Sprengel Osnabrück, KK Syke-Hoya | Patrozinium: Maria1 | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich ist der Ort erstmals im Jahr 1179 als Curtem Wechlede belegt.2 Möglicherweise geht die Siedlung also auf einen karolingischen Herrenhof (curtis) des 8./9. Jh. zurück.3 In einer auf etwa 1250 datierten Urkunde, in der all jene Orte aufgezählt sind, die zum Unterhalt der Bremer Weserbrücke beitragen mussten, sind die quatuor parrochie pertinentes ad judicium Wechlede, quod vulgo Veste vocatur erwähnt (die vier Kirchspiele, die zum Gericht Wechold gehören, das gewöhnlich Veste genannt wird).4 Eine örtliche Adelsfamilie von Wechold lässt sich urkundlich seit Mitte des 13. Jh. belegen und starb in männlicher Linie in der zweiten Hälfte des 16. Jh. aus (u. a. 1253: Johannes de wechlethe, 1459: Ortghis, Bernd unde Ghise gebrode van wechholte).5 Wechold gehörte im Spätmittelalter zum Herrschaftsgebiet der seit 1202 urkundlich belegten Gf. von Hoya und lag im Amt Hoya. Nachdem die Grafenfamilie 1582 in männlicher Linie ausgestorben war, fiel die Gft. Hoya an die welfischen Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg (überwiegend Fsm. Calenberg).6 In französischer Zeit gehörte Wechold 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen und zählte dann bis 1813 zum Kanton Hoya im Arrondissement Nienburg des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Danach gehörte Wechold – nun im Kgr. Hannover – wieder zum Amt Hoya, nur von 1852 bis 1859 zum kurzlebigen Amt Martfeld. Seit der Annexion des Kgr. Hannover im Jahr 1866 zählte Wechold zum Kgr. Preußen. Mit Einführung der Kreisverfassung kam der Ort 1885 zum Lkr. Hoya (1932 Lkr. Grafschaft Hoya, 1977 Lkr. Nienburg/Weser). 1974 wurde Wechold nach Hilgermissen eingemeindet, das zur Samtgemeinde Grafschaft Hoya gehört. Über die Sozialstruktur des Kirchspiels Wechold, zu dem auch die umliegenden Orte zählen, schrieb der Ortspastor 1937: „Zur Gemeinde gehören grössere und kleinere Landwirte, viele Handwerker, die selbständig arbeiten, Arbeiter (Ziegelei, Wasserbau und andere Arbeit außerhalb), die Kaufleute sind auch Landwirte.“7 Um 1810 lebten rund 725 Menschen in Wechold, 1906, gut 720 und 2018 etwa 500.

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Die Ersterwähnung von Wechold ist auch gleichzeitig der älteste schriftliche Nachweis der dortigen Kirche: Papst Alexander III. bestätigte 1179 die Rechte und Besitztümer des Bremer Stifts St. Wilhadi (und Stephani), u. a. curtem Wechlede cum ecclesia parrochiali et decimis (curtis Wechold mit Pfarrkirche und Zehnt).8 Aus dem 12. Jh. stammt vermutlich auch der bis heute erhaltene Kirchturm. Das in der zweiten Hälfte des 14. Jh. belegte Marienpatrozinium deutet auf ein hohes Alter der Kirche, die vielleicht aus der Kapelle des curtis hervorgegangen ist.9 Sie zählt möglicherweise zu den ältesten Kirchen im Mittelweserraum und ist somit vermutlich als Mutterkirche der Gemeinden Eitzendorf, Martfeld und Oiste anzusehen; zum ursprünglichen Kirchspiel gehörten vermutlich auch Teile von Magelsen, Hoya und Hoyerhagen. Namen vorref. Geistlicher sind erstmals aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. überliefert: 1475 war Cordt Pevel kerckhere tho wecholte; er hatte vermutlich an der Universität Rostock studiert (immatrikuliert 1448 als Conradus Penel de Hoya).10 Borchard Küven, der das Pfarramt in Wechold wohl 1492 übernahm, bat im Namen der Gemeinde 1499 erfolgreich darum, das Kirchweihfest vom 8. September (Mariä Geburt) auf einen anderen Tag zu verlegen; der neue Termin fiel auf den Sonntag nach St. Dionysii (9. Oktober).11 Um 1515/16 hat die Gemeinde anscheinend ihre Kirche instandsetzen und erweitern lassen: Zum einen hat sich ein Vertrag über den Guss zweier neuer Glocken erhalten (1515).12 Zum anderen gewährten Ebf. Christoph von Bremen und sein Weihbischof Christoph von Kostnitz 1516 all jenen einen Ablass von 80 Tagen, die u. a. zu Bau und Besserung oder Ausstattung der Wecholder Kirche beitragen. Ein derartiger Ablass deutet in der Regel auf Bautätigkeiten an der Kirche hin.13 Die Ablassurkunde ist zudem Beleg dafür, dass an der Kirche in Wechold eine Marienbruderschaft bestand; denn auch jene erhielten einen Ablass, die der Bruderschaft beitraten oder sie anderweitig unterstützten. Die Wecholder Marienbruderschaft bestand vermutlich längstens bis 1531, als die Gf. von Hoya alle in ihrer Grafschaft existierenden Bruderschaften auflösten.14
In der zweiten Hälfte der 1520er Jahre hatte Gf. Jobst II. von Hoya die Reformation in seinem Herrschaftsgebiet eingeführt. Um 1527 hatte er den Lutherschüler Adrian Buxschott an seinen Hof geholt, der später Pastor in Hoya und erster Sup. der Gft. wurde sowie um 1533 vermutlich an der ersten Hoyaer KO mitarbeitete (Cristlike ordeninghe, yn der karken unser hersschup gestellt).15 Möglicherweise war Borchard Küven auch während der Reformationszeit noch Pfarrer in Wechold und vielleicht wechselte er zusammen mit seiner Gemeinde zur luth. Lehre. Der erste belegbare ev. Prediger in Wechold ist allerdings P. Dietmar Tiemann (amt. 1562–1567), ein Sohn des Reformators Johann Tiemann, der auch mit Adrian Buxschott zusammengearbeitet hatte.16

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1960

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1960

Eine Schule lässt sich in Wechold zuerst Anfang des 17. Jh. nachweisen.17 Nachdem die Gemeinde schon 1642 eine neue Glocke hatte gießen lassen – zuvor seien „bei der Kirchen zu Wechold etliche Glocken durch Raub weggekommen“18 – folgten in der zweiten Hälfte des 17. Jh. weitere Neuanschaffungen: Altarbibel (1652), Kanzel (1653), Turmuhr (1654), Taufengel (1658) und schließlich ein neuer Altar (1701).19
In der ersten Hälfte des 19. Jh. wirkte ein Jahrzehnt lang P. Philipp Spitta (amt. 1837–1847) in Wechold, der zu den maßgeblichen Theologen der Erweckungsbewegung im Gebiet der späteren Landeskirche Hannovers zählt und auch als Dichter von Kirchenliedern bekannt ist.20 Im Jahr 1840 gründete er einen Mäßigungsverein in Wechold. Schon P. Spitta beschrieb die mittelalterliche Kirche als zu klein für die wachsende Gemeinde.21 Aber erst 1869 beschloss der KV den Neubau: In den Jahren 1870 und 1871 entstand eine neugotische Backsteinkirche, allein der Turm des Vorgängerbaus blieb erhalten.22 Während der Bauzeit versammelte sich die Gemeinde zum sonntäglichen Gottesdienst in der Pfarrscheune. Am dritten Adventssonntag 1871 konnte die neue Kirche eingeweiht werden.
Nachhaltige Wirkung auf die Entwicklung der KG Wechold hatte auch der von der Hermannsburger Mission geprägte P. Johann Gottfried Oepke (amt. 1880–1887). Er gründete 1880 den Posaunenchor und veranstaltete jährliche Missionsfeste. Er wechselte 1887 nach Hermannsburg; die Kontakte zwischen Wechold und der Hermannsburger Mission blieben intensiv.23 In seinem Bericht über die Visitation 1937 merkte der Sup. des KK Hoya an: „Wechold ist einer der kirchlichsten Gemeinden des Kirchenkreises und steht unter dem Erbe von Spitta und Oepke“.24
P. Georg Albrecht (amt. 1903–1934) begann damit, während der Wintermonate in den Schulen der Außendörfer des Kirchspiels zur Bibelstunde einzuladen, eine Tradition, die sein Nachfolger P. August Fulda (amt. 1934–1964) fortsetzte.25 Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab P. Fulda an, er habe kirchenpolitisch bis Herbst 1940 zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft gehört.26 Im November 1934 feierte die Gemeinde einen sehr zahlreich besuchten Bekenntnisgottesdienst, in dem Lbf. August Marahrens predigte.27 Seine Gemeinde beschrieb P. Fulda 1937 als politisch zerrissen: „die Menschen sind gegeneinander scheu geworden, von einer einheitlichen Gemeinde ist in dieser Beziehung überhaupt nicht zu reden, die Gemeinde ist vielmehr in zwei oder drei Gruppen völlig zerrissen, gegenseitiges Verstehen und Vertrauen ist vollständig untergraben“.28 Sechs Jahre später hatte sich der Zustand seiner Meinung nach weiter verschlimmert.29 In dem bereits zitierten Fragebogen resümierte P. Fulda, der 1939/40 im Kriegsdienst gewesen war: „Nur während meiner Abwesenheit konnte die Partei sich breit machen, während sonst das kirchliche Leben die Einwirkung der Partei übertraf.“30 Im letzten Kriegsjahr und in der Nachkriegszeit kamen zahlreiche Katholiken als Evakuierte oder Geflüchtete nach Wechold und die ev. Gemeinde stellte ihre Kirche auch für kath. Gottesdienste zur Verfügung.31

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Das Erbe der Erweckungsbewegung wirkte nach Eindruck der Visitatoren auch in der zweiten Hälfte des 20. Jh. noch deutlich in der KG Wechold nach; trotz einer gewissen „Scheu vor Neuerungen“, die im KV spürbar sei, plädierte der Sup. des KK Hoya 1981 dafür, die traditionelle Kirchlichkeit der Gemeinde „positiv als Fundament für gottesdienstliche Erneuerung oder gemeindlichen Neuaufbau“ zu betrachten.32 Ausdruck dieser Prägung der KG war nicht zuletzt das lange Festhalten an der traditionellen Abendmahlspraxis, die P. Fulda in den Unterlagen zur Visitation 1937 kurz schilderte: „Heilige Abendmahlsfeiern finden im Frühjahr und im Herbst statt, Sonntags für Junge Leute (4–5mal), Montags für die Verheirateten und die älteren Ledigen. Ausserdem habe ich in jeder Abendmahlsperiode einen Abendmahlsgottesdienst an einem Sonntag Nachmittag gehalten für die Arbeiterkreise, die Montags nicht frei haben“.33 Erst seit Ende der 1960er Jahre setzte ein Wandel ein hin zum monatlichen Abendmahl im Sonntagsgottesdienst.34
Inspiriert von der Geistlichen Gemeindeerneuerung entstand in den 1980er Jahren die „Hausgemeinde“ in der Wecholder KG, ein biblisch geprägter Hauskreis, der Glaubenskurse organsierte und an Lobpreisgottesdiensten mitwirkte.35 Im Jahr 1988 erwarb die Gemeinde zwei neue Bronzeglocken für ihre Kirche; überdies finanzierte sie aus den gesammelten Spenden eine dritte Glocke für die Gemeinde Mitengo in Malawi.36 Eine der ausgedienten Stahlglocken verschenkte die KG nach Mecklenburg: Sie läutet seit 1991 auf dem Friedhof Schlemmin (KG Barkow, Nordkirche).37
Die zweite Hälfte der 1990er Jahre war geprägt von Diskussionen um den Erhalt einer vollen Pfarrstelle in Wechold: Von 1997 bis 2006 finanzierte die Gemeinde ein Viertel der Pfarrstelle aus Spenden.38 2007 trat die Gemeinde dem Pfarrverbund der KG Eitzendorf und Magelsen bei; die drei Gemeinden, die bereits 2004 einen Kooperationsvertrag geschlossen hatten, teilen sich seitdem eine Pfarrstelle.39
Im Rahmen der seit 1949 bestehenden Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Hannovers und Sachsens pflegt die KG Wechold bis heute Kontakte zur sächsischen Kirchgemeinde Schellenberg im Erzgebirge (mittlerweile Teil der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Borstendorf-Schellenberg-Leubsdorf im Kirchenbezirk Marienberg).40

Umfang

Wechold und die Orte Fredelake, Hesen, Hilgermissen, Hingste, Mehringen, Schierholz, Ubbendorf, Wienbergen und Wührden.41 1894 Umpfarrung eines bewohnten Grundstückes von der KG Wechold zur KG Hoya.42

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Propstes des Bremer Stifts St. Wilhadi der Diözese Bremen.43 – Nach der Ref. Suptur. der Gft. Hoya. In den 1580er Jahren zur Insp. Nienburg. 1747 zur neuen Insp. Hoya (1924: KK). Seit 1. Januar 2001 KK Syke-Hoya.44

Patronat

Stift St. Wilhadi in Bremen, seit der Reformation der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Ansicht von Nordosten, 1948

Kirche, Ansicht von Nordosten, 1948

Neugotischer Rechteckbau mit eingezogenem, polygonalem Chor, zentralem Risalit an Nordseite (Hauptportal) sowie Anbauten in den Winkeln zwischen Chor und Schiff sowie zwischen Turm und Schiff, errichtet 1870–71 (Architekt: Landbaumeister Ernst Wilhelm Wagner, Verden). Ziegelmauerwerk, Satteldächer, über dem Chor abgewalmt. Fünfjochiges Schiff; Strebepfeiler an Schiff und Chor; am Schiff zweigeschossige Fenstergliederung: oben zweibahniges, spitzbogiges Maßwerkfenster mit Rundfenster im Giebelfeld, unten zwei flachbogige Fenster; am Chor schmale, hohe Spitzbogenfenster; über dem flachbogigen Hauptportal Inschriftenstein („Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren“). Innenraum durch U-förmige Emporenanlage dreischiffig gegliedert, in der Mitte stumpfwinklige Decke, über den Seitenemporen flache Decken, Kreuzrippengewölbe im Chor; spitzbogiger Triumphbogen zwischen Chor und Schiff. 1961 Renovierung. 1997 Renovierung (großteils in Eigenleistung; Inschrift am Triumphbogen angebracht: „Heilig Heilig Heilig ist der Herr der Allmächtige der da war der da ist der da kommt“).

Fenster

Ornamentale Buntglasfenster im Altarraum (1870/71, restauriert 2005/06).

Turm

Rechteckiger Westturm aus Sandsteinquadern und Ziegelmauerwerk, erbaut vermutlich im 12. Jh. Vierseitiger Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel und Hahn. Im Glockengeschoss rundbogige Schallfenster (eins nach Westen, an den übrigen Seiten je zwei), nach Norden und Süden Uhrziffernblätter zwischen den Schallfenstern (Inschriften: „Zeit ist Gnade A D 1988“ und „Sein Tag kommt A D 1988“), darunter je ein dreiteiliges, gekuppeltes Fenster; rundbogiges Westportal; an Südseite Fragment einer Sonnenuhr. Zweite Hälfte 17. Jh. Turmschäden ausgebessert (Glockengeschoss). 1868 Turmhelm nach Blitzeinschlag abgebrannt. 1988 Sanierung und statische Sicherung. 1654 neue Turmuhr. 1895 neue Turmuhr. 1961 neue Turmuhr. 1988/89 Funkuhr.

Vorgängerbau

Vermutlich romanischer, dreijochiger Rechteckbau, Anfang des 16. Jh. erweitert um zweijochigen Chor. Im Innern gotische Kreuzgewölbe, mehrere Emporen. Längsschnitt von 1726 erhalten.45

Kirche, Blick zum Altar, 1950

Kirche, Blick zum Altar, 1950

Ausstattung

Hohes, neugotisches Altarretabel mit Wimpergen und Fialen, farbig gefasst (1871), in der mittleren Nische Kruzifix, in den Seitennischen Schnitzfiguren (links Johannes der Täufer, rechts Moses), darüber vier kleinere Figuren (Thomas, Paulus, Jakobus, Matthias). – Hohe, neugotische Kanzel mit Schalldeckel (1871), Kanzelkorb getragen von einer Säule, an den Wandungen des Kanzelkorbs Schnitzfiguren der Evangelisten. – Mittelalterliches, achtseitiges Taufbecken mit modernem, achtseitigem Schaft, zweitweise als Blumenkübel genutzt, seit 1961 wieder in der Kirche. – Hölzerne Opferstock.

Orgel

1780 keine Orgel vorhanden.46 Neubau 1871, ausgeführt von Friedrich Becker (Hannover), 20 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1917 einige zinnerne Pfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben (Principal 8ʼ, Principalbass 8ʼ), durch Zinkpfeifen ersetzt. 1973 Instandsetzung der Orgel, ausgeführt von Firma Hillebrand (Altwarmbüchen). 2003/04 Instandsetzung der Orgel, ausgeführt von Franz Rietzsch (Hiddestorf). 2016 Orgelreparatur, ausgeführt von Firma Feopentow (Wienhausen). Seit 1971 Denkmalorgel, weitgehend im Originalzustand erhalten.

Geläut

Drei LG, I: dʼ (Bronze, Gj. 1988, Petit & Gebrüder Edelbrock, Gescher), Inschriften: „Kirche St Maria Virgo Wechold Anno Domini 1988“, „Maria“ mit Lilienreliefs links und rechts sowie „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes, denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen“; außerdem: „Florence Hüesker me fudit. Petit u. Gebr. Edelbrock, gegr. 1690 Gescher“; II: fʼ (Bronze, Gj. 1760, Johann Georg Ziegner, Hannover), Inschrift: „Wenn Gott euch durch mich ruft so kommt, erlöste Seelen, dem Herren euren Gott euch bestes zu empfehlen“, „Haecc campana casu fracta est renovata anno MDCCLX imperante Georgio II Magnae Brit rege et electore Bruns Luneb. Soli Deo gloria. Cura ern Ludovici Rathilefii et Erici Conradi grisebachii eo anno ecclesiae Wecholdensis commissariorum Sumtibus Wecholdensis. Georg Christoph Palm Pastore. Me fudit M Johann Georg Ziegner in Hannover. Anno 1760“ (Diese geborstene Glocke wurde erneuert im Jahr 1760 als Georg II, König von Großbritannien und Kurfürst von Braunschweig Lüneburg herrschte. Allein Gott die Ehre. Unter der Aufsicht der Herren Ludwig Rathilef und Erich Konrad Griesebach, in diesem Jahr Kirchenkommissare der Kirche Wechold. Auf Kosten Wecholds. Pastor Georg Christoph Palm. Mich goss Meister Johann Georg Ziegner in Hannover im Jahr 1760), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen und 1948 zurück in Wechold47; III: aʼ (Bronze, Gj. 1988, Petit & Gebrüder Edelbrock, Gescher), Inschriften: „Jesus Christus“, „Deine Glocke verkünde Lebenden und Toten: Gott ist die Liebe!“ und „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“; außerdem: „Florence Hüesker me fudit. Petit u. Gebr. Edelbrock, gegr. 1690 Gescher“; Bild: Christusmonogramm und Lamm Gottes.48 – Früherer Bestand: Zwei LG (beide Bronze, Gj. 1515, Johann Krämer, Minden), Vertrag über Glockenguss von 1515 erhalten, eine der Glocken möglicherweise heute in Martfeld.49 1642 Neuguss einer großen Glocke (Bronze, Gj. 1642, Franz Rokoele und Gottfried Ballandt, Bremen), Glocke in Wechold gegossen.50 Große LG 1742 geborsten, Umguss zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1749, Johann Heinrich Christoph Weidemann, Hannover).51 1759 beide Glocken gesprungen, Umguss zu zwei neuen LG (Bronze, Gj. 1760, Johann Georg Ziegner, Hannover), große LG erhalten (heutige LG II), kleine 1821 gesprungen. Umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1821, Bock, Linden/Hannover), 1852 erneut geborsten und umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1854), Inschrift u. a.: „Gebt unserm Gott allein die Ehre. Gegoßen 1854“; im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Als Ersatz zwei Klanggussglocken angeschafft, dʼ, Inschrift: „Gebt Gott allein die Ehre“ und „Für die 1917 geopferte Glocke beschafft 1924. Kirchenvorstand: G. Albrecht, P[astor], D. Bruns, E. Treue, H. Mehlhop, F. Kasten, V. Burdorf, F. Glander“; aʼ, Inschrift: „O Land, Land, Land höre des Herrn Wort“ (beide Eisen, Gj. 1924, Firma Weule, Bockenem); 1988 abgenommen (zu schwer für den Turm) und durch Bronzeglocken ersetzt; große LG neben dem Turm aufgestellt; kleine LG verschenkt, seit 1991 auf dem Friedhof Schlemmin (KG Barkow, Mecklenburg).52

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1967). – Gemeindehaus (Bj. 1845, 1977 zu Gemeindehaus umgebaut).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof rund um die Kirche.

Liste der Pastoren (bis 1940)

1562–1567 Ditmar Timann. – 1567–1591 Johann Schmidt (Fabricius). – 1592–1625 Henrich Tegetmeyer. – 1626–1650 Justus Möller. – 1650–1656 Henrich Möller. – 1657–1679 Mauritius Wagener. – 1680–1700 Johann Zimmermann. – 1700–1727 Johann Henrich Krull. – 1727–1730 Johann Hinrich Rehbohm. – 1731–1732 Friedrich Heinrich Schulz. – 1733–1742 Johann Heinrich Ziehn. – 1742–1747 Justus Heinrich Schaper. – 1747–1756 Paul Christian Volkmann. – 1756–1774 Georg Christoph Palm. – 1775–1799 Georg Ludwig Pott. – 1799–1809 Ernst Gottlieb Wilhelm Starke. – 1810–1822 Wilhelm Heinrich Umbusch. – 1822–1823 Karl Justus Tegeler. – 1823–1836 Gustav Gottfried Konrad Stille. – 1837–1847 Karl Johann Philipp Spitta. – 1847–1862 Karl Wilhelm Isenberg. – 1862–1870 Ernst Ludwig Friedrich Eichhorn. – 1870–1879 Gustav Adolph Fulda. – 1880–1887 Johann Gottfried Oepke. – 1887–1902 Johann Karl Ludwig Meisel. – 1903–1934 Georg Adolph Ludwig Albrecht. – 1934–1964 August Ludwig Christian Johannes Fulda.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 482, ebd. III, S. 45 (mit Ergänzungen)

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 11425–11442 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 8448–8459 (Pfarrbestellungsakten); A 8 Nr. 454 (CB); A 9 Nr. 2381–2386 (Visitationen); B 18 Nr. 252 (Orgelsachverständiger); D 7 (EphA Hoya); L 5a Nr. 396–397, 1035, 1436, 1520, 1852, 1854 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 9 rep Nr. 2236 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7979 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1336; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 543–544; Gade, Hoya und Diepholz II, S. 353–358; Harries, Pastoren, S. 229–247; Meyer, Pastoren II, S. 481–482; Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 198; Rödiger, Kirchen Hoyaer Land, S. 69–72; Wimmer, Orgelschätze, S. 18–19.
B: Kurt Asendorf: Seelsorger und Heilpraktiker. Erinnerung an Pastor Justus Schaper in Sudwalde und Wechold (1727–1747), in: Heimatblätter des Landkreises Diepholz 10 (1985), S. 146; Uwe Campe: Wechold. Chronik 816–2016, Bd. 1, Martfeld 2018, bes. S. 704–753; Johann Georg Drechsler: Empfindungen einer frommen Gemeinde beim Tode eines treuen und geliebten Lehrers. Eine Predigt, gehalten zu Wechold am Sonntage Rogate 1809, als dem ersten Sonntage nach dem Tode des dasigen treuen und rechtschaffenen Predigers, E. A. Wilhelm Starke, von dessen Freund und naechstem Amtsbruder Johann Georg Drechsler, Hannover 1809; Gerhard Kastens: Frömmigkeit und Pfründe. Einblicke in die Wecholder Kirchen- und Pfarrgeschichte, Wechold 1999; Gerhard Kastens, Friedrich Köster u. a.: Dorfchronik Wechold, Wechold 1991.


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 57; Kastens, S. 28.
  2. Hoyer UB VIII, Nr. 27; Bremisches UB I, Nr. 54.
  3. Vgl. u. a. Kastens, Köster u. a., S. 20 ff.
  4. Bremisches UB I, Nr. 247. Bei den vier Kirchspielen handelt es sich um Wechold selbst sowie vermutlich Martfeld, Oiste und Eitzendorf (Harries, Pastoren, S. 230). Kastens, S. 16, hingegen vermutet Martfeld, Oiste und Magelsen.
  5. Hoyer Ub I, Nr. 11, ebd. Nr. 500. Weitere Nachweise bei Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 544; vgl. auch Kastens, Köster u. a., S. 36 ff.
  6. Detailliert: Gade, Hoya und Diepholz I, S. 114 ff.
  7. LkAH, L 5a, Nr. 1436 (Visitation 1937).
  8. Hoyer UB VIII, Nr. 27; Bremisches UB I, Nr. 54.
  9. Kastens, S. 11.
  10. Hoyer UB II, Nr. 76; Matrikelportal Rostock, http://purl.uni-rostock.de/matrikel/100041110, 23.06.2020; vgl. auch Kastens, S. 24 f.
  11. Kastens, S. 29 und 31.
  12. Übersetzung und Abb. u. a. bei Kastens, S. 33.
  13. Kastens, Köster u. a., S. 38 f.; Kastens, S. 35.
  14. Kastens, Köster u. a., S. 40.
  15. Vgl. zur Reformation in der Gft. Hoya zuletzt Bösche, Holste, bes. S. 75 ff., zur KO S. 115 f. Vgl. zudem Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1122 ff. Zeitgenössische Quellen zur Reformation in der Gft. Hoya fehlen weitgehend; Die Kenntnisse stammen überwiegend aus historischen Arbeiten der zweiten Hälfte des 18. Jh., die „urkundlich und archivalisch nicht mehr belegt werden“ können (ebd., S. 1122). Neben Buxschott waren die Reformatoren Johann Tiemann und Nikolaus Krage in der Gft. Hoya aktiv (letzterer besonders in den Ämtern Stolzenau und Steyerberg).
  16. Zu den Pastoren der KG Wechold vgl. knapp Harries, Pastoren, S. 229 ff. und ausführlicher Kastens, S. 24 ff.
  17. Datierung unklar: 1601 (Kastens, Köster u. a., S. 380; Campe, S. 747) oder 1612 (Kastens, Köster u. a., S. 457; Campe, S. 34).
  18. Zit. bei Kastens, S. 52 f.
  19. Kastens, S. 59 ff.; Campe, S. 707 ff.
  20. Zu Spitta vgl. knapp: I. u., Spitta, Karl Johann Philipp in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 204–208 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118890875.html#adbcontent
  21. Kastens, S. 147 f.
  22. Zum Kirchbau vgl.: Kastens, Köster u. a., S. 47 f.; Kastens, S. 169 ff.; Campe, S. 711 ff.
  23. Campe, S. 48, spricht von einer „starken ideellen Verbundenheit der Wecholder zu ‚Hermannsburg‘ und dem Missionsgedanken“ und merkt an: „Beginnend mit Pastor Oepke und endend mit Pastor Kattmann hatten fast alle Pastoren in den letzten 150 Jahren einen mehr oder weniger ausgeprägten ‚Hermannsburger‘ Hintergrund“. Vgl. auch Kastens, Köster u. a., S. 52.
  24. LkAH, L 5a Nr. 1436 (Visitation 1937).
  25. Campe, S. 78; LkAH, L 5a Nr. 1436 (Visitation 1937).
  26. LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 33. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  27. Zeitgenössischer Zeitungsbericht in LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 42.
  28. LkAH, L 5a Nr. 1436 (Visitation 1937).
  29. LkAH, L 5a Nr. 1436 (Visitation 1943).
  30. LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 35.
  31. LkAH, S 1 H III Nr. 711, Bl. 35.
  32. LkAH, L 5a Nr. 396 (Visitation 1981).
  33. LkAH, L 5a Nr. 1436 (Visitation 1937).
  34. LkAH, L 5a Nr. 396 (Visitation 1981).
  35. LkAH, L 5a Nr. 397 (Visitation 1989).
  36. LkAH, L 5a Nr. 397 (Visitation 1989).
  37. Kastens, S. 221. Siehe auch: https://www.dorfkirchen-in-mv.de/content/Version_1/detail_gesamt.php?Reg_Nr=1353, 23.06.2020.
  38. Kastens, S. 224; Campe, S. 122, 125 und 128.
  39. KABl. 2007, S. 49 f.
  40. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  41. Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 543.
  42. KABl. 1894, S. 73.
  43. Hodenberg, Diöcese Bremen I, S. 239.
  44. KABl. 2000, S. 139 f.
  45. Abb.: Kastens, Köster u. a., S. 46. Vgl. auch Mithoff, Kunstdenkmale V, S. 198.
  46. Kastens, Köster u. a., S. 40.
  47. Kastens, Köster u. a., S. 52 (Abb.) und 424.
  48. Inschriften nach: LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 645, Bl. 148 ff.
  49. Abschrift des Vertrags bei Kastens, Köster u. a., S. 38.
  50. Zit. bei Kastens, S. 52 f.
  51. Kastens, S. 116; Campe, S. 709.
  52. Kastens, S. 221. Siehe auch: https://www.dorfkirchen-in-mv.de/content/Version_1/detail_gesamt.php?Reg_Nr=1353, 23.06.2020.