp. Hoya zählten zunächst die Gemeinden Dörverden, Eitzendorf, Hassel, Hoyerhagen, Magelsen, Martfeld, Oiste, Sudwalde, Vilsen, Wechold und Westen.51 Um 1794/95 kam Sudwalde zur Insp. Sulingen und die Insp. Hoya erhielt Blender, Intschede und Schwarme hinzu. Seit spätestens 1818 gehörten auch Bücken und Eystrup zur Insp. Hoya. 1823 kamen Blender, Intschede, Martfeld, Schwarme und Vilsen zur neuen Insp. Vilsen. 1929 gab der KK Hoya (1924) die KG Dörverden und Westen an den KK Verden ab und erhielt die KG Asendorf, Bruchhausen, Martfeld, Schwarme und Vilsen aus dem aufgelösten KK Vilsen.52 1934 wechselte Oiste vom KK Hoya zum KK Verden.53 Der Sitz der Suptur. des KK Hoya war von 1947 bis 1985 in Bruchhausen, kam dann zurück nach Hoya.54 Seit 1992 gehörte auch die neue KG Haßbergen zum KK Hoya.55 Zum 1. Januar 2001 fusionierte der KK Hoya mit dem KK Syke zum neuen KK Syke-Hoya, Sitz der Suptur. ist in Syke.56

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau – Martin Luther Kirche
Gemeinde- und Pfarrhaus (links), Kirche (rechts), Ansicht von Südwesten, Luftbild, nach 1967

Gemeinde- und Pfarrhaus (links), Kirche (rechts), Ansicht von Südwesten, Luftbild, nach 1967

Gemeindezentrum mit dreieckiger, südöstlich ausgerichteter Kirche, erbaut 1965–67 (Architekt: Carsten Schröck, Bremen). Verklinkerter Stahlskelettbau; zur westlichen Spitze hin steil ansteigendes Dach; Rechteckfenster nach Westen (ober- und unterhalb der Glockenstube), waagerechtes, hochliegendes Fensterband nach Osten, am Südende der Ostwand bodentiefes Fenster (Altarraum); Nebeneingang nach Nordwesten; Haupteingang an der Südseite des Gemeindehauses. Im Innern holzvertäfelte, nach Westen hin ansteigende Decke; verklinkerte Wände; Empore im Norden, Altarraum in Südecke; laternenartige Lampen zwischen den Bankreihen. Nach Norden schließt sich ein Gemeinderaum an, der zum Kirchenschiff geöffnet werden kann.

Fenster

In der Ostwand ein unterhalb der Empore beginnendes waagerechtes Fensterband mit bleiverglasten Farbtafeln, erweitert sich im Altarraum zu einem bodentiefen Buntglasfenster; Motive zum Thema Dreieinigkeit. Drei bleiverglaste Farbtafeln in Westfenstern, alle Fenster entworfen von Erhart Mitzlaff (Fischerhude).

Turm

Westliche Spitze des Kirchengebäudes als dreieckiger, offener Glockenturm gestaltet, bekrönt mit Kreuz. Drei Betonstützen, dazwischen dreieckige Glockenstube mit waagerechten Lamellen. 1990 Betonsanierung,

Ausstattung

Schlichter Altartisch (1967), Metall, Mensa aus Quarzkiesel. – Niedrige Kanzel (1967), Metall. – Taufe aus Sandstein (1592), vasenartiger Schaft, halbkugelförmiges Becken, verziert mit geflügelten Engelsköpfen; bis 1982 in der alten St. Martinskirche.57 – Kruzifix und vier Bronzereliefs (1990, Siegfried Zimmermann, Hannover), die Reliefs zeigen biblische Szenen: Judaskuss, Heimkehr des verlorenen Sohns, Jesu Predigt am See Genezareth und Jes 58,7: „Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus“. – Epitaph für P. Conrad Römeling († 1678), 2010 restauriert. – Ehemalige

Ausstattung

Taufständer (1967), Stahlfuß mit Glasschale, bis 1982 verwendet.

Orgel, nach 1970

Orgel, nach 1970

Orgel

Zunächst kleines Positiv, 3 I/aP, mechanische Traktur, Schleiflade, erbaut um 1966 von Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), Geschenk der Stadt Hoya, nach Bau der großen Orgel in FKap aufgestellt, später verkauft.58 1969/70 Orgelneubau für die neue Kirche, ausgeführt von Hermann Hillebrand (Altwarmbüchen), 20 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen, überdies fünf Vakantplätze. 1975 zwei Reg. der alten Orgel eingebaut, 22 II/P. 1977 drei Reg. ergänzt und Orgel vollendet zu 25 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Fünf LG, I: gʼ, Inschrift: „Land, Land, Land, höre des Herren Wort! Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein. Im Jahr des Heils 1928“ (Bronze, Gj. 1928, Firma Rincker, Sinn); II: cʼʼ, Betglocke, Inschrift: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn. Jer 29,7 – 1966“; III: dʼʼ, Sterbeglocke, Inschrift: „Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen. 2. Tim 1,10 – 1966“; IV: esʼʼ, Trauglocke, Inschrift: „Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Jes 55,12 – 1966“; V: fʼʼ, Taufglocke, Inschrift: „Glaube, Hoffnung, Liebe. 1. Kor 13,13. Emmy und Werner von Behr – 1966“ (alle Bronze, Gj. 1966, Firma Rincker, Sinn).

Kirchenbau – Martinskirche

1967 entwidmet, seit 1984 Eigentum der Stiftung Martinskirche, seit 1995 Kulturzentrum. – Ostsüdöstlich ausgerichteter Rechteckbau mit polygonalem Chor und zwei Choranbauten, älteste Teile vielleicht 11. Jh. (Findlingsfundament). Satteldach, Dach des Chors nach Osten abgewalmt, südlicher Choranbau mit Schleppdach, nördlicher mit Satteldach; Schiff aus Bruchsteinmauerwerk; Chor aus Backsteinmauerwerk; flachbogige Fenster am Schiff, am Chor flachbogige Fenster in Spitzbogennischen; an Südseite ehemaliges Portal, jetzt Durchgang zum modernen, halbrunden Anbau. Innenraum durch u-förmige, zweistöckige Emporenanlage dreischiffig gegliedert; zentrales Holztonnengewölbe, flache Decke über den Seitenemporen und im Chor; Emporen an Nord- und Südseite des Chors; Inschriftentafel zwischen Chor und Schiff: „Des Geldes zum höchsten Lobe einer frommen Kultur ist dieses glänzende Gotteshaus gleichzeitig erneuert in Farbe und gänzlich erbaut in der Baukunst und den Mauern mit des Superintendenten Schlubeck und Amtmanns Struwes letzten Willen“ (übersetzt)59 und „Erneut in der Farbgebung restauriert 1875“. Kirche um 1300 gotisch erneuert (Schiff nach Süden verbreitert; Chor und nördlicher Choranbau errichtet). Erste Hälfte 15. Jh. Umbau (spätgotisches Gewölbe mit Birnstabrippen in Schiff und Chor). 1589 Renovierung. 1750–52 Neubau Schiff. 1875 Renovierung. 1933/34 Renovierung. 1967 geschlossen. 1984–95, bauarchäologische Untersuchung, grundlegende Sanierung und Umbau zum Kulturzentrum (u. a. Betongründung für Kirchturm, Anbau mit Sanitäreinrichtungen).

Grablege

Der um 1300 errichtete nördliche Choranbau diente als Grablege der Gf. von Hoya, in einer Urkunde Gf. Ottos III. von Hoya heißt es 1416: „Kerken tor Hoyen, dar unser oldere, Vader und Moder, Suster unnd Broder Unse frawen und Kinder den all Gott gnedig sey, inne rouwen, unnd wir seluen denken Inne tho rouwende, na Unserm Dode“.60

Turm

Rechteckiger Westturm mit Sandsteinverblendung, erbaut 1828–30 (Planung und Ausführung: Maurermeister Schilling und Zimmermeister Lutz, beide Hannover). Verschieferter Turmhelm mit rechteckigem Ansatz, geschlossener, achtseitiger Laterne und achtseitigem Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne. Rundbogiges Portal nach Westen; rundbogige Fenster; vier Uhrziffernblätter an der Laterne. Bau eines ersten Westturms vielleicht im 16. Jh. (Belegt: 1608). 1818 Kirchturm wegen Baufälligkeit abgerissen. 1722 neue Turmuhr (Thomas Schiebert, Celle). 1906 neue Turmuhr (F. H. Gradtke, Hoya).

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Ausstattung

Einachsiger, barocker Kanzelalter (1755, Hofbildhauer Johann Friedrich Ziesenis, Hannover, und Tischlermeister Johann Christian Lauber, Hannover), architektonischer Aufbau, verkröpftes Gebälk getragen von schräg gestellten korinthischen Säulen und Pilastern, oberhalb zwei Pokale und dazwischen geschwungener, asymmetrischer Aufsatz mit Gesetzestafeln und dreieckigem Gottesauge im Strahlenkranz; dreiseitiger Kanzelkorb; unterhalb des Kanzelkorbs Abendmahlsbild (Anthon Thilo, Hannover); seitliche Schwerwände mit rundbogigen Durchgängen; vor der Kanzelwand Blockaltar mit gotischer Mensa. – Zwölf Apostelfiguren an Brüstung der oberen Westempore (Ende 17. Jh.). – Jesusfigur (1930er Jahre), in der Mitte zwischen den Apostelfiguren an der Westempore. – Inschriftenstein: „Greve Gherdt was milde und rike Sabel sin Voghet dit dom buwede wol en Romel [Flor]ike“ (Gf Gerhard II. war milde und reich, sein Vogt Albertus Zabel baute dieses Haus, vollendet [hat es] Florike Rommel), bis 2013 außen am Chor.61 – Epitaph für Joachim Staffhorst († 1599) und Ehefrau Mette von Reden († 1618). – In Turmhalle: Sandsteinepitaph für Sohn oder Tochter von Dietrich von Staffhorst und Anna von der Lieth (1566). – An der südlichen Außenwand: Doppelgrabstein Gf. Otto III. von Hoya († 1428) und (vermutlich) Ehefrau Mechthild von Braunschweig-Lüneburg († um 1432/34), Inschrift nur teilweise lesbar, Grabstein bis 2002 in der Kirche.62 – An der südlichen Außenwand: Doppelgrabstein des hoyaischen Drosten Johann von Staffhorst († 1514) und seiner Ehefrau Ilse Klencke († 1517), bis 2002 im Fußboden des Chors.63 – An der südlichen Außenwand: Epitaph für Kirchenjurat Gerdt Kebbe († 1600).64

Kirche, Blick zur Orgel, 1949

Kirche, Blick zur Orgel, 1949

Orgel

Um 1570 erhielt die Kirche ihre erste Orgel, ein Positiv, erbaut von den Gebrüdern Slegel, Niederlande; um 1660 verkauft an Gemeinde Rießen (Steyerberg).65 1659 von der Gemeinde Drakenburg die dort im Jahr zuvor angekaufte alte Orgel der Gemeinde Nienburg erworben, wohl 8 I/–, Springlade; Instrument 1660/61 in Hoya aufgebaut und um Pedal (6 Reg.) erweitert, Arbeiten ausgeführt von Orgelbauer Hermann Kröger (Nienburg/Weser), 14 I/P. 1735 erweiterte Orgelbauer Christian Solter (Verden) das Instrument u. a. um ein Brustpositiv, 20 II/P. 1752/53 um Rückpositiv erweitert, 27 III/P, Orgelbauer Erasmus Bielfeldt (Stade). Orgel 1818 abgebaut (Abriss des Turms), Verbleib unklar. 1830–32 Orgelneubau, ausgeführt von Wilhelm Meyer (Hannover), 21 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen; vielleicht älteres Pfeifenmaterial wiederverwendet; Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, Orgel 1925 abgebaut. 1925 Neubau des Orgelwerks hinter dem vorhandenen Prospekt, ausgeführt von Firma Faber & Greve (Salzhemmendorf), 26 II/P, pneumatische Traktur; 1960 war nach Einschätzung des Orgelrevisors „kein störungsfreies Spiel“ mehr möglich.66 1967 stillgelegt, 1975 zwei Reg. der Orgel in die Orgel der neuen Martin-Luther-Kirche eingebaut. Prospekt der Meyer-Orgel erhalten.

Geläut

Im Turm hängen keine Glocken. – Früherer Bestand: 1642 Glocken belegt.67 Drei neue LG (Bronze, Gj. 1830, H. A. Bock, Hannover/Linden), Inschriften auf der großen Glocke: „Kirchen-Commissarius C.H. Hesse, Superintendent. C.C. Niemeyer, Amtmann. C.P. Schwartz, Bürgermeister – Oft zum Preise des Höchsten, des Gütigen und des Allmächtigen. Hebe die Seele empor dieses Glockengetön. Hoya 1830“, „Miesegades und Meyer, Kirchenjuraten. Gegossen H.A. Bock in Linden“, Inschriften auf der kleinen Glocke u. a.: „Zur Ehre Gottes und zur Erweckung dieser Gemeinde. Hoya 1830“, 1906 durch ein neues Dreiergeläut ersetzt: Drei LG (alle Bronze, Gj. 1906, Firma Radler, Hildesheim), I: Inschriften: „Ehre sei Gott in der Höhe. Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch“ und „Geschenk des Rentiers Philipp Schwarze. Gegossen von J. J. Radler und Söhne in Hildesheim“, II: Inschriften: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Friede sei mit euch“ sowie die Namem der KV-Mitglieder: Superintendent G. Cordes, Bürgermeister Aug. Hüpeden, W. Trefurt, W. von Behr, J. H. Müller, Chr. Ziegenhirt, F. O. May; III: Inschrften: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort. Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein“ und „Gegossen von J. J. Radler und Söhne in Hildesheim 1906“, LG I und II im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, LG III bei Anschaffung des neuen Geläuts 1928 ersetzt. Drei neue LG (alle Bronze, Gj. 1928, Firma Rincker, Sinn), die beiden größeren im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, nach Kriegsende noch vorhanden (in den Zinnwerken Wilhelmsburg), „aber schon zerschlagen“68; dritte LG, gʼ, Inschrift: „Land, Land, Land, höre des Herren Wort! Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein. Im Jahr des Heils 1928“, seit 1967 in der neuen Martin-Luther-Kirche. Als Ersatz für die abgegebenen Glocken 1946 zwei neue Eisenglocken bei Firma Weule Bockenem bestellt, Guss nicht ausgeführt, wohl wegen des fehlenden Eisenscheins.69

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeinde- und Pfarrhaus (Bj. 1966–67), schließt sich nördlich an die Kirche an. – Diakoniestation (Bj. 1910, ehemaliges Küsterhaus). – Altes Pfarrhaus (Bj. 1741, Wiederaufbau nach Zerstörung 1758), seit 1967 vermietet und als Kindergarten genutzt, 1998 verkauft; seit 1999 Druckereimuseum. – Ehemaliges Gemeindehaus (Bj. 1957), 1968–98 Kindergarten.

Friedhof

Ursprünglicher kirchlicher Friedhof rund um die Kirche, genutzt bis etwa 1800. Dann Friedhof südöstlich der Kirche, genutzt bis 1835/37 (heute Bürgerpark). Neuer kirchlicher Friedhof am Westrand Hoyas, erste Beerdigung 1837. FKap (Bj. 1957, erweitert 1973/74), Glockenträger mit einer LG (Gj. 1942), 2004 aus der profanierten kath. Sankt-Raphael-Kirche in Eystrup übernommen.

Liste der Pastoren (bis 1940)

1531–1564 Adrian Buxschott.70 – 1564–1575 Johann Holstenius (Holsten). – 1575–1601 Henricus Moller. – 1601–1618 Henricus Meier. – 1618–1621 Johann Höpken (Hapke). – 1621–1671 Conrad Römeling. – 1671–1683 Andreas Münchmeyer (Munichmeier). – 1683–1727 Peter Bartold Scharff. – 1727–1739 David Scharff. – 1740–1759 Friedrich Andreas Schlubeck. – 1758–1760 Johann Heinrich Bode. – 1760–1761 David Konrad Rabe. – 1762–1789 Dr. Friedrich Benjamin Gautzsch. – 1790–1819 Balthasar Johann Konrad Koch. – 1820–1826 Andreas Gottfried Groschupf. – 1826–1832 Christian Heinrich Friedrich Hesse. – 1833–1837 Johann Georg Ludwig Sievers. – 1838–1841 Heinrich August Wilhelm Meyer. – 1842–1874 Karl Christoph Konrad Ebert. – 1874–1879 Adolf Georg Ernst Ludwig Wolter. – 1879–1885 Hans Adolf Leo Schuster. – 1885–1912 August Georg Karl Cordes. – 1912–1931 Carl Philipp Cuntz. – 1932–1940 Johann Georg Walter Zelle.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 545 (mit Ergänzungen)

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 5955–5988 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 545–546 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 3976–3993 (Pfarrbestellungsakten); A 9 Nr. 1143–1147 (Visitationen); D 7 (EphA Hoya), L 5a Nr. 207–209, 411, 1289–1290, 1686, 1859 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 11a Nr. 7968 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 761–763; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz I, S. 298–313; Gade, Hoya und Diepholz I, S. 463–487; Harries, Pastoren, S. 108–127; Kratzsch, Glocken Gft. Hoya, S. 70–73; Meyer, Pastoren I, S. 545; Paravicini, Residenzen 4,1, S. 688–691; Rödiger, Kirchen Hoyaer Land, S. 50–54.
B: 25 Jahre Martin-Luther-Kirche Hoya, hrsg. vom Kirchenvorstand der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hoya, [Hoya 1992]; Hoya. Daten, Fakten und Entwicklungen aus acht Jahrhunderten, hrsg. vom Heimatmuseum für die Grafschaft Hoya e. V., Hoya 2003; Kulturzentrum Martinskirche Hoya. Ein kleiner Beitrag zur Geschichte der St. Martinskirche, hrsg. von der Stiftung Martinskirche Hoya, Hoya 1995; Martin-Luther-Kirche zu Hoya. Festschrift zur Einweihung, hrsg. vom Kirchenvortand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hoya, Hoya 1967; Hartmut Bösche: St. Martini. Die Hoyaer Kirche vor der Reformation, Teil I in: Nienburger Heimatkalender für die ehemaligen Grafschaften Hoya, Diepholz und Wölpe 5 (1990) S. 51–60, Teil 2 in: Nienburger Heimatkalender für die ehemaligen Grafschaften Hoya, Diepholz und Wölpe 6 (1991) S. 37–43; Elfriede Hornecker: Steine erzählen Geschichte. Gedenksteine in der Kirche St. Martini in Hoya (Hoyaer Hefte 17. Schriftenreihe des Heimatmuseums Grafschaft Hoya e. V.), Hoya 2013; Winfried Topp: Die Hoyaer Orgelchronik (Hoyaer Hefte 9. Schriftenreihe des Heimatmuseums Grafschaft Hoya e. V.) Hoya 2003.

GND

1078160716, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Hoya; 1214267912, Martin-Luther-Kirche (Hoya); 2156652-5, Kulturzentrum Martinskirche (Hoya)


Fußnoten

  1. MGH SS 4, S. 384, § 11.
  2. Hoyer UB VIII, Nr. 35.
  3. Knapp zu Gf. und Gft. Hoya: Paravicini, Residenzen 4,1, S. 688 ff.; Hoya, S. 7 ff.; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz I, S. 303 ff.
  4. Bremisches UB I, Nr. 172.
  5. Bremisches UB I, Nr. 223; ebd., Nr. 243.
  6. Hoyer UB III, Nr. 97; vgl. auch ebd. Nr. 98.
  7. Hoyer UB I, Nr. 1610.
  8. Detailliert: Gade, Hoya und Diepholz I, S. 114 ff.
  9. Zur Wirtschaftsentwicklung vgl. Hoya, S. 97 ff.
  10. Gade, Hoya und Diepholz I, S. 464. Zur vorref. Kirchengeschichte Hoyas vgl. insgesamt Bösche I, S. 51 ff. und Bösche II, S. 37 ff., der die „ursprünglichen kirchlichen Zuständigkeiten“ als „noch weitgehend unerforscht“ bezeichnet (Bösche I, S. 53).
  11. Westfälisches UB VI, Nr. 338.
  12. Hoyer UB I, Nr. 22. 1267 als Gerhardus capellanus comitis de Hoja (Bremisches UB I, Nr. 333) belegt und 1286 als sacerdos (Priester, Hoyer UB III, Nr. 59).
  13. Cal. UB III, Loccum, Nr. 327.
  14. Cal. UB III, Loccum, Nr. 721 (1324); ebd., Nr. 761 (1336).
  15. Regesten Ebf. Bremen II, Nr. 771. Wulbrandus, wohl ein unehelicher Grafensohn, besaß neben der Pfarre in Hoya überdies Kanonikat und Pfründe in Bücken sowie die Pfarrpfründen in Berne und in Nienburg. Vgl. auch Bösche I, S. 55.
  16. Hoyer UB I, Nr. 1092 und ebd., Nr. 225. Vgl. zudem Bösche I, S. 56 f. Die Kapelle ist zudem nachgewiesen 1432 (Hoyer UB I, Nr. 1146) und 1455 (Hoyer UB I, Nr. 493, irrtümlich „zu Nienburg“ lokalisiert); Inhaber der Kapelle war seinerzeit Heinrich Beldingen bzw. Beling.
  17. Hoyer UB I, Nr. 465 (1439); ebd. Nr. 481 (1448); ebd. Nr. 551 (1489) und ebd. II., Nr. 85 (1504); siehe auch Bösche II, S. 43.
  18. Hoyer UB I, Nr. 600; Ruwens Vorgänger hieß Helmerich Becker.
  19. Hoyer UB I, Nr. 621; Heydemanns Vorgänger hieß Konrad von Stenden.
  20. Bösche, Holste, S. 67.
  21. Bösche, Holste, S. 67, 80 und 113; Bösche II, S. 38.
  22. Vgl. zur Reformation in der Gft. Hoya zuletzt Bösche, Holste, bes. S. 75 ff. Vgl. zudem Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1122 ff. Zeitgenössische Quellen zur Reformation in der Gft. Hoya fehlen weitgehend; Die Kenntnisse stammen überwiegend aus historischen Arbeiten der zweiten Hälfte des 18. Jh., die „urkundlich und archivalisch nicht mehr belegt werden“ können (ebd., S. 1122). Neben Buxschott waren die Reformatoren Johann Tiemann und Nikolaus Krage in der Gft. Hoya aktiv (letzterer besonders in den Ämtern Stolzenau und Steyerberg).
  23. Hoyer UB III, Nr. 186; Bösch, Holste, S. 80 (mit Anm. 608).
  24. Bestallungsurkunde als Hoyer Pastor bei Bösche, Holste, S. 468 f. (Anlage 4).
  25. Bösche, Holste, S. 115 f.; Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1122.
  26. Merian, Topographia Braunschweig und Lüneburg; Digitalisat des Stichs: http://diglib.hab.de/drucke/6-11-1-geogr-2f/start.htm?image=00241a.
  27. Zum Folgenden: Obenaus, Handbuch I, S. 893 ff.
  28. Obenaus, Handbuch I, S. 898. Seit 1996 befindet sich am Ort der zerstörten Synagoge eine Gedenkstätte.
  29. LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 18. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  30. LkAH, L 5a, Nr. 207 (Visitation 1937); LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 52. Vgl. auch ebd., Bl. 28: „Von dem 1933 gewählten Kreiskirchenvorstand trat der Vorsitzende, Sup. Zelle, und ein Beisitzer, Pastor Buschmann-Bücken, bald den DC. bei und haben ihnen einige Jahre hindurch angehört. […] Durch den Uebertritt des Superintendenten Zelle zu den DC. trat eine Entfremdung zwischen ihm und den Pastoren ein, die auch nach seiner späteren Rückkehr zur Mittelpartei nicht ganz behoben wurde“ (Bericht von P. Paul Rohde, Martfeld).
  31. LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 18.
  32. LkAH, L 5a, Nr. 207 (Visitation 1937).
  33. LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 19.
  34. 25 Jahre, S. 9 ff.
  35. Martin-Luther-Kirche, S. 11.
  36. 25 Jahre, S. 2. Die Landeskirche unterstützte die Sanierung mit 300.000 DM.
  37. LkAH, L 5a, Nr. 207 (Visitation 1956).
  38. LkAH, L 5a, Nr. 208 (Visitation 1980).
  39. Vgl. Grethlein, Religionspädagogik, S. 344 ff. Vgl. auch Michael Meyer-Blanck (Hg.): Zwischenbilanz Hoyaer Modell. Erfahrungen – Impulse – Perspektiven, Hannover 1993. Anlass für die Reform des Konfirmandenunterrichts war u. a., dass der Religionsunterricht in den Grundschulen der Gemeinde seinerzeit weitgehend ausfiel.
  40. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  41. LkAH, L 5a, Nr. 209 (Visitationen 1989 und 1995).
  42. KABl. 1985, S. 118.
  43. KABl. 1999, S. 200.
  44. KABl. 2000, S. 13; KABl. 2001, S. 27.
  45. KABl. 1985, S. 118.
  46. KABl. 1894, S. 73.
  47. KABl. 1930, S. 165.
  48. KABl. 1981, S. 4.
  49. Hodenberg, Diöcese Bremen I, S. 246.
  50. KABl. 2000, S. 139 f.
  51. Hannoverscher Staatskalender 1748, S. 84 (Hassel ist dort wohl irrtümlich nicht genannt).
  52. KABl. 1929, S. 70.
  53. KABl. 1934, S. 159.
  54. KABl. 1985, S. 118.
  55. KABl. 1992, S. 73
  56. KABl. 2000, S. 139 f.
  57. 25 Jahre, S. 14 f.
  58. Martin-Luther-Kirche, S. 18; 25 Jahre, S. 30.
  59. Kulturzentrum, S. 13.
  60. Hoyer UB VIII, Nr. 213.
  61. Hornecker, S. 3; Kulturzentrum, S. 3.
  62. Hornecker, S. 7 ff. Es ist nicht gänzlich klar, ob Ottos erste Ehefrau Adelheid, oder seine zweite Ehefrau Mechthild auf dem Grabstein abgebildet ist.
  63. Hornecker, S. 11 ff.
  64. Hornecker, S. 14 ff.
  65. Zum Folgenden: Topp, [S. 3 ff.].
  66. LKA, G 9 B/Hoya Bd., I, Bl. 20.
  67. Kulturzentrum, S. 7; insgesamt zum Geläut: Kratzsch, Glocken Gft. Hoya, S. 70 ff.
  68. LKA, G 9 B/Hoya Bd., I, Bl. 3.
  69. LKA, G 9 B/Hoya Bd., I, Bl. 10.
  70. Bösche, Holste, S. 88 und S. 468 f. (Anlage 4).