Sprengel Hannover, KK Neustadt-Wunstorf | Patrozinium: Liebfrauen1 | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich ist Neustadt erstmals im Jahr 1214 nachweisbar, als Gf. Bernhard von Wölpe dem Kloster Mariensee die an der Leine gelegene moldendinum in nova civitate schenkte (Mühle in Neustadt).2 1310 sind consules nove civitatis belegt (Räte Neustadts), der Ort besaß also Stadtrechte.3 Eine Burg am Leineübergang bei Neustadt existierte möglicherweise bereits zur Zeit der Gf. von Wölpe, ist urkundlich jedoch eindeutig erst seit 1320 belegt.4 Der Name Neustadt am Rübenberge ist erstmals 1436 belegt (Nienstadt vor dem Röuvenberge).5 Die Stadt gehörte ursprünglich zum Herrschaftsgebiet der Gf. von Wölpe (1249: civitatem nostram novam, unsere neue Stadt).6 Wohl 1301 veräußerte Gf. Otto von Wölpe die Grafschaft an Gf. Otto von Oldenburg-Delmenhorst, der sie 1302 weiter verkaufte an den Welfen Otto II., Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg. Seit 1432 gehörte Neustadt am Rübenberge zum welfischen Teilfsm. Calenberg (1495: Fsm. Calenberg-Göttingen, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover); die landesherrliche Stadt wurde Sitz des gleichnamigen Amtes (16. Jh.). Das Neustädter Schloss diente seit dem späten 15. Jh. mitunter als Nebenresidenz der Calenberger Fürsten; im Kontext der Modernisierung der Stadtbefestigung und der Anlage von Festungsbauten ließ Hzg. Erich II. das Schloss ab 1573 neu errichten (Schloss Landestrost). Von 1810 bis 1813/14 war Neustadt am Rübenberge Hauptort des gleichnamigen Kantons im Distrikt Hannover des Allerdepartements im französischen Satellitenkgr. Westphalen. Danach war die Stadt, nun im Kgr. Hannover, wieder Amtssitz. Mit der Annexion des Kgr. Hannover wurde sie 1866 preußisch. Bei Einführung der Kreisverfassung wurde Neustadt 1885 Sitz des Kr. Neustadt am Rübenberge (1939: Lkr.), der 1974 weitgehend im Lkr. Hannover aufging (2001 mit Stadt Hannover fusioniert zu Region Hannover). 1974 wurden insgesamt 33 umliegende Ortschaften nach Neustadt eingemeindet. Mehrere Brände (1609, 1649, 1671, 1727) und die Verlegung der Residenz (1636) hemmten die Entwicklung der Landstadt, die überwiegend von Acker-, Vieh- und Torfwirtschaft lebte. Mit der einsetzenden Industrialisierung begann auch die Einwohnerzahl zu wachsen (1847 Bahnhof Strecke Hannover–Bremen, kleinere Industriebetriebe, Sektkellerei Duprès). Um 1812 lebten rund 1.275 Menschen in Neustadt am Rübenberge, 1895 etwa 2.260, 1938 rund 3.660, 1950 ungefähr 7.815 und 2020 gut 19.650 (mit Eingemeindungen: 45.920).

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Kirche, Ansicht von Nordosten, um 1960

Der Name eines Neustädter Priesters ist urkundlich erstmals 1226 belegt: Reinardus sacerdos de Nova Civitate; zuvor war dieser Reinardus Kaplan des Gf. Bernhard von Wölpe gewesen (1219–1221).7 In den Jahren 1233, 1258 und 1265 ist Conradus plebanus de Nova Civitate in den Zeugenlisten verschiedener Urkunden nachgewiesen.8 Seit 1280 residierte in Neustadt ein 1274 in Ahlden gegründetes Kollegiatstift, bevor Bf. Ludolf von Minden es 1295 nach Lübbecke verlegte.9 Im Jahr 1280 ist auch die ecclesia Nove Civitatis (die Kirche Neustadts) erstmals schriftlich belegt.10 Die ältesten Bauteile der heutigen Liebfrauenkirche stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jh. (Unterbau Turm, Wände Mittelschiff, Nord- und Südportal). Im 14. Jh. lassen sich Arnoldus (1300, 1305)11, Johann (1348, 1350)12 und Johann von Stedingh (1399)13 als Pfarrer oder kerchere in Neustadt belegen. Zur kirchlichen Landschaft in Neustadt zählten neben der Pfarrkirche eine Kapelle im St.-Nicolai-Hospital vor der Stadt (belegt 147214), die Burg- bzw. Schlosskapelle und die Niederlassung eines Bettelordens.15 Der Neustädter Pfarrkirche unterstand auch die Kapelle in Otternhagen. Im 15. Jh. lassen sich neben vier Pfarrern – Johannes van Melle (1410)16, Johannes de Ryseberghe (1426)17, Henricus Nolte (1436, 1437)18 und Gottfried Moller (1478–1492)19 – eine Reihe weitere Geistliche in Neustadt belegen. Sie waren Gehilfen des Pfarrers (Kaplan) oder lasen Messen an den Nebenaltären (Vikare). In der Neustädter Kirche sind neben dem Hauptaltar sieben derartige Altäre belegt: St. Maria Magdalena (1431), St. Viti (1458), St. Ursula (1473), St. Barbara (1492), St. Nicolai (1492), St. Johannis (1543) und St. Andreas (1543).20 Zudem ist erstmals 1473 ein Kaland Unser Lieben Frauen in Neustadt belegt; Pfarrer Gottfried Moller war 1478 Dekan dieser Bruderschaft.21 Nachdem die Kirche wohl Mitte des 15. Jh. um Sakristei und Chor erweitert worden war (belegt 1459), folgte um 1500 eine grundlegende Erneuerung des Kirchenschiffs (1502 abgeschlossen). Zur Finanzierung dieser Arbeiten hatte Bf. Heinrich III. von Minden (amt. 1473–1508) 1499 einen Ablass gewährt.

Kirche, Ansicht von Südosten, Zeichnung

Kirche, Ansicht von Südosten, Zeichnung

Die Reformation führte Hzgn. Elisabeth von Calenberg-Göttingen als Vormund ihres minderjährigen Sohnes Erich im Fsm. Calenberg ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden, Stifte und Klöster des Fürstentums visitieren.22 Ein Schreiben Hzgn. Elisabeths aus dem Jahr 1538 zeigt, dass die luth. Lehre bereits zu dieser Zeit Einfluss in Neustadt und in Wunstorf gewann, wobei Einzelheiten jedoch unklar bleiben.23 Dem Neustädter Visitationsprotokoll vom 2. März 1543 ist zudem zu entnehmen, dass P. Johann Heitmüller (amt. wohl vor 1538–1548) „ein lange zeit das wordt recht getrieben, vnd seins ampts neben viler Verfolgung dennoch gewartet hat“.24 P. Heitmüller hatte also die Wunstorfer Pfarrstelle als altgläubiger Priester übernommen und sich wohl in der zweiten Hälfte der 1530er Jahre der luth. Lehre zugewandt. Die 1541 errichtete Kaplanei (zweite Pfarrstelle) hatte wohl bis kurz vor der Visitation ein „Her Anthonius“ inne.25 Die Visitatoren regelten 1543 auch die Ausstattung der Wunstorfer Pfarre und der Kaplanei, fanden den Schulmeister „zimlicher weise besoldet“, ordneten die Besoldung seines Gehilfen (Locat), besserten das Einkommen des Küsters auf und regelten weitere Vermögensfragen.26 Die Vikarien St. Andreas und St. Ursula sollten nach dem Tod des jetzigen Vikars Hern Curdt in ein Stipendium umgewandelt werden, „davon ein armer Knabe studire“. Gleiches sollte mit der Vikarie des St.-Johannis-Altars geschehen, die derzeit im Besitz von Jost Theis war, dem Sohn des Bürgermeisters; der vom Superintendenten auszuwählende Stipendiat sollte die Einkünfte „nicht lenger dan acht Jar inne haben, und in solcher zeit Baccalarius und Magister werden“. P. Heitmüller starb 1548. Ein Jahr zuvor war Hzg. Erich II., der 1545 die Regierung im Fsm. Calenberg übernommen hatte, zum kath. Glauben gewechselt. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre sicherstellen. Die Neustädter Pfarrstelle blieb in dieser Zeit lange unbesetzt, bevor P. Friedrich Dedekind (amt. 1553–1576) das Amt übernahm; die zweite Pfarrstelle hatte der wohl kath. Kaplan Christoph Brandes (amt. 1551–1556) inne.27 Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius führte seine 1569 aufgestellte KO auch hier ein.28 1588 ließ er die Gemeinden visitieren. Laut Visitationsprotokoll lag das Pfarramt in der Hand von P. Joachim Koltmann (amt. 1581–1590), die Kaplanei bzw. das Diakonat war mit Ludolf Wildenborgk (amt. 1587–1592) besetzt, die Schule hatte 60 Schüler.29 Auch die Kapelle in Otternhagen, die im Protokoll von 1543 unerwähnt blieb, ist als Teil des Kirchspiels Neustadt verzeichnet. Bei Einführung der Inspektionsordnung im Fsm. Calenberg 1588/89 wurde Neustadt am Rübenberge Sitz eine Superintendentur; der Inhaber der ersten Pfarrstelle war nun gleichzeitig Sup. und übte die Aufsicht über die Gemeinden in den Ämtern Neustadt, Wölpe und Rehburg sowie die Klosterbezirke Loccum und Mariensee aus.

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juni 1961

Kirche, Blick zum Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juni 1961

Nachdem Sup. Johannes Froböse (amt. 1642–1655) gestorben war, bemühte sich das Konsistorium darum, dass der Rat der Stadt sich an der besseren Ausstattung der Pfarr- und Supturstelle beteiligte.30 Da beide Seiten sich nicht einigen konnten, verlegte das Konsistorium die Suptur zunächst nach Mandelsloh und beauftragte 1658, nach dem Tod des dortigen Amtsinhabers, den Wunstorfer Sup. mit der Verwaltung der Insp. Neustadt. Ende 1661 führten neue Verhandlungen zwischen Stadt und Konsistorium schließlich zu einem Ergebnis; P. Georg Jessaeus (amt. 1662–1679) wurde im Juli 1662 als erster Pfarrer und als Superintendent eingeführt. Neben der Knabenschule lässt sich in der zweiten Hälfte des 17. Jh. auch eine Mädchenschule in Neustadt belegen (1683 „Lehrmeisterin“ Ilse Hedewig Rumps beerdigt).31
Das wohl im 15. Jh. gegründete Nicolaistift, ein Armenhaus vor der Stadt für zwölf Arme, war im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden und bezog dann ein Haus in der Stadt. Nach 1662 entstand außerhalb der Stadt ein Neubau.32 Den großen Stadtbrand von 1727 überstand die Liebfrauenkirche weitgehend unbeschädigt; 1787 erhielt sie eine neue Innenausstattung.
In der ersten Hälfte des 18. Jh. lebten zwei jüd. Familien in Neustadt. 1848 war die Zahl der jüd. Einwohner auf gut 50 gestiegen und erreichte 1870 mit 100 ihren höchsten Stand. Die Gemeinde besaß eine Synagoge in der Mittelstraße; zum 1843 eingerichteten Synagogenbezirk zählten auch Basse, Mandelsloh, Rodewald und Wulfelade.33 In der zweiten Hälfte des 19. Jh. entstand auch wieder eine kath. Gemeinde in Neustadt: Besonders nach Gründung der Eisenhütte im Jahr 1856 (abgebrannt 1859) zogen kath. Arbeiterfamilien nach Neustadt.34 Zum Gottesdienst versammelten sie sich zunächst in einem von der Werkleitung zur Verfügung gestellten Raum (1904 Schul- und Pfarrhaus, 1965 Weihe St.-Peter-und-Paul Kirche).35
Zusammen mit dem Vaterländischen Frauenverein richtete die ev. KG Neustadt 1930 einen Kindergarten ein; in den Unterlagen zur Visitation 1938 heißt es: „durch die Einrichtung der NSV ist die kirchliche Mitarbeit ausgeschaltet“.36 Während der NS-Zeit hatten Sup. Wilhelm Stumpenhausen (amt. 1933–1937) und Sup. Richard Haller (amt. 1937–1946) das erste Neustädter Pfarramt inne und P. Heinrich Wilhelm Albert Nebel (amt. 1912–1945) das zweite. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb Sup. Haller rückblickend, er sei 1934 „Bekenntnismässiger Deutscher Christ“ gewesen und seit 1935 „ohne kirchenpolitische Bindung“; 1936 habe die SA ihn seines „Amtes als Führsorgereferent der SA-Reserve wegen Verbreitung christlicher Schriften enthoben“ und 1938 ganz entlassen.37 P. Nebel schrieb, er sei „weder Mitglied der Deutschen Christen noch der Bekenntnisgemeinschaft“ gewesen.38 Zur Neustädter Gemeinde merkte er an, der 1933 neu Neustädter KV habe „grösstenteils aus Parteimitgliedern“ bestanden. Die DC hätten versucht, in Neustadt Fuß zu fassen, der KV habe ihnen jedoch die Nutzung der Liebfrauenkirche verweigert. Die Versammlung, die daraufhin im „Saal einer Gastwirtschaft“ stattfand, sei „nur von wenigen hiesigen Gemeindegliedern besucht“ worden; die spätere Gegenveranstaltung in der Kirche hingegen sei „sehr gut besucht“ gewesen.39 P. Nebel merkte überdies an, insgesamt fünf Pastoren des KK Neustadt seien „Mitglieder beziehungsweise Freunde der Deutschen Christen“ gewesen; sie hätten während der Pfarrkonferenzen „die Juden und das A. T. angegriffen und gefordert […] aus dem Gesangbuche ‚Zion‘, ‚das himmlische Jerusalem‘, ‚Halleluja‘ etc. auszumerzen“. Insgesamt traten gut 180 der Neustädter Gemeindeglieder aus der Kirche aus (von 3.500), überwiegend zwischen 1938 und 1943.40 Die Synagoge wurde während der Reichspogromnacht 1938 verwüstet und Anfang der 1950er Jahre abgerissen; mindestens die Hälfte der 1933 in Neustadt lebenden Juden wurde in Konzentrationslagern ermordet.41
Mit dem Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Zahl der Gemeindeglieder stark an; 1938 lag sie bei 3.350, 1948 bei 5.500. Die Situation in der Gemeinde fasste der Calenberger LSup. Theodor Laasch (amt. 1936–1956) 1948 folgendermaßen zusammen: „Die Flüchtlinge sind kirchlich lebendig (hauptsächlich Schlesier) und stellen 2/3 aller Besucher. In die Gleichgültigkeit der Einheimischen ist leider noch kein sichtbarer Einbruch erzielt.“42 Im Jahr 1954 erhielt die Gemeinde den namen Liebfrauengemeinde. Im gleichen Jahr übernahm sie vom Lkr. Neustadt die Trägerschaft der Schwesternstation43, 1956 eröffnete sie einen ev. Kindergarten. Schon 1948 plante die Gemeinde, das alte Nicolaistift durch ein modernes Altenheim zu ersetzen.44 Das um 1750 errichtete Stiftsgebäude wurde 1964 abgerissen, im Dezember 1975 beschloss der KV, das Stift in eine selbständige kirchliche Stiftung umzuwandeln, die Träger des 1977 eröffneten Altenzentrums St. Nicolaistift übernahm (seit 2013 Teil der Diakonischen Altenhilfe Leine-Mittelweser).
Im Rahmen der Partnerschaft zwischen den Landeskirchen Sachsens und Hannovers baute die Liebfrauengemeinde Kontakte zur sächsischen Kirchgemeinde Oschatz auf.45 Aufgrund des stetigen Wachstums der Gemeinde richtete das LKA Hannover 1962 eine dritte Pfarrstelle ein, die P. Wolfhermann Sprick (amt. 1962–1983) übernahm.46 Die Versorgung der mit Neustadt verbundenen KG Otternhagen zählte seit 1963 zu den Aufgaben des Inhabers der dritten Pfarrstelle; als Otternhagen 1988 eine eigene Pfarrstelle erhielt, endete diese pfarramtliche Verbindung.47 Von 1972 bis 1974 bestand eine vierte Pfarrstelle an der Liebfrauengemeinde, angesiedelt am 1972 eröffneten Gemeindezentrum am Wacholderweg; mit Gründung der zweiten Neustädter Innenstadtgemeinde ging die Pfarrstelle 1974 auf die Johannesgemeinde über. Die Bahnlinie Hannover–Bremen bildet die Grenze zwischen beiden Gemeinden. Nach der Visitation 1975 beschrieb der Hannoveraner LSup. Otto Schnübbe (amt. 1968–1982) das Gemeindeleben in der Liebfrauengemeinde als „reichhaltig ausgebaut“ (Erwachsenenbildung, Frauenarbeit, Altenarbeit), allerdings sei eine Intensivierung der Jugendarbeit nötig.48
Im Jahr 2008 erhielt die Neustädter Liebfrauenkirche das Signet „Verlässlich geöffnete Kirche“. Seit 1. Januar 2009 bildet die Liebfrauengemeinde zusammen mit den KG Johannes, Bordenau, Mardorf, Poggenhagen und Schneeren den „Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Neustadt a. Rbge.“. Die KG vereinbarten auf inhaltlicher, personeller und finanzieller Ebene zusammenzuarbeiten, um ihre gemeindlichen Aufgaben besser erfüllen zu können.49 Bereits 2007 haben die Gemeinden gemeinsam die Michaelisstiftung gegründet, deren Ziel es ist, ein aktives, kirchengemeindliches Leben zu fördern.

Pfarrstellen

I: vorref., seit 1588 verbunden mit der Suptur. der Insp. bzw. des KK Neustadt a. Rbge. – II: 1541 (Kaplanei, Diakonat).50 – III: 1962.51 – IV: 1972–1974 (übergegangen auf neue Johannes-KG Neustadt).52

Umfang

Kernstadt Neustadt a. Rbge. östlich der Bahnlinie Hannover–Bremen und Mecklenhorst (seit 1932).53 Bis 1974 gesamtes Stadtgebiet, dann westlicher Teil zur neuen Johannes-KG Neustadt).54 Bis 1968 auch Moordorf (dann zur neuen KG Poggenhagen).55

Aufsichtsbezirk

Ursprünglich Archidiakonat Mandelsloh der Diözese Minden, seit 1280 Archidiakonat Ahlden der Diözese Minden.56 – Seit 1588 Sitz der Insp. Neustadt am Rübenberge (1924: KK). Zum 1. Januar 2001 fusioniert mit dem KK Wunstorf zum neuen KK Neustadt-Wunstorf, Sitz der Suptur. ist Neustadt.57 – Bei ihrer Gründung 1588/89 umfasste die Insp. Neustadt am Rübenberge das Kloster Mariensee sowie die Gemeinden Hagen, Heemsen, Helstorf, Holtorf, Husum und Steimbke im Amt Wölpe, die Gemeinden Rehburg und Schneeren im Amt Rehburg sowie die Gemeinden Basse, Bordenau, Büren, Dudensen, Mandelsloh, Mariensee, Niedernstöcken, Otternhagen (anfangs KapG der KG Neustadt), Rodewald und Suderbruch im Amt Neustadt am Rübenberge.58 Anfang des 19. Jh. zählten Holtorf, Heemsen und Steimbke zeitweise zur Insp. Nienburg (bis 1813). Mit der Gründung der Insp. Holtorf verkleinerte sich die Insp. Neustadt 1825 um die Gemeinden Hagen, Heemsen, Husum, Rehburg, Schneeren und Steimbke. 1868 kamen Horst, Osterwald und Schloß Ricklingen hinzu (vorher Insp. Seelze), 1869 Hagen und Schneeren (vorher Insp. Holtorf). Etwa gleichzeitig wechselte Suderbruch zur Insp. Schwarmstedt und 1954 Schloß Ricklingen zum KK Wunstorf. In der zweiten Hälfte des 20. Jh. kamen die neuen KG Eilvese (1958), Poggenhagen (1968) und Johannes in Neustadt a. Rbge. (1974) hinzu. Die KG Horst und Osterwald wechselten 1975 zum KK Garbsen, die KG Rodewald 2004 zum KK Nienburg. Seit 2001 ist Neustadt a. Rbge. des neuen KK Neustadt-Wunstorf.59 Mehrere Gemeinden fusionierten im 21. Jh.: KG Büren, St.-Marien-KG Mariensee und KapG Empede zur KG Mariensee (2009)60, Mardorf und Schneeren zur KG Mardorf-Schneeren (2010)61 sowie Groß Munzel und Landringhausen zur KG Munzel-Landringhausen (2016).62

Patronat

Die Gf. von Wölpe, seit 1302 die Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg bzw. der Landesherr (bis 1871). Die zweite Pfarrstelle (Kaplanei bzw. Diakonat) stand ebenfalls unter landesherrlichem Patronat; in der zweiten Hälfte des 16. Jh. erhob der Rat der Stadt wiederholt Anspruch auf das Patronat, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.63

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Kirche, Blick zum Altar, um 1960

Dreischiffiger Bau mit Polygonalapsis, Mischung aus romanischer Basilika und gotischer Hallenkirche, älteste Bauteile 13. Jh., Langhaus erneuert 1500–02. Satteldach über Mittel- und Seitenschiffen, nach Osten abgewalmt. Mauerwerk aus Hau- und Backsteinen; Strebepfeiler an Langhaus und Chor; am Schiff breite, am Chor schmale zweibahnige Spitzbogenfenster mit schlichtem Backsteinmaßwerk; im zweiten Joch von Westen aus spitzbogige Portale nach Süden und Norden, reich ornamentiert, über Südportal drei figürliche Reliefsteine (Petrus, Maria, Christuskopf; an Strebe neben Südportal Bauinschrift: „Anno d[omi]ni m ccccc ii compl[e]t[u]m est p[raese]ns op[us]“ (Im Jahr des Herrn 1502 ist dieses Werk vollendet), darunter Sonnenuhr. Im Innern zweijochiges Schiff, ein Chorjoch und Apsis, sechsjochiges Seitenschiff im Süden, vierjochiges Seitenschiff und anschließende zweijochige Sakristei im Norden; im Westjoch gratloses Gewölbe, ansonsten Kreuzrippengewölbe; spitzbogige Arkaden zwischen Mittel- und Seitenschiffen, getragen von achteckigen Pfeilern, Kapitelle mit Tier- und Menschenköpfen, darüber im Obergaden spitzbogige Fenster; Westempore (Turmhalle); romanische Ausmalungsreste im Westjoch (Dekorationsmalerei mit einigen Fabeltieren) und an der Südwand des Chorjochs (Bischofskopf); Ausmalungsreste wohl aus der Mitte des 17. Jh. im östlichen und im Chorjoch (im Gewölbe die Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos und Obadja jeweils mit Inschrift, an der südlichen Chorwand die Apostel Thomas und Matthäus jeweils mit Inschrift, sich/97 freigelegt). Wohl um 1450 Kirche um Chorjoch und Sakristei erweitert (belegt 1459).64 1500-02 Langhaus erneuert (u. a. Außenmauern erhöht, südliches Seitenschiff um zwei Joche verlängert, Gewölbe teilweise erneuert, Obergadenfenster vermauert, Satteldach über Seitenschiffe abgeschleppt). 1647 Instandsetzung. 1787 Innenausstattung erneuert, Maßwerk aus den Fenstern entfernt. 1834–36 Instandsetzung (u. a. Wände Seitenschiffe erhöht, anderthalb Geschosse der Sakristei abgetragen, neues Dach,). Wohl 1873 Fenster nach unten verlängert und mit Maßwerk versehen. 1928 Neugestaltung Innenraum (u. a. Kanzel verlegt, obere Priechen abgebaut, Obergadenfenster geöffnet Ausmalung im Westjoch freigelegt). 1960 Innenrenovierung (u. a. neue Westempore, Priechen im Chor abgebaut, neues Gestühl). 1979–82 Mauerwerkssanierung. 1988–97 Renovierung.

Fenster

Ornamental gestaltete, farbige Fenster im Chor (1873), in den Bogenfeldern Evangelistenporträts von 1873 (Markus und Matthäus) und 1950 (Lukas und Johannes; angefertigt von Otto Brenneisen, Hannover; die älteren Porträts im April 1945 bei Sprengung der Leinebrücke zerstört). Farbige Fenster in der Sakristei, in den Bogenfeldern Medaillons mit Kelch und Taube. Ornamental gestaltete Fenster im Schiff (1981, Wilhelm Buschulte, Unna).

Turm

Gedrungener Westturm, Unterbau 13. Jh. Verschieferter Turmhelm mit vierseitigem Ansatz und achteckig ausgezogener Spitze, bekrönt mit Kugel, Kreuz und Wetterhahn, Auslegestuhl für Uhrschlagglocken nach Norden. Sockel und Erdgeschoss aus steinsichtigem Hausteinmauerwerk, Glockengeschoss verputzt und mit kleinen, zentralen Dreiecksgiebeln (nach Norden und Osten mit Uhrziffernblättern), je eine größere Schallöffnung nach Norden (rundbogig) und Süden (flachbogig), je zwei kleinere Schallöffnungen nach Osten und Westen. Rundbogiges Portal nach Westen, darüber zwei Rechteckfenster, nach Norden großes Spitzbogenfenster. Turmhalle durch hohen Spitzbogen zum Schiff geöffnet. Turmhelm angeblich im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wiederaufgebaut als Walmdach mit Dachreiter. 1828/29 Gewölbe der Turmhalle abgebrochen, neuer Turmhelm errichtet (Entwurf: Friedrich August Ludwig Hellner, Hannover).65

Ausstattung

Einachsiger, barocker Altar (1787, Johann Friedrich Blasius Ziesenis, Hannover), Kreuzigungsbild (1928, Magnus Zeller) zwischen zwei Säulen auf leicht schräggestellten Postamenten, auf dem Gebälk Pokale oberhalb der Säulen, dazwischen Gottesauge im Strahlenkranz; zwischen den Postamenten holzverkleideter Altar, seitlich des Altars Scherwände mit rundbogigen Durchgängen; bis 1928 Kanzelaltar, dann Kanzel ausgebaut und durch Gemälde ersetzt. – Hohe Kanzel am nordwestlichen Chorpfeiler, polygoner Kanzelkorb (1787) mit modernem Fuß, bis 1928 Teil des Kanzelaltars, dann am südwestlichen Chorpfeiler, 1960 an nordwestlichen versetzt. – Reich verzierte, balusterförmige Taufe (1787, Johann Friedrich Blasius Ziesenis, Hannover), drei volutenförmige Füße, geschnitztes Lamm als Bekrönung des Taufedeckel; 1928 auf dem Dachboden gefunden und restauriert. – Lesepult (1787, Johann Friedrich Blasius Ziesenis, Hannover), 1834 verändert. – Mehrere moderne Skulpturen. – Außen: Epitaph Ludolph von Campen (Ende 16. Jh.), oberer Teil jünger (Allianzwappen 1687). – Außen: Grabstein des Iobst Meineking und seiner Ehefrauen Maria Gölners († 1626), Anna Ties († 1645) und Anna Papen († 1670), Sterbejahr und Alter Meinekings leer gelassen. – Außen: Kindergrabstein Philipp Winter († 1683). – Außen: Kindergrabstein Hinrich Meyer († 1745).

Kirche, Blick zur Westempore, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juni 1961

Kirche, Blick zur Westempore, Foto: Ernst Witt, Hannover, Juni 1961

Orgel

1489 Orgel vorhanden, 1526 durch neue Orgel ersetzt.66 1695 Kollekte für neue Orgel.67 1734 „ein kleine Orgel“ vorhanden.68 Neue Orgel 1834. Neubau des Orgelwerks 1873, ausgeführt von Friedrich Becker (Hannover), alter Prospekt beibehalten, Zustand 1944/45: 20 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.69 1947 und 1951 Dispositionsänderungen, ausgeführt von Firma Emil Hammer (Hannover), Zustand 1952: 22 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen.70 1964/65 Orgelneubau, ausgeführt von Emil Hammer Orgelbau (Hemmingen), 34 III/P (RP, HW, BW), mechanische Traktur, Schleifladen, Prospekt entworfen von Heinz Wolff. 2011 Neuintonation, Jörg Bente (Helsinghausen).

Geläut

Drei LG, I: dʼ (Bronze, Gj. 1647, Ludolf Siegfriedt, Hannover), Inschriften: „Lasset vns anbeten vnd niederfallen fvr dem Hern der vns gemacht hat“, „Eccl. minis M. Johannes Frobosenivs, Super. Ehr Balthasar Pape, Consvl. Hans Garbers Hinrich Ties, Camera. Iobst Meinering, Wvlf Mollenhawer Iurgen Fromeling, Diacon Hans Stoter, Lvdolf Winter“ und „Ludolff Siegfriedt hat mich in Hannover gegossen Anno 1647. Nicht vns Herr nicht vns sondern deinem Namen gib Ehre. Deine Gnade vnd Warheit. Psalm 115“; II: fʼ (Bronze, Gj. 1677, Nikolaus Greve, Hannover), Inschriften: „Verbum Domini manet in aternum“ (Das Wort des Herrn bleibet in Ewigkeit), „S. Michael“, „Hermann Grale, Diderich Kichelman, Kirchenprofisores, M. Georgius Iessaeus Superintendens, Balthasar Pape Capellan, B. Iohann Friderys Ludewig B. Ludeke Gronow C. Andreas Heine Pape“ und „Im Jahr 1677 den 6. October gos mich Nicolaus Greue in Hannouer“; III: gʼ (Bronze, Gj. 1982, Karlsruher Glockengießerei). Zwei SG, I: dʼʼ, Brakteatabdrücke, Inschrift wohl „Mri cm un .. unru (?) Herrn“ (vielleicht: „Mori cum unigenito filio dei unserem Herrn“, Sterben mit dem eingeborenen Sohn Gottes, unserm Herrn); II: eʼʼ (beide Bronze, Gj. 14. Jh.). – Früherer Bestand: 1458 zwei LG vorhanden.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus und Superintendentur (Bj. 1770, Fachwerkbau auf massivem Sockel). – Gemeindehaus (Bj. 1993, Architekt Dieter Lippitz, Bad Salzdetfurth), baulich verbunden mit dem Küsterhaus (Bj. 18. Jh.). – Altes Gemeindehaus Marktstraße (Bj. 1820, vor Kauf durch KG Gasthaus, Anfang der 1990er Jahre verkauft). – Pfarrhaus Lindenstraße (Bj. 1906). – Pfarrhaus Großer Weg (Bj. 1963). – Kindergarten (Bj. 1956).

Friedhof

Ursprünglich kirchlicher Friedhof rund um die Kirche, genutzt bis Ende des 18. Jh. Friedhof beim Nicolaistift, nachweisbar im 17. und 18. Jh.71 Alter kirchlicher Friedhof an der Nienburger Straße nordwestlich des Stadtkerns, etwa bis Mitte des 20. Jh. genutzt. Neuer kirchlicher Friedhof an der Lindenstraße, FKap (Bj. 1953), Kleinorgel erbaut 1960 von Emil Hammer (Hemmingen), 4 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1480);72 eine LG, cis’’’ (Bronze, Gj. wohl 19. Jh., Firma Dreyer, Linden/Hannover). Kommunaler Friedhof Lüningsburg im Süden der Stadt, genutzt seit 1976.

Liste der Pastoren (bis 1940)

1. Pfarrstelle. Vor 1543–1551 (1548 ?) Johann Heitmoller. – 1551–1575 Magister Friedrich Dedekind. – 1575–1581 Magister Henricus Garberus (Garber). – 1581–1590 Joachim Koltmann. – 1591–1601 Magister Moritz Goßler. – 1601–1642 Ludolf Weideburg (Widenborgk). – 1642–1653 Magister Johannes Froböse (Frobosenius). – 1655–1659 Erich Hanebuth. – 1659–1661 Magister Andreas Rudolphi. – 1662–1679 Magister Georg Jessaeus. – 1680–1696 Magister Johann Georg (Gerhard) Wagemann. – 1697–1707 Magister Johannes Arstenius. – 1709–1712 Laurentius Andreae. – 1713–1714 Johann Martin Erythropel. – 1714–1721 Georg Lyserius. – 1722–1738 Johann Justus Förster. – 1738–1754 Philipp Ludwig Wöldeke. – 1755–1756 Johann Heinrich Wahrendorf. – 1756–1773 Johann Friedrich Berckelmann. – 1774–1777 Magister Dr. phil. Ludwig Wilhelm Ballhorn. – 1778–1784 Werner Georg Ludwig Drönewolf. – 1784–1805 Dr. Johann Friedrich Gottlieb Grupen. – 1805–1841 Johann Philipp Ludwig Baldenius. – 1842–1865 Karl Friedrich Christian Parisius. – 1866–1873 Ludwig August Christian Mirow. – 1873–1881 Karl Heinrich Wilhelm Schünhoff. – 1882–1890 Karl Georg Anton Danckwerts. – 1890–1899 Friedrich Wilhelm Ferdinand Bunnemann. – 1900–1903 Georg Heinrich Eduard Hermann Stölting. – 1903–1923 Johannes Friedrich Einstmann. – 1926–1937 Heinrich Friedrich Wilhelm Stumpenhausen. – 1937–1946 Hermann Paul Richard Friedrich Haller.
2. Pfarrstelle (Kaplanei). Der Inhaber der 2. Pfarrstelle ist zugleich Pastor von Otternhagen, früher filia, seit 1712 m. c. von Neustadt. – 1543 Antonius … – 1551–1556 (?) Christoph Brandes. – 1560–1563 Jürgen Lamperti. – 1563–1574 Heinrich Rißmann. – 1574–1576 Sebastian Lütke (Lütkens). Bis 1586 Johannes von der Wiß. – 1587–1592 Ludolf Weide(n)burg (Wideburg). – 1593–1600 Heinrich Hermanni. – 1601–1625 Petrus Coltmann. – 1626–1627 Erich Großkopf. – 1628–1632 Johannes Kuchins. – 1632–1678 Balthasar Pape. – 1679–1694 Johann Ludolf Grote. – 1695–1705 Johann Joachim Wistel. – 1706–1712 Johann Friedrich Boden. – 1713–1720 Johann Heinrich Thilo. – 1720–1728 Justus Gerhard Eiken. – 1728–1735 von S. Förster in N. versehen. – 1735–1745 Johann Georg Soltenborn. – 1745–1756 Peter Johann Bollmann. – 1756–1767 Konrad August Lampe. – 1767–1776 Heinrich David Wiggers. – 1776– 1787 Johann Dietrich Lunde. – 1787–1802 Ernst Ludwig Kirchner. – 1802–1809 Georg Friedrich Wilhelm Kranold. – 1809–1819 Friedrich Philipp Bergmann. – 1819–1829 Carl Emil Schrage. – 1829–1838 Karl Friedrich Wilhelm Reinicke. – 1838–1846 Ludwig Eneccerus. – 1846–1866 Heinrich Friedrich Ernst Fromme. – 1866–1874 Johann Konrad Eduard Denkert. – 1874–1880 Karl Christian Adolf Bense. – 1880–1883 Urban Julius Hugo Sixtus Emanuel Flemming. – 1884–1889 Georg Gottfried Louis Trumpf. – 1889–1897 Emil Louis Rudolf Bruns. – 1898–1912 Ernst Charles Wilhelm Henry Borchers. – 1912–1945 Heinrich Wilhelm Albert Nebel.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 190–191 und III, S. 33

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 8401–8465 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 5988–6003 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 313 (CB); A 9 Nr. 1680–1684 (Visitationen); E 5 Nr. 782 (Konsistorialbaumeister); L 5a Nr. 285, 1309, 1311 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 2 Witt Nr. 04, 14 (Fotosammlung); S 09 rep Nr. 1767 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7434 (Findbuch PfA).

Literatur & Links

A: 400 Jahre KK Neustadt, S. 70–76; Gemeindebuch KK Neustadt a. Rbge., S. 5–9; Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf, S. 23; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 976–977; Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 319–338; Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 129–151; II, Abb. 281–303; Meyer, Pastoren II, S. 190–191; Paravicini, Residenzen I,2, S. 415–416.
B: Dieter Barby: Chronik der Kirche und der Kirchengemeinde Neustadt am Rübenberge, 4 Bde., 2006–2007 [Selbstverlag];73 Dieter Barby: Die Geschichte des Stiftes St. Nicolai zu Neustadt am Rübenberge, 1998 [Selbstverlag];74 Hubert Brieden, Heidi Dettinger & Marion Hirschfeld: Das andere Neustadt. Ein Spaziergang durch die vergessene Geschichte, Neustadt 1997; Eberhard Doll: Liebfrauenkirche in Neustadt a. Rbge. Der Klerus vor der Reformation und die ev.-luth. Pastoren bis 1679. Eine personengeschichtliche Studie, Bramsche 2003; Eberhard Doll: Der Theologe und Schriftsteller Friedrich Dedekind (1524/25–1598). Eine Biographie, mit einem Beitrag von Britta-Juliane Kruse zu Dedekinds geistlichen Spielen und der Erstedition der „Hochzeit zu Cana in Galilea“ (= Wolfenbütteler Forschungen 145), Wiesbaden 2018; Hans Pupke: Die Landesherren der Stadt Neustadt am Rübenberge, Neustadt am Rübenberge 1995; Ulfrid Müller: Neustadt am Rübenberge. Ev.-luth. Liebfrauenkirche (= Kleine Kunstführer 2341), Regensburg 1998; Hans Reuter: Ungedruckte Urkunden der Kirche in Neustadt am Rübenberge, in: Zeitschrift des historischen Vereins von Niedersachsen 66 (1901), S. 12–33 [Digitalisat]; Wilhelm Winkel: Geschichte der Stadt Neustadt a. Rbge., Neustadt am Rübenberge 1966.

Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche, Nordportal, Südportal, Arkadenpfeiler, Taufe, Schlagglocke, Sonnenuhr, Nikolaistift

GND

4534836-4
Liebfrauenkirche Neustadt (Rübenberg)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 195; Doll, Liebfrauenkirche, S. 19 f. Auf dem Merianstich von etwa 1654 steht „S. Peters Kirche“, Merian, Topographia Braunschweig und Lüneburg, Tafel 93a [Digitalisat], zum angeblichen Petruspatrozinium vgl. Doll, Liebfrauenkirche, S. 21, Anm. 19.
  2. Cal. UB V, Mariensee, Nr. 7; Fesche/Boetticher, Urkunden Neustädter Land I, Nr. 27. Vgl. ebd., Anm. 108 zur Datierung: „Da im Bistum Minden der jahresbeginn nach dem Weihnachtstermin (25. Dezember) gerechnet wurde, ist die Jahreszählung gegenüber dem Urkundentext um ein Jahr zurückzusetzen“, also 1214 anstatt 1215.
  3. Cal. UB I, Barsinghausen, Nr. 116
  4. Sudendorf, UB I, Nr. 329. Die Identifizierung des 1221 erstmals genannten Nova Domus ist „nicht unumstritten, aber wahrscheinlich“, Paravicini, Residenzen I,2, S. 415.
  5. Winkel, S. 134; siehe auch ebd., S. 185 f.
  6. Cal. UB V, Mariensee, Nr. 54.
  7. UB Verden I, Nr. 286. Bei Winkel, S. 54, und Müller, S. 4, ist als Erstbeleg für Reinardus 1191 angegeben, wohl da die falsche Jahresangabe bei Holscher, Bisthum Minden, S. 246, von „1119–1221“ zu „1191–1221“ korrigiert wurde anstatt zu „1219–1221“. Für eine Übersicht der vorref. Geistlichen in Neustadt vgl. Doll, Liebfrauenkirche, S. 123 ff.
  8. UB Loccum, Nr. 67; UB Barsinghausen, Nr. 42; Cal. UB VII, Wennigsen, Nr. 48.
  9. Doll, Liebfrauenkirche, S. 71 ff.
  10. Fesche/Boetticher, Urkunden Neustädter Land I, Nr. 134.
  11. Würtdwein, Nova subsidia IX, Nr. 50, Cal. UB VI, Marienwerder, Nr. 93.
  12. NLA HA Cal. Or. 100 Mariensee Nr. 168, 22.04.2021; Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 115.
  13. Doll, Liebfrauenkirche, S. 133.
  14. Winkel, S. 297.
  15. Doll, Liebfrauenkirche, S. 22 und 49 ff.
  16. Reuter, Nr. 6; Doll, Liebfrauenkirche, S. 129.
  17. RG Online, RG IV 08958, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/8958, 22.04.2021; Doll, Liebfrauenkirche, S. 132.
  18. RG Online, RG V 02970, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/5/2970, 22.04.2021; Doll, Liebfrauenkirche, S. 142 f.
  19. NLA HA Cal. Or. 100 Mariensee Nr. 228/1, 22.04.2021; Reuter, Nr. 20; Doll, Liebfrauenkirche, S. 129 f. (dort weitere Belege).
  20. Doll, Liebfrauenkirche, S. 37 ff. In Klammern jeweils das Jahr des Erstbelegs.
  21. Doll, Liebfrauenkirche, S. 56.
  22. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
  23. Doll, Liebfrauenkirche, S. 81 ff.
  24. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 316 f. Die folgenden Zitate ebd. Bei der ersten Synode er Calenberger Pfarrer (Pattensen 1544) zählte P. Heitmüller zum sechsköpfigen Präsidium, Doll, Liebfrauenkirche, S. 164.
  25. Doll, Liebfrauenkirche, S. 95 f. und 149 ff.; Kayser, Kirchenvisitationen, S. 317 f.
  26. Zur Schule vgl. Doll, Liebfrauenkirche, S. 115 ff.
  27. Doll, Liebfrauenkirche, S. 99 f. und 93, Anm. 281. Friedrich Dedekind ist der Verfasser des Grobianus (1549), der 1551 unter dem Titel „Grobianus. Von groben Sitten und unhöflichen Gebärden“ auch auf Deutsch erschien; ausführlich zu Dedekind: Doll, Dedekind; knapp: Flemming, Willi, „Dedekind, Friedrich“ in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 551 f. [Online-Version].
  28. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  29. Kayser, General-Kirchenvisitation II, S. 51 f. Ausführlicher: Doll, Liebfrauenkirche, S. 178 ff.
  30. Zum Folgenden: Doll, Liebfrauenkirche, S. 111 ff.; 400 Jahre KK Neustadt, S. 31 ff.
  31. Doll, Liebfrauenkirche, S. 120.
  32. Doll, Liebfrauenkirche, S. 49; Winkel, S. 299.
  33. Insgesamt: Obenaus, Handbuch II, S. 1091 ff.; Winkel, S. 291.
  34. Winkel, S. 291 und 369.
  35. Winkel, S. 291. Die Zahl der kath. Einwohner Neustadts lag 1938 bei 180, 1948 bei 1.700, LkAH, L 5a Nr. 285 (Visitationen 1938 und 1948).
  36. LkAH, L 5a Nr. 285 (Visitation 1938); 400 Jahre KK Neustadt, S. 72.
  37. LkAH, S 1 H III Nr. 115, Bl. 22r; allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  38. LkAH, S 1 H III Nr. 115, Bl. 35r.
  39. LkAH, S 1 H III Nr. 115, Bl. 27. Dort auch das folgende Zitat.
  40. LkAH, S 1 H III Nr. 115, Bl. 22v.
  41. Obenaus, Handbuch, S. 1097.
  42. LkAH, L 5a Nr. 285 (Visitation 1948).
  43. LkAH, L 5a Nr. 285 (Visitation 1955).
  44. LkAH, L 5a Nr. 285 (Visitation 1948).
  45. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  46. KABl. 1962, S. 6.
  47. KABl. 1988, S. 15.
  48. LkAH, L 5d, unverz., Liebfrauen/Neustadt a. Rbge., Visitation 1975.
  49. KABl. 2009, S. 40 ff.
  50. Doll, Liebfrauenkirche, S. 95 f. und 149 ff.
  51. KABl. 1962, S. 6.
  52. KABl. 1972, S. 6; KABl. 1974, S. 251 f.
  53. KABl. 1932, S. 133.
  54. KABl. 1974, S. 251 f.
  55. KABl. 1968, S. 2.
  56. Holscher, Bisthum Minden, S. 245 ff.; Doll, Liebfrauenkirche, S. 22.
  57. KABl. 2001, S. 140 f.
  58. KapG sind nicht gesondert aufgeführt.
  59. KABl. 2001, S. 140 f.
  60. KABl. 2008, S. 263 f.
  61. KABl. 2010, S. 160 f.
  62. KABl. 2015, S. 149 ff.
  63. Doll, Liebfrauenkirche, S. 95 ff.
  64. Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 324. Vgl. auch den Grundriss mit Bauphasen bei Müller, S. 19. Zur Baugeschichte ebd., S. 4 ff.
  65. Winkel, S. 286 ff.
  66. Gemeindebuch KK Neustadt a. Rbge., S. 9.
  67. Müller, S. 4.
  68. LkAH, A 8 Nr. 313, Bl. 176.
  69. LkAH, B 2 G 9/Neustadt (KK Neustadt a. Rbge) Bd. I, Bl. 9 (mit Disposition).
  70. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 467, Bl. 4.
  71. Doll, Liebfrauenkirche, S. 49.
  72. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 166.
  73. ARH BIB 080 neust 129 01, ARH BIB 080 neust 129 02, ARH BIB 080 neust 129 03, ARH BIB 080 neust 129 04, 28.04.2021.
  74. ARH BIB 080 neust 028, 28.04.2021.