Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheimer Land-Alfeld, Amtsbereich Alfeld | Patrozinium: Franziskus (seit 1985) | KO: Braunschweigische KO von 1709

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Orts- und Kirchengeschichte

Der westlich von Alfeld gelegene Ort entstand möglicherweise Anfang des 13. Jh. als Schutzsiedlung von im Hils tätigen Köhlern. Die erste Niederlassung war südöstlich der heutigen Ortslage und wurde vielleicht in der ersten Hälfte des 15. Jh. nach einer Pestepidemie an den jetzigen Standort verlegt. Um 1400 wird Coppengrave im Güterverzeichnis der Herrschaft Homburg als Kobbengraff erstmals erwähnt. Es gehörte zur homburgischen Vogtei Hohenbüchen, die nach dem Erlöschen der Homburger im Mannesstamm 1409 an die Welfen fiel und der Witwe des letzten Gf. als Leibzucht überwiesen wurde. 1426 wurde die Vogtei an den Bf. von Hildesheim verpfändet, kam dann bis 1458 als Lehen an die von Rauschenplat, 1462 mit dem Amt Hohenbüchen als welfisches Lehen an die Herren von Wrisberg in Brunkensen.1 Brunkensen und Coppengrave wurden zu einer Grundherrschaft verbunden. Die Oberlehnsherrschaft war zwischen den Hzg. in Celle und Wolfenbüttel strittig. Heinrich der Jüngere zog Coppengrave 1521 ganz an sich, wogegen die von Wrisberg als Inhaber des Lehens protestierten. 1713 wurde ihnen der Ort mit Ober- und Untergericht zurückerstattet. Nach dem Niedergang der Köhlerei blühte im 17. und 18. Jh. das Töpfergewerbe im Dorf.
Über die vorref. Zeit liegen in kirchlicher Beziehung keine Angaben vor. Von 1589 bis 1630 oder 1646 war Coppengrave mit Duingen verbunden oder dorthin eingepfarrt. Die Einwohner sollen jedenfalls noch 1645 nach Duingen zur Kirche gegangen sein. Wohl ab 1646 war Coppengrave nach Hohenbüchen, 1718 nach Brunkensen eingepfarrt. Der Patron der Kirche in Brunkensen, Gf. von Goertz-Wrisberg, war bis zur Ablösung 1909 zu Zahlungen für Abendmahlswein und Oblaten sowie die Anfertigung der Altarkerzen verpflichtet.
Um 1550 wird erstmals eine Kapelle genannt, die 1701 durch einen Fachwerkneubau, 1909/10 durch das heutige neuromanische KGb ersetzt wurde. Die KapG wurde erst zum 1. Juli 1977 in eine KG umgewandelt2 und mit der KG Brunkensen (ab 1. Juni 1996 mit der KG Duingen3) pfarramtlich verbunden. Zum 75jährigen Bestehen erhielt die Kirche 1985 den Namen St. Franziskus.

Umfang

Ursprünglich nur die Ortschaft Coppengrave Mit dem 1. Januar 2014 wurde die KapG Ith-Weenzer Bruch (mit Kapellen in Capellenhagen, Fölziehausen und Weenzen) aus der KG Wallensen in die KG Coppengrave umgegliedert.4

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Alfeld der Diözese Hildesheim. – Mit Gründung der KG zum KK Alfeld (seit 1. Januar 2011 KK Alfeld-Hildesheimer Land, Amtsbereich Alfeld).

Kirchenbau

Romanisierender Massivbau in Nord-Süd-Ausrichtung nach Entwurf des Geheimen Oberbaurats Hans Pfeifer (Einweihung 18. September 1910). Äußere Verkleidung aus Thüster Kalkstein. Ziegeldach. Ausmalung im Innern durch den Hofmaler Adolf Quensen (Braunschweig). 1969/70 renoviert.

Turm

Turm vor der Südwestecke des Kirchenschiffs, mit rundbogigen Schalluken. Satteldach.

Ausstattung

Altar, Kanzel und Taufe aus französischem Sandstein stammen aus der Erbauungszeit der Kirche. Den Altaraufsatz bildet ein auf einer Säule aufgesetztes Kruzifix. – Taufstein pokalförmig mit runder Kuppa auf einem gestuften quadratischen Sockel. – Noch 1907 lagerte auf dem Boden der Kirche ein beschädigter Taufengel. Verbleib unklar.

Orgel

1910 Neubau durch Firma Faber & Greve (Salzhemmendorf), I/P, 3 Grundregister und 6 Transmissionen, pneumatische Traktur, Taschenladen. 1992 Neubau des Werks hinter dem historischen Prospekt durch Rudolf Janke (Bovenden), 6 I/P.

Geläut

Eine LG in g’ (Bronze, Gj. 1878, J. J. Radler, Hildesheim5). – Eine SG in h’’ (Bronze, Gj. um 1900).

Friedhof

Am südlichen Ortsrand (Hilsstraße). Der Friedhof steht teilweise in Eigentum der KG, teilweise dem der politischen Gemeinde und wird durch die KG verwaltet. FKap (Bj. 1966, erbaut durch die politische Gemeinde, später ins Eigentum der KG übertragen).

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 8 (CB); D 43 (EphA Alfeld).

Literatur

A: Steinacker, BKD Kr. Holzminden, S. 256 f.; Kleinau, Ortsverzeichnis Land Braunschweig I, S. 131.


Fußnoten

  1. Hartmann, Regesten I, Nr. 67.
  2. KABl. 1977, S. 108.
  3. KABl. 1996, S. 124 f.
  4. KABl. 2014, S. 68.
  5. Drömann, Glocken Lkr. Hildesheim, S. 98.