Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden | Patrozinium: ursprünglich Johannes1, später Maria | KO: Calenberger KO von 1569
Orts- und Kirchengeschichte
Schriftlich ist Jesa wohl erstmals in einer um 1100 gefälschten und auf 1081 datierten Urkunde als Gesu belegt.2 Die Nennungen in zwei auf 1022 datierten Urkunden sind nur scheinbar älter, denn es handelt sich um Fälschungen des 12. Jh.3 Seit der zweiten Hälfte des 13. Jh. ist die Unterscheidung in Niedern- und Obernjesa nachweisebar: Um 1269 Minor Jese und 1278 Superioris ville Gese.4 Territorial gehörte Obernjesa seit der Dreiteilung des welfischen Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel um 1291 zum neuen Teilfsm. Göttingen.5 Nachdem die Göttinger Linie der Welfen mit Hzg. Otto Cocles († 1463) in männlicher Linie ausgestorben war, wurde das Territorium 1495 bzw. 1512 Teil des Fsm. Calenberg-Göttingen („Kernlande Hannover“, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Die landesherrlichen Rechte in Obernjesa nahm zunächst der Amtmann in Münden wahr; die Gerichtshoheit lag beim Gericht Leineberg.6 Nach und nach entwickelte sich das Gericht Leineberg „zu einem üblichen Gerichts- und Amtsbezirk“.7 In französischer Zeit gehörte Obernjesa von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Grone, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Ab 1815 zählte der Ort, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Gericht Leineberg, aus dem 1831 das Amt Göttingen hervorging. 1852 kam Obernjesa zum Amt Friedland, das 1859 in das Amt Reinhausen eingegliedert wurde. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Obernjesa 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen (neugebildet 1973 und 2016). 1973 wurde Obernjesa nach Rosdorf eingemeindet. Zur sozialen Zusammensetzung der Gemeinde schrieb der Ortspastor 1953: „Beamte, Angestellte, Großbauern, Kleinbauern, landw[irtschaftliche] Arbeiter, Fabrikarbeiter und Flüchtlinge. Alle diese Kreise sind in sich abgeschlossen. Die Nähe der Stadt ist sehr bemerkbar.“8 Um 1810 lebten knapp 330 Menschen in Obernjesa und 2024 fast 960.
In den Jahren 1245, 1266 und 1269 ist ein Heinricus plebanus in Gese urkundlich belegt.9 Es ist allerdings unklar, ob er nach Obernjesa gehört oder nach Niedernjesa. Die Kirche in Obernjesa – ecclesia Superioris ville Gese – ist 1278 erstmals urkundlich belegt.10 Das Patronatsrecht lag seinerzeit bei den Brüdern Johannes und Berthold von Roringen. 1284 übertrugen sie dieses Recht dem Kloster Weende und 1287 inkorporierte Ebf. Heinrich II. von Mainz (amt. 1286–1288) die Pfarrkirche Obernjesa dem Kloster.11 Sobald der derzeitige Pfarrer gestorben sei oder sein Amt aufgegeben habe, solle das Kloster die Pfarreinkünfte erhalten und das Pfarramt von einem geeigneten Priester (per ydoneum sacerdotem) versehen lassen. 1386 ist Johannes von Reinhausen als perner to Oueren Yheze genannt.12 Nachdem Iohannes Odershusen das Pfarramt Obernjesa aufgegeben hatte, übernahm 1449 Johann Harriehausen die Pfarre.13 Er ist noch 1472 als plebano ville Superioris Iese nachgewiesen und gehörte anscheinend zu einem „der ältesten Geschlechter des Dorfes“.14 Aus seiner Amtszeit sind die Namen zweier Kirchenältester und das Patrozinium der Kirche überliefert: Johann von Scheden und Johann Triselmann, aldermanne der kerken sunte Johannes in Obernjesa, verkauften P. Harriehausen 1470 eine Rente.15 Im Jahr 1537 war Andreas Mündemann, Propst des Klosters Weende, gleichzeitig Pfarrer in Obernjesa.16
Einzelheiten zum Reformationsgeschehen in Obernjesa sind nicht bekannt. Im Fsm. Göttingen führte Hzgn. Elisabeth zu Braunschweig-Lüneburg († 1558) die luth. Lehre ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden, Stifte und Klöster des Fürstentums visitieren.17 Im Jahr 1545 übernahm ihr nunmehr volljähriger Sohn als Hzg. Erich II. die Regierungsgeschäfte und wechselte 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre in den Kirchspielen des Fürstentums sicherstellen. Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg-Göttingen 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius († 1589) führte seine 1569 aufgestellte ev. KO auch hier ein.18 1588 ließ er die Gemeinden visitieren.
Als erster luth. Pfarrer in Obernjesa gilt P. Kurt Suderlandt (amt. 155?–1553 oder 1556?).19 Während der Visitation 1588 versah P. Salomon Born (amt. 1556–1595) das Pfarramt Obernjesa als mercenarius (Mietling). Er stammte aus Grimma in Sachsen. Hzg. Erich II. hatte die Pfarrpfründe vermutlich seinem Sekretär Wilhelm Spangenberg († 1583) überlassen, der wiederum P. Born für den eigentlichen Pfarrdienst bezahlte. Das Kollegium der Wolfenbütteler Regierung ordnete nach der Visitation an, dass P. Born keine weiteren Zahlungen an die Familie Spangenberg leisten und sich mit der Pfarre belehnen lassen solle.20 Das Visitationsprotokoll von 1588 nennt Dramfeld und Volkerode als Tochtergemeinden (filia) von Obernjesa. Im Nachrichtungsbuch von allen Pfarren im Fürstenthumb Braunschweig, angelegt um 1600, ist Volkerode als filia durchgestrichen.21 P. Konrad Schlüter (amt. 1595–1611) hatte „das Filial Volckeroda Alters halber an den damahligen Prediger zu Siboldeshausen“ abgegeben.22 Die pfarramtliche Verbindung mit Dramfeld blieb bestehen; Sitz des Pfarramtes war stets in Obernjesa. Der letzte im Nachrichtungsbuch für beide Gemeinden verzeichnete Pfarrer ist P. Matthäus Schwartz (amt. 1611–1625), der aus Ungarn stammte. Der Grabstein seines Nachfolgers, P. Andreas Siburgius (amt. 1626–1668) steht in der Turmhalle der Kirche.
P. Johann Paulus Stollberg (amt. 1737–1761) begann eine Pfarrchronik, die seine Nachfolger – mit Unterbrechungen und in unterschiedlichem Umfang – bis 1807 weiterführten.23 P. Stollberg hatte bei seinem Amtsantritt „fast keine Nachricht vorgefunden“ und daher „das nöthige, was ich erfahren können und was sich zu meiner Zeit zugetragen“ niedergeschrieben.24 Die Chronikeinträge behandeln zum einen Amtsgeschäfte („Eigentums- und Vermögensverhältnisse der Pfarre, Baugeschichte des Pfarrhauses und des kirchlichen Wirtschaftshofes, Umstände der Amtseinführung, Todesanzeigen von Kollegen, Pfarrregistratur, Schulwesen, Konfirmandenunterricht, Anweisungen von Kollekten und Sammlungen, Verhaltensmaßregeln“). Zum anderen finden sich Einträge, die „dem Nachfolger Denkwürdiges aus der Geschichte der Universität und der Umgebung überliefern sollen“.25 P. Heinrich Stollberg (amt. 1761–1783), Nachfolger seines Vaters, entwarf die Pläne für Umbau und Neugestaltung der Obernjesaer Kirche im Jahr 1779.26
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Karl Johann Goßmann (amt. 1922–1941) und P. Hermann Grüneklee (amt. 1941–1962) das Pfarramt Obernjesa inne. Nach den Angaben im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gehörten beide weder der NSDAP noch den DC noch der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft an.27 Zum 1933 neugewählten KV heißt es: „Der Kirchenvorstand war kirchenpolitisch neutral.“
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Obernjesa von etwa 560 im Jahr 1939 auf rund 1.170 im Jahr 1947 an.28 Ebenso wie die KG Dramfeld eröffnete auch die KG Obernjesa kurz nach Kriegsende einen ev. Kindergarten (bestand bis Anfang der 1960er Jahre).29 Im Jahr 1946 kam als Anstalt der Inneren Mission ein ev. Kinderheim in Obernjesa hinzu. Die Leitung übernahmen der Pfarrer und seine Ehefrau (1952: Ev. Kinderheim Obernjesa e. V.).30 Das Kinderheim war im (alten) Pfarrhaus untergebracht. Aus der Einrichtung ging die Evangelische Jugendhilfe Obernjesa e. V. (EJO) hervor.31 2012/13 wandten sich ehemalige Bewohner*innen an die Landeskirche Hannovers und berichteten über schwere Fälle sexualisierter und körperlicher Gewalt im Kinderheim Obernjesa in den 1950er und 1960er Jahren. Nachdem Medienberichte die Vorfälle 2025 öffentlich gemacht hatten, bereiten Landeskirche und EJO eine institutionelle Aufarbeitung der damaligen Ereignisse vor. Eine unabhängige Kommission wird die Recherchearbeit übernehmen; EJO, der KK Göttingen-Münden und die Fachberatungsstelle „Frauen-Notruf e. V.“ werden den Prozess begleiten.32
Zum 1. Juli 1977 kam die KG Atzenhausen (zusammen mit der bisherigen KapG Dahlenrode) als dritte Gemeinde zum verbundenen Pfarramt Obernjesa-Dramfeld.33 Mit Pn. Christiane Burbach (amt. 1979–1985) übernahm 1977 erstmals eine Frau das Pfarramt Obernjesa (zunächst als Vikarin). 1992 richtete die Gemeinde erneut einen ev. Kindergarten ein.
2004 erwarb die KG Obernjesa ein Fachwerkhaus gegenüber der Kirche und baute es zum Gemeindezentrum um (eröffnet 2008). Die drei pfarramtlich verbundenen Gemeinden Atzenhausen, Dramfeld und Obernjesa gründeten zum 1. Januar 2009 den „Ev.-luth. KGV Parochie Obernjesa“.34 Am 1. April 2009 errichteten die drei Gemeinden zusammen mit den KG Mengershausen, Rosdorf, Settmarshausen sowie Sieboldshausen-Volkerode den „Ev.-luth. KGV Leine-Süd“.35 2011 gehörte Obernjesa zu den Gründungsgemeinden des Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Südliches Leinetal“; der Verband übernahm die Trägerschaft der ev. Kita Obernjesa (2026 aufgegangen im „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Göttingen-Münden“).36
Ab 2022 war Obernjesa Teil des „Ev.-luth. KGV Friedland-Obernjesa“ (aufgehoben 2025)37 und zählt seit Januar 2023 zur Region FriedO / Rosdorf im KK Göttingen-Münden. Seit Januar 2025 ist Obernjesa Teil des neugegründeten „Ev.-luth. KGV Friedland-Rosdorf“, der ab 2027 Träger des gemeinsamen Pfarramts der insgesamt 17 Verbandsgemeinden sein wird.38
Umfang
Obernjesa.
Aufsichtsbezirk
Archidiakonat Nörten (sedes Sieboldshausen) der Erzdiözese Mainz.39 – 1588/89 zur Insp. Münden, bei deren Teilung 1742 zur Insp. Hedemünden (bzw. Münden) II, Sitz der Insp. war St. Albani Göttingen, ab 1769 St. Jacobi. 1796/97 zur Insp. Göttingen I, 1802 zur neuen Insp. Göttingen Dritter Teil. 1924 zum KK Göttingen III, 1937 zum KK Göttingen-Süd.40 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.41 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden.42
Patronat
1278 lagen die Patronatsrechte bei Johannes und Berthold von Roringen.43 1284 erwarb das Kloster Weende das Patronat, 1287 inkorporierte der Mainzer Erzbischof die Kirche dem Kloster.44 1629 bzw. 1633 kam das Kloster nebst seinen Rechten und Besitzungen als Schenkung an die Universität Helmstedt. Ab 1650 beanspruchte der Calenberger Landesherr das Patronatsrecht und ließ es vom Konsistorium ausüben (bis 1871).45
Kirchenbau
Rechteckiger, dreiachsiger Saalbau mit polygonalem Sakristeianbau im Osten, im Kern mittelalterlich, umgestaltet und erneuert 1779. Über Schiff und Sakristei jeweils Satteldach, nach Osten abgewalmt (ziegelgedeckt). Verputztes Mauerwerk; Sakristei aus Fachwerk. An den Längsseiten hohe, rundbogige Sprossenfenster, an der Südwestecke vermauertes Spitzbogenportal; an der Sakristei zwei Rechteckfenster sowie Eingang nach Norden. Im Innern flache, stuckverzierte Decke mit umlaufenden Vouten; u-förmige Emporenanlage aus Holz. 1969 Innenrenovierung. 2000/01 Sanierung.
Turm
Vierseitiger Westturm, im Kern mittelalterlich. Eingezogenes, vierseitiges, verschiefertes Glockengeschoss, darüber geschwungene Schieferhaube mit achtseitiger, geschlossener Laterne, bekrönt mit Kugel, Wetterfahne sowie Stern mit Kreuz. Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, Glockengeschoss aus Fachwerk. Im Glockengeschoss je zwei segmentbogige Schallöffnungen nach Norden und Süden und eine nach Westen; nach osten Uhrziffernblatt. Im obersten Turmgeschoss je zwei Fenster nach Osten und Westen, je eines nach Norden und Süden, alle mit Dreipassbögen; darunter nach Norden, Süden und Westen jeweils mehrere kleine Schlitzfenster; im Erdgeschoss je ein Rundbogenfenster nach Norden und Süden, nach Westen rundbogiges Hauptportal, flankiert von zwei Pfeilern, darüber Inschriftenstein und Kreuz: „Hier ist nichts anderes als Gottes Haus“. 2000 Renovierung, u. a. neue Turmbekrönung.
Ausstattung
Hölzerne Kanzelaltarwand, farbig gefasst, mit Vergoldungen (zweite Hälfte 18. Jh.), polygonaler Kanzelkorb, flankiert von zwei korinthischen Säulen, die verkröpftes Gebälk mit Schalldeckel tragen; auf dem Schalldeckel Figur des segnenden Christus’; unterhalb des Kanzelkorbs Inschriftenfeld: „Dienet dem Herrn mit Freuden“; kastenförmiger Altar, links und rechts rundbogige Durchgänge; oberhalb der Durchgänge zwei Schnitzfiguren. – Säulenartige Holztaufe (1976, Rudolf Petrikat, Göttingen), an der Wandung fünf geschnitzte Reliefs (Weihnachten, Taufe Jesu, Konfirmation, Abendmahl, Bergpredigt), unten Inschrift: „Wer getauft wird, der wird gerettet“; runder, tellerartiger Fuß. – Kreuzigungsgemälde (erste Hälfte 17. Jh.), Tafelbild.46 – Zwei hölzerne Tafeln (Rudolf Petrikat, Göttingen), segnender Christus mit betendem Soldaten und Inschrift: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ sowie drei trauernde Frauen und Inschrift: „Unsere Gefallenen 1939–45“ (es folgt Liste mit 21 Namen). – In der Turmhalle: Grabstein für P. Andreas Siburgius († 1668), mit ganzfigurigem Relief des Verstorbenen. – In der Turmhalle: Mechanisches Turmuhrwerk. – In der Turmhalle: Hölzerner Opferkasten.
Orgel
1844 Orgelneubau, ausgeführt von August von Werder (Elliehausen), 10 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen, außerdem ein vakantes Register. Zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Möglicherweise vor 1927 Vakantplatz besetzt, 11 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1929 Änderung der Disposition und Einbau neuer Prospektpfeifen (Zink), Firma Wigand Helfenbein (Gotha), Mitarbeiter Danzmann, 11 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1945 Änderung der Disposition, Carl Giesecke & Sohn (Göttingen), 11 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1957 Änderung der Disposition, Paul Ott (Göttingen), 11 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1975 Restaurierung, ausgeführt von Martin Haspelmath (Walsrode), 11 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2001 Restaurierung, ausgeführt von Ingo Kötter (Göttingen), 10 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Denkmalorgel.
Geläut
Drei LG, I: fis’ (Klanggussglocke, Gj. 1946, J. F. Weule, Bockenem); II: gis’ (Bronze, Gj. 1887, F. Otto, Hemelingen), Inschrift: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet, Röm 12,12“, Glocke seit 1921 oder 1923 in Obernjesa (zunächst Leihgabe, später erworben), bei Anschaffung der neuen LG III 1960 tonlich angepasst; III: h’ (Bronze, Gj. 1960, Glockengießerei Heinrich Kurtz, Stuttgart), Inschrift: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Dem Andenken der Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914–1918. Obernjesa“. Zwei SG, I: gis’’; II: h’’ (beide Eisen). – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine LG (Bronze), 1921 oder 1923 geborsten. Eine LG (Bronze), erworben 1926, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1943). Eine LG, h’ (Klanggussglocke, Gj. 1946, J. F. Weule, Bockenem), 1953 geborsten.
Weitere kirchliche Gebäude
Pfarrhaus (Bj. 1964/65). – Gemeindehaus (2004 erworben und bis 2008 umgebaut). – Altes Pfarrhaus (Bj. 1770, 1957 erweitert).
Friedhof
Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche, erweitert 1851, geschlossen 1883.47 Kommunaler Friedhof am nördlichen Ortsrand, FKap (bis 1956 Eigentum der Realgemeinde, seither der politischen Gemeinde).
Liste der Pastoren (bis 1940)
155.–1553 (1556?) Kurt Suderlandt. – 1556–1595 Salomon Born. – 1595–1611 Konrad Schlüter. – 1611–1625 Matthäus Schwartz. – 1626–1668 Magister Andreas Siburgius. – 1668–1684 Magister Joachim Christoph Jani(us). – 1684–1713 Johann Georg Armbrecht. – 1714–1737 Johann Julius Lotzius. – 1737–1761 Magister Johann Paulus Stollberg. – 1761–1783 Heinrich Philipp Stollberg. – 1784–1792 Magister Johann Friedrich Christoph Graeffe. – 1792–1798 Johann Christian Friedrich Bornträger. – 1798–1819 Johannes Friedrich Prossen. – 1819–1862 Johannes Christoph August Blauel. – 1863–1879 Johann Karl Philipp Berthold Warnecke. – 1880–1894 Georg Heinrich Hermann Volger. – 1894–1922 Hermann Friedrich Wilhelm Albrecht Rabe. – 1922–1941 Karl Johann Goßmann.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 215
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 1 Nr. 3947, 8714–8737 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 6199–6207 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1722
, 1723
¸1724
, 1725
(Visitationen); B 2 G 9 Nr. 2306–2307 (Baupflege und Bauwesen); S 09 rep Nr. 1787 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7876 (Findbuch PfA); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).
Kirchenbücher
Taufen: ab 1612
Trauungen: ab 1612
Begräbnisse: ab 1611
Kommunikanten: ab 1766
Konfirmationen: ab 1827
Literatur & Links
A: Bielefeld, Orgeln im Umland, S. 264–267; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 225–229; Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 62–68; Franz, Maybaum & Tinney, Räume, S. 184–189; Ide & Maloku, Coworking-Spaces, S. 62–63 und S. 106–107; Lücke, Burgen und Gutshöfe, S. 116–119; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Münden, S. 239–240; Meinhardt & Groth, Chronik I, S. 199–262, ebd. II, S. 177–217; Meyer, Pastoren II, S. 215; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 164.
B: Trauregister aus den Kirchenbüchern Südniedersachsens 1801–1850. Teil 8. Göttingen West: Atzenhausen, Dahlenrode, Deiderode, Dramfeld, Elkershausen, Friedland, Klein Schneen, Mariengarten, Mollenfelde, Obernjesa, Sieboldshausen, Volkerode, hrsg. von der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Göttingen e. V., Norderstedt 2017; Karl-Heinz Bielefeld: Obernjesa, eine ortsgeschichtliche Studie, Göttingen 1957; Dagmar Kleineke: Die Pfarrchronik der Kirchengemeinde Obernjesa-Dramfeld. Ein Rechnungsbuch mit chronikalischen Notizen 1737 bis 1807, Göttingen 2016 [online]; Dagmar Kleineke: Ein altes Rechnungsbuch, das nicht mehr gebraucht wird. Nachtrag zur Chronik von Obernjesa, in: Göttinger Jahrbuch 61 (2013), S. 165–182; Sven Spiong: Neuere früh- und hochmittelalterliche Befunde in Obernjesa, Gemeinde Rosdorf und Diemarden, Gemeinde Gleichen, Landkreis Göttingen, in: Göttinger Jahrbuch 39 (1991), S. 5–12.
Internet: Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Einfriedung; Familienkunde Niedersachsen: Pastorenliste (.pdf).
Website der Kirchengemeinde (18.02.2024)
Fußnoten
- Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 164.
- Mainzer UB, Nr. 358 [Digitalisat].
- MGH DD H II 260 [Digitalisat]; UB HS Hildesheim I, Nr. 67; Casemir, Krueger, Ohainski & Peters, 1022. Für weitere Belege und zum Ortsnamen vgl. Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 225 ff.
- UB Reinhausen, Nr. 70; UB Weende, Nr. 36.
- Insgesamt: Pischke, Landesteilungen, bes. S. 45 ff., S. 75 ff. und S. 180 ff.
- Kupsch, Gericht, S. 69 f.
- LAW, V 231, Nachrichtungsbuch von allen Pfarren im Fürstenthumb Braunschweig…, S. 63. NLA HA Hann. 74 Göttingen, Bestandsbeschreibung (Zitat).
- LkAH, L 5c, unverz., Obernjesa, Visitation 1953.
- 1245: UB Göttingen I, Nr. 3 [Digitalisat]. 1266: UB Mariengarten, Nr. 16. 1269: UB Göttingen I, Nr. 16 [Digitalisat] (Zitat).
- UB Weende, Nr. 36 und Nr. 37.
- UB Weende, Nr. 42, Nr. 43 und Nr. 45. UB Weende, Nr. 48. Zum Kloster Weende vgl. Dolle, Klosterbuch III, S. 1498 ff.
- UB Weende, Nr. 169.
- UB Weende, Nr. 273.
- UB Weende, Nr. 307. Prietzel, Kalande, S. 579 (Nr. 50), gibt als Amtszeit 1442 bis 1470 an. Zur Familie Harriehausen: Lücke, Burgen und Gutshöfe, S. 116 f.
- UB Weende, Nr. 304.
- Prietzel, Kalande, S. 590 (Nr. 83).
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
- Zu den nachref. Pastoren in Obernjesa vgl. Bielefeld, S. 55 ff.
- Kayser, General-Kirchenvisitation I, S. 151, mit Anm. 1. Der Sekretär Hzg. Erichs Wilhelm Spangenberg ist nicht explizit genannt; es heißt lediglich „gehe von Herzog Erich zu Lehn, sei dem Spangenberg verlehnet“.
- LAW, V 231, Nachrichtungsbuch von allen Pfarren im Fürstenthumb Braunschweig…, S. 52.
- Kleineke, Pfarrchronik, S. 2.
- Vgl. Kleineke, Pfarrchronik, S. IX ff., Transkription S. 1 ff.; Kleineke, Rechnungsbuch, S. 165 ff.; Bielefeld.
- Kleineke, Pfarrchronik, S. 1.
- Kleineke, Pfarrchronik, S. XII, vgl. auch ebd., S. XXVII ff.
- Kleineke, Pfarrchronik, S. XV.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 23. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 23; LkAH, L 5c, unverz., Obernjesa, Visitation 1947.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 23; LkAH, L 5c, unverz., Obernjesa, Visitation 1966.
- Meinhardt & Groth, Chronik II, S. 213 f.; Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 68; LkAH, L 5c, unverz., Obernjesa, Visitation 1947.
- Siehe jugendhilfe-obernjesa.de/, 28.10.2025.
- Siehe: jugendhilfe-obernjesa.de/info/sexuelle-gewaltpraevention.php, 28.10.2025.
- KABl. 1977, S. 109.
- KABl. 2009, S. 43.
- KABl. 2009, S. 155.
- KABl. 2011, S. 123 ff.; KABl. 2025, S. 275.
- KABl. 2022, S. 57.
- KABl. 2025, S. 60 ff.
- Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 168.
- KABl. 1924, S. 86; KABl. 1937, S. 135.
- KABl. 2000, S. 150 f.
- KABl. 2022, S. 189 ff.
- UB Weende, Nr. 36.
- UB Weende, Nr. 42, Nr. 43, Nr. 45 und Nr. 48.
- Brauch, Klöster, S. 159 und S. 173.
- DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 409 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0040901.
- Bielefeld, S. 45 f.