Frühere Gemeinde | Sprengel Hannover, KK Nienburg | Patrozinium: – | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte
Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Die Kirche in Bühren, die ursprünglich vielleicht der Jungfrau Maria geweiht war, ist eine Gründung Nikolaus des Älteren von Warpe. Zu ihrer Ausstattung gehörten ein Hof und eine Mühlenstelle in Halenbeck, ein Hof in Buchhorst und andere Güter. Am 29. November 1532 verkaufte Nikolaus der Jüngere von Warpe Lehn- und Patronatsrecht an der Kirche auf Wiederkauf an Gf. Jobst von Hoya-Bruchhausen.1 Eine Wiedereinlösung scheint nicht mehr erfolgt zu sein. Im Zuge des Verkaufs wurde festgesetzt, dass der amtierende Geistliche bis zu seinem Tod im Amt bleiben soll. Nach seinem Ableben scheint die Pfarre als mater combinata mit der im benachbarten Binnen verbunden worden zu sein und blieb es seither auch. Nach dem Visitationsprotokoll von 1674 hatte der Geistliche seinen Dienstsitz in Binnen, der Küster in Bühren.
Mit dem 1. Juli 1976 wurden die KG Binnen und Bühren zur neuen KG Binnen vereinigt und mit der KG Liebenau pfarramtlich verbunden.2

Umfang

Das Dorf Bühren.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Lohe der Diözese Minden. – Nach der Reformation zur Insp. der Gft. Hoya; bei deren Teilung in den 1580er Jahren zur Insp. (1924: KK) Nienburg.

Patronat

Ursprünglich die von Warpe als Gründer. 1532 an Gf. Jobst von Hoya; seither der jeweilige Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1961

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1961

Dreijochige Saalkirche aus Ziegelmauerwerk auf Feldsteinfundament mit Strebepfeilern. Die Datierung auf das 13. Jh. ist wegen der unzureichenden Bauuntersuchung nicht gesichert. Nach Teilzerstörung durch kaiserliche Söldner im Dreißigjährigen wurde die Kirche 1649 mit Feldsteinen ausgebessert. Gerader Ostabschluss. Westempore auf Holzstützen. Sanierung 1843. Eine Sakristei an der Ostseite wurde um 1960 abgebrochen. Innenrenovierung 1961 und 2002. Bei der Renovierung des Altarraums wurden 2002 Reste von mittelalterlichen Weihekreuzen freigelegt und restauriert; ebenso eine Darstellung Christi als Weltenrichter im Chorraum (um 1400, 2006 restauriert).

Turm

Vorgelagerter Westturm aus Backsteinmauerwerk auf einem Granitsockel. Welsche Haube mit Kupfereindeckung. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört und erst Mitte des 18. Jh. erneuert.

Ausstattung

Massiver Tischaltar aus Sandstein (1843 erneuert), kein Altaraufsatz. – Hölzerne Kanzel ohne Schalldeckel (1843). – Gotische Sandsteintaufe (um 1400/15. Jh.) mit Taufschale aus Messing.

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1961

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, September 1961

Orgel

1890 Bau der ersten Orgel auf der Westempore durch August Schaper (Hildesheim), 8 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen; dreiachsiger neugotischer Prospekt. 1982 Restaurierung durch Firma Alfred Führer (Wilhelmshaven). Denkmalorgel.3

Geläut

Eine LG in c’’ (Maria, Bronze, Gj. 1512, Johann Kremer, Minden).

Friedhof

Auf dem Kirchhof. In kirchlicher Trägerschaft.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 1072-1074 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 828-837 (Pfarrbestallungsakten); A 8 (CB); A 9 Nr. 220-223 (Visitationen); D 60 (EphA Nienburg).

Literatur

A: Dienwiebel, Ortsverzeichnis Hoya/Diepholz I, S. 53 und 103 f.; Gade, Hoya und Diepholz, S. 260-263; Heckmann, Kirchen und Kapellen, S. 16 f.; Amt, Dorfkirchen, S. 13.
B: Kirchengemeinde Binnen/Bühren (Hg.): Fromme Herzen berühre ich mit Klang. Schrift zum 500jährigen Glockenjubiläum am 11. November 2012 in der Kirche zu Bühren, [Binnen/Bühren 2012].


Fußnoten

  1. Hoyer UB I, Nr. 690.
  2. KABl. 1976, S. 118.
  3. Müller, Orgeldenkmalpflege, S. 72 und 102 f.