Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheimer Land-Alfeld, Amtsbereich Elze | Patrozinium: Cosmas und Damian | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Die Herren von Rautenberg, die in dem gleichnamigen Dorf zeitweise eine Burg besaßen, lassen sich in Urkunden des Klosters Gandersheim seit 1128 belegen.1 Land, Gerichtshoheit und auch das Patronat über die Kirche in Rautenberg hatten sie als Lehen des Reichsstifts Gandersheim inne.2 Der 1226 genannte Priester Heinricus de Ruthenberge war vermutlich nicht Geistlicher in Rautenberg sondern ein Angehöriger der Familie von Rautenberg.3 Seit der zweiten Hälfte des 13. Jh. erwarben auch verschiedene Hildesheimer Klöster und Stifte Land in Ruthenberge.4 Die Familie von Rautenberg, die u. a. auch Besitzungen in Ahrbergen und Bledeln hatte, verlegte ihren Sitz nach Rethmar im Fsm. Lüneburg, blieb jedoch Grund- und Gerichtsherr in Rautenberg.5 Nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523) wurde das Dorf zum Kleinen Stift gerechnet, zählte jedoch nicht zum stifthildesheimischen Amt Steuerwald, in dessen Gebiet es lag, sondern war aufgrund der Gerichtshoheit der Herren von Rautenberg (Patrimonialgericht) Einzeldorf außerhalb der Ämterstruktur.6 Nachdem die Familie mit Barthold von Rautenberg 1647 in männlicher Linie ausgestorben war, lag die Gerichtshoheit wieder beim Reichsstift Gandersheim (bis 1803), was zu zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Hildesheim und Gandersheim führte.7 Nach den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel das Gebiet des Hochstifts Hildesheim an Preußen. In den Jahren des französischen Satellitenkgr. Westphalen (1807–1813) war Rautenberg Teil des Kantons Borsum im Distrikt Hildesheim des Departements Oker. 1815 kam das Dorf, nun im Kgr. Hannover, zum neuen Amt Hildesheim, zu dem auch die ehemaligen dompröpstlichen Dörfer gehörten. Nach der preußischen Annexion von 1866 blieb die Ämterstruktur zunächst bestehen; ab 1885 gehörte Rautenberg zum neuen Lkr. Hildesheim (1946 Lkr. Hildesheim-Marienburg, 1974 Lkr. Hildesheim). 1974 wurde der Ort in die Gemeinde Harsum eingegliedert. Die Haufensiedlung Rautenberg blieb lange Bauerndorf und entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jh. zu einer Wohn- und Pendlersiedlung. Das Dorf hatte um 1810 knapp 300 Einwohner und um 1938 gut 400. Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter (bis 1952 Flüchtlingslager Rautenheim) stieg die Bevölkerungszahl bis 1950 auf etwa 1.000, sank danach ab und lag 2011 bei gut 550. Zum Kirchspiel zählen auch die kath. geprägten Nachbardörfer Borsum, Hönnersum, Hüddessum und Machtsum.

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1957

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1957

Die Kirche in Rautenberg entstand möglicherweise als Gutskapelle der Herren von Rautenberg, die auch das Patronat über die Kirche besaßen.8 Mit dominus Thidericus plebanus in Rutenberghe ist 1319 erstmals der Name eines örtlichen Geistlichen überliefert.9 Gut zehn Jahre später hatte Heinrich von Minden die Pfarre inne (1331).10 Vor 1484 war Johannes Fabri Pfarrer in Rautenberg, 1485 übernahm Harmen Lüsten das Amt.11 Im Pfarrarchiv sind einige Blätter aus einem Messbuch von 1492 erhalten, auf denen sich auch Notizen zur Ausstattung und zur Baugeschichte der Kirche finden:12 Der Hochaltar war u. a. der Jungfrau Maria und den Heiligen Cosmas und Damian geweiht, ein Nebenaltar u. a. dem Heiligen Kreuz, ein weiterer wiederum u. a. Maria. Die Kirche selbst erfuhr im 15. Jh. grundlegende Erneuerungen. So heißt es beispielsweise: „im Jare m cccc xxxi [1431] warth nye maket und buwet de thorn to Rutenberge“ und „im Jare m cccc lvi [1456] warth nye maket unde buwet de Koer to Rutenberge.“ Nach Turm und Chor ließ die Gemeinde 1489 auch das Kirchenschiff erneuern.
Über die Einführung der Reformation in Rautenberg sind keine Details bekannt. Das Amt Steuerwald, in dessen Gebiet das Dorf lag, war zwischen 1556 und 1564 an den prot. Hzg. Adolf von Schleswig-Holstein verpfändet. Dieser erließ im Jahr 1561 Kirchenordnunge in baiden gerichten, Steurwoldt und Peine.13 Als erster luth. Prediger in Rautenberg gilt P. Tile Flegerbend (amt. 1540-1567). Nachdem der Hildesheimer Bf. Burchard von Oberg das Amt Steuerwald 1564 wieder eingelöst hatte, behielt das Dorf trotz des kath. Landesherrn die luth. Lehre bei. Lediglich im Dreißigjährigen Krieg wirkte noch einmal ein kath. Geistlicher in Rautenberg. Kaiserliche Truppen hatten das Dorf 1626 zerstört und auf P. Dennemann Möller (amt. 1595-1626) folgte 1628 der kath. Pater Dildenius aus dem Hildesheimer Michaeliskloster.14 Mit P. Barthold Leveken (amt. 1634-1670/71) übernahm jedoch kurze Zeit später wieder ein luth. Geistlicher das Rautenberger Pfarramt. Noch bis 1708 standen die aus kath. Zeit erhaltenen Heiligenfiguren in der Kirche, dann wurden sie, wie P. Heinrich Gustav Ludwig Reverey (amt. 1892-1928) berichtet, gestohlen. Auch die Nebenaltäre wurden erst 1737 entfernt.15
In einer Beschreibung der luth. Dörfer des Hochstifts Hildesheim heißt es 1730 über Rautenberg: „An Einkünften soll dieses im Amt Steuerwald woll die beste Pfarre seyn, denn, der Pastor hat 150. Morgen Landes.“16 Dazu passt die auffallend lange Amtszeit der Rautenberger Pastoren. Knapp einhundert Jahre lang war das Pfarramt beispielsweise in der Hand der Familie Cammann: Auf P. Gerhard Ludwig Cammann (amt. 1722-1766) folgte sein Sohn P. Ernst Anton Cammann (1766-1816).17 Wegen der geringen Gemeindegliederzahl blieb die Pfarrstelle Rautenberg seit 1928 vakant und wurde hauptsächlich von Soßmar aus vertreten, zeitweise auch von Clauen und Garmissen. P. Friedrich Julius Eduard Malle aus Clauen, der 1933 bi 1934 in Rautenberg predigte, gehörte den DC an; sein Nachfolger P. Richard Ulrich aus Soßmar trat 1934 aus den DC aus. Im Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende heißt es weiter „Der 1933 gewählte Kirchenvorstand galt als D.C.-Kirchenvorstand.“18

Kirche, Blick zur Westempore, Foto: Ernst Witt, Hannover, April 1956

Kirche, Blick zur Westempore, Foto: Ernst Witt, Hannover, April 1956

Erst 1947 erhielt die Gemeinde mit dem Ostpfarrer P. Paul Hahn (amt. 1947-1967), der aus der Herrnhuter Brüdergemeine stammte, wieder einen eigenen Geistlichen (zunächst Pfarrer der Landeskirche mit Sitz in Rautenberg, ab 1955 Ortspfarrer). Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wandelte sich die Gemeinde: In den kath. Nachbardörfern Borsum, Hönnersum, Hüddessum und Machtsum stieg die Zahl der Protestanten und in Rautenberg selbst die der Katholiken. „Die Gemeinde hat durch ihre grosse Diaspora ein völlig neues Gesicht bekommen“, konstatierte der Sup. bei der Visitation 1951.19 P. Hahn feierte zunächst jeweils einmal im Monat einen ev. Gottesdienst in den kath. Kirchen der vier Nachbardörfer. Seit 1957 organisiert er zweimal im Monat eine „Kirchfahrt“ aus den Diasporadörfern zum Gottesdienst in Rautenberg und bot nur noch in Ausnahmefällen Gottesdienste in den Dörfern selbst an. KKV, Sup. und LSup. kritisierten dies als „Rückzug“.20 Die Gemeinde hielt jedoch an den kostenlosen „Kirchfahrten“ fest und spätere Visitatoren stellten anerkennend fest, dass diese Einrichtung dazu beigetragen habe, den Gottesdienst in Rautenberg zum Mittelpunkt des kirchlichen Lebens der auf fünf Dörfer verteilten Gemeinde zu machen.21 Aus Finanzgründen stellte die Gemeinde die Fahrten 1984 ein.22 Bis Mitte der 1960er Jahre unterhielt die KG im Pfarrhaus einen Erntekindergarten.
Im Jahr 1964 erhielt die Gemeinde mit dem Gemeindehaus in Borsum ein zweites Zentrum. Zum 1. Januar 1965 gründete sich zudem die KapG Borsum innerhalb der KG Rautenberg.23 Der Sup. nannte Rautenberg 1977 „eine der lebendigsten Gemeinden des Kirchenkreises“ und sah als wesentlichen Grund dafür die Lage als Diasporagemeinde an: hier „hält man zusammen“.24 Gleichzeitig entwickelte sich auch eine ökumenische Zusammenarbeit.
Im Zuge von Einsparungen und Regionalisierung wurde die Pfarrstelle Rautenberg 1996 auf drei Viertel und 1999 auf die Hälfte des normalen Dienstumfangs reduziert. Seit September 1999 waren zudem die Gemeinden Wendhausen und Rautenberg pfarramtlich verbunden.25 Eine weitere Umstrukturierung erfuhr das Gebiet zum 1. Januar 2004, als sich die Gemeinden Garmissen, Kemme, Oedelum, Rautenberg, Schellerten und Wendhausen zum Gemeindeverband Region Schellerten zusammen schlossen. Die Verbandsgemeinden wollen ihre gemeindlichen Aufgaben in enger inhaltlicher, personeller und finanzieller Zusammenarbeit erfüllen, bleiben darüber hinaus jedoch eigenständige Kirchengemeinden. Rautenberg bildete zunächst zusammen mit Wendhausen einen von drei Pfarrbezirken der Region Schellerten.26 Seit 2011 hat der Gemeindeverband noch zwei Pfarrbezirke: Rautenberg, Garmissen und Oedelum einerseits sowie Wendhausen, Kemme und Schellerten andererseits.27

Umfang

Rautenberg und die ev. Einwohner der überwiegend kath. Orte Borsum (seit 1965 KapG)28, Hönnersum, Hüddessum und Machtsum. Bis etwa Anfang der 1940er Jahre auch Adlum, dann Garmissen.29

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Borsum der Diözese Hildesheim.30 – Nach der Reformation um 1542 dem Sup. von Peine unterstellt. P. Leveken (amt. 1634-1670/71) sah den Patron von Rutenberg als Sup. an.31 1651/52 Insp. der Ämter Ruthe, Steinbrück und Steuerwald (ohne festen Sitz des Sup.).32 1812 zur neu begründeten Insp. Nettlingen, Sitz der Suptur. 1924 nach Schellerten verlegt, dementsprechend KK Schellerten. 1950/52 Verlegung der Suptur nach Hoheneggelsen und Umbenennung in KK Hoheneggelsen.33 Dieser zum 1. April 1976 in den KK Bockenem eingegliedert, zum 1. Januar 1978 umbenannt in KK BockenemHoheneggelsen.34 Zum 1. Januar 2005 mit dem KK Elze-Coppenbrügge zum KK Hildesheimer Land vereinigt.35 Nach Fusion mit KK Alfeld seit 1. Januar 2011 KK Hildesheimer Land-Alfeld, Amtsbereich Elze.36

Patronat

Vermutlich seit dem 12. Jh. die Herren von Rautenberg, als Lehen des Reichsstifts Gandersheim. Nach dem Aussterben der Herren von Rautenberg 1647 setzte das Domkapitel Hildesheim seinen Anspruch auf das Patronat gegen das Reichsstift Gandersheim durch.37 Ab 1710/15 wieder Reichsstift Gandersheim (Gandersheim übergab dem Domkapitel dafür das Patronat über die kath. Kirche in Gieboldehausen).38 Nach Aufhebung des Stifts 1803 Kg. von Preußen, 1807 Kg. von Westphalen, 1815 Hzg. von Braunschweig. 1818 kam das Patronat im Tausch gegen das Patronat über die Kirche in Woltwiesche an den Kg. von Hannover, ab 1866 wieder Kg. von Preußen (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Grundriss, 1938

Kirche, Grundriss, 1938

Kleine, einschiffige Saalkirche mit leicht eingezogenem Rechteckchor, erbaut wohl 14./15. Jh. Bruchsteinmauerwerk, Satteldach, Rechteckfenster am Schiff, flachbogige Fenster am Chor, an Südseite niedrigerer Anbau mit Walmdach (wohl 16. Jh., Eingangsbereich, ehemals Leichenhalle). Im Innern verbrettertes Tonnengewölbe, leicht u-förmige Westempore, Orgelempore im Osten hinter dem Altar. Chor 1456 errichtet; 1489 Mauern des Kirchenschiffs auf Höhe des Chores gebracht und neues Dach; Kreuzgewölbe des Chors 1684 eingestürzt; Chorgewölbe 1765 entfernt; Fenster am Kirchenschiff 18./19. Jh., am Chor 1821; 1839 Südgiebel des Anbaus entfernt (Friedrich August Ludwig Hellner); Nordwestecke des Kirchenschiffs 1860 erneuert. Bei Renovierung 1895 im Chor mittelalterliche Wandmalereien entdeckt, wegen schlechter Erhaltung wieder überstrichen. Erste Hälfte 1950er Jahre Umgestaltung Innenraum (Tonnengewölbe des Chors über Kirchenschiff verlängert, zuvor flache Decke; L-förmige Empore an West- und Nordseite entfernt und mit leicht u-förmiger Westempore ersetzt; Neuausmalung).

Turm

Westturm aus Bruchsteinmauerwerk, erbaut 1431. Glockengeschoss Anfang des 16. Jh. erneuert oder neu errichtet, in leicht spitzbogigen Nischen rundbogige, gekuppelte Schallfenster mit Teilungspfeilern. Verkupferter Helm mit rechteckigem Ansatz und hoher, achteckig ausgezogener Spitze, erbaut 1863 (nach Streit zwischen Konsistorium und Gemeinde über Baulasten, vorher Satteldach).39 Uhrgaube nach Osten, bekrönt mit Kugel, Doppelkreuz und Wetterhahn. Neue Kupferdeckung Anfang 1960er Jahre.

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, April 1956

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, April 1956

Ausstattung

Barockes Altarretabel (1766) mit Kreuzigungsbild zwischen zwei gedrehten Säulen mit Blumengirlanden, darüber im gesprengten Giebel Figur des auferstandenen Christus, in Predella Abendmahlsbild; Säulen und Christusfigur wohl von einem älteren Altar (um 1700). – Taufstein, an den Wandungen des Beckens spätgotische Maßwerkfüllung (um 1500), Schaft und Fuß modern, seit der zweiten Hälfte des 17. Jh. nacheinander als Wäsche-, Tränk- und Blumenstein genutzt, seit 1903 wieder als Taufstein in verwendet.40 – Hölzerne Kanzel an Südwand des Chors (ursprünglich 1654 in Braunschweig gefertigt, nur wenige Originalteile erhalten), Moses als Trägerfigur, an den Wandungen des Kanzelkorbs Figuren der Apostel Paulus, Petrus, Jakobus des Älteren und vermutlich Johannes, an den Ecken gedrehte Säulen, Schalldeckel mit Figur des auferstandenen Christus; Figuren 1684 gestiftet, Christus und Johannes wohl im 18. Jh. ersetzt, Kanzel 1709 an jetzigen Standort versetzt. – Frühere Ausstattung: Hölzernes Sakramentshäuschen, bemalt (um 1500), 1932 als Leihgabe an Knochenhaueramtshaus in Hildesheim (1945 zerstört). – Barocker Taufengel, von P. Georg Heinrich Gleimann (amt. 1818-1859) „wegen Altersschwäche in den wohlverdienten Ruhestand versetzt“.41

Orgel

Auf Orgelempore über dem Altar. 1765 Neubau von Johann Conrad Müller (Hildesheim), 10 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen. 1886 abgebaut (Windlade und Pfeifen erwarb der Schmiedemeisters und Instrumentensammlers Philipps, Algermissen, 1948 an (Lambertigemeinde Hildesheim verkauft und dort bis 1966/67 als Hauptwerk der Orgel verwendet).42 1896 Neubau von August Schaper, 13 II/P, mechanische Traktur, Kegelladen; neugotischer Prospekt. 1917 Ausbau der Prospektpfeifen und Abgabe zu Kriegszwecken (1930 durch Zinkpfeifen ersetzt).43 Um 1966 abgebaut. 1966/67 Neubau, ausgeführt von der Hildesheimer Orgelbauwerkstatt unter Verwendung der Windlade von 1765 und des alten Pfeifenmaterials („in großen Teilen noch Original erhalten“44), 10 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen; barocker Prospekt von 1765 rekonstruiert.45 Orgel 2001 restauriert.

Geläut

Zwei LG, I: fisʼ, Inschrift: „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Klanggussglocke, Eisen, Gj. 1948, J. F. Weule, Bockenem); II: aʼ (Bronze, Gj. 1960, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg). Eine SG, aʼʼ, Inschriften: „Anno 1638 Cloria in excelsis deo M. Hinrich Qvenstaedt in Hildesheimb goes mich“ und „Bartoldvs Leveke Pastor, Hinirich Köhler Alterman in Rvtenbarg“ (Bronze, Gj. 1638, Heinrich Quenstedt, Hildesheim).46 – Früherer Bestand: Die SG diente ursprünglich als LG und hat nach Einschätzung des Glockenrevisors „einen für ihre Entstehungszeit ungewöhnlich schönen Klang“, 1971 und 1977 Empfehlung, sie wieder läutbar zu machen.47 Zwei LG (beide Bronze, Gj. 1904, Firma Radler, Hildesheim), eine im Ersten Weltkrieg zu Kriegszwecken abgegeben. Als Ersatz ein LG, Inschrift: „Und hat mir der Krieg mein Schwester zerschlagen, hilft Gott mir, von Sieg und Errettung zu sagen“ (Bronze, Gj. 193448, Firma Radler, Hildesheim), beide Radlerglocken 1942 zu Rüstungszwecken abgegeben.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1754, zweigeschossiges Fachwerkgebäude auf Bruchsteinsockel). – Jugendheim (Bj. um 1900, ehemaliger Stall, Umbau 1970/71).

Friedhof

Rund um die Kirche. FKap. (Bj. 1971, von politischer Gemeinde finanziert und der KG übereignet).

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 9276-9294 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 649 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 6846-6855 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1868-1870 (Visitationen); D 28 (EphA Hoheneggelsen); S 11a Nr. 7137 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1108; Drömann, Glocken Lkr. Hildesheim, S. 74; Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 164-170; Mahr, Orgelbauer Müller, S. 324-331; Meyer, Pastoren II, S. 289-290; Pape, Palandt, S. 382-383; Pape, Schaper S. 346 und 419; Reden-Dohna, Rittersitze, S. 323-324.
B: Ernst Palandt: Odyssee einer Orgel. Nach 200 Jahren wieder nach Rautenberg zurückgekehrt, in: Aus der Heimat (Hildesheimer Allgemeine Zeitung) 1967, 11, S. 84-85; Heinrich Gustav Ludwig Reverey: Dorpschaft und Kerke tom Rutenberge. Über Bildung der bäuerlichen und kirchlichen Verhältnisse der Gemeinde Rautenberg, Hannover 1926.


Fußnoten

  1. Harenberg, Historia, S. 1576: „De Rutenberg dicuntur in chartis nostris Christianus 1128, [11]31.“
  2. Reden-Dohna, Rittersitze, S. 323; Reverey, S. 3; ein Lehnsbrief von 1489 gedruckt in Sudendorf, UB VIII, Nr. 128,3.
  3. UB HS Hildesheim II, Nr. 188; Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 164.
  4. UB HS Hildesheim III, Nr. 189; Reverey, S. 7 f.
  5. Reden-Dohna, Rittersitze, S. 323; Reverey, S. 7 f.
  6. Bertram, Bistum Hildesheim II, S. 219 und 318.
  7. Reverey, S. 4; Evangelischer Kirchenstaat, S. 138; NLA HA Hild. Br. 1 Nr. 05275, http://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3080465, NLA HA Hild. Br. 7 Nr. 490, http://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3091733, (25.04.2018).
  8. Mithoff, Kirchen und Kapellen Hildesheim, S. 333.
  9. UB HS Hildesheim IV, Nr. 465.
  10. UB HS Hildesheim IV, Nr. 1156.
  11. Reverey, S. 29 f.
  12. Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 165 (Zitate) und 169.
  13. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,2,1, S. 769 ff.
  14. Reverey, S. 15 und 34 f.
  15. Reverey, S. 33.
  16. Evangelischer Kirchenstaat, S. 138.
  17. Meyer, Pastoren II, S. 289-290.
  18. LkAH, S 1 H III Nr. 318, Bl.16.
  19. LkAH, L 5h, unverz., Rautenberg, Visitation 1951.
  20. LkAH, L 5h, unverz., Rautenberg, Visitation 1957.
  21. LkAH, L 5h, unverz., Rautenberg, Visitation 1971.
  22. LkAH, L 5h, unverz., Rautenberg, Visitation 1984.
  23. KABl. 1965, S. 2.
  24. LkAH, L 5h, unverz., Rautenberg, Visitation 1977.
  25. KABl. 1996, S. 6; KABl. 1999, S. 199.
  26. KABl. 2004, S. 149 ff.
  27. KABl. 2014, S. 23 ff.
  28. KABl. 1965, S. 2.
  29. LkAH, L 5h, unverz., Rautenberg, Visitation 1944: die „drei evangelischen Familien in Adlum“ halten sich nach Garmissen. Visitation 1951: „Adlum zählt zu Garmissen.“
  30. Kleinau. Neuer Text, S. 90.
  31. Reverey, S. 36.
  32. Meyer-Roscher, Streiflichter, S. 123.
  33. Meyer-Roscher, Streiflichter, S. 124 f.; KABl. 1952, S. 153.
  34. KABl. 1977, S. 36 und 145.
  35. KABl. 2005, S. 5 ff.
  36. KABl. 2011, S. 70 ff.
  37. Reverey, S. 20 f. und 36.
  38. Goetting, Bistum Hildesheim 1, S. 281; NLA WO 6 Urk Nr. 1256, http://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5531258, (25.04.2018); Ahlhaus, Patronat, S. 17, Abm. 29; Reverey, S. 37.
  39. Reverey, S. 38 f.
  40. Reverey, S. 26 f.; Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 167.
  41. Zit. bei Reverey, S. 27.
  42. Mahr, Orgelbauer Müller, S. 324 ff.
  43. Pape, Schaper, S. 419.
  44. Mahr, Orgelbauer Müller, S. 330.
  45. Pape, Palandt, S. 382 f.
  46. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 384 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0038400; Drömann, Glocken Lkr. Hildesheim, S. 74.
  47. LkAH, L 5h, unverz., Rautenberg, Visitation 1977.
  48. Laut Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 169, Gj. 1924.