Sprengel Stade, KK Cuxhaven-Hadeln | Patrozinium: Willehad1 | KO: Hadeler KO von 1542

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich ist der Ort im Land Hadeln erstmals im Jahr 1185 als Elingewehr nachgewiesen.2 Ihlienworth ist vermutlich die älteste Siedlung im Sietland und war der Hauptort der Fünf Kirchspiele.3 Das Kirchspiel gehörte zunächst vermutlich zur Gft. Stade. Wohl im frühen 13. Jh. kam die Landesherrschaft über Ihlienworth und die übrigen Kirchspiele im Land Hadeln an Hzg. Bernhard III. von Sachsen († 1212), möglicherweise als „Preis im Ausgleich zwischen Welfen und Askaniern“.4 Bei der Teilung des Hzm. Sachsen im Jahr 1296 fiel Hadeln an das Hzm. Sachsen-Lauenburg. Unbeschadet der sachsen-lauenburgischen Landesherrschaft konnte das Land Hadeln eine gewisse Autonomie in inneren und äußeren Angelegenheiten etablieren (Landesgemeinde, 1298: universi Hadelerie, um 1300: Sigillum terre hadelerie).5 Im 15. Jh. waren die Stadt Otterndorf und das Hochland an Hamburg verpfändet (1402/07–1481), das Sietland (Fünf Kirchspiele) an Bremen (1411–1482).6 Die drei Landesteile bestimmten später auch die Struktur der neuzeitlichen Ständeversammlung des Landes Hadeln.7 Im Mittelalter bestanden in Ihlienworth zwei Gerichtsbezirke (Emmelke- und Goeßel- bzw. Gösche-Gericht), aus denen die beiden Kirchspielgemeinden Wester-Ihlienworth und Oster-Ihlienworth hervorgingen. Als die askanische Linie Sachsen-Lauenburg 1689 mit Hzg. Julius Franz in männlicher Linie ausstarb, kam das Land Hadeln zunächst unter kaiserliche Verwaltung und 1731 an das Kfm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover). In französischer Zeit zählten die beiden Ihlienworth im Jahr 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen (Departement der Elbe- und Wesermündung, Distrikt Stade, Kanton Neuenkirchen) und dann zum Kaiserreich Frankreich (Département des Bouches de l’Elbe, Arrondissement Stade, Kanton Otterndorf, 1811–1814). Oster- und Wester-Ihlienworth, seit 1815 Teil des neuen Kgr. Hannover, gehörten ab 1819 zur Landschaft Hadeln und waren ab 1852 Teil des neuen Amtes Otterndorf. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fielen die beiden Kirchspiele 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung kamen sie 1885 zum Kr. Hadeln (1932 Kr. Land Hadeln, 1977 Lkr. Cuxhaven). 1937/38 schlossen sich Oster- und Wester-Ihlienworth zur Gemeinde Ihlienworth zusammen.8 Ab 1970 gehörte Ihlienworth zur Samtgemeinde Sietland, seit 2016 zur Samtgemeinde Land Hadeln. Zur Sozialstruktur der KG Ihlienworth schrieb der Ortspfarrer 1967 knapp: „Vorwiegend Landbevölkerung und Geschäftsleute“.9 Um 1823 lebten gut 1.350 Menschen in Ihlienworth, 1858 knapp 1.930, 1939 etwa 1.685, 1946 fast 3.050 und 2008 knapp 1.650.

Kirche, Ansicht von Nordosten, vor 1956

Kirche, Ansicht von Nordosten, vor 1956

Die St. Wilhadi-Kirche in Ihlienworth gilt als die älteste Kirche im Marschgebiet des Landes Hadeln (Sietland).10 Das bis heute erhaltene romanische Kirchengebäude, das möglicherweise einen hölzernen Vorgänger hatte, stammt aus dem frühen 13. Jh. Urkundlich ist die Kirche erst 1230 belegt.11 Aus der Mitte des 14. Jh. ist der Name eines Geistlichen überliefert: 1346 war Jakob rector ecclesie in Hilghenwrt; gleichzeitig war er Offizial des Bremer Dompropsts und Inhaber der Willhadi-Kapelle in Bremen.12 Weitere Namen finden sich in Quellen des 15. Jh.: Im Januar 1421 hatte Johannes Luttekenhenneken das Pfarramt Ilingwurd inne.13 Er verstarb spätestens Anfang Februar 1422 und um seine Nachfolge bemühte sich Conradus Sutoris alias Swerting.14 1428 bat der Kleriker Johannes Brummezette um die Pfarrpfründe in Illinggewurden, die der bereits genannte Priester Conradus Swartyng seit sieben Jahren besetzt habe (per septennium occupat).15 Im Jahr 1470 war der Priester Marquardus Burming Vikar in der Pfarrkirche in Ilingwuet.16 Etwa aus dieser Zeit stammt das bis heute erhaltene Flügelretabel, dessen geschnitzte Reliefs u. a. Szenen aus dem Leben des Bremer Bf. Willehad (amt. 787–789) zeigen. Im Jahr 1522 starb der Pfarrer (kerckhere) Luder von Minden; in der Kirche in Odisheim hatte er 1522 für Allerseelen wohl eine Messe gestiftet („alle Chresten selen begengknisse“).17 In vorref. Zeit bestanden fünf Gilden oder Bruderschaften in Ihlienworth: Zum Heiligen Leichnam, Unser Lieben Frau, St. Peter, Aller Christen Seelen und Zum Heiligen Kreuz (alle belegt 1529).18

Turm, Ansicht von Nordwesten, vor 1956, Grafik

Turm, Ansicht von Nordwesten, vor 1956, Grafik

Die Reformation setzte im Land Hadeln bereits in den 1520er Jahren ein. Nach einer Chronik des frühen 17. Jh. kam der wandernde Prediger Gerhard 1521 nach Otterndorf und verbreitete die Lehren Luthers.19 Eine erste luth. Kirchenordnung hat das Land Hadeln möglicherweise schon 1526 erhalten, die bis heute gültige Hadeler KO trat um 1542 in Kraft.20 Angeblich ebenfalls 1526 ordnete Hzg. Magnus I. von Sachsen-Lauenburg († 1543) eine Visitation der Kirchspiele im Land Hadeln an; eine weitere folgte 1529.21 Einzelheiten zur Entwicklung in Ihlienworth sind nicht bekannt. Als erster luth. Geistlicher an St. Wilhadi gilt P. Jochim Busse (amt. 1527–15..).22 Ebenso wie die übrigen Kirchspiele im Land Hadeln kaufte die Gemeinde Ihlienworth wohl in der zweiten Hälfte der 1530er Jahre dem Archidiakon von Hadeln und Wursten das Patronatsrecht über ihre Kirche ab.23 Die Kirchenordnung von 1542 sah neben den Pfarrern auch Prädikanten vor; für diese Inhaber der zweiten oder dritten Pfarrstellen in den Hadeler Kirchspielen etablierten sich die Bezeichnungen Archidiakon und Diakon. Sie wurden aus dem Vermögen vorref. Vikarien und Bruderschaften finanziert.24 In Ihlienworth bestanden neben dem Pastorat ein Archidiakonat (seit 1914 vakant, 1973 aufgehoben) und ein Diakonat (1812 aufgehoben). Die Einführung der Lauenburgischen KO im Land Hadeln wehrten Geistliche und Stände 1585 erfolgreich ab. Auf einer Synode in Otterndorf im Februar 1590 verabschiedeten die Pfarrer einen Consensus doctrinae, mit dem sie u. a. die Konkordienformel von 1577 als Bekenntnisschrift anerkannten.25 Für die jährliche Synode der Geistlichen des Landes Hadeln, die in Otterndorf stattfand, wurde der mittelalterliche Begriff Kaland übernommen.

Kirche, Blick zum Altar, vor 1956

Kirche, Blick zum Altar, vor 1956

Im Jahr 1598 wurde in Ihlienworth eine Schule gegründet.26 Mit der Anschaffung einer neuen Kanzel (1668/70), dem Bau der Westempore (1699) und der Nordempore (1705) erfuhr der Innenraum der St.-Wilhadi-Kirche eine wesentliche Umgestaltung; um 1730 kam die Orgelempore am Ostende der Nordempore hinzu. Unter den Ihlienworther Geistlichen lässt sich seit dem 17. Jh. häufig ein Aufrücken beobachten: Ein erstes Beispiel ist P. Johann Bitterhof, der 1629 das Diakonat übernahm, 1654 das Archidiakonat und 1665 das Pastorat, das er bis zu seinem Tod 1667 innehatte. Durch dieses Aufrücken kam es mitunter zu sehr langen Amtszeiten, etwa bei P. Nikolaus Georg Werenberg (amt. 1692–1743) oder P. Heinrich Theodor Victor Woltmann (amt. 1841–1894). Im Jahr 1895 beabsichtigte die KG Ihlienworth, die kirchliche Armenpflege an die beiden politischen Gemeinden Oster- und Wester-Ihlienworth zu übergeben.27 Zwei Jahre später stellte sie allerdings eine neue Ordnung für die Armenpflege auf.28
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Hugo Hoyer (amt. 1928–1937) und P. Helmut Reverey (amt. 1938–1949) das Pfarramt Ihlienworth inne. P. Hoyer war 1931/32 der erste Kreisleiter der NSDAP in Hadeln und später Schulungsleiter; kirchenpolitisch schloss er sich 1933 den DC an.29 P. Revery gehörte laut den Angaben im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft an.30 Zum 1933 neu gewählten KV (Kirchenprovisoren-Kollegium) ist im Fragebogen vermerkt, er sei „halb politisch, halb kirchlich“ zusammengesetzt gewesen.31 Über den sonntäglichen Gottesdienst heißt es: „Solange Pastor Hoyer Mitglied der D. C. war hat jeder Gottesdienst die Tendenz der DC gehabt und wurden die Predigten stark im Sinne der NSDAP gefärbt.“32 Ähnlich hatte der Sup. des Landes Hadeln nach der Visitation 1936 geurteilt: „Der ganzen Predigt scheint eine theologische Anschauung zu grunde zu liegen, welche mit dem kirchlichen Verständnis des neutestamentlichen Evangeliums nicht völlig übereinstimmt“.33 1937 wechselte P. Hoyer nach Mecklenburg.

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1983

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1983

Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder von 1.790 im Jahr 1939 auf etwa 3.000 im Jahr 1951 an.34 Mit dem Ostgeistlichen P. Max Bunkus (amt. 1945–1946) war kurzzeitig wieder ein zweiter Pastor in Ihlienworth tätig. In der Nachkriegszeit richtete die KG Ihlienworth eine kirchliche Gemeindeschwesternstation ein (vor 1961 aufgegeben).35 Im Jahr 1958 gründete sich ein Posaunenchor, der 1961 „ausschließlich aus Jugendlichen“ bestand.36 1974 ließ die Gemeinde ein Gemeindehaus bauen, 1982 wählte sie erstmals eine Frau in den KV. Nach der Visitation 1985 hielt der Sup. des KK Land Hadeln fest, die Gemeinde Ihlienworth habe die ersten Schritte „weg von der Betreuungskirche hin zur Beteiligungskirche“ getan.37
Zum 1. Juni 2003 wandelte das LKA Hannover die Pfarrstelle Ihlienworth in eine Dreiviertelstelle um.38 Unter gleichzeitiger Aufstockung auf eine ganze Stelle war das Pfarramt Ihlienworth ab 2008 auf für die pfarramtlich verbundenen Nachbargemeinden Steinau und Odisheim zuständig.39 Eine weitere Neuordnung folgte zum 1. Januar 2023: Seither gehört die KG Ihlienworth zusammen mit den Gemeinden Cadenberge, Geversdorf, Oberndorf, Belum, Neuhaus (Oste), Bülkau, Oppeln, Osterbruch, Steinau, Odisheim, Kehdingbruch, Otterndorf, Neuenkirchen (Land Hadeln), Wanna und Nordleda zum verbundenen Pfarramt Region Mitte im KK Cuxhaven-Hadeln, das insgesamt sieben Pfarrstellen umfasst.

Pfarrstellen

I: vorref., 2003 in eine Dreiviertelstelle umgewandelt.40 – II: Archidiakonat (St. Marien-Lehn), seit 1914 vakant, 1973 mit I vereinigt.41 – III: Diakonat (St. Crucis-Lehn), 1812 aufgehoben.

Umfang

Ihlienworth mit Kleine Geest, Kuhlenfelde, Medemstade, Mislag und Siedenteil. Ursprünglich gehörten wohl auch Odisheim und Steinau zum Kirchspiel Ihlienworth.42 1933 wurden jene Teile der KG Neuenkirchen (Land Hadeln) nach Ihlienworth umgepfarrt, die 1930 aus der politischen Gemeinde Neuenkirchen in die politische Gemeinde Oster-Ihlienworth umgemeindet worden waren.43

Aufsichtsbezirk
Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1961

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1961

1230 Oboedientia Lamstedt der Erzdiözese Bremen, später mit großer Sicherheit Archidiakonat Hadeln und Wursten.44 – Bereits die erste Hadeler KO von 1526 sah die Wahl von Visitatoren (Superintendenten) vor, die das Aufsichtsamt über die Kirchspiele im Land Hadeln ausübten. Die Superintendenten gehörten dem mindestens seit 1620 bestehenden Konsistorium in Otterndorf an und wurden bis 1924 von den Pastoren des Landes Hadeln gewählt.45 Nach Aufhebung des Konsistoriums Otterndorf im Jahr 1885 Einrichtung der Insp. Land Hadeln (1924: KK), zunächst wechselnde Suptur.-Sitze, seit 1926 in Otterndorf; ab 1926 setzte die Kirchenleitung die Superintendenten ein.46 Zum 1. Januar 1977 fusionierten der KK Land Hadeln und der KK An der Oste zum neuen KK Land Hadeln, Sitz in Cadenberge, ab 2009 in Otterndorf.47 Seit 1. Januar 2013 KK Cuxhaven-Hadeln, Sitz in Otterndorf.48

Patronat

Seit der Reformation die Gemeinde. Nach der Hadeler KO wählten „de gemene edder volmechtige edder lehnherren [Juraten]“ mit Zustimmung der Visitatoren (Superintendenten) den neuen Pastor.49 Gemeindepatronat 1938 aufgehoben.50

Kirchenbau
Kirche, Querschnitt, Blick zum Altar; Grundriss, vor 1956

Kirche, Querschnitt, Blick zum Altar; Grundriss, vor 1956

Rechteckiger Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor, erbaut Anfang des 13. Jh. Satteldächer, über dem Chor abgewalmt. Feldstein- und Backsteinmauerwerk. Große rundbogige Fenster an Nord- und Südseite von Chor und Schiff, kleines Rundbogenfenster an Ostseite des Chors; rundbogige Eingänge nach Norden und Süden, Nebeneingang an Nordseite des Chors. Im Innern niedriger Triumphbogen zwischen Chor und Schiff, flache Balkendecken in Chor und Schiff, im Schiff in Längsrichtung Unterzug auf drei Stützen; in der Ostwand Sakramentsnische mit Holztür; Decke im Chor ornamental bemalt, Decke im Schiff kassettenartig aufgeteilt und mit Wappen sowie ornamental bemalt (1904 erneuert von Reinhold Ebeling, Hannover; Balkeninschrift: „Im Jahre 1904 ist die alte Bretterdecke durch eine neue ersetzt und nach den alten Mustern neu bemalt. Reinh. Ebeling, Kirchenmaler Hannover); Westempore und Nordempore, Brüstungen jeweils mit Gemäldezyklus; Inschriften an Westempore: „Die Landschöffen Claus Pasche, Marx Kröhmer, Peter Rohde, Claus Wolber, Hinrich Wichmann. Jura[t] Christoffer Rohde. Jurat Johan Timm. Levi[t] Hinrich Wiegbold. Levi[t] Johan Lange.“, „Anno 1699 die provisores gewesen H[err] Henricus Drebolt, p[ro] t[empore] Past[or], H[err] Christianus Ölbers p[ro] t[empore] Arch[idiakon]. H[err] Niclaus Georg Wehrenburg p[ro] t[empore] Diac[on]. H[err] Claus Wiehbolt p[ro] t[empore] Schulth[eiß]. H[err] Johan Alrich p[ro] t[empore] Schulth[eiß]. Hinricus Wagener Praceptor. Johannes Nyebuer Aedituus“ und „Zur Ehre Gottes wie auch dieser Kirchen zum Zierath haben vorbemelte herrn Provisoren diesen Lector bauen und anlegen lassen. Diederich Joh. Bohn fecit“; Inschriften an der Nordempore u. a.: „Anno 1704 ist dieser Leckter gebauet und sind Prediger und Provisores gewesen wie folget: Die Juraten Johan Peters, Carsten Koppff, die Leviten Peter Woltman̄, Lorentz Köster. Die Landschöpffen Claus Pasche, Marx Krömer, Peter Rohde, Hinrich Köster, Christian Kopff Die He[rre]n Schuldheissen Her Claus Wichbold, Her Johan Timm, Henric. Wagener Preceptor. Johannes Niebuhr Aedituus. Her Nicolaus Georgi Wehrenberg, Pastor. Her Henricus Grantz, Archidiaconus. Her Johannes Henricus Badenius, Diaconus“, „Der Tischler Wilchen Dieck, der ZimmerMeister ist gewesen Peter Witt. Anno 1705 hat Georg Pipping, von Altenbruch, diesen Lecter vermahlet. Nicht uns Herr nicht uns sondern deinen Nahmen gib Ehre“, „Anno 1785 sind in hiesiger Kirche 7 neue Fenster gekom̄en darunter 4 vergrössert worden und sind dazu aus freÿen Will[le]n von den 3 H[erre]n Prediger nebst den Schulman̄ und Erbzinsman Bohln und andern guthertzigen Leuten hergeschossen“, „Anno 1785 ist der Hahn und Zin̄-Apfel auf den Glocken-Thurm und die neue Uhr-Scheibe verguldet, desgleichen der Man̄s und FrauensLector renoviret, und sind die Kosten freÿwillig von dem Kirchspiel-Gericht zu Osten, und von den sämtlichen Juraten und Leviten zu westen und osten und andern guthertzigen Einwohnern dazu hergegeben.“ 1699 Westempore erbaut. 1704 Nordempore erbaut. 1785 Fenster verändert. 1877 und 1894 Reparaturen, u. a. wohl Westwand neu errichtet, vielleicht Walmdach über Chor errichtet (oder 1904/05?). 1904/05 Decke und Ausmalung erneuert bzw. neu angefertigt, Orgelempore im Nordosten entfernt. 1980er Jahre Innenrenovierung.

Turm

Im Westen freistehender Holzturm auf quadratischem Backsteinsockel, erbaut 1651, erneuert 1700. Verschieferter Turmhelm mit vierseitigem, geschwungenem Ansatz und achteckiger Spitze, bekrönt mit Kugel, zwei Kreuzen und Wetterhahn. Wände leicht nach innen geneigt, vertikale Verschalung. Im Glockengeschoss ein rechteckiges Schallfenster nach Norden, drei nach Süden; unterhalb der Traufe Uhrziffernblätter nach Norden, Süden und Westen; Eingang nach Süden. 1699 nach Blitzeinschlag ausgebrannt. 1700 erneuert. 1700 neues Uhrwerk. 1916 neues Uhrwerk (J. F. Weule, Bockenem). 1938/39 Dachreparatur. 1972/73 Neudeckung Dach. 1994 Turmsanierung.

Flügelaltar

Flügelaltar

Ausstattung

Schlichter Blockaltar mit seitlichen Kniebänken (1642, 1647) und hölzernem Flügelretabel mit flachen Reliefs (um 1470), farbig gefasst, im Schrein figurenreiche Kreuzigungsszene, flankiert von gekrönter Maria mit Kind (links) und Bf. Willehad (rechts); im linken Flügel vier Szenen aus dem Leben Marias (Verkündigung, Geburt Jesu, Anbetung der Könige, Darstellung im Tempel; im rechten Flügel vier Szenen aus dem Leben Willehads (Berufung, mit Ks. Karl dem Großen als Kirchengründer, Predigt, Tod); zwischen den Bildfeldern in Schrein und Flügeln Maßwerkpodeste mit 20 kleinen Heiligenfiguren; oberhalb des Mittelschreins Kielbogenfeld mit Abendmahlsrelief, flankiert von zwei Fialen, bekrönt mit Kreuzblume und Bischofsfigur; Rückseiten der Flügel ornamental bemalt; Predella ohne Gestaltung; Altar 1905 restauriert; linke Kniebank mit Inschrift: „Christoffer Rode Ivrate 1642“, rechte Kniebank mit Inschrift: „Bartelltt Blome Ivrate 1647“. – Hölzerne Kanzel mit Schalldeckel (1668, Jürgen Heitmann der Jüngere), farbig gefasst, vor den Ecken des polygonalen Kanzelkorbs gewundene Säulen, vor den Brüstungsfeldern Skulpturen Christi und der vier Evangelisten; Schalldeckel mit ornamentalem Schnitzwerk.51 – Balusterförmiger Taufstein (1717), Sandstein, achtseitiges Becken, Inschrift: „1717 d[en] 18. Aug[ust] hat Dirich Rüsche, G. [? C?] W. Jurat und Peter Öser G. [? C?] W. Lewit diesen Taufstein verehret“.52 – Lesepult (1928), Holz, farbig gefasst. – Karyatide (um 1630), vielleicht Tugendfigur (Glaube). – Gemäldezyklus an der Brüstung der Westempore (1699), Öl auf Holz, Philippus, Andreas, Petrus, Paulus, Thomas, Jakobus der Jüngere, Christus, Johannes, Matthias, Simon, Jakobus, Matthäus, Judas Thaddäus. – Gemäldezyklus an der Brüstung der Nordempore (1705, Georg Pipping, Altenbruch), Öl auf Holz, Szenen aus dem NT, jeweils mit Überschrift und Bibelspruch: Christi Empfängnis, Geburt, Verkündigungsengel, Beschneidung, Anbetung der Könige, Flucht nach Ägypten, Christus im Tempel, Taufe Christi, Verklärung, Abendmahl, Gethsemane, Judas’ Verrat, Christus vor Kaiphas, Christus vor Pilatus, Dornenkrönung, Geißelung, Ecce homo, Kreuztragung, Kreuzigung, Grablegung, Auferstehung, Gang nach Emmaus und Himmelfahrt. – Prieche im Chor (1665), Inschrift: „Anno 1665 im Iulio dies Stult nevw gebauet“. – Geschlossene Prieche im Chor (zweite Hälfte 17. Jh.). – Opferstock (17./18. Jh.), Holz mit Eisenbeschlägen. – Vitrine (20. Jh.), Inschrift: „Kriegsdenkmünzen verst[orbener] Veteranen des Kriegervereins f[ür] Ihlienworth u[nd] Umg[ebung]“. – Gedenktafel mit den Namen von im Ersten Weltkrieg getöteten Gemeindegliedern, Inschrift: „Es starben den Heldentod fürs Vaterland 1914–1918“. – Außen: Grabplatte mit Kreuzigungsrelief. – Außen: Grabplatte (1593). – Außen: Grabplatte für Wilcken Finck († 1666). – Außen: Grabplatte für Albinius Baltzer († 1688). – Außen: Grabplatte mit Kreuzigungsrelief, Wappen, Engelsköpfen (17. Jh.). – Außen: Grabplatte für Johann Bohln (1713–17..) und Gerdrud Catarina Bohln (1709–17..), Sterbejahre nicht eingemeißelt. – Ehemalige Ausstattung: Lesepult, Pyramidenstumpf auf Mittelstütze, Inschrift: „Gott zu Ehren vnd der Kirchen zvm Zieratht hat der I. R. Clavs Wolber vnd der L. V. Peter Witt diesen Pvll vorehret Anno 1706 dem 8. April. Psalm 149. Singet dem Herrn […] Barthold Peut p[ro] t[empore] Cantor“. – Inschriftentafel: „Anno 1651 Jahr isz der Klockthurm vonn Grundt auff gantz Newe gebawet und sinf zu dero Zeit Prediger gewesen die Erwürdigen und wohlgelahrten Herren H. Laurentius Wisichius, H. Peter Schleyer und H. Johan Bitteroh und sind Schultzen gewesen Johann Meyer tho Westen Alrich Dann [?] tho Osten und ist Bavwher gewesen Moritz Renne der Koster Diderichs Hincke, der Schulmeister Johannes Wobber, de Landschepen tho westen Johan Oser Clas Jordan und Claes Wilken, de Landschepen tho Osten als Johan Goes und Hinrich Schomaker, die Kirchschworen Moritz Renne und Johan Tim desen [?] en Hab en [?] König Johan Koster.“

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1961

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1961

Orgel

Um 1730 Orgelneubau, Instrument aufgestellt auf einer Empore vor dem Triumphbogen. 1905 neues Orgelwerk, erbaut von P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 12 II/P, pneumatische Traktur, Kegelladen (Opus 525), Orgel aufgestellt auf der Westempore; Prospekt von 1734 erhalten.53 1968/69 Neubau des Orgelwerks, ausgeführt von Alfred Führer (Wilhelmshaven), 10 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Prospekt von 1734 beibehalten, farbig gefasst, bekrönt mit Posaunenengel, zwei weitere Engelsfiguren im seitlichen Schnitzwerk.

Geläut

Zwei LG, I: e’ (Bronze, Gj. 1700, Christoph Haupner, Stade), Inschrift: „Anno 1700 ist die Glock an S. Wilhad Kirche z. Ilingswort gegossen. Pred[iger] Sind gewesen H[err] Henrich Drebold, P[astor]. H[err] Christian Olbers A[rchidiakon]. H[err] Nicolavs Georg Wehrenberg D[iakon]. Praec[eptor] Henric Wagener. Aedit[us] Yohann[es] Nyebur. Christoph Havpner me fecit. I.N.I.“ und „D[ie] Schvlzen sint gewesen H[err] Clavs Wichboldt Z[u] W[ester Ihlienworth]. H[err] Johan Tim z[u] o[ster Ihlienworth]. D[ie] Land.Sch[öffen] Clavs Pasche, Clavs Wolber, Marx Krömer, Peter Rode, Hinrich Koster. Ivraten Marten Jörden, Peter Meier, Marx Tim Clavs Tim“, Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1942), nicht eingeschmolzen und zurückgegeben (1947); II: h’ (Bronze, Gj. 1976, Glockengießerei Heidelberg), Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“. – Früherer Bestand: Glocken bei Turmbrand 1699 zerstört. Eine kleine LG (Bronze, Gj. 1700, Christoph Haupner), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917).54 Eine LG (Stahl, Gj. 1925, Firma Ulrich & Weule, Apolda und Bockenem), Inschrift: „Als Dütschland bestes Blod is floten mußt ok uns’ Klock ehr Leben loten. In Not schall nu dis’ Klock von Isen de fullen sünd, ehren, den’ Herrgott prisen“, Glocke 1974 stillgelegt.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1906). – Gemeindehaus (Bj. 1974).

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche, 1949 geschlossen. Neuer kirchlicher Friedhof, angelegt um 1946, etwa 150 Meter nordöstlich der Kirche, FKap (Bj. 1974), Glockenträger mit einer LG.

Liste der Pastoren (bis 1940)
Kirche, Blick zum Altar und zur Orgel, um 1890

Kirche, Blick zum Altar und zur Orgel, um 1890

Erste Pfarrstelle: 1527–15.. Jochim Busse. Vor 1566 Hartwig thor Borg. Um 1570 Tilemann Stoever. – 1590–1627 (?) Johann Kemener. – 1627–1632 Nikolaus Stump (Stummer). – 1633–1642 Johann Koenig. – 1642–1665 Lorenz (Laurentius) Wisichius. – 1665–1667 Johann Bitterhoff. – 1667–1688 Petrus Zinck. – 1689–1701 Henricus Drebolt. – 1701–1704 Christian Olbers. – 1704–1743 Nikolaus Georg Merenberg. – 1743–1752 Johann Matthias Bauch. – 1753–1779 Johann Joachim Brauns. – 1780–1803 Adam Georg Jonathan Merenberg. – 1819–1847 Dietrich Kobbe. – 1847–1894 Heinrich Theodor Victor Woltmann. – 1894–1902 Johann Theodor Victor Woltmann. – 1903–1907 Heinrich Hermann Wilhelm Friedrich Dahlmann. – 1908–1920 Johann Hermann Bremer. – 1921–1927 Dr. phil. Adolf Ernst Smechula. – 1928–1937 Lic. Bernhard Hugo Ferdinand Hoyer. – 1938–1949 Karl Heinrich Helmut Reverey.
Zweite Pfarrstelle (Archidiakonat, ursprünglich St. Marien-Lehen): 1590 Hinrich Andreas. – 1623–1654 Petrus Schleyer. – 1654–1665 Johann Bitterhoff (Bittroff). – 1665–1667 Petrus Zinck. – 1667–1668 Barthold Sittmann. – 1668–1683 Henricus Hofmann. – 1683–1689 Henricus Drebolt. – 1689–1701 Christian Olbers. – 1701–1704 Nikolaus Georg Merenberg. – 1704–1720 Henricus Grantz. – 1721–1737 Johann Hinrich Badenius. – 1737–1743 Johann Matthias Bauch. – 1743–1752 Johann Joachim Brauns. – 1752–1779 Johann Hinrich Christian Badenius. – 1779–1799 Christian Friedrich Brauns. – 1800–1811 Claus Behnke. – 1812–1819 Dietrich Kobbe. – 1819–1829 Christoph Heinrich Langenbeck. – 1835–1837 Gottlieb Heinrich Ludwig Braeß. – 1838–1840 Georg Christoph Ludolph Jakob Pfaff. – 1841–1847 Heinrich Theodor Victor Woltmann. – 1853–1889 Heinrich Wilhelm von Rönn. – 1890–1894 Johann Theodor Victor Woltmann. – 1895–1906 Heinrich Wilhelm Karl Lühmann. – 1907–1910 Otto Franz Johann Oeters. – 1911–1914 Emil Theodor Robert Friedrich Brokate.
Dritte Pfarrstelle (Diakonat, ursprünglich St. Crucis-Lehen): Um 1590 Joachim Hunnius. – 1583–1598 (?) Henning Schroeder. – 1614–1623 Petrus Schleyer. – 1625–1629 Hinrich Hülsemann. – 1629–1654 Johannes Bitterhoff (Bittroff). – 1654–1665 Petrus Zinck. – 1665–1667 Barthold Sittmann. – 1667–1668 Henricus Hofmann. – 1669–1678 Christian Badenius. – 1679–1683 Henricus Drebolt. – 1683–1687 Conrad Stoeter. – 1688–1689 Christian Olbers. – 1689–1691 Henricus Kühn. – 1692–1701 Nikolaus Georg Merenberg. – 1702–1704 Henricus Grantz. – 1705–1721 Johann Hinrich Badenius. – 1721–1722 Christoph August Langenbeck. – 1722–1737 Johann Matthias Bauch. – 1737–1743 Nikolaus Georg Mohr. – 1743–1752 Johann Hinrich Christian Badenius. – 1752–1759 Matthaeus Sigismund Bauch. – 1759–1779 Main Georg Jonathan Merenberg. – 1779–1783 Andreas Leopold Weitsch. – 1784–1800 Claus Behnke. – 1800–1812 Sebastian Karl Herzing.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 555–557

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 2 Nr. 760–761 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 310f, 314 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 4108–4120a (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 2661Digitalisat, 2662Digitalisat (Visitationen); D 55a (EphA Land Hadeln); L 5g, Nr. 203, 883 (LSuptur Stade); S 2 Witt Nr. 03, 14 (Fotosammlung); S 09 rep Nr. 1503 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 8034 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1709 (Unvollständig: 1769)
Trauungen: ab 1709
Begräbnisse: ab 1709
Konfirmationen: ab 1812
Kommunikanten: ab 1876 (Zahlenregister: 1813–1856)

Literatur

A: Gemeindebuch KK Land Hadeln, S. 21; Aye, Kronenberg, Taufbecken, S. 145, Nr. 170; Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 212–214; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 774–775; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 149–158; Meyer, Pastoren I, S. 555–557; Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 110–111.
B: Festschrift zum 875-jährigen Bestehen des Dorfes Ihlienworth, hrsg. von der Gemeinde Ihlienworth, Otterndorf 2014, bes. Beiblatt; Festschrift zum 850jährigen Bestehen des Dorfes Ihlienworth (Ein Dorf zwischen Marsch und Moor 1139–1989), hrsg. von der Gemeinde Ihlienworth, Otterndorf 1989, bes. S. 67–73; Reglement für die kirchliche Armenpflege der Kirchengemeinde Ihlienworth, Otterndorf 1897; [Gerhard Gerdts]: Ihlienworth 1139–1939, Horneburg 1939; Hans-Christoph Hoffmann: St. Wilhadi Ihlienworth, (= Schnell Kunstführer 2014), München 1992; Günter Plath: Ihlienworth. Die Vor- und Frühgeschichte von Ihlienworth im Lande Hadeln mit weiteren Daten aus geschichtlicher Zeit und der Zeitgeschichte, Altenbruch 2018 [Selbstverlag]; Gisela Tiedemann: Ihlienworth. Perle des Sietlandes. Aus dem Leben unserer Eltern und Großeltern 1850–1933, Fischerhude 2020, bes. S. 45–61.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Kirchturm, Kirchhof, Kirchwurt.

GND

4314480-9, Sankt Willehad (Ihlienworth)

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Ursprünglich Aegidius, vgl. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien II, S. 5, siehe auch ebd. I, S. 43.
  2. Regesten Ebf. Bremen, Nr. 621. Der Bezugspunkt der Ortsjubiläen 1939, 1989 und 2014 ist allerdings eine Urkunde aus dem Jahr 1139, angeblich ausgestellt von Ebf. Adalbert II. von Bremen, in der ein Ort Illingstede erwähnt ist (Regesten Ebf. Bremen, Nr. 456; Bremisches UB Nr. 30). Bei der Urkunde handelt es sich jedoch um eine Fälschung; zudem ist unklar, ob Illingstede tatsächlich auf Ihlienworth zu beziehen ist (Festschrift 850, S. 11; Festschrift 875, S. 13; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 149).
  3. 1411: „de vyff kerspele in dem lande to Hadelen […], alze Stenowe, Hilgewurd, Godeshemme, Wanne unde Zuderlede“, Bremisches UB V, Nr. 14. 1593: „[…] in den 5 Kirchspielen […] Stenau […] Odesheim […] Wester-Ihlingworth […] Oster-Ihlingworth […] Wannen“, Plate, Antiquitaeten, S. 161.
  4. Hucker, Land Hadeln, S. 155. Insgesamt zur Geschichte des Landes Hadeln bis zur Frühen Neuzeit vgl. Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 321 ff.
  5. Rüther, Chronik Hadeln, Nr. 48; Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 205 ff. und S. 324.
  6. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 296, Nr. 305 und Nr. 312. Bei Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 323, ist Otterndorf irrtümlich zu den Fünf Kirchspielen gezählt und zudem das Sietland irrtümlich von den Fünf Kirchspielen unterschieden.
  7. Rüther, Hadler Chronik, S. 37: „Es gab drei Stände, so genannt seit 1616. Der erste Stand umfaßte alle Vertreter der 7 Kirchspiele des Hochlandes, der zweite Stand die der 5 Kirchspiele des Sietlandes und den dritten Stand bildet die Stadtvertretung Otterndorfs.“ Vgl. auch Bünz, Kirche vor Ort, S. 116.
  8. Festschrift 850, S. 50.
  9. LkAH, L 5g, Nr. 203 (Visitation 1967).
  10. Lenz, Gründungsgeschichte, S. 29; Festschrift 850, S. 13.
  11. Hodenberg, Stader Copiar, S. 97; Festschrift 850, S. 13. Nach Hoffmann, S. 2, und Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 213, ist eine Kirche in Ihlienworth urkundlich bereits im 12. Jh. nachgewiesen (jeweils ohne Beleg).
  12. Bremisches UB II, Nr. 549.
  13. RG Online, RG IV 08268, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/8268, 03.05.2023.
  14. RG Online, RG IV 02148, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/2148, 03.05.2023. Bünz, Kirche vor Ort, S. 136.
  15. RG Online, RG IV 06626, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/6626, 03.05.2023. In der Supplik ist erwähnt, dass Johannes Luttekenhenneken Familiar des Kardinaldiakons Ludovico Fieschi († 1423) gewesen war (Titelkirche Sant’Adriano al Foro). Vgl. auch Bünz, Kirche vor Ort, S. 136.
  16. RG Online, RPG V 03762, http://rg-online.dhi-roma.it/RPG/5/3762
    , 03.05.2023.
  17. Rüther, Hadler Chronik, S. 545 und S. 557.
  18. Rüther, Hadler Chronik, S. 553 ff.; Gerdts, S. 18; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 149.
  19. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 579b. Zur Reformation im Land Hadeln vgl. Behne, Bauern, S. 65 ff.; Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 5, S. 260 ff. Mit Schwerpunkt auf der Entwicklung in Otterndorf vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 163 ff.
  20. Nach Otte, Kirche und Konsistorium, S. 164, mit Anm. 5 und 6, ist über den Inhalt der KO von 1526 nichts bekannt, sicher „ist nur, dass sie erlassen wurde“, da sie in einem Mandat Hzg. Magnus I. vom 01.12.1526 erwähnt sei. Behne, Bauern, S. 79, bezeichnet die Existenz einer KO von 1526 hingegen als „völlig unwahrscheinlich“. Die Hadeler KO von 1542 nennt als Jahr ihrer Abfassung ebenfalls 1526, erwähnt jedoch Bücher, die erst 1535 erschienen sind, und stimmt stellenweise wörtlich mit der schleswig-holsteinischen KO von 1542 überein, vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 167. Zusammenfassend charakterisiert Otte die Hadeler KO von 1542 folgendermaßen: „Zielpunkt für alle Regelungen war die Einzelgemeinde, nicht eine große Kirchenorganisation, die landesherrlich gesteuert wurde […] es war eine ‚Gemeindekirche‘, kaum eine ‚Landeskirche‘, für die hier Vorschriften erlassen wurden“ (ebd., S. 169).
  21. Nach Ende der militärischen Auseinandersetzungen mit Ebf. Christoph von Bremen (amt. 1511–1558) ging es bei der Visitation 1526 „zunächst wohl um die Feststellung der Schäden an den Kirchen“, Otte, Kirche und Konsistorium, S. 164. Vgl. auch Behne, Bauern, S. 80.
  22. Meyer, Pastoren I, S. 555.
  23. Behne, Bauern, S. 88.
  24. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 168.
  25. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 170: „Damit war die Hadelner Kirche eindeutig lutherisch geworden.“
  26. Festschrift 850, S. 16 und S. 74 ff.; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 149.
  27. Tiedemann, S. 46: „wegen des Bestehens von zwei politischen Gemeinden in einer Kirchengemeinde gebe es oft Schwierigkeiten“.
  28. Reglement.
  29. Gerdts, S. 24. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 07; LkAH, B 7, Nr. 6625; LkAH, L 5g, Nr. 203 (Visitation 1936).
  30. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 07. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  31. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 07.
  32. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 07. Weiter: „Gemeindeglieder äusserten, dass sie nicht mehr zur Kirche gegangen seien, solange dort politische Reden gehalten würden, die könnten sie auch bei einer Pfeife Taback gemütlich im Sofa aus dem Radio hören, dazu brauchten sie nicht erst 5 km zur Kirche und zurück machen.“
  33. LkAH, L 5g, Nr. 203 (Visitation 1936).
  34. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 07; LkAH, L 5g, Nr. 203 (Visitation 1951).
  35. LkAH, L 5g, Nr. 203 (Visitationen 1951 und 1961); Gemeindebuch KK Land Hadeln, S. 21.
  36. Festschrift 875, Beiblatt; LkAH, L 5g, Nr. 203 (Visitation 1961).
  37. LkAH, L 5g, unverz., Ihlienworth, Visitation 1985.
  38. KABl. 2003, S. 77.
  39. Festschrift 875, Beiblatt.
  40. KABl. 2003, S. 77.
  41. KABl. 1973, S. 111.
  42. Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 111.
  43. KABl. 1933, S. 108.
  44. Hodenberg, Stader Copiar, S. 97. Anders als Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 111, angibt, ist Ihlienworth im Stader Copiar von 1420 nicht verzeichnet.
  45. Weitere Mitglieder des Konsistoriums waren der Gräfe (vom Landesherrn entsandt) und drei Konsistorialassistenten (von den Ständen entsandt), vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 174.
  46. LkAH D 55a, Bestandsbeschreibung.
  47. KABl. 1976, S. 205; KABl. 2009, S. 158 f.
  48. KABl. 2012, S. 301 f.
  49. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 5, S. 473; Otte, Kirche und Konsistorium, S. 175.
  50. KABl. 1939, S. 115.
  51. Greife, zwei Wilster Bidlschnitzer, S. 90.
  52. Aye, Kronenberg, Taufbecken, S. 145, Nr. 170. „G. W.“ mag vielleicht für „Gemeinde Wester Ihlienworth“ stehen.
  53. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 115.
  54. Tiedemann, S. 60.