Frühere Gemeinde | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheim-Sarstedt | Patrozinium: Andreas | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Groß Lobke wird urkundlich vermutlich erstmals 1117 als Schutellobeke erwähnt.1 In einer Urkunde aus dem Jahr 1178 werden sowohl Groß als auch Klein Lobke genannt: Loabeke australi, also Süd Lobke, und aquilonari Loabeke, also Nord Lobke.2 Groß Lobke gehörte zum Amt Ruthe des Hochstifts Hildesheim, das die Welfen während der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) einnahmen und mit dem Amt Koldingen zum Amt Lauenburg (mitunter auch Koldingen genannt) im Fsm. Calenberg vereinigten. Bei der Restitution des Großen Stifts kam das Amt Ruthe zurück an das Hochstift. Klein Lobke hingegen war im Besitz des Klosters Wienhausen (auch Inhaber der Niedergerichtsbarkeit); 1523 erteilten die welfischen Hzg. Heinrich II., Fs. von Braunschweig-Wolfenbüttel, und Erich I., Fs. von Calenberg-Göttingen, dem Kloster gemeinsam die Erlaubnis, das verwüstete Dorf wiederaufzubauen. 1538 räumten die beiden Hzg. auch dem Fs. von Lüneburg, Hzg. Ernst I., Rechte an Klein Lobke ein und 1643 kam das Dorf nicht wieder an Hildesheim, sondern zum Amt Ilten des Fsm. Lüneburg. Seitdem zählt es zu den Dörfern des Großen Freien.3 Aufgrund der Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses gelangte Preußen 1803 in den Besitz der stiftshildesheimischen Gebiete und damit auch Groß Lobkes. Von 1807 bis 1810 gehörte Groß Lobke zum Kanton Groß-Algermissen des Distrikts Hildesheim im Departement Oker des Kgr. Westphalen und zählte dann bis 1813 zum Kanton Sarstedt des Distrikts Hannover im Departement Aller. Klein Lobke hingegen gehörte erst seit 1810 zum Kgr. Westphalen und war bis 1813 Teil des Kantons Ilten, ebenfalls im Distrikt Hannover. Danach kamen die Dörfer wieder zu den Ämtern Ruthe beziehungsweise Ilten, nun im Kgr. Hannover. Ruthe ging 1859 im Amt Hildesheim auf, Ilten im Amt Burgdorf. Nach der Annexion Hannovers wurden beide Dörfer 1866 preußisch, Groß Lobke kam 1885 zum neuen Lkr. Hildesheim, Klein Lobke zum Lkr. Burgdorf. Seit 1974 ist Groß Lobke Ortsteil von Algermissen, Klein Lobke von Sehnde. Neben der Landwirtschaft war bis in die erste Hälfte des 19. Jh. die Leinenweberei ein wichtiger Erwerbszweig in Groß Lobke. Die Haufensiedlung zählte 1810 gut 550 Einwohner, 1895 gut 600 und 2014 gut 630. Klein Lobke hatte 1810 gut 190, 1895 knapp 220 und 2015 knapp 260 Einwohner. 1960 arbeiteten etwa 70 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung außerhalb der beiden Dörfer.4

Kirche, Ansicht von Süden, Teilansicht, vor 22.03.1943 (Die Kirche wurde am 22.03.1943 zerstört.) Urheberrecht: Bildarchiv: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt Hannover, Landeskonservator

Kirche, Ansicht von Süden, Teilansicht, vor 22.03.1943, Bildarchiv: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt Hannover, Landeskonservator

Im Gegensatz zur großen Mehrheit der übrigen Kirchengemeinden existiert für das Kirchspiel Lobke eine Art Gründungsdokument. Mit der bereits zitierten Urkunde von 1178 gestattete Bf. Adelog von Hildesheim, dass in Groß Lobke eine dem Apostel Andreas geweihte Kirche errichtet würde (in villa Loabeke australi ecclesiam ad honorem dei et sancti Andree apostoli edificandi).5 Gleichzeitig löste Bf. Adelog die Dörfer Groß Lobke und Klein Lobke aus dem Kirchspiel Lühnde und machte sie zu einer eigenständigen Gemeinde. Der untere Teil des Kirchturms stammt möglicherweise noch aus der Zeit dieses ersten Kirchenbaus. Der erste namentlich bekannte Geistliche ist dominus Theodolfus6, der bis etwa 1309 aktiv war, ihm folgte vermutlich dominus Bernardus plebanus in Lobeke.7 Mit her Herman pernere to Lobeke ist 1365 ein weiterer Pfarrer nachgewiesen.8 Das Patronat über die Kirche hatte das Bartholomäusstift in Hildesheim (Sültekloster), dessen Propst Archidiakon in Lühnde war. In der ersten Hälfte des 16. Jh. existierte eine Bruderschaft in Groß Lobke.9
Zur Zeit der Reformation gehörte Groß Lobke zum welfischen Fsm. Calenberg, Klein Lobke hingegen verwalteten die Hzg. von Braunschweig-Lüneburg gemeinsam, wobei der Lüneburger Fs. Ernst I. anscheinend bald die maßgebliche Rolle spielte. Möglicherweise hielt der luth. Glaube in Klein Lobke schon früher Einzug als in Groß Lobke. Ernst I., später der Bekenner genannt, betrieb seit 1527 die Einführung der Reformation in seinem Fsm. (Landtag in Scharnebeck). Das in diesem Jahr gedruckte Artikelbuch diente dabei, obwohl die Landstände es abgelehnt hatten, als Leitfaden.10 Die Pfarren des Fsm. ließ Ernst bis 1543 planmäßig visitieren und bei dieser Visitation erschien lütken loipke als Teil des Kirchspiels Harber.11 Im Fsm. Calenberg, und damit auch in Groß Lobke, führte die 1538 zum Luthertum übergetretene und seit 1540 als Vormund ihres minderjährigen Sohnes Erich regierende Elisabeth von Calenberg-Göttingen den neuen Glauben ein. 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft.12 In den Protokollen der Kirchenvisitation von 1542/43 wird mit P. Johann Bodeker der Name des ersten luth. Predigers in Groß Lobke genannt.13 Elisabeths Sohn übernahm 1545 als Erich II. die Regierung und trat 1547 zum Katholizismus über. Eine völlige Rekatholisierung des Fsm. scheiterte jedoch an den Calenbergischen Ständen, die 1553/55 die Beibehaltung der Lehre Luthers durchsetzten. Nach Erichs Tod fiel Calenberg 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius führte seine 1569 aufgestellte KO auch hier ein.14 Auf der 1583 gegossenen Glocke ist D(ominus) Iordanus Borchardi als Pastor genannt, bei der Visitation 1588 war P. Bartholomäus Horlebusch Pfr. des Kirchspiels, zu dem nun auch wieder Klein Lobke zählte.15
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde 1627 das Pfarrhaus zerstört und P. Petrus Hagemann (amt. seit 1620) vertrieben. Sein Nachfolger Joachim Gesenius (amt. bis 1642) ließ 1641 ein neues Pfarrhaus errichten. Die überlieferten Kirchenbücher der Gemeinde beginnen 1637. Mit P. Ludwig Wilhelm Steuerwald (amt. 1784-1793) wirkte für einige Jahre auch ein Sup. der Ämter Ruthe, Steinbrück und Steuerwald in Groß Lobke. Er bekleidete dieses Amt seit 1788. Bereits Anfang des 19. Jh., im Jahre 1811, dachte die Gemeinde über einen Kirchenneubau nach – zum einen, da „die Kirche um vieles zu klein ist“, zum anderen, da sie fürchtete, daß „die französische Regierung auch die Kirchgelder einziehen könnte, und wir wollten uns dann mit dem neuen Bau zu schützen suchen.“16 Die Pläne kamen jedoch nicht zur Ausführung und die Gemeinde ließ das alte Kirchenschiff erst 1860 abbrechen, der Kirchturm blieb erhalten. Im Juli des gleichen Jahres feierte sie die Grundsteinlegung für den gotisierenden Neubau. Die Pläne hatte Konsistorialbaumeister Friedrich August Ludwig Hellner (1791-1862) entworfen (ein sehr ähnlicher Bau entstand 1861-1864 in Nordstemmen).17 Zur Einweihung am 1. Dezember 1861 reiste auch Kg. Georg V. von Hannover an, die Bauabnahme erfolgte jedoch erst unter Hellners Nachfolger Conrad Wilhelm Hase (1818-1902). Mit einigem zeitlichen Abstand heißt es im Visitationsbericht von 1951, nur P. Eberhard Hansemann (amt. 1860-1888) habe es vermocht, die Kirche auch zu füllen. Nach seinem Weggang „war das Gotteshaus bald zu groß, wie ein viel zu weites Gewand den Körper eines Kindes umgibt. Man hat sich in der Kirche nicht wohl gefühlt. Sie war zugig und kalt.“18 Es habe seitdem einen stetigen Rückgang des Gemeindelebens in Groß Lobke gegeben. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ vermerkte der Pfr. 1946, die „Propaganda seitens der Partei hat es mit sich gebracht, das das kirchliche Leben sehr nachgelassen hat.“19

Kirche, Ansicht von Südwesten, 1950, Foto: Photo-Lehmann, Clauen

Kirche, Ansicht von Südwesten, 1950, Foto: Photo-Lehmann, Clauen

Im September 1943 wurde die Kirche in Groß Lobke „durch Feindeinwirkung“20 zerstört: ein abgeschossenes Flugzeug stürzte brennend über dem Dorf ab, die Kirche geriet in Brand und lediglich die Außenmauern blieben stehen. Orgelpfeifen und Glocke waren geschmolzen, das Inventar verbrannt. Im Pfarrhaus richtete die Gemeinde einen provisorischen Kirchenraum ein, erhielt als Geschenk einen Barockaltar aus der ‚Kleinen Michaeliskirche‘ (Kreuzkapelle) des ehemaligen Klosters St. Michael in Hildesheim und als Leihgabe im Oktober 1943 eine kleine Glocke aus dem zerstörten Landeskirchenamt in Hannover. Als Glockenstuhl diente ein Baum vor dem Pfarrhaus. 1950 konnte die Gemeinde den Wiederaufbau des Kirchturms verwirklichen, der keinen hohen Turmhelm mehr erhielt, sondern ein niedriges Pyramidendach. Das Kirchenchiff bekam ebenfalls eine andere Gestalt: niedrigere Wände, steileres Dach und rundbogige Fenster. 1956 konnte die Gemeinde die Wiedereinweihung feiern.

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juni 1956

Altarraum, Groß-Lobke, Juni 1956

Seit den 1940er Jahren unterhielt die Gemeinde einen Erntekindergarten, der später in einen ganzjährig geöffneten Kindergarten umgewandelt wurde. Er bezog Mitte der 1950er Jahre das ehemalige Küsterhaus. Im Jahre 1949 vergrößerte sich die KG Groß Lobke um die 1947 im Kirchspiel Lühnde gegründete KapG Algermissen.21 Zunächst bestand für die KapG eine eigene Pfarrvikarstelle, seit 1967 hatte die Gemeinde jedoch nur noch einen Pfarrer. Dieser wohnte in Algermissen, einem Diasporadorf, wo der Anteil der evangelischen Bevölkerung seinerzeit bei knapp einem Viertel lag. Das ehemalige Pfarrhaus in Groß Lobke baute der Kirchenkreis 1971 zu einem Freizeitheim um, die beiden Pfarrstellen der Gemeinde legte das Landeskirchenamt 1976 zusammen.22 1992 wurde die bisherige KapG Algermissen eigenständige KG, blieb aber mit Groß Lobke pfarramtlich verbunden.23 Zum 1. Januar 2012 schlossen sich die KG Algermissen, Groß Lobke, Hotteln, Lühnde, Oesselse und Wirringen-Müllingen-Wassel zur „Ev.-luth. Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land“ zusammen.24 Zur Finanzierung der Pfarrstellen in der großen Gemeinde tragen auch die Förderfreunde Algermissen und Lobke bei. Der „Ev.-luth. Kindergarten St. Andreas Groß Lobke“ befindet sich seit 2012 in Trägerschaft des KK Hildesheim-Sarstedt und seit 2011 unterstützt der Förderverein „Lobker Kindertreff e. V.“ die Arbeit der Einrichtung.

Umfang

Groß Lobke und Klein Lobke, 1949 bis 1992 auch Algermissen (KapG).

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Lühnde der Diözese Hildesheim. – 1542 zunächst der LSuptur des Fsm. Calenberg unterstellt, 1588 bei der kurzlebigen Insp. Lühnde25, etwa 1594 Insp. Pattensen. Seit etwa 1651 Insp. der Ämter Ruthe, Steinbrück und Steuerwald (ohne festen Sitz des Sup).26 1812 Insp. (1924: KK) Sarstedt. Mit Aufhebung des KK Sarstedt zum 1. Oktober 1941 in den KK Hildesheim. Ab Mai 1957 zum wiedererrichteten KK Sarstedt.27 Dieser zum 1. Januar 1999 mit dem KK Hildesheim zum KK Hildesheim-Sarstedt vereinigt.28

Patronat

Von 1178 bis zur Aufhebung des Klosters im Jahre 1803 der Propst des Sülteklosters (Bartholomäustift) in Hildesheim. Dann der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juni 1956

Kirchenraum Groß-Lobke, Juni 1956

Verputzter Backsteinsaalbau mit Satteldach und polygonalem Chor, dieser leicht eingezogen, etwas niedriger und mit abgewalmtem Dach, erbaut 1861-63, Architekt Friedrich August Ludwig Hellner (1791-1862). 1943 ausgebrannt, 1954-56 verändert wiederaufgebaut, Architekt August Steinborn, Hildesheim: Höhe der Außenwände etwa drei Meter reduziert, Rundbogenfenster anstatt hoher Spitzbogenfenster, steileres Dach, Ostteil des Kirchenraums abgetrennt und als Totenhalle eingerichtet (ehemaliger Chor). Im Innern holzverschalte Segmentbogentonne, Westempore. Renovierung 1977.

Turm

Romanischer Westturm aus Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, unterer Teil vermutlich letztes Viertel 12. Jh., im 14. Jh. erhöht; im Norden und Süden je zwei rundbogige, nach Westen zwei rechteckige Schallöffnungen, darüber jeweils ein spitzbogiges Fenster mit Dreipaß; ziegelgedecktes Pyramidendach. Vor der Zerstörung 1943 hoher, verschieferter Turmhelm mit quadratischem Ansatz und achteckig ausgezogener Spitze, Gauben für Uhr und Uhrschlagglocke. Wiederaufbau des Turms 1950.

Kirche, Blick zum Altar, vor 22.03.1943 (Die Kirche wurde am 22.03.1943 zerstört.)

Kirche, Blick zum Altar, vor 22.03.1943

Ausstattung

Barockaltar mit Kreuzigungsbild, flankiert von gedrehten Säulen und zwei Skulpturen (vermutlich Benedikt von Nursia und Bf. Bernward von Hildesheim), über dem Giebel Erzengel Michael, links und rechts je eine weitere Engelsfigur (um 1710, 1943 der KG geschenkt, zuvor in der Kapelle des Michaelisklosters in Hildesheim (Hildesheim, Heil- und Pflegeanstalt)29, restauriert 2016 von Johanna Fuchs, Hildesheim). – Hölzerne Taufe, zum Altar gehörend. – Moderne Kanzel.

Kirche, Blick zur Orgel, vor 22.03.1943, Urheberrecht: Bildarchiv: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt Hannover, Landeskonservator

Kirche, Blick zur Orgel, vor 22.03.1943, Bildarchiv: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt Hannover, Landeskonservator

Orgel

Vor 1790 Neubau durch unbekannten Orgelbauer, 14 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1861 Neubau durch Heinrich Schaper (Hildesheim), 24 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1943 zerstört. Neubau durch Emil Hammer (Hannover) in zwei Bauabschnitten: 1958 6 I/P, 1963 fertiggestellt zu 13 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1440). 1983 Instandsetzung durch Firma Schmidt & Mappes (Hannover).

Geläut

Zwei LG, I: ais’ (Bronze, Gj. 1619, Nikolaus Schmidichen, Königsberg in Preußen), Patenglocke aus Haffstrom, Kr. Königsberg30; II: cis’’, Inschrift: „D[ominus] Iordanus Borchardi Pastor Tile Woltke Dirich Floer Olderlvde Anno 1583“ (Bronze, Gj. 1583), ursprünglich SG, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgeliefert, nicht eingeschmolzen und 1947 zurück an die KG.31 – Früherer Bestand: Eine LG, Inschrift: „Anno d[omi]ni m cccc lxxxx defvnctos pla[n]go vivos voco fvlgvra fra[n]go hans Kellema[n]“, Im Jahr des Herrn 1490. Die Toten beweine ich, die Lebenden rufe ich, die Blitze breche ich (Bronze, Gj. 1490, Hans Kellermann, Hildesheim), 1943 zerstört.32 Eine LG, Inschrift: „Werdet ihr meinem Rufe im Leben folgen, so werde ich euren Triumph im Tode verkündigen“ (Bronze, Gj. erste Hälfte 19. Jh., Christoph August Becker & Heinrich Ludwig Damm, Hildesheim), 1895 geborsten und ersetzt durch eine LG, Inschrift u. a.: „Gieb, Jesu, daß mein Klang in Fried und Freud erschall; verhüte Feuersbrunst und Kriege überall“ (Bronze, Gj. 1896, J. J. Radler & Söhne, Hildesheim), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine LG (Stahl), vormals im Landeskirchenamt Hannover (Oktober 1943 zerstört), der KG 1944 leihweise überlassen, als Glockenturm diente eine Akazie. Eine SG (Bronze, Gj. 14./15. Jh.), war 1899 die kleinste Glocke.33

Weitere kirchliche Gebäude

Freizeitheim des Kirchenkreises (Bj. 1889, ehemaliges Pfarrhaus, 1971 umgebaut). – Kindergarten (Bj. um 1850, ehemaliges Küsterhaus, umgebaut in den 1950er Jahren). – Ältestes Pfarrhaus (Bj. um 1590) 1627 zerstört, Neubau (Bj. um 1641) 1889 verkauft und in Bierbergen wiedererrichtet.

Friedhof

Alter Friedhof rund um die Kirche, um 1860 aufgegeben und neuer Friedhof nordöstlich der Kirche am Ortsrand angelegt, Eigentum der KG.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 7251-7256 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 3035-3043 (Pfarrbestallungsakten); D 46 (EphA Sarstedt); S 2 Witt Nr. 2 (Fotosammlung); S 11a Nr. 7097 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 570 f.; Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 98-100; Meyer, Pastoren I, S. 370; Müller, Kirchenbauten, S. 145 f.; Pape, Hammer, S. 163; Pape, Schaper, S. 121 f.
B: Karl Backhaus: Die Freien und lüttken Lobke, in: Unser Kreis. Heimatblätter für den Kreis Burgdorf 9 (1957), Nr. 19; Gerhard Götting: Klein Lobke. Beiträge zur Geschichte und Dokumentation, 2 Bde., Hannover 1987; Adolf Propst: Das Kirchspiel Groß- und Klein Lobke in alter und neuer Zeit, Hildesheim 1899 (auch gedruckt in Götting, Bd. 2).


Fußnoten

  1. UB HS Hildesheim I, Nr. 174.
  2. UB HS Hildesheim I, Nr. 383.
  3. Werner, Register Amtsvogtei Ilten, S. 4; Propst, Kap. 2; Backhaus.
  4. LkAH, L 5h, unverz., Groß Lobke, Visitation 1961.
  5. UB HS Hildesheim I, Nr. 383.
  6. UB HS Hildesheim III, Nr. 1718.
  7. UB HS Hildesheim VI, Nachträge Nr. 42.
  8. UB HS Hildesheim V, Nr. 1103.
  9. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 428: „Item ein Bruderschaft, hat iiij Acker land, sein zu besserung Wege vnd stege gelecht vnd gegeben, dar schallen sie auch bei pleiben.“
  10. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 484 u. 492 ff.
  11. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 489, im Lüneburgischen Pfründenregister von 1534 nicht erwähnt.
  12. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.
  13. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 427 f.
  14. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  15. Kayser, General-Kirchenvisitation II, S. 26 f.
  16. Zit. bei Propst, Kap. 3
  17. Müller, Kirchenbauten, S. 145 ff.
  18. LkAH, L 5h, unverz., Groß Lobke, Visitation 1951.
  19. LkAH, S 1 H III Nr. 316, Bl. 14.
  20. LkAH, B 2 G 9/Groß Lobke Bd. I, Bl. 4 ff.
  21. KABl. 1949, S. 106.
  22. KABl. 1976, S. 56.
  23. KABl. 1992, S. 171.
  24. KABl. 2012, S. 54-58.
  25. Steinmetz, GSup. Calenberg, S. 34 f.
  26. Meyer-Roscher, Streiflichter, S. 123.
  27. KABl. 1957, S. 61.
  28. KABl. 1998, S. 211 f.
  29. Abb.: Zeller, KD Hildesheim kirchliche Bauten, Taf. XXXVII.
  30. Poettgen, Glockengießer, S. 54.
  31. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 206 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0020601; Drömann, Glocken Lkr. Hildesheim, S. 55; LkAH, B 2 G 9 B/Groß Lobke Bd. I, Bl. 22.
  32. DI 88, Landkreis Hildesheim, Nr. 48† (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di088g016k0004809; Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 99; LkAH, B 2 G 9/Groß Lobke Bd. I, Bl. 15e.
  33. Jürgens u. a., KD Lkr. Hildesheim, S. 99.