Sprengel Lüneburg, KK Celle | Patrozinium: Matthäus | KO: Lüneburger KO von 1643

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Orts- und Kirchengeschichte

Der nordöstlich der Celler Altstadt gelegene und 1961 eingemeindete Ortsteil entstand aus einem mittelalterlichen Vorwerk und bewahrte bis ins 20. Jh. einen weitgehend dörflichen Charakter. Eine wesentliche Erweiterung erfuhr er mit dem Bau einer Arbeitersiedlung für die Spinnhütte Celle (1936) und einer Flüchtlingssiedlung (1950). Vorwerk war bis nach dem Krieg nach Groß Hehlen eingepfarrt. Ab 1953 fanden GD auch in einem Klassenraum der Volksschule in Vorwerk statt, Bibelstunden und kirchlicher Unterricht in einem Raum im Dachgeschoss eines Stallgebäudes. 1954 wurde für Vorwerk und Klein Hehlen die gemeinsame Bonifatius-KG (Celle-Klein Hehlen) gebildet. 1958 erhielt Vorwerk einen eigenen KiGa. Da die Entfernung zur Bonifatiuskirche in Klein Hehlen mehr als zwei Kilometer betrug und keine direkte Verkehrsanbindung bestand, wurde 1960 ein besonderer Seelsorgebezirk eingerichtet und zum 1. Januar 1967 eine eigene Pfarrstelle (P. Saalfeldt) geschaffen. Nach weiterem Ansteigen der Einwohnerzahl (auf über 2.000)1 ließ die KG im Bosteler Weg ein zusätzliches Gemeindehaus erbauen (Architekt: F. Focke, Hameln, Einweihung April 1967, 1970 um einen Konfirmandenraum erweitert). Auf Antrag des KV von Bonifatius Celle-Klein Hehlen wurde mit dem 1. Januar 1969 die Matthäus-KG Celle-Vorwerk von der Muttergemeinde getrennt und verselbständigt. Die zum 1. Januar 1967 errichtete Pfarrstelle ging auf die neue KG über.2 Seit dem 1. Juli 2007 ist die Matthäus-KG mit der Markus-KG Garßen pfarramtlich verbunden.3
Das alte Gemeindehaus wurde 1999/2000 abgebrochen und durch ein neues Gemeindezentrum mit Kirche und Gemeinderäumen ersetzt. 2010 wurde im ehemaligen Pfarrhaus ein Familienzentrum eingerichtet. Die KG verfügt über einen KiGa (Bj. 1958, 1971 erweitert).
Seit 1967 besteht eine Partnerschaft mit der KG Hochkirch (Sachsen).

Aufsichtsbezirk

Seit Gründung zum KK Celle.

Kirchenbau

Eingeschossiger Fertigteilbau mit Fassade aus gefugtem Spaltklinker (1967).

Turm

Freistehender Glockenträger (Stahlskelett auf Betonfundament; verbretterte Glockenstube).

Orgel

Für den Gemeindesaal erwarb die KG 1968 bei der Firma Emil Hammer (Arnum) eine 1959 erbaute Kleinorgel; 4 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen. Für die Umsetzung in das neue Gemeindehaus wurde sie 2000 durch Christoph Grefe (Ilsede) erweitert zu 6 (davon eine Transmission/Vorabzug) I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG, I: c’’ (Bronze, Gj. 1987, Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei); II: es’’ (Bronze, Gj. 1967, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg).

Literatur

A: Leenders, Entwicklung, S. 29 f.; Pape, Orgeln Celle, passim.
B: Christoph M. Glombek: Chronik der Kirchengemeinde Celle-Neustadt 1909 bis 2009. Pastoren, Küster, Missionare. Eine Kirchengemeinde zwischen Tradition und Integration, Celle, 2009.


Fußnoten

  1. LkAH, B 2 G 9/Celle-Vorwerk (Ev.-luth. KG Klein Hehlen-Vorwerk an LKA, 03.08.1965).
  2. KABl. 1969, S. 7.
  3. KABl. 2007, S. 157.