Sprengel Osnabrück, KK Bramsche | Patrozinium: Johannes Evangelist | KO: Keine Kirchenordnung

Karte wird geladen, bitte warten...
Orts- und Kirchengeschichte
Kirche, Ansicht von Nordwesten, 1980

Kirche, Ansicht von Nordwesten, 1980

Östlich der Bramscher Altstadt wurde während des Zweiten Weltkriegs eine Holzbarackensiedlung errichtet, die zwischen 1943 und 1945 mit niederländischen, polnischen und sowjetischen Zwangsarbeitern belegt war. Nach 1945 wurden dort Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten einquartiert, von denen sich viele dauerhaft in Bramsche niederließen. An Stelle der Baracken entstanden beiderseits des Lutterdamms sukzessive neue Wohngebiete (Gartenstadt), auch für die Arbeiter und Angestellten aus der schnell wachsenden Industrie am Mittellandkanal. Als zum 1. Januar 1961 die bisherige KG Bramsche (Bramsche, Martin) in vier eigenständige Gemeinden aufgespalten wurde, wurde für die Gartenstadt mit der damals noch selbständigen politischen Gemeinde Epe die neue St.-Johannis-KG gebildet, wobei die dritte Pfarrstelle der St.-Martins-KG auf die neue Gemeinde übertragen wurde.1 Erster Pastor wurde Carl Müntinga (amt. 1953–1967, † 1999). Das KGb (Architekt: Werner Johannsen, Osnabrück) wurde am 15. Oktober 1961 eingeweiht.
Im Gemeindehaus der Johannis-KG fanden von 1964 bis 1978 auch GD der Nederlandse protestantse gemeenschap statt. Die KG verfügt über zwei Kita (Grüner Brink und Im Sande). Zur Förderung des kirchlichen Lebens wurde 2003 die Ev. Stiftung St. Johannis Bramsche ins Leben gerufen.

Pfarrstellen

I: 1. Januar 1961. – II: 1. April 1964.2

Umfang

Der östlich des Flutgrabens gelegene Teil der Stadt (Gartenstadt) sowie die Bauerschaften Epe und Malgarten.

Aufsichtsbezirk

Seit Gründung zum KK Bramsche.

Kirchenbau

Einschiffiger Klinkerbau (1961) mit Orgelempore über dem Altarraum und Empore über dem Eingang. Holzdecke.

Fenster

Farbige Bleiverglasungen mit Bildern zum Neuen Testament (vom Altar aus links: Speisung der 5.000, Petri Fischzug, Karfreitag, Abendmahl; vom Altar aus rechts: Ausgießung des heilige Geistes, Hochzeit zu Kana, Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld nach Lk 8,4–15, Kindermord von Bethlehem).

Turm

Verklinkerter Glockenturm südwestlich vor dem Kirchenschiff. Bekrönung mit Kugel, Kreuz und Hahn.

Ausstattung

Schlichter Tischaltar, Kanzel, Lesepult und Taufe aus der Erbauungszeit der Kirche. Künstlerische Gestaltung mit Keramiken von Elmar Lindner (Stuttgart), von dem vermutlich auch das Kreuz über dem Altar stammt. – Gedenktafel für die Opfer der Jahre 1933/45 am Turm (1995).

Orgel, 1973

Orgel, 1973

Orgel

Die Kirche erhielt zunächst ein um 1950 gebautes Positiv mit vier klingenden Stimmen, pneumatische Traktur und Taschenladen als Leihinstrument der Firma Emil Hammer (Hannover). 1973 Neubau der Orgel auf einer Seitenempore über dem Altarraum durch die Firma Matthias Kreienbrink (Osnabrück), 12 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Einweihung 28. Oktober 1973.

Geläut

Vier LG in , I: a’; II: b’; III: c’’; IV: d’’ (alle Bronze, Gj. 1963, Gebrüder Rincker, Sinn). Auf den Glocken befinden sich die Wappen des Landes Niedersachsen sowie der früheren Provinzen Pommern, Ost- und Westpreußen sowie Schlesien. – Früherer Bestand: Zwei LG, I: b’; II: e’’ (beide Stahl, Gj. 1860, Bochumer Verein, 1958 aus Loxten übernommen und vor 1963 nach Achmer abgegeben).

Quelle

Mitteilung P. Markus Unterderweide (Bramsche) vom 5. Januar 2016.

Literatur

A: Weichsler, Hdb. Sprengel Osnabrück, S. 49.
B: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Johannis Bramsche (Hg.): 40 Jahre St. Johannis. St. Johannis-Kirche Bramsche-Gartenstadt 1961–2001, [Bramsche 2001].


Fußnoten

  1. KABl. 1962, S. 3 f.
  2. KABl. 1964, S. 13.