Sprengel Osnabrück, KK Syke-Hoya | Patrozinium: möglicherweise Lambertus1 | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich lässt sich der Ort erstmals in der sogenannten Weserbrückenurkunde belegen, die auf etwa 1250 datiert wird: Suthwolde zählte zu jenen Orten im Bremer Umland, die zum Unterhalt der dortigen Weserbrücke beizutragen hatten.2 Als Zudwolde ist der Ort im ältesten Lehenbuch der Gf. von Oldenburg-Bruchhausen belegt (13./14. Jh.).3 Sudwalde gehörte zum Besitz der Gf. von Bruchhausen und fiel, nachdem diese in der zweiten Hälfte des 14. Jh. ausgestorben waren, an die Gf. von Hoya. Als wiederum diese Familie 1582 in männlicher Linie ausstarb, kam die Gft. Hoya – und damit auch Sudwalde – an das welfische Hzm. Braunschweig-Lüneburg (größtenteils an das Fsm. Calenberg). Ende des 14. Jh. zählte Sudwalde zur Vogtei Neubruchhausen, 1521 zum Amt Syke und 1530 zum Amt Altbruchhausen (im 18. Jh. gehörten zudem einige Häuser zum Amt Neubruchhausen). In französischer Zeit war Sudwalde 1810 kurzzeitig Teil des Kgr. Westphalen und gehörte dann bis 1813 zum Kanton Neuenbruchhausen im Arrondissement Nienburg des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Danach zählte Sudwalde zum neuen Amt Bruchhausen, zunächst im Kgr. Hannover und seit der Annexion von 1866 im Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam Sudwalde zum Kr. Sulingen, 1932 zum Lkr. Grafschaft Diepholz und 1977 zum Lkr. Diepholz. Seit 1971 ist Sudwalde Teil der Samtgemeinde Schwaförden; 1974 wurden Bensen und Meninghausen nach Sudwalde eingemeindet, 1994 auch Staatshausen. Nach der Visitation 1979 beschrieb der Sup. die Gemeinde als eine der ländlichen im KK Syke: „Die bäuerliche Grundstruktur ist bis heute erhalten geblieben.“4 Im Jahre 1810 lebten knapp 400 Menschen in Sudwalde, 1905 gut 590, 1950 etwa 1.170, 2000 rund 500 (ohne Eingemeindungen).

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1960

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1960

Kirchlich gehörte das Gebiet des späteren Kirchspiels Sudwalde ursprünglich zum Kirchspiel Bassum. Das älteste Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte ist die Kirche selbst, deren älteste Teile vermutlich aus dem 13. Jh. stammen. Urkundlich belegt ist das Kirchspiel erst 1423.5 Namen vorref. Geistlicher sind nicht bekannt.
Die Reformation führte in der Gft. Hoya Gf. Jobst II. ein: Etwa 1527 holte er den Lutherschüler Adrian Buxschott an seinen Hof, später Pastor in Hoya und erster Sup. der Gft. sowie um 1533 vermutlich Mitautor der ersten Hoyaer KO (Cristlike ordeninghe, yn der karken unser hersschup gestellt).6 Einzelheiten zur Entwicklung in Sudwalde sind nicht bekannt. Als erster ev. Prediger gilt P. Sudenborg (amt. vor 1540), ab 1540 hatte P. Henricus Seelhof das Amt inne. Die lückenlos überlieferte Reihe der Sudwalder ev. Pastoren beginnt erst mit P. Henricus Werner (amt. 1603–1639). Die Kenntnisse zur Geschichte der Gemeinde sind recht spärlich – nicht zuletzt, da ein Brand 1745 das Pfarrhaus zerstörte; dabei verbrannten auch die älteren Kirchenbücher der Gemeinde.7 Für das neue Pfarrhaus schloss die Gemeinde eine Versicherung ab.8
P. David Johann Geise (amt. 1742–1757) gab im 1752 verfassten Güterverzeichnis eine knappe Beschreibung der Sudwalder Kirche: Chor und die Hälfte des Schiffs hätten ein Gewölbe, der Rest eine flache Bretterdecke. Einen echten Turm habe die Kirche nicht, „es ist aber westwerts auff dem untersten ende der Kirchen oben aus dem Dache ein kleiner Thurm hinaus geführet“.9 Insgesamt sei die Kirche „nur gantz klein und für die Gemeine nicht räumlich genug“.10 Als zweite Predigtstätte gehörte noch die „Königl[iche] Capelle“ in Neubruchhausen zum Kirchenspiel, die vom Amt Altenbruchhausen „in Bau und Beßerung unterhalten“ wurde.11
In der ersten Hälfte des 19. Jh. wirkte P. Philipp Spitta (amt. 1828–1830) gut zwei Jahre in Sudwalde.12 P. Spitta zählt zu den maßgeblichen Theologen der Erweckungsbewegung im Gebiet der späteren Landeskirche Hannovers und ist auch als Dichter von Kirchenliedern bekannt.13 Sudwalde war seine erste Pfarrstelle. P. Spitta kam als Hilfsprediger zur Unterstützung des theologisch noch ganz in der rationalen Tradition stehenden P. Ernst Christian Cleeves (amt. 1802–1829) und verwaltete nach dessen Tod die Pfarrstelle bis zu ihrer Neubesetzung 1830. In seinem Tagebuch notierte Spitta „Die Bauern loben an mir: 1. Mein gutes Gedächtnis – weil ich ohne Konzept predige. 2. Meine deutliche Sprache – weil sie verstehen können was ich predige. 3. Meine Herzlichkeit – weil ihnen zu Herzen geht, was ich predige.“14 Die Sudwalder Pfarrstelle empfand er als gut ausgestattet; sie „gibt eine gute Einnahme und ihr Besitz ist für viele gewiß ein großes Glück“, schrieb er.15
Ihre heutige Gestalt erhielt die Sudwalder Kirche im Jahr 1880. Ursprünglich war es dem KV lediglich darum gegangen, ein neues und bequemeres Gestühl anzuschaffen.16 Nach Entwürfen des Konsistorialbaumeisters Conrad Wilhelm Hase wurde die Kirche schließlich um ein Joch nach Westen verlängert, erhielt einen neugotischen Turm und eine neue Außenhaut. Während der Bauarbeiten – Frühjahr bis November 1880 – versammelte sich die Gemeinde zum sonntäglichen Gottesdienst in der Schule. Alle drei Wochen fand ein Gottesdienst in der Kapelle Neubruchhausen statt. Am 7. November 1880 konnte die Gemeinde ihre erneuerte und vergrößerte Kirche einweihen, in der nun auch erstmals eine Orgel erklang.

Kirche, Blick in den Chorraum

Kirche, Blick in den Chorraum

Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Hans Hoyer (amt. 1927–1936) und Sup. Karl Pollitz (amt. 1936–1950) das Sudwalder Pfarramt inne.17 Beide gehörten kirchenpolitisch, wie Sup. Pollitz im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ angab, der Bekenntnisgemeinschaft an.18 Nach Einschätzung von P. Hoyer gab es 1933 im KK Syke neben ihm selbst nur zwei weitere Pastoren, die „nicht zu den NS und zu den DC neigten“ (P. Johann Heinrich Freese in Nordwohlde und P. Karl Friedrich Hermann Rudloff in Syke).19 P. Hoyer war auch im „Bruderkreis für Volksmission“ aktiv.20 Bei der Neuwahl der fünf Kirchenvorsteher der KG Sudwalde schieden im Juli 1933 drei bisherige Mitglieder aus und an ihrer Stelle wählte die Gemeinde „drei kirchliche Männer, die der Partei [NSDAP] genehm waren“ (u. a. den Ortsgruppenleiter); später traten die Parteimitglieder aus dem KV aus.21 Das kirchliche Leben in der Gemeinde war seit der zweiten Hälfte der 1930er Jahre stark rückläufig; im Bericht über die Visitation 1955 merkte der Sup. des KK Syke an: der „Einfluß des Nationalsozialismus wirkt insofern nach, als noch immer viele Gemeindeglieder das Kirchengehen für unnötig halten.“22
Mit dem Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Katholiken im Kirchspiel. Kath. Gottesdienste fanden sowohl in der ev. Kirche in Sudwalde (alle zwei Wochen) als auch in der Kapelle in Neubruchhausen statt (noch 1955).23 In seiner Autobiographie schrieb P. Hoyer über die Jahre in Sudwalde, er habe seit 1927 Bibelstunden in Affinghausen, Mallinghausen, Bensen und mitunter auch in Neubruchhausen gehalten, jeweils in den Wintermonaten. Darüber hinaus bedurfte es „keiner Arbeit in Kreisen. Die Jugend kam zu den Gottesdiensten und den Bibelstunden.“24 Die Frauenarbeit lag in der Hand des Vaterländischen Frauenvereins, den P. Hoyers Ehefrau leitete. P. Wilhelm Aselmann (amt. 1952–1974) lud weiterhin zu Bibelstunden in Affinghausen und Mallinghausen ein und bemühte sich 1955 um den Aufbau von Jugendkreisen, Kirchenchor und Posaunenchor. Männer- oder Frauenkreis bestanden seinerzeit nicht.25 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Sachsens und Hannovers baute die KG Sudwalde Kontakte zur Kirchgemeinde Bockau im Erzgebirge auf.26
Zur Abendmahlspraxis schrieb P. Aselmann 1955, in der Gemeinde Sudwalde seien Abendmahlsgottesdienste im Frühjahr und im Herbst üblich, die wochentags gefeiert würden: „in Sudwalde jeweils an den Montagnachmittagen, in der Kapelle Neubruchhausen am Mittwochnachmittag“.27 Er lade zu diesen Zeiten überdies nach den Sonntagsgottesdiensten zum Abendmahl ein. Grundsätzlich änderte sich diese Praxis anscheinend erst in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre, als P. Günther Bisping (amt. 1976–1979) in Sudwalde tätig war.28
Als strukturelle Herausforderung für die KG Sudwalde schätzte der Sup. des KK Syke 1979 „das starke ‚Eigenleben‘ der einzelnen Ortschaften“ des Kirchspiels ein; Sudwalde sei kaum als Mittelpunkt anzusehen.29 Dieses „Eigenleben“ war besonders ausgeprägt in Neubruchhausen. Nach Abschluss des Loccumer Vertrags (1955) war die dortige Kapelle aus dem Eigentum des Landes Niedersachsen in das Eigentum der KG Sudwalde übergegangen. Das alte Fachwerkgebäude sollte aus verkehrstechnischen Gründen 1970 an einen neuen Standort versetzte werden, konnte aber aufgrund seines schlechten Zustands nicht wieder aufgebaut werden. Stattdessen erhielt Neubruchhausen 1972 einen modernen Kapellenbau (Dreifaltigkeitskapelle). 1988 richtete das Landeskirchenamt eine zweite Pfarrstelle in der Gemeinde Sudwalde mit Sitz in Neubruchhausen ein. Mit Einrichtung von Pfarr- und Gemeindehaus verstärkte sich die Eigenständigkeit weiter.30 Da der Ort politisch zu Bassum gehört und der Erhalt der Pfarrstelle eher innerhalb der KG Bassum möglich erschien, verließen Freidorf und Neubruchhausen 1997 die KG Sudwalde und wechselten zur KG Bassum.31 Seit den 2010er Jahren wird Neubruchhausen wieder vom Pfarramt Sudwalde aus betreut, gehört jedoch weiterhin zur KG Bassum.
Regional arbeitet die KG Sudwalde mit den Nachbargemeinden Bassum und Nordwohlde zusammen (Regionalgottesdienste, Konfirmandenunterricht). Seit 1999 dient während der Wintermonate der Gemeindesaal als Gottesdienststätte.

Pfarrstellen

I: vorref. – II: 1988–1998 (übergegangen auf die KG Bassum).32

Umfang

Anfang des 19. Jh. umfasste das Gemeindegebiet den Ort Sudwalde, einen Teil des Fleckens Neubruchhausen sowie die Dörfer Affinghausen, Bensen, Dörriesloh, Eitzen, Klaholz, Freidorf, Mallinghausen, Menninghausen, Staatshausen, Sudbruch und Wiefhausen. 1902, 1932 und 1933 wurden einige Gemeindeteile in die KG Scholen umgepfarrt.33 Seit 1934 gehörte Neubruchhausen gänzlich zur KG Sudwalde (einige Teile bislang KG Bassum), 1997 wurden Neubruchhausen und Freidorf zur KG Bassum umgepfarrt.34

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Bücken der Erzdiözese Bremen (Archidiakon war der Bückener Stiftspropst).35 – Unterstand nach der Ref. dem Sup. der Gft. Hoya. Seit den 1580er Jahren Insp. Nienburg. 1747 zur neuen Insp. Hoya, 1794/95 zur Insp. Sulingen. 1869 zur Insp. Vilsen, bei deren Aufhebung 1929 zum Aufsichtsbezirk Bassum.36 Aufsichtsbezirke Bassum und Weyhe 1934 zum KK Syke zusammengeschlossen.37 KK Syke und KK Hoya zum 1. Januar 2001 zum KK Syke-Hoya vereinigt.38

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Ansicht von Südosten, Zeichnung

Kirche, Ansicht von Südosten, Zeichnung

Dreijochiger, rechteckiger Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor und östlichem Sakristeianbau, errichtet vermutlich im 13. Jh., erweitert 1880. Satteldächer, Backsteinmauerwerk. Strebepfeiler, zwei Rundbogenfenster in jedem Joch, im westlichen Joch zweigeschossige Fenstergliederung: oben zwei Rundbogenfenster, unten Pentaforium. Rundbogige Fenster am Chor. Im Innern Kreuzrippengewölbe, runder Triumphbogen zwischen Chor und Schiff; Westempore; Gewölbemalereien im Chor (Inschrift: „Anno m ccccc i“; dargestellt sind Christus als Weltenrichter, Himmlisches Jerusalem, Hölle, Sündenfall; freigelegt und überformt 1880). Vor 1500 Chor und Teil des Schiffs eingewölbt, Zustand 1752: „das Chor und unten in der Kirche die Halbscheid gewölbet, das übrige aber mit Brettern zugedecket ist“.39 1750 Mauerwerk ausgebessert und Dach erneuert.40 1880 grundlegende Sanierung (u. a. neues Außenmauerwerk, neue Fenster) und Westerweiterung (Architekt: Conrad Wilhelm Hase, Hannover). 1888 Sakristeianbau. 1957 Innenrenovierung. 1982 Dacherneuerung. 1983 Innenrenovierung. 2013 Dachsanierung.

Fenster

Ornamental gestaltete Buntglasfenster im Chor (1880). Zwei figürliche Buntglasfenster im Schiff (1950, Künstler aus Delmenhorst), zum Gedenken an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.

Turm

Neugotischer Westturm mit vier Giebeln und achtseitigem, verkupfertem Turmhelm, bekrönt mit Kugel und Hahn, erbaut 1880 (Architekt: Conrad Wilhelm Hase, Hannover). Backsteinmauerwerk, gegliedert durch Ecklisenen und Spitzbogenfriese. In den Giebeldreiecken gestaffelte, rundbogige Blendnischen und Uhrziffernblätter; im Glockengeschoss Schallfenster als rundbogige Triforien gestaltet; rundbogiges Westportal mit Rechtecktür, im Tympanon Lamm Gottes Darstellung. Vor Bau des Turms besaß die Kirche einen Dachreiter im Westen. 1726 Turmuhr angeschafft. 1995/96 Turmsanierung.

Kanzel, um 1960

Kanzel, um 1960

Ausstattung

Gemauerter Blockaltar, neugotisches, farbig gefasstes Retabel, verziert mit Fialen; Predella mit drei Bildern: links Kg. Melchisedek, in der Mitte Lamm Gottes, rechts Isaak; darüber Kruzifix (um 1880). – Kanzelkorb (dat. 1577, 1627), verziert mit Rollwerk und Hermenpilastern, an den Wandungen geschnitzte Passionsszenen, plattdeutsch beschriftet „Geiselung Matth. XXVII“, „Hillich is unse Godth“, „Dat Strengerichte“, „Kronunge Matth. XXVII“ und „Ick bin de Wech de War“; Inschrift an der Brüstung: „V.D.M.I.Æ. Psl 47. Sicvt audivimvs sic vidimvs. Ano 1577“ (Das Wort Gottes bleibet in Ewigkeit. Psalm 47. Wie wir gehört haben, so sehen wir. Im Jahr 1577), weitere Inschriften: „Malbertus Blac thosius, Hildeshemius Pastor zur Behr … Ilsabe Rehe … seine ehelige Hausfrau“ und „Anno 1577 ist dieser Predigtstuel zu Gottes Ehren aufgerichtet und hernach A[nn]o 1627 im Monate Februar von der Kirchen und Kirchspiels Unkostung erstlich staffieret und vermahlet worden“; ursprünglich in Berne, wohl seit etwa 1635 in Sudwalde; 1992 restauriert.41 – Achteckiger Taufstein mit kelchförmigem Becken (um 1500) und neuerem Fuß (1957), zeitweise im Garten des Küsterhause, seit 1957 wieder in der Kirche. – Grabdenkmal des Drosten zu Neubruchhausen Hartwig von Badendorf († 1608) und seines Bruders Vollrath; der Stein zeigt zwei Ritterfiguren; 1880 außen in die Ostwand eingesetzt, seit 1957 in der Sakristei.

Orgel

Erste Orgel erbaut 1880 von der Firma Furtwängler & Söhne (Elze), 13 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 191).42 1968 Umbau, ausgeführt von Emil Hammer Orgelbau (Arnum), 14 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1570 A).43 1996 Restaurierung, ausgeführt von Emil Hammer Orgelbau (Arnum), 14 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1981).44

Geläut

Zwei LG, I: aʼ (Bronze, Gj. 1954, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Friedensglocke. Er ist unser Friede. Sudwalde 1954“; II: hʼ (Bronze, Gj. 1730, Johann Stats-Altenburg, Sachsenhagen), Inschrift: „Die Sudwalder Gemeinde hat diese Glocken lassen gießen 1730 semper cum deo I.H.S. Altenburg“ (Immer mit Gott). – Früherer Bestand: Eine große LG (Bronze), im Februar 1749 geborsten und umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1751, Bremen).45 Eine LG, aʼ (Bronze, Gj. 1863, Firma Dreyer Linden/Hannover), Inschriften: „Gloria in excelsis Deo“ (Ehre sei Gott in der Höhe), „W. G. A. Köhler, Mandatur in Hannover, gegossen von Dreyer in Linden bei Hannover 1863“ und „Georg Friedrich Gerke, Pastor, W. Stubbemann, J. H. Kehlbeck, J. H. Wendt, J. H. Delekat, H. Rottmann“, im Ersten Weltkrieg abgenommen, zerschlagen und zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Als Ersatz eine neue LG (Bronze, Gj. 1925), Inschrift: Namen der Kirchenvorsteher, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine SG (Bronze, Gj. 1847, H. Dreyer, Linden/Hannover), Inschrift: „1847 verfertigt von H. Dreyer in Linden bei Hannover“, im Ersten Weltkrieg abgenommen, zerschlagen und zu Rüstungszwecken abgegeben (1917).

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus mit Gemeindesaal (Bj. 1841, Umbau 1998/99). – Küsterhaus (Bj. um 1780), nach 1996 verkauft.

Friedhof

Alter kirchlicher Friedhof rund um die Kirche, bis 1844 genutzt.46 Kirchlicher Friedhof am nördlichen Ortsrand von Sudwalde, FKap.

Liste der Pastoren (bis 1940)

15..–15.. Sudenborg. – 1540–1… Henricus Seelhof. – 1603–1639 Henricus Werner. – 1640–1669 Diedericus Croßmann. – 1669–1680 Friedrich Christoph Toppius. – 1680–1701 Christian Peter Fabian. – 1701–1716 Jacob Friedrich Lindemann. – 1716–1727 Bernhard Werner Falkenhagen. – 1727–1742 Justus Heinrich Schaper. – 1742–1757 David Johann Geise. – 1757–1781 Heinrich Reinhold Kahle. – 1781–1794 Georg Friedrich Lodemann. – 1794–1802 Friedrich Christoph Polchau. – 1802–1829 Ernst Christian Cleeves. – 1828–1830 Karl Johann Philipp Spitta. – 1830–1867 Georg Friedrich Gerke. – 1868–1879 August Karl Theodor Friedrich. – 1879–1888 Ludwig Emil Friedrich Hermann Wendebourg. – 1888–1900 Christian Friedrich Wilhelm Hanstein. – 1900–1927 Christian Heinrich Kreyenhagen. – 1927– 1936 Hans Fritz Dietrich Hoyer. – 1936–1950 Karl Johann Heinrich Julius Pollitz.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 421

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 10856–10870 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 7974–7983 (Pfarrbestellungsakten); A 8 Nr. 418 (CB); A 9 Nr. 2243–2246 (Visitationen); D 7 (EphA Hoya); D 30 (EphA Sulingen); D 96 (EphA Syke); L 5a Nr. 367–369, 1350 (LSuptur Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 9 rep Nr. 2039 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7509 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1262; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 514; Gade, Hoya und Diepholz II, S. 289–291; Meyer, Pastoren II, S. 420–421.
B: Kurt Asendorf: Seelsorger und Heilpraktiker. Erinnerung an Pastor Justus Schaper in Sudwalde und Wechold (1727–1747), in: Heimatblätter des Landkreises Diepholz 10 (1985), S. 146; Frithjof Bestmann: Bemerkungen zu dem Bericht „Die Kanzel in Sudwalde“, in: Heimatblätter des Landkreises Diepholz 14 (1991), S. 13–16; Heinrich Dornbusch: Die Kanzel in der Kirche zu Sudwalde aus dem Jahre 1577 mit plattdeutscher Inschrift, in: Heiligenloh, in: Heimatblätter des Landkreises Diepholz 12 (1987), S. 55–58; Hans Hoyer: Partner im Gespräch. Sechs Jahrzehnte im Dienst der Kirche, Hannover [um 1982], bes. S. 60–82; Heinrich Meyer: Sudwalde, Bensen, Menninghausen. Die Geschichte unserer Dörfer, Bd. I, Sulingen 2009; Rudi Onischke: Die Kirche in Sudwalde, [1985].

GND

1214308341, Evangelische Kirche Sudwalde (Sudwalde)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien II, S. 10 (Flurname „Lambertshof“).
  2. Bremisches UB I, Nr. 247 (sogenannte Weserbrückenurkunde).
  3. Hoyer UB I, Heft IV, S. 8; vgl. auch Lehenbuch der Grafen von Oldenburg-Bruchhausen, http://www.geschichtsquellen.de/werk/3286, 27.04.2020.
  4. LkAH, L 5a, Nr. 368 (Visitation 1979).
  5. Hoyer UB IV, Nr. 27. Nach Onischke, S. 4, ist das „Karspel to Sudwolde“ schon 1330 nachgewiesen; ebenso Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz I, S. 3, wo als Beleg Hoyer UB I, Heft IV, S. 23 angegeben ist: Dort ist Affinghusen erwähnt, nicht jedoch das Kirchspiel Sudwalde.
  6. Vgl. zur Reformation in der Gft. Hoya zuletzt Bösche, Holste, bes. S. 75 ff., zur KO S. 115 f. Vgl. zudem Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1122 ff. Zeitgenössische Quellen zur Reformation in der Gft. Hoya fehlen weitgehend; die Kenntnisse stammen überwiegend aus historischen Arbeiten der zweiten Hälfte des 18. Jh., die „urkundlich und archivalisch nicht mehr belegt werden“ können (ebd., S. 1122). Neben Buxschott waren die Reformatoren Johann Tiemann und Nikolaus Krage in der Gft. Hoya aktiv (letzterer besonders in den Ämtern Stolzenau und Steyerberg).
  7. Onischke, S. 4.
  8. Im Corpus bonorum der Pfarre heißt es 1756: „Übrigens hat die Gemeine alle obigen Gebäude auf ihre Kosten assecurieren laßen und der assecurations-Schein lieget in der Kirchen-lade“, LkAH, A 8, Nr. 418, Bl. 51v.
  9. LkAH, A 8, Nr. 418, Bl. 7r. Eine „alte Kirche mit einem stumpfen Turme“, wie P. Spitta später formulierte, zit. bei Meyer, S. 16.
  10. LkAH, A 8, Nr. 418, Bl. 5v.
  11. LkAH, A 8, Nr. 418, Bl. 10r. P. Geise bezeichnet die Kapelle als filia, also als Tochtergemeinde der Kirche Sudwalde.
  12. Meyer, bes. S. 16 ff.,
  13. Zu Spitta vgl. knapp: I. u., Spitta, Karl Johann Philipp in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 204–208 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118890875.html#adbcontent
  14. Zit. bei Meyer, S. 17.
  15. Zit. bei Meyer, S. 18.
  16. Onischke, S. 5.
  17. Zu P. Hoyer vgl. Meyer, S. 20 ff. sowie Hoyers Autobiographie „Partner im Gespräch“. P. Hoyer war später Sup. der KK Buer (1936–1950) und LSup. des Sprengels Stade (1950–1970).
  18. LkAH, S 1 H III Nr. 716, Bl. 48. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  19. Hoyer, S. 67.
  20. Hoyer, S. 69 f.; der Bruderkreis, so schrieb Hoyer, wollte „dem Verfall durch den NS zu wehren versuchen“. Vgl. zum Bruderkreis insgesamt Schendel, Aufbau.
  21. Hoyer, S. 64; vgl. auch LkAH, S 1 H III Nr. 716, Bl. 48.
  22. LkAH, L 5a, Nr. 367 (Visitation 1955). Vgl. auch Hoyer, S. 70 f.
  23. LkAH, S 1 H III Nr. 716, Bl. 49; LkAH, L 5a, Nr. 367 (Visitation 1955).
  24. Hoyer, S. 62.
  25. LkAH, L 5a, Nr. 367 (Visitation 1955).
  26. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  27. LkAH, L 5a, Nr. 367 (Visitation 1955); vgl. auch Hoyer, S. 62: „Die Erwachsenen kamen zum Wochenabendmahl nach vorheriger Anmeldung im Pfarrhaus.“
  28. LkAH, L 5a, Nr. 368 (Visitation 1979): „Abendmahl findet bisher in festgelegten Zeiten statt. Pastor Bisping hat mit der Vorbereitung monatlicher Abendmahlsfeiern begonnen.“
  29. LkAH, L 5a, Nr. 368 (Visitation 1979).
  30. LkAH, L 5a, Nr. 369 (Visitationen 1990 und 1996).
  31. KABl. 1998, S. 56.
  32. KABl. 1988, S. 37; KABl. 1998, S. 56.
  33. KABl. 1902, S. 3; KABl. 1932, S. 198; KABl. 1933, S. 58.
  34. KABl. 1934, S. 147; KABl. 1998, S. 56.
  35. Hodenberg, Diöcese Bremen I, S. 246.
  36. KABl. 1929, S. 70.
  37. KABl. 1934, S. 158 (bereits seit 1925 ein Kirchenkreisverband, KABl. 1925, S. 10).
  38. KABl. 2000, S. 139 f.
  39. LkAH, A 8, Nr. 418, Bl. 5r.
  40. LkAH, A 8, Nr. 418, Bl. 5r f.
  41. Zur Kanzel vgl. Dornbusch, S. 55 ff.; Bestmann, S. 13 ff. und Onischke, S. 20 ff.
  42. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 96.
  43. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 177.
  44. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 200.
  45. LkAH, A 8, Nr. 418, Bl. 8r f.
  46. Meyer, S. 432.