Sprengel Osnabrück, KK Bramsche | Patrozinium: Martin (seit 1962) | KO: Keine Kirchenordnung

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Orts- und Kirchengeschichte
Kirche, Ansicht von Südosten, Luftbild

Kirche, Ansicht von Südosten, Luftbild

Die Gemeinde Bramsche entstand in fränkischer Zeit an einem alten Verkehrsknotenpunkt (Gabelung der Straße von Osnabrück nach Bremen und Oldenburg, Altstraße von Minden nach Lingen) und kam 1225 unter die Landesherrschaft der Fbf. von Osnabrück (Amt Vörden). Seit dem 16. Jh. spielten die frühindustrielle Tuchherstellung und der Handel mit Militärtuchen eine wichtige Rolle für die Gemeinde. Sie erhielt 1615/17 Fleckens-, 1818 Weichbild- und 1929 Stadtrecht.
Bramsche war schon früh kirchlicher Mittelpunkt der Region. Eine Tauf- und Missionskirche aus der Zeit Karls des Großen gilt als die älteste des Osnabrücker Nordlandes.1 Die Kirchhofsburg bildete die Keimzelle für die spätere Siedlung. Die parrochia Bramezchę wird 1097 bei einer Besitzübertragung des Edlen Ruothwart an Bf. Wido von Osnabrück erstmals erwähnt.2 Erster bekannter Geistlicher in Bramsche war Konrad Hake (1251).
1275 verlegte Bf. Konrad II. mit Zustimmung des Domkapitels das 1235 durch Konrad I. in Quakenbrück gegründete Kollegiatstift St. Sylvester nach Bramsche und übertrug ihm die Pfarrgeschäfte für die Kirchen in Bramsche und Engter, die bis dahin dem Osnabrücker Domkapitel inkorporiert waren. Zugleich erhielt das Stift archidiakonale Rechte für das Ksp. Bramsche und seine Filialgemeinden Engter und Ueffeln (1292), sowie für Neuenkirchen, Lingen, Thüne, Bawinkel, Lengrich, Essen, Crapendorf, Altenoyte, Großenkneten, Huntlosen, Wardenburg und Westerstede. 1472 wurde für den Pfarrer an St. Martin ein zusätzliches Kanonikat gestiftet3, doch wurde das Stift 1489 – offenbar gegen den Willen der Kirchspielsangehörigen – nach Quakenbrück zurückverlegt. 1499 veranlasste Papst Alexander VI. die Bestätigung der Rückverlegung und der damit verbundenen Veränderungen (u. a. Vereinbarungen mit dem Bramscher Pfarrer Johann Portenhagen).4

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Oktober 1956

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Oktober 1956

An der Kirche bestanden mehrere Altäre und Vikarien: Der dem heilige Martin und der Jungfrau Maria geweihte Hochaltar (gestiftet durch den Geistlichen Everhard von Achenbüren) wird 1318 erstmals urkundlich erwähnt. Ein Altar zu Ehren der Maria und der Apostel Petrus, Paulus und Bartholomäus wurde 1325 gestiftet; zwei weitere Altäre 1481, der erste durch den Priester Hermann Hohus, der zweite (SS. Crucis et almae virginis) durch den Warendorfer Kleriker Johannes Bobold/Bovelt.5 Um die Wende vom 15. zum 16. Jh. bildeten sich im Ksp. zwei Bruderschaften, die Fronleichnams- und die St.-Annen-Gilde, die auch nach der Reformation in veränderter Form weiterbestanden, 1709 vereinigt und erst im 19. Jh. aufgelöst wurden.
Die Reformation wurde im Hochstift Osnabrück 1543 unter Bf. Franz von Waldeck durch den Lübecker Sup. Hermann Bonnus eingeführt. In Bramsche lässt sich schon vorher die reformatorisch beeinflusste Tätigkeit des Humanisten Jacob Greselius (Gründer der ersten Deutsch- und Lateinschule dort) nachweisen. Erster luth. P. war wohl Bernd tor Horst (tor Harß), der 1554 als Zeuge in einer Notariatsurkunde erscheint und 1569 in anerkannter Ehe lebte. In den Konfessionskriegen des 16. und 17. Jh. wurde Bramsche stark in Mitleidenschaft gezogen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Pfarre vorübergehend wieder dem kath. Bekenntnis zugeführt. P. Johannes Kramer wurde 1625/26 durch den kath. Visitator Lucenius suspendiert6, blieb aber in der Gemeinde. GD hielten seither zwei kath. Vizecurati ab. Nach Kramers Tod (1626) setzten sich die kath. Geistlichen Ahlhardus Delle (bis 1629) und Johannes Christian Klinkhammer (der vom luth. zum kath. Bekenntnis zurückgekehrt war) in Bramsche fest. Mit der schwedischen Besetzung des Hochstifts Osnabrück 1633 kehrte die Gemeinde wieder zur luth. Lehre zurück. Klinkhammer wurde durch den Lutheraner Johannes Ostendorf († 1646) ersetzt.
Gemäß Art. 21 der Capitulatio perpetua von 1650 blieb das Pastorat zu Bramsche luth. Zwei Vikarien wurden jedoch den Katholiken zugesprochen, wovon die Vikarie SS. Mariae et Johannis mit dem kath. Pastorat in Vörden vereinigt wurde.7 Für die geistliche Versorgung der kath. Einwohner wurden die Kloster- bzw. Kommendekirchen in Malgarten und Lage zu Parochialkirchen erhoben.8 Das Verhältnis zu den Katholiken blieb angespannt. Die Pfarrer mussten sich häufig gegen Eingriffe zur Wehr setzen. Die Errichtung der zweiten Pfarrstelle 1777 war auch eine Reaktion auf die Abwerbeversuche in den Außendörfern durch die kath. Priester in Malgarten und Lage.
Die Pfarrstelle (Primariatpfarre) blieb bis ins 19. Jh. im Besitz zweier Familien: Auf Johannes Ostendorf folgten Hermann Klinkhammer (amt. 1646–1695) und sein Sohn Heinrich Meinhard Klinkhammer (amt. 1695–1696); hierauf drei Generationen der Pastorenfamilie Block: Bernhard Block (amt. 1696–1739), Christian Heinrich Block (amt. 1739–1776) und Justus Christian Block (1776–1812). Bernhard wurde 1732, Justus Christian Block 1789 zum Konsistorialrat ernannt. Bernhard Block trat auch als Autor von katechetischen Schriften hervor (Vom Schein und der Kraft des Christentums, 1712; Auszug aus Markhausens und Lütkemanns Katechismo, 1715; Anweisung, wie man Kindern und Erwachsenen eine lebendige Erkenntniß der Historie vom Leiden und Sterben Christi beybringen soll, 1716).9
1775 ging die Schule in Bramsche von der Greselschen Familienstiftung in die Trägerschaft der KG sowie der Bauerschaften Pente, Hesepe und Sögeln über (bis zur Trennung von Schule und Kirche 1925). Die Familie Greselius behielt jedoch vorläufig das Präsentationsrecht für die Lehrerstelle.

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, Oktober 1956

Kirche, Blick zur Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, Oktober 1956

Von den Pfarrern des 19. Jh. ragt Heinrich Strick (amt. 1840–1872) heraus, in dessen Amtszeit 1843 in der Bramscher Kirche der Zweigverein des Gustav-Adolf-Vereins für das Fsm. Osnabrück gegründet wurde. 1852 wurde er zum Sup. ernannt und die Suptur. dauerhaft mit der ersten Pfarrstelle in Bramsche verbunden. P. Johann Hermann Heinrich Meyer (amt. 1885–1908) war Mitgründer der Spar- und Darlehnskasse sowie (wie sein Amtsnachfolger bis 1931) deren Aufsichtsratsvorsitzender.
1909 wurde am Kirchplatz das neue Suptur.-Gebäude errichtet, das als erster Sup. Kaune (amt. 1909–1931) bezog. Auf dessen Betreiben kaufte die KG 1927 auch das Ledigenheim an und baute es zu einem Krankenhaus um. Die Bramscher Pfarrer hatten sich auch seit den 1870er Jahren für diakonische Aufgaben stark gemacht. Seit 1887 war in Bramsche eine Diakonisse des Henriettenstifts tätig, an 1889 eine zweite. Ein KiGa wurde 1915 im früheren Pfarrhaus in der Großen Straße eingerichtet (1937/38 auf Betreiben der Nationalsozialisten geschlossen, 1963 wieder eröffnet). Die NS-Zeit war auch in Bramsche durch den Konflikt zwischen DC und Bekenntnisgemeinschaft geprägt. Der Bramscher P. Eilhard Aden (amt. 1935–1950) hielt sich zur BK und war ab 1937 deren Vertrauensmann für den KK.
Durch den Zuzug von Flüchtlingen nahm die Einwohnerzahl von Bramsche nach dem Zweiten Weltkrieg noch einmal stark zu. Infolge dessen wurde das Ksp. am 1. Januar 1962 in vier selbständige KG (St. Martin, St. Johannis, Hesepe und Achmer) aufgespalten.10 P. und Sup. war zu dieser Zeit Karl Adolf Stisser (amt. 1950–1974), der sich als Mitglied des Verfassungsausschusses, des Disziplinarausschusses und des Rechtsausschusses der Landessynode auch auf landeskirchlicher Ebene engagierte.

Pfarrstellen

I: Vorref. – II: 1777 (1821–1855 vakant). – III: 1. Oktober 195211; 1. Januar 1962 auf die neu errichtete St. Johannis-KG übergegangen.12 – IV: 1. Oktober 195713; 1. Januar 1962 auf die neu errichtete KG Hesepe übergegangen.14

Umfang

Zum Ksp. Bramsche gehörten in älterer Zeit die Orte Engter, Ueffeln und Neuenkirchen. Neuenkirchen wurde 1188 verselbständigt, Engter 1229, Ueffeln 1292. 1823 umfasste das Ksp. das Dorf Bramsche, die Bauerschaften Achmer, Epe, Hesepe, Pente, Rieste und Sögeln; das Kloster Malgarten sowie die Landgüter Burg, Lage, Rieste, Rothenburg, Sögeln und Steinburg. Mit dem 1. Oktober 1930 wurden die luth. Einwohner der im früheren Forstort Etzel (Kreis Bersenbrück) errichteten Siedlung aus der KG Ueffeln in die KG Bramsche umgepfarrt.15 Bei der Aufgliederung der KG fielen der östlich des Flutgrabens gelegene Teil der Stadt (Gartenstadt) sowie die politische Gemeinde Epe an die neu errichtete St.-Johannis-KG, die politischen Gemeinden Hesepe, Rieste und Sögeln an die neu errichtete KG Hesepe und die politische Gemeinde Achmer an die gleichnamige neue KG. Mit dem 1. Januar 1974 wurde die Grenze zwischen der Martins-KG in Bramsche und der Friedens-KG Achmer neu festgesetzt.16

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Propsts zu Bramsche. – Vor der Einführung der Inspektionseinteilung im Fsm. Osnabrück unterstand Bramsche der Aufsicht des Amts Vörden. Im Zuge der Neuorganisation der kirchlichen Aufsichtsbezirke 1821 kam es zur 2. Insp., ab 1822 3. Insp., deren Suptur-Sitz Bramsche ab 1852 dauerhaft war (1924: KK Bramsche). Nach Erlass der Bezirkssynodalordnung wurde die 1860 errichtete 5. Insp. mit Sitz in Lingen mit der 3. Insp. (Bramsche) zu einer Bezirkssynode verbunden (bis 1925). Am 1. April 1926 wurden die beiden Kirchenkreisverbände Bramsche und Badbergen zum KKV Bersenbrück zusammengelegt, dessen Vorsitz der Sup. von Bramsche übernahm. Die beiden Aufsichtsbezirke Bramsche und Badbergen blieben bestehen. 1930 wurde der Kirchenkreisverband Bersenbrück in KK Bersenbrück umbenannt und 1931 Amtssitz des Sup. von Bramsche nach Badbergen verlegt. Mit dem 1. April 1948 wurde der Aufsichtsbezirk Badbergen aufgehoben und dem Aufsichtsbezirk Bramsche zugeordnet sowie der Bezirk in KK Bramsche umbenannt.

Patronat

Das Kollegiatstift St. Silvester. Später der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau
Kirche, Grundriss, vor 1915

Kirche, Grundriss, vor 1915

Ursprünglich einschiffige romanische Bruchstein-Saalkirche zu drei quadratischen, kreuzgratgewölbten Langhausjochen und gerade geschlossenem Chor (erste Hälfte 13. Jh.), zwischen 1460 und 1482 um einen 5/8-Chor im spätgotischen Stil erweitert. Die Bevölkerungszunahme nach dem Dreißigjährigen Krieg machte 1695/96 den Anbau eines Südschiffs mit gotisierendem Kreuzgewölbe im Chor und Hauptschiff notwendig (bei Dehio falsch auf 1669 dat.). Einbau der Priechen (Achmer-Empore); gotische Ausmalung (1989 restauriert); im Chor Fenster mit Fischblasenmaßwerk. 1900/06, 1956 (Entfernung der Priechen im Chorbereich; Verlegung der Kanzel) und 1982/90 umfassende Innen- und Außensanierung der Kirche. Die Deckenmalereien in Chor und Hauptschiff wurden 1989 von Horst Icks restauriert.

Fenster

Chorfenster mit Weihnachtsgeschichte (Südseite, 1905) und Auferstehung (Nordseite, 1906).

Turm

Im Westen ein etwa 40 Meter hoher quadratischer, im Kern romanischer Turm aus Feld- und Bruchsteinen (Anfang 13. Jh.) mit einem kupferverkleidetem Pyramidendach. Erste bekannte Turmuhr 1826 von F. J. Hölscher (Bramsche); 1907 durch ein neues Werk der Firma E. Korfhage & Söhne (Buer) ersetzt (heute im Turm ausgestellt). 1964 elektrifiziert.

Altaraufsatz mit dem Gemälde des sinkenden Petrus, vor 1915

Altaraufsatz mit dem Gemälde des sinkenden Petrus, vor 1915

Ausstattung

Blockaltar mit romanischer Mensa. Barockes Altarretabel mit einem doppelstöckigen Aufsatz (gestiftet 1669). Das Hauptbild zwischen kannelierten Säulen mit Kompositkapitellen zeigt das heilige Abendmahl; auf dem oberen Segmentbogenabschluss das Wappen der Stifter Heinrich Engelbert von Langen und der Anna Elisabeth von Steuben auf Sögeln. Im oberen Bild befinden sich Szenen aus dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Lk 10,29–37). Den oberen Abschluss bildet zwischen einem gesprengten Giebel die Figur Christi mit der Siegesfahne. Seitlich neben den Altarbildern die vier Evangelisten. In der Predella Schriftfelder mit den Einsetzungsworten des Abendmahls. – Die farbig gefasste Barockkanzel (eine Stiftung von Bremer Kaufleuten) wird dem Bildhauer Johann H. Jöllemann zugeschrieben (17. Jh., die Figuren der Evangelisten wohl 1706 hinzugefügt). Prachtvoller Schalldeckel, bekrönt von Christus als Salvator mundi. – Zylinderförmiger romanischer Taufstein vom Bentheimer Typ (um 1225/30, seit 1956 wieder in der Kirche). Messingtaufschale mit Deckel von Friedrich Marby (Isernhagen). – Reste (Wangen) des gotischen Chorgestühls (14. Jh.). – Holzkruzifix (um 1300). – An der Nordseite des Hauptschiffs ein Bild des sinkenden Petrus nach Mt 14,22–33 (angefertigt von Minna Blaß, Kopie nach einem Gemälde von Richard Richter, Magdeburg), die zwischen 1883 und 1956 das ursprünglich Altarhauptbild ersetzte und im Zuge der Kirchenrenovierung wieder abgenommen wurde. – Apostelbilder auf der Westempore (erste Hälfte 17. Jh.). – Von den Gelbguss-Kronleuchtern im Kirchenschiff stammt der älteste (im östlichen Hauptschiffsjoch) aus dem 16. Jh., ein weiterer im mittleren Joch von 1702. – Mehrere Grabsteine des 17. und 18. Jh. unter der Orgelempore und unter der Turmhalle, darunter Henrich von Langeln und seine Frau Helena, geb. von Aswede (beide † 1616), Hinrich Engelbert von Langen († 1675) und seine Frau Sibilla Agnesa, geb. von Westerholt († 1660), Hinrich Adam von Langen († 1652) und seine Frau Helena, geb. von Aswedde († 1653), Joachim Henrich von Langen zu Sögeln († 1722) und seine Frau Judith Sybilla, geb. von Schele († 1716); Johannes Amelingi Klövekorn, Richter zu Osnabrück und Gograf zu Vörden und Bramsche; Dietrich Georg von Varendorf, Erbherr auf Haus Rieste († 1711); P. Johannes Ostendorf († 1646). – In der Turmhalle eine eichene Lade der Bauerschaft Achmer (1738).

Orgel, vor 1947

Orgel, vor 1947

Orgel

Ältester Hinweis von 1656 mit der Erneuerung der verfallenen Orgel auf einer Empore an der Nordseite der Kirche durch Johann Heinrich Reinkingh aus Bielefeld. Reparaturen 1734 und 1761 durch den Orgelbauer Heinrich Wilhelm Eckmann (Quakenbrück).17 1825/26 Neubau auf einem eigenen Orgelboden über der Westempore durch Joachim Wenthin (Tecklenburg) unter Verwendung von Teilen des früheren Werks, 18 II/P. 1891 größere Reparatur und Veränderung der Disposition durch die Firma Rohlfing (Osnabrück).18 1925 Einbau eines elektrischen Gebläses. Eine geplante Veränderung der Disposition (1937) wurde vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr durchgeführt. 1947/48 wurde die Orgel durch den Orgelbauer W. Misch (Osnabrück-Eversburg) auf die untere Empore versetzt und die frühere Orgelempore beseitigt.19 1949/50 Überarbeitung nach Entwurf von Orgelrevisor Drömann. u. a. Bau eines neuen RP durch die Firma Emil Hammer (Hannover). 1958 Ergänzung einer Stimme im HW und Neubau des BW durch Firma Hammer zu 32 III/P (HW, BW, RP), mechanische Traktur, Schleifladen. Der Prospekt von 1826 blieb erhalten und steht unter Denkmalschutz.20 1987/90 Neubau hinter dem historischen Prospekt von 1826 durch Firma Rudolf Janke (Bovenden), 28 III/P (HW, OW, Recit), mechanische Traktur, Schleifladen. – Zusätzlich zur Hauptorgel erhielt die Kirche 1983 ein Positiv der Firma Steinmann (Vlotho); 4 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2002 Neubau einer Truhenorgel mit vier klingenden Stimmen durch Jürgen Kopp (Aurich). – In der FKap: 1960 Neubau durch Firma Wolf (Verden), 5 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2008 Neubau durch Jürgen Kopp (Aurich), 6 I/aP, mechanische Traktur, Schleiflade.

Geläut

Vier LG, I: b; II: d’; III: f’; IV: g’ (alle Stahl, Gj. 1950, Bochumer Verein).21 Glockenweihe am 22. April 1951. – Eine weitere LG in der FKap: b’’ (Bronze, Gj. 1958, Gebrüder Rincker, Sinn). – Früherer Bestand: Seit dem 15. Jh. befanden sich auf dem Turm der Kirche vier Glocken, die mehrfach umgegossen wurden, LG I–III zuletzt 1838 durch den Glockengießer J. Baptist Dubois aus Münster. Die beiden größeren mussten 1917 zu Kriegszwecken abgegeben werden. Die kleinste (1769 in Osnabrück gegossen) blieb erhalten.22 Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt die Kirche ein neues Bronzegeläut von Radler (Hildesheim). 1942 wurden die Glocken erneut abgeliefert und 1950 durch das heutige Stahlgeläut ersetzt.

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeindehaus (Bj. 1963/64, Architekt: Werner Johannsen, Osnabrück).

Friedhof

Eigentum der KG. Der Kirchhof wurde 1848 als Begräbnisplatz aufgegeben. Neuanlage im gleichen Jahr an der Osnabrücker Straße. Auferstehungskapelle (1958).

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 3 Nr. 70–83 (Kons. Osnabrück, Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 94, 98 und 102 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 1074–1090 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 2794a (Visitationen); D 106 (EphA Bramsche).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 249 f.; Dühne, Osnabrück, S. 41–47; Weichsler, Hdb. Sprengel Osnabrück, S. 50–52
B: Eilhard Aden: Die evang.-lutherische Gemeinde Bramsche in der Zeit des Kirchenkampfes und während der Zeit des 2. Weltkrieges, Leer-Loga [1977]; Walter Brockmann: Das Sylvesterstift in Bramsche, in: Osnabrücker Land 1997, S. 78–91; Folkhard Cremer: Geschichte der St.-Martins-Kirche zu Bramsche und ihrer Gemeinde, Bramsche [1997]; Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Martin Bramsche (Hg.): St. Martin. Eine Kirche im Wandel der Zeit, o. O. [1997]; Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Martin Bramsche (Hg.): Die neue Janke-Orgel in der ev.-luth. St. Martinskirche zu Bramsche (1990); Wilhelm Wöbking: Chronik der luth. Kirche und Gemeinde St. Martini zu Bramsche von ihrer Gründung bis zum Jahre 1884, Bramsche 1893.


Fußnoten

  1. Wöbking, S. 9.
  2. Osnabrücker UB I, Nr. 216.
  3. Brockmann, S. 90.
  4. Schwarz, Papsturkunden, Nr. 2258.
  5. Brockmann, S. 81; Wöbking, S. 22.
  6. Bär, Protokoll Albert Lucenius, S. 282.
  7. Wöbking, Konfessionsstand, S. 106.
  8. Fachtmann, Mittheilungen, S. 16.
  9. Rotermund, Das gelehrte Hannover I, S. 190.
  10. KABl. 1962, S. 3 f.
  11. KABl. 1952, S. 131.
  12. KABl. 1962, S. 3 f.
  13. KABl. 1957, S. 159.
  14. KABl. 1962, S. 3 f.
  15. KABl. 1930, S. 78.
  16. KABl. 1974, S. 34.
  17. Dobelmann, Orgelbauer, S. 91.
  18. Wöbking, S. 103.
  19. LkAH, B 2 G 9 B/Bramsche, Martin (KV Bramsche an LKA, 30.07.1954).
  20. LKA G 9 B/Barkhausen (Liste der denkmalgeschützten Orgelprospekte im Sprengel Osnabrück, Stand Februar 1991).
  21. LkAH, B 2 G 9 B/Bramsche, Martin (Bericht über die amtliche Glockenrevision am 09.06.1960).
  22. Wöbking, S. 99–103.