Sprengel Lüneburg, KK Walsrode | Patrozinium: Johannes der Täufer1 | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Der am Zusammenfluss der beiden kleinen Heideflüsse Böhme und Fulde gelegene Ort ist schriftlich erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 986 erwähnt: Der spätere Ks. Otto III. († 1002) schenkte dem Kloster Rode auf Bitten seiner Tante, der Äbtissin Mathilde von Quedlinburg († 999), und auf Bitten des Gf. Wale das Dorf Zitowe in Anhalt.2 Gf. Wale und seine Frau Odelint hatten das Nonnenkloster einige Jahre zuvor gegründet, wohl zwischen 958 bis 969, während der Amtszeit des Mindener Bf. Landward.3 Die dörfliche Siedlung ist älter als das Kloster.4 1176 ist der Ort als Walesrode belegt.5 Während des Lüneburger Erbfolgekrieges (1371–1388) verliehen die Lüneburger Fürsten und Herzöge von Sachsen-Wittenberg Albrecht (†1385) und Wenzel († 1388) dem Ort Weichbildrechte.6 Walsrode durfte Wall, Palisaden und Graben sowie Stadttore anlegen.7 1450 bestätigte Hzg. Friedrich II. zu Braunschweig-Lüneburg († 1478) deme Rade und den Borgern to Walsrode ihre Stadrechte.8 Die niedere Gerichtsbarkeit lag bei der Stadt selbst, die Kriminalgerichtsbarkeit beim Amtmann von Rethem, Fsm. Lüneburg (1705 Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Das Kloster und seine Güter bildeten seit der Einführung der Reformation im 16. Jh. einen eigenen Amtsbezirk an der Ostgrenze der Stadt.9 Eine erste Ortsansicht von „Kloster und Stättlein“ Walsrode stammt aus der Mitte des 17. Jh. (Merian-Stich).10 Im Erbregister des Amtes Rethem heißt es 1669: „Die Einwohner sind gutenteils Handwerks-, Handels- und fleißige Leute, so ihre gewissen Ämter und Gilden haben und ist der Ort, daß er nahrhaft, ziemlich berufen. Wie dann auch darin nach einem Flecken ziemlich gebaute Häuser sein. […] Ist das Flecken mit zwo eintägigen Jahrmärkten, davon das erste den Montag nach Ostern und das andere in den acht Tagen nach Johannis Baptistae [24. Juni] jedes Jahr gehalten wird, versehen […] Dann haben die Bürger ein ziemlich gebautes Rathaus und einen Rat in 2 Bürgermeistern und etwa 4 Ratsherren so von der Bürgerschaft erwählt werden, bestehend, vor welche die Bürger, so in 15 Rotten ordentlich abgeteilet, deren jedes seinen sonderlichen Rottmeister hat, in civiliby als erster Instanz, sonst aber in wichtigeren und criminaliby unstreitig vor das Amt Rehtem gehören“.11 Der Ortsbrand von 1757 zerstörte 226 Wohnhäuser und das Rathaus (Kloster und Kirche blieben verschont; Wiederaufbau nach Plänen des Celler Landbaumeisters Christian Georg Vick).12 In napoleonischer Zeit war Walsrode Hauptort des gleichnamigen Kantons und zählte 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen (Distrikt Nienburg, Departement der Aller) und dann bis 1813 zum Kaiserreich Frankreich (Arrondissement Nienburg, Departement Wesermündung).13 Zur Zeit des Kgr. Hannover (1814–1866) gehörte Walsrode bis 1852 zum Amt Rethem und kam bei dessen Auflösung zum Amt Fallingbostel, wobei sich die Stadt erfolglos um die Verlegung des Amtssitzes von Fallingbostel nach Walsrode bemühte.14 Das Klosteramt Walsrode war schon 1835 in das Amt Fallingbostel eingegliedert worden.15 Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Walsrode 1866 an das Kgr. Preußen. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 gehörte der Ort zum Kr. Fallingbostel, der 1977 im neuen Großkreises Soltau-Fallingbostel aufging (2011: Heidekreis).16 Bereits 1929 wurden Vorwalsrode und Vorbrück eingemeindet, im Zuge der Gebietsreform 1974 folgten weitere 22 umliegende Ortschaften. Zum 1. Januar 2020 kam überdies die Gemeinde Bomlitz mit acht Ortsteilen hinzu. Seit 1984 ist Walsrode „selbständige Gemeinde“.17 Bis hinein in die erste Hälfte des 19. Jh. war Walsrode handwerklich und kleinbetrieblich geprägt (u. a. Leinenweberei, Herstellung des „Heidemanchester“ aus Wolle und Leinen, Lederherstellung und -verarbeitung).18 Die Eröffnung der Pulverfabrik im benachbarten Bomlitz im Jahr 1815 sowie der Anschluss an das Bahnnetz (1890 Strecke Hannover–Visselhövede, 1896 Zweigstrecke Walsrode–Soltau, 1911 Kleinbahn Walsrode–Verden) förderten seit dem 19. Jh. die wirtschaftliche Entwicklung Walsrodes.19 In der zweiten Hälfte des 20. Jh. entwickelte sich Walsrode zu einem regionalen Zentrum (Verwaltung, Schulen, Amtsgericht, Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Fremdenverkehr).20 Um 1810 lebten etwa 1.390 Menschen in Walsrode, 1949 knapp 13.500 und 2020 rund 30.220 (mit Eingemeindungen).

Walsrode, im Hintergrund Stadtkirche St. Johannes der Täufer, im Vordergrund Klosterkirche (Nonnenchor), Fotograf: Scheling

Walsrode, im Hintergrund Stadtkirche St. Johannes der Täufer, im Vordergrund Klosterkirche (Nonnenchor), Fotograf: Scheling

Das Christentum dürfte im Raum Walsrode wie in anderen Gebieten Niedersachsens erst mit den Eroberungszügen Karls des Großen († 814) ab 772 Eingang gefunden haben.21 Am Anfang der konkret belegbaren örtlichen Kirchengeschichte Walsrodes steht das vermutlich zwischen 958 und 969 gegründete und urkundlich zuerst 986 erwähnte Kloster Walsrode (monasterium … Rode).22 Entstanden möglicherweise als Kanonissenstift wurde es 1255 unter Beibehaltung seiner freiweltlichen Gewohnheiten in ein Benediktinerinnenkloster umgewandelt und 1482 auf Betreiben der braunschweig-lüneburgischen Hzgn. Anna von Nassau-Dillenburg († 1513) im Sinn einer strengen Auslegung der Regeln des Benediktinerordens reformiert. Die Konventualinnen sowie die Priorinnen entstammten meist dem Adel, nur wenige waren bürgerlicher Herkunft. Das Kloster erwarb im Lauf der Zeit großen Güterbesitz und das Patronat über verschiedene Kirchen, im benachbarten Meinerdingen (1269), in Steimbke (1310) und in Gilten (1314/30). Schon seit der zweiten Hälfte des 12. Jh. besaß das Kloster die Pfarrkirche in Walsrode: Hzg. Heinrich der Löwe († 1195) bestätigte 1176 urkundlich, dass die Brüder Johann und Diedrich von Ordenberg die Hälfte der ecclesie Walesrode dem Kloster überlassen hätten, als ihrer Schwester dem Konvent beigetreten war. Die andere Hälfte hatte das Kloster gekauft und leistete 1176 eine weitere Zahlung für die überlassene Hälfte.23 Dies ist die älteste urkundliche Erwähnung der Walsroder Kirche. Archäologisch konnte 1971 als KGb eine im frühen 13. Jh. errichtete spätromanische Pfeilerbasilika aus Backstein nachgewiesen werden, die wie ihr Vorgängerbau sowohl als Kloster- als auch als Pfarrkirche für Walsrode und die umliegenden Dörfer diente. So blieb es auch, als Walsrode 1383 Weichbildrechte erhielt. Ein Brand zerstörte im Jahre 1482 neben Klostergebäuden samt Inventar und Urkunden auch den Großteil der Kirche. Allein das südliche Querschiff überstand das Feuer. Seine Südwand ist in der heutigen Klosterkirche erhalten.24 Im Jahr 1496 konnte die wiedererrichtete Kirche geweiht werden (zweischiffige gotische Hallenkirche mit asymmetrisch eingezogenem Chor). Neben dem Hauptaltar, der Maria, Johannes dem Täufer, Benedikt von Nursia und weiteren 50 Heiligen geweiht war, sind in der Kloster- und Pfarrkirche zwei weitere Altäre bekannt: Ein Nikolaus-Altar, gestiftet um 1300 von der Familie Schlepegrell, sowie ein Simon-und-Judas-Altar, über den die Familie von Hodenberg das Patronat besaß.25 In vorref. Zeit waren ein Propst und mindestens vier Kapläne an der Kirche tätig.26 Im Jahr 1523 schlossen Vertreter von Kirche und Stadt einen Vertrag mit dem aus Walsrode gebürtigen Schnitzer Hans Brüggemann, Schöpfer des Bordesholmer Altars im Dom zu Schleswig, über die Lieferung eines neuen Altarbildes, das die Himmelfahrt Mariens zeigen sollte.27 1625 verkaufte die Gemeinde das Werk an die Kirche in Kirchboitzen.

Klosterkirche (Nonnenchor), Ansicht von Süden, vor 1902, Grafik (im Hintergrund Chor der Stadtkirche St. Johannes der Täufer)

Klosterkirche (Nonnenchor), Ansicht von Süden, vor 1902, Grafik
(im Hintergrund Chor der Stadtkirche St. Johannes der Täufer)

Die Reformation im Fsm. Lüneburg erlebten Stadt und Kloster Walsrode als sogenannte Reformation von oben, d. h. als Ereignis auf Initiative des Landesherrn Hzg. Ernst I. († 1546).28 Nachdem er 1527 mit der Vorlage des „Artikelbuches“ erste Maßnahmen zur Neuordnung des kirchlichen Lebens im Sinne der Reformation angestoßen hatte, folgten im Zuge der Visitationen von 1529 eine Predigtinstruktion und schließlich, als letzte Maßnahme zu seinen Lebzeiten, eine Ordnung betreffend die Einkommen der Pfarrer und zu Ehe- und Familiensachen.29 Zugleich sorgte der von Hzg. Ernst I. nach Celle geholte Reformator Urbanus Rhegius als GSup. (amt. 1531–1541) für den Aufbau von Strukturen und darüber hinaus für eine inhaltliche Festigung der ev. Landeskirche u. a. durch seine Schrift „Wie man fürsichtiglich und ohne Ärgernis reden soll von den fürnemsten Artikeln christlicher Lehre“ (1536).30 In diesem Kontext begann 1529/30 auch die Einführung der Reformation in den Klöstern. Der „Radtslach to nodtroft der kloster des förstendom Lüneborch, Gades wort unde ceremonien belangen“ aus dem Jahr 1530 gab eine Anleitung zur Reformation der Klöster im Sinne der neuen ev. Kirche, die grundsätzlich klösterliches Leben gestattete, aber unter Einhaltung der reformatorischen Vorgaben.31 Ein wichtiger Baustein der Neuordnung war die Übernahme der Verwaltung der Klostergüter durch herzogliche Amtmänner, die bisher in den Händen der Pröpste gelegen hatte.32 In Walsrode geschah dies am 22. Juli 1529, als Hzg. Ernst zum Abschluss seiner Visitationsreise durch die lüneburgischen Klöster und Stifte den amtierenden Walsroder Propst Johann Wichmann die Abtretung der Propstei unterschreiben ließ.33

Stadtkirche, Vorgängerbau, dritter Kirchenbau, Querschnitt, vor 1877, Lithographie: August Curtze, Hannover

Stadtkirche, Vorgängerbau, dritter Kirchenbau, Querschnitt, vor 1877, Lithographie: August Curtze, Hannover

Schon ein Jahr zuvor hatte Hzg. Ernst I. mit P. Henning Kelp (amt. 1528–1575) einen ersten ev. Prediger an der Kirche in Walsrode eingesetzt. Von Seiten des dem alten Glauben anhängenden Konvents und insbesondere von Seiten der beiden Dominae Anna Behr (amt. 1509–1549) und Anna von Weyhe (amt. 1545–1570) erfuhr er Ablehnung.34 Eine Gedenktafel aus dem Jahr 1669 spricht von „Der welt Haaß, Neid vnd nachstellung“, die ihn 1575 abdanken ließen. Im Konvent setzte sich die luth. Lehre erst nach Amtsantritt der Domina Gisela Klencke (amt. 1574–1615) durch.35 Das Kloster hatte sich zu einem ev. Damenstift gewandelt und erlebte mit dem „Radtslach“ von 1530 und den Klosterordnungen von 1555, 1574 und 1619 eine rechtliche und theologische Regelung, die das Klosterleben einer verstärkten Kontrolle durch das landesherrliche Kirchenregiment unterwarf.36 Das Stift verkleinerte sich seit der Reformation von gut 30 auf elf bis zwölf Konventualinnen.37

P. Kelp begründete eine kleine ‚Pastorendynastie‘ in Walsrode: Auf ihn folgte zunächst sein Sohn Jacob Kelp (amt. 1575–1606) und dann sein Enkel P. Johannes Kelp (amt. 1606–1659).38 P. Johannes Kelp war seit 1648 Sup. und übte als solcher die geistliche Aufsicht über die Gemeinden der Insp. Walsrode aus (zuvor hatten die Pastoren in Gilten, Ahlden, Schwarmstedt bzw. Düshorn dieses Amt innegehabt). Daneben bestand seit dem 16. Jh. eine zweite ev. Pfarrstelle an der Walsroder Kirche, auch Diakonatspfarre genannt, deren Inhaber von 1766 bis 1863 gleichzeitig Rektoren der seit 1490 nachweisbaren Schule waren.39 Das Damenstift Walsrode entwickelte im Lauf des 17. Jh. eine eigene Form ev. Identität und Frömmigkeit, die in dem 1649 von Domina Anna Magdalena von Jettebruch († 1656) zusammengestellten Gebetbuch greifbar wird („Christliche Gebet so im Kloster zu Walszrode gebräuchlich“).40 Kfs. Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg († 1727) verfügte 1711, die Plätze im Konvent allein an Töchter eingesessener adeliger Familien zu vergeben (Aufnahme bürgerlicher Konventualinnen erst seit 1980 möglich).41
Unter den Inhabern der ersten Walsroder Pfarrstelle ist P. Rudolph Lodemann (amt. 1680–1714, seit 1684 Sup.) hervorzuheben.42 Er führte in der Region die Konfirmation ein und sammelte geschichtliches Material sowohl über das Kloster als auch über die Stadtkirche und schließlich über sämtliche Gemeinden seiner Inspektion. Er ist als ein erster Historiker seiner engeren Heimat anzusehen. Sup. Lodemann ließ in den Gemeinden der Insp. Walsrode Geld für die Anschaffung eines Wagens sammeln, damit der „Superintendent dann ohne Gefahren seine Visitationsreisen machen könnte“.43 Zunächst als Pastor und später auch als Superintendent folgte ihm sein Sohn P. Ernst Detlef Eberhard Lodemann (amt. 1715–1759, seit 1725 Sup.). Der Sitz der Suptur. der großen Inspektion wechselte noch mehrfach zwischen Ahlden, Schwarmstedt und Walsrode; erst seit 1873 war Walsrode ständig Sitz der mittlerweile verkleinerten Inspektion. Während der Amtszeit von P. Lodemann wurde 1754 das kleine Dorf Stellichte vom Kirchspiel Walsrode abgetrennt und in die dortige Gutsgemeinde eingepfarrt, die damit zu einer eigenständigen Pfarrgemeinde wurde.44 Anfang des 19. Jh. hatte P. Hartwig Christian Harms (amt. 1805–1816) die zweite Pfarrstelle in Walsrode inne, Vater des späteren Gründers der Hermannsburger Mission Louis Harms, der am 5. Mai 1808 in Walsrode geboren wurde und an den ein Gedenkstein bei der Kirche erinnert.45
In napoleonischer Zeit kam es zur zeitweisen Aufhebung des Stifts Walsrode.46 Die Konventualinnen mussten 1811 ihre Wohnungen verlassen, das Inventar und die bewegliche Ausstattung des Nonnenchors wurden versteigert. Neu eingerichtet konnte er 1819 wieder eingeweiht werden. 1861 trat das Kloster sein Vermögen an den Staat ab, der im Gegenzug die Bauunterhaltung der Klosterkirche, der Klostergebäude und alle übrigen Verpflichtungen übernahm (seit 1963 liegen diese Aufgaben bei der Klosterkammer Hannover, die bereits seit 1937 die Rechtsaufsicht über das Kloster hat).47

Stadtkirche, Ansicht von Nordwesten, 1953, Zeichnung von Sindel

Stadtkirche, Ansicht von Nordwesten, 1953, Zeichnung von Sindel

Nachdem die Klostergebäude im 18. Jh. erneuert worden waren, erhielt die Stadtkirche ihre heutige Gestalt in der Mitte des 19. Jh. Zwar war an der Westseite 1786 ein neuer Turm errichtet worden, aber wegen Einsturzgefahr der Gewölbe musste die gotische Kirche 1846 geschlossen werden.48 Sie wurde, bis auf den Nonnenchor im Süden, abgebrochen. Nach Plänen des Konsistorialbaumeisters Friedrich August Ludwig Hellner (1791–1862) entstand ab 1848 ein Kirchenneubau mit 1.400 Plätzen, den Turm von 1786 bezog Hellner in den Neubau ein. Hector Wilhelm Heinrich Mithoff (1811–1886) entwarf den Kanzelaltar. Im Sommer 1850 feierte die Gemeinde die Einweihung ihrer neuen Kirche. Eine Wand mit Fenstern und Durchgängen trennt den Nonnenchor (Klosterkirche) von der Stadtkirche. Im Jahr 1862 vergrößerte sich das Kirchspiel Walsrode um die Ortschaft Bomlitz, die bislang zu Meinerdingen gehört hatte (Überlegungen, das gesamte Kirchspiel Meinerdingen nach Walsrode einzugliedern, wurden sowohl 1864/66 als auch 1927 angestellt, kamen jedoch nicht zur Ausführung).49 Vor und nach der Reformation zählte die Armen- und Bedürftigenfürsorge im Selbstverständnis des Walsroder Konvents eine zentrale Rolle.50 So gehörten u. a. die sogenannte Heringsspende und das „Lätaregeld“ für Schüler bzw. 50 beim Kloster eingeschriebene Arme zu den sozialen Angeboten des Klosters. Daneben nahm der Konvent auch Bildungsaufgaben wahr. 1842 gründete Äbtissin Louise Carolins Marschalck von Bachtenbrock (amt. 1832–1904) eine Armenschule für Mädchen. Von 1879 bis 1883 und dann wieder ab 1890 betrieb das Kloster eine Warteschule (Kindergarten). Überdies war die Konventualin Amalie von Stoltzenberg maßgeblich an der Gründung des ersten Krankenhauses in Walsrode beteiligt (1875 eröffnet).
Neben der christlichen Mehrheitsbevölkerung lassen sich seit 1714 Juden in Walsrode nachweisen.51 Um 1740 hatte die Stadt sechs jüd. Einwohner, bei einer Gesamtzahlbevölkerungszahl von rund 1.500. Jüd. Gottesdienste fanden seit etwa 1760 in einem Privathaus statt, seit 1849 in der neu errichteten Synagoge. Die jüd. Gemeinde als Körperschaft verdankt ihre Existenz der Entscheidung des Landrabbiners in Hannover, Walsrode 1843 nicht nur zum Gemeindesitz für die Juden in der Stadt, sondern auch für die in Bergen (Kr. Celle) und in Soltau zu machen.52 Mit 68 Gemeindegliedern erreichte die Gemeinde im Jahr 1864 ihren größten Umfang, 1885 zählte sie noch 30 Gemeindeglieder. Einen eigenen Friedhof hatte die Gemeinde 1805 eingerichtet.53 Mit Joseph Moses hatte Walsrode 1851 einen jüd. Schützenkönig und Samuel Seckel war 1854/55 und 1858 bis 1866 Mitglied im städtischen Bürgervorsteherkollegium. Zudem gründete Familie Seckel Stiftungen für jüd. und nichtjüd. Arme. Mit dem Boykott jüd. Geschäfte am 1. April 1933 begann während der NS-Zeit sichtbar die Verdrängung jüd. Menschen aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben, die schließlich in Deportation und Vernichtung mündete.

Während der NS-Zeit hatten Sup. Johannes Hermann Julius Wahlers (amt. 1927–1938), Sup. Heinrich Friedrich Wilhelm Lange (amt. 1938–1943/48), P. Heinrich Ernst Friedrich Kurt Brockhaus (amt. 1928–1936) und P. Siegmund Alwin Christian Schomerus (amt. 1937–1962) die beiden Pfarrstellen der Walsroder Kirche inne; P. Schomerus wurde 1939 zum Kriegsdienst eingezogen, Sup. Lange 1943. Alle gehörten kirchenpolitisch zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft, wie P. Walter Moritz (amt. 1948–1956) rückblickend im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb.54 Die Veranstaltungen der DC in Walsrode hätte die Gemeinde kaum besucht (1933/34); an einem Vortrag von Rbf. Ludwig Müller (amt. 1933–1945) hätten im September 1934 „aus vier Kirchenkreisen mit Extrazügen etwa 3000 Personen“ teilgenommen. Der 1933 neu gewählte KV allerdings bestand nur aus Angehörigen der DC. „Die innere Ausschmückung der Kirche ist das Werk dieses Kirchenvorstandes“, schrieb P. Moritz. Der KV habe das kirchliche Leben nicht gefördert und sei „zum Schluss z[um] Teil vom Kreiskirchenvorstand abgesetzt, von der Kirchenbehörde wieder eingesetzt“ worden. Der Posaunenchor und die kirchliche Gemeindeschwesternstation hätten ihre Arbeit fortsetzen können. 1939 lag die Zahl der Einwohner Walsrodes bei gut 7.580, Anfang 1945 „wurde die durch die Flüchtlinge die Einwohnerzahl der Gemeinde fast verdoppelt“.55
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter war auch die kleine kath. Gemeinde gewachsen, die seit Ende des 19. Jh. in Walsrode entstanden war.56 Schon 1914 hatte diese Gemeinde ein Grundstück für eine Kirche erworben, zum Bau kam es jedoch erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs: Am 24. Juni 1951 weihte der Hildesheimer Bf. Joseph Godehard Machens (amt. 1934–1956) die Kirche St. Maria zum heiligen Rosenkranz (seit 2004 umfasst die Pfarrei auch Bad Fallingbostel, Bomlitz-Benefeld und Visselhövede). Gut ein Jahrzehnt später weihte 1960 auch die ev.-freikirchliche (baptistische) Gemeinde in Walsrode mit der Friedenskapelle ein eigenes Gotteshaus ein.57
Die beiden Geistlichen der ev.-luth. KG Walsrode waren nach 1945 noch nicht aus dem Kriegsdienst zurückgekehrt, Sup. Lange blieb vermisst. Um die gewachsene Gemeinde zu versorgen, stellte das Landeskirchenamt verschiedene Pastoren zur Hilfeleistung an, u. a. die Ostpfarrer Fritz Schulze (amt. 1945–1948), P. Wilhelm Marder (amt. 1946) sowie P. August-Philipp Fahrenholz (amt. 1947–1952), und richtete 1953 zwei neue Pfarrstellen ein.58 Eine dieser Stellen hatte ihren Sitz in Bomlitz und noch im gleichen Jahr erhob das Landeskirchenamt den Pfarrbezirk zur eigenständigen KG Bomlitz-Benefeld; die neue Gemeinde übernahm auch die Pfarrstelle. 1969 erhielt die KG Walsrode erneut eine vierte Pfarrstelle, die zuerst P. Manfred Thies (amt. 1969–1970) versah.59
Die im Herbst 1887 in Walsrode eröffnete Herberge zur Heimat entwickelte sich in der Nachkriegszeit zu einem ev. Altenheim. Die KG Walsrode war überdies seit 1973 Trägerin eines ev. Kindergartens; die Trägerschaft übernahm später der KK Walsrode. Das Kloster war auch in der zweiten Hälfte des 20. Jh. ein lebendiger und wichtiger Bestandteil des kirchlichen Lebens in Walsrode. Nach der Visitation 1991 hielt der Visitator fest: „Die enge Verbindung zwischen Kirchengemeinde und Kloster wirkt sich für beide Körperschaften positiv aus.“60 Im Jahr 2005 konnte die Gemeinde direkt neben der Kirche ein neues Gemeindehaus einweihen.

Pfarrstellen

I: vorref., zeitweise mit der Superintendentur verbunden (bis 1948). 1999 in eine Dreiviertelstelle umgewandelt.61 – II: im 16. Jh. als Diakonatspfarre errichtet, von 1766 bis 1863 mit der Rektorenstelle der Schule verbunden, seit 1963 mit der Superintendentur verbunden. – III: 1953 (im gleichen Jahr übergegangen auf die neue KG Bomlitz-Benefeld). 1953 neu aus IV.62 – IV: 1953 (im gleichen Jahr umgewandelt in III). Neu errichtet 1969.63

Umfang

Stadt Walsrode östlich der Böhme sowie die Ortschaften Ahrsen, Borg, Ebbingen, Fulde, Hünzingen-Dreikronen, Idsingen, Jarlingen, Schneeheide, Sieverdingen und Stellichte (1754–1976 eigenständige KG).64 1986 einige Straßen der Walsroder Ortsteile Cordingen und Jarlingen umgepfarrt in die KG Bomlitz-Benefeld.65 Bis 1953 auch Benefeld, von 1862 bis 1953 auch Bomlitz (vorher KG Meinerdingen, nachher eigenständige KG Bomlitz-Benefeld).66

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Ahlden der Diözese Minden.67 – Nach Einführung der Reformation unterstand Walsrode der GSuptur. in Celle (1531). Später Insp. mit wechselndem Sitz der Superintendentur in Gilten (1559– 1593), Ahlden (1593–1639, 1660–1684, 1760–1774), Schwarmstedt (1639–1641, 1715–1725, 1774–1815), Düshorn (1641–1647) und Walsrode (1648–1659, 1684–1714, 1725–1759).68 1815 Teilung der Insp. in die Insp. Walsrode (bzw. Düshorn: 1821–1873, dann wieder Walsrode, 1924: KK) und die Insp. Schwarmstedt (bzw. Ahlden: 1882–1929, 1924: KK). 1929 Wiedervereinigung zum KK Walsrode.69 1943/50 bis 1962 Superintendentur in Fallingbostel. – Die Insp. Walsrode (bzw. Ahlden) umfasste 1746 die Gemeinden Ahlden, Bothmer, Dorfmark, Düshorn, Eilte, Eickeloh, Fallingbostel, Gilten, Hudemühlen, Kirchboitzen, Kirchwahlingen, Meinerdingen, Ostenholz, Rehtem, Schwarmstedt, Soltau, Stellichte und Walsrode. Bei der Teilung von 1815 kamen Ahlden, Bothmer, Eilte, Eickeloh, Gilten, Hudemühlen, Kirchboitzen, Kirchwahlingen und Rethem zur neuen Insp. Schwarmstedt (ab 1882 Insp. Ahlden, 1924 KK Ahlden); Dorfmark, Düshorn, Fallingbostel, Meinerdingen, Ostenholz, Soltau und Stellichte zur Insp. Walsrode (bzw. 1821 bis 1873 Insp. Düshorn, 1924 KK Walsrode). 1868 wurde Soltau von der Insp. Walsrode abgetrennt, 1869 kam Kirchboitzen hinzu. Zum 1. April 1929 ging der KK Ahlden wieder im KK Walsrode auf, Sitz der Suptur. ist Walsrode.70 2021 umfasste der KK Walsrode die Gemeinden Ahlden, Bad Fallingbostel, Bomlitz-Benefeld (1953), Bommelsen (1950), Dorfmark, Düshorn-Ostenholz (2015), Eickeloh, Gilten, Kirchboitzen, Meinerdingen, Rethem, Schwarmstedt und Walsrode.

Patronat

Seit 1176 das Kloster Walsrode, seit der Reformation der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau – Stadtkirche St. Johannes der Täufer
Stadtkirche, Blick zur Orgel

Stadtkirche, Blick zur Orgel

Spätklassizistischer Saalbau mit Querriegel im Westen und fünfeckigem Chorschluss im Osten, erbaut 1849/50 (Architekt: Friedrich August Ludwig Hellner).71 Satteldach, nach Osten abgewalmt, Westriegel mit quergestelltem Walmdach. Siebenachsiges Langhaus, einachsiger Querriegel, Ecken des Querriegels durch Lisenen betont; an den Längsseiten zweigeschossige Fenstergliederung: unten gekuppelte Rundbogenfenster, oben breite und hohe Rundbogenfenster mit horizontaler Teilung; auf der Nordseite Portal; auf der Westseite jeweils ein rundbogiges Portal rechts und links des Turms, darüber jeweils hohe Rundbogenfenster mit horizontaler und vertikaler Teilung; im Osten Nebeneingang. Im Innern Muldengewölbe und umlaufende, zweistöckige Emporenanlage, getragen von einfachen quadratischen Stützen; Öffnung zur südlichen Klosterkirche mit einer Wand mit Fenstern und verglasten Durchgängen geschlossen. 1971/72 Innenrenovierung. 2004 Sanierung Kirchendach und Mauerwerk. 2014 Kirchenfenster saniert. 2015 Renovierung Innenraum. 2019 Erneuerung Turm und Fassade.

Turm

Spätbarocker, vierseitiger Westturm, errichtet 1786.72 Teilweise vom Querriegel der Kirche umbaut. Welsche Haube mit offener Laterne, bekrönt mit Kugel und Kreuz. Unterer Teil des Turms aus Quadermauerwerk, oberer Teil aus schindelverkleidetem Fachwerk. Im Glockengeschoss an jeder Seite zwei rechteckige Schallfenster, darüber im Westen Uhrziffernblatt. Portal nach Westen, darüber Korbbogenfenster, darüber Inschriftenstein „Anno 1786“; im Geschoss darüber zwei Segmentbogenfenster, darüber altes Uhrziffernblatt.

Stadtkirche, Vorgängerbau, dritter Kirchenbau, Grundriss, vor 1877, Lithographie: August Curtze, Hannover

Stadtkirche, Vorgängerbau, dritter Kirchenbau, Grundriss, vor 1877, Lithographie: August Curtze, Hannover

Vorgängerbauten

Die heutige Kirche hat drei Vorgängerbauten. Erster Kirchenbau errichtet um 1000. Zweiter Bau: flachgedeckte, spätromanische Pfeilerbasilika mit kreuzförmigem Grundriss, erbaut im frühen 13. Jh., bei Ausgrabungen 1971 archäologisch nachgewiesen. Backsteinmauerwerk.73 Dritter Bau: Zweischiffige, gotische Hallenkirche, erbaut etwa 1482–96. Langhaus knapp 27 Meter lang und gut 13 Meter breit, fünfseitig geschlossener Chor an der Nordseite eingezogen, etwa 11 Meter breit und knapp 12 Meter lang.74 Im Innern Langhaus durch vier Säulen in zwei gleich breite Schiffe geteilt, kuppelartige Gewölbe. Im Bereich der ehemaligen Vierung der Vorgängerkirche Durchgang zum südlich anschließenden Nonnenchor. 1600 Turm repariert (u. a. Kupferdeckung).75 Mitte des 17. Jh. abgetragen. 1659 freistehender Glockenturm erbaut. 1786 Westturm erbaut. 1846 Kirche wegen Einsturzgefahr gesperrt und später abgebrochen.

Ausstattung

Hölzerne Kanzelaltarwand mit hölzernem Kastenaltar (1849/50, Entwurf: Hector Wilhelm Heinrich Mithoff, Hannover; Skulpturen: Ludwig Täger, Hannover), Pilastergliederung, Mittelteil mit Dreiecksgiebel, bekrönt mit Kreuz und zwei Engelsfiguren, leicht abgewinkelte Seitenteile mit rundbogigen Durchgängen und abschließenden Rundbogenarkaden; in der Mitte polygoner Kanzelkorb mit Schalldeckel, seitlich davon jeweils eine Rundbogennische mit Konsole und Ädikula, links mit Figur des Mose, rechts mit Figur des Apostels Johannes; im Giebel oberhalb der Kanzel Figur des triumphierenden Christus mit Siegesfahne sowie zwei anbetende Engelsfiguren; unterhalb der Kanzel Abendmahlsgemälde (1849/50, Carl Oesterley senior).76 – Achtseitige, pokalförmige Taufe aus Sandstein (1850), Beckenrand mit Blattornamenten. – Kruzifix (15. Jh.), bekannt als „Walsroder Kreuz“, es lässt „das Leiden Christi in ungewohnter und ungewöhnlicher Deutlichkeit deutlich werden“; das Kreuz wurde 1814 aus der Kirche entfernt, hing dann im Kloster, wurde später eingelagert und 1903 an das Kestner-Museum verkauft; nach Ende des Zweiten Weltkriegs hing es zeitweise in der Marktkirche Hannover und kehrte 1981 als Dauerleihgabe des Kestner-Museums nach Walsrode zurück.77 – Figuren der vier Evangelisten (1702, Cord Heinrich Bartels, Celle), ursprünglich Teil einer Kanzel. – Hölzerne Gedenktafel (1659), zur Erinnerung an die ersten drei luth. Pastoren aus der Familie Kelp; oben Gemälde mit Kreuzigungsszene, darunter Inschrift: „Ehrengedächtnus Derer weiland WohlEhrwürdigen, Wohlverdiehneten Dreÿen Männern, so in die 131 Jahre[n] Einer nach dem andern dieser Walßradischen Kirchen durch Gottes Gnaden Getrawlich Vorgestanden Alß Erstlich Herr Henning Kelp, zur Lambspring geboren A[nn]o 1498, hat Anno 1528 die Evangelische Luttherische Lehre alhie angefangen zue Predigen biß in das 1575, da er Der welt Haaß, Neid vnd nachstellung Abgedancket seines Alters 77, Seiner Bediehnung 47 Jahr. Dem ins Ampt gefolget sein Sohn Ehr[würde]n Jacobus kelp, gebohren zu walsrade 1540, gestorben 1606 Seines Alters 66, seiner Bediehnung 31 Jahr. Demselben sein Sohn Ehr[würde]n Joan Kelp beÿ geordnet 1603, gebohren 1576, Gestorben sanfft und Sählig 1659 am 16 Augusti vmb 5 vhr Abends seines Alters 83, das Pastors Ampt geführet 56, die superintendur 13 Jahre. Gott seÿ uns allen Gnädig. 1. Corint[er] 16,13 Wachet, stehet im Glauben seid Mänlich vnd seid Starck, alle ewer ding lasset in der liebe geschehen. Anno 1659“.78 – Grabstein für P. Gabriel Meyer († 1679), Sandstein, mit lebensgroßem Relief des Verstorbenen, Inschrift u. a. (Übersetzung): „Der ehrwürdige Herr Gabriel Meier, erster Pastor dieser Kirche wurde im Jahr Christi 1608 am 29. Tag des November geboren. Er starb 1679 am 12. Tag des November, [im] 40. Amts[jahr], [im] 72. Lebensjahr“.79 – Grabstein für Sup. Rudolphus Lodemann († 1714), Sandstein, mit lebensgroßem Relief des Verstorbenen. – Grabstein für Christoph von Hodenberg († 1692).80 – Ehemalige Ausstattung: Geschnitztes Altarbild mit Darstellung der Himmelfahrt Mariens (nach 1523, Meister Hans Brüggemann), 1625 verkauft an die Kirche in Kirchboitzen, dort möglicherweise 1724 beim Brand des Kirchturms zerstört oder 1861 bei Neubau der Kirche abhandengekommen.81 – Frühere Altarwand (1745) mit ausgeprägten Regenceformen, befand sich 1902 auf der oberen Westempore.82

Stadtkirche, Orgel

Stadtkirche, Orgel

Orgel

Eine Orgel ist erstmals 1575 belegt.83 1585 repariert. 1625 und 1639 erneuert von Adolph Compenius (Hannover).84 1647 erneuert von Justus Keyser. 1849 Orgelneubau, ausgeführt von Eduard Meyer (Hannover), 25 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Vor 1926 eine Dispositionsänderung, ein neues Register, 26 II/P. 1930 Reparatur und Umdisponierung, P. Furtwängler & Hammer (Hannover). 1954 Reparatur und Dispositionsänderungen, Emil Hammer (Empelde), u. a. Pedalerweiterung. 1973/74 Restaurierung, ausgeführt von Martin Haspelmath (Walsrode), u. a. Rekonstruktion von Zungen- und Prospektpfeifen. 2004/05 Restaurierung, Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 26 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG: I: d’ (Bronze, Gj. 1437, wohl Ghert Klinghe, Bremen), Inschriften: „Anno D[omi]ni M CCCC XXXVII. Planga[m] mortvos, gavdeo vivos, festa quoque colo. Maria ek hete tempore Helmoldt Buschers p[rae]positi i[n] walsrode era[m] facta. Help Got vt aller not vi ene veten nicht vissers ven den dot got gheve siner sele rat de mit ghegoten hat gert“ (Im Jahre des Herrn 1437. Ich beweine die Toten, ich erfreue die Lebenden, auch feiere ich die Festtage. Ich heiße Maria. Ich bin zur Amtszeit des Walsroder propstes Helmold Buscher gemacht worden. Hilf Gott aus aller Not, wir kennen nichts Gewisseres als den Tod. Gott helfe der Seele dessen, der mich gegossen hat, Gert), Bilder: Maria mit Kind und Inschrift „Santa Maria“, Johannes der Täufer mit Inschrift „Sante Iohanes“85, Glocke 1974 geschweißt (Firma Lachenmeyer, Nördlingen); II: f’ (Bronze, Gj. 2012, Firma Bachert, Karlsruhe), Inschrift: „Gott, schenk uns Zeit aus deiner Ewigkeit – Zeit zum Glauben, Zeit zum Hoffen, Zeit zum Lieben“. Zwei SG: I: c’’ (Bronze, Gj. 2013, Firma Bachert, Karlsruhe), Inschrift: „175 Jahre Kreissparkasse Walsrode“ und „Verbum autem Domini manet in aeternum“ (Das Wort des Herrn bleibt aber in Ewigkeit.); II: es’’ (Bronze, Gj. 2013, Firma Bachert, Karlsruhe), Inschrift: „Ida & Wim Eisses“ und „Tempora mutantur, nos et mutamur in illis“ (Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen). – Früherer Bestand: Eine LG, ⌀ 117 Zentimeter (Bronze, Gj. 1727, Thomas Rideweg, Hannover), Inschrift u. a.: „Gott rufft durchs Wortes Schall bis an der Welt ihr Ende. Mein Thon rühr aller Hertz, das sich zu Gott stets wende“, außerdem Namen des Glockengießers und der Kirchenjuraten, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1942). Als Ersatz eine Eisenhartgussglocke angeschafft, g’ (Eisen, Gj. 1947, Firma Weule, Bockenem), Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“, 2012 wegen schwerer Korrosionsschäden abgehängt und bei der Kirche aufgestellt. – Zwei SG, I: cis’’; II: e’’ (beide Eisen, Firma Weule, Bockenem), 2013 durch jetzige SG ersetzt.

Kirchenbau – Klosterkirche (Nonnenchor)
Walsrode, Nonnenchor, Altarfenster, bemalte Decke

Nonnenchor, Altarfenster und bemalte Decke, 2017, Foto: Wolfram Kändler, CC BY-SA 3.0 de

Eigentum der Klosterkammer Hannover, angefügt an die Südseite der Stadtkirche. Rechteckiger Backsteinbau, „im frühen 14. Jh. in den südlichen Querarm der romanischen Basilika“ aus dem ersten Drittel des 13. Jh. eingefügt.86 Walmdach. Nach Süden zwei Spitzbogenfenster mit zweibahnigem Backsteinmaßwerk, nach Osten zwei Spitzbogenfenster und dazwischen größeres Spitzbogenfenster mit dreibahnigem Backsteinmaßwerk, nach Westen drei spitzbogige Sprossenfenster. Im Innern flache Decke mit Bemalung (zweite Hälfte 18. Jh., Fruchtgehänge, Muschelwerk), Nordwand mit Tür und Fenstern zur Stadtkirche. 1775/76 bis auf die Grundmauern abgetragen und neu errichtet, Satteldach durch Walmdach ersetzt.87

Fenster

Im Osten dreiteiliges, figürliches Buntglasfenster (um 1483), Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes; das Fenster fungiert mit seiner barocken Rahmung als Altarretabel. Die beiden schmaleren Ostfenster (um 1483) zeigen links Johannes den Täufer (Klosterpatron) und rechts Benedikt von Nursia mit Inschrift: „Santvs bendicktvs M CCCC LXXXIII Jar“; die Wappenscheiben verweisen auf die Stifter aus den Lüneburger Ratsfamilien Stöterogge und Stoketo. In den beiden Südfenstern kleinere Heiligenbilder (Bartholomäus und Thomas, Michael, Georg und Scholastika) sowie Wappen (aus spätgotischer Zeit, aus dem 16. und 17. Jh. sowie eine aus dem 19. Jh.; einige tragen die Namen von Äbtissinnen, andere die von Familien, die dem Kloster besonders verbunden waren).88

Turm

Im Westen kupferverkleideter Dachreiter mit offener Laterne und geschwungener Haube, erbaut 1775 (vorher Dachreiter mit Spitzhelm).89

Walsrode, Nonnenchor, bemalte Decke

Nonnenchor, bemalte Decke, 2017, Foto: Wolfram Kändler, CC BY-SA 3.0 de

Ausstattung

Blockaltar mit hölzernem Altaraufsatz (1744), der Aufsatz rahmt das mittlere der spätmittelalterlichen Ostfenster; marmorierte, korinthische Säulen tragen verkröpftes und geschwungenes Gebälk, darüber zwei Engel; als Bekrönung Gottesauge in Wolken- und Strahlenkranz; an den Seiten Schleierwerk mit Inschriftenmedaillons.90 – Antependium (Ende 15. Jh.), gestickte Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes; Mittelteil aus einem Messgewand gefertigt. – Farbig gefasste Stifterfigur aus Eichenholz (erste Hälfte 14. Jh.)91, Gf. Walo als Ritter gekleidet, in der rechten Hand ein Schwert, auf dem linken Arm ein Kirchenmodell, aus dessen südlichen Querschifffenster eine Nonne schaut; darunter Inschriftentafel: „Illustris princeps Walo de Ahnholt, Comes in Ascania, Dominus in Bernborg fundator huius monastery anno 986“ (Der berühmte Fürst Walo von Anhalt, Graf in Askanien, Herr in Bernburg. Gründer dieses Klosters im Jahr 986). – Reliquienschrein (Ende 15. Jh.), mit 27 beschrifteten Reliquienkästchen; außerdem zwei Figuren (erste Hälfte 14. Jh.): Der auferstandene Christus zeigt dem ungläubigen Thomas seine Wundmale. – Christkindfigur, „Bambino“ genannt (wohl um 1500 in Mecheln gefertigt), Bekleidung im Kloster aus älteren Teilen zusammengesetzt. – Geschnitztes Relief des letzten Abendmahls (um 1520, vielleicht Benedikt Dreyer, Lüneburg), farbig gefasst. – Äbtissinnenstuhl (1752). – Gemälde „Jesus im Gebet am Ölberg“ (18. Jh.). – Vier Porträtgemälde von Äbtissinnen des 18. Jh.: Dorothea Magdalena von Stoltzenberg († 1737), Christiana Veronica von Pufendorf († 1765), Dorothea Eleonora von Ompteda († 1775) und Sophie Anne Dorotee von Hinüber († 1803). – Tafel mit 16 auf Blech gemalten Wappen von Walsroder Äbtissinnen. – Tafel mit in Emaile gearbeiteten Wappen. – Uhrgehäuse der Turmuhr im Dachreiter (1767), über dem symbolischen Ziffernblatt das Wappen der mutmaßlichen Stifterin und späteren Äbtissin Friederike Henriette von Pufendorf.

Geläut

Zwei LG, I: es’’ (Bronze, Gj. 1743, Johann Heinrich Christoph Weidemann, Hannover), Inschrift: „Soli Deo Gloria“ (Allein Gott die Ehre) und „Ioh. Henr. Christ. Weideman goss mich in Hannover A[nn]o 1743“; II: f’’ (Bronze, Gj. 1643, Hermann Benninck, Hamburg), Inschrift: „Iohan Friedrich Behr me fieri fecit anno 1643 Gloria in excelsis Deo“ (Johann Friedrich Behr hat mich anfertigen lassen im Jahr 1643. Ehre sei Gott in der Höhe) und „M[agister] Hermann Benningk me fecit“ (Meister Hermann Benningk hat mich gemacht), Krone erneuert.92
Weiter kirchliche Gebäude: Pfarrhaus I (Bj. 1967, 1999 verkauft). – Pfarrhaus II (Suptur., Bj. 1890). – Pfarrhaus III (Bj. 1911). – Pfarrhaus IV (Bj. 1988). – Gemeindehaus (Bj. 2004/05, Vorgängerbau Bj. 1911, 2003 verkauft). – Kindergarten (Bj. 1973). – Küsterhaus (Bj. 1909, 1969 erworben und 2004 abgebrochen).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof im Süden des Ortes (Saarstraße, Brüggemannstraße), FKap (Bj. 1911, mit Kleinorgel, erworben 2015 von der KG Klein Hehlen, erbaut 1987 von Schmidt & Mappes (Hannover), 4 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen). Klosterkirchhof, u. a. mit Grabsteinen und Grabplatten des 17. Jh.93

Liste der Pastoren (bis 1940)

Erste Pfarrstelle: 1528–1575 Henning Kelp. – 1575–1606 Jacob Kelp. – 1606–1659 Johannes Kelp. – 1659–1679 Gabriel Meyer. – 1680–1714 Rudolph Lodemann. – 1715–1759 Ernst Detlef Eberhard Lodemann. – 1761–1767 Friedrich Philipp Barckhausen. – 1767–1795 Dr. Johann Michael Kern. – 1796–1803 Dietrich Heinrich Ritscher. – 1803–1815 Friedrich Gottlieb Schmidt. – 1815 Johann Georg Friedrich Dammers. – 1816–1820 Heinrich August Friedrich Christian Mannes. – 1821–1839 Heinrich Friedrich Christian Deeke. – 1839–1845 Johann Ludwig Eckels. – 1845–1848 Johann Heinrich Friedrich Gerhard Weltmann. – 1848–1872 Karl Theodor Staats. – 1873–1906 Ludwig Theodor Hermann Knoke. – 1907–1912 Heinrich Ludwig Johannes Haase. – 1912–1927 Otto Wilhelm Riechelmann. – 1927–1938 Johannes Hermann Julius Wahlers. – 1938–1948 Heinrich Friedrich Wilhelm Lange (1943 eingezogen, 1948 als vermisst in den Wartestand versetzt).

Zweite Pfarrstelle: 15.. Daniel Funke. – 1585, 1602 Hieronymus Köhn. – 16.. Johann Dunckhorst. – 1619–1626 Lüderus Kelp. – 1629–1632 Justus Hauser (Huser, Hüser). – 1632–1640 Bernhard Friedrich Laßdorf. – 1640–1659 Gabriel Meyer. – 1660–1672 Levin Seelhorst. – 1672–1694 Dietrich Günther. – 1698–1703 Heinrich Elers. – 1703–1705 Joachim Christoph Höpfner. – 1706–1712 Johann Christoph Uhtembusch. – 1712–1714 Nicolaus Burckhard Falkenhagen. – 1715–1721 Georg Christian Hasselmann. – 1721–1732 Johann David Schädler. – 1732–1733 Friedrich Jonathan Tusch. – 1733–1738 Carl Gerhard Leuckfeld. – 1738–1745 Lukas Wilhelm Dusch. – 1746–1753 Johann Thomas Gans. – 1754–1759 Christian Ludolph Busch. – 1759–1768 Johann Hermann Gerhard Oppermann. – 1768–1772 Otto Ludwig Beyer. – 1773–1795 Hermann Johann Christian Mithoff. – 1795–1798 Georg Ludolph Heinrich Petersen. – 1798–1805 Johann Heinrich Rudolph Jungblut. – 1805–1816 Hartwig Christian Harms. – 1817–1829 August Heinrich Liebau. – 1829–1842 Karl Wilhelm Müller. – 1843–1848 Carl Eduard Leopold Flügge. – 1848–1864 Louis August Ruschenbusch. – 1864–1874 Johann Friedrich August Ludwig Schmidt. – 1875–1883 Adolf Wilhelm Ferdinand Langelotz. – 1884–1892 Johann Heinrich Christian Adolf Bartels. – 1893–1899 Ernst Heinrich Gervin. – 1899–1922 Carl Friedrich Gottlieb Rüppel. – 1922–1927 Dietrich Friedrich Bischoff. – 1928–1936 Heinrich Ernst Friedrich Kurt Brockhaus. – 1937–1962 Siegmund Alwin Christian Schomerus.

Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 474–476

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 11344–11375 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 8375–8395 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 2367Digitalisat, 2368Digitalisat (Visitationen); S 09 rep Nr. 487, 1537, 2254–2256 (Presseausschnittsammlung); S 11 a Nr. 7940 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1669 (Lücken: 1671, 1673–1679; unvollständig: 1669, 1670, 1672)
Trauungen: ab 1680
Begräbnisse: ab 1680
Kommunikanten: ab 1694 (Lücken: 1709–1800, 1818, 1819, 1865–1906; unvollständig: 1817), II. Pfarre: ab 1876 (Lücken: 1935–Mitte 1949)
Konfirmationen: ab 1697 (Lücken: 1709–1821, 1852, 1855–1872)

Garnisongemeinde

Taufen: 1801–1821
Trauungen: 1806–1821
Begräbnisse: 1801–1821

Literatur & Links

A: Gemeindebuch KK Walsrode, S. 56–58; Kirchenkreis Walsrode, S. 34–35; Lüneburger UB XV, Walsrode; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1330–1332; Dolle, Klosterbuch III, S. 1487–1493; Hahn, Heidekirchen, S. 101–104; Holscher, Bisthum Minden, S. 268–269; Manecke, Beschreibungen II, S. 394–400; Mewes, Kirchenbau, S. 191 und 231; Meyer, Pastoren II, S. 474–476; Mithoff, Kunstdenkmale IV, S. 265–267; Müller, Kirchenbauten, S. 128–129; Obenaus, Handbuch II, S. 1528–1533; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 327–344; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 164–180.
B: 1000 Jahre Kloster Walsrode. Geschichte, Kunst, Konvent. Herkunft und Tradition einer evangelischen Lebensgemeinschaft, hrsg. vom Kloster Walsrode, Walsrode 1986; Dieter Brosius: Kloster Walsrode (= DKV-Kunstführer 670; = Klosterkammer Hannover 8), Berlin-München 2012; Friedrich Grütter: Stiftung des Klosters Walsrode durch den Grafen Walo. Festschrift zu der am 5. August 1886 stattfindenden 900jährigen Stiftungs-Feier des Klosters, Walsrode 1886; Otto Jürgens: Ein Amtsbuch des Klosters Walsrode (= Veröffentlichungen zur niedersächsischen Geschichte 2), Hannover 1899; Karl Lange: Stellichte. Lüneburgisches Dorf und v. Behrsches Rittergut in geschichtlicher Verbundenheit, Brinkum 1950; Renate Oldermann: Kloster Walsrode. Vom Kanonissenstift zum evangelischen Damenkloster. Monastisches Frauenleben im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Bremen 2004; Eckard Schulz: Wo Kirche auch Zuhause ist. 750 Jahre Kirchengemeinde Meinerdingen. Ein Kleinod mit großer Strahlkraft, Meinerdingen 2019; Johannes Skowranek: Kloster Walsrode, Walsrode 1979; Hans Stuhlmacher: Die alten Ämter Rethem, Walsrode, Ahlden und Essel, Walsrode 1926; Hans Stuhlmacher: Chronik des Kreises Fallingbostel. Der Zeitabschnitt von 1866 bis 1900, Walsrode 1926; Hans Stuhlmacher: Der Kreis Fallingbostel. Ein Heimatbuch des Kreises, Magdeburg 1935; Hans Stuhlmacher: Geschichte der Stadt Walsrode, Walsrode 1964.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Innenansicht Kirche; Denkmalatlas Niedersachsen.

GND

1252890036, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Walsrode; 1163845353, Evangelische Sankt Johannis-der-Täufer-Kirche (Walsrode)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 201 f.
  2. MGH DD O III 26 [Digitalisat]. Vgl. auch Lüneburger UB XV, Walsrode, Nr. 1. Eine gefälschte Urkunde von Ende des 15. Jh. (vermutlich nach dem Klosterbrand 1482 entstanden) bezeichnet Gf. Walo als Fürst von Anhalt sowie Graf von Askanien und verbindet das mit einer frommen Legende zur Gründung des Klosters, vgl. ebd. Anm. 3. Vgl. auch Brosius, S. 2; Grütter, S. 8 ff.
  3. Oldermann, S. 22.
  4. Siedlungsspuren reichen bis in die Vorzeit zurück, vgl. Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 328; Stuhlmacher, Geschichte, S. 11 ff.
  5. Lüneburger UB XV, Walsrode, Nr. 2.
  6. Stuhlmacher, Geschichte, S. 16 ff. bietet eine hochdeutsche Übertragung der Urkunde. Vgl. auch Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 328.
  7. Stuhlmacher, Geschichte, S. 24 ff.; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 328.
  8. Lüneburger UB XV, Walsrode, Nr. 278.
  9. Zum Ganzen Stuhlmacher, Ämter, S. 62 ff.
  10. Digitalisat: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/175156/546.
  11. Brünecke/Gerhardt/Richter, Erbregister Rethem, S. 109 und S. 112.
  12. Stuhlmacher, Geschichte, S. 48 ff. u. S. 138 f.; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 328; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 165; Stuhlmacher, Heimatbuch, S. 55.
  13. Vgl. Stuhlmacher, Geschichte, S. 172 f.
  14. Vgl. Stuhlmacher, Geschichte, S. 195.
  15. Gundermann/Hubatsch, Hannover, S. 235.
  16. Vgl. Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 18 f.
  17. Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 327.
  18. Siehe dazu Stuhlmacher, Geschichte, S. 187 ff.
  19. Zur Pulverfabrik (später Eibia): Stuhlmacher, Geschichte, S. 195; Stuhlmacher, Heimatbuch, S. 148 ff.; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 165 ff. sowie Helge Matthiesen: Geheime Reichssache Eibia, Walsrode 1987 und Andrea Hesse: Prädikat Bestbetrieb – die Eibia GmbH für chemische Produkte in Bomlitz (= Aspekte der Bomlitzer Lokalgeschichte 3), Münster 1995. Zur Eisenbahn: Stuhlmacher, Heimatbuch, S. 56; Stuhlmacher, Geschichte, S. 215 f.; Stuhlmacher, Chronik, S. 87 und S. 111 f.; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 342 f.
  20. Vgl. Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 327 f.
  21. Zum Ganzen Meyer, Kirchengeschichte, S. 16 ff.; Krumwiede, Kirchengeschichte, S. 24 ff.
  22. Für einen Überblick zur Klostergeschichte vgl. Dolle, Klosterbuch III, S. 1487 ff. Siehe auch Niedersächsische Klosterkarte, 04.08.2022. Vgl. auch Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 328 f.; Stuhlmacher, Geschichte, S. 247 ff.; 1000 Jahre, S. 9 ff.; Oldermann.
  23. MGH DD HdL 107 [Digitalisat] (überliefert im Kopialbuch des Klosters Walsrode). Vgl. auch Lüneburger UB XV, Walsrode, Nr. 2; Stuhlmacher, Geschichte, S. 270 f.
  24. Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 329; Brosius, S. 10; 1000 Jahre, S. 26 f.
  25. Dolle, Klosterbuch III, S. 1492. Vgl. auch ebd.: „Ein weiterer, nicht bezeichneter Altar befand sich in einer Corpus-Christi-Kapelle, deren Lage nicht bekannt ist.“
  26. Stuhlmacher, Geschichte, S. 287.
  27. Vgl. Stuhlmacher, Geschichte, S. 272 ff.
  28. Zum Ganzen siehe Busch, Anfänge, S. 30 ff.; Krumwiede, Kirchengeschichte I, S. 130; Otte, Einführung Reformation, S. 11 ff. Zum Kloster vgl. Oldermann, S. 55 ff.; 1000 Jahre, S. 27 f., Stuhlmacher, Geschichte, S. 250 f.
  29. Siehe dazu Bock, Lasst aber alles, S. 60 ff.
  30. Bock, Lasst aber alles, S. 62 f.
  31. Siehe dazu Hans Otte, Klosterlandschaft, bes. S. 261 ff.; Brandis, Reformationsgeschichte, S. 38 ff.; Oldermann, S. 58 ff. und S. 65 ff. Text des „Radtslach …“ in Sehling, Kirchenordnungen VI I.1, S. 586 ff.
  32. Brandis, Reformationsgeschichte, S. 41 ff.; zum Ganzen auch Wrede, Einführung, S. 93 ff.; Otte, Klosterlandschaft, S. 251 ff.
  33. Lüneburger UB XV, Walsrode, Nr. 374; Oldermann, S. 61; Wrede, Einführung, S. 107 f.
  34. Lüneburger UB XV, Walsrode, Nr. 373.
  35. Dolle, Klosterbuch III, S. 1489.
  36. Vgl. insgesamt: Oldermann, S. 81 ff.; Brosius, S. 11 ff. Klosterordnung 1555 bei Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 609 ff.; Klosterordnung von 1574 bei Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 619 ff.; zur Klosterordnung von 1619 vgl. Oldermann, S. 92 ff.
  37. Oldermann, S. 104; Brosius, S. 12.
  38. Meyer, Pastoren II, S. 475; Oldermann, S. 62.
  39. Meyer, Pastoren II, S. 475 f.; Stuhlmacher, Geschichte, S. 294 ff.
  40. Vgl. Oldermann, S. 115 ff. sowie Renate Oldermann-Meier: Christliche Gebet So im Kloster zu Walszrode gebräuchlich, in: Jahrbuch der Gesellschaft für Niedersächsische Kirchengeschichte 94 (1996), S. 211–219 und Renate Oldermann-Meier (Hg.): Gebetbuch des Klosters Walsrode von 1649 (= Schriftenreihe des Bundes der Freunde des Heidemuseums Walsrode e. V. 9), Walsrode 1995.
  41. Oldermann, S. 147.
  42. Siehe dazu Stuhlmacher, Geschichte, S. 285; Meyer, Pastoren II, S. 475.
  43. Stuhlmacher, Geschichte, S. 285.
  44. Vgl. Lange, Stellichte, S. 61 ff.
  45. Vgl. Meyer, Pastoren II, S. 476; Stuhlmacher, Geschichte, S. 287 f.; Kirchenkreis, S. 42. Siehe auch: Theodor Harms: Lebensbeschreibung des Pastor Louis Harms, Hermannsburg 1911, S. 7 f.
  46. Siehe Brosius, S. 14; 1000 Jahre, S. 34 f.
  47. Klöster & Stifte im Bereich der Klosterkammer Hannover, hrsg. von der Klosterkammer Hannover, &sup6;2019, S. 19 [.pdf online, 05.08.2022].
  48. Müller, Kirchenbauten, S. 128; Stuhlmacher, Geschichte, S. 279.
  49. Siehe dazu Schulz, Kirche, S. 184 f. und S. 192.
  50. Zum Folgenden siehe 1000 Jahre, S. 37 ff.; Brosius, S. 15.
  51. Zum Folgenden vgl. Obenaus, Handbuch II, S. 1528 ff.; Heinemann, Leben, S. 153 ff.
  52. 1851 kamen auch die jüd. Einwohner Vorbrücks dazu.
  53. Im Jahr 1941 wurde dieser Friedhof durch den Regierungspräsidenten geschlossen und 1942 an die Stadt Walsrode verkauft. Seit 1959 ist er im Besitz des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Heinemann, Leben, S. 339 ff.; Obenaus, Handbuch II, S. 1532 f.
  54. LkAH, S 1 H III, Nr. 518, Bl. 25r, dort auch die folgenden Zitate. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  55. LkAH, S 1 H III, Nr. 518, Bl. 25v.
  56. Stuhlmacher, Geschichte, S. 367.
  57. Stuhlmacher, Geschichte, S. 376.
  58. KABl. 1953, S. 94, S. 137 und S. 169.
  59. KABl. 1969, S. 158 und S. 205.
  60. LkAH, L 5e, unverz., Walsrode (Visitation 1991).
  61. KABl. 1999, S. 115.
  62. KABl. 1953, S. 94 und S. 169.
  63. KABl. 1953, S. 137 und S. 169. KABl. 1969, S. 158.
  64. Vgl. Lange, Stellichte, S. 61 ff.; KABl. 1976, S. 120.
  65. KABl. 1986, S. 3.
  66. Schulz, Kirche, S. 184 f.; KABl. 1953, S. 169.
  67. Holscher, Bisthum, S. 268 f.
  68. Siehe LkAH D 99, Bestandsbeschreibung.
  69. KABl. 1929, S. 1.
  70. KABl. 1929, S. 1.
  71. Zum Ganzen vgl. Hahn, Heidekirchen, S. 101 f.; Müller, Kirchenbauten, S. 129; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 328 ff.
  72. Zum Turm siehe Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 173; Hahn Heidekirchen, S. 101; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 329.
  73. Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 329.
  74. Stuhlmacher, Geschichte, S. 279; Mithoff, Kunstdenkmale IV, S. 266.
  75. Zum Turm: Stuhlmacher, Geschichte, S. 277 f.
  76. Insgesamt zur Ausstattung: Hahn, Heidekirchen, S. 101 f.; Müller, Kirchenbauten, S. 129; Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 329 f.; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 173 f.
  77. Hahn, Heidekirchen, S. 102; LkAH, S 09, rep. Nr. 487.
  78. DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 263 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0026302. Siehe auch Stuhlmacher, Geschichte, S. 279; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 173.
  79. DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 295 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0029502.
  80. DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 151 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0015107.
  81. Zum Ganzen siehe Stuhlmacher, Geschichte, S. 272 ff.
  82. Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 173; Stuhlmacher, Geschichte, S. 279.
  83. Siehe dazu Stuhlmacher, Geschichte, S. 277 f., Dolle, Klosterbuch III, S. 1492.
  84. Zu Adolph Compenius vgl. Pape, Lexikon I, S. 90.
  85. DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 40 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0004009. Zu den Glocken insgesamt vgl. Stuhlmacher, Geschichte, S. 277 f.; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 174.
  86. Dolle, Klosterbuch III, S. 1492. Zum Ganzen siehe Pantel, Denkmaltopographie Lkr. Soltau-Fallingbostel, S. 330; Hahn, Heidekirchen, S. 103; Skowranek, Kloster, S. 3 ff.; Brosius, S. 16 ff.; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 174 ff.
  87. 1000 Jahre, S. 33.
  88. DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 54 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0005403; DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 121 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0012109.
  89. Vgl. Stuhlmacher, Geschichte, S. 255.
  90. Insgesamt zu den Ausstattungsstücken vgl. Brosius, S. 19 ff.; Skowranek, Kloster Walsrode; 1000 Jahre, S. 61 ff.; Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 174 ff.
  91. Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 175.
  92. DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 229 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0022907. Zu den Glocken insgesamt vgl. Stuhlmacher, Geschichte, S. 256 und nach S. 272 (Bild); Wolff, KD Kr. Burgdorf und Fallingbostel, S. 176.
  93. DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 197 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0019703, DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 216 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0021603, DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 283 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0028304, DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 287 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0238-di076g013k0028702.