Sprengel Stade, KK Cuxhaven-Hadeln | Patrozinium: Severus1 | KO: Hadeler KO von 1542

Orts- und Kirchengeschichte

Otterndorf entstand vermutlich in frühmittelalterlicher Zeit; der älteste Siedlungsfund ist eine Scherbe des 10. Jh.2 Urkundlich ist die spätere Stadt erstmals 1261 als Otteretorpe belegt.3 Der Ort gehörte vermutlich zur Gft. Stade. Wohl im frühen 13. Jh. kam die Landesherrschaft über Otterndorf und Hadeln an Hzg. Bernhard III. von Sachsen († 1212), möglicherweise als „Preis im Ausgleich zwischen Welfen und Askaniern“.4 Bei der Teilung des Hzm. Sachsen im Jahr 1296 fiel Hadeln an das Hzm. Sachsen-Lauenburg. Das sachsen-lauenburgische castrum Otterndorpe ist schriftlich erstmal 1390 belegt; es war Sitz des herzoglichen Gräfen.5 Im Jahr 1400 erhielt das wycbeld Otterndorf das Stader Stadtrecht, 1481 das sächsische und 1541 schließlich ein eigenes Stadtrecht.6 Otterndorf war der Hauptort des Landes Hadeln (1298: universi Hadelerie, um 1300: Sigillum terre hadelerie).7 Unbeschadet der sachsen-lauenburgischen Landesherrschaft konnte das Land Hadeln eine gewisse Autonomie in inneren und äußeren Angelegenheiten etablieren (Landesgemeinde).8 Im 15. Jh. waren die Stadt Otterndorf und das Hochland an Hamburg verpfändet (1402/07–1481), das Sietland (Fünf Kirchspiele) an Bremen (1411–1482).9 Die drei Landesteile bestimmten später auch die Struktur der neuzeitlichen Ständeversammlung des Landes Hadeln.10 Als die askanische Linie Sachsen-Lauenburg 1689 mit Hzg. Julius Franz in männlicher Linie ausstarb, kam das Land Hadeln zunächst unter kaiserliche Verwaltung und 1731 an das Kfm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover). In französischer Zeit war Otterndorf Sitz des gleichnamigen Kantons, der im Jahr 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen (Departement der Elbe- und Wesermündung, Distrikt Stade) zählte und dann an das Kaiserreich Frankreich (Département des Bouches de l’Elbe, Arrondissement Stade, 1811–1814) kam. Die Stadt Otterndorf, seit 1815 Teil des neuen Kgr. Hannover, zählte ab 1819 zur Landschaft Hadeln und war ab 1852 Sitz des neuen Amtes Otterndorf (selbst amtsfrei). Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel die Stadt 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung wurde Otterndorf 1885 Kreisstadt des Kr. Hadeln, seit 1932 des neuen (und größeren) Kr. Land Hadeln. 1929 wurden Osterende und Westerende in die Stadt Otterndorf eingemeindet.11 Als Kr. Land Hadeln 1977 im Lkr. Cuxhaven aufging, verlor Otterndorf den Status als Kreisstadt. Ab 1970 war Otterndorf Sitz der Samtgemeinde Hadeln, seit 2016 der größeren Samtgemeinde Land Hadeln. Einen Bahnhof besitzt die Stadt seit 1881 (Niederelbebahn, Strecke Harburg–Stade–Cuxhaven). Zur Sozialstruktur schrieb der Sup. 1963, Otterndorf sei „eine kleine Beamtenstadt“, in der es einige Kaufleute und Handwerker gebe. „Der Grossteil der Arbeiter fährt nach Cuxhaven in der Hauptsache zur Fischindustrie. Ein kleiner Teil fährt zur See. Am Rande der Stadt wohnen Bauern und ein paar landwirtschaftliche Arbeiter.“12 Im Jahr 1823 lebten etwa 1.760 Menschen in Otterndorf, 1910 knapp 1.940 (mit Osterende und Westerende: 4.214), 1939 etwa 4.050 (mit Eingemeindungen), 1950 fast 7.170 und 2021 gut 7.440.

Kirche, Ansicht von Nordosten, vor 1956

Kirche, Ansicht von Nordosten, vor 1956

Das älteste Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte findet sich in einer Urkunde des Bremer Domdekans Heinrich und des Bremer Domkapitels aus dem Jahr 1261: Die Zeugenliste nennt Godefridus plebanus in Otteretorpe.13 Vielleicht ebenfalls aus dem 13. Jh. stammt der eichenhölzerne Stollenschrank, der bis heute in der St.-Severi-Kirche steht.14 Das Kirchspiel Otterenthorpe ist in einer Urkunde Ebf. Giselberts (amt. 1273–1306) aus dem Jahr 1301 erwähnt.15 Aus dieser Zeit um 1300 hat sich auch ein Siegelstempel der Gemeinde erhalten, der die Umschrift S[igillum] Parrochie in Oterendorpe trägt; das Siegelbild zeigt einen Heiligen, der auf einem Thron sitzt und über dessen Kopf eine Taube schwebt.16 Möglicherweise stammt das Schiff der heutigen Otterndorfer Kirche im Kern ebenfalls aus der Zeit um 1300.17 Eine erste Kirche war in Otterndorf wohl schon vor 1200 erbaut worden.18 Otterndorf war eine der Sendkirchen im Archidiakonat Hadeln und Wursten, an der unter Vorsitz des Archidiakons der Send zusammentrat, geistliches Gericht und Synode der Geistlichen des jeweiligen Sendbezirks.19 Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1309 geht hervor, dass sich Hzg. Erich I. von Sachsen-Lauenburg († 1360) und Dietrich, Archidiakon des Landes Hadeln, seinerzeit über das Patronatsrecht an der Kirche in Otterndorf stritten; allerdings ist nicht überliefert, ob sich der herzogliche Kandidat, der Geistliche Werner, als Pfarrer durchsetzen konnte oder nicht.20 Im Jahr 1345 ist ein dominus Bernardus rectore quondam ecclesie in Otterendorpe urkundlich belegt, also ein verstorbener Pfarrer Otterndorfs.21
Quellen des 15. Jh. zeigen, dass die Pfarrstelle Otterndorf vergleichsweise gut dotiert war; ihr Wert wird mehrfach mit sechs Mark Silber beziffert (vereinzelt mit vier oder acht Mark; Osterbruch: zwei Mark). Das Pfarrhaus musste der Geistliche bei Amtsantritt seinem Vorgänger abkaufen.22 In den vatikanischen Registern sind mehrere Bittschriften (Supplik) überliefert, die sich auf die Pfarre Otterndorf beziehen; allerdings ist auch im Erfolgsfall nicht immer klar, ob die Geistlichen ihre vom Papst ausgestellte Anwartschaft (Provision) tatsächlich vor Ort durchsetzen und die Pfarrstelle in Besitz nehmen konnten.23 Im Jahr 1419 bat Henricus Nagel um die Pfarrkirche Ottarendorpe, die nach dem Tod von Theodericus Vordis vakant sei.24 Ab Herbst 1422 zeigten drei Kleriker Interesse an der Pfarre Otterndorf, als deren verstorbener Inhaber ein Johannes Halen genannt wird: Johannes Rodolphi, ein Kleriker aus der Diözese Mainz, bat um Bestätigung der Pfarrstelle, ebenso wie Johannes Oldewagen.25 Egbertus Reynulphi, der dritte Geistliche, der im Streit um die Pfründe genannt wird, für den allerdings weder Supplik noch Provision überliefert sind, erscheint 1434 als verstorbener Besitzer der Pfarrkirche Otterndorf. Um seine Nachfolge prozessierten Johannes Streygen (oder Screyghe), Nicolaus Ossenwerder und Everhardus Tyneke.26 Johannes Streygen gab 1436 und 1437 an, dass er nicht im Besitz der Pfründe sei, und verzichtete schließlich 1441 zugunsten von Eghardus Hammo auf seine Ansprüche – unter Vorbehalt einer jährlichen Pensionszahlung.27 Im September 1442 bezeichnete sich Eghardus Hammo als rector parochialis ecclesiae in Otterendorpe und empfing in Florenz die Priesterweihe. Er lässt sich auch in Otterndorf nachweisen: Die Inschrift der 1450 von Ghert Klinghe gegossenen Glocke nennt neben hans biberholt greve des landes auch h[er] eghardt hämo kerkher; sie zeigt außerdem ein Relief des hl. Severus.28 Pastor Hammo scheint die Pfarre Otterndorf gut zwei Jahrzehnte innegehabt zu haben: Im März 1463 ließ sich Henricus Levene seinen Anspruch auf die Pfarre Otterndorf päpstlich bestätigen. Diese sei nach dem Tod des Eggardus de Hamme vakant und er habe sie nach dem Recht der ersten Bitte von Ks. Friedrich III. († 1493) erhalten.29 Allerdings erhielt Reynerus Kremer, Kleriker aus der Diözese Minden, ebenfalls eine Anwartschaft auf die Pfarre Otterndorf und konnte sie anscheinend auch in Besitz nehmen, denn er bezeichnet sich 1465 als Rektor der Pfarrkirche Ottredurp.30 An der Otterndorfer St.-Severi-Kirche lässt sich in vorref. Zeit eine Kalandsbruderschaft belegen.31

Kirche, Ansicht von Südosten, Teilansicht, um 1948

Kirche, Ansicht von Südosten, Teilansicht, um 1948

Die Reformation setzte im Land Hadeln bereits in den 1520er Jahren ein. Nach einer Chronik des frühen 17. Jh. kam der wandernde Prediger Gerhard 1521 nach Otterndorf und verbreitete die Lehren Luthers.32 Als Pfarrer in Otterndorf ist seinerzeit Luderus Kleynsmeth belegt, parrochialis ecclesie Otterendorpe terre Hadelerie Bremensis diocesis curator.33 Eine erste luth. Kirchenordnung hat das Land Hadeln möglicherweise schon 1526 erhalten, die bis heute gültige Hadeler KO trat um 1542 in Kraft.34 Angeblich ebenfalls 1526 ordnete Hzg. Magnus I. von Sachsen-Lauenburg († 1543) eine Visitation der Kirchspiele im Land Hadeln an; eine weitere folgte 1529.35 Die Gemeinde Otterndorf stellte vor August 1527 einen ev. Prediger ein. Hzg. Magnus stimmte der Berufung nachträglich zu, allerdings unter der Bedingung, dass der neue Prediger „allein bey dem worth gothes bleibe und sein schelden und lestern gentzlich abstelle“. Außerdem solle er alle Amtshandlungen dem „rechten verordenthen kerckher, hern Luder Kleinsmydt“ überlassen, der „die kinder auf deutsch oder latinisch zu teuffen und sust die Sakrament nach eins jeden andacht christlicher weiße auszuteilen geneigt ist“.36 P. Kleinschmidt richtete sich bei Amtshandlungen also anscheinend nach den Wünschen der jeweiligen Gemeindeglieder. Nach seinem Tod 1537 kaufte die Gemeinde Otterndorf dem Hadeler Archidiakon Ludolf Klencke, gleichzeitig Pfarrer in Altenbruch, das Patronatsrecht für die Pfarrstelle ab und präsentierte P. Johann Deventer (amt. 1537–1547 und 1548–1565), der möglicherweise vorher bereits als Prediger in Otterndorf gewirkt hatte.37 Anscheinend stellten die Kirchspiele des Landes Hadeln ihre Prediger in der Anfangszeit der Reformation zunächst auf Zeit an.38 Die Parochie Otterndorf bestand seit dem 16. Jh. aus den drei Gemeinden Osterende und Westerende (jeweils mit eigenen Kirchspielgerichten) und Stadt Otterndorf. Das Kollegium der Kirchenprovisoren, u. a. zuständig für die Besetzung der Pfarrstellen, setzte sich aus Repräsentanten aller drei Gemeindeteile zusammen.

Kirche, Ansicht von Südwesten, vor 1956

Kirche, Ansicht von Südwesten, vor 1956

Die Kirchenordnung von 1542 sah neben den Pfarrern auch Prädikanten vor; für diese Inhaber der zweiten oder dritten Pfarrstellen in den Hadeler Kirchspielen etablierten sich die Bezeichnungen Archidiakon und Diakon. Sie wurden aus dem Vermögen vorref. Vikarien und Bruderschaften finanziert.39 In Otterndorf war der Archidiakon für Westerende zuständig. Die Kirchenordnung erwähnt auch die Otterndorfer Schule: Da die Stelle des Schulmeisters so gut dotiert sei, solle er noch einen zweiten Lehrer anstellen, der „in der musica erfahren“ ist; „alle sondage und hillige dage schölen se beide mit den kindern tho chore gahn“.40 Die Einführung der Lauenburgischen KO im Land Hadeln wehrten Geistliche und Stände 1585 erfolgreich ab. Auf einer Synode in Otterndorf im Februar 1590 verabschiedeten die Pfarrer einen Consensus doctrinae, mit dem sie u. a. die Konkordienformel von 1577 als Bekenntnisschrift anerkannten.41 Für die jährliche Synode der Geistlichen des Landes Hadeln, die in Otterndorf stattfand, wurde der mittelalterliche Begriff Kaland übernommen.
Im Laufe des 17. Jh. erhielt die Otterndorfer Kirche den größten Teil ihrer heutigen Innenausstattung: Fürstenlektor im Altarraum (1615), Nordempore (1642), Kanzellektor (1644/59), untere Westempore (um 1660) und Altar (1664).42 Im Jahr 1662 konnte die Gemeinde auch eine neue Orgel einweihen; das Programm des Festgottesdienstes einschließlich der Orgelpredigt von P. Johann Münstermann (amt. 1656–1666) ist dokumentiert in einem Buch von P. Hector Mithobius (amt. 1656–1682) aus dem Jahr 1665: „Psalmodia christiana. Ihr Christen Singet und Spielet dem Herrn […] Das ist Gründliche Gewissens-Belehrung Was von der Christen Musica, so wol Vocali als Istrumentali zu halten?“.43 P. Mithobius reagierte mit seinem Werk auf die Schrift eines Rostocker Theologen und verteidigte Orgeln und Orgelmusik in luth. Kirchen und Gottesdiensten. Im Zuge der Renovierung des Kirchengebäudes 1739/40 ließ die Gemeinde von Dietrich Christoph Gloger aus Stade die bis heute erhaltene große Orgel einbauen (46 Register). Ebenso wie die Kirchen in Altenbruch und Lüdingworth wird die St.-Severi-Kirche Otterndorf mitunter als „Bauerndom“ bezeichnet.44
Nachdem das Land Hadeln 1689 in kaiserliche Verwaltung übergegangen war, fanden in Otterndorf erstmals nach der Reformation wieder kath. Messen statt. 1699 beklagten sich die Stände Hadelns „daß der katholische Gottesdienst, der nur auf dem Zimmer des Hauptmanns der Miliz oder in des Acciseeinnehmers Hause und nur zweimal im Jahre durch einen Pater stattfinden dürfte, unten im Schlosse und dauernd eingerichtet wäre“.45 Seit 1713 besaß Otterndorf eine kath. Kapelle und die Messen wurden „von vielen Auswärtigen außer dem katholischen Kriegsvolk besucht“; die Ständeversammlung forderte vergeblich „die Entfernung des Paters“.46

Kirche, Chor, Querschnitt, Grundriss, vor 1956

Kirche, Chor, Querschnitt, Grundriss, vor 1956

Bereits im 17. Jh. lässt sich bei den ev. Geistlichen in Otterndorf ein Aufrücken von Diakonat über Archidiakonat zum Pastorat beobachten. Ein erstes Beispiel ist P. Johann Münstermann, der 1630 zum Diakon gewählt wurde, 1633 zum Archidiakon und 1656 zum Pastor; im Jahr 1666 starb er als Superintendent. Im 18. und 19. Jh. kam dieser Karriereweg häufiger vor, etwa bei P. Markus Daniel Hackmann (amt. 1745/1757/1760–1796), P. Andreas Leopold Weitsch (amt. 1788/1792/1797–1800) oder P. Georg Koenig (amt. 1826/1834/1842–1848). Von 1821 bis 1834 war die erste Pfarrstelle vakant und das Kollegium der Kirchenprovisoren setzten schließlich die Aufhebung des Diakonats durch. Sie sahen zwei Pastoren als ausreichend an für 3.000 Gemeindeglieder. Das Stellenvermögen des Diakonats fiel größtenteils an die Otterndorfer Schule.47
Die Otterndorfer Pastoren der zweiten Hälfte des 19. Jh. P. Bernhard Ludolf Fritzenberg (1842/1849–1855) und P. Hermann Wilhelm Huenecken (amt. 1850/1856–1897) lassen sich als Erweckungstheologen charakterisieren.48 Das Kollegium der Kirchenprovisoren, in dem vor allem kommunale Vertreter saßen, war eher hingegen liberal geprägt. Das Gesetz zur Einführung von Kirchenvorständen in den Kirchengemeinden des Kgr. Hannover, das der Hannoversche Landtag im Oktober 1848 verabschiedet hatte, führte in Otterndorf zunächst nicht zur Wahl eines Kirchenvorstandes, der die Kompetenzen der Kirchenprovisoren übernahm.49 Erst die in der Weimarer Verfassung von 1919 verankerte Trennung von Staat und Kirche und die neue Verfassung der Landeskirche Hannovers (1920/24), resultierte an dieser Stelle in einer Neuordnung; der Otterndorfer Magistrat und die Vertreter der Kirchspielgerichte Osterende und Westerende verloren ihren starken Einfluss auf die KG Otterndorf und die Gemeinde erhielt einen KV, den sie „nach dem gleichen Modus wie sonst innerhalb der hannoverschen Landeskirche“ wählte.50
Während der NS-Zeit hatten Sup. Heinrich Rühmkorf (amt. 1898–1936), Sup. Wilhelm Heinrich Bosse (amt. 1937–1942), P. Adolf Ernst Smechula (amt. 1931–1934) und P. Gregor Steffen (amt. 1935–1938) die beiden Pfarrstellen in Otterndorf inne. Überdies waren mehrere Hilfsgeistliche in der Gemeinde tätig. P. Rühmkorf und P. Steffen gehörten kirchenpolitisch zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft und waren nicht Mitglieder der NSDAP. Sup. Bosse und P. Smechula hingegen waren beide in die NSDAP eingetreten und gehörten zu den DC; Sup. Bosse habe sich allerdings, wie es im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ heißt, „auch innerlich stark von ihnen fortentwickelt“.51 Zum 1933 neu gewählten KV schrieb ist im Fragebogen vermerkt: „Der Kirchenvorstand bestand zu 2/3 aus P[artei]g[enossen]. Kirchlich aber hat er keine Schwierigkeiten bereitet, dazu waren die Kirchenvorsteher viel zu wenig interessiert.“52 Insgesamt 80 Gemeindeglieder traten zwischen 1933 und 1945 aus der Kirche aus.

Kirche, Blick zum Altar, vor 1956

Kirche, Blick zum Altar, vor 1956

Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkrieges stieg die Zahl der Gemeindeglieder von rund 4.300 im Jahr 1939 auf etwa 7.000 im Jahr 1950 an. Gleichzeitig entstand eine kleine kath. Gemeinde mit rund 350 Gemeindegliedern (1950). Die kath. Gottesdienste fanden in der Aula der Mittelschule statt, an einigen Festtagen auch in der ev. Kirche.53 Im Dezember 1952 weihte der Hildesheimer Bf. Joseph Godehard Machens (amt. 1934–1956) die kath. Heilig-Kreuz-Kirche in Otterndorf ein. Der Ortsvereins der Inneren Mission eröffnete in der Nachkriegszeit eine ev. Schwesternstation in Otterndorf (später in Trägerschaft der KG).54 Bei der Zusammenlegung der KK An der Oste und Land Hadeln zum Jahresanfang 1977 verlor Otterndorf für gut drei Jahrzehnte den Suptur.-Sitz.55
Seit 1994 ist die Kirchengemeinde Trägerin der ev. St. Severi-Kindertagesstätte in Otterndorf. Ab 1997 war die KG Otterndorf pfarramtlich mit der KG Osterbruch verbunden, 2009 kam die KG Neuenkirchen als dritte Gemeinde hinzu.56 Ab 2009 war Otterndorf erneut Sitz der Suptur. des KK Land Hadeln; auch nach der Fusion der KK Land Hadeln und Cuxhaven zum neuen KK Cuxhaven-Hadeln blieb die Suptur. in Otterndorf. Sie war bis 2017 mit der dritten Pfarrstelle an der St.-Severi-Kirche verbunden, die dann in eine ephorale Kirchenkreispfarrstelle umgewandelt wurde.
Im Jahr 2013 gründete sich der Verein zum Erhalt der Gloger-Orgel Otterndorf e. V., der in den folgenden Jahren Spenden für die Restaurierung der Orgel sammelte. Zusammen mit den Gemeinden Cadenberge, Geversdorf, Oberndorf, Belum, Neuhaus (Oste), Bülkau, Oppeln, Ihlienworth, Steinau, Odisheim, Kehdingbruch, Osterbruch, Neuenkirchen (Land Hadeln), Wanna und Nordleda gehört Otterndorf seit Januar 2023 zum verbundenen Pfarramt Region Mitte im KK Cuxhaven-Hadeln, das insgesamt sieben Pfarrstellen umfasst.

Pfarrstellen

I: vorref. – II: Archidiakonat. – III: Diakonat. 1834 aufgehoben. 2009 neu errichtet und mit Suptur. des KK Land Hadeln verbunden, seit 2013 KK Cuxhaven-Hadeln.57 2017 umgewandelt in ephorale KK-Pfarrstelle.

Umfang

Stadt Otterndorf einschließlich Osterende und Westerende, außerdem Teile Neuenkirchens (Brüninghem, Pedingworth und Scholien). – 1823 zählten folgende Bauernschaften zu Otterndorf-Osterende: Beufleth (mit Kalkhütte, Marienthal und Schleuse), Brüninghemm, Kochenbüttel Dickenhoop, Kochenbüttel, Mahrdorf (mit Hadlerbaum und Pieperbusch), Nackenbüttel, Pedingworth, Scholien und Westervörden (mit Wellingsbüttel und Kuhlenmühle). Zu Otterndorf-Westerende gehörten 1823 die Bauerschaften Besenhalm (mit Hohekreutz), Bingen, Dittmersdorf (mit Accisehof, Katthusen und Schmeelweg), Homarien, Neufeld (mit Alterdeich, Großerort, Heringssalzerei, Schmieringerdamm und Vorwerk Otterndorf), Nörderteil, Ochsenhamme, Osterwisch (mit Asseln), Schodenbüttel (mit Mückendorf), Süderwisch (mit Kampen und Warningsackermühle), Udendorf (mit Wehldorf, Westerhof und Marienmühle) und Westerwisch (mit Busch). Zum 1. April 1932 wurden die Ortschaften Wehldorf und Um den Brink aus der KG Otterndorf in die KG Altenbruch umgepfarrt.58

Aufsichtsbezirk
Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, April 1960

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, April 1960

Archidiakonat Hadeln und Wursten der Erzdiözese Bremen.59 – Bereits die erste Hadeler KO von 1526 sah die Wahl von Visitatoren (Superintendenten) vor, die das Aufsichtsamt über die Kirchspiele im Land Hadeln ausübten. Die Superintendenten gehörten dem mindestens seit 1620 bestehenden Konsistorium in Otterndorf an und wurden bis 1924 von den Pastoren des Landes Hadeln gewählt.60 Nach Aufhebung des Konsistoriums Otterndorf im Jahr 1885 Einrichtung der Insp. Land Hadeln (1924: KK), zunächst wechselnde Suptur.-Sitze, seit 1926 in Otterndorf; ab 1926 setzte die Kirchenleitung die Superintendenten ein.61 Zum 1. Januar 1977 fusionierten der KK Land Hadeln und der KK An der Oste zum neuen KK Land Hadeln, Sitz in Cadenberge, ab 2009 in Otterndorf.62 Seit 1. Januar 2013 KK Cuxhaven-Hadeln, Sitz in Otterndorf.63 – Die 1885 eingerichtete Insp. Hadeln umfasste die zehn Kirchengemeinden, für die auch das Konsistorium Otterndorf zuständig gewesen war: KG Altenbruch, Ihlienworth, Lüdingworth, Neuenkirchen (Land Hadeln), Nordleda, Odisheim, Osterbruch, Otterndorf, Steinau und Wanna. – Zum 2013 gegründeten KK Cuxhaven-Hadeln zählten 2023 folgende Gemeinden: Altenbruch, Altenwalde, GKG Am Dobrock (mit den KG Belum, Bülkau, Cadenberge, Geversdorf, Kehdingbruch, Neuhaus (Oste), Oberndorf und Oppeln), Basbeck, Cuxhaven, Emmaus, Cuxhaven, Gnaden, Cuxhaven, Petri, Cuxhaven-Döse, Cuxhaven-Groden, Cuxhaven-Ritzebüttel, Hechthausen, Ihlienworth, Lamstedt, Lüdingworth, Neuenkirchen (Land Hadeln), Nordleda, Odisheim, Osten (Oste), Osterbruch, Otterndorf, Sahlenburg, Steinau, Wanna (mit KapG Ahlenfalkenberg) und Warstade.

Patronat

1309 stritten der Landesherr und der Archidiakon des Landes Hadeln um das Patronat.64 Um 1537/38 kaufte die Gemeinde Otterndorf dem Archidiakon das Patronatsrecht ab (Präsentationsrecht).65 Nach der Kirchenordnung wählten „de gemene edder volmechtige edder lehnherren [Juraten]“ mit Zustimmung der Visitatoren (Superintendenten) den neuen Pastor.66 In Otterndorf bestand ein Wahlgremium, das sich aus Vertretern der Stadt und der beiden eigenständigen Kirchspielgemeinden Westerende und Osterende zusammensetzte. Gemeindepatronat 1938 aufgehoben.67

Kirchenbau
Kirche, Grundriss, vor 1956

Kirche, Grundriss, vor 1956

Rechteckige Saalkirche mit leicht eingezogenem, dreijochigen Hallenchor und Anbau im Osten, im Kern mittelalterlich, älteste Teil wohl um 1300. Satteldach über Schiff und Chor, mit zwei Gauben im Westen; Satteldach über Sakristei. Backsteinmauerwerk, Stützpfeiler und Fries (doppelter Zahnschnitt) am Chor. Rundbogige Sprossenfenster an den Längsseiten, je zwei Portale nach Norden und Süden. Zwei kleinere, rundbogige Fenster nach Osten, östliche Giebelseite mit spitzbogigen Blendnischen. Im Innern holzverschaltes Tonnengewölbe im Schiff, Kreuzrippengewölbe und Rundpfeiler im dreischiffigen Chor; im Schiff Empore an Nordwand, Doppelempore im Westen, Orgel auf der oberen Empore, untere Empore in Nordecke als geschlossene Prieche gestaltet („Hoher Stuhl“); im Chor Empore an Nordseite (Fürstenlektor) und Empore an Südseite (Kanzellektor). 1585 angeblich Hallenchor erbaut (Fundament älter).68 1615/16 Fürstenlektor eingebaut (für Landesherrschaft). 1642 Nordempore erbaut. Um 1660 untere Westempore erbaut. 1731 Hoher Stuhl erbaut. Wohl 1739/40 obere Westempore erbaut. 1739/40 Umbau, u. a. wohl Wände mit Backsteinen verkleidet, Fenster erneuert, Dachstuhl und Segmentbogentonne. 1863 Eisensprossenfenster. 1885 Holztonne neu bemalt (blau, goldene Sterne). 1905 Anbau im Osten errichtet (Heizung). 1908 Sicherung Chorgewölbe. 1951/52 Instandsetzung. 1974–76 Renovierung. 1996 Sanierung (Hausschwamm); Sternenhimmel im Kirchenschiff wiederhergestellt. 2022/23 Renovierung.

Turm

Vierseitiger Westturm aus Backsteinmauerwerk auf Sandsteinsockel, erbaut 1804–07. Kupfergedeckter Pyramidenhelm mit vierseitigem Ansatz, vier Dachgauben und achteckig ausgezogener Spitze, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne. Im Glockengeschoss je zwei rechteckige Schallfenster nach Norden, Süden und Westen, nach Süden mit Uhrziffernblatt dazwischen. Nach Westen Rechteckportal mit Halbkreisfenster und flacher Rahmung, darüber Inschriftenstein „MDCCCVII“. 1556 soll ein angeblich runder Turm abgebrochen worden sein.69 1803 vorhandener Turm abgebrochen.70 1837–50 diente der Turm als optische Telegraphenstation (Hamburger optischer Telegraph, Hamburg–Cuxhaven). 1876 Turmhelm erbaut (vorher Zeltdach mit quadratischer Laterne). 1997 neue Kupferdeckung.

Vorgängerbau

„Den romanischen Bau haben wir uns […] als einen aus Feldstein errichteten Saalbau mit rundem Westturm vorzustellen, dessen Chorform nicht bekannt ist.“71

Kanzel, vor 1956

Kanzel, vor 1956

Ausstattung

Holzverkleideter, kastenförmiger Altar mit seitlichen Schranken (1616) und zweistöckigem, reich verzierten Holzretabel (1664, Gebhard Jürgen Titge zugeschrieben)72, im Hauptfeld Abendmahlsgemälde, flankiert von Skulpturen Adams und Evas; im oberen Feld Kreuzigungsgemälde, flankiert von Skulpturen der vier Evangelisten; als Bekrönung Medaillon mit Auferstehungsgemälde, umgeben von drei Tugendskulpturen (Glaube, Liebe Hoffnung); seitliches Schnitzwerk mit zwei Engelsfiguren, zwei weiter Engel am Gebälk; Predella mit Einsetzungsworten des Abendmahls, flankiert von geflügelten Engelsköpfen; Inschrift am Gebälk: „Gott zu Ehren und zum Zierath der Kirchen hatt sehl. Peter Sitmans Söhne und Swiegersöhne dieses Altar verehret. Anno 1664. Heinricus Sittmann, Johan Sittmann, Peter Sittmann, Franciscus Becker sel., Bartholdus Schröder, Casparus Haneke“; Inschriften an den Innen- und Außenseiten der Kniebänke (Schranken), links: „1. Corinther II. So offt ihr von diesem Brodt esset und von diesem Kelch trinket, solt ihr des Herrn Todt vorkündigen, bis er kommet“ und „Welcher nun unwürdig von diesem Brodt isset oder von dem Kelch deß Herren trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herren“, rechts: „Aufgedeckt und hergestellt im Jahre 1916 durch A. Olbers“, „Der Mensch aber prüfe sich selbst und also esse er von diesem Brodt und trincke von diesem Kelch. 1616“ und „Denn welcher unwirdig isset oder trinket der isset und trinket im selber das Gerichte, damit, das Er nicht underscheidet den Leib des Herren“. – Kanzel und Empore (Lektor) im südlichen Seitenschiff des Chors (1644, Bildschnitzer Jürgen Krübel, Glückstadt, 1659 Maler Erich Schröder, Hamburg)73, an den Wandungen des polygonalen Kanzelkorbs Skulpturen Christi und der vier Evangelisten, an den Emporenbrüstungen links und rechts der Kanzel Skulpturen von Aposteln (Andreas, Petrus, Johannes, Matthias, Jakobus, Philippus, Simon, Thomas) und Propheten (Jona, Obadja, Amos, Joel, Hosea, Daniel, Ezechiel, Jeremia, Jesaja); als Stütze unter dem Kanzelkorb Figur des Moses mit Gesetzestafeln; Inschriften: „Anno 1644 Ist diese newe Cantzel und Lector Gott zu Ehren und zu fort pflantzung seines H[eiligen] worts erbawet worden von M[eister] Jürgen krübeln, Bildthawer in der Glückstatt durch beforderung der H[iesigen] Prediger M[agister] Martini Strackeriani Past[ori], M[agister] Iohannis Munstermanni Archid[iaconi], und Ehrn Iohannis Klugii, Diac[oni]. Im gleichen der H[iesigen] provisorum H[errn] Iohannis Sitmanni, Burgermeister, H[errn] Johan Rotmers, und Peter Wolderichs, Schultzen, auch H[errn] Peter Braders Bürg[er] wie auch Frantz Hundtens, Magnus Ötkens, Claws Henskens und Hey. Backens Kirchgeschworen. Dazu vornehme eingepfarrte eine freÿwillige Beÿstewr gegeben, deren Nahmen zu immerwerenden gedächtnüs in ein eigen buch verzeichnet stehen“ und „Anno 1659 Ist dies Cantzel und Lector durch beforderung der H[iesigen] Prediger M[agister] Iohannes Münstermanni Past[ori], M[agister] Hectoris Mithobi Archid[iaconi] und Ehrn Iohannis Scröderi Diac[oni] im gleichen der H[iesigen] provisorum als H[errn] Magnus Ötkens und Wilken Wolderichs, Schultzen, auch H[errn] Peter Braders und Johann zur Borchs Bürge[r] wie dann auch Bories Paschens, Peter Sithmans, Clauß Eitzens, Johann Detlevs und Clauß Ravens Kirchgeschwornen, von Erich Schröder schil[derer] aus Hamb[urg] stafieret worden. Dazu die sämptlichen eingepfarrten eine freÿwillige beÿsteur gegeben, deren Nahmen zum stets wehrendem Gedächtnüß in ein eigen Buch verzeichnet stehen. Herr gedencke dieses Hauses, und diese gantze Gemeine allezeit im besten. Amen.“; Schalldeckel mit Akanthusfries (wohl um 1800). – Bronzetaufbecken (Mitte 14. Jh.), Taufkessel von drei jugendlichen Figuren getragen, Inschrift: „o rex glorie xpe veni cvm pace“ (O König der Ehre Christus komm mit Frieden), kleine Buchstaben als Worttrenner; mehrere Reliefs, u. a. Kreuzigungsgruppe, verschiedene Heilige, Rundmedaillon mit Hirsch, Rundmedaillon mit Lamm Gottes, Rundmedaillons mit Verkündigung, Geburt Christi und Auferstehung. – Lesepult (Mitte 17. Jh., wohl Werkstatt Jürgen Heitmann), vierseitiger Pyramidenstumpf, getragen von Engelsgestalten. – Holzskulptur (Mitte 17. Jh., vielleicht Jürgen Krübeln, Glückstadt), angeblich auf dem ehemaligen Schalldeckel der Kanzel angebracht. – Pastorenstuhl (1661, Jürgen Heitmann der Jüngere), Rückwand bekrönt mit Kreuzigungsgruppe, Inschrift: „Hey. Gos Anna Gos“, ursprünglich Prieche der Familie Gos. – Dreiteiliges Passionsbild (vielleicht erste Hälfte 16. Jh.), am unteren Rand des Mittelfeldes Wappen der Familie Gooß; seit 2001 in der Otterndorfer Kirche (vorher im Kranichhaus).74 – Gemälde an der Emporenbrüstung im Norden (1642, Samuel Becker), Öl auf Holz, Maleachi, Zacharia, Haggai, Zephania, Habakuk, Nahum, Micha, Jona, Obadia, Amos, Joel, Hoseas, Daniel, Ezechiel, Jeremia, Jesaja, Jesus Christus, Johannes der Täufer, Zacharias, Josia, Hiskias, Josaphat, Salomon, David, Samuel, Simson, Josua, Aaron, Moses, Joseph, Jakob, Isaak, Abraham, Noah, Adam; unter den Gemälden Bibelzitate. – Gemälde an der Brüstung der unteren Westempore (17. Jh.), Öl auf Holz, von links nach rechts: Paulus, Lukas, Markus, Petrus, Andreas, Johannes, Jakobus Major, Thomas, Jakobus Minor, Christus Salvator, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Simon, Judas Thaddäus, Matthias; Gemälde jeweils bezeichnet und mit Stifternamen75, darunter Bibelzitate und Glaubensbekenntnis. – Vier Gemälde und zwei Wappen an der Brüstung des „Hohen Stuhls“ (1731), Isaak segnet Jakob, Jakos Kampf mit dem Engel, Jakobs Traum von der Himmelsleiter, Esau verkauft für ein Linsengericht sein Erstgeburtsrecht an Jakob. – Zwei Wappen an Fürstenlektor (1616), übrige Brüstungsfelder seit 1936 ornamental bemalt, ursprünglich Szenen aus dem Leben Jesu, Bildunterschriften erhalten. – Hölzerne Verkleidung des Nordwestpfeilers (1642), sechs Gemälde mit Szenen aus der Josefsgeschichte (1 Mos 37–50), Inschrift: „Zu Gottes Ehr, der Jugendt Lehr, und der Kirchen zum Zierat, das Schneider-Ambt diese Historiam verehret hat. Anno 1642“. – Hölzerne Verkleidung des Südwestpfeilers (wohl 17. Jh.), Bibelsprüche. – Gemälde (1587, Garleff Gerkens), Öl auf Holz, ganzfiguriges Porträt Martin Luthers. – Gemälde (1587, wohl Garleff Gerkens), Öl auf Holz, ganzfiguriges Porträt Philipp Melanchthons. – Kastengestühl (18. Jh.). – Grabstein (1555). – Grabstein (1561). – Farbig gefasstes Holzepitaph (1643) für Hans Nicolaus Fuchs, Gemälde mit Darstellung der Darbringung im Tempel. – Holzepitaph (1672), mit bemaltem Wappen (Metall). – Farbig gefasstes Holzepitaph (um 1700), Gemälde mit Darstellung der Kreuzigung Christi, als Bekrönung Skulptur des auferstandenen Christus mit Siegesfahne – Stollenschrank (wohl 13. Jh.), Holz mit Eisenbeschlägen.76 – Außen (eingelassen in die Wand): Epitaph (1664) für Margreta von Minden († 1646), Johannes Klug († 1652) und Sophia Filters († 1657). – Außen (eingelassen in die Wand): Gedenkstein (1789) für Christoph Niebuhr.

Orgel, Fotograf: Winter, 1978

Orgel, Fotograf: Winter, 1978

Orgel

1553 Bau einer ersten Orgel, ausgeführt von Matthias Mahn (Buxtehude), Instrument aufgestellt im Chorraum; 1561 Reparatur und Erweiterung, Wolterdes.77 1585/86 Erweiterung der Orgel um ein Rückpositiv, ausgeführt von Antonius Wilde (Otterndorf). 1638 Reparatur, das Instrument hatte 24 Register. 1659–62 Neubau der Orgel, ausgeführt von Hans Riege (Hamburg), 32 Register (acht aus Vorgängerorgel übernommen), Neubau finanziert mithilfe „einer seegenreichen Kirchen-Steuer“.78 1741/42 Orgelneubau unter Verwendung älterer Teil, ausgeführt von Dietrich Christoph Gloger (Stade), 46 III/P (HW, BW HintW), mechanische Traktur, Schleifladen, Instrument aufgestellt auf der oberen Westempore. Im 19. Jh. mehrere Register ausgetauscht. 1916 Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben. 1936 noch 23 Register spielbar. 1936 Reparatur und Umbau, Emil Hammer (Hannover). 1969–71 technische Sanierung, Alfred Führer (Wilhelmshaven). 1978 Restaurierung Windladen, Alfred Führer (Wilhelmshaven). 2013 Instandsetzung und Reinigung, Jens Steinhoff (Schwoerstadt). 2013 Gründung des Vereins zum Erhalt der Gloger-Orgel Otterndorf e. V., Spendensammlung zur Restaurierung (u. a. Orgelbriefmarke 2017). 2022/23 Restaurierung, Hendrik Ahrend (Leer). Denkmalorgel. – Chororgel, erbaut 1960 von Alfred Führer (Wilhelmshaven), 3/–, mechanische Traktur, Schleifladen.

Läuteglocke I: d’ (Bronze, Gj. 1450, Ghert Klinghe, Bremen), vor 1956, Grafik

Läuteglocke I: d’ (Bronze, Gj. 1450, Ghert Klinghe, Bremen), vor 1956, Grafik

Geläut

Drei LG, I: d’ (Bronze, Gj. 1450, Ghert Klinghe, Bremen), Inschrift: „Anno d[omi]ni m cccc l. maria bin ick gheheten de van atrendorpe hebbet mi laten geten help got ut not nicht unsser den dot. hans biberholt greve des landes, h[er] eghardt hämo kerkher. defunctos plango vivos voco fulgora plango. vox mea vox vite. voco vos ad sacra venite. god gheve siner sele rat ghert klinghe de mi ghegote had“ (Die Toten beweine ich, die Lebenden rufe ich, die Blitze breche ich. Meine Stimme ist die Stimme des Lebens. Ich rufe euch, kommt zum Gottesdienst), Bilder: Relief des hl. Severin mit Inschrift: „S[anctus] Severus ep[ispopu]s“, Relief der gekrönten Maria mit Inschrift: „Ave Maria gracia“; II: f’ (Bronze, Gj. 1952, Firma Rincker, Sinn), Inschriften: „Den Toten in Krieg und Gefangenschaft“, „Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Joh. 11,15“ und „Gegossen 1889 + 1927, abgegeben 1917 + 1942, durch Opfergaben der Gemeinde neu erworben 1952“, Bild: Kruzifix mit Inschrift: „Jer. 22,29“; III: g’ (Bronze, Gj. 1952, Firma Rincker, Sinn), Inschriften: „Den Toten des deutschen Ostens“, „Der Herr wird seinem Volke Kraft geben. Der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden“ und „Gegossen 1889 + 1927, abgegeben 1917 + 1942, durch Opfergaben der Gemeinde neu erworben 1952“, Bilder: Christus-Symbole mit Inschrift: „Heb. 13,14“. – Früherer Bestand: 1804 drei LG und zwei SG vorhanden, 1817 beschrieben: große LG heutige LG I, mittlere LG (Bronze), Inschrift begann mit „Resonance“, Bild: Stadtwappen, kleine LG (Bronze, Gj. 1641, François de Roen, Glückstadt), Inschrift etwa: „Franciscus Roen me fecit 1641 Glückstaed“, Stundenglocke (Bronze, Gj. 1631), Inschrift u. a.: „Anno 1631 haben mich lassen gießen die Herren Provisoren der Kirche zu Otterndorf“ sowie Namen der Kirchenprovisoren; Viertelstundenglocke (Bronze, Gj. wohl 1631), Inschrift: Namen der Kirchenprovisoren (wie auf Stundenglocke), beide SG wohl 1843 verkauft, da ungenutzt. Kleine LG 1887 geborsten, mittlere LG schon früher beschädigt, umgegossen zu zwei neuen LG, e’ und g’ (Bronze, Gj. 1889, F. Otto, Hemelingen), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Zwei neue LG, e’ und g’ (Bronze, Gj. 1927, Firma Radler, Hildesheim), Inschriften e’-Glocke: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“, „Ehre sei Gott in der Höhe“ und „Die alte Glocke nahm die schwere Kriegsnot, erhalte und die neuen, du treuer starker Gott. Erneuert 1927, Bilder: guter Hirte, Geburt Christi, Inschriften g’-Glocke: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“, „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Die alte Glocke schied zu Waffen und Wehr; schall wieder laut du Neue, zu Gottes Ehr“ Erneuert 1927“, Bilder: Wappen und Bildnis Luthers; Glocken im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus I (Bj. 18. Jh.). – Pfarrhaus II (1973 erworben). – Ehemaliges Pfarrhaus II (Bj. um 1890, ab 1975 Kirchenkreisamt). – Küsterhaus (Bj. um 1800). – Alte Lateinschule (Bj. 1614, erworben 1956, saniert 1994/95)

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche, genutzt bis 1806. Neuer kirchlicher Friedhof südwestlich des Stadtkerns, FKap (Bj. 1953), im Dachreiter eine LG, es’’ (Bronze, Gj. 1953, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Christus hat dem Tode die Macht genommen“; Orgel, 7 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen, erbaut 1958/59 von Alfred Führer (Wilhelmshaven).

Liste der Pastoren (bis 1940)
Pastorenstuhl, vor 1956

Pastorenstuhl, vor 1956

Erste Pfarrstelle: Vor 1521–1537 Lüder Kleinschmidt.79 – 1537–1547 Johann Deventer. – 1547–1549 Diedrich Canth. – 1549–1565 Johann Deventer. – 1565–1599 Hartwig thor Borg. – 1599–1618 Magister Nikolaus Freytag. – 1619–1638 Magister Sebastian Schwan. – 1639–1640 Dr. Hector Mithobius (Mithoff). – 1641–1644 Magister Martin Strackerjahn (Strackrian). – 1646–1655 Magister Lukas Backmeister. – 1656–1666 Magister Johann Münstermann. – 1666–1679 Magister Johann Philipp Tonsor. – 1680–1682 Magister Hector von Mithoff. – 1683–1693 Georg Jonas Tonsor. – 1693–1720 Martin Otto Henrichsen (Henrici). – 1720–1759 Johann Georg thor Borg. – 1760–1796 Markus Daniel Hackmann. – 1797–1800 Andreas Leopold Weitsch. – 1800–1821 Johann Konrad Rudolf Jungblut. – 1821–1834 Vakanz. – 1834–1842 Johann Nikolaus Cropp. – 1842–1848 Georg Koenig. – 1849–1855 Bernhard Ludolf Fritzenberg. – 1856–1897 Hermann Wilhelm Hueneken. – 1898–1936 Heinrich Ernst Gustav Rühmkorf. – 1937–1942 Wilhelm Heinrich Bosse.
Zweite Pfarrstelle (Archidiakonat): Vor 1524 bis um 1561 Marquard Rive. – 1544–1560 Johann von Busche. – 1555–1561 Hartwig thor Borg. – 1570 Bornwendus Möllerns. – 1572–1574 Valentin Hecksteden (Hepstede, Hochstede). – 1575–1590 Mag. Paul Hartwig. – 1582–1599 Magister Nikolaus Freytag. – 1598–1629 Johannes Michaelis. – 1605–1632 Laurentius Oesterling. – 1633–1656 Johann Münstermann. – 1656–1680 Hector II. Mithobius (Mithoff). – 1680–1684 Hartmann Möhring. – 1684–1693 Magister Martin Otto Henrichsen. – 1693–1708 Adam Kruse. – 1709–1721 Anton Gade. – 1721–1749 Johann Fink. – 1757–1760 Markus Daniel Hackmann. – 1760–1791 Gustav Eichfeld. – 1792–1797 Andreas Leopold Weitsch. – 1797–1800 (?) Johann Konrad Rudolf Jungblut. – 1801–1834 Johann Nikolaus Cropp. – 1834–1842 Georg Koenig. – 1842–1849 Bernhard Ludolf Fritzenberg. – 1850–1856 Hermann Wilhelm Hueneken. – 1857–1890 Heinrich Friedrich Haccius. – 1891–1920 Karl Wilhelm Gustav Schleuß. – 1921–1925 Karl Koerber. – 1926–1931 Kristian Hans Schroeder. – 1931–1934 Dr. phil. Adolf Ernst Smechula. – 1935–1938 Gregor Antonius Hans Steffen.
Dritte Pfarrstelle (Diakonat): Vor 1524–1529 Nikolaus Heye. – 1527 Gerd Hülle. – 1537 Jürgen. – 1541–1543 Melchior von Damm. – 1547 Caspar. – 1548–1555 Detmar. – 1555–1561 Hartwig thor Borg. – 1561–1562 Stephan Seehusen. – 1562 Ludolph der Husumer. – 1563–1565 Magister Petrus Kopp. – 1565–1566 Christianus Meiger. – 1566 Johann Lübeck. – 1566–1570 Dierdrich Schorbeck. – 1573–1588 Friedrich Hartmann. – 1589–1596 Magister Christoph Rodtbart. – 1597–1598 Johannes Michaelis. – 1598–1628 Laurentius Oesterling. – 1630–1633 Magister Johann Münstermann. – 1633–1652 Johannes Klock (Klug). – 1653–1669 Johann Schroeder. – 1669–1681 Magister Engelbrecht Brümmer. – 1682–1684 Magister Hinrich (Henricus) III Henrichsen (Henrici). – 1684 Magister Martin Otto Hinrichsen (Henrici). – 1685–1693 Adam Kruse. – 1693–1708 Michael Christian Philippi. – 1708–1709 Anton Gade. – 1709–1720 Johann Georg thor Borg. – 1721 Johann Fink. – 1721–1744 Johann Dracke. – 1745–1757 Markus Daniel Hackmann. – 1757–1760 Gustav Eichfeld. – 1760–1777 Erdmann Levin Curio. – 1778–1788 Johann Witcke. – 1788–1792 Andreas Leopold Weitsch. – 1792–1796 Johann Konrad Rudolf Jungblut. – 1798–1801 Johann Nikolaus Cropp. – 1802–1814 Daniel Friedrich Freydiener. – 1815–1824 Hermann Suthmeyer. – 1826–1834 Georg Koenig.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 258–260, mit Ergänzungen und Korrekturen nach Tiensch, S. 61

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 6535–6547 (Visitationen); A 9 Nr. 2727Digitalisat (Visitationen); B 18 Nr. 9, 110 (Orgelsachverständiger); D 10 Nr. 452–461 (Depositalsplitter); D 55a (EphA Land Hadeln); L 5g Nr. 268–269, 959 (LSuptur. Stade); S 2 Witt Nr. 04, 14 (Fotosammlung); S 07e I Nr. 45 (Microfilme); S 09 rep Nr. 1901 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7733 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1639 (Lücken: April 1641–1653; unvollständig: 1954)
Trauungen: ab 1664 (Lücken: 1683)
Begräbnisse: ab 1765 (Lücken: Mitte 1811–1812; unvollständig: 1805)
Kommunikanten: ab 1796
Konfirmationen: ab 1793 (Lücken: Westerende 1793–1797)

Literatur & Links

A: Gemeindebuch KK Land Hadeln, S. 7–12; Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 278–282; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1080–1082; Fock, Schnitger, S. 118; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 265–315; Meyer, Pastoren II, S. 258–260; Steiger, Gedächtnisorte II, S. 591–593; Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 130–133.
B: Otterndorf 550 Jahre Stadt, 1400–1950 (Festschrift zur Jubiläumsfeier 2.–6. Juni 1950), Otterndorf 1950; Axel Behne (Hg.): Otterndorf. 600 Jahre Stadtgeschichte an der Nordsee. Siebenundzwanzig Aufsätze zur 600. Wiederkehr der Verleihung des Stadtrechts am 9. Oktober 1400 (= Kranichhaus-Schriften – Veröffentlichungen aus dem Archiv des Landkreises Cuxhaven 3), Otterndorf 2000, darin: Elke Freifrau von Boeselager: Die Otterndorfer Kirche von der Gründung des Kirchspiels bis zur Reformation, S. 59–72, und Hans Otte: Die Kirche und das Konsistorium in Otterndorf nach der Reformation, S. 163–181; Axel Behne (Bearb.): Die Urkunden der Stadt Otterndorf von 1400 bis 1731 im Archiv des Landkreises Cuxhaven, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 96 (2017/18), S. 31–120; Axel Behne: Die Otterndorfer Statuten von 1541. Ein Nachtrag zu den Urkunden der Stadt Otterndorf von 1400 bis 1731, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 98 (2020), S. 163–182; Christian Bunners: Der Orgelstreit in Otterndorf um 1660 und seine Folgen für die lutherische Orgelkultur, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 84 (2005), S. 25–48; Helga Fesel: Die Heilsgeschichte dargestellt in den Bildern der St. Severi-Kirche zu Otterndorf, Otterndorf 2006 [.pdf online]; Hans-Christoph Hoffmann: Otterndorf. St. Severi (= Schnell Kunstführer 1992), Regensburg ³2001; Rudolf Lembcke (Hrsg.): Otterndorf. Kleine Stadt am großen Strom. Beiträge gesammelt vom Archiv im Kranichhaus, Hamburg 1978; Wilhelm Lenz: Zur Entstehung des Kirchspiels und der Stadt Otterndorf, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 41 (1960), S. 45–62 [auch in: Lembcke, S. 29–46]; Hector Mithobius: Psalmodia Christiana. Ihr Christen Singet und Spielet dem Herrn […] Das ist Gründliche Gewissens-Belehrung Was von der Christen Musica, so wol Vocali als Istrumentali zu halten? Allen Alten und Neuen Music-Feinden absonderlich aber der Meinung Sel. H. M. Theophili Großgebaurs in seiner neulich edirten Wächterstim[m]e Cap. XI. entgegen gesetzet, Bremen 1665 [Digitalisat]; Richard Tiensch: Das Intradenbuch der Otterndorfer Kirche aus dem Jahre 1505, in: Festschrift Robert Wiebalck, Amtsgerichtsrat a. D. in Dorum, zu seinem 80. Geburtstag, gewidmet vom Heimatbund der Männer vom Morgenstern, Bremerhaven 1954, S. 59–63.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Kirchwurt; Nomine (Norddeutsche Orgelmusikkultur in Niedersachsen und Europa): Orgel.

GND

1136977201, Ev.-luth. Kirchen-Gemeinde Otterndorf; 4503388-2, Sankt Severi (Otterndorf)

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 51.
  2. Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 278.
  3. UB Loccum I, Nr. 225; Bremisches UB I, Nr. 306 (dort: Otterendorpe).
  4. Hucker, Land Hadeln, S. 155. Insgesamt zur Geschichte des Landes Hadeln bis zur Frühen Neuzeit vgl. Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 321 ff.
  5. Siehe EBIDAT, 19.04.2023; Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 377.
  6. Behne, Urkunden, Nr. 1; Behne, Statuten.
  7. Rüther, Chronik Hadeln, Nr. 48; Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 324.
  8. Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 205 ff.
  9. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 296, Nr. 305 und Nr. 312. Bei Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 323, ist Otterndorf irrtümlich zu den Fünf Kirchspielen gezählt und zudem das Sietland irrtümlich von den Fünf Kirchspielen unterschieden.
  10. Rüther, Hadler Chronik, S. 37: „Es gab drei Stände, so genannt seit 1616. Der erste Stand umfaßte alle Vertreter der 7 Kirchspiele des Hochlandes, der zweite Stand die der 5 Kirchspiele des Sietlandes und den dritten Stand bildet die Stadtvertretung Otterndorfs.“ Vgl. auch Bünz, Kirche vor Ort, S. 116.
  11. Einige Ortsteile von Osterende kamen nach Neuenkirchen (Land Hadeln): Brüninghemm, Pedingworth und teilweise Scholien; einige Ortsteile von Westerende kamen nach Altenbruch: Ochsenhemm, Udendorf und teilweise Bingen, vgl. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 265.
  12. LkAH, L 5g, Nr. 268 (Visitation 1963).
  13. UB Loccum I, Nr. 225; Bremisches UB I, Nr. 306.
  14. Hoffmann, S. 8.
  15. Regesten Ebf. Bremen I, Nr. 1518.
  16. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 285; Hoffmann, S. 3.
  17. Hoffmann, S. 3.
  18. Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 59. Dafür spricht der Standort der Kirche „im Ortskern auf einer Wurt“, der vermuten lässt, dass sie erbaut worden ist, „bevor der Seebanddeich, der das Land gegen die Elbe- und Nordseefluten schützt, fertiggestellt wurde“.
  19. Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 61; Otte, Kirche und Konsistorium, S. 165.
  20. UB Hamburg II, Nr. 209; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 63. Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 131.
  21. Bremisches UB II, Nr. 458, Anm. 1. Bei Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 70, irrtümlich mit der Jahreszahl 1439.
  22. Bünz, Kirche vor Ort, S. 129; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 285.
  23. Zum Folgenden: Bünz, Kirche vor Ort, S. 138 f.; Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 64 ff.; Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 131 ff.
  24. RG Online, RG IV 04831, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/4831, 20.04.2023. Bei Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 66, ist irrtümlich das Jahr 1423 angegeben und als bisheriger Inhaber Nicolaus Vordis.
  25. RG Online, RG IV 08628, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/8628, 20.04.2023; RG Online, RG IV 08989, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/8989, 20.04.2023.
  26. RG Online, RG V 05774, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/5/5774, 19.04.2023. Vielleicht handelt es sich bei Johannes Streygen (oder Screyghe) um den späteren Propst des Klosters Harvestehude (1455–1483 oder 1493).
  27. RG Online, RG V 01608, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/5/1608, 20.04.2023. Der bei Bünz, Kirche vor Ort, S. 139, erwähnte Egbert de Vlechtinne supplizierte wegen der Pfarrkirche in Oberndorf (Overendorpe), nicht Otterndorf. Bei Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 69, sowie bei Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 132, ist zudem angeführt, Otterndorf tauche in der Liste der Benefizien des Robertus de Cavalcantibus auf, allerdings handelt es sich um eine gemeinsame Supplik von Cavalcantibus und Johannes Screyge (Streygen) und der Passus zu Otterndorf ist auf Streygen zu beziehen („et pro d. J. S. prov. de par. eccl. in Oterendorpe“, RG Online, RG V 08082, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/5/8082, 20.04.2023). Auf den Irrtum weist auch Bünz, Kirche vor Ort, S. 139, Anm. 260, hin.
  28. Bei Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 285, ist die Inschrift wiedergegeben mit „hughardt (?) hämo (?) kerkher“.
  29. RG Online, RG VIII 01879, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/8/1879, 20.04.2023; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 403. Der bei Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 70, genannte Wynandus Roggeman zählt 1462 unter seinen Nonobstantien nicht die Kirche in Otterndorf, sondern jene in Oldendorpe auf, RG Online, RG VIII 05928, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/8/5928, 20.04.2023.
  30. RG Online, RG VIII 05062, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/8/5062, 20.04.2023. RG Online, RG IX 05355, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/9/5355, 20.04.2023.
  31. Rüther, Hadler Chronik, S. 545. Bünz, Kirche vor Ort, S. 148; Boeselager, in: Behne, Otterndorf, S. 63.
  32. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 579b. Zur Reformation im Land Hadeln vgl. Behne, Bauern, S. 65 ff.; Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 5, S. 260 ff. Mit Schwerpunkt auf der Entwicklung in Otterndorf vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 163 ff.
  33. UB Loccum II, Nr. 1434.
  34. Nach Otte, Kirche und Konsistorium, S. 164, mit Anm. 5 und 6, ist über den Inhalt der KO von 1526 nichts bekannt, sicher „ist nur, dass sie erlassen wurde“, da sie in einem Mandat Hzg. Magnus I. vom 01.12.1526 erwähnt sei. Behne, Bauern, S. 79, bezeichnet die Existenz einer KO von 1526 hingegen als „völlig unwahrscheinlich“. Die Hadeler KO von 1542 nennt als Jahr ihrer Abfassung ebenfalls 1526, erwähnt jedoch Bücher, die erst 1535 erschienen sind, und stimmt stellenweise wörtlich mit der schleswig-holsteinischen KO von 1542 überein, vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 167. Zusammenfassend charakterisiert Otte die Hadeler KO von 1542 folgendermaßen: „Zielpunkt für alle Regelungen war die Einzelgemeinde, nicht eine große Kirchenorganisation, die landesherrlich gesteuert wurde […] es war eine ‚Gemeindekirche‘, kaum eine ‚Landeskirche‘, für die hier Vorschriften erlassen wurden“ (ebd., S. 169).
  35. Nach Ende der militärischen Auseinandersetzungen mit Ebf. Christoph von Bremen (amt. 1511–1558) ging es bei der Visitation 1526 „zunächst wohl um die Feststellung der Schäden an den Kirchen“, Otte, Kirche und Konsistorium, S. 164. Vgl. auch Behne, Bauern, S. 80.
  36. Gerß, Magnus, S. 309; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 614.
  37. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 166. Zu Archidiakon Ludofl Klencke vgl. auch Behne, Bauern, S. 82 ff.
  38. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 172.
  39. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 168.
  40. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 5, S. 467. Sieh auch Otte, Kirche und Konsistorium, S. 168.
  41. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 170: „Damit war die Hadelner Kirche eindeutig lutherisch geworden.“
  42. Für eine vergleichende Betrachtung der Ausstattung der Kirchen im Land Hadeln vgl. Ellwardt, Kirchenausstattungen, S. 153 ff.
  43. Mithobius, Psalmodia, S. 376 ff. Vgl. dazu ausführlich Bunners, S. 25 ff.
  44. Ellwardt, Kirchenausstattungen, S. 153.
  45. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 977.
  46. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 1001.
  47. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 178 f.
  48. Otte, in: Behne, Otterndorf, S. 178.
  49. Cordes, Kirchengemeinden, S. 14 ff.; Otte, Kirche und Konsistorium, S. 179 f.
  50. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 180.
  51. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 23. Abschließend ist im Fragebogen vermerkt, „dass die Beantwortung der Fragen nur auf Grund von Umfragen bei den verschiedenen Gemeindegliedern möglich war, da der Stelleninhaber erst seit November 1945 in Otterndorf tätig ist“, ebd., Bl. 24.
  52. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 23v.
  53. LkAH, L 5g, Nr. 268 (Visitation 1950).
  54. LkAH, L 5g, Nr. 268 (Visitationen 1950 und 1963).
  55. KABl. 1976, S. 205.
  56. KABl. 1997, S. 139; KABl. 2009, S. 158 f.
  57. KABl. 2009, S. 158 f.; KABl. 2012, S. 301 f.
  58. KABl. 1932, S. 79.
  59. Hodenberg, Stader Copiar, S. 54.
  60. Weitere Mitglieder des Konsistoriums waren der Gräfe (vom Landesherrn entsandt) und drei Konsistorialassistenten (von den Ständen entsandt), vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 174.
  61. LkAH D 55a, Bestandsbeschreibung.
  62. KABl. 1976, S. 205; KABl. 2009, S. 158 f.
  63. KABl. 2012, S. 301 f.
  64. UB Hamburg II, Nr. 209; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 63.
  65. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 166.
  66. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 5, S. 473; Otte, Kirche und Konsistorium, S. 175.
  67. KABl. 1939, S. 115.
  68. Nach Hoffmann, S. 3, ist es „jedenfalls eher denkbar“, dass der Chor Ende des 15. Jh. erbaut wurde.
  69. Hoffmann, S. 3.
  70. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 270.
  71. Hoffmann, S. 3.
  72. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 274.
  73. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 276: „Der inschriftlich genannte Jürgen Krübeln ist nach den Ermittlungen Karl Storcks […] identisch mit dem Magdeburger Bildhauer Georg Kriebel, Meister der Taufe in der Thomaskirche in Leipzig.“ Vgl. hingegen Steiger, Gedächtnisorte II, S. 593, Anm. 1: „Es ist wenig wahrscheinlich, daß Jürgen Krübel identisch ist mit Georg Kriebel“. Zur Kanzel insgesamt vgl. ebd., S. 591 ff.
  74. Fesel, S. 21 ff.
  75. Bei Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 278, sind die Stifternamen verzeichnet und mit der Anmerkung versehen: „Die Stifternamen wurden im Jahr 1955 gelesen. Gelegentlich der Bestandsaufnahme i[m] J[ahr] 1933 waren mehr als die Hälfte gänzlich andere Stifter angegeben. Änderung wohl gelegentlich der Instandsetzung von 1936 durch E. Ebeling (Hannover).“
  76. Hoffmann, S. 8. Bei Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1081, als spätgotischer Schrank (um 1500) verzeichnet.
  77. Vgl. zum Folgenden: Bunners, S. 25 ff.
  78. Mithobius, Psalmodia, S. 62.
  79. Bei Meyer, Pastoren II, S. 258, als Inhaber der zweiten Pfarrstelle geführt, allerdings 1527 als „rechter Kirchherr“ bezeichnet, vgl. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 614.