Sprengel Hannover, KK Neustadt-Wunstorf | Patrozinium: – | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich ist das Haufendorf erstmals im Jahr 1220 belegt, als Gf. Hildebold III. von Limmer nach einem Schiedsspruch des Mindener Bischofs dem Stift Wunstorf den sogenannten Osterhof in Lute überließ (curtem unam in Lute que dicitur Osterhoff).1 Das Dorf gehörte seit der zweiten Hälfte des 12. Jh. zum Herrschaftsgebiet der Gf. von Roden, die sich auch von Limmer bzw. von Wunstorf nannten.2 1446 verkauften Gf. Julius von Wunstorf und sein Sohn Ludolf die Gft. Wunstorf an Bf. Magnus von Hildesheim, der sie noch im gleichen Jahr weiterverkaufte an den welfischen Hzg. Wilhelm I. von Braunschweig-Lüneburg; die gräfliche Burg Blumenau nördlich von Wunstorf wurde Sitz des gleichnamigen Amtes im welfischen Fsm. Calenberg (1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover). Von 1810 bis 1813/14 zählte Luthe zum Kanton Wunstorf im Distrikt Hannover des Allerdepartements im französischen Satellitenkgr. Westphalen. Danach war das Dorf, nun im Kgr. Hannover, zunächst wieder Teil des Amtes Blumenau und kam 1859 zum Amt Neustadt am Rübenberge. Mit der Annexion des Kgr. Hannover wurde Luthe 1866 preußisch. Seit Einführung der Kreisverfassung 1885 gehörte der Ort zum Kr. Neustadt am Rübenberge, der 1974 im Lkr. Hannover aufging. Gleichzeitig wurde Luthe in die Stadt Wunstorf eingemeindet. 2001 schlossen sich Stadt und Lkr. Hannover zur Region Hannover zusammen. Ein Großbrand zerstörte 1783 einen Großteil der Höfe in Luthe; beim Wiederaufbau wurden einige Höfe verlegt, um im Dorfkern größere Abstände zu schaffen.3 Seit dem späten 19. Jh. siedelten sich verschiedene Industriebetriebe in Luthe an und veränderten das ehemalige Bauerndorf nachhaltig (u. a. 1889 Portland-Cement-Fabrik Schmidt, Brosang und Co., 1911 Fulgurit Werke, 1952 Deutsche Marley Floor Tile GmbH).4 1935 beschrieb der Ortspfarrer die Gemeinde als sozial „ziemlich bunt geschichtet“: ein Viertel Landwirte, ein Viertel Angestellte der Post und der Eisenbahn sowie „landwirtschaftliche Arbeiter und Fabrikarbeiter, Kaufleute und Handwerker“.5 1986 heißt es: „Die meisten ‚Luthe‘raner Arbeitnehmer fahren als Pendler vor allem nach Hannover“.6 Neubaugebiete entstanden überwiegend südlich und südwestlich des alten Dorfkerns. Um 1812 lebten knapp 700 Menschen in Luthe, 1905 rund 1.500, 1950 gut 2.480 und 2020 etwa 5.700.

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1960

Kirche, Ansicht von Südosten, um 1960

Kirchlich gehörte Luthe bis hinein in die erste Hälfte des 17. Jh. zum Kirchspiel Wunstorf. Eine eigene Kapelle besaß das Dorf jedoch vermutlich schon im 12./13. Jh. Der Turm der heutigen, in der ersten Hälfte des 19. Jh. erbauten Kirche, trägt die Jahreszahlen 1490 und 1495. Für die Gottesdienste in der Kapelle waren die Wunstorfer Stiftskanoniker zuständig.7
Zur luth. Lehre wechselte Luthe zusammen mit seiner Muttergemeinde Wunstorf im Jahre 1542, als Hzgn. Elisabeth von Calenberg-Göttingen als Vormund ihres Sohnes Erich die Reformation im Fsm. Calenberg einführte. Sie setzte die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und ließ 1542/43 die Gemeinden, Stifte und Klöster im Fürstentum visitieren.8 In den Protokollen dieser Visitation ist die Kapelle erstmals schriftlich erwähnt, sie sei „ein filial im Thumbstifte Wunstorf“.9 Weiter heißt es: „Dusse Cappel wirt durch die Thumbherren curiert“, die Stiftskanoniker waren also für den Gottesdienst in Luthe zuständig. An Kleinodien besaß die Kapelle: „1 Kilch. 1 Mißegewant. 1 Silbern verguld. Pacifical“. Die luth. Gottesdienst in Luthe endeten vermutlich Anfang der 1550er Jahre wieder: 1545 hatte Elisabeths Sohn als Hzg. Erich II. die Regierung übernommen, war 1547 zum kath. Glauben übergetreten und hatte 1550 in Wunstorf wieder eine kath. Äbtissin eingesetzt. Seine Rekatholisierungsversuche scheiterten schließlich 1553/55 an den Calenbergischen Ständen. Nach dem Tod Erichs II. fiel Calenberg 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius führte seine 1569 aufgestellte KO auch hier ein.10 1588 ließ er die calenbergischen Städte und Gemeinden visitieren. Zu Luthe finden sich in den Visitationsprotokollen zwei kurze Angaben: Der Wunstorfer Kaplan Theodor Rickmann predige bisweilen in Luthe, und Johann Wichmann, Prediger der Wunstorfer Marktkirche, predige „nur an hohen Festen“ in der Luther Kapelle.11
Im Jahre 1638 bat die KapG Luthe beim Konsistorium in Hildesheim um einen eigenen Pfarrer.12 Der Gottesdienstbesuch in Wunstorf sei schwieriger, seit „das Städtlein Wunstorf nunmehr ringsumbher befestiget“ sei und in der Kapelle in Luthe fänden Gottesdienste lediglich an Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten statt.13 Zudem habe angeblich auch in vorref. Zeit ein Priester in Luthe gelebt. Während der Blumenauer Amtmann Heinrich Nölting das Ansinnen unterstützte, zeigte sich der Wunstorfer P. und GSup. Ludolf Heise (amt. 1633–1650) ablehnend. Er berichtete dem Konsistorium, nur wenige Luther ständen hinter dem Wunsch nach einem eigenen Geistlichen (den es dort auch vor der Reformation nicht gegeben hätte), auch seien Kapelle, Schule und Friedhof in einem schlechten Zustand und überdies könne die Wunstorfer Pfarre nicht auf die Einnahmen aus Luthe verzichten. Die Luther ließen daraufhin notariell bestätigen, dass nicht einige, sondern alle Dorfbewohner die Berufung eines eigenen Pfarrers befürworteten. Im August 1639 entschied das Konsistorium im Sinne der Luther. Als Entschädigung sollten sie jährlich 15 Taler an die Wunstorfer Pfarre zahlen (bis 1650). Der Versuch jedoch, auch Blumenau in die neue Gemeinde einpfarren zu lassen, scheiterte; Amtmann Nölting besuchte jedoch weiterhin die Gottesdienste in Luthe, fuhr nur zu den Abendmahlsgottesdiensten nach Wunstorf.

Kanzelaltar, um 1960

Kanzelaltar, um 1960

Erster Pfarrer der neuen Gemeinde wurde P. Konrad Dedekind (amt. 1639–1644). Die Erhebung der Kapelle zur Pfarrkirche machte nun die Anschaffung des bis heute erhaltenen Taufsteins nötig; er trägt neben den Namen der Stifter Hinrich Tilen und Hinrich Howindt die Jahreszahl 1639. Nach P. Dedekinds Weggang schlug P. und GSup. Heise dem Konsistorium vor, die Pfarre in Luthe wieder aufzuheben, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Ein erstes Pfarrwitwenhaus ließ die Gemeinde vermutlich um 1663/64 bauen.14
Schon im Visitationsbericht von 1698 heißt es, die Kirche in Luthe sei zu klein für die Gemeinde.15 Acht Jahrzehnte später beschrieb P. Johann Wilhelm Raake (amt. 1767–1785) den Kirchenraum als dunkel, eng und dumpf; der „Pastor kann sein Amt nicht ohne Beängstigung verrichten und an schwülen Sommertagen zerschmilzt er fast“.16 Im Jahre 1781 lagen schließlich Pläne für eine Erweiterung der Kirche vor, aber nach dem Dorfbrand 1783 mussten zunächst das Pfarrhaus und das Schulhaus wieder aufgebaut werden und die Gemeinde war verarmt. 1787 bewilligte der Hannoveraner Kfs. und brit. Kg. Georg III. der Gemeinde Luthe zum Bau einer neuen Kirche insgesamt 2.000 Taler aus den Überschüssen der Landeslotterie, die innerhalb der nächsten Jahre in vier Raten ausgezahlt werden sollten.17 Die Arbeiten begannen schließlich nach Ende der napoleonischen Zeit: Ostern 1818 feierte die Gemeinde den letzten Gottesdienst in der alten Kirche, im November 1819 den ersten in der neuen. Der mittelalterliche Kirchturm blieb erhalten.
P. Georg Karl Wilhelm Böker (amt. 1924–1931), vorher Pfarrer in verschiedenen deutschen Gemeinden in Südafrika, gründete in seiner Zeit in Luthe die Ev. Frauenhilfe (1925) und richtete Missionsfeste und -abende ein.18 Auch ein Kirchenchor entstand in diesen Jahren. Während der NS-Zeit hatte P. Sighard Heinrich Itzen (amt. 1932–1945) das Luther Pfarramt inne. Im knapp ausgefüllten „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab er über sich selbst an: „weder politisch noch kirchenpolitische Parteizugehörigkeit“.19 Auch der 1933 neu gewählte KV sei neutral gewesen. Nach der Visitation 1942 schrieb der Wunstorfer Sup., in der Gemeinde Luthe sei „für Kalenberger Verhältnisse früher kirchlicher Sinn und Beteiligung am kirchlichen Leben besonders gut entwickelt gewesen“. Seit zehn Jahren sei die Entwicklung nun erheblich rückläufig. Dennoch heißt es knapp ein Jahrzehnt später, Luthe sei noch immer „die am meisten kirchlich gesinnte Gemeinde im Kirchenkreis“ (1951).20
In der zweiten Hälfte des 20. Jh. stieg die Zahl der Gemeindeglieder zunächst aufgrund des Zuzugs Geflüchteter und später aufgrund des Baus neuer Wohngebiete stark an: 1935 zählte die KG Luthe 1.330 Gemeindeglieder, 1951 etwa 2.150 und 1986 bei rund 4.080. Gleichzeitig wuchs auch die kath. Bevölkerung (1935 etwa 25, 1986 gut 860), die zur Pfarrei St. Bonifatius Wunstorf gehört. Bis zum Bau der kath. Kapelle Zum Heiligen Kreuz in Luthe im Jahr 1971 fanden kath. Gottesdienste auch in der ev. Kirche statt (Kapelle 2012 abgebrochen).
Im Jahr 1995 eröffnete die KG den ev. Kindergarten Arche Noah, der sich seit 2011 in Trägerschaft des KK Neustadt-Wunstorf befindet. Zusammen mit den KG Dedensen, Gümmer, Idensen, Kolenfeld, Munzel-Landringhausen und Schloß Ricklingen gründete die Gemeinde Luthe zum 1. Januar 2018 den KGV Region Südland. Zur Erfüllung ihrer gemeindlichen Aufgaben wollen die Gemeinden und Pfarrämter auf inhaltlicher, personeller und finanzieller Ebene eng zusammenarbeiten.21 In den Bereichen Jugendarbeit, Kirchenmusik und Diakonie unterstützt die Stiftung „Zukunft mit Kirche“ die Arbeit der KG sowohl im KGV Region Südland als auch im KGV Bokeloh und Wunstorf (Corvinus-, St.-Johannes- und Stiftsgemeinde Wunstorf).22

Umfang

Der Wunstorfer Ortsteil Luthe. Bis 1953 auch Lönsstraße, Hannoversche Straße, Dreieck Hannoversche Straße – Lutherweg – Blumenauer Straße, Friedrichstraße, Westseite und Lutherweg (teilweise), dann umgepfarrt in KG Wunstorf.

Aufsichtsbezirk

Mit Gründung der eigenständigen Pfarrgemeinde Luthe 1639 zur Insp. Wunstorf (1924: KK). Zum 1. Januar 2001 fusionierten die KK Wunstorf und KK Neustadt am Rübenberge zum neuen KK Neustadt-Wunstorf; Sitz der Suptur. wurde Neustadt.23

Patronat

Der Landesherr (bis 1871).

Kirchenbau

Kleiner, vierachsiger Rechteckbau, errichtet 1818/19 (Entwurf: Ingenieurhauptmann Bergmann, Hannover).24 Satteldach mit flachem Walm nach Osten. Steinsichtiges Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung; große, rundbogige Sprossenfenster an den Längsseiten; Rechteckportale nach Süden und Osten, darüber jeweils kurzes rundbogiges Sprossenfenster. Im Innern Ostempore und u-förmige Emporenanlage im Westen; hölzerne Emporenpfeiler tragen hohes Tonnengewölbe, über Ost- und Seitenemporen flache Decke; rundbogiger Durchgang zur Turmhalle; Raum unterhalb der Ostempore mit Scherwand abgetrennt (Sakristei), links und rechts des Kanzelaltars rundbogige Durchgänge. 1925 Neugestaltung Innenraum (neues Gestühl; Neuausmalung, Malermeister Fritz Widdel). 1960 Neuausmalung (Entwurf: Ferdy Horrmeyer, Hannover; Malermeister Heinrich Widdel, Luthe). 1962 Kirchendach erneuert. 1991 Neuausmalung (Firma Hinze, Luthe).

Turm

Westturm, erbaut 1490. Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung; verkupferter Turmhelm mit vierseitigem Ansatz und achteckiger Spitze, bekrönt mit Kugel und Kreuz, Auslegestuhl für Uhrschlagglocke nach Süden. Im Glockengeschoss rundbogiges Schallfenster nach Norden und rechteckiges nach Süden, westliches Schallfenster teilweise verdeckt von Uhrziffernblatt. Nach Westen spitzbogiges Portal mit Jahreszahl „m cccc l xxxx“ (1490), darüber Schartenfenster, darüber schmales Flachbogenfenster; auf einem Eckquader Jahreszahl „m cccc xc v“ (1495); im Erdgeschoss Rechteckfenster nach Norden und Süden. 1861 Turmhelm erneuert. 1966 Schiefer- durch Kupferdeckung ersetzt.

Vorgängerbau

Kleiner romanischer Bau, erneuert in frühgotischer Zeit. Schiff kaum breiter als Turm, dreiseitiger Chorschluss. Im Innern „ein niedriges, schweres Gewölbe“25, Emporen an Nord-, West- und Südwand. 1639 Reparatur („Chor erhöhet, den Altar gezieret, den alten Predigtstuhl wie auch einige alte verlesene Ständer erneuert, die Kirchtür […] verlegt, die Fenster größer und neu gemacht und also das Gotteshaus in Dach und Fach gebracht“).26 1755 Kanzelaltar. 1775 Sakristeianbau im Osten (Fachwerk). Kapelle 1818 abgebrochen.

Ausstattung

Einfacher, klassizistischer Kanzelaltar (1820), zwei kannelierte Pilaster tragen schlichtes Gebälk, im Aufsatz kleines Kreuz; zwischen den Pilastern fünfseitiger Kanzelkorb mit Christusmonogramm, unterhalb der Kanzel Inschrift: „Wie heilig ist diese Stätte! Hie ist nichts anderes denn Gottes Haus“; Altar mit seitlichen Schranken. – Sechseckige Sandsteintaufe in Pokalform (1639, Fuß 19. Jh.), Inschrift am Becken: „1639 Actor. 2 Ein ieglicher las sich tavffe[n] avf de[n] name[n] Iesu Christi. Matthe. A. Letz gehet hin in ale Welt v[n]d lehret ale Leyte[n] v[n]d teyffet sie. Hinrich Tilen, Hinrich Howindt“; Taufstein 1819 bis etwa 1900 nicht verwendet (statt dessen Taufschale im Pfosten der linken Altarschranke), kurz nach 1900 wieder im Chorraum aufgestellt. – Viereckiger, hölzerner Opferstock mit Eisenbeschlägen.

Orgel

Orgel

Orgel

Keine Orgel in der alten Kirche. Erste Orgel erbaut 1849/50 von Philipp Furtwängler (Elze), 12 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 17).27 Im Ersten Weltkrieg 39 zinnerne Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgegeben (1917), nach Kriegsende durch Zinkpfeifen ersetzt. 2012 restauriert von Jörg Bente (Suthfeld-Helsinghausen), 12 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Denkmalorgel (seit 1953).

Geläut

Drei LG, I: gʼ Inschrift: „Geduldig in Trübsal“; II: aʼ, Inschrift: „Seid fröhlich in Hoffnung“ und „Ev. Frauenhilfe Luthe“ (Stifterin); III: cʼʼ, Inschrift: „Haltet an am Gebet“ (alle Bronze, Gj. 1972, Petit & Edelbrock, Gescher); alle Glocken tragen überdies die Inschriften „Me fecit Ingenieur Hans Hüesker“ und „Luthe Weihnachten 1972“. Zwei SG, I: aʼʼ (Bronze, Gj. 1973, Petit & Edelbrock, Gescher); II: cʼʼʼ (Bronze, Gj. um 1900). – Früherer Bestand: 1638 zwei Glocken vorhanden.28 Große LG (Bronze) geborsten und umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1710, Thomas Rideweg, Hannover), 1921 verkauft (oder im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben). Eine neue kleine LG (Bronze, Gj. 1816, Christoph Weidemann, Hannover), Inschrift: „Herr C. Beckedorf und B. Stille Altaristen der Gemeinde Luthe. Gegossen von Christoph Johann Weidemann in Hannover“, im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (oder 1921 verkauft).29 Drei LG, I: gesʼ, Inschriften: „Ehre sei Gott in der Höhe“ und Namen der Gemeindevorsteher; II: bʼ, Inschriften: „Friede auf Erden“ und „Pastor Grevemeyer“; III: desʼʼ, Inschriften: „Den Menschen ein Wohlgefallen“ und „1921“ (alle Eisenhartguss, Gj. 1921, Bochumer Verein), 1972 abgenommen und an Südseite des Turms aufgestellt.30

Friedhof

Ehemaliger kirchlicher Friedhof rund um die Kirche, wohl genutzt bis zum Neubau der Kirche 1818/19. Neuer kirchlicher Friedhof, angelegt am nordwestlichen Ortsrand (am Lienacker), ehemalige FKap (Bj. 1908, erweitert 1968). Nordöstlich anschließend der 1937 angelegte kommunale Friedhof, FKap.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1967). – Gemeindehaus (Bj. 1783, altes Pfarrhaus, zweistöckiger Fachwerkbau mit Walmdach).31

Liste der Pastoren (bis 1940)

1639–1644 Konrad Dedekind. – 1644–1652 Günther Erich Nikeling. – 1652–1662 Statius Sonnemann. – 1662–1693 Hermann Abelmann. – 1693–1718 Johann Burchard Phönius. – 1718. – 1718–1726 Johann Caspar Bauer. – 1727–1766 Johann Gerhard Sprengel. – 1767–1785 Johann Wilhelm Raake (Raacke). – 1785–1814 Johann Friedrich Jürgens. – 1814–1845 August Gottlieb Carl Lauenstein. – 1845–1871 Johann Friedrich Wilhelm Halle. – 1871–1888 August Wilhelm Kaune. – 1889–1895 Christian Bernhard Halle. – 1895–1923 Wilhelm Hermann Grevemeyer. – 1923–1931 Georg Karl Wilhelm Böker. – 1932–1945 Sighard Heinrich Itzen.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 114

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 7444 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 5273–5282 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1494–1497 (Pfarrbestallungsakten); D 42 (EphA Wunstorf); L 5a Nr. 262 (LSuptur. Calenberg-Hoya mit Verden-Hoya und Celle); S 09 rep Nr. 1705 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7930 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher (vor 1875)

Taufen: ab 1639 (Lücken: 1652–1662)
Trauungen: ab 1639 (Lücken: 1652–1662)
Begräbnisse: ab 1640 (Lücken: 1652–1662)
Kommunikanten: ab 1780 (Lücken: 1806–1891), Erstkommunikanten: 1780–1805
Konfirmationen: ab 1876

Literatur & Links

A: Gemeindebuch KK Wunstorf, S. 28–30; Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf, S. 18; Aust, Benne et al., Kirchen, Klöster, Kapellen, S. 272–273; Krumm, Denkmaltopographie Region Hannover, S. 563–564; Meyer, Pastoren II, S. 114; Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 91–94, II, Abb. 195–202.
B: Hermann Mussmann: Geschichte des Dorfes Luthe, Wunstorf 1968, bes. S. 243–324.

Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche, Taufstein

GND

2110692-7, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde (Luthe)


Fußnoten

  1. Cal. UB IX, Wunstorf, Nr. 5 (mit falschem Jahr 1228, vgl. dazu Westfälisches UB VI, Nr. 86).
  2. Vgl. Mussmann, S. 49 ff. Knapp zu den Wunstorfer Grafen: Paravicini, Residenzen, Bd. IV,2, S. 1735 ff.
  3. Mussmann, S. 234 ff. und S. 241 (Karte).
  4. Mussmann, S. 378 ff.
  5. LkAH, L 5a, Nr. 262 (Visitation 1935).
  6. LkAH, L 5d unverz., Luthe, Visitation 1986.
  7. Dolle, Klosterbuch III, S. 1276.
  8. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
  9. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 404, die folgenden Zitat ebd.
  10. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  11. Kayser, General-Kirchenvisitation II, S. 57.
  12. Zum Folgenden: Mussmann, S. 249 ff.
  13. Zit. bei Mussmann, S. 249.
  14. Mussmann, S. 315 ff.
  15. Insgesamt zum Neubau: Mussmann, S. 290 ff.
  16. Zit. bei Mussmann, S. 290.
  17. Mussmann, S. 291. Ausgezahlt 1787 (500 Taler), 1790 (500 Taler) und 1816 (1.000 Taler).
  18. Mussmann, S. 276.
  19. LkAH, S 1 H III Nr. 119, Bl. 10; allgemein zum Fragebogen: Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  20. LkAH, L 5a Nr. 262 (Visitationen 1942 und 1951).
  21. KABl. 2017, S. 183 ff.
  22. KABl. 1953, S. 136.
  23. KABl. 2001, S. 140 f.
  24. Grundriss und Längsschnitt: Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 93, Abb. 27. Ausführlich zum Neubau: Mussmann, S. 290 ff.
  25. Zit. bei Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 91; Grundriss ebd., S. 92, Abb. 26.
  26. Zit. bei Mussmann, S. 260. Für den Altar erhielt die Gemeinde 1640 „eine von vier Altartafeln, die damals aus der Hofkapelle in Hannover ausgebaut“ worden waren“, Mussmann, S. 264.
  27. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 82 (dort: 11 I/P). Siehe auch Mussmann, S. 302 ff. und https://www.bente-orgelbau.de/ref_luthe.htm , 23.03.2021 (dort 1851 als Baujahr angegeben).
  28. Mussmann, S. 249.
  29. Nach Nöldeke/Karpa, KD Kr. Neustadt I, S. 92, Glocke von 1710 im Jahre 1917 abgegeben und Glocke von 1816 im Jahr 1921 verkauft; bei Mussmann, S. 307, Angaben umgekehrt.
  30. Gutachten über das Geläut: LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 427, Bl. 39c, dort als Gießer angegeben: „allem Anschein nach von der Firma Schilling-Latttermann, Apolda“. Vgl auch ebd., Bl. 52.
  31. Mussmann, S. 308 ff.