Sprengel Lüneburg, KK Celle | Patrozinium: Bonifatius | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Klein Hehlen wurde 1939 in die Stadt Celle eingemeindet. Von 1930 bis 1952 hat sich seine Einwohnerzahl nahezu verdreifacht, wozu auch zahlreiche Ostflüchtlinge beitrugen. Kirchlich blieb der Stadtteil zunächst bei Groß Hehlen, dessen KG zum 1. September 1952 eine zweite Pfarrstelle mit Amtssitz in Klein Hehlen erhielt. Am 1. Oktober 1954 wurde die Gemeinde unter dem Namen KG Klein-Hehlen-Vorwerk verselbständigt.1 GD fanden anfangs in der alten Volksschule statt. 1957 wurde die 1657 erbaute Kirche des ehemaligen Stadtkirchhofs am Harburger Berg (von 1757 bis 1867 als Garnisonkirche und 1947 bis 1956 durch die Baptistengemeinde genutzt) nach Klein Hehlen umgesetzt und nach einem Entwurf von Rüdiger Hachtmann (Celle) umgestaltet (Einweihung am 29. Juni 1957). An der Westseite des Kirchenareals wurde später ein Gemeindehaus (Bonifatiushaus) angebaut und sowohl mit der Kirche als auch mit dem Pfarrhaus verbunden.
Mit dem Aufbau des Bundeswehrstandorts Celle vermehrte sich die Zahl der Gemeindeglieder weiter. Zum 1. Januar 1969 wurde daher die Matthäus-KG in Celle-Vorwerk neu errichtet und von der KG Klein Hehlen abgetrennt.2 Unter dem gleichen Datum erhielt die KG Klein Hehlen eine zweite Pfarrstelle für den Gemeindeteil Klein Hehlen-West.3 Als zweites Gemeindezentrum entstand das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in der Breitscheidstraße, in dem heute eine Kita mit Krippe untergebracht ist.

Pfarrstellen

I: 1. Oktober 1954. – II: 1. Januar 19674; 1. Januar 1969 auf die Matthäus-KG übergegangen und unter dem gleichen Datum in Klein Hehlen-West neu errichtet.

Umfang

Der Ortsteil Klein Hehlen der Stadt Celle. Zum 1. Januar 1967 wurden die im Gebiet der Stadt Celle wohnenden Gemeindeglieder der KG Groß Hehlen und Garßen in die KG Klein Hehlen umgepfarrt.5

Aufsichtsbezirk

Seit Errichtung der KG zum KK Celle.

Kirchenbau

Rechteckiger Fachwerksaalbau mit Backsteinausfachung. Nachträglich angebautes Querschiff an der Nordseite zur Aufnahme der Orgel.

Turm

Vor der Südwestecke der Kirche erhebt sich ein Glockenturm aus rotem Ziegelmauerwerk (1957), der durch einen Durchgang mit dem Schiff verbunden ist. Der niedrige Turm unter Pyramidendach wurde den sogenannten Heidetürmen (vgl. Beedenbostel, Eldingen) nachempfunden.

Ausstattung

Auf der neu gestalteten Mensa ein barocker Altaraufsatz mit Sprenggiebel und korinthischen Säulen (Ende 17. Jh., ursprünglich in der Kirche von Burgwedel); auf dem Hauptbild der auferstandene Christus von Heinz Müller-Jung (1957), in der Predella ein Abendmahlsbild von August Stender, Celle (1860). – Barocke Kanzel von Andreas Gröber, Osterode (1659). Die Brüstungsfelder ursprünglich mit der Darstellung Christi und der vier Evangelisten (drei Figuren sind erhalten und wurden 1911 durch den damaligen Sup. Röbbelen der Stechinelli-Kapelle in Wieckenberg geschenkt).6 Der Schalldeckel wurde durch den Restaurator Buhmann (Hannover) rekonstruiert. – Taufengel (um 1720), aus der Kirche in Ahlden, 1957 an die Bonifatius-Kirche abgegeben (Leihgabe des Bomann-Museums, Celle).7 – Zwei Standbilder der Heiligen Petrus und Paulus (Leihgabe des Bomann-Museums). – Epitaph des Ritters Henning Grote († 1553). Grabsteine der ehemaligen FKap.

Orgel

1960/62 Neubau durch Firma Emil Hammer (Hemmingen-Westerfeld), 14 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 1982 Instandsetzung durch Firma Schmidt & Mappes (Langenhagen). – Orgelpositiv im Dietrich-Bonhoeffer-Haus: 1987 Neubau durch Firma Schmidt & Mappes (Langenhagen), 4 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Drei LG, I: b’; II: des’’; III: es’’; alle (Bronze, Gj. 1957, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg).

Weitere kirchliche Gebäude

Bonifatiushaus (Gemeindehaus, Bj. 1978/79). – Dietrich-Bonhoeffer-Haus (Gemeindehaus im Westbezirk, Bj. 1986) mit Glockenturm (Bj. 1992).

Literatur

A: Leenders, Entwicklung, S. 22 f.; Pape, Orgeln Celle, S. 180–182.


Fußnoten

  1. KABl. 1954, S. 105.
  2. KABl. 1969, 7.
  3. KABl. 1969, S. 14.
  4. KABl. 1967, S. 22.
  5. KABl. 1967, S.16.
  6. Meyer, Verzeichnis Gröber, S. 58 f.
  7. Barenscheer, Taufengel, S. 54.