Frühere Gemeinde | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden | Patrozinium: Martin Luther (seit 1999) | KO: Calenberger KO von 1569
Orts- und Kirchengeschichte
Schriftlich ist das Dorf erstmals im Jahr 990 in einer Urkunde des späteren Ks. Otto III. († 1002) als Peranhuson belegt.1 1447 erhielt die Familie von Plesse das halbe Dorf mit der Niedergerichtsbarkeit als Lehen, die Hochgerichtsbarkeit lag beim Gericht auf dem Leineberg.2 Territorial gehörte das Parensen zum welfischen Teilfsm. Göttingen.3 Nachdem die Göttinger Linie der Welfen mit Hzg. Otto Cocles († 1463) in männlicher Linie ausgestorben war, wurde das Territorium 1495 bzw. 1512 Teil des Fsm. Calenberg-Göttingen („Kernlande Hannover“, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover); Parensen zählte zum Amt Harste (1665 aus dem Gericht Leineberg ausgeschieden).4 Eine frühe, eher stilisierte Ortsansicht ist auf einer Karte aus der zweiten Hälfte des 16. Jh. überliefert (um 1570, Parenhausen).5 In französischer Zeit gehörte Parensen von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Harste, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Seit 1815 zählte der Ort, nun im Kgr. Hannover, erneut zum Amt Harste, kam bei dessen Auflösung 1823 zum Amt Bovenden, das 1859 im Amt Göttingen aufging. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Parensen 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen. 1974 wurde Parensen in den Flecken Nörten-Hardenberg eingemeindet und wechselte zum Lkr. Northeim. Zur Sozialstruktur von Parensen (und der KapG Lütgenrode) schrieb der Ortspastor 1968: „Die Gemeinde besteht vorwiegend aus Arbeitern und Handwerkern (viele Pendler). Ein großer Teil betreibt nebenberuflich etwas Landwirtschaft. Nur wenig Gewerbetreibende und Akademiker (in den letzten Jahren nur 1 Abiturient!).“6 Um 1810 lebten gut 290 Menschen in Parensen und 2024 knapp 720.
Zur mittelalterlichen Kirchengeschichte von Parensen ist nur wenig bekannt. Ein örtlicher Geistlicher soll zwischen 1289 und 1294 fassbar sein.7 Im Jahr 1307 bezeugte Conradus plebanus in Parenhosen eine Urkunde.8 Ein Priester Johann Balmanns ist angeblich 1384 erwähnt.9 1408 soll Henricus de Boventen als parochus (Pfarrer) in Parensen tätig gewesen sein; gleichzeitig soll er auch für das Kloster Marienstein zuständig gewesen sein. Seine Tochter Margarete soll einen Parenser Bauern geheiratet haben und Pfarrland als Mitgift erhalten haben.10 Im Jahr 1462 ist her Jan Frederikes urkundlich als perner to Parnhusen belegt.11 Heinrich Lücke nennt auch P. Johann Helmbrecht als Parenser Geistlichen; P. Helmbrecht hatte sich 1521 „aus krankheit halben seines heubts“ in seinem Haus in Göttingen erhängt.12
Einzelheiten zur Reformation in Parensen sind nicht überliefert. Hzgn. Elisabeth († 1558) führte die luth. Lehre als Vormund ihres Sohnes Erich im Fsm. Calenberg-Göttingen ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden, Stifte und Klöster des Fürstentums visitieren.13 Im Jahr 1545 übernahm Elisabeths nunmehr volljähriger Sohn als Hzg. Erich II. die Regierungsgeschäfte und wechselte 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre in den Kirchspielen des Fürstentums sicherstellen. Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg-Göttingen 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius († 1589) führte seine 1569 aufgestellte ev. KO auch hier ein.14 1588 ließ er die Gemeinden visitieren.
Als erster luth. Geistlicher in Parensen gilt P. Johann Hartmann (amt. bis 1550). Ihm folgte P. Johann Kornebach (amt. 1550–1552, Hans Karnebake), der das Pfarramt anscheinend ohne Mitwirkung und Wissen des Patrons Dietrich III. von Plesse († 1571) übernommen hatte. Auf Betreiben des Patronatsherrn musste P. Kornebach die Stelle wieder aufgeben.15 Nach dem schnell verstorbenen P. Johann Gieseler (amt. 1552–1553) hatte der spätere Geschichtsschreiber P. Johann Letzner (amt. 1553–1559) das Pfarramt Parensen inne. Seine Einkünfte auf der kleinen Dorfpfarre waren nicht hoch und er zählte einkommensmäßig zum „unteren Viertel“ der ländlichen Pfarrerschaft.16
In der Reformationszeit hielten sich auch Familien aus dem hardenbergische Kapellendorf Lütgenrode zum Kirchspiel Parensen, da ihre Mutterkirche, das Nörtener Stift St. Peter, altgläubig geblieben war.17 Ab 1620 war der Parenser P. Henning Küsel (amt. 1613–1626) zudem für den ev. Gottesdienst in der Klosterkirche Marienstein zuständig (mater combinata).18 P. Johannes Froböse (amt. 1664–1684) betreute zeitweise auch die luth. Familien in Nörten und erhielt dafür um 1670 insgesamt 50 Taler jährlich.19
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) hatten kaiserliche Truppen 1626 das Dorf Parensen nieder, so dass „nicht ein Köeffe [Stall] mehr vorhanden, ausgenommen die Kirche“, wie der Gladebecker P. Wolfgang Domeier (amt. 1616–1658) schrieb.20 P. Küsel verließ daraufhin Parensen und ging nach Barterode. Ein Jahrzehnt lang blieb die Parenser Pfarrstelle vakant. Die pfarramtliche Versorgung der Gemeinde übernahmen die Pfarrämter in Gladebeck und Harste. Mit P. Johannes Rudolphi (amt. 1636–1661) erhielt das Dorf schließlich wieder einen eigenen Geistlichen. Als provisorisches Pfarrhaus kauften Kirche, Pastor und Gemeinde ein „Kirchhofshaus“ und drittelten die Kosten. Auch den Bau der neuen Pfarrscheune (1649) musste P. Rudolphi mitfinanzieren; der Pfarrhausbau folgte 1662.21 1716 brannte die Parenser Kirche aus, da der „auf dem Kirchenboden vom Schulmeister getrocknete Flachs Feuer fing“.22 Seither durften in der Insp. Hardegsen keine feuergefährlichen Stoffe mehr auf den Dachböden der Kirchen gelagert werden.
In die Amtszeit von P. Friedrich Georg Christian Erxleben (amt. 1764–1782) fiel 1776 der weitgehende Neubau des wohl noch mittelalterlichen Kirchengebäudes in Parensen. Der alte Kirchturm mit massivem Unterbau und Fachwerkaufbau blieb erhalten. Nachdem P. Johann Heinrich Ehrhardt (amt. 1811–1819) gestorben war, ließen Konsistorium und Gemeinde die Pfarrstelle einige Jahre unbesetzt. Die so eingesparten Gelder flossen in den Bau eines neuen Pfarrhauses (1821–1824).23 1892 ließ die Gemeinde einen neuen Kirchturm erbauen.
Seit 1888 war das Pfarramt Parensen auch für die KapG Bishausen und die neugegründete KapG Nörten zuständig, die beide als Filialgemeinden zur KG Marienstein kamen (vorher KG Bühle).24 Die „kirchliche und geistliche Bedienung“ der beiden Gemeinden übernahm ein Hilfspfarrer mit Sitz in Nörten. Anfang des 20. Jh. hielt der Parenser Pfarrer sonntägliche Gottesdienste in Marienstein und Parensen; in der Kapelle Lütgenrode predigte er dreimal im Jahr (1909).25 Nach der Emeritierung von P. Ferdinand Hoyer (amt. 1915–1927) blieb die Pfarrstelle vakant. Das Pfarramt Harste übernahm die Versorgung von Parensen, während Marienstein von Nörten (seit 1897 KG) und Lütgenrode von Gladebeck aus versehen wurden.26 Zum 1. April 1930 endete die seit gut drei Jahrhunderten bestehende pfarramtliche Verbindung von Marienstein und Parensen; die KapG Lütgenrode blieb bei Parensen.27
Während der NS-Zeit versahen nacheinander P. Georg Christian Philipp Friedrich Bruns aus Harste (bis 1934), P. Ernst Theodor Probst aus Nörten (bis 1937) und P. i. R. Friedrich Morgenstern aus Göttingen (bis 1945) das Pfarramt Parensen. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ heißt es rückblickend, die kirchenpolitische Einstellung des 1933 neu gewählten KV sei schwer einzuschätzen, da er zwei „einander genau entgegengesetzte Entschließungen zur kirchlichen Lage“ verabschiedet habe (7. März 1934 und 1. Januar 1935).28 Die eine stammt aus der Amtszeit von P. Bruns, der zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft gehörte, die andere aus der Amtszeit von P. Probst, der Mitglied der DC war. „Über die kirchenpolitischen Unterschiede und Gegensätze waren sich die Kirchenvorsteher, wie es scheint, nicht klar“, schlussfolgerte Sup. a. D. Walter Blech (amt. 1945–1955). Sup. a. D. Blech, ein Ostgeistlicher aus Schlesien, hatte seit März 1945 einen Versehungsauftrag und übernahm das Pfarramt 1953.
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Parensen von gut 460 im Jahr 1939 auf etwa 670 im Jahr 1948 an (KapG Lütgenrode 260 und 460).29 Nach der Visitation 1953 schrieb der Sup. des KK Göttingen-Nord: „Die Flüchtlinge haben für das gottesdienstliche Leben in beiden Orten eine Förderung gebracht“.30 Im Jahr 1952 hatte Parensen wieder eine zweite Glocke erhalten; sie stammt aus Festenberg in Schlesien (heute Twardogóra), der ehemaligen Gemeinde von Sup. a. D. Blech.31 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche knüpfte die KG Parensen Kontakte zur Kirchgemeinde Kleinolbersdorf bei Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).32
Mit Pn. Doris Gräb (amt. 1976–1990) versah erstmals eine Frau das Pfarramt Parensen (ab 1976 als Hilfspastorin, ab 1980 als Pfarrerin der Landeskirche). Nach der Visitation 1984 zog die Sup. des KK Göttingen-Nord ein positives Fazit: „Die Gemeindeglieder haben mehr und mehr verstanden, daß Kirche ihre eigene Sache – nicht nur die der hauptamtlichen Mitarbeiter ist. Parensen und Lütgenrode waren und sind sicher auch noch ‚Missionsfeld‘, aber die Basis wird breiter.“33 In den beiden Gemeinden bestanden ein Frauen-, ein Männer- und ein Altenkreis sowie eine Jugend- und zwei Kindegruppen. Zudem veranstalteten Parensen und Lütgenrode „jährlich vierzehntägige Senioren- u[nd] Familienfreizeiten“.34 Parensen und Lütgenrode bildeten 1994 mit etwa 840 Gemeindegliedern die kleinste Kirchengemeinde im KK Göttingen-Nord.35 Zum 1. August 1996 wandelte das Landeskirchenamt die Pfarrstelle Parensen in eine Dreiviertelstelle um.36 Ab 2000 war die Pfarrstelle dauervakant und wurde von Nachbargemeinden mitversehen
Seit 1999 trägt die Kirche in Parensen den Namen Martin-Luther-Kirche und die Gemeinde hieß entsprechend „Ev.-luth. Martin-Luther-KG Parensen“.37 Bei Eingliederung der bisherigen KapG Lütgenrode erhielt die Gemeinde 2009 den neuen Namen „Ev.-luth. KG Parensen-Lütgenrode“.38 Ab Januar 2023 war Parensen-Lütgenrode pfarramtlich mit Nörten verbunden. Zum 1. Januar 2025 schlossen sich beide Gemeinden zusammen und gründeten gemeinsam die „Ev.-luth. KG Nörten-Parensen-Lütgenrode“.39
Umfang
Lütgenrode (bis 2009 KapG) und Parensen.
Aufsichtsbezirk
Archidiakonat Nörten (sedes Nörten) der Erzdiözese Mainz.40 – 1588/89 zur Insp. Hardegsen. 1750 zur neuen Insp. im Amt Harste.41 Mit Auflösung der Insp. im Amt Harste 1842 provisorisch zur Insp. Göttingen Erster Teil, 1844/45 zur Insp. Göttingen Zweiter Teil. 1868 erneut zur Insp. Göttingen I. 1924 zu Insp. bzw. KK Göttingen II.42 1937 zum KK Göttingen-Nord.43 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.44 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Münden.45
Patronat
Bis 1571 die Familie von Plesse (belegt 1519)46, dann der Landesherr (bis 1871).
Kirchenbau
Rechteckiger Saalbau, errichtet oder grundlegend erneuert 1776. Ziegelgedecktes Satteldach mit Krüppelwalm nach Osten. Verputztes Mauerwerk mit Eckquaderung, Ostgiebel mit Ziegelbehang. An den Längsseiten je drei spitzbogige Sprossenfenster mit Sandsteingewänden, die westlichen gekuppelt (Biforien) und mit horizontaler Teilung. Im Innern flache, holzverschalte Decke; u-förmige Westempore mit kurzen Seitenarmen. 1833 Gebäude baufällig, u. a. Dach undicht, kein Fußboden. 1844/45 Instandsetzung, u. a. Gipsfußboden. 1892 Umbau und Renovierung, u. a. Bau nach Westen verlängert (um 1,8 Meter), Fenster verändert (flachbogige zu spitzbogig), neuer Turm. 1957 Empore erneuert (Brüstungsorgel eingebaut). 1981 Renovierung.
Turm
Vierseitiger Westturm, erbaut 1892. Schieferhelm mit vierseitigem Ansatz und achtseitig ausgezogener Spitze, bekrönt mit Kugel, Wetterfahne und Kreuz. Mauerwerk aus rötlichen Sandsteinquadern, über umlaufendem Gesims Glockengeschoss mit Ecklisenen und rundbogigem Trauffries, gekuppelte, spitzbogige Schallfenster (Biforien); im Mittelgeschoss gekuppelte Rechteckfenster in Spitzbogennischen; im Erdgeschoss nach Norden und Süden gekuppelte Spitzbogenfenster mit horizontaler Teilung, nach Westen Spitzbogennische mit Wimperg und Rechteckportal, im Tympanon Kreuzrelief und Inschrift „1892“. 1970/71 Glockenträger nördlich des Kirchturms errichtet und Glocken umgehängt. 2024 Glocken in den Turm umgehängt, Glockenträger zu Fledermaushotel umgebaut.
Vorgängerbau
Mittelalterlicher Bau, 1716 ausgebrannt und um 1717 wieder instandgesetzt. 1734 Kirchengebäude insgesamt 42 Fuß lang und 18 Fuß breit, drei Stützpfeiler an der Südseite; Westturm (12 x 11 Fuß), unten massiv, oben Fachwerk, Schlaguhr vorhanden. 1776 weitgehender Neubau. 1892 Turm abgebrochen.
Ausstattung
Schlichter Blockaltar mit hochrechteckigem Retabel, bekrönt mit Kreuz (1981), im Retabel zwei Tafelgemälde (um 1600): im Hauptfeld Gemälde mit Abendmahlszene, darunter zweiteiliges Gemälde mit knienden Figuren, dazwischen Stifterinschrift: „Diese Taffeln hat Christoffer vom Rode, dem Herr[e]n Christo vndt seiner lieben Kirchen zvn Ehre[b] gegeben Anno D[omi]ni 1600“; auf dem Abendmahlsgemälde moderne Inschrift: „1892. ist d[ie] Kirche [gereinigt?] von G. Dewes.“.47 – Schlichte, leicht erhöhte Kanzel.
Orgel
1734 und 1861 keine Orgel vorhanden. 1868 in Nörten gebrauchtes Positiv erworben („Hauptsches Positiv“), Orgelbauer unbekannt, 6 I/–, mechanische Traktur; Instrument 1878 als unbrauchbar verkauft. 1878 oder später Harmonium erworben. 1957 Orgelneubau, ausgeführt von Paul Ott (Göttingen), 6 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen, außerdem ein vakantes Register; Brüstungsorgel.
Geläut
Zwei LG, I: d’’ (Bronze, Gj. 1893, Firma Radler, Hildesheim), Inschriften: „Herr Johann Meier Amtmann zu Hasta. Herr Johann Rudolf Pfarrer zu Parensen. Friedrich Papen Bauermeister. Hans V. Rode Just Maltshane Altaristen. Christoff Hampen, Hans Günter Sen. Vorsteher. M. Heinrich Lüttken goss mich 1660“ (Inschrift der Vorgängerglocke) und „Gegossen von J. J. Radler u. Soehne in Hildesheim 1893. Friede sei mit euch“; II: e’’ (Bronze, Gj. 1655, Sebastian Götz, Breslau), Inschrift: „Anno 1655 nach Christi vnsers Erlösers vnd Seeligmachers Gebvrt hat der woledelgebohrne gestrenge avch hochbenambte Herr Sigemvndt von Köckriz vnd Friedlandt, avf Festenberg Gross Sirchen Linsen vnd Newdorff fürst. würtenberg. öllssnischer Raht nebst dessen hertzliebsten Ehegenossin der wolgebornen Frawen Frawen Mariae Köckrizin, gebohrnen Sawermann Freyen von der Ieltsch Frawen avf Festenberg diese Glocke bereiten vnd verfertigen lassen trewlichsten wüntschende das solche bey reinem Gottesdienste zv Fortpflanzvng dessen Ehre vnd alllein seeligmachenden Wortes bis an den lieben Iüngsten Tag gebravchet werden möge. Psalm 146. Lobe deb Herren meine Seele ich will den Herren loben solange ich lebe vnd meinem Gott lobsingen weil ich hier bin“ und „Sebastian Götz goss mich zv Breslaw“, Patenglocke aus Twardogóra in Polen (ehemals Festenberg, Schlesien), seit 1952 in Parensen.48 Beide Glocken hingen von 1971 bis 2024 in einem hölzernen Glockenträger nördlich des Kirchturms. – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze, Gj. 1660, Heinrich Lüttken), geborsten und 1893 umgegossen zu jetziger LG I. Eine LG (Bronze, Gj. 1892, Firma Radler, Hildesheim), die Inschrift nannte „die Namen des Pastors Cassel, der Kirchenvorsteher A. Hampe, Hermann v. Roden, W. Küster und C. Hampe, des Lehrers Ide, des Gemeindevorstehers Brandt und des Beigeordneten W. Ostwald“, Glocke im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917).49
Weitere kirchliche Gebäude
Pfarrhaus (Bj. 1821–24, zweistöckiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach; Vorgängerbau Bj. 1662). – Pfarrwitwenhaus (Bj. 1754, um 1873 verkauft; Vorgängerbau erworben 1639 als provisorisches Pfarrhaus, ab 1662 Pfarrwitwenhaus).
Friedhof
Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche. Kirchlicher Friedhof am nordöstlichen Dorfrand von Parensen, kommunale FKap. Kommunaler Friedhof in Lütgenrode.
Liste der Pastoren (bis 1940)
Bis 1550 Johann Hartmann. – 1550–1552 Johann Kornebach. – 1552–1553 Johann Gieseler. – 1553–1557 Johann Letzner. – 1558–1595 Tilemann Klemmen (Clemmen). – 1596–1606 Christoph Clemme. – 1606–1613 Daniel Quentin (Quintinus). – 1613–1626 Henning Küsel (Cuselius). – 1636–1661 Johannes Rudolphi. – 1661–1664 Andreas Fahlbusch. – 1664–1684 Johannes Froböse. – 1684–1686 Magister David Heiliger. – 1687–1690 Joachim Schrader. – 1690–1706 Justus Curtius. – 1706–1731 Julius Tobias Meyenberg. – 1731–1753 Johann Christian Klingsoer (Klingsöhr). – 1754–1757 Johann Ludwig Pacht. – 1757–1764 Heinrich Christoph Müldener. – 1764–1782 Friedrich Georg Christian Erxleben. – 1783–1790 Georg Friedrich Dinglinger. – 1790–1800 Friedrich Ephraim Sandig. – 1800–1805 Johann Friedrich Rotte. – 1805–1807 Karl August Christoph Eickemeyer. – 1807–1811 Friedrich Anton Levin Matthaei. – 1811–1819 Johann Heinrich Ehrhardt. – 1823–1829 Christian Wilhelm Ballauf. – 1829–1837 Karl Jacobi Domino. – 1838 Georg Friedrich Adolf Greuling. – 1838–1859 Heinrich Friedrich Schmull. – 1859–1867 Georg Friedrich Wilhelm Günther. – 1867–1873 Dietrich Konrad Ludwig Heidemann. – 1874–1877 Johann August Theodor Steinberg. – 1880–1887 Johann Friedrich Christian Mejer (Meyer). – 1889–1915 Carl Wilhelm Cassel. – 1915–1927 Ferdinand Claus Hoyer.
Angaben nach: Meyer, Pastoren II, S. 263–265
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 1 Nr. 9033–9042 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 6585–6598 (Pfarrbestallungsakten); A 9 Nr. 1812
, 1813
, 1814
¸ 1815
, 1816
, 1817
(Visitationen); B 2 G 9 Nr. 2484–2486 (Baupflege und Bauwesen); E 5 Nr. 860 (Konsistorialbaumeister); S 09, rep Nr. 1940 (Presseausschnittsammlung); S 11a, Nr. 7352 (Findbuch PfA); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).
Kirchenbücher
Taufen: ab 1687
Trauungen: ab 1687 (Lücken: 1688–1690)
Begräbnisse: ab 1691
Kommunikanten: ab 1825 (unvollständig: 1940–1942. Zahlenregister: 1942–1952)
Konfirmationen: ab 1758 (Lücken: 1801–1821, 1823, Lütgenrode 1824)
Literatur & Links
A: Bielefeld, Orgeln im Umland, S. 231–232; Casemir/Menzel/Ohainski, Ortsnamen Lkr. Northeim, S. 301–303; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1088–1089; Kämmerer/Lufen, Denkmaltopographie Lkr. Northeim, S. 197–200; Meyer, Pastoren II, S. 263–265; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 174.
B: Georg Friedrich Dinglinger: Eine Predigt am Dankfeste für die Erhaltung des Königs am 12ten Sonntage nach Trinit[atis] 1786; Heinrich Lücke: Aus der Geschichte des Dorfes Parensen, in: Plesse-Archiv 6 (1971), S. 7–109, bes. S. 54–68.
Internet: Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche, Pfarrhaus.
Fußnoten
- MGH DD O III 67 [Digitalisat; Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 89. Für weitere Belege und zum Ortsnamen vgl. Casemir/Menzel/Ohainski, Ortsnamen Lkr. Northeim, S. 301.
- Wenck, Landesgeschichte II,2, S. 821 f. [Digitalisat, Kupsch, Gericht, S. 70.
- Insgesamt: Pischke, Landesteilungen, bes. S. 45 ff., S. 75 ff. und S. 180 ff.
- Kupsch, Gericht, S. 69 f.
- NLA HA Kartensammlung Nr. 21 d/1 pg (mit Digitalisat), Datierung nach Pischke, Burg Harste, S. 51.
- LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Visitation 1968.
- Lücke, S. 63 (ohne Beleg).
- Wolf, Petersstift, Urkundenbuch, Nr. 20 [Digitalisat].
- Lücke, S. 63 (Beleg nicht verifizierbar).
- Lücke, S. 63 (als Beleg ist eine Akte aus der Mitte des 16. Jh. angegeben); Heidemann, Steina, S. 80 [Digitalisat].
- UB Weende, Nr. 297.
- Lubecus, Annalen, S. 321; Lücke, S. 63.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
- NLA HA Cal. Br. 33 Nr. 617. Vgl. auch NLA HA Cal. Br. 33 Nr. 224 und NLA HA Cal. Br. 33 Nr. 226.
- Kirstan, Letzner, S. 78. Vgl. auch ebd. S. 73 ff. Zu Letzner vgl. auch Klinge, Hans, „Letzner, Johannes“ in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 360–361 [Online-Version].
- Wolf, Petersstift, S. 147 [Digitalisat].
- Lücke, S. 62.
- Lücke, S. 62.
- Zit. bei Lücke, S. 42.
- Lücke, S. 42 f. und S. 57 f.
- Lücke, S. 55.
- Lücke, S. 58.
- KABl. 1888, S. 3 f.
- Ahlers, Pfarrbuch 1909, S. 315.
- Lücke, S. 62.
- KABl. 1930, S. 45.
- LkAH, S 1 H III Nr. 413, Bl. 33. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 413, Bl. 33; LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Visitation 1948.
- LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Visitation 1953.
- LKA, G 9 B/Parensen Bd. I, Bl. 1.
- LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Visitation 1994. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
- LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Visitation 1984.
- LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Visitationen 1984 und 1994.
- LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Visitation 1994.
- KABl. 1996, S. 155.
- LkAH, L 5c, unverz., Parensen, Allgemeines (LKA Hannover an KV Parensen, 27.04.1999).
- KABl. 2009, S. 61 f.
- KABl. 2025, S. 258 f.
- Bruns, Archidiakonat, S. 164.
- Meyer, Inspektionseinteilung, S. 214 f.
- KABl. 1924, S. 86.
- KABl. 1937, S. 135.
- KABl. 2000, S. 150 f.
- KABl. 2022, S. 189 ff.
- Bruns, Archidiakonat, S. 164.
- DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 202 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0020206.
- Poettgen, Handbuch, S. 19.
- Lücke, S. 56.