Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen | Patrozinium: Martin1 | KO: Calenberger KO von 1569
Orts- und Kirchengeschichte
Schriftlich ist der Ort erstmals in einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1162 als Roringe belegt (abschriftlich überliefert).2 Territorial zählte das Dorf seit der Dreiteilung des welfischen Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel um 1291 zum neuen Teilfsm. Göttingen.3 Im Jahr 1380 kaufte die Stadt Göttingen das Dorf Roringen einschließlich der Niedergerichtsbarkeit („mit gherichte ane halsgherichte“) dem welfischen Hzg. Otto dem Quaden († 1394) ab („Stadtdorf“, Vogteigericht Göttingen).4 Die Hochgerichtsbarkeit lag vermutlich beim Gericht auf dem Leineberg, seit der zweiten Hälfte des 17. Jh. nachweislich beim Amt Harste. Eine frühe, eher stilisierte Ortsansicht ist auf einer Karte aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. überliefert (um 1570, Roringen).5 In französischer Zeit gehörte Roringen von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Grone, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Seit 1815 zählte das Stadtdorf, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Vogteigericht Göttingen und kam bei dessen Auflösung 1831 zum Gericht Leineberg bzw. Amt Göttingen. Ab 1848 war Roringen eine eigenständige Gemeinde. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Roringen 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen (neugebildet 1973 und 2016). 1973 wurde Roringen nach Göttingen eingemeindet. Zur Sozialstruktur der Gemeinde schrieb der Ortspfarrer 1967: „Etwa 25 % der Haushaltungen sind selbständige Landwirtschaften, etwa 75 % auf Verdienst als Arbeiter und Angestellte in Göttingen angewiesen.“6 Um 1810 lebten gut 240 Menschen in Roringen, 1939 etwa 300, 1993 gut 1.170 und 2023 knapp 1.000.
Ältestes Zeugnis der Kirchengeschichte Roringens ist der Kirchturm, der im Kern aus mittelalterlicher Zeit stammt. Schriftlich belegt ist die Kirche im Jahr 1254: Hzg. Albrecht I. zu Braunschweig-Lüneburg († 1279) übergab die ecclesiam in Roringen dem Kloster Pöhlde und erhielt dafür das Patronat über die Göttinger Kirche St. Albani.7 Der Name eines Geistlichen ist aus dem Jahr 1351 überliefert: Die Zeugenliste einer Urkunde nennt Henricus plebanus in Roringen.8 1416 waren Hans Wever und Kirchenälteste in Roringen (alderlude).9 Gleichzeitig ist in den Göttinger Vogtherrenbüchern das Patrozinium St. Martin schriftlich nachgewiesen.10 Mit Johann ist 1424 der Name eines weiteren vorref. Geistlichen belegt.11
Einzelheiten zur Reformation in Roringen sind nicht bekannt. Als Göttinger Stadtdorf wechselte der Ort vielleicht im Dezember 1529 zur luth. Lehre. Im März 1530 trat die Christlike ordeninge der stadt Gottinge in Kraft, die anscheinend auch in den Stadtdörfern galt.12 Der letzte in vorref. Zeit eingesetzte Pfarrer Roringens starb zwischen 1530 und 1540. Da der Grubenhagener Landesherr Hzg. Philipp I. zu Braunschweig-Lüneburg († 1551) um 1533 Besitz und Rechte des Klosters Pöhlde eingezogen hatte, wandte die Stadt Göttingen sich an ihn und bat darum, Peter Ripenhusen mit der Pfarre Roringen zu belehnen.13 Lückenlos bekannt ist die Reihe der Roringer Pastoren erst ab P. Georg Underberg (amt. 1570–1603), der das Pfarramt zunächst anscheinend nicht selbst ausübte, sondern sich vertreten ließ.14
P. Andreas Variscus (amt. 1606–1623) erreichte 1613, dass er zusätzlich zu Roringen das Pfarramt in Herberhausen übernehmen durfte.15 Das Konsistorium Wolfenbüttel schrieb, es habe „aus erheblichen Ursachen und mitt bewilligung der Gemein zu Herberhausen die Pfahr daselbst der Pfahr zu Roringen annectiret und dem ietzigen Pastorn daselbst zu Roringen Ehrn Andreae Varisco“ übertragen.16 P. Varisco besserte so seine Einkünfte auf und konnte gleichzeitig in ein gerade renoviertes Pfarrhaus umziehen. Nach seinem Tod erhielten beide Dörfer kurzzeitig wieder ihren je eigenen Pastor. Beide Pastoren verließen ihre Pfarrstellen jedoch 1626, vermutlich wegen der Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648; 1626 nahmen kaiserliche Truppen die Stadt Göttingen ein).17 Herberhausen blieb danach vakant und ab 1631 versah P. Christian Meyer (amt. 1628–1669) erneut beide Pfarrämter. Roringen und Herberhausen sind seither als mater combinata verbunden.
Eine Grund- und Aufrisszeichnung aus dem Jahr 1743 zeigt den in mittelalterlicher Zeit erbauten Vorgängerbau der heutigen Kirche in Roringen.18 In die Amtszeit von P. Friedrich Andreas Apel (amt. 1744–1761) fiel der Neubau der Roringer Kirche. Der schlichte Saalbau ist etwas breiter und dreieinhalb Meter länger als die Vorgängerkirche.
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Heinrich Witthaus (amt. 1896–1934), P. Walther Mügge (amt. 1936–1939) und P. Hans-Heinrich Harald Harms (amt. 1943–1950, 1943–1945 im Kriegsdienst) das verbundene Pfarramt Roringen-Herberhausen inne. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb P. Harms, er selbst und P. Witthaus seien keine Mitglieder der NSDAP gewesen. Kirchenpolitisch habe P. Witthaus vermutlich zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft gehört, er selbst sei Mitglied der jungreformatorischen Bewegung und später der Bekennenden Kirche gewesen. P. Mügge sei „persönlicher Umstände halber nicht in der Lage“ gewesen, die entsprechenden Angaben zu machen.19 Alle Mitglieder des 1933 neugewählten KV, einschließlich des Göttinger Patronatsvertreters, gehörten der NSDAP an. Sie hätten „dem Niedergang des kirchl[ichen] Lebens in den 12 Jahren keinen Einhalt geboten, obgleich sie selbst sich mit ‚passiver Treue‘ zur Kirche gehalten haben, wenn auch nicht ohne gelegentliche Ermahnung seitens des Pfarramts“.20
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Roringen von gut 300 im Jahr 1939 auf fast 450 im Jahr 1947 an (Herberhausen: 510 und 870).21 Sonntagsgottesdienste fanden im Wechsel mit Herberhausen alle zwei Wochen statt. Nachdem P. Johannes Schiller (amt. 1953–1984, gleichzeitig Militärgeistlicher in Göttingen) das Pfarramt im Oktober 1953 übernommen hatte, hielt er sonntäglich in beiden Dörfern Gottesdienst.
Seit etwa Mitte der 1960er Jahre plante die KG Roringen, einen ev. Kindergarten einzurichten.22 Erst 1993 konnte sie das Vorhaben verwirklichen und übernahm die Trägerschaft der von der Stadt Göttingen erbauten Kita Roringen. Am 7. November 1999 brannte der Roringer Kirchturm aus. Das Feuer zerstörte die Orgel und richtete große Schäden an Dach und Innenraum der Kirche an. Nach einer umfangreichen Sanierung und Wiederherstellung weihte die Gemeinde ihre erneuerte Kirche am 13. Mai 2001 wieder ein. Während der Bauzeit hatte sich die Gemeinde zum sonntäglichen Gottesdienst im Dorfgemeinschaftshaus versammelt.
Zusammen mit den KG Christophorus Göttingen, Herberhausen, Nikolausberg und Weende gründete die KG St.-Martin-Roringen 2009 eine regionale Arbeitsgemeinschaft („5 KiNo“, u. a. jährliches Regionsfest, gemeinsamer Konfirmandenunterricht und Konfi-Camp, regionaler, ökumenischer Himmelfahrtsgottesdienst, Sommerkirche). 2012 gehörte die KG Roringen zu den Mitgründerinnen des „Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Göttingen-Nordost“ (2013 erweitert und umbenannt in „Göttingen-Nord-Süd“, 2026 aufgegangen im „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Göttingen-Münden“); der Verband übernahm die Trägerschaft des ev. Kindergartens in Roringen.23 2024 zählten gut 370 Menschen zur St.-Martins-KG Roringen. Seit 2025 ist sie Teil des „Ev.-luth. Kirchengemeindeverbands Region Göttingen Nordost-Radolfshausen“ (Region NORa).24
Umfang
Roringen.
Aufsichtsbezirk
Archidiakonat Nörten (sedes Geismar) der Erzdiözese Mainz.25 – 1588/89 zur Insp. Münden. Vor 1742 zur Insp. Göttingen, bei deren Teilung 1796/97 zur Insp. Göttingen Zweyter Teil (Göttingen II). 1924 zum KK Göttingen II, 1937 zum KK Göttingen-Süd.26 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.27 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen.28
Patronat
Im Tausch gegen das Patronat über die Kirche St. Albani in Göttingen überließ Hzg. Albrecht I. zu Braunschweig-Lüneburg († 1279) das Patronat über Roringen 1254 dem Kloster Pöhlde.29 Seit Reformation und Säkularisierung des Klosters lag das Patronat bei der jeweiligen Landesherrschaft (Fsm. Grubenhagen, 1596 Fsm. Braunschweig, 1617 Fsm. Lüneburg, 1665 Fsm. Calenberg-Göttingen [ab 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover]). Seit der pfarramtlichen Verbindung mit Herberhausen ernannte der Landesherr den jeweiligen Pastor und der Patron von Herberhausen stimmte; ab 1744 wechselten sich beide Patrone ab. 1803 erwarb die Stadt Göttingen das Patronat über Roringen und überließ dem Landesherrn dafür das halbe Patronat über die Göttinger Kirche St. Albani, dass sie seit 1773 besaß.30 Bei der Präsentation eines neuen Pfarrers für die verbundenen Gemeinden Roringen und Herberhausen wechselten sich beide Patrone weiterhin ab. Das städtische Patronat über Roringen besteht bis heute (2025).
Kirchenbau
Rechteckiger Saalbau, errichtet 1747. Satteldach mit Krüppelwalm nach Osten (ziegelgedeckt). Bruchsteinmauerwerk (Tuffstein), ursprünglich verputzt. Rundbogige Sprossenfenster, Fenstergewände aus rötlichem Sandstein. Nach Süden Rechteckportal mit Sandsteinrahmung, über dem Portal Inschrift: „Soli deo gloria. Anno 1747“ (Allein Gott die Ehre. Im Jahr 1747), darüber kleines Rundbogenfenster, Rahmung verziert mit Voluten. Im Innern holzverschaltes Tonnengewölbe, u-förmige Empore im Westen. Ende des 18. Jh. zwei kleine Priechen im Altarraum eingebaut (Wände im oberen Teil mit Holzgittern; 2000/01 wieder entfernt). 1962 Decke erneuert. 7. November 1999 Innenraum und Dach der Kirche bei Turmbrand stark beschädigt. 2000/01 Wiederherstellung und Sanierung.
Turm
Vierseitiger Westturm, im Kern mittelalterlich. Vierseitiger, ziegelgedeckter Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel und Wetterhahn. Bruchsteinmauerwerk. Im Glockengeschoss je eine flachbogige Schallöffnung nach Norden und Süden, zwei nach Westen. Uhrziffernblätter nach Norden, Süden und Westen. An der Südseite großes, rundbogiges Sprossenfenster. An der Westseite Höhenmarke der preußischen Landesaufnahme. Im Innern Turm zum Schiff geöffnet (Orgelempore im Turm). 1745 Glocken abgenommen und umgehängt in Glockenstuhl im Pfarrgarten; danach Erneuerung des Kirchturms, u. a. großes Südfenster gebrochen.31 1747/48 Glocken wieder in den Turm gehängt. 1748 Turmuhr vorhanden. 1833 Turmrenovierung. 1956 Turmbekrönung erneuert. 1962 neue Turmuhr, drei Ziffernblätter. 7. November 1999 Turm ausgebrannt. 2000/01 Wiederherstellung, neue Turmuhr.
Vorgängerbau
Rechteckiger Saalbau mit gleichbreitem Westturm, etwa dreieinhalb Meter kürzer als Nachfolgebau.32 Zwei kleine Fenster nach Süden, ein kleines Fenster nach Osten. Portal nach Süden. Im Schiff flache Balkendecke, im Chor Kreuzgewölbe. 1735 als baufällig beschrieben.33 Um 1745/47 Kirchenschiff und Chor abgebrochen.
Ausstattung
Blockaltar mit gemauertem Stipes (Kalkstein) und Mensa (Dolomitstein). – Kanzelaltarwand mit Durchgängen seitlich des Altars und anschließenden Priechen (1747), Volutengiebel mit polygonalem Kanzelkorb und Schalldeckel, unterhalb des Schalldeckels Inschriftentafel: „Annuente deo iubente et indulgente Georgio II Magnae Brit[anniae] rege clementissimo templum hoc sacrum in summi numinis gloria Georgio Henrico Riebovo D[octor] et Prof[essor] theologiae nec non superintend[ens] Göttingensi Michaele Samuele Kuntze iustitiario et senatore Göttingensi ecclesiae curatoribus Friderico Andreae Apel p[ro] t[empore] Pastore de novo exstrvctvm est anno r[ecuperatae] s[alutis] M DCCXLVII mense Octobris“ (Mit Gottes Hilfe, auf Befehl und mit der Gunst Georgs II., des allergnädigsten Königs von Großbritannien ist während Georg Heinrich Ribow, Doktor und Professor der Theologia sowie Superintendent in Göttingen, und Michael Samuel Kuntze, Vogt und Senator Göttingens, Kuratoren dieser Kirche waren und als Friedrich Andreas Apel Pastor war zum Ruhm der höchsten Gottheit dieser heilige Tempel von neuem erbaut worden, im Jahr des wiederhergestellten Heils 1747 im Monat Oktober); unterhalb der Tafel weitere (vielleicht ältere) Inschrift: „Zur Ehre Gottes C. Meier“; Priechen durchfenstert und überdacht (südliche dient als Sakristei); 2000/01 Altar restauriert (u. a. vordere Priechen entfernt).34 – Stelenartiger Taufe aus Sandstein (1698), becherförmiges Becken, Schaft oben rund und unten achteckig, vierseitiger Fuß; am Becken Inschrift „Anno 1698“.
Orgel
1725/26 Orgelneubau, ausgeführt von Johann Jacob Krebs (Göttingen), 8 I/–, mechanische Traktur, Schleifladen, hinterspielig, aufgestellt „auf dem Chore hinter dem Altar“.35 1745 wegen Erneuerung der Kirche abgebaut und eingelagert, Johann Wilhelm Gloger (Göttingen). 1748 Wiederaufbau der Orgel in der neuen Kirche, Johann Jacob Krebs (Göttingen), aufgestellt vermutlich auf neuer Westempore; 1790–1817 Orgel unbrauchbar. 1817 Reparatur, Heinrich Neise (Adelebsen). 1824 Reparatur, Orgelbauer unbekannt. 1845 Instrument abgebaut. 1845/46 Orgelneubau, ausgeführt von August von Werder (Elliehausen), 11 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1860 Orgelreparatur, Carl Giesecke (Göttingen). 1883 Reparatur, Carl Heyder (Mühlhausen). 1917 zinnerne Prospektpfeifen ausgebaut und zu Rüstungszwecken abgegeben. 1925 Reparatur und neue Prospektpfeifen, Wiegand Helfenbein (Gotha). 1939 Reparatur und Einbau eines neuen Registers (Mixtur 3fach 1’), Paul Ott (Göttingen). Zustand 1944: 10 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen, außerdem im Pedal ein vakantes Register. 1969 Orgel unter Denkmalschutz gestellt. 1971 Restaurierung und Rekonstruktion, Albrecht Frerichs (Göttingen), 11 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1999 Instrument bei Turmbrand zerstört. 2003 Orgelneubau, ausgeführt von Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 16 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Disposition angelehnt an die Vorgängerorgel und erweitert um ein zweites Manual als „Liturgisches Clavier“.36
Geläut
Drei LG, alle seit 1966 im Kirchturm, I: fis’/g’ (Bronze, Gj. 1952, Gebrüder Bachert, Bad Friedrichshall-Kochendorf), Inschrift: „Betet ohne Unterlaß“; II: b’/a’ (Bronze, Gj. 1884, Johann Hermann, Memmingen), Inschrift: „Wenn ich rufe, höret meine Stimme“; III: h’/c’’ (Bronze, Gj. 1928, Heinrich Kurtz, Stuttgart), Inschrift: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“.37 – Früherer Bestand: 1442 zwei Glockenseile erwähnt.38 1627 eine LG (Bronze) zerschlagen, 9,5 Zentner schwer. Eine LG (Bronze, Gj. 1646, David Fobben, Göttingen), Inschriften: „Her Christian Meier Pastor, Mattias Kop Schulze. M[eister] David Fobben“ und „Christoffel Bormann. Andreas Hessen. Hans Raven 1646“; Glocke 1912 gesprungen, umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1912, Firma Radler, Hildesheim), Inschriften: „Friede sei mit Euch. O Land, Land, Land, höre des Herren Wort“ und „J. J. Radler und Soehne Hildesheim 1912“ außerdem die Namen des Pastors, der Kirchenvorsteher und des Lehrers, Bilder: segnender Christus und Kreuz, Glocke im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). Eine kleine LG (Bronze, Gj. 1720, Johann Henrich Lüttken, Göttingen), Inschrift: „Johann Kleine Pastor zu Roringen MDCCXX. Andreas Joachim Bornemann Schulz, Hans Christoff Bornemann Altarist. Conrad Borman, Hans Borman, Andreas Ebbrecht Vorsteher. Claus Meyer, Hans Jurgen Koch, Moritz Borman, Johannes Borman. Johan Henrich Lutken goß mich nach Roringen MDCCXX“, bei Anschaffung der Eisenglocken 1925 in Zahlung gegeben. Zwei LG, I: a’ (Eisen, Gj. 1925, Ulrich & Weule, Bockenem am Harz), Inschriften: „Unseren Gefallenen zu Dank und Ehren“ und „Zerschlagen in eiserner Zeit fürs Vaterland zur Wehr, erneut bin ich bereit, zu dienen Gottes Ehr“, Glocke 1950 gesprungen, 1966 bei Anschaffung des Bronzegeläuts abgenommen und vor der Kirche aufgestellt; II: h’ (Eisen, Gj. 1925, Ulrich & Weule, Bockenem am Harz), Inschrift: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“, diente seit Anschaffung des Bronzegeläuts 1966 als SG, 1999 abgenommen und vor der Kirche aufgestellt, später entfernt.39
Weitere kirchliche Gebäude
Pfarrhaus (Bj. 1739/40, zweistöckiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, Vorgängerbau Bj. 1607/08). – Gemeindehaus (ehemalige Pfarrscheune, umgebaut 2001/02). – Gemeindehaus (Bj. 1800, ehemalige Schule, 1997/98 verkauft).
Friedhof
Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche, 1422 mit einer gemauerten Mauer umgeben, letzte Beerdigung 1868.40 Neuer kirchlicher Friedhof im Norden von Roringen, angelegt 1868, FKap (Bj. 1947, umgebaut 2004/05).
Liste der Pastoren (bis 1940)
Zwischen 1530 und 1540 ersuchte die Göttinger Bürgerschaft Hzg. Philipp I. zu Braunschweig-Lüneburg, Fs von Grubenhagen, Peter Ripenhusen aus Göttingen mit der Pfarre zu belehnen. – 15..–15.. Heinrich Spangenberg. – 1568 war im Amt Jost Moelen. – Vor 1575 Joachim (von) Alvelde. – 1570–1603 Georg Underberg. – 1603–1606 Daniel Quentin (Quintinus). – 1606–1623 Andreas Variscus (seit 1613 auch in Herberhausen). – 1624–1626 Hartmann Hissaeus (Hisse). – 1628–1669 Christian Meyer (seit 1631 Mitversehung Herberhausen). – 1669–1683 Albert Küsel. – 1683–1709 Heinrich Christoph Bachmann. – 1710–1744 Johann Christoph Kleine (Klein). – 1744–1761 Friedrich Andreas Apel. – 1761–1785 Johann Daniel Kauffmann. – 1785–1795 Friedrich Ernst Konrad Wuth. – 1795–1808 Johann Heinrich Hoffmann. – 1808–1812 Johann Melchior Sander. – 1812–1846 Georg Justus Dorsch. – 1847–1864 Friedrich Wilhelm Böker. – 1865–1895 Leopold August Christian Kerkow. – 1896–1934 Hermann August Christian Wilhelm Witthaus. – 1936–1939 Heinrich August Walther Mügge.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 323–324 (mit Korrekturen)
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 1 Nr. 9628–9639 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 7147–7153 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 371
(CB); A 9 Nr. 1944
, 1945
, 1946
(Visitationen); B 2 G 9 Nr. 2631–2632 (Baupflege und Bauwesen); B 18 Nr. 230 (Orgelsachverständiger); S 09 rep Nr. 1958 (Presseausschnittsammlung); S 11a, Nr. 8043 (Findbuch PfA); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).
Kirchenbücher
Taufen: ab 1683
Trauungen: ab 1710
Begräbnisse: ab 1710
Kommunikanten: ab 1744 (Lücken: 1808)
Konfirmationen: ab 1790 (Lücken: 1808, 1810–1812)
Literatur & Links
A: Bielefeld, Orgeln, S. 320–332; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 347–348; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1146; Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 9–13; Meyer, Pastoren II, S. 323–324; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 183; Petke, Kirchenpatronate, S. 388–398; Rüttgerodt-Riechmann, Denkmaltopographie Göttingen, S. 120–122.
B: Festschrift zur feierlichen Einweihung der neuen Kirchenorgel 25. Mai 2003, hrsg. von der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Martin zu Roringen, Roringen [2003]; Arne Butt: Die Stadt Göttingen und ihre Rechte im ländlichen Raum. Herrschaft und Beherrschte in spätmittelalterlichen Dörfern (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 262), Hannover 2012, bes. S. 171–219; Rolf Gottschalk u. a.: Das Mahnmal auf dem Kirchhof in Roringen (= Thie-Bote 2), Roringen 2001, bes. S. 15–16; Johannes Meinhardt: Der Eid der Hebammen von Roringen und Herberhausen, in: Göttinger Jahrbuch 15 (1967), S. 125–129; Christa Petke: Das Altargerät der Kirchen von Herberhausen und Roringen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Teil 1, in: Göttinger Jahrbuch 72 (2024), S. 37–58; Wolfgang Petke: Aus erheblichen Ursachen? Die Verbindung der Kirchengemeinden Herberhausen und Roringen im Jahre 1613 und der Pastor Andreas Variscus, in: Göttinger Jahrbuch 61 (2013) S. 67–102 [erneut in: Petke, Pfarreigeschichte, S. 401–441]; Siegfried Ritzkowski, Margrit Rosenplänter & Jutta Ronnenberg (Hg.): Geschichte und Geschichten rund um die Kirche (= Thie-Bote 4), Roringen 2012; Siegfried Ritzkowski & Margrit Rosenplänter (Hg.): Die Kirche im Dorf (= Thie-Bote 3), Roringen 2006.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Kirchhof; Pfarrhaus, Scheune (Gemeindehaus) , Pfarrhof.
GND
7857760-3, St. Martins-Kirche (Roringen).
Website der Kirchengemeinde (18.02.2024)
Fußnoten
- Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 166, und II, S. 81.
- Grotefend, Beiträge, Nr. 2 (S. 163) [Digitalisat]. Für weitere Belege und zum Ortsnamen vgl. Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 347 f.
- Insgesamt: Pischke, Landesteilungen, bes. S. 45 ff., S. 75 ff. und S. 180 ff.
- UB Göttingen I, Nr. 294 [Digitalisat]. Vgl. Butt, Göttingen, S. 171 ff.; Weissenborn, Gerichtsbarkeit, S. 145 ff.
- NLA HA Kartensammlung Nr. 21 d/1 pg (mit Digitalisat), Datierung nach Pischke, Burg Harste, S. 51.
- LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1967.
- UB Göttingen, Nr. 6 [Digitalisat].
- UB Walkenried II, Nr. 1130; NLA WO 25 Urk Nr. 691.
- Butt, Göttingen, S. 217 f.
- Ritzkowski & Rosenplänter, S. 5.
- StadtA GOE B 1 Nr. 643 Anlage 8.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 901 ff.; Böhme, Denecke u. a., Göttingen I, S. 518.
- UB Göttingen I, Nr. 6, Anm. 1 [Digitalisat].
- Meyer, Pastoren II, S. 323.
- Ausführlich: Petke, Ursachen, S. 67 ff. bzw. S. 401 ff.
- Zit. bei Petke, Ursachen, S. 422.
- Petke, Ursachen, S. 433; Böhme, Denecke u. a., Göttingen I, S. 657 ff.
- Ritzkowski & Rosenplänter, S. 11.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 27. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff. P. Hans-Heinrich Harms war 1967–1985 Bf. der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 27.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 16 und 27. LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1947.
- LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1974.
- KABl. 2012, S. 289 ff.; KABl. 2013, S. 150 ff.; KABl. 2025, S. 275.
- KABl. 2025, S. 157 ff. Der KGV umfasst die St.-Petri-KG Göttingen-Weende, die Christophorus-KG Göttingen, die St.-Cosmas-und-Damian-KG Herberhausen, die St.-Martins-KG Roringen, die St.-Nikolaus-KG Nikolausberg, die KG Waake, die Cosmae-und-Damiani-KG Ebergötzen sowie die St.-Petri-KG Landolfshausen.
- Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 168.
- KABl. 1924, S. 86; KABl. 1937, S. 135.
- KABl. 2000, S. 150 f.
- KABl. 2022, S. 189 ff.
- UB Göttingen, Nr. 6 [Digitalisat].
- Petke, Kirchenpatronate, S. 378 ff. und S. 388 ff.
- Ritzkowski & Rosenplänter, S. 18.
- Ritzkowski & Rosenplänter, S. 11.
- Ritzkowski & Rosenplänter, S. 18.
- Abb. bei Ritzkowski & Rosenplänter, S. 22 (alter Zustand) und S. 45 (neuer Zustand).
- Zit. bei Bielefeld, Orgeln, S. 320. Vgl. zur Orgelgeschichte auch Ritzkowski & Rosenplänter, S. 28 ff.
- Festschrift, S. 12.
- Das Geläut steht genau zwischen den Tonfolgen g’-b’-c’’ und fis’-a’-h’.
- Zur Glockengeschichte: Ritzkowski & Rosenplänter, S. 33 ff., Gottschalk u. a., S. 15 f.
- LKA, G 9 B/Roringen Bd. I, Bl. 3Bei Gottschalk u. a., S. 15, und bei Ritzkowski & Rosenplänter, S. 34, ist der Schlagton mit c’’ angegeben.
- Ritzkowski & Rosenplänter, S.48 ff.