Sprengel Stade, KK Cuxhaven-Hadeln | Patrozinium: Andreas1 | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich ist der Ort an der Oste erstmals im Jahr 1146 erwähnt.2 Geversdorf gehörte zum Erzstift Bremen, dem weltlichen Herrschaftsgebiet des Bremer Erzbischofs, besaß jedoch – wie auch die übrigen Kirchspiele in der Ostemarsch – bis Anfang des 16. Jh. eine gewisse Autonomie in inneren und äußeren Angelegenheiten (bäuerliche Kommune); Ebf. Christoph von Bremen (amt. 1511–1558) „bezwang 1512–1516 die Ostemarsch“.3 Geversdorf unterstand dem erzbischöflichen Amt Neuhaus an der Oste, dass sich um die 1435 wiedererrichtete Burg Neuhaus herausgebildet hatte. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) blieb das Gebiet der säkularisierten Hochstifte Bremen und Verden unter schwedischer Herrschaft (vereinigte Herzogtümer Bremen-Verden). Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) besetzte Dänemark 1712 die Hzm. Bremen und Verden und 1715 konnte das welfische Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) die beiden Territorien erwerben (1719 von Schweden gegen weitere Zahlung anerkannt). In französischer Zeit zählte Geversdorf im Jahr 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen (Departement der Elbe- und Wesermündung, Distrikt Stade, Kanton Neuhaus) und kam dann an das Kaiserreich Frankreich (Département des Bouches de l’Elbe, Arrondissement Stade, Kanton Neuhaus, 1811–1814). Ab 1815 zählte das Dorf, nun im Kgr. Hannover, erneut zum Amt Neuhaus. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel der Ort 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung kam Geversdorf 1885 zum Kr. Neuhaus an der Oste, der 1932 weitgehend im neuen Kr. Land Hadeln aufging, der wiederum 1977 zum neuen Lkr. Cuxhaven kam. 2016 schlossen sich Geversdorf und Cadenberge zur neuen Gemeinde Cadenberge zusammen, die Teil der Samtgemeinde Land Hadeln ist (Sitz in Otterndorf). Zur Sozialstruktur des Kirchspiels schrieb der Ortspfarrer 1960: „Neben den landwirtschaftlichen Betrieben der Bauern ist die Werft für kleine Küstenschiffe zu erwähnen, fünf Schiffseigner und einige kleine Gewerbetreibende (Handwerker, Kaufleute) wohnen im Ort.“4 Im Jahr 1823 lebten gut 380 Menschen in Geversdorf, 1910 fast 1.130, 1939 rund 880, 1953 gut 1.420 und 2015 knapp 730.

Kirche, Ansicht von Nordwesten, vor 1956

Kirche, Ansicht von Nordwesten, vor 1956

Kirchlich gehörte Geversdorf ursprünglich vielleicht zum Kirchspiel Lamstedt.5 Die St. Andreaskirche in Geversdorf, deren Anfänge möglicherweise ins 12. Jh. zurückreichen, ist vermutlich die älteste Kirche in der Ostemarsch. Urkundlich ist sie erstmals im Jahr 1233 belegt, als der Bremer Dompropst einen Sendgerichtstag in Geversthorpe ankündigte.6 Der Name eines Geistlichen ist zuerst aus dem Jahr 1322 überliefert: Everhard von Wildeshausen, Pfarrer in Geverstorpe; Everhard war gleichzeitig Domherr in Bremen und Stiftsherr an der Servatiuskirche in Maastricht.7 Mit der Gründung des eigenständigen Kirchspiels Belum (mit Kehdingbruch) verkleinerte sich das Gebiet der Parochie im 14. Jh. Die älteste erhaltene Glocke der Kirche stammt aus dem Jahr 1420. An der Kirche in Geversdorf bestand eine Vikarie, die Ebf. Heinrich II. von Bremen (amt. 1463–1496) gestiftet haben soll.8 Diese Vicaria ad altare b[eatae] Mariae Virg[inis] in parochiali ecclesia Geverstorp erhielt nach dem Tod von Jakob von Würden im Jahr 1520 Johannes Korn; die Pfarrpfründe hatte seinerzeit Conradus de Varle inne.9 Nach dessen Tod übernahm Korn 1527 das Pfarramt.10 Die Urkunde von 1520 nennt auch erstmals Juraten (Kirchenälteste) des Kirchspiels: Otto Schermer, Augustinus Gerdes, Markus Greve und Conradus Hüttendorff.
Details zur Einführung der Reformation in Geversdorf sind nicht bekannt. Bis hinein in die zweite Hälfte des 16. Jh. regierte mit Ebf. Christoph von Braunschweig-Lüneburg (amt. 1511–1558) ein Gegner der luth. Lehre das Hochstift Bremen.11 Sein Bruder und Nachfolger Ebf. Georg (amt. 1558–1566) duldete die neue Lehre und der Bremer Ebf. Heinrich III. (amt. 1567–1585) war schließlich Protestant; zur Einführung einer ev. Kirchenordnung im Erzstift Bremen kam es während seiner Amtszeit jedoch nicht. Letzter kath. und wohl schließlich auch erster ev. Besitzer der Pfarrpfründe in Geversdorf war P. Arnold Schmidt (amt. mindestens 1550–1562). Pratje schrieb in der zweiten Hälfte des 18. Jh. über ihn: P. Schmidt „war anfangs noch katholisch, und drängete seine Vicarios, wenn sie das Evangelium rein und lauter predigten, ungemein. Er scheint aber die Wahrheit des Evangelii zuletzt selbst erkant und gelehrt zu haben. Und also ist unter ihm, durch den Dienst der Vicarien, die Reformation, nach und nach, und in aller Stille, vor sich gegangen.“12 Zu diesen Vikaren zählte wohl Eilert Segebade (amt. um 1550).13

Kirche, Ansicht von Nordwesten, um 1950

Kirche, Ansicht von Nordwesten, um 1950

In den Unterlagen zur Kirchenvisitation 1581 ist bei Geversdorf vermerkt, die „Kirchschworen haben einen Schulmeister angenommen, dem sie jährlich 9 Thaler geben“.14 Die Notiz: „Küster muß auch Organiste seyn, oder einen halten“ ist der erste Hinweis auf die Existenz einer Orgel.15 1588 war der Schulmeister für die Orgel zuständig.16 Mit der Abspaltung des Kirchspiels Neuhaus im Jahr 1667 verkleinerte sich das Gebiet des Kirchspiels Geversdorf erneut. Eine Beschreibung der Kirche ist aus dem Jahr 1791 überliefert: Das Gebäude setzte sich zusammen aus Kirchenschiff und Chor sowie einem Brauthaus, das an den Chor angebaut war. Das Gebäude sei sehr alt, baufällig und „für die hiesige Gemeine mehr als zu groß“.17 Einen Glockenturm besaß die Kirche „seit vielen Jahren nicht“; im Osten des Kirchhofs stand ein hölzerner Glockenstuhl.18
In der ersten Hälfte des 19. Jh. ließ der zweite Prediger Geversdorfs, P. Friedrich Carl Rolffs (amt. 1809–1828), einige Predigten drucken.19 Anfang der 1840er Jahre ließ die Gemeinde ihre alte Kirche abbrechen und nach Plänen des Stader Landbaumeisters Ernst Andreas Giesewell das bis heute erhaltene Kirchengebäude errichten. Im Jahr 1843 konnte die Gemeinde ihre neue Kirche einweihen. Die zweite Pfarrstelle blieb nach dem Weggang von P. Joachim Ernst Kerstens (amt. 1829–1843) unbesetzt.
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Johannes Hermann Georg Hüttmann (amt. 1934–1938) und P. Heinrich Borgwaldt (amt. 1939–1951) das Pfarramt in Geversdorf inne. Nach den Angaben im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“, gehörte P. Borgwaldt nicht der NSDAP an und hatte sich kirchenpolitisch der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft angeschlossen.20 Zum 1933 neu gewählten KV ist vermerkt, das 1938 fünf der sechs Mitglieder „ihr Amt ‚wegen Überhäufung mit Arbeiten anderer Art‘ niedergelegt“ hätten. P. Borgwaldt war seit 1940 im Kriegsdienst; Predigtgottesdienste fanden „mindestens jeden 2. Sonntag“ statt. Nach Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft übernahm P. Borgwaldt Anfang Mai 1947 wieder das Pfarramt.21

Kirche, Ansicht von Osten, 1935

Kirche, Ansicht von Osten, 1935

Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter stieg die Zahl der Gemeindeglieder von 975 im Jahr 1939 auf knapp 1.550 im Jahr 1948 an.22 1948 gründete sich ein Posaunenchor. In den Unterlagen zur Visitation 1954 schrieb der Ortspfarrer, im Kirchspiel sei eine „ungebrochene Haltung kirchlicher Uninteressiertheit“ vorherrschend.23 1960 heißt es: „Die Zeit des Dritten Reiches, in der die jetzt zur Familie gewordenen Ehen geschlossen wurden, wirkt sich weitgehend aus. Bis auf einige Familien, in denen das eine oder andere Glied bewußt als Christ zu leben bemüht ist, werden Tischgebet und Hausandacht nicht geübt.“24 Nach der Visitation 1966 beschrieb der Sup. des KK An der Oste den Posaunenchor und die Jugendgruppe der Gemeinde, die „eine besondere Verbindung mit der Hermannsburger Mission geknüpft“ habe als „Leuchtzeichen über dunklem Land“.25 Die Zahl der Gemeindeglieder lag 1978 bei gut 1.060 (Bevölkerungszahl: 1.150).26 Vom 1. Januar 1974 bis 1. März 1988 war die KG Geversdorf pfarramtlich mit Belum verbunden.27 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche knüpfte die KG Geversdorf Kontakte zur Kirchgemeinde Cämmerswalde im Erzgebirge.28 Nach dem Ende der langen Amtszeit von P. Hansjoachim Reinecke (amt. 1958–1987) führte die Gemeinde einen 14-tägigen Gottesdienstrhythmus ein.29 Zusammen mit Belum, Neuhaus (Oste) und Oberndorf lud Geversdorf seit Ende der 1980er Jahre monatlich zu Regionalgottesdiensten ein. Die Pfarrstelle der Gemeinde wandelte das LKA Hannover zum 1. Februar 1992 in eine halbe Stelle um.30
Zum 1. November 2000 wurde die Pfarrstelle Geversdorf aufgehoben und die KG mit den bereits pfarramtlich verbundenen Gemeinden St. Nicolai in Cadenberge und St. Jürgen in Kehdingbruch verbunden.31 Diese Verbindung bestand bis Ende Juni 2009 und wurde zum 1. Juli 2009 vom Pfarrverbund Belum-Geversdorf-Neuhaus (Oste) abgelöst.32 Seit Januar 2019 gehört die KG Geversdorf zur Gesamtkirchengemeinde Am Dobrock; sie besteht weiter als Ortskirchengemeinde.33 Zusammen mit den Gemeinden Cadenberge, Kehdingbruch, Oberndorf, Belum, Neuhaus (Oste), Bülkau, Oppeln, Ihlienworth, Steinau, Odisheim, Otterndorf, Osterbruch, Neuenkirchen (Land Hadeln), Wanna und Nordleda gehört Geversdorf seit Januar 2023 zum verbundenen Pfarramt Region Mitte im KK Cuxhaven-Hadeln, das insgesamt sieben Pfarrstellen umfasst.

Pfarrstellen

I: vorref., zum 1. November 2000 aufgehoben.34 – II: 1757 (vorher Vikariat). 1843 vakant und aufgehoben.

Umfang

Geversdorf sowie Altendecken, Dingwörden, Itzwörden, Laak, Mannhausen, Neuendeich, Neuenschleuse, Neuenseebogen, Ostedeich, Portshemm, Schnook, Wetterdeich und Wiese. Bis 1667 auch das Gebiet des Kirchspiels Neuhaus (Oste). Bis zum 14. Jh. auch die Gebiete der Kirchspiele Belum und Kehdingbruch.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Bremer Dompropsts.35 – Seit 1651 Präpositur Neuhaus (Neuhausische Präpositur, wechselnde Suptur.-Sitze, in Geversdorf 1651–1664, 1727–1759). Bei Neuordnung der Superintendenturen in den Hzm. Bremen und Verden im Jahr 1827 zur Insp. Neuhaus (1924: KK), Sitz 1844 bis 1875 in Geversdorf, danach in Neuhaus.36 KK Neuhaus an der Oste nach Vergrößerung zum 1. Oktober 1937 umbenannte in KK An der Oste (Sitz in Cadenberge).37 Zum 1. Januar 1977 fusionierten der KK An der Oste und der KK Land Hadeln zum neuen KK Land Hadeln.38 Seit 1. Januar 2013 KK Cuxhaven-Hadeln.39

Patronat

Der Bremer Dompropst.40 Nach Aufhebung des Domstifts Gf. von Königsmarck, seit 1681 (Reduction der schwedischen Krongüter) der Landesherr (bis 1871). Das Patronat über das Vikariat bzw. die zweite Pfarrstelle besaßen Pfarrer und Gemeinde gemeinsam.41

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, vor 1956

Kirche, Blick zum Altar, vor 1956

Fünfachsiger, klassizistischer Rechteckbau, errichtet 1842/43 (Entwurf: Landbaumeister Ernst Andreas Giesewell, Stade). Satteldach, nach Osten abgewalmt. Backsteinmauerwerk. An den Längsseiten hohe, rundbogige Sprossenfenster, Haupteingang nach Westen, Inschrift: „Pred. Sal. Cap 4 v 17. Bewahre deinen Fuss wenn du zum Hause Gottes gehst, und komme, dass du hörest. 1842“; Nebeneingang nach Osten, darüber Inschriftentafel: „1. Moses Cap. 28 v. 17. Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anders denn Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. 1842“. Im Innern flache Decken mit seitlichen Vouten; umlaufende Empore auf schlanken Säulen (Gusseisen), Kanzelaltarwand, links und rechts im Altarraum geschlossene Priechen. 1964–66 Renovierung.

Grablege

Gruft der Familie von Bremer (Gut Mannhausen). Pastorengräber. Letzte Beerdigung in der Kirche Ende des 18. Jh.

Vorgängerbau

Die alte Kirche war nach Angaben im CB von 1791 insgesamt 133 Fuß lang und bestand aus Schiff (32 Fuß breit), Chor (24 Fuß breit) und Brauthaus (an den Chor angebaut, Chor dort 45,5 Fuß breit).42 Ein Glockenstuhl, 19 Fuß hoch, stand im Osten des Kirchhofs, „18 Schritte von der nächsten Ecke der Kirche abgesondert“, einen Glockenturm besaß die Kirche „seit vielen Jahren nicht“.43 Ein Uhrwerk stand auf dem Kirchenboden.

Turm

Über dem Westgiebel vierseitiger, verschieferter Dachreiter, risalitartig leicht aus der Westfassade hervortretend. Turmhelm mit vierseitigem Ansatz und achteckig ausgezogener Spitze, bekrönt mit Kugel, Wetterfahne und Kreuz. Rundbogige Schallfenster nach Norden, Süden und Westen, darüber Uhrziffernblätter; nach Osten Auslegestuhl mit zwei Uhrschlagglocken. 1906 nach Blitzeinschlag neuer Turmhelm erbaut (vorher flaches Turmdach).

Taufkessel, vor 1956

Taufkessel, vor 1956

Ausstattung

Klassizistische, hölzerne Kanzelaltarwand (1842), farbig gefasst, Pilastergliederung, polygonaler Kanzelkorb mit Schalldeckel, unterhalb des Kanzelkorbs Abendmahlsgemälde (Öl auf Leinwand, mach Leonardo da Vinci), vor der Altarwand kastenförmiger Altar mit seitlichen Schranken; Türen rechts und links des Altars. – Bronzetaufkessel auf drei Trägerfiguren (1505, Meister Hinrich Kock, Hamburg), moderner Deckel (1966, Firma Bolze, Bremen); an der Beckenwandung mehrere Relieffiguren: Kreuzigungsszene, Petrus, Stephanus, Andreas, Jakobus der Ältere, Inschriften: „fons kristi bin ick gehe nant hinrick kock mi gehe ghoten hat got gheve deir sele rat“ und „in dem jar unsrs heren do me schreft m ccccc unde v“; auf dem Deckel Taube und mehrere Reliefs. – Kirchenlade (wohl 18. Jh.), Holztruhe mit Eisenbeschlägen, gemaltes Medaillon mit Figur des hl. Andreas, darüber Inschrift „S. Andreas“. – Außen: Grabstein für Johann Abbenseth und seine Ehefrau Catharina († 1693), Relief mit Kruzifix und den knienden Figuren des Ehepaars und ihrer beiden Kinder. – Außen: Grabstein (18. Jh.) für Johann Stuhr und seine Frau Marie, geb. Heinsohns, Sterbejahre und Zahl der Kinder noch nicht eingemeißelt, über der Inschrift ein Wappen. – Außen: Grabsäule (Ende 18. Jh.) für Johann Thumann († 1794), und seine Ehefrau Margarethe, geb. Abbensee († 1797).

Orgel

1581 Organist erwähnt („Küster muß auch Organiste seyn, oder einen halten“).44 1664 Orgelreparatur, Berendt Hus, Orgel besaß Manual, Rückpositiv und Pedal. 1791 war die vorhandene Orgel „zwar schon alt“, könne aber „jährlich durch kleine Reparationen noch lange erhalten werden“.45 Instrument mit der alten Kirche abgebrochen. 1843/44 Orgelneubau, ausgeführt von Ph. Furtwängler (Elze), 22 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 5).46 1907 Überholung und Änderung der Disposition, P. Furtwängler & Hammer (Hannover). 1973–75 Restaurierung, ausgeführt von Firma Alfred Führer (Wilhelmshaven), Orgelbaumeister Fritz Schild, ursprüngliche Disposition wiederhergestellt. 2006 Restaurierung, Bartelt Immer (Norden). Denkmalorgel.

Läuteglocke I: fis’ (Bronze, Gj. 1732, Caspar König Danzig, Cadenberge)

Läuteglocke I: fis’ (Bronze, Gj. 1732, Caspar König Danzig, Cadenberge)

Geläut

Zwei LG, I: fis’ (Bronze, Gj. 1732, Caspar König Danzig, Cadenberge), Inschriften: „Soli Deo gloria“ (Allein Gott die Ehre), „MDCCXXXII haben die adelichen Gohtsherren vnd Interessenten des Kirchspiels Gewerstorf mier vmbgiessen lassen“, „Casparvs König Dantiscanvs me fecit Cadenbergi“ und „Herr Engelbert Johann von Bardenfleht Königl. Grosbritannischer Regierungsraht Erbherr zv Geversdorhf vnd Rechbe, Herr Capitain Bvrchard von Brock Erbherr zv Valtendorff vnd Hevhoff, Herr Joachim Hinirch Katte, Ernherr zv Niendieck vnd Poltzhem“, Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen; II: g’ (Bronze, Gj. 1420, wohl Heinricus), Inschrift: „anno d[omi]ni m cccc xx o rex glorie christi veni cum pace“ (O König der Ehren, Christus komm mit Frieden), Bilder: Hakenkreuz (Gießerzeichen) und Dreiecksschild mit Andreaskreuz. – Zwei SG, I: d’’ (Bronze, Gj. 1899), ohne Inschrift; II: fis’’ (Bronze, Gj. 1899), Inschrift: „1899“, beide SG im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen. – Früherer Bestand: Eine große LG (Bronze), umgegossen zu jetziger LG I. Eine „Biegelglocke“, 1791/1802 noch vorhanden.47

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus mit Konfirmandensaal (Bj. 1961/62).

Friedhof

Alter kirchlicher Friedhof rund um die Kirche (geschlossen). 1924 Eröffnung des neuen kirchlichen Friedhofs am nordwestlichen Dorfrand, FKap (Bj. 1971).

Liste der Pastoren (bis 1940)
Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1966

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1966

Erste Pfarrstelle: Vor 1550–1562 Arnold (Arent) Schmidt. – 1563–1565 Peter Schlichting. – 1566–1571 Nikolaus Varenholt. – 1572–1583 Statius Bär (Ursinus). – 1583–1615 Magister Matthaeus Ratichius. – 1615–1618 Heinrich Ratichius. – 1618–1653 Jürgen (Georg) Schwarz (Nigrinus). – 1653–1664 Magister Samuel Schermer. – 1665–1694 Christoph Bilderbeck. – 1694–1726 Nikolaus Christoph Thiele. – 1727–1759 Barthold Holtmann. – 1760–1795 Wilhelm Wöllmer. – 1795–1815 Hinrich Sparnecht. – 1817–1842 Peter Christoph Krull. – 1843–1862 Georg Friedrich Mestwerdt. – 1862–1869 Cord Mühlenstedt. – 1870–1888 Karl Hermann Leyding. – 1889–1901 Otto Victor Lübs. – 1902–1912 Johann Karl Ludwig Weisel. – 1912–1925 Theodor Reinhard Secho. – 1925–1932 Wilhelm August Friedrich Theodor Dieckmann. – 1934–1938 Johannes Hermann Georg Hüttmann. – 1939–1951 Heinrich Borgwaldt.
Zweite Pfarrstelle (Vikariat): 1550–15.. Eilert Segebade. – 1559–15.. Wilhelm Wöllmer. – 1562–1566 Nikolaus Varenholt. – 1566–1583 Hinrich Hintze. – 1583–1614 Joachim Jowerds. – 1615–1618 Jürgen Schwarz (Nigrinus). – 1618–1628 Joachim Hartmann. – 1629–1679 Johann Merenberg. – 1681–1700 Nikolaus Bruns. – 1701–1728 Georg Friedrich Michaelis. – 1729–1760 Bernhard Gottfried Mumme. – 1760–1786 Johann Wilhelm Schluer. – 1787–1795 Hinrich Sparnecht. – 1795–1808 Johann Heinrich Mattfeld. – 1809–1825 Friedrich Karl Dietrich Rolffs. – 1829–1843 Joachim Ernst Kerstens.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 311–312

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 2 Nr. 548–562 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 663 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 2672–2678 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 148Digitalisat (CB); A 9 Nr. 2560Digitalisat, 2561Digitalisat, 2562Digitalisat, 2639Digitalisat (Visitationen); B 18 Nr. 264 (Orgelsachverständiger); D 55b (EphA An der Oste); L 5g, Nr. 177, 888 (LSuptur. Stade); S 2 Witt Nr. 02 (Fotosammlung); S 09 rep Nr. 1095 (Presseausschnittsammlung); S 11a, Nr. 8090 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1656
Trauungen: ab 1656
Begräbnisse: ab 1656
Kommunikanten: ab 1837 (Zahlenregister: 1728–1836)
Konfirmationen: ab 1779

Literatur & Links

A: Gemeindebuch KK An der Oste, S. 10–11; Badenius, Kirchenvisitation, S. 63–65; Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 193–195; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 494; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 131–135; Meyer, Pastoren I, S. 311–312; Pratje, Abhandlungen II, S. 155–156 (= Extractus Protocolli Visitationis über einige Domprobsteiliche Kirchen von 1581 1582 1583, S. 143–184); Pratje, Abhandlungen IV, S. 234–264 (= Johann Hinrich Pratje: Nachricht von dem Amte und der Probstey Neuhaus Herzogtums Bremen; insonderheit von den Kirchen daselbst und von den Predigern, die seit der Reformation an denselben gestanden, Teil 1 in: Pratje, Abhandlungen IV, S. 217–328, Teil 2 in: Pratje, Abhandlungen V, S. 119–256); Schild, Denkmal-Orgeln, S. 394–422; Wolters, Kirchenvisitation 1588, S. 92–95.
B: Dorothee Fetz: Die Geversdorfer Kirchenbücher wurden lesbar gemacht, in: Mitteilungen der Kranichhaus-Gesellschaft Otterndorf e. V. 21 (2020), S. 16–18; Uwe Pape: Die Furtwängler-Orgeln in Geversdorf und Altenhagen (= Monographien historischer Orgeln 1), Berlin 1978; Helmut Winter: Zur Restaurierung frühromantischer Orgeln unter besonderer Berücksichtigung der Furtwängler-Orgeln in Altenhagen und Geversdorf, in: Uwe Pape (Hg.): Frühromantischer Orgelbau in Niedersachsen, Bericht über die Fachtagung, Hildesheim, 16.-18. September 1976, Berlin 1977, S. 41–59.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Kirchhof, Kirchwurt; Nomine (Norddeutsche Orgelmusikkultur in Niedersachsen und Europa): Orgel.

Weitere Bilder

 


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 39.
  2. Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 194 (ohne Beleg).
  3. Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 205 ff. (Zitat: S. 217).
  4. LkAH, L 5g, Nr. 177 (Visitation 1960).
  5. Hofmeister, Besiedlung I, S. 159.
  6. Behrens, Urkunde, S. 77.
  7. Regesten Ebf. Bremen, II,1, Nr. 199 und Nr. 203.
  8. Pratje, Abhandlungen IV, S. 238. Pratje nennt ebd. als Stiftungsjahr 1498. Siehe auch Pratje, Abhandlungen II, S. 155 f.
  9. Pratje, Abhandlungen IV, S. 254 ff. (Urkunde 1). NLA ST Dep. 10 Urk Nr. 29.
  10. Pratje, Abhandlungen IV, S. 256 f. (Urkunde 2).
  11. Zu Ebf. Christoph, gleichzeitig Bf. von Verden, vgl. den Beitrag von Matthias Nistal in Dannenberg/Otte, Reformation, S. 39 ff. Zur Reformation in Bremen und Verden insgesamt vgl. die Beiträge in Dannenberg/Otte, Reformation und Wolters, Reformationsjahrhundert, S. 50 ff.
  12. Pratje, Abhandlungen IV, S. 239.
  13. Pratje, Abhandlungen IV, S. 248.
  14. Pratje, Abhandlungen II, S. 156.
  15. Pratje, Abhandlungen II, S. 156.
  16. Wolters, Kirchenvisitation 1588, S. 93; Badenius, Kirchenvisitation, S. 64.
  17. LkAH, A 8, Nr. 148, Bl. 59 (Digitalisat, S. 65).
  18. LkAH, A 8, Nr. 148, Bl. 60 (Digitalisat, S. 66).
  19. Zwei Predigten, auf besonderes Verlangen gehalten und dem Drucke übergeben, Braunschweig 1820; Predigten und Reden bei besonders feierlichen und rührenden Veranlassungen gehalten, nebst Denksprüchen für Confirmanden, Hannover 1827.
  20. Dies und das Folgende: LkAH, S 1 H III, Nr. 811, Bl. 10e. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  21. LkAH, L 5g, Nr. 177 (Visitation 1948).
  22. LkAH, S 1 H III, Nr. 811, Bl. 10e; LkAH, L 5g, Nr. 177 (Visitation 1948).
  23. LkAH, L 5g, Nr. 177 (Visitation 1954).
  24. LkAH, L 5g, Nr. 177 (Visitation 1960).
  25. LkAH, L 5g, Nr. 177 (Visitation 1966).
  26. LkAH, L 5g, Nr. 177 (Visitation 1978).
  27. KABl. 1974, S. 30; KABl. 1988, S. 16.
  28. LkAH, L 5g, unverz., Geversdorf, Visitation 1993. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  29. LkAH, L 5g, unverz., Geversdorf, Visitation 1993.
  30. KABl. 1991, S. 183.
  31. KABl. 2000, S. 207.
  32. KABl. 2009, S. 158 f.
  33. KABl. 2018, S. 128 ff.
  34. KABl. 2000, S. 207.
  35. Hodenberg, Stader Copiar, S. 21 und S. 24.
  36. LkAH D 55b, Bestandsbeschreibung.
  37. KABl. 1937, S. 165 f.
  38. KABl. 1976, S. 205.
  39. KABl. 2012, S. 301 f.
  40. Hodenberg, Stader Copiar, S. 79.
  41. Pratje, Abhandlungen IV, S. 238 und S. 263 f.
  42. LkAH, A 8, Nr. 148, Bl. 59 (Digitalisat, S. 65).
  43. LkAH, A 8, Nr. 148, Bl. 60 (Digitalisat, S. 66).
  44. Pratje, Abhandlungen II, S. 156.
  45. LkAH, A 8, Nr. 148, Bl. 59 (Digitalisat, S. 65).
  46. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 80; Pape, S. 1 ff.
  47. LkAH, A 8, Nr. 148, Bl. 60 (Digitalisat, S. 66).