Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheimer Land-Alfeld, Amtsbereich Alfeld | Patrozinium: Martin | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

In einer Urkunde aus dem Jahr 1146, mit der Bf. Bernhard von Hildesheim Gründung und Besitzungen des Klosters St. Godehard in Hildesheim bestätigte, ist der Ort Holle erstmals schriftlich erwähnt.1 Vermutlich 1152 belehnte das Reichsstift Gandersheim die Grafen von Wöltingerode (später von Wohldenberg) mit gräflichen Rechten in Holle, zuvor hatten wohl die Grafen von Winzenburg das Lehen besessen. 1275 verkauften die Grafen die Burg Wohldenberg an den Hildesheimer Bf. und gaben auch ihre Grafschaften auf.2 Zwischen 1186 und 1234 ist Holle einige Male als Gerichtsort belegt (mallo hollen).3 Das Dorf war überdies Sitz eines gleichnamigen Ministerialengeschlechts, zu dem auch der Dichter Berthold von Holle (13. Jh.) gehörte. Holle zählte zum hildesheimischen Amt Wohldenberg, das nach 1275 aus vormals wohldenbergischen Gebiet hervorgegangen war. Nach Ende der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) fiel das Amt Wohldenberg mit Holle an das welfische Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel und wurde 1643 mit der Restitution des Großen Stifts wieder hildesheimisch. Nach den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses kam das Gebiet des Hochstifts 1803 an Preußen. In der Zeit des französischen Satellitenkgr. Westphalen (1807-1813) war Holle Hauptort des gleichnamigen Kantons im Distrikt Goslar des Departements Oker. Danach kam das Dorf, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Amt Wohldenberg, das 1852/59 im Amt Bockenem aufging. Nach der Annexion Hannovers 1866 wieder preußisch, gehörte Holle seit 1885 zum Kr. Marienburg (1946 Lkr. Hildesheim-Marienburg, 1977 Lkr. Hildesheim). Mit der Eingemeindung der Orte Derneburg, Grasdorf, Hackenstedt, Heersum, Henneckenrode, Luttrum, Sillium, Söder und Sottrum enstand 1974 die Einheitsgemeinde Holle. Holle lag an der Kreuzung zweier mittelalterlicher Handelswege (Braunschweig-Göttingen, Hildesheim-Goslar, letztere 1131 als publica via4 bezeichnet).5 Mehrere Neubaugebiete ließen den bislang eher ländlich geprägten Ort in der zweiten Hälfte des 20. Jh. wachsen, 1962 war die „Bauernschaft … nur noch Minderheit im Dorf“, die Zahl der Pendler, „die nach Hildesheim in die Industriewerke fahren“ hingegen hoch.6 1810 zählte Holle gut 620 Einwohner, 2015 gut 2.800 (ohne Eingemeindungen).

Kirche mit Ort, Luftbild, 1937

Kirche mit Ort, Luftbild, 1937

Holle war im Mittelalter Sitz eines Archidiakonats der Diözese Hildesheim, zu dem neben Holle selbst die Dörfer Asselburg (wüst), Burgdorf, Grasdorf, Hackenstedt, Heersum, Henneckenrode, Kantelsen (wüst), Söder und Wartjenstedt zählten.7 Anscheinend war der Holler Archidiakon auch für das kleine Archidiakonat Wetteborn mit den Dörfern Everode, Klein Freden, Meimerhausen und Wetteborn zuständig. Um 1222/24 ist der Archidiakon Conrad de Veltbere nachweisbar,8 1271 der Archidiakon Iohannes (gleichzeitig Propst des Klosters Derneburg).9 Seit Mitte des 14. Jh. verwaltete der Goslarer Archidiakon das Holler Archidiakonat mit.10
Vermutlich seit Ende des 12. Jh. bestand in Holle ein Kloster der Augustiner Chorfrauen als dessen Gründer der Priester Werenboldus gilt.11 Urkundlich lässt sich das Kloster 1209 und 1212 nachweisen (monasterio in Holle, conventu in Holle)12, 1213 verlegte Bf. Hartbert von Hildesheim den Konvent in das benachbarte Derneburg.13 Klostergebäude im Bereich der Holler Kirche konnten archäologisch bislang nicht nachgewiesen werden. Bei der Renovierung der Kirche 1934 entnahm P. Wilhelm Drömann (amt. 1932-1969) dem Altar einige Reliquien sowie das Siegel eines Bf. Konrad von Hildesheim (Konrad I. war Bf. von Hildesheim von 1195 bis 1199, Konrad II. von 1221 bis 1246/47). Die Kirche selbst wird urkundlich erstmals 1212 genannt14 und erneut etwa ein Jahrzehnt später, als Bf. Konrad II. von Hildesheim um 1222/24 die ecclesie in Holle dem Kloster Derneburg übertrug. Mit Iohannes in Holle tunc plebani erscheint auch der seinerzeitige Holler Geistliche in dieser Urkunde.15 Einige Jahre später erwarb das Kloster schrittweise auch den Holler Zehnten (1230 und 1246).16 Mit einer Urkunde aus dem Jahr 1271 lässt sich das Patrozinium der Kirche belegen: das Schriftstück dokumentiert eine Landschenkung an die ecclesie sancti Martini in Holle.17 Der Standort einer 1293 in Holle genannten Servatiuskapelle ist unbekannt (capellam beati Servatii).18 Bis zum Jahr 1346 gehörte auch das Dorf Binder zum Kirchspiel Holle (capellen to Byndere).19
Eine erste Einführung der Reformation erlebte Holle, nachdem die Truppen des Schmalkaldischen Bundes Hzg. Heinrich den Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel 1542 vertrieben hatten. Lgf. Philipp von Hessen und Kfs. Johann Friedrich von Sachsen setzten eine Statthalterregierung ein, die das besetzte Fsm. Braunschweig-Wolfenbüttel reformieren sollte. Johannes Bugenhagen, Martin Görlitz und Antonius Corvinus visitierten im gleichen Jahr die Gemeinden des Fsm., um die einzelnen Pfarrer zu begutachten; 1543 erschien die Christlike kerken-ordening im lande Brunschwig, Wulffenbüttels deles, die Corvinus und Görlitz verfasst hatten; 1544 fand eine weitere Generalvisitation statt.20 Im Protokoll zur Visitation 1542 heißt es zu Holle: „Hat keinen pfarrer“; am Rand findet sich die Notiz „D. Corvinus wil die pfarr verschen lassen von wegen s. f. g. [seiner fürstlichen gnaden]. Wilhelm ist verordent.“21 Gemeint ist hier der erste ev. Geistliche Holles, P. Wilhelm Bodicher oder Böttcher (amt. 1542-1544?). Zum Kirchspiel Holle gehörte seinerzeit auch das Dorf Sillium. 1547 konnte der kath. Hzg. Heinrich der Jüngere nach Wolfenbüttel zurückkehren und suchte sein Fsm. zu rekatholisieren. Heinrichs Sohn und Nachfolger Hzg. Julius, der 1568 die Regierung übernahm, führte im gleichen Jahr erneut die luth. Lehre im Fsm. Braunschweig-Wolfenbüttel ein, ließ die Gemeinden wiederum visitieren und erließ 1569 die später sogenannte Calenberger Kirchenordnung.22 Über den Holler P. Joannes Rulman (Kulmann, Pfulmann) vermerkt das Visitationsprotokoll er sei ein Greis und habe auf die theologischen Fragen der Visitatoren nichts zu antworten gewusst (Senex nihil respondit).23 Ende des 16. Jh. war P. Just Offermann (amt. 1583, 1586, 1587, 1594) neben Holle und Sillium auch für Sottrum (Holle) zuständig.24 In die Amtszeit von P. Johannes Christian Wilhelm Stieren (amt. 1759-1789) fiel die Neugestaltung der Kirche, die der Baumeister Anthon Wendt leitete. Mit diesem Umbau erhielt die Kirche ihre heutige Gestalt, einen vorherigen Zustand zeigt die Skizze des Malers Renier Roidkin (1684-1741) von 1733.25
Zum 1. Mai 1946 übernahm die Kirchengemeinde den Holler Kindergarten.26 Die Gemeindeschwesternstation der Kirchengemeinde wurde 1978 in die Diakonie-Sozialstation der Gemeinde Holle und der Stadt Bockenem integriert. Der Bau neuer Wohngebiete hatte bis 1980 dazu geführt, dass sich die Holler Kirche nicht mehr am Rand des Ortes sondern nun in seiner Mitte befand. Allerdings waren „viele Menschen zugezogen, die kaum einen Kontakt zur Kirche“ hätten, wie der Visitator 1980 feststellte.27 Zum 1. Juni 1995 schied die KapG Sillium aus dem Kirchspiel Holle aus und wurde unter pfarramtlicher Verbindung mit Hackenstedt-Sottrum zur eigenständigen Kirchengemeinde erhoben.28 Gut vier Jahre später begann am 1. Oktober 1999 die pfarramtliche Verbindung Holles mit den Gemeinden Grasdorf (Holle), Heersum, Hackenstedt-Sottrum und Sillium.29 Zum 1. Januar 2004 gründeten die verbundenen Kirchengemeinden den „Ev.-luth. Gemeindeverband Holle“ mit Sitz in Grasdorf.30 Sie vereinbarten damit eine enge inhaltliche, personelle und finanzielle Zusammenarbeit, um ihre gemeindlichen Aufgaben dauerhaft erfüllen zu können. Im Gemeindeverband bestehen zwei Pfarrstellen, eine dritte ist dauervakant. Aufgrund eines Kabelbruchs brannte im Januar 2007 die Holler St.-Martins-Kirche aus. Im Mai 2010 konnte die Gemeinde die Einweihung ihrer wiederaufgebauten Kirche feiern.31

Umfang

Holle, Derneburg und Astenbeck. Bis 1995 auch die KapG Sillium.

Aufsichtsbezirk

Sitz eines Archidiakonats der Diözese Hildesheim. – Um 1544 Insp. Bockenem, 1570 zur neuen Insp. Baddeckenstedt. Seit etwa 1650 Insp. der Ämter Wohldenberg und Bilderlahe (ohne festen Superintendentursitz).32 1807 Insp. Bockenem, Sitz der Suptur bis 1817 in Nette, dann Sehlde. 1834 zur neuen Insp. (1924: KK) Sehlde; mit Aufhebung des KK Sehlde am 1. April 1943 in den KK Bockenem eingegliedert.33 Zum 1. April 1976 fusionierte dieser mit KK Hoheneggelsen, zum 1. Januar 1978 umbenannt in KK BockenemHoheneggelsen.34 1. Januar 2005 KK Hildesheimer Land.35 Seit 1. Januar 2011 KK Hildesheimer Land-Alfeld, Amtsbereich Alfeld.36

Patronat

Ab 1222/24 das Kloster Derneburg, ab 1814 die Grafen von Münster zu Derneburg (bis 1971).37

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, 1952

Kirche, Blick zum Altar, 1952

Rechteckbau mit Satteldach, in mehreren Bauphasen entstanden, älteste Teile in der nördlichen und südlichen Chorwand wohl vor 1240. Quader- und Bruchsteinmauerwerk, Rechteckfenster, Eingangsportal an Südseite. Im Innern flachgewölbte, verschalte Decke, u-förmige Emporenanlage. Baugeschichte: Möglicherweise zunächst Saalbau,38 wahrscheinlich vor 1240 Bau eines Chors mit möglicherweise geradem Abschluss sowie eines Querhauses als östliche Erweiterung des bestehenden (oder nur geplanten) Saalbaus; vermutlich um 1250 Bau eines dreischiffigen Langhauses zwischen Turm und Ostbau. Wohl im späten 14. Jh. Abbruch des südlichen Seitenschiffs und Bau zweier Kapellen an seiner Stelle; gleichzeitig Verlängerung des Chors nach Osten. Vielleicht im 17. Jh. und sicher vor 1733 Abbruch der südlichen Kapellen. Zwischen 1733 und 1768 Abbruch der Querhausarme und des nördlichen Seitenschiffs. Umbau der Kirche 1768-1771, Baumeister Anthon Wendt (u. a. Emporen vergrößert); Bauinschrift an Fenster über südlicher Tür: „Joan. Chr. Wilh. Ano. 1768. Stiren Past.“.39 Außenrenovierung 1931, Innenrenovierung 1934 (beide unter Leitung von Rudolf Curdt, Lübeck, neue Glasfenster, Emporen verkleinert, Mittelgang entfernt). Renovierungen 1966 (Ernst Witt) und 1990. 2007 ausgebrannt. Wiederaufbau 2007-10 (Ausmalungsreste aus dem 15. Jh. entdeckt, neue Emporenanlage kleiner).40

Turm

Querrechteckiger Westturm aus Quadermauerwerk, untere Teile vermutlich spätes 12. Jh. und damit älter als Kirchenschiff. Verschieferte, welsche Haube mit Uhrgaube und Auslegestuhl für Uhrschlagglocken nach Osten, Wetterfahne mit Jahreszahlen 1793 und 2007. Rundbogige Schallöffnungen mit romanischen Teilungssäulchen, nach Westen spitzbogige Schallöffnung, schießschartenartige Lichtschlitze, Strebepfeiler an Südwestecke, an östlicher Ecke Quader mit flachem Kopfrelief. Im Innern ursprünglich zum Schiff hin offene Empore, wohl im 14. Jh. verändert. 1733 besaß Turm ein quer zum Schiff gestelltes Satteldach, 1793/96 Umbau der Turmspitze. Turmsanierung 2007.

Ausstattung

Vorref. Altarplatte mit Sepulcrum, Reliquien und Siegel des Bf. Konrad von Hildesheim 1934 entnommen. – Kanzelaltar mit Schnitzfiguren (1692-94, Werkstatt Daniel Bartels, Hildesheim, bemalt von Maler Schlaberger, 1768 verändert: ältere Kanzel eingebaut und Altarbilder entnommen, letztere in Kirche aufgehängt, 2007 bei Brand zerstört), zweistöckiger, architektonischer Aufbau, an den Wandungen des Kanzelkorbs Bilder der Evangelisten Lukas, Markus und Johannes (Inschrift: „G A Menshausen fecit A[nn]o 1703“), Bilder bei Brand 2007 zerstört; Kanzel flankiert von zwei gedrehten Säulen und zwei Figuren (Moses und Petrus); im Feld oberhalb der Kanzel Darstellung des Gotteslamms, Altar bekrönt von Christus mit Siegesfahne (bis 1992 Kruzifix); Altar 1991/92 restauriert, bei Brand 2007 beschädigt und restauriert.41 – Sechseckiger Taufstein (1670), tulpenförmige Cuppa, weibliche Figuren mit Fischunterkörpern betonen Ecken.42 – Buntglasfenster in Nord- und Südwand des Chores mit Wappen der Patronatsfamilie und biblischen Szenen (1933/34, bei Brand 2007 beschädigt und restauriert). – Farbiges Glasfenster über dem Taufstein (2010, Günther Grohs, Quedlinburg). – Kindergrabstein für Peter Henni Bese († 1643), 1933/34 bei Renovierung entdeckt und innen an Nordwand angebracht.43 – Zwei Grabsteine, eingemauert neben südlicher Tür: Elisabeth Knochenhauer († 1611)44 und Philipp Knochenhauer († 1625).45 – Grabstein für eine Verwandte der Familie Knochenhauer († 1641), Inschrift beschädigt, Platte diente als Trittstein, gefunden 2009, an Südwand aufgestellt 2011.46

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1934

Kirche, Blick zur Orgel, nach 1934

Orgel

1686 Neubau von Heinrich Herbst (Hildesheim), vielleicht 6 I, mechanische Traktur, Springlade.47 1846 baute Heinrich Schaper (Alfeld) Windlade um und erweiterte Instrument um Pedal auf 8 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1902 Reparatur und Umdisponierung, ausgeführt von August Schaper (Hildesheim). 1917 Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben. 1933/34 Orgel abgebaut und an St. Matthias in Hoheneggelsen verkauft.48 Neubau von P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 31 II/P, pneumatische Traktur, Taschen- und Kegelladen (Opus 1130), bei Brand der Kirche 2007 zerstört.49 2009 kleine Interimsorgel von Christoph Grefe (Ilsede), später in FKap. 2010 Neubau, ausgeführt von W. Sauer Orgelbau (Frankfurt an der Oder), 27 (davon 5 Transmissionen) II/P, mechanische und elektronische Traktur, Schleifladen (Opus 2275).

Geläut

Drei LG, I: dʼ, Inschrift: „Meine Vorgängerin zersprang nach den Schrecken des Krieges auf der Rückkehr in die Heimat. Aus ihrem Erz bin ich gegossen zum Gedächtnis der Gefallenen und um die Gemeinde wie einst zu rufen“ und „Hevte so ihr seine Stimme hört so verstocket ever Herz nich“ (Bronze, Gj. 1947, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg); II: eʼ, Inschrift u. a.: „Dient dem Herrn mit Freuden kommt für sein Angesicht mit frohlocken“ (Bronze, Gj. 1713, Christian Ludwig Meyer, Braunschweig), 1942 zu Kriegszwecken abgegeben, nach Ende des Zweiten Weltkriegs zurück nach Holle; III: gʼ, Inschrift: „Kriegsnot zerschlug die Alte mit harter Hand. Die Neue fleht Gott helfe uns und unserm Land“, Bild: segnender Christus und Kruzifix (Bronze, Gj. 1929, Johann Jacob Radler, Hildesheim), gestiftet von Heinrich und Wilhelm Fennekohl. Zwei SG, I: fisʼʼ, Inschrift: „Schnell vergeht die Zeit das Gotteswort bleibt“; II: aʼʼ, Inschrift: „Bete und arbeite“ (beide Bronze, Gj. 1909, Gebrüder Radler, Hildesheim), beide 1942 zu Kriegszwecken abgegeben, nach Ende des Zweiten Weltkriegs zurück nach Holle. – Früherer Bestand: Eine Lg d’, Inschrift: „Heute sollt ihr des Herrn Stimme hören so versteckt eure Herzen nicht“, Bild: Kruzifix (Bronze, Gj. 1713, Christian Ludwig Meyer, Braunschweig), wurde im Zweiten Weltkrieg zu Kriegszwecken abgegeben, bei Rücktransport nach Holle beschädigt, daher Umguss zu heutiger Lg I. Eine LG (Bronze, Gj. 1838, S. Lange, Hildesheim), 1917 zu Kriegszwecken abgegeben.50

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1768, zweigeschossiger Fachwerkbau). – Paul-Gerhardt-Gemeindehaus (Bj. 1879, ehemalige Schule, 1957/58 umgebaut). – Küsterhaus (Bj. 1799, zweigeschossiger Fachwerkbau).

Friedhof

Neuer kirchlicher Friedhof Mitte des 19. Jh. angelegt, FKap (Bj. 1957, Eigentum politischer Gemeinde), Buntglasfenster mit auferstandenem Christus (1957, Heinz Matschinski), kleiner Glockenturm mit einer LG (Bronze, Gj. 1957, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg).

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 5877-5882 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 3843-3848 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1114-1119 (Visitationen); B 18 Nr. 38 (Orgelsachverständiger); D 44 (EphA Bockenem); S 11a Nr. 7278 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 138, Nr. 156; Blume, Beiträge, S. 38-40; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 746-747; Günther, Ambergau, S. 493-498; Meyer, Pastoren I, S. 531; Pape, Palandt, S. 273 f.; Pape, Schaper, S. 49 ff; Pape/Schloetmann, Hammer, S. 143; Siebern/Kayser, KD Kr. Marienburg, S. 88-91.
B: Der Brand und der Wiederaufbau der Holler St. Martins Kirche 2007-2012. Dokumentation, hrsg. vom ev.-luth. Kirchenvorstand Holle, Holle 2014; Andreas Kleine-Tebbe: Zur mittelalterlichen Baugeschichte der Kirche St. Martin in Holle, in: Hildesheimer Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim 67 (1995), S. 31-70; Egon Perkuhn: Unter der Eiche von Holle (= Beiträge zur Heimatkunde der Gemeinde Holle 1), Hildesheim 1986; Egon Perkuhn: Die Erben der Grafen (= Beiträge zur Heimatkunde der Gemeinde Holle 2), Hildesheim 2002.

GND

7709435-9, Sankt Martin (Holle, Landkreis Hildesheim).


Fußnoten

  1. UB HS Hildesheim I, Nr. 239.
  2. Petke, Grafen von Wöltingerode-Wohldenberg, S. 287 ff. und 468 ff.
  3. Cal. UB III, Loccum, Nr. 13. Weiterere Nachweis: 1230 und 1234, (UB HS Hildesheim II, Nr. 296 und 399).
  4. UB HS Hildesheim I, Nr. 192.
  5. Petke, Grafen von Wöltingerode-Wohldenberg, S. 295.
  6. LkAH, L 5h, unverz., Holle, Visitation 1962.
  7. Kleinau, Neuer Text, S. 91 f.
  8. UB HS Hildesheim II, Nr. 55.
  9. UB HS Hildesheim III, Nr. 292; Dolle, Klosterbuch I, S. 328.
  10. Machens, Archidiakonate, S. 107 ff.
  11. UB HS Hildesheim II, Nr. 55; Dolle, Klosterbuch I, S. 322 ff.
  12. UB HS Hildesheim I, Nr. 627 und 654.
  13. UB HS Hildesheim I, Nr. 660; Dolle, Klosterbuch I, S. 323.
  14. UB HS Hildesheim I, Nr. 654.
  15. UB HS Hildesheim II, Nr. 55.
  16. UB HS Hildesheim II, Nr. 287 und 756.
  17. UB HS Hildesheim III, Nr. 273.
  18. UB HS Hildesheim III, Nr. 979a.
  19. UB HS Hildesheim V, Nr. 197.
  20. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 4 und 22 ff.; Butt, Herrschaft, S. 42 ff.
  21. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 192 f.
  22. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 5 und 83 ff.
  23. Spanuth, Quellen, S. 283.
  24. Wolters, Kirchenvisitationen I, S. 235.
  25. Kleine-Tebbe, S. 35, Abbildung 2 (mit Erläuterungen); Brand und Wiederaufbau, S. 16.
  26. LkAH, L 5h, unverz., Holle, Visitation 1950/51.
  27. LkAH, L 5h, unverz., Holle, Visitation 1980.
  28. KABl. 1995, S. 75.
  29. KABl. 1999, S. 216.
  30. KABl. 2004, S. 153 ff.
  31. Brand und Wiederaufbau, S. 10 und 105.
  32. Meyer-Roscher, Streiflichter, S. 123.
  33. KABl. 1943, S. 23.
  34. KABl. 1977, S. 36 und 145.
  35. KABl. 2005, S. 5 ff.
  36. KABl. 2011, S. 70 ff.
  37. LkAH, L 5h unverz., Holle, Visitation 1971.
  38. Zur Baugeschichte von Turm und Kirchenschiff vgl. detailliert: Kleine-Tebbe, S. 49 ff. sowie Brand und Wiederaufbau, S. 17 ff.
  39. Siebern/Kayser, KD Kr. Marienburg, S. 89.
  40. Brand und Wiederaufbau, S. 43 f.
  41. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 447 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0044702; Brand und Wiederaufbau, S. 86 ff und 190 ff.
  42. Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 138, Nr. 156.
  43. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 404 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0040407.
  44. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 317 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0031709.
  45. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 355 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0035509.
  46. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 396 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0039609; Brand und Wiederaufbau, S. 52 ff.
  47. LkAH, B 18 Nr. 38 (1686); laut Pape, Schaper, S. 49 wurde die Orgel 1669-72 gebaut.
  48. Pape, Schaper, S. 49 ff.
  49. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 143.
  50. Zu den Glocken: Brand und Wiederaufbau, S. 65 ff.