Sprengel Lüneburg, KK Celle | Patrozinium: Maria | KO: Lüneburger KO von 1643

Orts- und Kirchengeschichte

Das Dorf am Südrand der Lüneburger Heide wird 1231 als Elthinge erstmals erwähnt, als Propst, Priorin und Konvent des Klosters Katlenburg der dortigen Kirche eine Hufe zu Schapen verkauften. Eldingen unterstand der Vogtei Beedenbostel des lüneburgischen Amts Rethem. Das seit 1334 nachgewiesene Lehngut war Sitz eines gleichnamigen Adelsgeschlechts (1672 erloschen), und ging später in den Besitz des Oberforst- und Jägermeisters von Wangenheim, dann an die von der Wense über.1 Ein weiteres Gut im Dorf befand sich im Besitz der Familie von Oppershausen, die gleichfalls im 17. Jh. erloschen ist. Anfang des 19. Jh. wurden beide Güter vereinigt.
Der ursprünglich romanische Kirchenbau wird auf das 14. Jh. datiert. 1450 stifteten Herren von Oppershausen eine Vikarie, die wohl noch vor der Reformationszeit wieder aufgehoben wurde. Als mittelalterlich Geistliche sind dominus Hiniricus (plebanus in Eldinghe, 13792) und Diderick Beermann (um 1450) bekannt. Die Eldinger Pfarrherren werden vor und nach 1400 in den Memorien- und Mitgliederverzeichnissen des Celler Kalands genannt. Die Reformation wurde ab 1527 durch Ernst den Bekenner eingeführt. Als erster luth. P. wird der 1534 genannte her Johann Volckmers anzusprechen sein.3 1543 wurde eine Generalvisitation durchgeführt. Auf Veranlassung der Herren von Hohnhorst, deren Kirche nur über eine bescheidene finanzielle Ausstattung verfügte, wurden später die KG Hohnhorst und Eldingen als mater combinata verbunden. Seit dem 1. Januar 2010 besteht eine pfarramtliche Verbindung mit den KG Hohnhorst und Eschede.4

Umfang

Die Dörfer Bargfeld, Eldingen, Mehlhof, Metzingen, Wohlenrode (mit der Ziegelei), Grebshorn und Hohnhorst. Zum 1. Januar 1993 wurden die im Ortsteil Heese der politischen Gemeinde Lachendorf wohnhaften Kirchenmitglieder der KG Eschede nach Eldingen umgepfarrt.5

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Wienhausen der Diözese Hildesheim. – Nach der Reformation zur Insp. Celle (1531 Errichtung der Suptur.), ab 1803 zur neu errichteten Insp. Beedenbostel (mit Sitz in Celle-Neuenhäusen), 1810 wieder zur Insp. Celle, 1855 zur wieder errichteten Insp. Beedenbostel. Die Insp. (ab 1924: KK) Beedenbostel war ab 1892 unbesetzt und wurde mit dem 1. Februar 1925 mit dem KK Celle zum KK Celle-Beedenbostel vereinigt (jetzt KK Celle).

Patronat

Der Landesherr (bis 1871). Für die Dauer der Verbindung mit Hohnhorst erfolgt die Präsentation abwechselnd durch den Landesherrn und die von Hohnhorst als Patronatsherren in Hohnhorst.

Kirchenbau

Romanischer Feldsteinsaalkirche (12. Jh.) mit Ergänzungen aus Backstein; im 14. Jh. um den polygonalen Chor erweitert. Die ursprünglich romanischen Fenster wurden zu dieser Zeit in gotischen Formen erneuert und vergrößert. Weitere Veränderungen ab dem 18. Jh. (Sakristeianbau aus Feldstein an der Südseite; im Norden eine Vorhalle aus Backstein). An Stelle der früheren Holzbalkendecke (1734 noch vorhanden6) wurde im 18. Jh. eine hölzerne Tonne eingezogen. Bei einer Innenrenovierung wurden 1969 Teile der Seitenempore entfernt.

Grablege

Erbbegräbnisse der Familien von Eldingen (1626) und von der Wense (1746) unter der Kirche.

Turm

Seitlich vor der Westfront der Kirche ein ursprünglich freistehender, jetzt durch einen Anbau mit dem Schiff verbundener, holzverschalter Fachwerkglockenturm mit Pyramidendach. Im Zuge des Ausbaus der L 282 wurde er 1969 leicht versetzt.

Ausstattung

Blockaltar mit einem aus Backstein gemauerten Stipes. Darauf ein gotischer Schnitzaltar (um 1425, restauriert 1941/42 durch Fritz Buhmann, Hannover): im Mittelschrein in zwei Reihen angeordnet die heilige Anna Selbdritt, Marienkrönung und Verkündigung sowie verschiedene Heilige. Auf den Flügelinnenseiten je sechs Apostel, auf den Außenseiten die Einsetzungsworte des Abendmahls. Bemalte Predella mit dem heiligen Antonius, einem Bf. sowie den Heiligen Dorothea und Agnes. Bis zur Renovierung stand der Altar über einem Triptychon, das jetzt an anderer Stelle aufgehängt ist (im Mittelbild das heilige Abendmahl, links die Fußwaschung, rechts die Verkündigung an die Hirten). – Renaissance-Kanzel mit gemalten Evangelistenbildern in den Brüstungsfeldern (Ende 16. Jh.). – Romanischer Sandsteintaufe (wohl 13. Jh.). – Triumphkreuz an der Südwand (Mitte 15. Jh., im 19. Jh. restauriert). – Kronleuchter (18. Jh.).

Orgel

Laut Corpus bonorum von 1734 war keine Orgel vorhanden.7 Die heutige Orgel wurde 1853 durch Eduard Meyer (Hannover) erbaut, 16 II/P, verlor 1917 ihre Prospektpfeifen (später ersetzt) und wurde Mitte des 20. Jh. im Sinn der Orgelbewegung umgebaut. 1979 Renovierung durch Firma Herm. Hillebrand (Altwarmbüchen), 17 II/P (HW, HintW/SchwW), mechanische Traktur, Schleifladen. 2012/13 Restaurierung und Rekonstruktion des romantischen Klangbilds durch die Orgelbauwerkstatt Udo Feopentow (Wienhausen). Denkmalorgel.

Geläut

Drei LG, I: fis’; II: a’; III: h’ (alle Bronze, Gj. 1953, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg). – Früherer Bestand: Laut Corpus bonorum von 1734 zwei LG. Die kleinere (Gj. 1465, 1619 umgegossen) wurde 1942 abgegeben, kehrte 1947 zurück und wurde nach Neuguss des Geläuts an die Gemeinde Eicklingen (FKap) abgegeben. Die große Glocke von 1465 ist 1952 gesprungen und war seither unbrauchbar.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus, zweistöckiger Fachwerkbau von 1756, 1914 um einen Wirtschaftsteil erweitert. – Ein Pfarrwitwentum bestand bereits in der ersten Hälfte des 17. Jh. Es wurde 1639 durch Brand zerstört und erst 1659 wieder aufgebaut (um/nach 1966 durch die Kreisparkasse erworben und zugunsten des Neubaus von Geschäftsräumen abgebrochen).

Friedhof

Eigentum der KG. Ursprünglich auf dem Kirchhof (seit 1854 nicht mehr genutzt8). Neuanlage an der Bahnhofstraße. 1953 erweitert.

Landeskirchliches Archiv Hannover

A 1 Nr. 2966-2983 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 2155-2167 (Pfarrbestellungsakten); A 8 (CB); A 9 Nr. 605-609 (Visitationen); B 18 Nr. 160 (Orgelsachverständiger).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 438; Zimmermann, Denkmaltopographie Lkr. Celle, S. 115 f.; Mithoff, Kirchen und Kapellen Lüneburg, S. 373.
B: Friedrich Baden: Die Kirchengemeinde Eldingen-Hohnhorst in den Jahren 1936-1968, [um 1968]; Adolf Meyer: Eldingen II. Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Dörfer und ihrer Einwohner (= Geschichte der Gemeinde Eldingen 9), [Eldingen 2003].


Fußnoten

  1. Manecke, Beschreibungen II, S. 341.
  2. Lüneburger UB V, Isenhagen, Nr. 319.
  3. Kayser, Kirchenvisitationen, S. 476, Anm. 1014.
  4. KABl. 2010, S. 10.
  5. KABl. 1992, S. 187.
  6. LkAH, A 8/Eldingen.
  7. LkAH, A 8/Eldingen.
  8. Meyer, Eldingen II, S. 354.