Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden | Patrozinium: möglicherweise Thomas und Nikolaus1 | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich sind Groß oder Klein Schneen in der Vita des Paderborner Bischofs Meinwerk (amt. 1009–1036) als Sneun genannt; die Lebensbeschreibung entstand etwa zwischen 1140 und 1160.2 Groß Schneen ist 1055 als Ostersnene nachgewiesen, Klein Schneen 1255 als parvo Sneyn.3 Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jh. war die Namensform Lütjenschneen oder Lütgenschneen üblich. Territorial gehörte Klein Schneen zum welfischen Teilfsm. Göttingen, das um 1291 bei der Dreiteilung des Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel entstanden war.4 Nachdem die Göttinger Linie der Welfen mit Hzg. Otto Cocles († 1463) in männlicher Linie ausgestorben war, wurde das Territorium 1495 bzw. 1512 Teil des Fsm. Calenberg-Göttingen („Kernlande Hannover“, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Klein Schneen zählte zum Amt Friedland.5 In französischer Zeit gehörte Lütgenschneen von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Friedland, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Ab 1815 zählte der Ort, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Amt Friedland, das 1859 im Amt Reinhausen aufging. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Klein Schneen 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen (neugebildet 1973 und 2016). 1973 wurde Klein Schneen nach Friedland eingemeindet. Zur Sozialstruktur der Gemeinde schrieb der Ortspfarrer 1963: „Bedeutung der Landwirtschaft geht zurück, kleiner Landwirte verpachten an größere Besitzer, die z[um] T[eil] sehr fortschrittlich wirtschaften, Arbeiter und Angestellte verdienen gut, wohnen billig, die Not liegt bei den Landwirten, die sich nicht rechtzeitig auf die neue Situation umstellen können.“6 Um 1810 lebten knapp 420 Menschen in Klein Schneen, 1909 etwa 480 und 2024 fast 580.

Die Zeugenliste einer Urkunde aus dem Jahr 1246 nennt mit Antonius sacerdos de Snen einen Priester in Schneen, wobei unklar bleibt, ob Groß oder Klein Schneen gemeint ist.7 Knapp zwei Jahrzehnte später ist ein Pfarrer in Klein Schneen belegt: Helmoldus plebanus in minori Snen (1265).8 Helmoldus bezeugte die Übertragung des Zehnten aus Wirekessen an die Kirche St. Thomas und Nikolaus (Ecclesie b. Thome et Nycolai). Die Urkunde erwähnt nicht explizit, wo diese Kirche steht; möglicherweise handelt es sich um die Kirche in Klein Schneen.9 1266 ist der Pfarrer erneut belegt (…, Helmoldus de Snen sacerdotes).10 Der älteste Teil des bis heute erhaltenen Kirchengebäudes geht auf die erste Hälfte des 15. Jh. zurück: Eine verwitterte Steintafel an der Nordseite erinnert daran, dass Hermann von Schnehen im Jahr 1430 den Grundstein für den Turm legte, den heutigen Ostteil der Kirche.11 Möglicherweise besaß die Familie von Schnehen zu dieser Zeit das Patronatsrecht über die Kirche. 1466 allerdings ist das Patronat (Kirchlehen) im Besitz der Familie von Boventen nachgewiesen; 1482 kam es an die Familie von Adelebsen (jeweils als Lehen der Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg).12 Mit Pfarrer Heinrich Quentin ist 1463 ein weiterer vorref. Geistlicher in Klein Schneen namentlich belegt. Testamentarisch hinterließ er der Kapelle in Stockhausen „eine nicht zu verachtende Summe Silber“.13
Einzelheiten zur Reformation in Klein Schneen sind nicht bekannt.14 Im Fsm. Göttingen führte Hzgn. Elisabeth zu Braunschweig-Lüneburg († 1558) die luth. Lehre ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden, Stifte und Klöster des Fürstentums visitieren.15 Im Jahr 1545 übernahm ihr nunmehr volljähriger Sohn als Hzg. Erich II. die – Regierungsgeschäfte und wechselte 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre in den Kirchspielen des Fürstentums sicherstellen. Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg-Göttingen 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius († 1589) führte seine 1569 aufgestellte ev. KO auch hier ein.16 1588 ließ er die Gemeinden visitieren.
Eine Notiz im Kirchenbuch von Klein Schneen aus dem Jahr 1773 nennt den ehemaligen Dominikaner P. Wilhelm Krümmel (amt. bis 1550) als wahrscheinlich ersten luth. Prediger des Dorfes.17 Zur Zeit der Visitation 1588 hatte P. Lorenz Gehrig (amt. 1578–1592/7?) das Pfarramt inne. Er sei „seines Sohnes, als rechtmäßig Belehnten, Mercenar“. Das Protokoll der Visitation nennt überdies Friedland als Tochtergemeinde (filia) von Klein Schneen.18 P. Gehrig predigte sonntags in beiden Kirchen. Die Verbindung der zwei Gemeinden bestand bis hinein in die zweite Hälfte des 20. Jh. Im Protokoll der Visitation 1652 ist lediglich vermerkt, dass P. Andreas Kelner (amt. 1628–1678) sich über das baufällige Pfarrhaus beklagt habe und die Gemeinde versprach, „ihm binnen Jahresfrist ein neues zu bauen“.19 Der erste namentlich bekannte Küster und Lehrer in Klein Schneen ist der 1664 gestorbene Henrich Oppermann sen. Er hatte das Amt vor 1637 übernommen; sein gleichnamiger Sohn wurde sein Nachfolger.20
P. Johannes Georg Rodemann (amt. 1674–1722) bezeichnete das Kirchengebäude 1706 als sehr alt. Etwa ab 1742 ließ die Gemeinde ihre Kirche erneuern und erweitern21
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Georg Friedrich Theodor Ludwig Ohlhoff (amt. 1917–1934), P. Heinrich Wilhelm Karl Reinecke (amt. 1935–1937) und P. Johannes Hildebrand (amt. 1938–1953) das verbundene Pfarramt Klein Schneen-Friedland inne. Nach den Angaben im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“, beantwortet von P. Hildebrand, gehörte keiner von ihnen der NSDAP oder den DC an; „die beiden ersteren standen mehr der Bekenntnisgem[einschaft] nahe, letzterer entschieden aufseiten der Bekenntnisgemeinschaft“.22 Zum 1933 neugewählten KV schrieb P. Hildebrand: „Zur Hälfte mit polit[ischen] D. C. ohne christliche Färbung, Bewährung eher negativ“.23 Nach der Visitation 1940 merkte der Sup. des KK Göttingen-Süd in seinem Bericht an, dass „politische Hetze in Kl. Schneen eine starke Wirkung findet“, wie sich bereits nach der Revolution 1918 gezeigt habe.24 Seit 1933 versah das Pfarramt Klein Schneen auch die KG Elkershausen mit.25
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Klein Schneen von rund 480 im Jahr 1939 auf etwa 670 im Jahr 1951 an.26 Zugleich entstand eine kleine kath. Gemeinde (1951: knapp 90 Gemeindeglieder, 1957: etwa 45; kath. Pfarramt im Lager Friedland). Im Jahr 1958 endete die seit dem 16. Jh. bestehende pfarramtliche Verbindung zwischen Klein Schneen und Friedland.27 Das Pfarramt Klein Schneen war weiterhin für Elkershausen zuständig und versah in den 1960er Jahren das Lagerpfarramt Friedland mit.28 Die Zahl der Gemeindeglieder in Klein Schneen und Elkershausen lag 1970 bei rund 800. P. Johannes Lippert (amt. 1953–1976) schrieb in den Unterlagen zur Visitation 1970: „Bei einer kommenden Neuordnung der Parochialverhältnisse wäre zu berücksichtigen, daß die noch rein landwirtschaftliche Struktur beider Dörfer einen Zusammenschluß mit anderen ähnlich ausgerichteten Gemeinden – Deiderode, Mollenfelde – ratsam erscheinen läßt.“
Die zum 1. Juli 1977 errichtete pfarramtliche Verbindung folgte dieser Empfehlung: Sie umfasste die KG Klein Schneen, Deiderode und Elkershausen sowie als Teil der KG Deiderode die bisherige KG Mariengarten und die bisherige KapG Mollenfelde, also insgesamt fünf Predigtstätten.29 Sitz des Pfarramts war Klein Schneen. Die fünf Dörfer feierten jährlich zwei bis drei gemeinsame Gottesdienste (1980).30 Die Zahl der Gemeindeglieder lag 1988 bei 1.000.31 Gottesdienste fanden alle zwei Wochen in Klein Schneen, Deiderode, Elkershausen und Mollenfelde statt und monatlich in Mariengarten. Die KG Klein Schneen und Elkershausen unterhielten ab 1980 eine Partnerschaft mit der KG Neustadt/Harz (1988: „Positiv zu bemerken ist das intensive Verhältnis zur Partnergemeinde in der DDR.“); die Kontakte endeten Ende der 1990er Jahre.32 Zum 1. April 1998 wurde die volle Pfarrstelle in eine Dreiviertelstelle umgewandelt und ab Oktober 2001 war sie dauervakant.33
2001 hob das Landeskirchenamt Hannover die bisherige pfarramtliche Verbindung der drei Gemeinden Deiderode, Elkershausen und Klein Schneen auf und richtete ein neues verbundenes Pfarramt für die KG Ballenhausen, Deiderode, Elkershausen, Friedland, Groß Schneen, Klein Schneen, Niedergandern-Hottenrode und Reckershausen ein (drei Pfarrstellen).34 2009 kamen mit Reiffenhausen, Lichtenhagen und Ludolfshausen drei weitere Gemeinden hinzu35, 2011 mit Niedernjesa-Stockhausen eine vierte. Seit Januar 2025 ist Klein Schneen Teil des neugegründeten „Ev.-luth. KGV Friedland-Rosdorf“, der ab 2027 Träger des gemeinsamen Pfarramts der insgesamt 17 Verbandsgemeinden sein wird.36
Die Kirche Klein Schneen liegt am 2005 eröffneten Pilgerweg Loccum–Volkenroda.37

Umfang

Klein Schneen

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Nörten (sedes Sieboldshausen) der Erzdiözese Mainz.38 – 1588 zur Insp. Dransfeld, seit Verlegung des Superintendentursitzes 1636/37 Insp. Göttingen (Sitz an St. Johannis in Göttingen), bei deren Teilung 1796/97 zur neuen Insp. Göttingen Erster Teil, 1802 zur neuen Insp. Göttingen Dritter Teil. 1924 zum KK Göttingen III, 1937 zum KK Göttingen-Süd.39 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.40 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden.41

Patronat

1430 lag das Patronat anscheinend bei der Familie von Schnehen (Hermann von Schnehen legte den Grundstein zum Bau des Turms).42 Seit spätestens 1466 die Besitzer von Haus und Schloss Jühnde (dingliches Patronat), zunächst die Familie von Boventen, ab 1482 die Familie von Adelebsen, ab 1664 die Familie von Grote (ab 1689 Freiherren). Nach einer Vereinbarung aus dem Jahr 1997 erfolgte die Besetzung der Pfarrstelle abwechselnd durch Gemeindewahl und durch patronatsseitige Präsentation.43 Das Patronat besteht noch.

Kirchenbau

Zweiteiliger, rechteckiger Saalbau, Ostteil errichtet 1430, Westteil weitgehend neu errichtet zwischen 1742 und 1780.44 Satteldach, nach Westen abgewalmt (ziegelgedeckt). Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, Ostgiebel Fachwerk mit Ziegelausfachung. Am Ostteil je ein rundbogiges Sprossenfenster nach Norden und Süden, ein schlitzartiges Spitzbogenfenster nach Osten, im Fachwerkgiebel ein rechteckiges Fenster mit horizontalen Lamellen; am Westteil nach Süden zwei große, rechteckige Sprossenfenster, nach Norden zwei große, rundbogige Sprossenfenster sowie segmentbogiges Portal mit Rundbogenfenster darüber, nach Westen Rechteckportal mit Rundbogenfenster darüber; Fenster- und Portalgewände aus Werkstein. In der Nordwand stark verwitterter Inschriftenstein: „Anno d[omi]ni m cccc xxx do w[a]rt [du]sse [to]rn be[te]nget v[nde] den ersten s[teyn lechte ] he[rman] von sn[eyn egh]ardes [ son]“ (Im Jahr des Herrn 1430 da wurde dieser Turm begonnen, und den ersten Stein legte Hermann von Schnehen, Eckhards Sohn).45 Im Innern flache Decke mit Vouten an den Längsseiten; u-förmige, hölzerne Emporenanlage, farbig gefasst; niedrige Segmentbogennische an der Nordseite des Altarraums. Ausmalungsreste an der Nord- und an der Ostwand des Altarraums (zweites Viertel 15. Jh., entdeckt 1987/88, restauriert 1988/89). 1706 Kirche als sehr alt beschrieben, Dach erneuert.46 Ab 1742 Erneuerungsarbeiten. 1779/80 vier größere Fenster gesetzt. 1861 Innenrenovierung. 1955 Innenrenovierung. 1962 Mauerwerk trockengelegt. 1975 Dachneudeckung. 1986/87 Sanierung, u. a. Zementputz entfernt.

Turm

Über dem Ostgiebel vierseitiger, dachreiterartiger Turm mit Schieferbehang. Geschwungene Schieferhaube mit vierseitigem Ansatz, achtseitiger, geschlossener Laterne, bekrönt mit Kugel und Wetterhahn, erbaut 1805 (Zimmermann J. A. W. Saltzmann, Obernjesa). An der Laterne acht Schallfenster, am Dachreiter je ein Schallfenster nach Norden, Süden und Osten. 1742 Turm erneuert. 1805 Turm neu errichtet. 1847 Instandsetzungsarbeiten. 1930 Neubeschieferung.

Ausstattung

Hölzerne Kanzelaltarwand mit Volutengiebeln, farbig gefasst (18. Jh.); polygonaler Kanzelkorb mit Schalldeckel; unterhalb des Kanzelkorbs Kruzifix (15. Jh.); kastenförmiger Altar (1987/88), links und rechts je zwei segmentbogige Durchgänge. – Hölzerner Altartisch, farbig gefasst (2007).47 – Taufstein (vor 1630), Sandstein mit Resten einer Farbfassung, sechsseitiges Becken, sechsseitiger Fuß, Inschrift: „[Ann]a domini [… ha]t der w[ol e]dler vndt ve[ster Fre]derich v[on] R[eden …] Tavffe Got [zvr Eh]re hawen la[ssen]. Frederich v[on] Reden. Sophia von Weihe“48; Taufstein seit 1955 wieder in Benutzung. – Zwei hölzerne Namenstafeln (1967, Rudolf Petrikat, Göttingen): „Ihr Leben für die Heimat gaben im Weltkrieg 1939–45“ (es folgt Liste mit 51 Namen). – Ehemalige Ausstattung: Altarmensa aus Sandstein (1476), östlich der Kirche auf dem Kirchhof aufgestellt.49 – Altartriptychon (1473, Malerei auf Leinwand), im Mittelfeld Kreuzigungsszene, auf den Flügeln je zwei Szenen: Christus an der Martersäule, Kreuztragung, Verspottung des Heilands und Auferstehung, Inschrift am Rahmen: „M CCCC LXXIII die margharete“; Triptychon 1869 noch vorhanden, Verbleib unbekannt.50 – Hölzernes Epitaph für Frantz von Schnehen († 1712), zeitweise in der Jacobikirche Göttingen, später im Städtischen Museum Göttingen, bis 1987/88 in der Kirche Klein Schneen.51

Orgel

1853 Orgelneubau, ausgeführt von Carl Heyder (Heiligenstadt), 9 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 16). Zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). 1929 Instrument abgebaut. 1929 Orgelneubau, ausgeführt von P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 13 (davon 2 Transmissionen) II/P, pneumatische Traktur, Taschenladen (Opus 1071), Gehäuse der Vorgängerorgel wiederverwendet; an der Orgelempore Inschriftentafel: „Die im Jahre 1929 erbaute Orgel spielt zur Ehre Gottes und der im Weltkriege gefallenen Brueder“ (es folgt Namensliste). 2016 Restaurierung, Elmar Krawinkel (Trendelburg), 13 (davon 2 Transmissionen) II/P, pneumatische Traktur, Taschenladen.52

Geläut

Zwei LG, I: fis’ (Gussstahl, Gj. 1928, Bochumer Verein), Inschrift: „In schwerer Zeit ein Hoffnungsgeläut“; II: h’ (Bronze, Gj. 2000, Firma Rincker, Sinn), Inschriften: „Herr habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet Ps. 26,8. Klein Schneen“, außerdem Gießerzeichen und Jahreszahl „2000“. – Früherer Bestand: Eine neue LG (Bronze, Gj. 1684, Johannes Ulrich, Hirschfeld), 1707 geborsten.53 Eine LG (Bronze), wohl um oder vor 1812 geborsten; umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1839, F. See, Kreuzburg), Inschriften: „Soli Deo Gloria“ (Allein Gott die Ehre) und etwa „Diese Glocke hat gießen lassen die Gemeinde Klein Schneen im September 1839. Bauermeister H. Harriehausen, Vorsteher G. W. Schneide und H. F. Furcht. Kirchenkommissarien C. G. H. Cordemann und A. B. Seidel, Pastor Schlie, Kirchenvorsteher Schullehrer C. H. Hoffmeister und H. Henne. Von Seiten des adligen Gutes hierselbst ist durch den Herren Obrist August von Schnehen dazu geschenkt 67 Rtlr“, außerdem: „Durch Gottes Macht und Menschen Hand hat mich gebracht in diesen Stand F. See Creutzburg“; Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine LG (Bronze, Gj. 1879), im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1856, Vorgängerbau Bj. 1676), Pfarrwohnung ab 2002 vermietet.

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche, genutzt bis Mitte des 19. Jh.54 Kirchlicher Friedhof am nordwestlichen Ortsrand, angelegt um 1848/49, erweitert 1893 und 1930, FKap (Bj. 1965/66).

Liste der Pastoren (bis 1940)

1542/44(?)–1550 Wilhelm Krümmel. – 1550/1–1552/3(?) Lideon. – 1552/3 oder 1569 bis 1577/78 Arnold Segel (Sigell, Sigel). – 1578 bis 1592 oder 1597 Lorenz Gehrig. – 1592 oder 1597 bis 1608 Bernhard Kelle (Keller, Kellius). – 1608–1626 Johann Blancke. – 1626–1628 Henning Meyer. – 1628–1674 Andreas Kelner. – 1674–1722 Johannes Georg Rodemann. – 1722–1728 Johann Otto Kelterborn. – 1728–1737 Johann Friedrich Jacobi. – 1737–1742 Ludolf Wilhelm Hüpeden. – 1743–1755 Heinrich Hermann Flügge. – 1756–1768 Johann Christoph Schmid. – 1768–1781 Wilhelm Otto Karl Langenbeck. – 1781–1787 Georg Christoph Haltenhof. – 1787–1798 Anton Rudolf Warlich. – 1798–1851 Heinrich Christoph Schlie. – 1851–1883 Karl Franz Neubauer. – 1883–1916 Karl Friedrich Wilhelm Vogeler. – 1917–1934 Georg Friedrich Theodor Ludwig Ohlhoff. – 1935–1937 Heinrich Wilhelm Karl Reinecke. – 1938–1953 Johannes Hildebrand.

Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 29–30

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 10024–10040 (Pfarroffizialsachen); A6 Nr. 4535–4539 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 2060Digitalisat, 2061Digitalisat (Visitationen); B 2 G 9 Nr. 1763 (Baupflege und Bauwesen); D 10, Nr. 606–607 (Depositalsplitter); E 5 Nr. 617 (Konsistorialbaumeister); S 09 rep Nr. 1512 (Presseausschnittsammlung); S 11a, Nr. 7919 (Findbuch PfA); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1636 (Lücken: Sep. 1672–Okt. 1674)
Trauungen: ab 1636 (Lücken: Sep. 1672–Okt. 1674)
Begräbnisse: ab 1636 (Lücken: Sep. 1672–Okt. 1674)
Kommunikanten: ab 1800
Konfirmationen: ab 1719 (Lücken: 1723–1728, 1738–1772, 1849–1866)

Literatur & Links

A: Bielefeld, Orgeln im Umland, S. 116–119; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 358–363; Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 69–75; Franz, Maybaum & Tinney, Räume, S. 134–139; Grote/van der Ploeg/Kellner, Wandmalerei, Katalogband, Nr. 88; Ide & Maloku, Coworking-Spaces, S. 48–49 und S. 92–93; Lücke, Burgen und Gutshöfe, S. 99–100; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Duderstadt, S. 224–226; Meyer, Pastoren II, S. 29–30; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 126 („Lütjenschneen“).

B: Trauregister aus den Kirchenbüchern Südniedersachsens 1801–1850. Teil 8. Göttingen West: Atzenhausen, Dahlenrode, Deiderode, Dramfeld, Elkershausen, Friedland, Klein Schneen, Mariengarten, Mollenfelde, Obernjesa, Sieboldshausen, Volkerode, hrsg. von der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Göttingen e. V., Norderstedt 2017; Horst Gerke: Die Pastoren und Schulmeister in Klein Schneen und Friedland von der Reformation bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, 3 Teile (= Jühnder Mitteilungen 9,1–3), Burscheid 2002; Günter Jaritz: Klein Schneen. Eine Ortsgeschichte, Friedland 2008, bes. S. 256–271 und S. 392–423; Joachim Jünemann: Das Patronat der Kirchen in Jühnde, Barlissen und Klein Schneen, in: Göttinger Jahrbuch 16 (1968), S. 49–72, bes. S. 65–71.

Internet: Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche; Familienkunde Niedersachsen: Pastorenliste (.pdf); 3d-raeume.de: 3-D-Modell der Kirche.


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien II, S. 81. Die als Beleg angegebene Urkunde erwähnt ohne Nennung eines Ortes die Ecclesie b. Thome et Nycolai. Hennecke/Krumwiede bezogen das Patrozinium anscheinend auf Klein Schneen, weil Helmoldus plebanus in minori Snen der einzige Geistliche ist, der in der Zeugenliste der Urkunde erscheint [Digitalisat].
  2. MGH SS rer Germ 59, S. 36 [Digitalisat]. Vgl. auch geschichtsquellen.de, Art. Vita Meinwerci episcopi Paderbornensis, 28.10.2025. Für weitere Belege und zum Ortsnamen vgl. Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 358. Bei den beiden auf 1022 datierten Urkunden für das Hildesheimer Stift St. Michael, in denen die beiden Dörfer als Sneu bzw. Snen genannt sind, handelt es sich um Fälschungen aus dem 12. Jh. (MGH DD H II 260 [Digitalisat]; UB HS Hildesheim I, Nr. 67; Casemir, Krueger, Ohainski & Peters, 1022). Vgl. auch Jaritz, S. 28 ff.
  3. 1055: Mainzer UB I, Nr. 296 [Digitalisat]. 1255: UB Reinhausen, Nr. 52.
  4. Insgesamt: Pischke, Landesteilungen, bes. S. 45 ff., S. 75 ff. und S. 180 ff.
  5. Vgl. zum Amt Friedland Wolters, Friedland, S. 24 ff.
  6. LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitation 1963.
  7. UB Hilwartshausen, Nr. 49.
  8. K. von Mengershausen: Erleichterung des Verständnisses über das Fürstenthum Göttingen in Beziehung auf dessen noch bestehende und bereits verwüstete Ortschaften, in: Vaterländisches Archiv (1833), S. 75–165, hier S. 102, Anm. 38 [Digitalisat].
  9. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien II, S. 81.
  10. UB Mariengarten, Nr. 16.
  11. DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 39 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0003909, 11.08.2009; Jünemann, S. 65 ff. Zur Familie von Schnehen: Lücke, Burgen und Gutshöfe, S. 99 f.
  12. UB Herren von Boventen, Nr. 516 und Nr. 556.
  13. UB Reinhausen, Nr. 304.
  14. Gerke, Teil 1, S. 5.
  15. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
  16. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  17. Gerke, Teil 2, S. 6 und S. 9.
  18. Kayser, General-Kirchenvisitation I, S. 149.
  19. Kayser, Generalvisitation Gesenius, S. 187.
  20. Gerke, Teil 2, S. 55 f.
  21. Jaritz, S. 397.
  22. LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 18. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  23. LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 18.
  24. LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitation 1940.
  25. LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitationen 1940 und 1957.
  26. LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitationen 1940 und 1951.
  27. KABl. 1958, S. 93.
  28. LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitation 1963.
  29. KABl. 1977, S. 109 f.
  30. LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitation 1980.
  31. LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitation 1988.
  32. Jaritz, S. 270; LkAH, L 5c, unverz., Klein Schneen, Visitation 1988.
  33. KABl. 1998, S. 80 f.; Jaritz, S. 257 f.
  34. KABl. 2001, S. 85.
  35. KABl. 2009, S. 11.
  36. KABl. 2025, S. 60 ff. Folgende KG gehören zum KGV: Ballenhausen, Deiderode, Elkershausen, Friedland, Groß Schneen, Klein Schneen, Niedergandern-Hottenrode, Niedernjesa-Stockhausen, Reckershausen, Franziskus-KG Reiffenhausen, Atzenhausen, Dramfeld, Mengershausen, Obernjesa, Rosdorf, Settmarshausen und Sieboldshausen-Volkerode.
  37. Siehe: loccum-volkenroda.de, 20.11.2025
  38. Bruns, Archidiakonat, S. 168.
  39. KABl. 1924, S. 86; KABl. 1937, S. 135.
  40. KABl. 2000, S. 150 f.
  41. KABl. 2022, S. 189 ff.
  42. DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 39 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0003909, 11.08.2009: „Wenn die Familie von Schnehen um 1430 nicht Inhaber des Kirchenpatronats gewesen wäre, hätte es keinen Anlaß für eines ihrer Mitglieder gegeben, die Grundsteinlegung vorzunehmen.“ Insgesamt zum Patronat: Jünemann, S. 65 ff.; Jaritz, S. 409.
  43. LKA, G 15/Klein Schneen Bd. I, Bl. 21.
  44. Jaritz, S. 397: ab 1742 und 1779/80; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Duderstadt, S. 226: 1775. Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 69: 1755.
  45. DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 39 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0003909, 11.08.2009.
  46. Jaritz, S. 397.
  47. Jaritz, S. 263.
  48. DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 345 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0034505, 14.08.2009.
  49. Jaritz, S. 408 (Foto).
  50. Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 126; DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 57† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0005700, 11.08.2009.
  51. Jaritz, S. 404.
  52. Siehe: orgelbau-krawinkel.de/orgelprojekte/restaurierung-und-rekonstruktion/klein-schneen-ev-luth-kirche, 28.10.2025.
  53. Zu den Glocken: Jaritz, S. 399 f.
  54. Jaritz, S. 407.