Sprengel Hannover, KK Nienburg | Patrozinium: Clemens Romanus1 | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich nachweisbar ist Marklohe, das bis 1934 Lohe hieß, erstmals als Personenname in einer undatierten Urkunde Bf. Werners von Minden (amt. 1153–1170): In der Zeugenliste erscheinen Thidericus de Lo und Heremannus de Lone.2 1239 ist der Ort als Lon belegt.3 Marklohe gehörte im Spätmittelalter zur Gft. Hoya und zählte dort um 1380 zur Vogtei Liebenau, 1515/21 zum Amt Liebenau und 1530 zum Amt Nienburg, wo es Sitz einer Vogtei war.4 Mit dem Aussterben der Grafenfamilie in männlicher Linie fiel die Gft. Hoya 1582 an die welfischen Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg (größtenteils an das Fsm. Calenberg-Göttingen, seit 1692 Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. „Kurhannover“).5 In französischer Zeit war Lohe 1810 zunächst kurzzeitig Teil des Kgr. Westphalen und dann des Kantons Liebenau im Arrondissement Nienburg des Departements Wesermündung im Kaiserreich Frankreich. Danach gehörte Marklohe, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Amt Nienburg. Mit der Annexion des Kgr. Hannovers fiel der Ort 1866 an das Kgr. Preußen. Seit Einführung der Kreisverfassung zählt Marklohe zum Kr. Nienburg (1932 Lkr. Nienburg/Weser). 1974 wurden Marklohe, Lemke, Oyle und Wohlenhausen zur Gemeinde Marklohe zusammengelegt. Zur Sozialstruktur des Kirchspiels schrieb der Ortspastor 1957 knapp: „Bauern, kleine Landwirte und Arbeiter“, 1960 erweiterte er die Aufzählung um „Pendler[] nach Nienburg bis hin nach Hannover“.6 Um 1810 lebten etwa 615 Menschen in Marklohe, 1885 rund 665, 1939 gut 880, 1950 mehr als 1.380 und 2020 etwa 4.620 (mit Eingemeindungen).

Kirche, Ansicht von Nordwesten, vor 1986

Kirche, Ansicht von Nordwesten, vor 1986

Das Patrozinium St. Clemens Romanus lässt ein hohes Alter der Markloher Kirche vermuten. Zudem war sie Hauptkirche eines Archidiakonats des Bistums Minden; der jeweilige Archidiakon residierte allerdings nicht in Marklohe, sondern in Minden, wo er auch Domherr war. Ältestes greifbares Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte ist der Kirchturm, der im Kern vermutlich noch aus dem ausgehenden 11. Jh. stammt. Ein Priester in Marklohe ist erstmals 1228 mit Lambertus de Lo sacerdos belegt, das Kirchspiel selbst – die parrochia Lo – ist 1241 nachgewiesen.7 In der ersten Hälfte des 13. Jh. wurde vermutlich auch die Markloher Kirche errichtet: Ein romanischer Sandsteinbau, dessen fünf quadratische Joche in Form eines griechischen Kreuzes angeordnet sind. In der zweiten Hälfte des 13. Jh. war Ludingherus plebanus in Lo (1250, 1255/58, 1267, 1272).8 Im Jahr 1375 ist Arnoldo Rectore parochialis Ecclesie in Lo Mindensis Diocesis belegt.9 Einige Jahre später, 1382, lässt sich eine Bruderschaft urkundlich nachweisen (fraternitate Loo).10 Neben der Kirche in Lohe gehörte ein weiteres Gotteshaus zum Kirchspiel: 1513 stiftete Hzg. Heinrich I. der Mittlere von Braunschweig-Lüneburg eine Vikarie in der „am ‚Oberbarge‘ im Kirchspiel Lohe vor Nienburg belegenen Kapelle St. Annä“.11 Das „Papenregister im Ampt tho Nienborch“ aus dem Jahr 1526, möglicherweise angelegt im Zusammenhang mit einer Visitation der Gemeinden im Zuge der Reformation, nennt zudem eine Klause in Halenbeck (Kluß tho Halenbeke), sowie eine Marienbruderschaft und eine Bruderschaft „deß hilligen Cruceß tho Loe“.12

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1986

Kirche, Ansicht von Südosten, vor 1986

Während der Reformationszeit regierte Gf. Jobst II. den größten Teil der Gft. Hoya; sein Bruder Gf. Erich IV. regierte in den Ämtern Stolzenau und Steyerberg. Etwa gleichzeitig führten die Brüder die luth. Lehre ein: Um 1527 holte Jobst II. den Lutherschüler Adrian Buxschott an seinen Hof, später Pastor in Hoya und erster Sup. der Gft. sowie um 1533 vermutlich Mitautor der ersten Hoyaer KO (Cristlike ordeninghe, yn der karken unser hersschup gestellt). Auch Erich IV. stellte um 1528 mit Nikolaus Krage einen Lutherschüler als Hofprediger an.13 Details zum Reformationsgeschehen in Marklohe sind nicht bekannt. Letzter vorref. Geistlicher und gleichzeitig auch erster nachref. war vermutlich P. Johannes Rumper (amt. 1521, 1525), dessen Name sich auf dem Sakramentshäuschen in der Markloher Kirche findet. Die lückenlos bekannte Reihe der Markloher Pastoren beginnt erst mit P. Friedrich Rusius (amt. 1620–1623); er hatte das Pfarramt von seinem Vater Friedrich Ruis der Ettler (amt. 1608, 1620)14 übernommen und war ein Enkel des Nienburger P. Friedrich Ruß (amt. 1566–1597), seit 1577 auch Sup. der Gft. Hoya. Eine Schule lässt sich in Marklohe ab 1620 nachweisen.15
In der zweiten Hälfte des 19. Jh., während der Amtszeit von P. Christian Wilhelm Ballauf (amt. 1841–1862) und P. Heinrich Wilhelm Ferdinand Nolte (amt. 1863–1875) erfuhr die Markloher Kirche zwischen 1860 und 1864 eine Instandsetzung und Erweiterung. Nach Entwürfen von Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) wurden die vier Seitenschiffe errichtet. Im Innern erhielt die Kirche drei Holzemporen und im Schiff eine neoromanische Ausmalung. In der Amtszeit von P. Friedrich Otto Theodero Gieseke (amt. 1887–1912) fand 1892 (wohl erstmals) ein Missionsfest in Marklohe statt.16 P. Heinrich August Georg Teuteberg (amt. 1912–1921) gründete 1913 den Posaunenchor der Gemeinden.17

Kirche, Blick in den Chorraum, vor 1961

Kirche, Blick in den Chorraum, vor 1961

Während der NS-Zeit war P. Johann Ehler Fritz Fehsenfeld (amt. 1922–1949) Pastor in Marklohe; neben seinem Pfarramt war er auch als Heimatdichter aktiv.18 P. Fehsenfeld war völkisch geprägt und stand kirchenpolitisch aufseiten der DC.19 Im Visitationsbericht 1936 schrieb der Nienburger Sup., dass das Markloher Pfarrhaus „von vornherein die heutigen politischen Verhältnisse freudig bejaht hat, aber dennoch nicht verhindern konnte, dass die von der neuen Bewegung erfassten Kreise gegenüber der Kirche und auch dem Christentum eine kritische, oft ablehnende Stellung einnehmen“.20 1943 resümierte der Sup.: „Kirchenpolitisches Interesse, wie es in den Jahren des sogen[annten] Kirchenkampfes zutage trat, ist nicht mehr vorhanden“21
Mit dem Zuzug Geflüchteter gegen und nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstand eine kath. Gemeinde in Marklohe, die sich zum Gottesdienst in der ev. Kirche versammelte; 1957 war sie „durch Abwanderung geringer geworden“.22 In der Nachkriegszeit war auch die ev. Gemeinde deutlich gewachsen: 1936 lag die Gemeindegliederzahl bei 3.500, 1957 bei 5.200. Im Herbst 1950 hatte P. Heinrich Taake (amt. 1950–1970) Bibelstunden in mehreren Außendörfern eingerichtet, die in den jeweiligen Schulen stattfanden (Oyle, Glissen, Holte, Dolldorf).23 Als zweite Gottesdienststätte im weitläufigen Kirchspiel mit seinen verstreuten Dörfern und Höfen konnte die Gemeinde 1956 die Stadt-Gottes-Kapelle in Holte einweihen. Zum 1. April 1957 errichtete das LKA Hannover innerhalb der KG Marklohe die KapG Holte.24 1968 erhielt die Clemensgemeinde Marklohe eine zweite Pfarrstelle mit Sitz in Lemke und 1974 teilte der KV das Gemeindegebiet in zwei Pfarrbezirke auf.25
Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Sachsens und Hannovers bauten die KG Marklohe und Langendamm, gemeinsam eine Partnerschaft mit der sächsischen Kirchgemeinde Mittweida auf (nördlich von Chemnitz).26
Die Marklohe kooperiert mit ihren Nachbargemeinden Balge, Binnen, Borstel-Pennigsehl, Liebenau, Staffhorst und Wietzen in der „Arbeitsgemeinschaft links der Weser“ (u. a. Gottesdienstprojekt „Licht in Sicht“27); 2021 beschlossen die Gemeinden, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und gemeinsam den „Kirchengemeindeverband links der Weser“ zu gründen.

Pfarrstellen

I: vorref. – II: 1968 (Sitz in Lemke).28

Umfang

Marklohe sowie die Orte Behlingen (1426), Blenhorst, Bötenberg (1298), Buchholz, Buchhorst (1426), Dolldorf, Glissen, Holte (seit 1957 KapG), Kroge, Lemke, Mehlbergen, Möhlenhalenbeck (um 1260), Oyle, Sudhalenbeck (um 1260) und Wohlenhausen. 1890 zwei Anbauerstellen in Holte-Langeln aus der KG Lohe umgepfarrt in die KG Wietzen.29

Aufsichtsbezirk

Sitz des Archidiakonats Lohe der Diözese Minden.30 Das Archidiakonat umfasste u. a. die Kirchspiele Balge, Binnen, Bühren, Borstel, Bruchtorp (Liebenau), Buchholz, Drakenburg, Frille, Heemsen, Holtorf, Holzhausen (Stolzenau), Kirchdorf (bei Sulingen), Lahde, Nienburg, Ovenstedt, Staffhorst, Warmsen, Wiedensahl, Wietzen, und Windheim. – Nach der Ref. Suptur. der Gft. Hoya. Seit 1581/82 Insp. Nienburg (1924: KK).

Patronat

Der Archidiakon von Lohe, später der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Blick in den Chorraum, nach 1961, vor 1985

Kirche, Blick in den Chorraum, nach 1961, vor 1985

Romanischer Bau über Grundriss eines griechischen Kreuzes, fünf Quadratjoche, dreiseitiger Chorschluss und niedrige Seitenschiffe, im Kern wohl erste Hälfte 13. Jh. Sattel- und Querdächer, über dem Chor abgewalmt; Seitenschiffe mit Pultdächern; Querhausgiebel bekrönt mit Kreuz. Quadermauerwerk aus Portasandstein (Langhaus, Querhäuser, Chor), Feldsteinmauerwerk (Chorschluss), Backsteinmauerwerk (Seitenschiffe, Giebelseiten der Querhäuser). Rundbogige Obergadenfenster an Lang- und Querhausjochen als Zweiergruppe, am Chorjoch als Dreiergruppe; einfache Rundbogenfenster an den Seitenschiffen; Querhausgiebel mit segmentbogigen Portalen in Rundbogennischen, Flachreliefs in den Tympana (nach Süden: Absalom am Baum hängend, 2. Sam 18, mittelalterlich; nach Norden: Kreuz, Sonne, Mond, Schlange, 19. Jh.), darüber zwei Rundbogenfenster, im Giebeldreieck Rundfenster; am Chor gestufte Strebepfeiler, nach Nord- und Südosten Rundbogenfenster, nach Osten gekuppeltes Fenster mit Dreiecksstürzen. Im Innern Kreuzgratgewölbe; Doppelarkade zwischen Schiff und Turmhalle. Spätgotische Ausmalung in den Chorgewölben (Ende 15. Jh./frühes 16. Jh., 1907/08 restauriert und ergänzt von Reinhold Ebeling, Hannover): im Gewölbe des Chorjochs Jüngstes Gericht mit Maiestas Domini, dem himmlischen Jerusalem und der Hölle, außerdem Lamm Gottes mit den Symbolen der vier Evangelisten; im Gewölbe des Chorschlusses sieben Heiligenfiguren (Katharina von Alexandrien, Maria Magdalena, Lucia von Syrakus, Barbara, Margarethe von Antiochia, Appolonia, Johannes der Evangelist); Figuren von reicher Rankenmalerei umgeben; Inschrift: „Aufgedeckt u[nd] instandgesetzt i[m] Jahr 1907 Reinh[old] Ebeling Kirchenmale Hannover“.31 Historistische Ausmalung der Chorwände (1907, Reinhold Ebeling, Hannover): Szenen des AT (Adam, Eva und Schlange, Vertreibung aus dem Paradies, Opferung Isaaks) und NT (Mariä Verkündigung, Geburt Christi, Kreuzigung, Auferstehung) sowie Fabelwesen (Zentaur, Einhorn, Vogel Greif), Schweißtuch der Veronika, Flötenspieler und Dudelsackspieler.32 Unterhalb der Fenster im Chorschluss Vorhangmalerei. Im 15. Jh. Erneuerung der Gewölbe, Bau des Chorpolygons. 1860–64 Erweiterung und Umgestaltung (Conrad Wilhelm Hase, Hannover; u. a. Bau der neoromanischen Seitenschiffe an Langhaus- und Chorjoch, Neugestaltung Querhausgiebel, Emporen im Westen und in den Querhäusern errichtet, neuromanische Ausmalung in Lang- und Querhäusern). 1961 Innenrenovierung (u. a. Emporen entfernt, neuromanische Ausmalung übertüncht). 1967 Restaurierung der Fresken. 1985–89 Innen- und Außenrestaurierung (u. a. neuromanische Bemalung der Gewölbebögen und -grate im Kirchenschiff rekonstruiert).

Fenster

Zwei figürliche Buntglasfenster im Chorpolygon (1934, O Brenneisen und R. Isermann, Hannover), links Martin Luther, Lutherrose, Inschriften: „Das Wort – sie sollen lassen stahn“ und „Gestiftet von Familie Laue, Washington“; rechts Johannes der Täufer, Inschriften: „Bereitet dem Herrn den Weg.“ und „Johannes der Täufer“.

Grablege

Gruft der Familie von Arenstorff innerhalb der Kirche, 1864 Neubau an Westseite des Turms, 1913 umgebaut zu Heizungsraum.33

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Turm

Quadratischer Westturm mit vierseitigem, verschiefertem Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel, Kreuz und Wetterhahn, im Kern vielleicht Ende 11. Jh. [Dehio] Quadermauerwerk aus Portasandstein, im Glockengeschoss an jeder Seite je zwei gekuppelte, rundbogige Schallarkaden, Teilungssäulchen mit Würfelkapitellen, darunter Uhrziffernblätter nach Norden und Süden; im zweiten Geschoss Rundfenster nach Norden, Süden und Westen; am Erdgeschoss umlaufender Rundbogenfries und Rundbogenportale nach Norden und Süden, im südlichen Tympanon Flachrelief (Opfer Kains und Abels, Brudermord Kains). Turmhalle mit Kreuzgewölbe; Doppelarkade zum Schiff. 1986 Sanierung (Eckstrebepfeiler entfernt; Mauerwerk vernadelt).

Ausstattung

Schlichter, mittelalterlicher Blockaltar mit Sandsteinmensa und spätgotischem Schnitzretabel (Anfang 16. Jh.), im Mittelfeld Kreuzigungsszene, links und rechts je zwei kleine Felder mit Passionsszenen (Christus vor Pilatus, Kreuztragung, Kreuzabnahme, Christus in der Vorhölle). – Leicht erhöhte Kanzel mit hölzerner Brüstung (1961). – Pokalförmige Sandsteintaufe (um 1866), achtseitiges Becken, Schaft als Säulenbündel, achtseitiger Sockel. – Reich verziertes, gotisches Sakramentshaus (1521, Werkstatt des Meisters von Osnabrück; oberer Teil 19. Jh.), mit Heiligenfiguren und Wappen; Inschriften: „anno d[omi]ni mdxxi“ und „i[o]a[nn]es rumper p[leban]us [i]n loe“. – Vier Evangelistengemälde (17. Jh., Öl auf Holz), ursprünglich am Kanzelkorb der 1961 abgebauten Kanzel. – In Turmhalle Gemälde (1991, Pablo Holger Hirndorf, Warpe). – Schrank (15./16. Jh.) Eichenholz mit Eisenbeschlägen.

Orgel, nach 1961

Orgel, nach 1961

Orgel

Orgelneubau 1864/65, Instrument aufgestellt auf neuer Westempore.34 Orgelneubau 1918/19, ausgeführt von Firma Faber & Söhne (Salzhemmendorf), 33 (davon 7 Transmissionen) II/P, pneumatische Traktur.35 Orgelneubau 1961, ausgeführt von Alfred Führer (Wilhelmshaven), 22 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Instrument aufgestellt im nördlichen Querhaus. 2011 Instandsetzung und Neubau eines Registers, ausgeführt von Martin Wurm (Neustadtgödens), 22 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Drei LG, I: desʼ (Bronze, Gj. 1925, Firma Radler, Hildesheim); II: fʼ (Bronze, Gj. 1886, Firma Radler, Hildesheim), Inschrift: „Kommet, denn es ist alles bereit. Uns goss J. J. Radler u[nd] Soehne in Hildesheim 1886“ und „So halten wir nun das der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke allein durch den Glauben“, Bilder: Luthermedaillon, Kelch; III: asʼʼ (Bronze, Gj. etwa zweite Hälfte 14. Jh.), Inschrift: „ave“ (Sei gegrüßt), sowie die Einzelbuchstaben A und K. LG I und II 1942 zur Ablieferung abgenommen, vom Nienburger Spediteur Göllner in seinem Lager versteckt und nach Ende des Krieges wieder aufgehängt.36 – Früherer Bestand: Eine große LG (Bronze), umgegossen zu einer neuen großen LG (Bronze, Gj. 1763), im November 1885 gesprungen und umgegossen zu einer neuen großen LG (Bronze, Gj. 1886).37

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus I (Bj. 1957/58). – Pfarrhaus II (Bj. 1987). – Gemeindehaus (Bj. 1766, ehemaliges Pfarrhaus).38 – Küsterhaus (Bj. zweite Hälfte 18. Jh.).

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof rund um die Kirche. Neuer kirchlicher Friedhof nordwestlich der Kirche, angelegt in den 1850er Jahren, FKap (Bj. 1961).

Liste der Pastoren (bis 1940)
Altaraufsatz

Altaraufsatz

1525–15.. Johannes Rümper. – 1…–1620 Friedrich Rustus. – 1620– 1623 Friedrich Rustus. – 1623–1625 Magister Liborius Hoysenius. – 1626–1627 Heinrich Silbermann. – 1628–1672 Conrad Keer (Kehr). – 1672–1686 Diedrich Bergmann. – 1687–1692 Bertram Oldekop. – 1692–1698 Werner Martin Leukefeld. – 1699–1710 Christian Wrede. – 1711–1716 Gustav Caspar Eichfeld. – 1716–1729 Heinrich Daniel Speiermann. – 1729–1730 Ludolph Bertling. – 1731–1738 David Georg Lunde. – 1738–1763 Johann August Augsburg. – 1763–1769 Johann Heinrich Kuhls. – 1769–1797 Philipp August Lodemann. – 1798–1814 Johann Heinrich Cludius. – 1814–1817 Johann Christian Krause. – 1818–1840 David Ludwig Christoph Wedekind. – 1841–1862 Christian Wilhelm Ballauf. – 1863–1875 Heinrich Wilhelm Ferdinand Nolte. – 1876–1887 Gottfried Wilhelm Thimme. – 1887–1912 Friedrich Otto Theodor Gieseke. – 1912–1921 Heinrich August Georg Fr. Teuteberg. – 1922–1949 Johann Ehler Fritz Fehsenfeld.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 124–125

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 7637–7648 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 5365–5373 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1523–1526 (Visitationen); D 60 (EphA Nienburg); L 5a Nr. 268–270 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 2 Witt Nr. 04 (Fotosammlung); S 09 Nr. 1691 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7201 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1672 (Lücken: 1677, 1678, 1681–1691, 1696–1698)
Trauungen: ab 1672 (Lücken: 1686, 1696–1698, 1727–Nov.1729; unvollständig: 1690–1692)
Begräbnisse: ab 1672 (Lücken: 1677–1698, 1703–1730)
Kommunikanten: ab 1767 (Lücken: 1774–1777, 1791–1794, 1805–1840)
Konfirmationen: ab 1756 (Lücken: 1769, 1817)

Literatur & Links

A: Amt, Dorfkirchen, S. 43–44; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 930; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 398–400; Gade, Hoya und Diepholz I, S. 591–598; Grote/van der Ploeg/Kellner, Wandmalerei, Nr. 189; Heckmann, Kirchen und Kapellen, S. 36–37; Kupetz, 900 Jahre, S. 412–415; Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, Bildband, S. 98–110; Meyer, Pastoren II, S. 124–125; Müller, Orgeldenkmalpflege, S. 84 und 150–151.
B: Die Fresken der St. Clemens-Romanus-Kirche Marklohe. Zum 100-jährigen Jubiläum der Restaurierung, hrsg. vom Kirchenvorstand, Groß Oesingen ²2011; Christiane Kelly (Hg.): Chronik Marklohe, Eystrup 1993, bes. S. 328–339; Wolfgang Schröter: Beschreibung der St. Clemens-Romanus-Kirche Marklohe, Groß Oesingen 2018; Heinrich Taake: Die Chorgemälde in der Kirche zu Marklohe, Stolzenau [um 1957].
Internet: Familienkunde Niedersachsen: Pastorenliste (.pdf); Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche, Südportal, Altar, Gewölbemalerei (Himmlisches Jerusalem), Gewölbemalerei (Hölle), Gewölbemalerei (Evangelistensymbole), Orgel.

GND

2110963–1, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Clemens (Marklohe); 7667904-4, Sankt Clemens Romanus (Marklohe)

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Taake, S. 6.
  2. Hoyer UB VIII, Nr. 23. Die Identifizierung von Lohe/Marklohe mit dem in der Vita Lebuini als Versammlungsort der sächsischen Stämme genannten Marklo (MGH SS 30,2, S. 793) ist umstritten, vgl. Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 398; Kelly, S. 36 f. Zur Umbenennung, die nötig wurde, da im 1932 vergrößerten Kr. Nienburg/Weser drei Orte namens Lohe lagen, vgl. Kelly, S. 352 f.
  3. Hoyer UB VIII, Nr. 49.
  4. Hoyer UB I, Heft V, S. 30; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 398; Hoyer UB I, Heft V, S. 40. Vgl. auch Kelly, S. 59.
  5. Detailliert: Gade, Hoya und Diepholz I, S. 114 ff.
  6. LkAH, L 5a, Nr. 268 (Visitationen 1957 und 1960).
  7. UB Barsinghausen, Nr. 17; Cal. UB I, Barsinghausen, Nr. 15. Hoyer UB VII, Nr. 18, 167 und 168.
  8. 1250: UB Loccum I, Nr. 149; Cal. UB III, Loccum, Nr. 144. 1255/58: UB Barsinghausen, Nr. 33; Cal. UB I, Barsinghausen, Nr. 24. 1267: Cal. UB VI, Marienwerder, Nr. 44; Regesten Ebf. Bremen I, Nr. 1148. 1272: Hoyer UB VI, Nr. 21 (Zitat); Cal. UB VI, Marienwerder, Nr. 49.
  9. Würdtwein, Nova Subsidia XI, Nr. 143 (CXLIII).
  10. Hoyer UB VII, Nr. 105.
  11. Hoyer UB I, Nr. 598.
  12. Kelly, S. 55; Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz II, S. 398. NLA HA Celle Br. 72 Nr. 788: Dat Papen-Register im Ambt tho Nienborch.
  13. Vgl. zur Reformation in der Gft. Hoya zuletzt Bösche, Holste, S. 75 ff., zu Stolzenau, S. 91 f., zur KO, S. 115 f. Vgl. zudem Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 1122 ff. Zeitgenössische Quellen zur Reformation in der Gft. Hoya fehlen weitgehend; die Kenntnisse stammen überwiegend aus historischen Arbeiten der zweiten Hälfte des 18. Jh., die „urkundlich und archivalisch nicht mehr belegt werden“ können (ebd., S. 1122).
  14. Bösche, Holste, S. 411 mit Anm. 131.
  15. Kelly, S. 276 ff.
  16. Gade, Hoya und Diepholz I, S. 597.
  17. Kelly, S. 527 ff.
  18. Kelly, S. 338, S. 350 und S. 377 ff. P. Fehsenfeld schrieb zwischen 1932/33 und 1935 u. a. für die Markloher Freilichtbühne die Stücke „Der große Brand von Lohe 1775“, „In tiefer Not: Leben und Leiden in den Dörfern des Kirchspiels Lohe 1625“, „Der heilige Lebuin und der Landestag von Marklo 772“ und „Help di sülbens, denn helpt di Gott. Der entscheidungsvolle Tag in der Geschichte des Dorfes Holte im Jahre 1650“.
  19. LkAH, S 1 H III Nr. 712, Bl. 07. Vgl. auch den Text von Erdmut Fehsenfeld über die Rolle ihres Vaters im Dorf Marklohe, in: Kelly, S. 368 ff. (Erdmut Fehsenfeld: „Die Loher sind schon eine Sorte für sich“). P. Fehsenfelds Ehefrau war eine Nichte des Kolonialisten Carl Peters („Früher und vor allem in der Zeit des Dritten Reiches war er ganz groß in unserem Familienbewußtsein“, Fehsenfeld, in: Kelly, S. 371). Zu Peters, den man heute „meist als rassistisch-sozialdarwinistischen Kolonialimperialisten“ betrachtet, vgl. knapp: Bruns, Karin, „Peters, Carl“ in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 239–240 [Online-Version].
  20. LkAH, L 5a, Nr. 268 (Visitation 1936).
  21. LkAH, L 5a, Nr. 287 (Visitation des Aufsichtsamtes 1943).
  22. LkAH, L 5a, Nr. 268 (Visitation 1957); Kelly, S. 372.
  23. LkAH, L 5a, Nr. 268 (Visitationen 1957 und 1960).
  24. KABl. 1957, S. 41 f.
  25. KABl. 1968, S. 11; LkAH, L 5a, Nr. 269 (Visitation 1974).
  26. LkAH, L 5a, Nr. 270 (Visitation 1988). Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  27. Siehe: http://www.licht-in-sicht.net/, 23.09.2021.
  28. KABl. 1968, S. 11.
  29. KABl. 1889, S. 176.
  30. Holscher, Bisthum Minden, S. 283; Kelly, S. 44 ff.
  31. Ausführlich: Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, Bildband, S. 98 ff; Fresken, S. 4 ff. „Über den Erhaltungszustand der Markloher Gewölbemalereien nach der Freilegung sind keine Details bekannt“, Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, Bildband, S. 102. Knapp: Grote/van der Ploeg/Kellner, Wandmalerei, Nr. 189.
  32. Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, Bildband, S. 103: „Ebeling erläuterte selbst: ‚Dagegen die Wandflächen vom Kämpfer bis Gewölbescheitel, Verkündigung bis Auferstehung, Opfer usw. sowie die Fensterleibungen haben meinerseits eine Neubemalung erfahren. Nebenbei kann ich noch erwähnen, daß ich an dieser keinen Gewinn hatte und Geld beigelegt habe‘.“
  33. Kelly, S. 328.
  34. Kelly, S. 328.
  35. LKA, G 9 B/Marklohe Bd. I, Bl. 1v.
  36. Schröter, S. 5.
  37. Gade, Hoya und Diepholz I, S. 592.
  38. Kelly, S. 662.