Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen | Patrozinium: Nikolaus | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Elkershausen (Heleckieressun) wird zuerst 1015/36 in der Vita Meinwerci erwähnt.1 Im Mittelalter war es wohl Stammhaus eines gleichnamigen Adelsgeschlechts. Besitzungen in Elkershausen hatte u. a. das Kloster Mariengarten. Die Landesherrschaft lag bei den Welfen (Fsm. Göttingen, Amt Friedland; 1448 im herzoglichen Schatzregister genannt).2 – Seit 1973 Ortsteil der Gemeinde Friedland.
Die Kirche war mater combinata von Deiderode. 1267 entschied der Richter des Kapitels in Nörten einen Streit zwischen den Pfarrern von Elkershausen und dem später wüst gefallenen Hermannrode um die Zugehörigkeit der Hagensiedlung Deiderode zugunsten von Elkershausen.3 1267 ist Conradus de Frankenberg als Pfarrer nachgewiesen. Im Übrigen wurde die seelsorgerliche Betreuung durch Kleriker des Klosters Mariengarten wahrgenommen, zeitweilig auch durch den Klosterpropst. 1282 etwa verzichtete der frühere Propst Herbord auf seine Ansprüche auf die Kirche in Elkershausen.4 Zur Zeit der Reformation (Visitation des Klosters Mariengarten und des Amts Friedland im November und Dezember 1542) wurde die Pfarrstelle gemeinsam mit Deiderode und St. Nikolai in Dramfeld durch einen Kaplan des Klosters versehen. Noch nach dem Inventar von 1585 war das Kloster Mariengarten verpflichtet, einen Pfarrer in Elkershausen und Deiderode zu halten.5 1588 amtierte in Dramfeld ein kath. Pfarrer, während sich Elkershausen und Deiderode zum ev. P. im hessischen Marzhausen hielten.6 1734 war Elkershausen mit Kloster Mariengarten und Deiderode verbunden.7
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die geistliche Versorgung durch die KG Klein Schneen wahrgenommen. Seit 1. Juli 1977 sind Elkershausen und Deiderode mit Klein Schneen pfarramtlich verbunden8, seit 1. Januar 2001 auch mit den KG Friedland, Niedergandern-Hottenrode, Reckershausen, Groß Schneen und Ballenhausen sowie seit 1. Januar 2009 zusätzlich mit den zuvor schon untereinander verbundenen KG Reiffenhausen, Lichtenhagen und Ludolfshausen9 und seit 1. Januar 2011 mit der KG Niedernjesa-Stockhausen (Ev.-luth. Gemeindeverband Friedland).

Umfang

Das Dorf Elkershausen.

Patronat

Das Kloster Mariengarten erhielt 1260 vom Vogt Hermann dem Älteren von Ziegenberg das halbe Patronat über die Kirche in Elkershausen.10 1274 übertrug der Mainzer Ebf. Werner seinen Anteil ebenfalls dem Kloster11, das damit Inhaber des ungeteilten Patronats war. Wohl mit der endgültigen Aufgabe des Konvents im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1631) fiel es an den Landesherrn (bis 1871).

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Nörten (Sedes Sieboldshausen12) der Erzdiözese Mainz. – 1588/89 zur neu errichteten Insp. Dransfeld; 1636 Insp. Göttingen (I), 1802 zur Insp. Göttingen III (mit Sitz an St. Albani), 1. April 1937 KK Göttingen-Süd.13 Seit 1. Januar 2001 KK Göttingen.

Kirchenbau

Die mittelalterliche Kirche wurde im 19. Jh. abgebrochen und 1836/37 durch die heutige dreiachsige, unverputzte Bruchsteinsaalkirche mit Eckquaderung und rundbogigen Sprossenfenstern ersetzt.

Turm

Vierseitiger Dachreiter mit geschweifter Haube.

Orgel

Die Gemeinde kaufte 1918 ein Gebrauchtinstrument von Emil Hammer (Hannover) an; 7 (davon 2 Transmissionen) II/P, pneumatische Traktur, Taschenlade. 1984 Neubau durch Firma Albert Frerichs (Göttingen), 7 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Eine LG: b’ (Bronze, Gj. 1636, David Fobben, Göttingen).

Friedhof

Am nördlichen Ortsausgang (Zum Eichwald). In Trägerschaft der Gemeinde Friedland.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 2106 (Verpachtung der Grundstücke der Kirche zu Elkershausen); A 8 (CB).

Literatur

A: Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 70.


Fußnoten

  1. MGH SS rer. Germ. 59, Kap. 75.
  2. Wolters, Amt Friedland, S. 25.
  3. UB Mariengarten. Nr. 21.
  4. Boetticher, Kloster und Grundherrschaft, S. 12.
  5. Boetticher, Kloster und Grundherrschaft, S. 178.
  6. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 305, Anm. 598.
  7. LkAH, A 8/Deiderode (Corpus bonorum 1734).
  8. KABl. 1977, S. 109 f.
  9. KABl. 2009, S. 11.
  10. UB Mariengarten, Nr. 13.
  11. UB Mariengarten, Nr. 32.
  12. Kayser, Registrum II, S. 278.
  13. KABl. 1937, S. 135.