Sprengel Hannover, KK Neustadt-Wunstorf | Patrozinien: Cosmas und Damian (Stiftskirche), Bartholomäus (Stadtkirche) | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Urkundlich ist Wunstorf erstmals im Jahr 871 belegt: Der ostfränkische Kg. Ludwig der Deutsche († 876) nahm das ancillarum Christi monasterium quod dicitur Uuonheresthorp in seinen Schutz (Konvent der Mägde Christi, welches Wunstorf genannt wird).1 Bf. Dietrich I. von Minden hatte das zunächst St. Petrus gewidmete Kanonissenstift etwa 865 gegründet.2 Westlich des Stiftsbezirks entwickelte sich die Siedlung Wunstorf, die 1181 als civitas nachgewiesen ist.3 Die Vogtei über Stift und Siedlung hatten die Bf. von Minden als Lehen den Gf. von Roden übertragen, die sich entsprechend ihrer Besitzungen auch von Limmer, von Lauenrode und von Wunstorf nannten.4 Die Bezeichnung comes de Vunnesdorp findet sich erstmals 1235.5 Nach Auseinandersetzungen zwischen den Wunstorfer Gf. und den Mindener Bf. in der ersten Hälfte des 13. Jh. teilten sich beide schließlich 1247 den Besitz Wunstorfs (Kondominium, u. a. gemeinsame Burg, 1317 aufgegeben). Im Jahre 1261 erhielt Wunstorf Stadtrechte (Mindener Stadtrecht).6 1446 verkauften Gf. Julius von Wunstorf und sein Sohn Ludolf die Gft. Wunstorf an Bf. Magnus von Hildesheim, der sie noch im gleichen Jahr weiterverkaufte an den welfischen Hzg. Wilhelm I. von Braunschweig-Lüneburg; die gräfliche Burg Blumenau nördlich von Wunstorf wurde Sitz des gleichnamigen Amtes im Fsm. Calenberg (1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Ein Stadtvogt nahm seit 1599 die herzoglichen Interessen in Wunstorf wahr; seit 1709 war er in Personalunion auch Bürgermeister. Von 1810 bis 1813/14 war Wunstorf Hauptort des gleichnamigen Kantons im Distrikt Hannover des Allerdepartements im französischen Satellitenkgr. Westphalen. Seit 1815 gehörte die Stadt Wunstorf zum Kgr. Hannover; 1848 wurde der Stiftsbezirk in die Stadt eingegliedert.7 Mit der Annexion Hannovers wurde Wunstorf 1866 preußisch. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 zählte Wunstorf zum Lkr. Neustadt am Rübenberge, der 1974 im Lkr. Hannover aufging. 1929 wurde Düendorf in die Stadt Wunstorf eingemeindet, 1974 dann Blumenau, Bokeloh, Großenheidorn, Idensen, Idensermoor-Niengraben, Klein Heidorn, Kolenfeld, Luthe, Mesmerode und Steinhude. 2001 schlossen sich Stadt und Lkr. Hannover zur Region Hannover zusammen. Im Mittelalter setzte sich die Bevölkerung Wunstorfs aus Ackerbürgern, Handwerkern und Burgmannen zusammen.8 Drei Großbrände im 16. und 17. Jh. hemmten die Entwicklung der Stadt (1519, 1570, 1625). Von 1788 bis 1874 war Wunstorf Garnisonsstadt (1816 reitende Artillerie), erneut ab 1935. Östlich außerhalb der Altstadt wurde 1847 der Bahnhof Wunstorf eröffnet (Strecken Hannover–Minden und Wunstorf–Bremen); dies leitete einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt ein. Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jh. vergrößerte sich das städtische Bebauungsgebiet deutlich (1950 Nordstadt, ab 1954 Oststadt, ab 1959 Barnestadt im Süden).9 Um 1810 lebten etwa 1.700 Menschen in Wunstorf, 1905 gut 4.520, 1949 rund 11.610 und 2021 insgesamt 18.675 (mit Eingemeindungen: 42.132).

Stiftskirche, Ansicht von Nordosten

Stiftskirche, Ansicht von Nordosten

Bf. Dietrich I. von Minden gründete das Stift Wunstorf etwa 865 als Kanonissenstift; die Kanonissen stammten in der Regel aus adligen Familien. 1124 sind mit Heinricus, Haddone und Liuthardus die Namen dreier Stiftspriester überliefert (monasterii prespiteris).10 Seit 1181 lassen sich Kanoniker nachweisen, die – sofern sie die Priesterweihen empfangen hatten – sowohl die Stiftskirche als auch die abhängigen Kapellen und Kirchen versorgten.11 Zum Jahr 1010 berichten die Quedlinburger Annalen, die Wunstorfer Stiftskirche sei durch einen schrecklichen Blitzeinschlag zerstört worden (Basilica in Vongerestorp fulmine terribiliter interiit).12 Einer Urkunde aus dem Jahr 1124 ist zu entnehmen, dass die neu errichtete Kirche den Heiligen Cosmas und Damian geweiht worden war.13 Ein Ablassbrief Bf. Konrads von Osnabrück aus dem Jahr 1284 nennt überdies den Tag der beiden Märtyrer als Kirchweihfest (Dedicaciones Ecclesie vestre, hoc est in die Sanctorum Cosme et Damiani); Bf. Konrad gewährte all jenen einen vierzigtägigen Ablass, die etwas zum Baufonds der Stiftskirche spendeten (ad structuram) oder das Gotteshaus an bestimmten Tagen, u. a. am Kirchweihfest, besuchten.14 In vorref. Zeit besaß die Wunstorfer Stiftskirche nachweislich 19 Altäre.15 Dazu zählten u. a. ein Marienaltar, für den Gf. Ludolf von Roden-Wunstorf 1282 Land stiftete16, der 1288 belegte Georgsaltar17, ein Allerheiligenaltar (1352)18, ein Altar des heiligen Wenzeslaus und ein Altar des Apostels Paulus (beide 1370).19 Ein um 1376/79 angelegtes Güterverzeichnis des Stifts nennt überdies Altäre des Andreas, des Jakobus und Unserer Lieben Frauen.20 Neben den Kanonissen und den Kanonikern versorgte das Stift auch zwölf Arme.
Die Stiftskirche diente gleichzeitig als Pfarrkirche für Wunstorf; die gut hundert Meter westlich gelegene Marktkirche St. Bartholomäus hatte den Status einer Kapelle.21 Sie besaß einen Friedhof, war jedoch wohl keine Taufkirche. Schriftlich ist sie erstmals 1220 als forensis ecclesie nachgewiesen; die angebliche Stiftung durch Papst Eugen III. (amt. 1145–1153) ist nicht belegt.22 Neben dem Hauptaltar ist in der Marktkirche ein Altar sunte Marien Magdalenen (1365) urkundlich nachweisbar und in das bereits erwähnte Güterverzeichnis von 1376/79 ist von späterer Hand auch der 1409 gestiftete Altar sunte Johannis in der Market Kirken eingetragen.23 Dieses Verzeichnis nennt auch die Namen der Pfründner: Her Johan Steen Inhaber der market kerken und Oswaldus, Inhaber der beiden Nebenaltäre. Weitere Namen sind aus der ersten Hälfte des 15. Jh. überliefert: Nachdem Henricus Pattensen die Pfründe aufgegeben hatte, bemühte sich 1427 Henricus Greue um die Marktkirche in der Stadt Wunstorp, die als Vikarie der Stiftskirche in der genannten Stadt gezählt wird; er war anscheinend erfolgreich, denn er bezeichnet sich später als rector ecclesie s. Bartolomei in Wunstorppe.24 1438 besaß der Wunstorfer Kanoniker Bernardus Wedeman die capella. s. Bartholomei Ecclesia forensis.25 Neben Stifts- und Marktkirche umfasste die mittelalterliche Kirchenlandschaft Wunstorfs weitere Kapellen. Dazu gehörten u. a. sicher bis 1317 eine Burgkapelle (1250 Helmwardus domini comitis capellanus belegt)26 und wohl drei Kapellen auf dem Stiftskirchhof.27 Im Jahre 1458 stiftete die Witwe Adelheid Egberges überdies eine Kapelle neben dem Siechenhaus St. Nikolaus vor der Stadt (extra opidum Wunstorppense Juxta domum leprosorum); die Kapelle war der Jungfrau Maria, dem Apostel Matthäus sowie den Heiligen Barbara und Margareta gewidmet.28 Der Kaland in Wunstorf, eine Laienbruderschaft, ist urkundlich 1453 und 1479 belegt.29

Kirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht

Stiftskirche, Ansicht von Südwesten, Teilansicht

Die Reformation hielt in Stift und Stadt Wunstorf Einzug, als Hzgn. Elisabeth von Calenberg-Göttingen als Vormund ihres minderjährigen Sohnes Erich die luth. Lehre im gesamten Fsm. Calenberg einführte: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft.30 1542/43 folgte dann die Visitation der Gemeinden, Stifte und Klöster im Fsm. Calenberg. Ein Schreiben Hzgn. Elisabeths aus dem Jahr 1538 zeigt, dass es schon zu dieser Zeit reformatorische Bestrebungen in Wunstorf gab, wobei Details jedoch unklar bleiben.31 Deutlich ist jedoch, dass nicht die Einführung der Kirchenordnung den Beginn der Reformation in der Stadt markiert, dass dieser vielmehr früher anzusetzen ist. Bei der Visitation 1542/43 ging es in Wunstorf nicht zuletzt darum, die Vermögensverhältnisse neu zu ordnen, um sicherzustellen, dass „aus den prebenden der Canonicorum der predigtstul stadtlich versorget und behuf beharrliche Besoldung verordnet werden mochte“.32 Den bisherigen Kanoniker Johann Vordis, einen der Adressaten des erwähnten herzoglichen Schreibens von 1538, machten die Visitatoren um Antonius Corvinus zum „pharhern und ubersthen predicanten“, sofern er sich weiterhin an Gottes Wort und die neue Kirchenordnung halte („gots wurte und der außgangen Ordnung“); die Pfarrstelle statteten sie mit der Allerheiligen- und der Georgspfründe aus.33 Die beiden Kanoniker Hermann Tüding und Johann Hopfenkamp wurden Kaplane; in ihnen sollte P. Vordis „zwen gehilfen im predigampt haben, die im die last vnd arbeit“ tragen helfen.34 Die Visitatoren legten auch fest, dass der Schulmeister aus den Gütern des Stifts zu bezahlen sei; er solle u. a. so viel erhalten, „als einer gmeinen Jungfrauwen gereicht und gegeben werde“.35 Eine der Kapellen auf dem Stiftskirchhof sollte zur Schule umgebaut werden. Zwei weitere Kanonikerpfründen wurden umgewandelt in Stipendien für Studenten.36 Und die „preben, so den zwelf armen gemacht“ sollten bestehen bleiben.37 Neben diesen Vermögensfragen regelten die Visitatoren auch andere Fragen: Um die Friedhofsmauer auszubessern, sollten die Nebenaltäre in Markt- und Stiftskirche abgebrochen werden; die Marktkirche solle eine neue Kanzel („predigtstuel“) erhalten, alle „ungeschickten bilder, heilthum und was des Gauckelwerkes mehr“ vorhanden sei, solle entfernt und die „ornat, meßgewender und chorkappen“ verkauft werden.38 Das Marktkirchenkanonikat hatte seinerzeit „Johan Stein, Pastor zu Golteren“ inne, der davon „alle Sontage vnd festage“ die dortigen Frühpredigten halten lassen musste.39 Das Kanonissenstift selbst ließ Hzgn. Elisabeth in ein ev. Damenstift umwandeln.

Kirche, Blick zum Altar, vor 1967

Stiftskirche, Blick zum Altar, vor 1967

Die Regelungen von 1543 hatten nicht lange Bestand. Nachdem Elisabeths Sohn 1545 als Erich II. die Regierungsgeschäfte im Fsm. Calenberg übernommen hatte, wechselte er 1547 zum kath. Glauben. Als seine Schwester Anna-Marie 1550 als Wunstorfer Äbtissin zurücktrat, um zu heiraten, setzte Erich II. die kath. Äbtissin des Stiftes Gandersheim, Magdalena von Chlum (Columna), in Wunstorf ein, ließ die ev. Stiftsprediger vertreiben und fügte die Besitzungen des Stifts den herzoglichen Kammergütern hin.40 Schließlich scheiterten seine Rekatholisierungsversuche an den Calenbergischen Ständen, die 1553/55 die Beibehaltung der Lehre Luthers durchsetzten. Mit P. Bartholomäus Sprockhoff (amt. wohl 1555–1593) erhielten Stift und Stadt wieder einen ev. Geistlichen. Hzg. Erich II. jedoch verfügte weiterhin über die Güter des Stifts und verpfändete sie verschiedentlich – auch jene, die seit 1543 zur Versorgung der Prediger vorgesehen waren.41 Nach dem Tod Erichs II. fiel Calenberg 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius führte seine 1569 aufgestellte KO auch hier ein.42 1588 ließ er die calenbergischen Städte und Gemeinden visitieren. Stiftspfarrer und Stiftssenior Sprockhoff wohnte seinerzeit nicht mehr im Pfarrhaus, da ein Bürger es in erblichem Besitz hatte – „wie es kommen, ist unbekannt“ heißt es im Protokoll.43 Die Kaplanei hatte der Blumenauer Vogt Lorenz Knust inne, die damit verbundenen pfarramtlichen Tätigkeiten versah P. Theodor Rickmann (amt. 1570 bis mindestens 1589) als „Mercenar“; in der Marktkirche predigte P. Johann Wichmann (amt. 1571–1598).44 Diese dritte Pfarrstelle für die Marktkirche bestand bis 1651. Ab 1589 war der Stiftspfarrer gleichzeitig Sup. der neu eingerichteten Insp. Wunstorf; in den Jahren 1593 bis 1650 und 1695 bis 1726 bekleidete er gleichzeitig auch das Amt des GSup. des Fsm. Calenberg.45
Sup. Justus Brasen (amt. 1795–1821) war neben seinen kirchlichen Ämtern auch publizistisch tätig, veröffentlichte u. a. Schriften zu landwirtschaftlichen Fragen und im Jahre 1815 auch die „Geschichte des freyen weltlichen Stifts Wunstorf bis zu dessen tausendjährigem Alter oder bis an 1800“.46 In die Amtszeit von Sup. Georg Ernst Heinrich Mehlis (amt. 1836–1867) fiel die grundlegende Sanierung und Umgestaltung der Stiftskirche (u. a. Neubau des südlichen Seitenschiffs, Abbruch der Nonnenempore, neuer Altar, neue Orgel). Einige Jahre später erfolgte schließlich zum 1. Juli 1863 die „Aufhebung des Mannsstifts St. Cosmae et Damiani in Wunstorf“; das Damenstift besteht weiterhin.47

Kirche, Ansicht von Südosten

Marktkirche, Ansicht von Südosten

Mit der wachsenden Bevölkerung in der zweiten Hälfte des 19. Jh. stieg auch die Zahl kath. Familien in Wunstorf an. Im Jahre 1903 weihte die kath. Gemeinde eine eigene kleine Kirche ein. Knapp ein Jahrhundert zuvor hatte die kleine jüd. Gemeinde ein Bethaus in Wunstorf eingeweiht. Die ersten jüd. Einwohner lassen sich bereits im Jahr 1300 belegen (Judeos).48 Zur Einrichtung des Bethauses kam es jedoch erst um 1810, also in westphälischer Zeit, als die Juden rechtlich gleichgestellt waren. Die Zahl der jüd. Einwohner Wunstorfs stieg bis 1813 auf gut 60 (1763: sechs). In der ersten Hälfte der 1840er beantragten die ersten Wunstorfer Juden das Bürgerrecht. 1913 ließ die Gemeinde eine neue Synagoge mit Mikwe einrichten; sie wurde 1938 während der Reichspogromnacht verwüstet. Die letzten jüd. Wunstorfer wurden 1942 deportiert; keiner von ihnen überlebte.
Während der NS-Zeit waren Sup. Hermann Hövermann (amt. 1930–1954), P. Julius Schulze (amt. 1901–1934) und P. Leopold Klee (amt. 1935–1963) in der KG Wunstorf tätig. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb Sup. Hövermann, P. Klee und er hätten kirchenpolitisch der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft angehört, P. Schulz habe ihr nahe gestanden.49 Zum 1933 neu gewählten KV gab Sup. Hövermann an, drei Kirchenvorsteher seien „kirchlich eingestellt“, die drei anderen wären „den Richtlinien der Partei“ gefolgt; letztere seien 1936 bzw. 1937 zurückgetreten. Zwar habe es einige gut besuchte Veranstaltungen der DC in Wunstorf gegeben, das Interesse sei jedoch bald geschwunden und eine DC-Ortsgemeinde habe sich nicht gebildet.
Mit dem Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die kath. Gemeinde Wunstorfs von etwa 180 auf rund 2.000 Gemeindeglieder an. Die kleine kath. Kirche reichte nicht mehr aus und die ev. Kirche stellte Stifts- und Stadtkirche auch für kath. Gottesdienste zur Verfügung. 1954 konnte die kath. Gemeinde ein neues Gotteshaus einweihen; 1956 erhielt sie ein eigenes Pfarramt.50 Auch die ev. Gemeinde wuchs stark an: Lag die Zahl der Gemeindeglieder 1937 noch bei knapp 5.400 war sie 1947 auf rund 10.670 angestiegen.51 In der Nachkriegszeit eröffnete die KG eine Schwesternstation und einen ev. Kindergarten (1952, Kindergarten seit 2011 in Trägerschaft des KK Neustadt-Wunstorf). 1954 errichtete das Landeskirchenamt eine dritte Pfarrstelle und als weiteren Predigtort richtete die Gemeinde in Klein Heidorn eine „Notkapelle in der Schule“ ein, in der alle zwei Wochen ein Gottesdienst stattfand (1957).52 Der „Ortsverband der Inneren Mission“ unterstützte Schwesternstation und Kindergarten der Gemeinde und pflegte „lebhafte Patenschaftsbeziehung mit einer Gemeinde in Zwickau“.53 Im Jahr 1959 erhielt die Gemeinde eine vierte Pfarrstelle, die bis 1969 P. Johannes Schulze innehatte, LSup. des Sprengels Calenberg-Hoya (Dienstsitz Hannover).54

Turm der Stadtkirche, Ansicht von Westen

Turm der Marktkirche, Ansicht von Westen

Schon 1957 sah es die Gemeinde als notwendig an, im Gebiet südlich der Bahnlinie Hannover–Minden eine neue Kirche zu errichten.55 Zunächst jedoch trennte sich der Nordosten der Gemeinde ab: Hier gründete sich zum 1. Januar 1963 die „Ev.-luth. Corvinus-KG Wunstorf“ und übernahm die dritte Pfarrstelle ihrer Muttergemeinde. Die KG Wunstorf gab sich gleichzeitig den Namen „Ev.-luth. Stifts-KG Wunstorf“ und erhielt eine neue dritte Pfarrstelle.56 Der Bau eines Gemeindezentrums im Süden der Stiftsgemeinde konnte 1974/75 verwirklicht werden. Mit der „Ev.-luth. St.-Johannes-Gemeinde“ entstand hier zum 1. Januar 1977 die nächste Tochtergemeinde der Stiftskirche.57 Noch bis 1987 blieben beide KG pfarramtlich verbunden; dann wurde die St.-Johannes-Gemeinde gänzlich eigenständig und übernahm zwei Pfarrstellen ihrer Muttergemeinde, die gleichzeitig eine neue erhielt.58
Um die Stadtkirche stärker zu nutzen – bislang fanden hier Wintergottesdienste und einige Kasualien statt – entstand 1999 das „FORUM Stadtkirche e. V.“. Der Verein organisiert Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen in der St. Bartholomäuskirche. Seit 2008 unterstützt zudem die Stiftung „Zukunft mit Kirche“ Jugendarbeit, Kirchenmusik und Diakonie in den Wunstorfer KG Corvinus, St. Johannes und Stift sowie in den Gemeinden Bokeloh, Dedensen, Gümmer, Idensen, Kolenfeld, Luthe, Mesmerode, Munzel-Landringhausen und Schloß Ricklingen. Zum 1. Juni 2019 gründeten die KG Bokeloh sowie die drei Wunstorfer Stadtgemeinden Stift, Corvinus und St. Johannes den „Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Bokeloh und Wunstorf“. Die vier Gemeinden wollen innerhalb des Verbandes inhaltlich und personell enger zusammenarbeiten.59 Schon seit 2008 geben sie gemeinsam den Gemeindebrief „Regenbogen“ heraus.

Pfarrstellen

I: 1543–2001. 2001 neu errichtet aus III.60 – II: 1543–1987 (übergegangen auf St.-Johannes-KG). 1987 neu errichtet aus III.61 – III: 1543–1651. Neu 1954–1963 (übergegangen auf Corvinusgemeinde). Neu 1963–1987 (umgewandelt in II). Neu 1987–2001 (umgewandelt in I).62 – IV: 1959–1987 (bis 1969 Pfarrstelle des LSup. Calenberg-Hoya; 1987 übergegangen auf St.-Johannes-KG).63

Umfang

Die Altstadt und der nordwestliche Teil Wunstorfs mit Klein Heidorn (seit 1998 mit dem Neubaugebiet „Zwei Grenzen“, vorher KG Großenheidorn, Ev.-luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe [noch nicht auf Karte]).64 Bis 1994 auch Gebiet „Am Dänenberg“ (dann zur KG Poggenhagen).65 Bis 1977 auch der südöstliche Teil Wunstorfs und das Rittergut Düendorf (dann neue St.-Johannes-KG Wunstorf).66 Bis 1964 auch Blumenau und Liethe (dann zur Corvinus KG.67 Bis 1963 auch der nordöstliche Teil Wunstorfs (dann neue Corvinus-KG Wunstorf).68 Bis 1957 auch Cronsbostel (dann KapG Bokeloh in KG Idensen).69 Bis 1639 auch Luthe (dann eigenständige Pfarrei, 1953 einige Straßen umgepfarrt in KG Wunstorf).70

Aufsichtsbezirk

Die Marktkirche hatte den Status einer Kapelle der Stiftskirche; das Stift unterstand dem Bf. von Minden. Wunstorf war Zentrum eines Archidiakonats.71 – 1588 Insp. Wunstorf (1924: KK), zum 1. Januar 2001 zusammengeschlossen mit KK Neustadt am Rübenberge zum KK Neustadt-Wunstorf; Sitz der Suptur. wurde Neustadt.72 – Das Archidiakonat Wunstorf umfasste die Kirchen Groß Goltern, Groß Munzel, Nenstede (wüst), Landringhausen, Kirchdorf, Garbsen bei Marienwerder, Altenhagen, Bergkirchen, Hemmendorf bei Wunstorf (wüst), Seelze, Westerwald bei Osterwald, Kirchwehren und Horst.73 – Die Suptur. der 1588 eingerichteten Insp. Wunstorf war mit der ersten Pfarrstelle der Gemeinde Wunstorf verbunden; 1593–1650 und 1695–1726 waren die Wunstorfer Sup. auch GSup von Calenberg.74 Die Insp. Wunstorf umfasste ursprünglich die Gemeinden Dedensen, Groß Munzel, Horst, Idensen, Kirchwehren, Kolenfeld, Limmer, Marienwerder, Osterwald, Schloß Ricklingen und Seelze. 1639 kam die neue Gemeinde Luthe hinzu (bislang KapG der KG Wunstorf), 1694 die neue Gemeinde Schloß Ricklingen. Zwischen 1784 und 1790 kam Stemmen hinzu (vorher Insp. Ronnenberg), zwischen 1790 und 1796 wechselte Limmer zur Insp. NeuStadt Hannover. 1797 wurde die neue Insp. Seelze abgetrennt, bestehend aus den Gemeinden Dedensen, Horst, Kirchwehren, Marienwerder, Osterwald, Schloß Ricklingen und Seelze. 1954 kam Schloß Ricklingen wieder zum KK Wunstorf, und 1955 wechselte Stemmen zum KK Ronnenberg. Hinzu kamen in der zweiten Hälfte des 20. Jh. die KG Gümmer (zuvor KapG innerhalb der KG Seelze)75 sowie die Neugründungen Bokeloh (1961), Corvinus in Wunstorf (1963)76 und St. Johannes in Wunstorf (1977).77 1993 wechselte die KG Landringhausen vom KK Ronnenberg zum KK Wunstorf.78

Patronat

Das Stift Wunstorf. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jh. der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau – Stiftskirche
Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1960

Stiftskirche, Ansicht von Südwesten, um 1960

Eigentümerin ist die KG, Bauunterhaltung liegt bei der Klosterkammer.79 Dreischiffige Basilika mit kreuzförmigem Grundriss, Ostapsiden an Quer- und Langhaus, Sakristeianbau an Nordseite des Chors, Kirche erbaut etwa im zweiten Drittel des 12. Jh.80 Satteldach über Mittelschiff, abgeschleppt über nördliches Seitenschiff, südliches Seitenschiff mit Pultdach; Satteldach über Querhaus, nach Süden abgewalmt. Mauerwerk aus gelblichen Sandsteinquadern, mehrere Stützpfeiler an Nordseite, am Querhaus mit Inschrift „Anno 1717“, einer am Langhaus mit Inschrift „MDCCLVI“, ein Strebebogen an Südseite mit Inschrift „MDCCLVI“; rundbogige Fenster in Seitenschiffen und südlichem Obergaden, Spitzbogenfenster in Hauptapsis; Rundbogennischen mit Rechteckportalen am südlichen Seitenschiff und an den Stirnseiten der Querhausarme, Tympana mit Pflanzenornamenten (südliches Querhaus: zweigeteilt mit stilisierten Bäumen); Bauornamentik: Trauffriese, Lisenen an Obergaden und Querhausarmen, vorgelegte Säulen an Apsiden, an Hauptapsis unterhalb der Fenster umlaufender Fries mit Figuren und Pflanzen. Im Innern Kreuzrippengewölbe (Langhaus, Chor) und Kreuzgratgewölbe (Querhaus), sächsischer Stützenwechsel im zweijochigen Langhaus, unterschiedliche Säulenkapitelle, drei rundbogige Durchgänge zur Turmhalle, oberhalb Westempore mit Orgel; Gestühl ohne Mittelgang; Tür von Chor zu Sakristei mit Konsolensturz, darüber Tympanon mit zwei Vögeln und Inschrift: „pax huic domui et omnibus“ (Friede sei diesem Haus und allen Häusern). Ende 13./erste Hälfte 14. Jh. neue Gewölbe in Langhausschiffen, Chor und Hauptapsis, Apsisfenster verlängert und mit Spitzbogen versehen. 1346 Nonnenchor in nördlichen Querhausarm verlegt (eine von vier Kreuzgewölben getragene Empore). 1649/50 südlicher Querhausgiebel abgetragen. 1706 Schlafhaus abgerissen, das unmittelbar an nördlichen Querarm anschloss. 1853–59 grundlegende Restaurierung (Georg Ludwig Comperl, Eduard Wellenkamp, u. a. Neuerrichtung südliches Seitenschiff und Sakristei, Erneuerung Chorgewölbe, Abbruch Nonnenempore). 1967/68 Instandsetzung. 2020/21 Sanierung.

Turm

Querrechteckiger, westwerkartiger Turm mit Satteldach und sechsseitigem, offenen Dachreiter, bekrönt mit Kugel, Wetterfahne und Kreuz, erbaut etwa im zweiten Drittel des 12. Jh., im Kern Teile des Vorgängerbaus aus dem 11. Jh. erhalten. Quader- und Bruchsteinmauerwerk, Giebeldreiecke aus Backstein; im Glockengeschoss je drei rundbogige Schallfenster nach Osten und Westen, an Ostseite darunter gemauerte Inschrift „MDCL“; Uhrziffernblatt nach Süden; nach Westen Rundbogennische mit Rechteckportal, darüber romanisches Tympanon, zweigeteilt, mit Blattornamenten. 1511 Turmreparatur. 1649/50 Turm erneuert (Ummantelung). 19. Jh. Westportal angelegt (Tympanon Portal des südlichen Seitenschiffs hierher versetzt).

Vorgängerbauten

Stiftskirche soll 1010 nach Blitzeinschlag abgebrannt sein. Wenige Reste des nach dem Brand errichteten Neubaus 1938 ergraben: Wohl quadratischer Westturm mit zwei flankierenden, quadratischen Treppentürmen, beim Neubau vor/um 1200 zu heutigem westwerkartigen Turm zusammengefasst. Struktur des übrigen Baus unklar.

Kirche, Blick zum Altar, nach 1968

Stiftskirche, Blick zum Altar, nach 1968

Ausstattung

Mächtiger, neoromanischer Altar (1858/59, Eduard Wellenkamp, Georg Hurtzig, Hannover), im rundbogigen Mittelfeld Kreuzigungsrelief, darüber im Dreiecksgiebel Relief mit Agnus Dei, unterhalb des Mittelfeldes rundbogiger Arkadenfries; auf den flankierenden, gemusterten Säulen vier Figuren (Cosmas, Damian, Paulus und Petrus); Altar mit seitlichen Schranken. – Vierungsaltar (1967/68), darüber hängender Kruzifix (um 14. Jh.). – Hohe Kanzel mit Schalldeckel am nordwestlichen Vierungspfeiler (1858), Kanzelkorb auf einer ornamental verzierten Säule, vor den Wandungen Skulpturen auf kleinen Podesten (Christus, Johannes der Täufer, Evangelisten Lukas, Johannes, Markus und Matthäus). – Kanzelförmiges Lesepult am südöstlichen Vierungspfeiler. – Pokalförmige Taufe (1858), runder Schaft, achtseitiges Becken, Inschrift: „MDCCCLVIII“. – Schmiedeeisernes Lesepult (Hilko Schomerus, Burgdorf). – Altarschrein mit Schnitzfiguren (zweite Hälfte 15. Jh.), Verkündigungsszene und zwölf kleinere Heiligenfiguren. – Holz-Kruzifix (1977, Ostap Rebmann, Wunstorf). – Sandsteinfiguren der Kirchenpatrone Cosmas und Damian (Anfang 16. Jh.). – Osterleuchter (Hilko Schomerus, Burgdorf). – Fürbittenleuchter in Form einer Weltkugel (1998, Hilko Schomerus, Burgdorf). – Spätgotisches Sakramentshäuschen (um 1500). – Spätromanischer Viersitz. – Romanische Kreuzplatte (um 1200). – Mehr als dreißig Grabplatten, Standmale und Epitaphien (14.–18. Jh.), u. a. für Gf. Johann von Roden-Wunstorf († 1334), für Gf. Johann von Roden-Wunstorf († 1334) und seine Ehefrau Walburgis († 1358), für die Äbtissin Alheidis de Monte († 1349), für einen Rektor der Kapelle St. Barbara († Mitte 15. Jh., rector capelle b[ea]ti barbara), für Cordt von Mandelsloh († 1537), für GSup. Heinrich Papenburger († 1606), für GSup. Joachim Leseberg († 1632), für seine Ehefrau Elsa Ludavige Leseberg († 1639), für Sup. Andreas Gottofredus Ammon († 1686), für Dechantin Sophie von Münchhausen († 1751, Johann Friedrich Blasius Ziesenis).81 – Memorientafel der Familie von Mandelsloh (dat. 1568). – Memorientafel der Familie von Holle (dat. 1569)

Kirche, Blick zur Orgel

Stiftskirche, Blick zur Orgel

Orgel

Organist wohl schon im 14. Jh. belegt. Wohl 1678 Orgelneubau, ausgeführt von Martin Vater (Hannover), zwei Manuale. Nach Instandsetzung der Kirche Orgelneubau, 1859 ausgeführt von Eduard Meyer (Hannover), 34 III/P, mechanische Traktur, Schleifladen; 1917 zinnerne Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben, später durch Zinkpfeifen ersetzt. 1938/39 Dispositionsänderung und Erweiterung, ausgeführt von Emil Hammer (Hannover), 37 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1248).82 1987–89 Renovierung, ausgeführt von Emil Hammer (Hannover), 37 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen (u. a. Zinkpfeifen des Prospekts durch Zinnpfeifen ersetzt). – Kleinorgel erbaut 1997 Orgelbau Emil Hammer (Hannover), 2 I/–, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1986).

Geläut

Vier LG, I: h (Bronze, Gj. 1898, Firma Radler, Hildesheim), Inschrift: „Jauchzet dem Herrn alle Welt, singet, rühmet und lobet. Ps. 98,4 Bete und arbeite“ und „Gegossen im Auftrage der königlichen Klosterkammer zu Hannover 1898 von J. J. Radler u. Soehne in Hildesheim“; II: dʼ (Bronze, Gj. 1926, Firma Radler, Hildesheim), Inschrift u. a. „1914–1918“, sowie mehrere Namen: Sup. Otto Gehrke, P. Julius Schulze, Kirchenvorsteher Heinrich Grünthal, Heinrich Kramer, Paul Meier, Fritz Prediger, Wilhelm Sölter und August Wolter; III: eʼ (Bronze, Gj. 1727, Thomas Rideweg, Hannover), Inschrift: „H. Friderich Ioachim Schrader Superintendens“, „Lorentz Ioachim Ohms, Iohan Heinrich Häberlin, Diaconi“ Iohan Ioachim Zorn Consul, Iohan Conrad Ketler, Bernhard Martini Senatoren, Iohan Kemma Camerarius“ und „M. Thomas Rideweg goss mich in Hannover anno 1727“, Glocke hing bis 1964 in der Marktkirche St. Bartholomäus; IV: fisʼ (Bronze, Gj. 1926, Firma Radler, Hildesheim); Radler-Glocken 1959 umgestimmt von Friedrich Wilhelm Schilling (Heidelberg). Im Dachreiter zwei SG, I: gisʼʼ (Bronze, Gj. um 1400), keine Inschrift, verziert mit mehreren Pilgerzeichen; II: cisʼʼʼ (Bronze, Gj. 1859, Johann Heinrich Bartels, Hildesheim), Inschrift: Für die Stiftskirche in Wunstorf gegossen von J. H. Bartels in Hildesheim 1859“. – Früherer Bestand: 1833 zwei geborstene Bronzeglocken verkauft. 1861 eine LG verkauft (Bronze), Inschrift: „O Sancta Barbara ora pro nobis“ (O heilige Barbara bete für uns).

Kirchenbau – Marktkirche St. Bartholomäus
Kirche, Blick zur Orgel, nach 1969

Marktkirche, Blick zur Orgel, nach 1969

Rechteckiges Schiff, erbaut um 1700, und leicht eingezogener Quadratchor, erbaut im 12. Jh. Satteldach; steinsichtiges Quader- und Bruchsteinmauerwerk, rechteckige Sprossenfenster an Südseite des Schiffs und am Chor, segmentbogige Fenster nach Norden; im Westen des Schiffs Rechteckportal nach Süden (dat. 1712), am Chor rechteckiges Nebenportal nach Süden; am Schiff Nebenportal nach Norden (dat. 1690). Im Innern flaches Tonnengewölbe im Schiff, Kreuzgratgewölbe im Chor, leicht korbbogiger Triumphbogen zwischen Chor und Schiff, Westempore mit kurzen Seitenflügeln. 1840 die beiden Dreierarkaden zwischen Schiff und Turmhalle bzw. zwischen Schiff und Turmempore geschlossen. 1989 Restaurierung Innenraum. 2006 mittlere Arkade zwischen Schiff und Turmhalle geöffnet. 2014/15 Sanierung.

Turm

Querrechteckiger Westturm, erbaut im 12. Jh. Quadermauerwerk, Kreuzdach mit achtseitigem Dachreiter aus offener Laterne und hoch ausgezogener, achtseitiger Haube, bekrönt mit Kreuz. Nach Westen und Süden Uhrziffernblätter in den Dreiecksgiebeln; nach Osten drei rundbogige Schallfenster nebeneinander, nach Norden und Süden zwei rundbogige Schallfenster nebeneinander, darunter mittig ein drittes, nach Westen zwei rundbogige Schallfenster nebeneinander, darunter mittig zwei weitere; im ersten Obergeschoss Vierpassfenster nach Süden; im Erdgeschoss nach Westen Rundbogennische mit Rechteckportal und romanischem Tympanon (Relief beschädigt, Agnus Dei noch erkennbar; 2008 hinter Holzverkleidung entdeckt). 1677/78 Sammlung zur Reparatur des Turms.83 1838–41 Sanierung und Umbau Turmhelm (Dreiecksgiebel, Kreuzdach und Dachreiter errichtet, Sockel mit Sandsteinplatten verkleidet; von der Stadt finanziert, der seitdem die Bauunterhaltung des Turms oblag, abgelöst 1959).

Ausstattung

Schlichter Blockaltar, als Retabel Triumphkreuzgruppe (Ende 15. Jh.). – An Ostwand vierteiliges Gemälde „Am dritten Tage (1991, Pablo Holger Hirndorf). – Hölzerne Kanzel (dat. 1640, 1642), Wandungen des Kanzelkorbs mit fünf Ölbildern (Christus, Evangelisten), Kanzel gestiftet von Bürgermeister Arnold Gosemann (Inschrift unterhalb der Brüstung: „Anno 1640 hat der Bürgermeister Arnold Gosemann auß christlicher Devotion diese Cantzel machen laßen. Ein Ehrenvester Raht hat sie A[nn]o 1642 mahlen laßen“). – Achtseitige Sandsteintaufe in Kelchform (Ende 16. Jh.). – Hölzerne Mondsichelmadonna (um 1520). – Marmorepitaph für G. L. F. von Wullen († 1774). – Acht Gemälde (18. Jh.): Anbetung der Könige, Grablegung Christi, Himmelfahrt Christi, Ausgießung des Heiligen Geistes, Jakobs Traum, Kreuzigung Christi, Auferstehung Christi, Darstellung im Tempel. – Handreliquie St. Bartholomäus.

Orgel von 1912, vor 1969

Marktkirche, Orgel von 1912, vor 1969

Orgel

Orgelneubau 1912, ausgeführt P. Furtwängler & Hammer (Hannover), 7 I/P, pneumatische Traktur, Membranladen (Opus 740. Orgelneubau 1969, ausgeführt von Orgelbau Emil Hammer (Hannover), 7 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 1573 A). 2008 Instandsetzung und Erweiterung, ausgeführt von Jörg Bente (Suthfeld-Helsinghausen), 8 I/P mechanische Traktur, Schleifladen.84

Geläut

Eine LG, cʼʼ (Bronze, Gj. 1452), Inschrift: „o rex glorie veni in pace in die petri et pauli ano dni m cccc lii“ (O König der Ehre komm in Frieden. Am Tag des Petrus und der Paulus im Jahre des Herrn 1452).85 Zwei SG, I: esʼʼ (Bronze, Gj. 1747, Christoph Weidemann, Hannover), Inschrift: „Christofer Weidemann gos mich in Hannover Anno 1747“; II: gʼʼ (Bronze, Gj. 1582, Christoph Horenbarch), Inschrift: „Christoph Horenbarch 1582“. – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze), geborsten und umgegossen zu einer neuen LG, eʼ (Bronze, Gj. 1727, Thomas Rideweg, Hannover), 1964 an Stiftskirche abgegeben (siehe dort, LG III).

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeindehaus neben der Stiftskirche (Bj. 2000). – Ehemaliges Pfarrwitwenhaus (Bj. 1584, 1990 saniert).

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof der Marktkirche 1220 belegt (Cimiterio forensis ecclesie).86 Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Stiftskirche. Neuer kirchlicher Friedhof im Norden der Stadt, FKap.

Liste der Pastoren (bis 1949)

Wunstorf, Marktkirche St. Bartholomäi
Um 1570 Friedrich Dedekind. – 1571 (?)–1598 Johannes Wichmann. – 1599–1617 Johann Wolkenhar. – 1618–1624 Theodor Michaelis. Vor 1630–1636 Gabriel Gronemann. – 1636–1638 Caspar Theinius. Um 1644 Caspar Stein. – 1645–1651 Paul Gebhardi.
Wunstorf, Stiftskirche
Erste Pfarrstelle. Vor 1543–15.. Johann Vordis. – 1550–15.. Hermann Tütingk. – 1555–1593 Magister Bartholomäus Sprockhoff. – 1593–1606 Dr. Heinrich Papenburger. – 1608–1620 Magister Johann Sötefleisch. – 1620–1632 Joachim Leseberg. – 1633–1650 Magister Ludolf Heise. – 1651–1671 Herbert Rolfs (Rudolphi). – 1672–1686 Lic. Andreas Gottfried Ammon. – 1687–1708 Dr. Polykarp Lyser (Lyserius, Leyser). – 1708–1726 Philipp Ludwig Böhmer. – 1727–1728 Joachim Friedrich Schrader. – 1729–1754 Christoph Ludwig Jahns. – 1754–1756 Johann Wilhelm Lüder. – 1758–1769 David Georg Lunde. – 1770–1794 August Wilhelm Lüder. – 1795–1821 Justus Christoph Brasen. – 1822–1828 Johann Heinrich Siegfried Bialloblotzki. – 1829–1835 Georg Heinrich Gündel. – 1836–1867 Dr. Georg Ernst Heinrich Mehliß. – 1868–1875 Daniel Isenberg. – 1876–1888 Carl Friedrich Jacobi. – 1889–1914 Julius Gustav Adolf Oswald Freybe. – 1916–1918 Georg Ludwig Rudolf Münchmeyer. – 1919–1930 Paul Dietrich Otto Gehrcke. – 1930–1954 Hermann Heinrich Wilhelm Hövermann.
Zweite Pfarrstelle (Kaplanei). – 1556 Johannes Sprockhoff. – 15..–1569 Ludolphus Leseberg. – 1570, 1589 Theodorus Rickmann (Riechmann). – 1598–1620 Joachim Leseberg. – 1620–16.. Magister Johann Stephani. – 1624–1652 Theodor Michaelis. – 1653–1656 Friedrich Limburg. – 1656–1663 Hermann Deichmann. – 1663–1665 Magister Johann Christian (Christoph) Specht. – 1665–1671 Konrad Michaelis. – 1671–1672 Justus Vilter. – 1672–1676 Magister Christian Specht. – 1677–1710 Otto Conrad Schrader. – 1710–1726 Joachim Friedrich Schrader. – 1727–1736 Johann Caspar Bauer. – 1736–1748 Johann Melchior Herbst. – 1748–1763 Otto Christoph Kahle. – 1763–1770 Dr. Philipp Franziskus Schouster. – 1770–1807 Conrad Julius Dedekind. – 1807–1836 Johann Wilhelm Christian Eberhard Friederich. – 1834–1838 Ernst Christian Friedrich Jordan. – 1839–1842 Hermann Dietrich Wilhelm Friedrich Beneken. – 1842–1848 Adolf Göschen. – 1848–1860 Wilhelm Johann Franz Meyer. – 1860–1870 Gustav Julius Meyer. – 1871–1877 Heinrich Peter Wilhelm Peters. – 1878–1901 Christoph Gottlieb Ludwig Pfannkuche. – 1902–1934 Carl Ludwig Julius Schulze. – 1935–1963 Leopold Klee.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 538–540 und III, S. 48

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 11986–12009 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 8965–8985 (Pfarrbestallungsakten); A 5 Nr. 958 (Spec. Landeskons.); A 9 Nr. 2517–2519 (Visitationen); D 42 (EphA Wunstorf); L 5a Nr. 404, 1467–1468 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 09 rep Nr. 2333–2334 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7598 (Findbuch PfA).

Literatur & Links

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S: 1421–1426; Gemeindebuch KK Wunstorf, S. 7–13; Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf, S. 32; Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 527–549; Meyer, Pastoren II, S. 538–540; Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 191–229, II, Abb. 398–489 Paravicini, Residenzen, Bd. IV,2, S. 1735–1740.
B: Markus C. Blaich, Jörg Richter: Die Stiftskirche St. Cosmas und Damian zu Wunstorf. Untersuchung und Instandsetzung im Vorfeld des 1150-jährigen Gründungsjubiläums 2021, in: Denkmalpflege 40 (4/2020), S. 32–36; Urs Boeck: Die Stiftskirche in Wunstorf (= Große Baudenkmäler 249), München/Berlin ³1998; Richard Drögereit: Zur Geschichte von Stift und Stadt Wunstorf, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 30 (1958), S. 210–236; Richard Dörgereit: Zur Frühgeschichte des Stiftes Wunstorf, in: Jahrbuch der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte 63 (1965), S. 24–34; Klaus Fesche: Geschichte Wunstorfs. Die Stadt, der Flecken und die Dörfer, Springe 2010; Daniela Stefanie Hauf: Die Innenausstattung der Stiftskirche zu Wunstorf im 19. Jahrhundert, Wunstorf 2004 [Magisterarbeit, Philosophische Fakultät Georg-August-Universität Göttingen]; Armin Mandel: Das Wunstorf Buch. Aus der Geschichte einer Stadt und ihrer Landschaft (= Wunstorfer Geschichte 13), Hannover 1990; Ernst Oeters: Die Stiftskirche zu Wunstorf, ihre Baugeschichte und Stellung innerhalb der städtischen Architektur, Marburg 1941; Heinrich Ohlendorf (†): Geschichte der Stadt Wunstorf (= Wunstorfer Geschichte 1), Wunstorf 1957; Helga Simon: Wunstorf. Rechts- und Herrschaftsverhältnisse von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert, Wunstorf 1969.

Internet: Denkmalatlas Niedersachsen

GND

1215863780, Evangelisch-lutherische Stifts-Kirchengemeinde (Wunstorf); 4786276-2, Evangelische Stiftskirche Sankt Cosmas und Domian (Wunstorf)


Fußnoten

  1. MGH DD LdD 140; Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 1. Die Urkunde ist in Abschriften überliefert. Vgl. auch Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 64.
  2. Drögereit, Frühgeschichte, S. 24 ff. (Drögereit vermutet als Weihetag der ersten Kirche den 1. August 868, vgl. ebd., S. 31); Dolle, Klosterbuch III, S. 1576 ff., siehe auch http://www.landesgeschichte.uni-goettingen.de/kloester/website/artikel.php?id=814, 11.03.2021.
  3. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 35 (ad civitatem Wnstorpensem). Zur Entwicklung Wunstorfs knapp: Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 527 ff.; Drögereit, Geschichte, S. 210 ff.; Simon, S. 17 ff.
  4. Knapp zu den Wunstorfer Grafen: Paravicini, Residenzen, Bd. IV,2, S. 1735 ff.
  5. Westfälisches UB III, Nr. 327. Als Eigenbezeichnung Conradus Dei gratia dictus Comes in Wnstorpe zuerst 1237, Cal. UB III, Loccum, Nr. 71.
  6. UB Stadt Wunstorf, Nr. 1.
  7. Das Stift Wunstorf wurde 1901 mit dem Stift Bersenbrück und dem Hildesheimer Georgsstift zusammengelegt und bestand formal noch bis 1964.
  8. Kartografische Übersicht bei Mandel, S. 90 f.
  9. Kartografische Übersicht bei Mandel, S. 405.
  10. Urkunde gedruckt in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 35 (1963), S. 207 f. Siehe auch: NLA HA Celle Or. 9 Nr. 2504, 16.03.2021.
  11. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 35: sechs Kanoniker genannt: Hermanno, Wicboldo, Godefrido, Arnoldo, Leshardo, Absolone. Laut einer Urkunde von 1276 bestanden von Anfang an zwölf Kanonikate an der Stiftskirche (Duodecim fratribus in nostra Ecclesia a prima fundacione, ebd., Nr. 21). Vgl. auch Drögereit, Geschichte, S. 210 ff. und Drögereit, Frühgeschichte, S. 27 ff. Drögereit verneint die Möglichkeit, Wunstorf sei vor Gründung des Stifts „Urpfarrei“ gewesen, die im Stift aufgegangen sei, denn ein „solcher Eingriff in bestehende, feste Rechtsverhältnisse wäre schon allein der Sicherheit halber in der Urkunde [von 871] festgehalten worden“ (ebd., S. 30). Vgl. dagegen Ohlendorf, S. 220 f.
  12. MGH SS 3, S. 80.
  13. Drögereit, Frühgeschichte, S. 31; Urkunde gedruckt in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 35 (1963), S. 207 f., siehe auch: NLA HA Celle Or. 9 Nr. 2504, 16.03.2021.
  14. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 33.
  15. Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 202.
  16. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 32.
  17. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 38.
  18. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 117.
  19. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 158 und 160.
  20. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 170.
  21. 1376: deme hilghen apostele sunte bertholomeus unde syme Cappellane deme kerkheren to der Marketkerken, Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 171.
  22. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 5 (mit falschem Jahr 1228, vgl. dazu Westfälisches UB VI, Nr. 86); Drögereit, Geschichte, S. 219.
  23. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 147 und 170; Ohlendorf, S. 49.
  24. Henricus Greue de conf. eccl. in foro op. Wnstorpe Minden. dioc. que in sec. et colleg. eccl. d. op. vicar. reputatur vac. p. res. Henrici Pattensen, RG Online, RG IV 04528, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/4528, 12.03.2021.
  25. RG Online, RG V 00762, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/5/762, 12.03.2021.
  26. Westfälisches UB VI, Nr. 521. Vgl. auch Drögereit, Geschichte, S. 226.
  27. Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 196.
  28. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 261; Ohlendorf, S. 49 f.
  29. UB Stadt Wunstorf, Nr. 78, 93
  30. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff. Zu Wunstorf siehe auch Ohlendorf, S. 56 ff.
  31. Dazu ausführlich: Doll, Liebfrauenkirche, S. 81 ff.
  32. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 361 f.
  33. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 362 f. Bei der ersten Synode der Calenberger Pastoren, die sich 1544 in Pattensen versammelte, gehörte Vordis zum sechsköpfigen Präsidium, Doll, Liebfrauenkirche, S. 164, Anm. 557.
  34. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 363; zur Ausstattung der beiden Kaplaneien dienten u. a. die Nicolaipfründe und die Pfründe Unser lieben Frauen.
  35. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 364. Darüber hinaus erhielt er „das Beneficium Barbare im sichenhauß“
  36. „Nach dem absterben her Bredemans sol die prebende gertrudis vnd Michaelis beneficium zu einem stipendio ewiglich verordnet sein vnd pleiben, vnd einem bürgers sun, so zu Wunstorf oder wo der Herschaft geliebt, Acht jar davon zu studiren vergönnet vnd nach außgangk solcher jar einem anderen durch die Herschaft verlehnet werden.“ und „Die prebendt Mauricii, so baltzers Hülsings sun zu behüf seines studirens durch die Herschaft verlehnet ist, lesset man also die Zeitfeines studirens pleiben. Aber nach außgangk der Jar zu solchem studio gehörig sols einem andern knaben durch die Herschaft verlehnet werden vnd ewiglich ein stipendium pleiben“, Kayser, Kirchenvisitationen, S. 366.
  37. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 368.
  38. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 368.
  39. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 365, Anm. 741.
  40. Ohlendorf, S. 64.
  41. Ohlendorf, S. 65 f.
  42. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  43. Kayser, General-Kirchenvisitation II, S. 58.
  44. Kayser, General-Kirchenvisitation II, S. 57.
  45. Steinmetz, GSup. Calenberg, S. 46 und 49 ff.
  46. Digitalisat online, 17.03.2021; Vgl. zu Brasen knapp: Mandel, S. 395.
  47. LkAH, B 2 G 9/Wunstorf, Stiftskirche, Bd. IV (Abschrift des Vertrags über das Verhältnis des allgemeinen Klosterfonds zur Dotation der Stifts-Küster- und Organisten-Stelle in Wunstorf, 29.05.1865). In der Literatur wird regelmäßi 1850 als Jahr der Aufhebung genannt; im zitierten Vertrag heißt es vollständig: Nachdem nun mit der am 1. Juli 1863 erfolgten Aufhebung des Mannsstifts St. Cosmae et Damiani in Wunstorf der allgemeinde Klosterfonds auf Grund des Gesetzes vom 24. Januar 1850 in das gesamte Stiftsvermögen eingetreten ist…“.
  48. Sudendorf, UB I, Nr. 160. Vgl. insgesmat Mandel, S. 328 ff.; Obenaus, Handbuch II, S. 1591 ff.
  49. LkAH, S 1 H III Nr. 119, Bl. 12, die folgenden Angaben und Zitate ebd.; allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  50. Ohlendorf, S. 230 ff. sowei Abb. 42 und 43; Mandel, S. 370 ff.; Fesche, S. 248.
  51. LkAH L 5a Nr. 404 (Visitationen 1937 und 1947).
  52. Ohlendorf, S. 227; KABl. 1954, S. 106.
  53. Gemeindebuch KK Wunstorf, S. 12.
  54. KABl. 1959, S. 104; Otte, Landessuperintendenten, S. 250 f.
  55. Gemeindebuch KK Wunstorf, S. 12.
  56. KABl. 1963, S. 7; KABl. 1963, S. 10.
  57. KABl. 1977, S. 108.
  58. KABl. 1987, S. 2.
  59. KABl. 2019, S. 54 ff. Schon 2008/09 hatten die vier Gemeinden über eine mögliche Fusion verhandelt.
  60. KABl. 2001, S. 65.
  61. KABl. 1987, S. 2.
  62. Ohlendorf, S. 229; KABl. 1954, S. 106; KABl. 1963, S. 7; KABl. 1963, S. 10; KABl. 1987, S. 2; KABl. 2001, S. 65.
  63. KABl. 1959, S. 104; KABl. 1987, S. 2.
  64. KABl. 1998, S. 35 f.
  65. KABl. 1994, S. 22.
  66. KABl. 1977, S. 108.
  67. KABl. 1964, S. 60.
  68. KABl. 1963, S. 7.
  69. KABl. 1957, S. 41.
  70. Ohlendorf, S. 227; KABl. 1953, S. 136.
  71. Holscher, Bisthum Minden, S. 206 f.; Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 35: Hermannum maioris ecclesie canonicum et scolasticum et Wnstorpensis ecclesie archidyaconum. Archidiakon war in der Regel ein Mindener Domherr.
  72. KABl. 2001, S. 140 f.
  73. Vgl. Ohlendorf, S. 83.
  74. Vgl. Steinmetz, GSup. Calenberg, S. 25 ff.
  75. KABl. 1958, S. 92.
  76. KABl. 1963, S. 7.
  77. KABl. 1977, S. 108.
  78. KABl. 1993, S. 143 f.
  79. Bei Anlegung der Grundbücher wurde „die Kirchengemeinde irrtümlich als Eigentümerin eingetragen […] Die Klosterkammer übernimmt aber trotzdem alle mit der Kirche verbundenen Lasten“, Mandel, S. 156.
  80. Knapper Überblick zur Baugeschichte zuletzt bei Blaich/Richter, S. 35 f.
  81. Vgl. Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 205 ff.
  82. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 149.
  83. Mandel, S. 187.
  84. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 178.
  85. Abweichende Lesart: „M CCCClv“ (1455), vgl. LkAH, B 2 G 9/Wunstorf Bd. III (Die Rechtsverhältnisse des Marktkirchenturms der St. Bartholomäuskirche zu Wunstorf, 07.09.1957, Dr. Gercke).
  86. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 5.