Sprengel Stade, KK Cuxhaven-Hadeln | Patrozinium: Nikolaus1 | KO: Hadeler KO von 1542

Orts- und Kirchengeschichte

Das Straßendorf im Hadeler Hochland ist urkundlich erstmals 1312 als Nortleda belegt.2 Möglicherweise hatte die Familie Lappe die Siedlung anlegen lassen, wahrscheinlich vor dem Bau des Seedeichs (12./13. Jh.).3 Das Dorf gehörte zunächst vermutlich zur Gft. Stade. Wohl im frühen 13. Jh. kam die Landesherrschaft über Nordleda und die übrigen Kirchspiele im Land Hadeln an Hzg. Bernhard III. von Sachsen († 1212), möglicherweise als „Preis im Ausgleich zwischen Welfen und Askaniern“.4 Bei der Teilung des Hzm. Sachsen im Jahr 1296 fiel Hadeln an das Hzm. Sachsen-Lauenburg. Die Grundherrschaft im Kirchspiel Nordleda lag bis hinein in die zweite Hälfte des 14. Jh. bei der Familie Lappe; 1382 sagten sich die Einwohner des Kirchspiels von den Lappes los und huldigten Hzg. Erich IV. von Sachsen-Lauenburg († 1411); 1383 mussten Wilken und Wolder Lappe ihre Rechte in Nordleda an Hzg. Erich abtreten.5 Unbeschadet der sachsen-lauenburgischen Landesherrschaft konnte das Land Hadeln eine gewisse Autonomie in inneren und äußeren Angelegenheiten etablieren (Landesgemeinde, 1298: universi Hadelerie, um 1300: Sigillum terre hadelerie).6 1439 setzte das Kirchspiel Nordleda zusammen mit Altenbruch und Lüdingworth ein Weistum auf, das „erste geschriebene Recht der Hadler“.7 Im 15. Jh. waren die Stadt Otterndorf und das Hochland an Hamburg verpfändet (1402/07–1481), das Sietland (Fünf Kirchspiele) an Bremen (1411–1482).8 Die drei Landesteile bestimmten später auch die Struktur der neuzeitlichen Ständeversammlung des Landes Hadeln.9 Als die askanische Linie Sachsen-Lauenburg 1689 mit Hzg. Julius Franz in männlicher Linie ausstarb, kam das Land Hadeln zunächst unter kaiserliche Verwaltung und 1731 an das Kfm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover). In französischer Zeit zählte Nordleda im Jahr 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen (Departement der Elbe- und Wesermündung, Distrikt Stade, Kanton Neuenkirchen) und dann zum Kaiserreich Frankreich (Département des Bouches de l’Elbe, Arrondissement Stade, Kanton Ritzebüttel, 1811–1814). Nordleda, seit 1815 Teil des neuen Kgr. Hannover, zählte ab 1819 zur Landschaft Hadeln und war ab 1852 Teil des neuen Amtes Otterndorf. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel das Dorf 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung kam Nordleda 1885 zum Kr. Hadeln (1932 Kr. Land Hadeln, 1977 Lkr. Cuxhaven). Ab 1970 gehörte Nordleda zur Samtgemeinde Hadeln, seit 2016 zur Samtgemeinde Land Hadeln. Zur Sozialstruktur der Gemeinde heißt es im Visitationsbericht 1967: „Nordleda ist eine Landgemeinde mit einigen Handwerksbetrieben und Geschäften. Haupterwerbszweig ist die Landwirtschaft. Ungefähr die Hälfte der Arbeitnehmer ist in Cuxhaven und Otterndorf beschäftigt.“10 Um 1823 lebten in Nordleda rund 1.150 Menschen, 1858 knapp 1.440, 1939 rund 935, 1953 gut 1.520 und 2021 fast 1.040.

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1948

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1948

Das älteste Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte ist das Kirchengebäude selbst, dessen älteste Teile vermutlich aus der Zeit um 1200 stammen. Ein um 1300 gegossener Taufkessel aus der Kirche Nordleda steht heute im Museum August Kestner in Hannover. Im Jahr 1312 ist mit Marquardus de Nortleda erstmals ein Geistlicher nachweisbar.11 Ein Jahr später ist Thidericus rector ecclesie in Nortleda belegt; er war gleichzeitig Propst des Klosters Neuenwalde.12 Zwischen 1341 und 1345 ist Conrad de Verda urkundlich als Pfarrer belegt13, 1367 sowie 1370 Christian14 und 1376 Iohann Verl.15 Weitere Namen sind aus dem 15. Jh. überliefert: Nachdem der Pfarrer der Parochie in Nordleda Fredericus de Elne alias Pluchmaker um 1428/29 gestorben war, bemühten sich wahrscheinlich drei Kleriker um seine Nachfolge: Johannes Calveswanghe, Lubbertus Luderi Gesel und Henricus Stedinck.16 Anscheinend konnte letzterer sich durchsetzen, denn er bezeichnet sich im Dezember 1429 als rector parochialis ecclesia in Nortleda.17 Neben dem Pfarramt lässt sich an der St.-Nikolai-Kirche überdies eine Marienvikarie nachweisen; 1481 ist Rötmer König als Vicarius erwähnt.18 In vorref. Zeit bestanden in der Parochie Nordleda mindestens drei Bruderschaften: eine Bruderschaft des heiligen Leichnams, sowie eine St. Catharinen- und eine Unser Lieben Frauen-Gilde (1529 belegt).19

Kirche, Ansicht von Südosten, Postkarte (Ausschnitt)

Kirche, Ansicht von Südosten, Postkarte (Ausschnitt)

Die Reformation setzte im Land Hadeln bereits in den 1520er Jahren ein. Nach einer Chronik des frühen 17. Jh. kam der wandernde Prediger Gerhard 1521 nach Otterndorf und verbreitete die Lehren Luthers.20 Eine erste luth. Kirchenordnung hat das Land Hadeln möglicherweise schon 1526 erhalten, die bis heute gültige Hadeler KO trat um 1542 in Kraft.21 Angeblich ebenfalls 1526 ordnete Hzg. Magnus I. von Sachsen-Lauenburg († 1543) eine Visitation der Kirchspiele im Land Hadeln an; eine weitere folgte 1529.22 Einzelheiten zur Entwicklung in Nordleda sind nicht bekannt. Als erster luth. Geistlicher gilt hier P. Paul Rancke (amt. 1527–15..).23 Ebenso wie die übrigen Kirchspiele im Land Hadeln kaufte die Gemeinde Nordleda wohl in der zweiten Hälfte der 1530er Jahre dem Archidiakon von Hadeln und Wursten das Patronatsrecht über ihre Kirche ab.24 Die Kirchenordnung von 1542 sah neben den Pfarrern auch Prädikanten vor; für diese Inhaber der zweiten oder dritten Pfarrstellen in den Hadeler Kirchspielen etablierten sich die Bezeichnungen Archidiakon und Diakon. Sie wurden aus dem Vermögen vorref. Vikarien und Bruderschaften finanziert.25 In Nordleda bestanden sowohl ein Archidiakonat (bis 1881 besetzt) und ein Diakonat (bis 1794 besetzt). Die Einführung der Lauenburgischen KO im Land Hadeln wehrten Geistliche und Stände 1585 erfolgreich ab. Auf einer Synode in Otterndorf im Februar 1590 verabschiedeten die Pfarrer einen Consensus doctrinae, mit dem sie u. a. die Konkordienformel von 1577 als Bekenntnisschrift anerkannten.26 Für die jährliche Synode der Geistlichen des Landes Hadeln, die in Otterndorf stattfand, wurde der mittelalterliche Begriff Kaland übernommen.

Kirche, Ansicht von Nordosten, Fotograf: P. Greve, Jöllenbeck (?)

Kirche, Ansicht von Nordosten, Fotograf: P. Greve, Jöllenbeck (?)

Im Jahr 1642 erwarb das Kirchspiel Nordleda den bis heute erhaltenen spätmittelalterlichen Schnitzaltar aus einer Kirche auf der Insel Strand (Alt-Nordstrand). Die Insel war in der Burchardiflut 1634 weitgehend untergegangen und auch einige der zunächst erhalten gebliebenen Kirchen wurden später abgebrochen. P. Johann Langenbeck (amt. 1619–1665) war zusammen mit Pawel Tamme auf „Nordstrand gewesen un heft dat Altar köfft“.27 Der Turmhelm der Kirche in Nordleda ist im Laufe des 17. Jh. mehrfach bei Stürmen oder Blitzeinschlägen zerstört worden (1625, 1629, 1648, 1687); der Turm, erbaut wohl im 15. Jh., soll ursprünglich 230 Fuß hoch gewesen sein und den Elbschiffern als Orientierung gedient haben.28 Seine heutige Form erhielt der Turmhelm im Jahr 1824, nachdem wiederum ein Feuer die ältere Haube zerstört hatte.
Der erwähnte P. Langenbeck hatte 1619 das Diakonat in Nordleda übernommen, 1623 das Archidiakonat und war schließlich 1629 ins Pastorat aufgerückt. Dieser Karriereweg findet sich bis zur Aufhebung des Diakonats 1794 auch bei den meisten seiner Nachfolger. Und auch die im 19. Jh. gewählten ersten Pfarrer hatten alle zunächst die zweite Pfarrstelle innegehabt. Diese war seit 1881 vakant und wurde zum 1. Oktober 1900 mit der ersten Pfarrstelle vereinigt.29 Mehrere der Pastoren des Kirchspiels Nordleda wurden im 18. und 19. Jh. zu Superintendenten des Landes Hadeln gewählt: 1725 P. Nikolaus Schneelke (amt. 1701–1728), 1779 P. Christian Adam Detloff (amt. 1746–1793), 1811 P. Rudolf August Lerche (amt. 1779–1826) und 1873 P. Hermann Georg Friedrich Sturm (amt. 1835–1880). Der früh verstorbene P. Samuel Christian Pape (amt. 1801–1817), Inhaber der zweiten Pfarrstelle in Nordleda, war auch schriftstellerisch tätig und veröffentlichte seit seiner Studienzeit Gedichte im „Göttingischen Musenalmanach“.30

Kirche, Nordseite, Portal, vor 1956

Kirche, Nordseite, Portal, vor 1956

Während der NS-Zeit hatten P. Lothar Schwieger (amt. 1932–1937) und P. Bernhard Bruns (amt. 1938–1953) das Pfarramt Nordleda inne. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab P. Bruns rückblickend an, P. Schwieger habe kirchenpolitisch zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft gezählt.31 Zum 1933 neu gewählten KV schrieb er: „3 Mitglieder von der Partei; 3 Nichtmitglieder. 2 legten später Amt aus Parteigründen nieder; 1 Parteimitglied bewährte sich kirchlich sehr in Widerspruch und Auseinandersetzung mit der Partei vor den Kreisleiter geladen, weil er kirchliches Amt nicht niederlegen wollte und sich diesbezüglichem Befehl widersetzte.“32 Im Bericht über die Visitation 1939 spricht der Sup. des Landes Hadeln von „grossen Gegensätzen und schweren Auseinandersetzungen“ zwischen P. Schweiger und dem KV; nach Wechsel im Pfarramt erschienen die „in diesen Gegensätzen stehenden Kirchenvorsteher, P[artei]G[enossen] und politische Leiter […] jetzt als willige und arbeitsbereite Männer, mit denen positive Aufbauarbeit durchaus möglich“ sei.33
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder von 940 im Jahr 1943 auf 1.6490 im Jahr 1949 an.34 Für die kleine kath. Bevölkerung Nordledas, für die das kath. Pfarramt Otterndorf zuständig war, fanden in der Nachkriegszeit monatlich drei Gottesdienste in der ev. Kirche Nordleda statt (1955); sie endeten vor 1961 mit der Einrichtung einer Busverbindung nach Otterndorf.35 Der ev. P. Horst Hinkelmann (amt. 1955–1967) veranstaltete seit 1957 jährliche Dorfseminare, in denen an fünf bis zehn Abenden gesellschaftliche Themen diskutiert wurden („Das Dorf in der Wandlung“, „Du und dein Leben heute“, „Unsere Nächsten“).36 Nach der Visitation 1961 hob der Sup. des Landes Hadeln in seinem Bericht positiv hervor, dass erstmals eine Frau in den KV gewählt worden war: „Wenn dagegen auch zuerst Bedenken erhoben worden waren, so sind diese doch alsbald hinfällig geworden.“37 1963 gründete P. Hinkelmann einen Posaunenchor.
Mitte der 1980er Jahre schrieb der Hadeler Sup., Nordleda habe sich während der letzten Jahre „ein gutes Stück hin zur mündigen Gemeinde entwickelt“; abgesehen vom Frauenkreis lag die Leitung der Gruppen und Kreise in der Hand von Gemeindegliedern.38 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche unterhielt die KG Nordleda Kontakte zur Kirchgemeinde Bethanien im Leipziger Stadtteil Schleußig.39
Ab 1997 war die KG Nordleda pfarramtlich verbunden mit der KG Neuenkirchen, um 2001 verkaufte die Gemeinde das Pfarrhaus.40 Zum 1. Juli 2009 hob das LKA Hannover die pfarramtliche Verbindung und auch die Pfarrstelle der beiden Gemeinden auf; seitdem war Nordleda pfarramtlich mit der KG Wanna verbunden.41 Eine weitere Umstrukturierung folgte zum 1. Januar 2023: Seither gehört die St.-Nicolai-KG Nordleda zusammen mit den Gemeinden Cadenberge, Geversdorf, Oberndorf, Belum, Neuhaus (Oste), Bülkau, Oppeln, Ihlienworth, Steinau, Odisheim, Kehdingbruch, Otterndorf, Neuenkirchen (Land Hadeln), Wanna und Osterbruch zum verbundenen Pfarramt Region Mitte im KK Cuxhaven-Hadeln, das insgesamt sieben Pfarrstellen umfasst.

Pfarrstellen

I: vorref. – II: Archidiakonat, 1900 mit I vereinigt.42 – III: Diakonat, 1794 aufgehoben, das „eingezogene Lehen wurde verkauft und die Gelder zum Besten der Kirche und der beiden Lehen verwandt“.43

Umfang

Nordleda mit Westerteil, Mittelteil, Osterteil, Oberwetternteil, Kamperteil und Heringskoperteil.

Aufsichtsbezirk

Wohl Archidiakonat Hadeln und Wursten der Erzdiözese Bremen.44 – Bereits die erste Hadeler KO von 1526 sah die Wahl von Visitatoren (Superintendenten) vor, die das Aufsichtsamt über die Kirchspiele im Land Hadeln ausübten. Die Superintendenten gehörten dem mindestens seit 1620 bestehenden Konsistorium in Otterndorf an und wurden bis 1924 von den Pastoren des Landes Hadeln gewählt.45 Nach Aufhebung des Konsistoriums Otterndorf im Jahr 1885 Einrichtung der Insp. Land Hadeln (1924: KK), zunächst wechselnde Suptur.-Sitze, seit 1926 in Otterndorf; ab 1926 setzte die Kirchenleitung die Superintendenten ein.46 Zum 1. Januar 1977 fusionierten der KK Land Hadeln und der KK An der Oste zum neuen KK Land Hadeln, Sitz in Cadenberge, ab 2009 in Otterndorf.47 Seit 1. Januar 2013 KK Cuxhaven-Hadeln, Sitz in Otterndorf.48

Patronat

Zunächst vielleicht die Familie Lappe.49 Seit der Reformation die Gemeinde. Nach der Hadeler KO wählten „de gemene edder volmechtige edder lehnherren [Juraten]“ mit Zustimmung der Visitatoren (Superintendenten) den neuen Pastor.50 Gemeindepatronat 1938 aufgehoben.51

Kirchenbau
Kirche Grundriss, zwischen 1902 und 1956

Kirche Grundriss, zwischen 1902 und 1956

Langgestreckter Bau mit eingezogenem Chor und dreiseitigem Ostschluss, erbaut im frühen 13. Jh.; Kirche zweimal nach Westen verlängert.52 Satteldächer, über dem Chor nach Osten abgewalmt; Ziegeldeckung, Walm schiefergedeckt. Feldstein- und Backsteinmauerwerk. An der Nordseite rundbogige Fenster, an der Südseite unterschiedliche Fensterformen (u. a. kleine rundbogige Fenster, spitzbogige Fenster, große flachbogige Fenster in Spitzbogennischen, dreiteiliges Rundbogenfenster); rundbogiges Hauptportal nach Norden, Inschrift auf dem Türblatt: „Fr. Anna Papens gebohrne Woltins Anno 1781 D16 Martz“, zwei rundbogige Nebeneingänge nach Norden, kleiner Vorbau mit Nebeneingang nach Süden. Im Innern flache Decken in Chor und Schiff, über der Orgel kuppelartig erhöht; runder Triumphbogen zwischen Chor und Schiff; Westempore (Brüstung mit Gemäldezyklus, Inschrift: „Gott zu Ehren und Zierde der Kirchen hatt Sel. Jürgen Krüselmann diesen Lektor anlegen lassen“) und Nordempore (mit Holzbaldachin); Balkendecke im Schiff bemalt (1664/65, 1938 restauriert, Maler Bücker, Hannover): Medaillons mit Halbporträts von Aposteln und Propheten, umgeben von Rankenmalerei, Medaillon mit Wappen und Inschrift: „H. Marten Wolcke, Marten Johann Tam, Daniel v. Freuden 1664“, über der Orgel musizierende Engel (um 1700); Balkendecke im Chor verschalt, von der Deckenmalerei nur ein Wappen erhalten, Inschrift: „Bartheldt und Klaus Niebuhr“ und „Gott zu Ehren und der Kirchen Zierde haben obenbenandte Seelige Wilken Niebuhrs Söhne diesen Chor Boden auff ihre Kosten neu machen und anlegen lassen, im Jahr Christi 1740“. 15. Jh. Umbauarbeiten. Anfang 16. Jh. Südfenster vergrößert. Wohl Mitte der 16. Jh. Westempore erbaut.53 1648 Kirchendach durch herabstürzenden Turmhelm stark beschädigt. 1648 Dach repariert, Balkendecke im Schiff eingezogen. Im 18. Jh. Nordfenster vergrößert. Wohl im 18. Jh. Nordempore erbaut. 1882 Westteil der Nordwand erneuert (Backstein). 1893/94 Innenrenovierung, u. a. neues Gestühl, neuer Fußboden. 1902 Apsis abgebrochen, dreiseitiger Ostschluss erbaut.54 1912 Nordseite des Dachs neu gedeckt. 1930er Jahre Renovierung. 1961 Trockenlegung Mauerwerk. 1989 Innenrenovierung, Ostgiebel erneuert. 2001 Sanierung Kirchenschiff.

Fenster

Eine farbige Kabinettscheibe mit Wappendarstellung. 1902 zwei Buntglasfenster in den neuen Ostschluss eingesetzt (Glasmalereifabrik Müller, Quedlinburg).55

Turm

Vierseitiger Westturm aus Backsteinmauerwerk, erbaut im 15. Jh.56 Vierseitiges, pfannengedecktes Zeltdach mit aufgesetzter, achtseitiger, schiefergedeckter Spitze, bekrönt mit Kugel und Kreuz, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Nordwesten. Unter der Traufe doppelter Zahnschnittfries. Im Glockengeschoss zwei rundbogige Schallfenster nach Norden, dazwischen Uhrziffernblatt, zwei schmale, segmentbogige Schallfenster nach Süden. Zahlreiche Maueranker. Nach Westen Rundbogenportal. 1622 Turmreparatur.57 1625 Turmhelm bei Sturm zerstört (Turm angeblich 230 Fuß hoch).58 1626 neu errichtet. 1629 Turmhelm bei Blitzeinschlag beschädigt. 1633 Reparatur. 1648 Turmspitze bei Sturm herabgestürzt. 1650 neuer Turmhelm erbaut. 1682 Turmuhr instandgesetzt (Nikolaus Eckhoff, Stade).59 1687 Turm ausgebrannt. 1688 Instandsetzung. 1824 Turmhelm abgebrannt. 1824 vierseitiges, ziegelgedecktes Zeltdach mit verkupferter, achtseitiger Spitze erbaut. 1874 Turmmauerwerk mit Ziegeln verblendet. 1906 neue Turmuhr (Firma Weule, Bockenem); alte Turmuhr 1908 an Museum Nienburg abgegeben.60 1910 Kupferdeckung der Spitze durch Schieferdeckung ersetzt. 1961 Schieferdach erneuert. 1995 Sanierung Turmhelm.

Altaraufsatz, vor 1956

Altaraufsatz, vor 1956

Ausstattung

Holzverkleideter, kastenförmiger Altar mit seitlichen Kniebänken (Altarschranken, 1639) und Flügelretabel (um 1520/30, 1643, 1665), im Mittelschrein figurenreiches Kreuzigungsrelief, flankiert von vier zweistöckig angeordneten Heiligenfiguren, in den Flügeln je zwei Reliefs mit Szenen der Passionsgeschichte (Geißelung, Gefangennahme, Christus vor Pilatus, Verhöhnung Christi) an der Seite zum Mittelschrein jeweils flankiert von einer Heiligenfigur, unterhalb der Reliefs in Mittelschrein und Flügeln durchlaufender Figurenzyklus (Christus und zwölf Apostel), Figuren und Reliefs farbig gefasst; auf der Innenseite der Doppelflügel acht Gemälde (1643, Samuel Becker; restauriert 1937 Reinhold Ebeling, Hannover) mit Szenen der Heilsgeschichte, jeweils mit Inschrift (Grablegung, Auferstehung, Gang nach Emmaus, ungläubiger Thomas, Himmelfahrt, Pfingsten, Aussendung der Jünger, Jüngstes Gericht); auf den Außenseiten der Flügel zwei Gemälde (wohl 1643, Samuel Becker): Christus mit Weltkugel, Moses mit Gesetzestafeln; oberhalb des Schreines barockes Gebälk mit Engelsfiguren und Bekrönung (1642/43, 1665), Inschriften: „Anno 1665“, „Anno 1643 Margrete Mar tins sehlge zv dieser Kron vorehret 50 Marck“, „Anno 1642 hat Claus Martens s. beneben sein Frouw und Kinder vorehret zu diesem Altar 500 Mark“ und „Gott zu Ehren und Zierde der Kirchen, hatt der He, Schultheiss Johann Oste dieses Altar aben u. unten anlegen lassen Anno 1743. J. Koch fec.“; in der Predella Relief (1643) Christus im Garten Gethsemane und Judas’ Verrat, darunter Inschrift mit den Einsetzungsworten des Abendmahls; Kniebänke (Altarschranken) mit geschnitzten Hermen (wie in Osterburch), an den Frontseiten Inschriften: „Tho Gottes Ehren vnd guder Gedechtnis heft Joha. Heige Dit vor dat Altar vorehret 1639“ (links) und „Mette Heigen Ioha. Heige gewesen Hausfovwen Anno 1639“ (rechts); Flügelretabel 1642/43 in Nordleda aufgestellt, 1642 von der Kirche auf der Insel Nordstrand erworben61; 1766 Altar verschalt; 1937 Retabel restauriert (Reinhold Ebeling, Hannover); 2004 Retabel restauriert (Reinhold Gonschior). – Hohe Holzkanzel mit Schalldeckel (1607, Werkstatt Michael Bürgemaker, wohl identisch mit Michael Ringkmacher, Otterndorf62), farbig gefasst, vor den Ecken des polygonalen Kanzelkorbs korinthische Säulen, vor den Wandungen Reliefs Christi (Salvator Mundi) und der vier Evangelisten, an der Brüstung Inschrift: „Anno 1607 Jvrgen van Dvn Greteke van Dvn“; als Kanzelstütze Stele mit Löwen und Wappen, Inschrift „JVD“; kronenförmiger Schalldeckel mit Engelsfiguren; Kanzeltür (um 1700), darüber Inschriftenkartusche: „A[nn]o 1760 hat des Sl. Hr. Landtsp. Moritz Docken W. W. Fr. Catrina Docken mit Ihren Sohn Clavs Bull Dieses Thürwerk neu und die Cantzel renoviren und anlegen lasen Gott zu Ehren und der Kirchen zum Zierde. M. Johann Meyer B. D. T. L. Wort, M. Johann Kock M. G. O. T. D.“ – Hölzerner Taufständer (20. Jh.), achtseitige Stele, flaches Becken. – Zwei hölzerne Figuren (um 1500), Maria und Johannes; ursprünglich Teil einer Kreuzigungsgruppe. – Hölzerner Figurenzyklus (erste Hälfte 15. Jh.), Gottvater, Apostel, Bischof; 1896 Farbfassung entfernt. – Gemäldezyklus an der Emporenbrüstung (um 1700), Simon, Jakobus der Jüngere, Thomas, Philippus, Jakobus der Ältere, Petrus, Christus, Andreas, Johannes, Bartholomäus, Matthäus, Judas Thaddäus. – Skulptur des triumphierenden Christus auf Weltkugel (wohl 1665), ursprünglich Teil der Bekrönung des Altarretabels. – Epitaph für Anne und Karsten Wöbber (1665, vielleicht Jürgen Heitmann), Relief mit Auferstehungsszene, im Vordergrund kniend und betend die Verstorbenen und ihre fünf Kinder, Hintergrund gemalt. – Epitaph für Anna und Gerd Niebuhr (1691), Gemälde mit Darstellung der Taufe Christi, links Stifterpaar. – Epitaph für Mette und Bartholdt Schevest (1695), Gemälde mit Darstellung der Auferstehung Christi, links Stifterpaar mit Kindern. – Zwei Gemälde (wohl 1701, G. Pipping), Öl auf Leinwand, lebensgroße Darstellungen Martin Luthers und Philipp Melanchthons. – Gemälde (1901, Carl von Bergen, München), Öl auf Leinwand, Christus bei Maria und Martha, Inschriftentafel: „Geschenk der Frau C. M. R. Hildebrandt geb. Schultz, in Brooklyn und des Herrn C. von Bergen in München 1901“. – Skulptur (zweite Hälfte 20. Jh.), Holz, Haupt Christi. – Schmuckaufsatz mit Kruzifix (um 1600), Holz, farbig gefasst. – Hölzerne Prieche im Altarraum (1701), Inschrift: „Herr Jurgen Musicks hat diesen Chorstuhl Gott zu Ehren u. der Kirchen Zierde machen lassen Anno 1701“. – Opferstock, Holz mit Eisenbeschlägen. – Vitrine (1929), Orden und Ehrenzeichen verstorbener Gemeindeglieder; Inschrift „Kriegerverein Nordleda 1929“.63 – Außen: Grabplatte für Michael van Froumden († 1587). – Außen: Grabplatte für Peter Rouwe († 1582) und Gretke Rouwen († 1610). – Außen: Grabplatte für P. Georgius Langebeck († 1665), mit Relief des Verstorbenen, Inschrift u. a.: „Der ehrwurdige und wolgelarter Georgius Langebeck pastor zu Nordleda ist anno 1590 d. 10 Marty in Neuwen Brandenburg in Mecklenburg belegen gebohren worden, ist in got entschlaffen Anno 1665 d. 19. Octobr im 76 iahr seines Alters vd im 45 Jahr seines Predigamts“. – Ehemalige Ausstattung: Bronzener Taufkessel (um 1300), die drei Beine enden in Drachenköpfen, an der Kesselwandung Inschrift: „Virgo tvo sacro salvandi sint pia loti qvi fverint lavacro commansvri tibi toti“ (etwa: Fromme Jungfrau, möchten durch deinen heiligen Mittlerdienst gereinigt die erlöst werden, die sich in der Taufe ganz dir ergeben wollen); Taufkessel an Glockengießer F. Otto (Hemelingen) zum Einschmelzen verkauft, seit 1878 im Museum August Kestner in Hannover (Eigentum des Landesmuseums).64

Orgel

Orgel

Orgel

1696/97 Orgelbau, ausgeführt von Matthias Dropa (Hamburg), das Instrument besaß ein Rückpositiv und einen Zimbelstern, Zustand 1870: 20 II/P.65 1889 Orgelneubau, ausgeführt von Ernst Röver (Hausneindorf), 20 II/P, pneumatische Traktur, Röversche Kastenlade (Opus 15).66 Im Ersten Weltkrieg 1917 zinnerne Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben, 1925 durch Zinkpfeifen ersetzt. 1943 Instandsetzung, Furtwängler & Hammer (Hannover). 1954 Reparatur, E. Kemper & Sohn (Lübeck). 1975/76 Instandsetzung, Sieghart Mohrmann (Lamstedt). 2003 Restaurierung, Franz Rietzsch (Hiddestorf), 20 II/P. Denkmalorgel, weitgehend original erhalten. – Orgelpositiv, erbaut 1966 von Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 4 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen, 1973 erworben, vorher als Leihorgel in der St.-Andreas-KG Verden.67

Geläut

Zwei LG, I: e’ (Bronze, Gj. 1964, Wilhelmshütte, Bochum), Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“; II: g’ (Bronze, Gj. 1999, Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher), Inschrift: „Seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“. Eine SG, a’’ (Eisen, Gj. um 1950, Firma Weule, Bockenem). – Früherer Bestand: 1687 zwei Bronzeglocken vorhanden, bei Turmbrand gerissen; später in Stücke geschlagen und umgegossen zu zwei neuen Glocken (Bronze, Gj. wohl 1690, Johann Bermeyer, Glückstadt).68 Wenige Jahre später große LG erneut umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1707, Christoph Haupner, Stade), Inschrift etwa: „Anno 1707 ist V.M.W. gegossen V.N.D. damals gelebet H. Joachim Seht, Pastor. H. Nicolaus Schmelke, Diaconus. Claus Sept, Hinrich Baumeister, Carsten Niebuhr, Juraten. H. Peter Niebuhr, Prätor. Claus Dütsche, Jürgen Eitzen, Claus Oellerich, Landschöpf. Christoph Haupner fecit in Stade. Nordleda St. Nicolaus“.69 Große LG 1824 geborsten, 54 Jahre später umgegossen zu einer neuen LG, cis’ (Bronze, Gj. 1878, F. Otto, Hemelingen). Kleine LG umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1711, Christoph Haupner, Stade), Inschrift etwa: „Jürgen Eitzen Schultheiss. Claus Oellerich Landschöpfe. Hinrich Hadtke, Gerd Tamm, Claus Küchenmeister, Jurathen. Claus Siebern, Hinrich Wackhusen, Prateor. Joachim von Seth, Pator. Nicolaus Schmeelke, Archidiaconus. Didericus Elbers, Diaconus. Christoph Haupner me fecit Stade A[nn]o 1711“. Da sie mit der großen LG von 1878 „kein harmonisches Geläut“ abgab, wurde sie zu einer neuen LG umgegossen (Bronze, Gj. 1910, Firma Radler, Hildesheim), Inschriften: „O Land, Land, Land höre des Herrn Wort“, „Friede sei mit Euch“ sowie Namen der Kirchenprovisoren.70 Große Glocke im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, kleine Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine LG, cis’ (Eisen, Gj. 1927, Firma Schilling-Lattermann, Apolda), Inschrift: „Ich stieg hinab zu Deutschlands Wehr, ich stieg hinauf zu Gottes Ehr; ich bin geboren in Deutschem Leid und rufe zur Ewigkeit“, um 1974 stillgelegt, 1995 abgenommen und vor der Nordseite der Kirche aufgestellt.71 Eine SG (Bronze), Inschrift u. a.: „Marquardt Schlotmann“72, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus mit Gemeindesaal (Bj. 1777, Gemeindesaal 1957 eingerichtet), um 2001 verkauft.

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof rund um die Kirche. Neuer kirchlicher Friedhof südöstlich der Kirche, angelegt 1920, FKap (Bj. 1975/76).

Liste der Pastoren (bis 1940)
Kirche, Blick in den Chorraum, Foto: September 1979, P. Greve, Jöllenbeck (?)

Kirche, Blick in den Chorraum, Foto: September 1979, P. Greve, Jöllenbeck (?)

Erste Pfarrstelle: 1527–15.. Paul Rancke. – 15.. Marquart Schlotmann. – Um 1540–1553 Peter Marquart. – 1560–1564 Matthias Rodtbart. – 1564–15.. Nikolaus Barkhoff. – Um 1574(?)–1581 Andreas Koch. – 1582–1602 Cord Marßmann. – 1603–1629 Abraham Bornemann. – 1620–1665 Jürgen Langenbeck. – 1665–1676 August Becker. – 1676–1693 Hinrich (Henricus) Barlage. – 1693–1715 Joachim von Seht. – 1715–1728 Nikolaus Schmeelke. – 1728–1730 Johannes Costede. – 1730–1748 Antonius Schroeder. – 1749–1752 Christian Dietrich Schmieter II. – 1753–1763 Johann Otto Hasenbank. – 1764–1793 Christian Adam Detloff. – 1794–1801 Johann Matthias Schneider. – 1801–1826 Rudolf August Lerche. – 1828–1831 Georg Adolph Christ. Friedrich Fromm. – 1831–1854 Johann Fr. Philipp Fischer. – 1854–1880 Hermann Georg Fr. Sturm. – 1881–1924 Franz Adolf Wolff. – 1925–1930 Richard Johann Amandus Poppe. – 1932–1937 Lothar Schwieger. – 1938–1953 Bernhard Steffen Menno Bruns.
Zweite Pfarrstelle (Archidiakonat, ursprünglich St. Nicolai–Lehen): 15.. Johann thom Suden. – 1534–1574 Reimert Hilling. – 15..–1581 Gottschalk Bornemann. – 1582–1603 Abraham Bornemann. – 1603–1622 Donatus Wetzigius. – 1623–1629 Jürgen Langenbeck. – 1629–1639 Johann Bornemann. – 1639–1655 Caspar Hübler. – 1656–1665 August Becker. – 1666–1676 Henricus Barlage. – 1676–1693 Joachim von Seht. – 1693–1701 Johann Julius Costede. – 1701–1706 Urbanus Kräuter. – 1707–1715 Nikolaus Schmeelke. – 1715–1721 Dietrich Elbers. – 1721–1728 Johannes Costede. – 1730–1735 Johann Christ. Wisaeus. – 1736–1749 Christian Dietrich Schmieter II. – 1749–1753 Johann Otto Hasenbank. – 1753–1764 Christian Adam Detloff. – 1764–1778 Johann Witcke. – 1778–1794 Johann Matthias Schneider. – 1794–1801 Rudolf August Lerche. – 1801–1817 Samuel Christ. Pape. – 1818–1824 Johann Bernhard Laue. – 1824–1828 Georg Ludolph Christian Friedrich Fromm. – 1829–1831 Johann Friederich Philipp Fischer. – 1835–1854 Hermann Georg Friedrich Sturm. – 1856–1871 Carl Heinrich Riesel. – 1871–1872 Johannes Andreas Kahrs. – 1873–1879 Georg Wilhelm Friedrich Christoph Holthusen. – 1880–1881 Franz Adolf Wolff.
Dritte Pfarrstelle (Diakonat, ursprünglich St. Marien–Lehen, 1794 aufgehoben): 15.. Peter Poit. – 15..–1564 Nikolaus Barkhoff. – 1570–1616 Hinrich Meier. – 1616–1619 Erich Hesterberg. – 1619–1623 Jürgen Langenbeck. – 1623–1629 Johann Timmann. – 1630–1634 Matthaeus Bohemius (Böheim). – 1634–1639 Caspar Hübler. – 1639–1650 Justinus Hahn. – 1650–1656 August Becker. – 1656–1666 Hinrich (Henricus) Barlage. – 1667–1671 Johann Hübler. – 1671–1676 Joachim von Seht. – 1676–1693 Johannes Justus Costede. – 1693–1701 Urbanus Kräuter. – 1702–1706 Nikolaus Schmeelke. – 1708 Christian Dietrich Schmieter I. – 1709–1715 Dietrich Elbers. – 1716–1721 Johannes Costede. – 1722–1729 Antonius Schroeder. – 1729–1730 Johann Christ. Wisaeus. – 1731–1736 Christian Dietrich Schmieter II. – 1736–1746 Gerhard Rose. – 1746–1753 Christian Adam Detloff. – 1753–1759 Johann Heinrich von Geldern. – 1759–1764 Johann Witcke. – 1764–1778 Johann Matthias Schneider. – 1779–1794 Rudolf August Lerche.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 204–206, mit Korrekturen nach Chronik, S. 166 ff.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 6130–6134 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 2710Digitalisat (Visitationen); D 55a (EphA Land Hadeln); L 5g Nr. 247–248, 956 (LSuptur. Stade); S 09 rep Nr. 1807 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7679 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1654
Trauungen: ab 1654
Begräbnisse: ab 1654
Kommunikanten: ab 1752
Konfirmationen: ab 1852

Literatur & Links

A: Gemeindebuch KK Land Hadeln, S. 25–27; Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 260–264; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 995–996; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 220–234; Meyer, Pastoren II, S. 204–206; Skiebe, Röver, S. 27–31, S. 46–47; Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 126–128.
B: Chronik der Gemeinde Nordleda, hrsg. von der Volksbank Cuxhaven-Hadeln eG, 1995, bes. S. 128–185; Christian Trautmann: Die St.-Nicolai-Kirche in Nordleda, Otterndorf [2004].
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Kirchhof, Kirchwurt, Pfarrhaus, Pfarrhof; Nomine (Norddeutsche Orgelmusikkultur in Niedersachsen und Europa): Orgel.

GND

1099122279, Sankt-Nicolai-Kirche (Nordleda)

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 47, und ebd. II, S. 8.
  2. Pratje, Bremen und Verden X, S. 79.
  3. Böker, Denkmaltopographie Lkr. Cuxhaven, S. 260 f.; Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 220.
  4. Hucker, Land Hadeln, S. 155. Insgesamt zur Geschichte des Landes Hadeln bis zur Frühen Neuzeit vgl. Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 321 ff.
  5. Sudendorf UB VI, Nr. 19 und Nr. 47; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 242 und Nr. 246.
  6. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 48; Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 205 ff. und S. 324.
  7. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 171; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 363.
  8. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 296, Nr. 305 und Nr. 312. Bei Dannenberg/Schulze, Geschichte II, S. 323, ist Otterndorf irrtümlich zu den Fünf Kirchspielen gezählt und zudem das Sietland irrtümlich von den Fünf Kirchspielen unterschieden.
  9. Rüther, Hadler Chronik, S. 37: „Es gab drei Stände, so genannt seit 1616. Der erste Stand umfaßte alle Vertreter der 7 Kirchspiele des Hochlandes, der zweite Stand die der 5 Kirchspiele des Sietlandes und den dritten Stand bildet die Stadtvertretung Otterndorfs.“ Vgl. auch Bünz, Kirche vor Ort, S. 116.
  10. LkAH, L 5g, Nr. 248 (Visitation 1967).
  11. Pratje, Bremen und Verden X, S. 79; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 71.
  12. UB Neuenwalde, Nr. 26; Rüther, Hadler Chronik, Nr. 77.
  13. 1341: Bremisches UB II, Nr. 478. 1342: Rütther, Hadler Chronik, Nr. 140. 1345: Bremisches UB II, Nr. 532.
  14. Bremisches UB III, Nr. 294 und Nr. 299. Bremisches UB III, Nr. 394.
  15. UB Neuenwalde, Nr. 106. In Chronik, S. 166, irrtümlich auch „Thomas Lehe“ genannt, die Urkunde nennt jedoch „her Thomas kerchere tu Lee“.
  16. RG Online, RG IV 06714, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/6714, 27.04.2023; RG Online, RG IV 10250, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/10250, 27.04.2023, Rüther, Hadler Chronik, Nr. 352; RG Online, RG IV 05127, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/5127, 27.04.2023, Rüther, Hadler Chronik, Nr. 353. Es ist zu vermuten, dass es sich bei Lubbertus Luderi und Lubertus Gesel um eine Person handelt.
  17. RG Online, RG IV 05556, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/5556, 27.04.2023. Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 128; Bünz, Kirche vor Ort, S. 138.
  18. Scherder, Chronik Hadeln, S. 113.
  19. Rüther, Hadler Chronik, S. 549 ff. Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 127. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 220.
  20. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 579b. Zur Reformation im Land Hadeln vgl. Behne, Bauern, S. 65 ff.; Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 5, S. 260 ff. Mit Schwerpunkt auf der Entwicklung in Otterndorf vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 163 ff.
  21. Nach Otte, Kirche und Konsistorium, S. 164, mit Anm. 5 und 6, ist über den Inhalt der KO von 1526 nichts bekannt, sicher „ist nur, dass sie erlassen wurde“, da sie in einem Mandat Hzg. Magnus I. vom 01.12.1526 erwähnt sei. Behne, Bauern, S. 79, bezeichnet die Existenz einer KO von 1526 hingegen als „völlig unwahrscheinlich“. Die Hadeler KO von 1542 nennt als Jahr ihrer Abfassung ebenfalls 1526, erwähnt jedoch Bücher, die erst 1535 erschienen sind, und stimmt stellenweise wörtlich mit der schleswig-holsteinischen KO von 1542 überein, vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 167. Zusammenfassend charakterisiert Otte die Hadeler KO von 1542 folgendermaßen: „Zielpunkt für alle Regelungen war die Einzelgemeinde, nicht eine große Kirchenorganisation, die landesherrlich gesteuert wurde […] es war eine ‚Gemeindekirche‘, kaum eine ‚Landeskirche‘, für die hier Vorschriften erlassen wurden“ (ebd., S. 169).
  22. Nach Ende der militärischen Auseinandersetzungen mit Ebf. Christoph von Bremen (amt. 1511–1558) ging es bei der Visitation 1526 „zunächst wohl um die Feststellung der Schäden an den Kirchen“, Otte, Kirche und Konsistorium, S. 164. Vgl. auch Behne, Bauern, S. 80.
  23. Meyer, Pastoren II, S. 205. Nach Chronik, S. 171, war der Vikar Johan thom Suden (um 1539) „der erste evangelische Prediger“.
  24. Behne, Bauern, S. 88.
  25. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 168.
  26. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 170: „Damit war die Hadelner Kirche eindeutig lutherisch geworden.“
  27. Zit. in Chronik, S. 134. Als Ortsname nennt die Chronik Peddlum oder Pettlum; dieser Name passt jedoch nicht zu den überlieferten Kirchorten auf Strand.
  28. Chronik, S. 132.
  29. KABl. 1900, S. 145 f.
  30. Schmidt, Arno, „Pape, Christian“ in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 45 [Online-Version]: „Häufige häusliche Todesfälle – die erste Gattin, und vier von sieben Kindern – umdüsterten den Geist des Hypochonders, der allmählich bei Schwindsucht und Flasche verstummte.“ Vgl. auch Christian Pape: Gedichte. Mit einem biographischen Vorwort von Friedrich Baron de la Motte Fouqué, Tübingen 1821.
  31. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 18. Allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  32. LkAH, S 1 H III, Nr. 816, Bl. 18.
  33. LkAH, L 5g, Nr. 247 (Visitation 1939).
  34. LkAH, L 5g, Nr. 247 (Visitationen 1943 und 1949).
  35. LkAH, L 5g, Nr. 247 (Visitationen 1955 und 1961).
  36. LkAH, L 5g, Nr. 247 (Visitation 1961).
  37. LkAH, L 5g, Nr. 247 (Visitation 1961).
  38. LkAH, L 5g, Nr. 248 (Visitation 1985): „Das Gemeindeprinzip ist in einem für das Land Hadeln erstaunlichen Maße entwickelt“.
  39. LkAH, L 5g, unverz., Nordleda, Visitation 1992. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  40. KABl. 1997, S. 139.
  41. KABl. 2009, S. 158 f.
  42. KABl. 1900, S. 145 f.
  43. Rüther, Hadler Chronik, Nr. 1141.
  44. Hodenberg, Stader Copiar, S. 54.
  45. Weitere Mitglieder des Konsistoriums waren der Gräfe (vom Landesherrn entsandt) und drei Konsistorialassistenten (von den Ständen entsandt), vgl. Otte, Kirche und Konsistorium, S. 174.
  46. LkAH D 55a, Bestandsbeschreibung.
  47. KABl. 1976, S. 205; KABl. 2009, S. 158 f.
  48. KABl. 2012, S. 301 f.
  49. Weiberg, Niederkirchenwesen, S. 126 f.
  50. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 5, S. 473; Otte, Kirche und Konsistorium, S. 175.
  51. KABl. 1939, S. 115.
  52. Chronik, S. 129.
  53. Gemeindebuch KK Land Hadeln, S. 25.
  54. Chronik, S. 156.
  55. Chronik, S. 156.
  56. Chronik, S. 132.
  57. Zum Folgenden: Chronik, S. 132 f. und S. 139 ff.
  58. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 221.
  59. Chronik, S. 157.
  60. Chronik, S. 156 f.
  61. Chronik, S. 134. Trautmann, S. 18: Die Insel Nordstrand war bei der Sturmflut 1634 weitgehend zerstört worden. Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 224;
  62. Trautmann, S. 17; Chronik, S. 133.
  63. Chronik, S. 180.
  64. Chronik, S. 155; Trautmann, S. 25 f.
  65. Chronik, S. 147; LKA, G 9 B/Nordleda Bd. I, Bl. 101.
  66. Zur Orgel vgl. Skiebe, Röver, S. 27 ff. und S. 46 f.
  67. LKA, G 9 B/Nordleda Bd. I, Bl. 53 f.
  68. Chronik, S. 146. Vgl. dagegen ebd., 132 f.: Nur große Glocke beschädigt.
  69. Chronik, S. 133.
  70. Chronik, S. 136. Nach Kiecker/Lenz/Rüther, KD Land Hadeln, Textband, S. 230, Gj. 1909.
  71. Chronik, S. 158.
  72. Chronik, S. 166.