Frühere Gemeinde | KapG der KG Wallensen | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Hildesheimer Land-Alfeld, Amtsbereich Elze | Patrozinium: Johannes der Täufer (seit 1961)1 | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Ortschaft (seit 1974 Ortsteil des Fleckens Duingen) an der alten Heerstraße von Hildesheim nach Paderborn am Osthang des Ith, 1409 als Folcringehusen2, nach anderen Angaben erst 1535 als Falszhusen genannt. Das im ehemaligen calenbergischen Amt Lauenstein gelegene Dorf war Besitz der Herren von Dudingen (Duingen) und fiel nach deren Aussterben an die in Wickensen und Behrensen begüterten von Halle (vor 1549), 1625 an die von Adelebsen, dann an die von Cramm. 1685 wurde es durch den Schatzrat Strube erworben.
Über eine eigene Kapelle verfügte der Ort wohl schon in vorref. Zeit. 1585 wird Fölziehausen als Filial von Wallensen erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt es eine eigene Schule (bis 1965). Das Schulhaus ist ab 1671 nachweisbar. Ein KapGb besaß die Gemeinde in den 1720er Jahren nicht mehr. GD (nur zweimal jährlich), Betstunden und Katechismuslehre fanden im Schulhaus statt. Gegen das Votum der Gemeinde, die sich für den Bau eines neuen Schulhauses mit Betstube einsetzte, setzte der Wallenser P. Johann Heinrich Grupen 1731/32 den Bau einer neuen Kapelle durch (1769 um einen Turm ergänzt; die Kapelle 1820, der Turm 1892 erneuert).
Seit 1929 gab es Pläne für eine grundlegende Renovierung, die durch Wirtschaftskrise, NS-Zeit und Krieg verhindert wurde. Erst 1961 wurde das abgängige KapGb durch einen Neubau auf den alten Grundmauern ersetzt (Einweihung 17. Dezember 1961).
Am 1. Januar 2008 wurde die KapG mit den KapG Capellenhagen und Weenzen zur Ev.-luth. KapG Ith-Weenzer Bruch in Duingen zusammengefasst.3

Kapellenbau

Schlichter Putzbau auf Feldsteinsockel (1961), innen durch eine gewölbte Holzdecke geschlossen.

Fenster

Rundes Altarfenster mit Lamm-Gottes-Darstellung.

Turm

Im Westen ein vierseitiger Dachreiter mit kupfergedecktem Pyramidendach.

Ausstattung

Gemauerter Tischaltar und freistehende Kanzel aus Thüster Sandstein (1961). – Taufstein (1969). – Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Orgel

1892/93 Beschaffung eines Harmoniums (Estey-Orgel).

Geläut

Eine LG in a’ (Bronze, Gj. 1706, Eggert Christoph Becker, Hildesheim).4

Friedhof

Nordwestlich vor dem Dorf, 1888 angelegt; war 1965 noch Eigentum der KapG, wurde aber von der politischen Gemeinde verwaltet.

Landeskirchliches Archiv Hannover

D 89 c (KapA Fölziehausen).

Literatur

A: Graff, Geschichte Kr. Alfeld, S. 256-260; Kiecker/Graff, KD Kr. Alfeld, S. 140-142.
B: August Berner: Fölziehausen. Geschichte und Begebenheiten aus 5 Jahrhunderten, [Wallensen 1978].


Fußnoten

  1. LkAH, B 2 G 1/Fölziehausen.
  2. UB Hameln II, Nr. 11.
  3. KABl. 2007, S. 249.
  4. Drömann, Glocken Lkr. Hildesheim, S. 80.