Sprengel Ostfriesland-Ems, KK Norden | Patrozinium: Maria (1971)1 | KO: Ostfriesische KO von 1716

Karte wird geladen, bitte warten...
Orts- und Kirchengeschichte

Nesse, im Mittelalter Teil der ostfriesischen Landesgemeinde Norderland, entstand vermutlich im 8. bis 10. Jh. als nichtbäuerliche Handelssiedlung; mit der Verlandung der Neßmersieler Bucht verlor der Fernhandel im 11. Jh. an Bedeutung.2 Eine erste schriftliche Erwähnung, die sich zweifelsfrei auf Nesse bezieht, ist aus dem Jahr 1400 überliefert: Keno tom Brok gibt in einer Urkunde an, Ebf. Otto von Bremen habe ihn und seine Mutter Folkeld u. a. mit dem tegheden to Nesse belehnt (Zehnte von Nesse).3 Bei Nesse lagen möglicherweise zwei Burgsitze: Ein 1408 belegtes Slote, ursprünglich im Besitz eines Volperd to Nesse4 und die 1443 nachgewiesene borch to Nesse des Onno Helmelsten.5 Nachdem Ks. Friedrich III. im Jahr 1464 Ulrich I. Cirksena zum Reichsgrafen von Ostfriesland erhoben hatte (Reichsfürsten seit 1654/62), bildete sich in der zweiten Hälfte des 15. Jh. die Ämterstruktur der Gft. Ostfriesland heraus.6 Nesse gehörte zum Amt Berum. Der Übergang unter preußische Herrschaft im Jahr 1744 ließ diese Ämterstruktur unverändert. In den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jh. erlebte Ostfriesland mehrere Herrschaftswechsel: Ab 1807 zählte Nesse daher zum Kgr. Holland, ab 1810 zum Kaiserreich Frankreich (Département Ems-Oriental, Arrondissement Aurich, Kanton Berum), ab 1813 wieder zum Kgr. Preußen und ab 1815 zum Kgr. Hannover. Mit der Annexion Hannovers 1866 kehrte Ostfriesland erneut zurück unter preußische Herrschaft. Nach der Vereinigung der Ämter Berum und Norden im Jahr 1859 war anfangs Berum Sitz und Namensgeber des Amtes, seit 1869 dann Norden. Bei Einführung der Kreisverfassung kam Nesse 1885 zum Lkr. Norden, der 1977 im Lkr. Aurich aufging. 1972 wurden Neßmersiel und Westdorf nach Nesse eingemeindet und der Ort wurde Teil der Samtgemeinde Dornum (seit 2001 Einheitsgemeinde Dornum). Nach Einschätzung des Ortspfarrers setzte sich die Gemeinde 1964 „vornehmlich aus Arbeitern und Bauern“ zusammen.7 Besonders der Ortsteil Neßmersiel ist seit den 1990er Jahren wesentlich vom Tourismus geprägt. In den Jahren 1821 und 1905 lebten jeweils knapp 890 Menschen in Nesse, 1950 gut 1.100 und 2008 etwa 670 (Neßmersiel etwa 420, West- und Ostdorf gut 200).

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1930

Kirche, Ansicht von Südwesten, um 1930

Kirchlich gehörte Nesse zunächst zum Kirchspiel Arle. Die Herausbildung des eigenständigen Kirchspiels Nesse lässt sich nicht genau datieren. Die ältesten Teile der Nessmer Kirche gehen vermutlich auf das frühe 13. Jh. zurück; sie wurde aus Tuffstein errichtet (importiert aus der Eifel).8 Mit dominus Ulricus de Nesse presbiter lässt sich 1419 erstmals ein Ortspfarrer belegen.9 Er lässt sich bis 1448 nachweisen; eine Urkunde aus dem Jahr 1438 über den Kauf einer Warf mit Gemüsegarten nennt neben dem Käufer Ulrick, kerchere tho Ness auch syne kyndere unde erve, also seine Kinder und Erben.10 Aus dem Jahr 1499 ist der Name eines weiterer Geistlichen belegt: meyster Hayo, kerker to Nesse.11 Bereits in vorref. Zeit teilten sich zwei Prediger den Pfarrdienst in Nesse.
Die Reformation breitete sich in Ostfriesland mindestens unter Duldung des Landesherrn Gf. Edzard I. († 1528) aus, aber ohne seine Lenkung.12 Es entwickelte sich ein Nebeneinander verschiedener prot. Richtungen. Versuche Gf. Ennos II. († 1540), die kirchlichen Verhältnisse einheitlich und eher luth. zu gestalten, scheiterten (u. a. 1529 „Bremer KO“ von Johann Timann und Johann Pelt, 1535 „Lüneburger KO“ von Martin Undermarck und Matthäus Ginderich). Ebenso erfolglos blieb letztlich das Bemühen Gfn. Annas († 1575), die ostfriesische Kirche zusammen zu halten und ihr eine eher ref. Form zu geben (u. a. 1542 Johannes a Lasco als Sup. berufen, 1544 Coetus begründet). Während der gemeinsamen Regierungszeit ihrer Söhne, des ref. Gf. Johann II. († 1591) und des luth. Gf. Edzard II. († 1599), die vom Ringen um jeweils alleinige Herrschaft geprägt war, verfestigte sich das Nebeneinander ref. und luth. Gemeinden. Die Konkordate von 1599, geschlossen zwischen den Landständen und dem Landesherrn, schrieben den Konfessionsstand der einzelnen ostfriesischen Gemeinden genauso fest wie das Gemeindewahlrecht bei den Pfarrstellenbesetzungen. 1631 erarbeitete GSup. Michael Walther eine neue KO für die luth. Gemeinden, deren zweite Auflage von 1716 bis heute gültig ist.13
Einen Wechsel von luth. und ref. Predigern scheint es in Nesse nicht gegeben zu haben. Nach dem 1590, also mit großem zeitlichem Abstand, verfassten Wahrhafftigen Gegenbericht der rechtgläubigen Predicanten in Ostfrießlandt war die Gemeinde in Nesse bereits 1520 zur luth. Lehre gewechselt.14 In dieser Zeit sind die Pfarrer Popko (amt. 1519–1539) und Buwo (amt. 1522) belegt. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. hatte der um 1530 in Nesse geborene P. Johann Ligarius (amt. 1569–1577) das Pfarramt seines Heimatortes inne; er war 1564 als entschiedener Lutheraner aus dem Pfarramt Norden entlassen worden er in Norden und wechselte nach seiner Amtszeit in Nesse als Prediger an den Hof des Gf. Edzard II.15 Anfang des 18. Jh. wählte die Gemeinde mit P. Gerhard Lamberti (amt. 1706–1737) einen pietistisch geprägten Geistlichen zum Pfarrer.16
Das Amt des Küsters, Organisten und Lehrers lag in Nesse von 1656 bis 1828 vier Genrationen lang in der Hand der Familie von Essen.17 Die zweite Pfarrstelle der Gemeinde blieb seit Ende des Ersten Weltkriegs unbesetzt, letzter Inhaber war P. Karl Gottfried Maximilian Reuter (amt. 1913–1918). Während der NS-Zeit hatte P. Johann Smidt (amt. 1901–1949) das Nessmer Pfarramt inne. Kirchenpolitisch stand er nach eigenen Angaben auf Seiten der BK. Bei der Beantwortung des „Fragebogens zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ notierte P. Smidt rückblickend, in Nesse habe es „nur einzelne DCer“ gegeben; im 1933 gewählten Kirchenvorstand stellten die DC drei von vier Mitgliedern.18
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs war die Zahl der Gemeindeglieder 1950 auf etwa 2.000 gestiegen. Neben der Kirche in Nesse kamen die Schulen in Ostdorf und Neßmersiel als weitere Predigtorte hinzu (1950 Gottesdienste etwa alle drei Wochen, 1970 etwa alle vier Wochen Gottesdienst in Neßmersiel). In den 1970er Jahre unterhielt die KG Nesse eine Schwesternstation (später aufgegangen in Diakonie-Sozialstation) und einen Kinderspielkreis. Sie baute eine Partnerschaft mit der KG Marieney-Wohlbach im Vogtland auf. Im Dezember 1971 gab sich die Gemeinde den Namen „Ev.-luth. Mariengemeinde Nesse“; sie nahm dabei Bezug auf das Marienrelief am ältesten Ausstattungsstück der Kirche: dem Taufstein aus dem 13. Jh.19
Nach der Visitation 1970 beklagte der Sup. des KK Norden, die Gemeinde sei „von lähmender Gleichgültigkeit gegenüber kirchlichen Belangen“, das Gemeindeleben sei rückläufig, die Gemeindekreise klein.20 Die Verhältnisse besserten sich in den folgenden Jahren und 1990 empfand der Sup. die vielfältigen Aktivitäten in der kleinen Gemeinde als „beachtenswert“ (1.200 Gemeindeglieder; Posaunenchor, Kirchenchor, Seniorenkreis, Jugendkreis, Singkreis Neßmersiel).21 Mit der wachsenden Bedeutung des Tourismus – besonders in Neßmersiel – kam die Urlauberseelsorge als weiteres Gebiet der Gemeindearbeit hinzu (Strandkirchenteam).
Kurz vor dem Einbau des restaurierten Orgelprospekts und des neuerbauten Orgelwerks wurde 1987 an der Ostwand oberhalb des Lettners ein mittelalterliches Fresko mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts entdeckt. Nach anfänglichen Überlegungen, die Malereien zu restaurieren und die fertige Orgel umzubauen, um sie auf der Westempore aufstellen zu können, fiel die Entscheidung – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – für die Beibehaltung des gewohnten Erscheinungsbildes der Kirche. Das Fresko wurde konserviert und erhielt einen schützenden Putz, bevor die Orgel an ihren angestammten Platz vor der Ostwand zurückkehrte.22

Pfarrstellen

I: vorref. – II: vorref. Seit 1918 vakant. Beide Pfarrstellen 1966 zu einer zusammengelegt.23

Umfang

Nesse, Neßmergrode, Neßmersiel, Ostdorf und Westdorf.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Bremer Domscholasters.24 – 1617 Coetus in den Ämtern Norden, Berum, dem Niederbrokmerland und der Herrlichkeit Dornum, 1626 faktisch erloschen, 1631 erneuert, 1643 aufgehoben. 1643 Konsistorium Aurich. 1766 zur 3. luth. Insp. (Sitz der Suptur in Norden, bzw. 1865–1900 in Nesse), 1924 KK Norden.25

Patronat

Genossenschaftspatronat der Gemeinde (Interessentenwahlrecht), zwischen 1942 und 1945 aufgehoben.26

Kirchenbau

Einschiffiger Tuffsteinbau, errichtet um 1200, mit spätgotischem Chor aus Tuff- und Backstein, erbaut 1493 (Datierung nach Inschrift auf Kugel des Dachreiters), und westlichem Vorbau des 19. Jh. Satteldach, über dem Chor abgewalmt; vierseitiger Dachreiter mit Uhrziffernblättern nach Osten und Westen, bekrönt mit Kugel (Inschrift: „Jesus Maria anno dom[ini] mcccclxxxxiii“), Kreuz und Hahn. Große Spitzbogenfenster; einige kleinere Rundbogenfenster; Rundbogenportal an Südseite; Haupteingang im Westen. Im Innern bemalte Balkendecke im Schiff (barocke Rankenmalerei), Kreuzrippengewölbe im Chor; an Ostseite des Schiffs steinerner Lettner mit Orgelempore und korbbogigen Durchgängen zum Chor; Westempore; an Südseite neben dem Lettner vermutlich Reste eines Hagioskop (Öffnung im Mauerwerk, die Blick auf Altar ermöglichte und etwa Leprakranken Teilnahme am Gottesdienst ermöglichte; heute von außen vermauert). Bei Anbau des Chors 1493 Außenmauern um knapp einen Meter erhöht, Dachreiter aufgesetzt. In der Neuzeit Anbau an Nordseite entfernt („Beenhuisken“). Im 19. Jh. westlicher Vorbau als Eingangsbereich errichtet. Sanierung und Neugestaltung Innenraum 1967–73 (u. a. Mauerwerk verpresst, statische Sicherung, Nordempore entfernt, Kanzel an Nordseite versetzt, neue Turmuhr im Dachreiter). Dachsanierung 1986–87. 1987 Fresko an Ostwand hinter der Orgel entdeckt (14./15. Jh., dargestellt ist das Jüngstes Gericht nach Offb 20,11–15, u. a. Christus als Weltenrichter, zu seiner Rechten Maria; Fresko nicht sichtbar, 1988 konserviert und mit schützendem Putz versehen). Restaurierung der Kirche 2000.

Grablege

In der Kirche wurden Nessmer Häuptlinge und Pfarrer beigesetzt.27

Turm

Südwestlich der Kirche niedriger, freistehender Glockenturm mit Satteldach, erbaut wohl im 14./15. Jh. Rundbogige Schallöffnungen. Kirche besaß anscheinend ursprünglich einen Westturm.28

Ausstattung

Gemauerter Blockaltar mit steinerner Mensa. – Kreuzigungsgemälde als Altarbild (1864, ursprünglich Teil eines neugotischen Altaraufsatzes, der einen Renaissancealtar von 1584/1601 ersetzte).29 – Kanzel (erste Hälfte 17. Jh.). – Zylindrischer Taufstein (13. Jh.), Baumberger Sandstein, an den Wandungen Arkaden mit Relieffiguren: Maria mit Kind, die Heiligen Drei Könige, Mariae Verkündigung, Taufe Christi, Engel mit Gewand Christi (Original seit Anfang der 2000er Jahre im Ostfriesischen Landesmuseum Emden, in der Kirche steht eine Kopie). – Tafelbilder an Emporenbrüstung (Ende 17. Jh., 1968 an Westempore angebracht, zuvor Chorseite der Orgelempore), Christus und die zwölf Apostel. – Kastengestühl mit Traljengittern (1706, Sitzflächen 1967/68 verändert). – Barockes Holzepitaph des Kaufmanns Johann Kuchenbacker aus Esens (†1667), im Hauptfeld Relief der Grablegung Christi, darunter Kreuzigung, darüber Himmelfahrt, bekrönt mit Figur des triumphierenden Christus mit Siegesfahne, außen Figuren der vier Evangelisten; Inschrift u. a. „Iesus meine Frewde“. – Verschiedene Grabplatten: für Ette Beningha aus Grimersum († 1567), mit Relief einer knienden Dame; für Trintie Eevertz († 1652); für die Ehefrau des P. Habbe Aggena (amt. 1664–1673); für P. Habbe Aggena († 1673). – Totenschilde für Häuptling Johann von Sparenborg († 1669) und seiner Ehefrau Catharina von Bardens († 1667). – Ehemalige Ausstattung: romanischer Grabstein mit Reliefresten (Schwert und Drache), 1967/68 entdeckt und als Leihgabe an Ostfriesisches Landesmuseum Emden abgegeben.30

Orgel

Orgelbauer Johannes Molensis (Esens) versetzte die Orgel 1617 von der West- auf die Lettnerempore.31 Unter Verwendung älterer Teile Neubau 1709/10, ausgeführt von Gerhard von Holy (Aurich), vermutlich 14 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Umbau 1861/62, ausgeführt von Otto Carl Wilhelm Lorentz (Norden). Neubau 1921, ausgeführt von Furtwängler & Hammer (Hannover), 14 II/P, pneumatische Traktur, Taschenladen (Opus 881).32 Orgelneubau 1986/88, ausgeführt von Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 12 (davon 3 Transmissionen) I/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Gehäuse von 1860/61 erhalten.

Geläut

Drei LG, I: d’, Inschrift: „Zerbrochen im November 1813 beim Freudengeläute über den Abzug der Franzosen hat mich die Gemeinde Nesse im Jahr 1829 als H. G. Sassen und F. M. Heyken Kirchverwalter waren umgießen lassen durch C. Fremy v. Burhafe“ (Bronze, Gj. 1829, Claude Fremy, Burhafe), in Nesse gegossen33; II: fis’, Inschrift: „Weise mir Herr deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem eine, dass ich deinen Namen fürchte“, Bild: segnende Hand (Bronze, Gj. 2010 Glockengießerei Bachert, Karlsruhe); III: d’’, Inschrift: „1589 fri got Gerd Pove[l]s mi. verbum do[mini] manet in eternum“, 1589 goss mich Gerd Powels. Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit (Bronze, Gj. 1589, Gert Powels), diente bis 1962 als SG, seit 1973 dann als LG.34 Im Dachreiter eine SG, as’’ (Bronze, Gj. 1784, Peter August Becker, Hildesheim), Inschrift: „Goss mich P A Becker zu Hannover Anno 1784“, 1962 von KG Edesheim erworben.35 – Früherer Bestand: Eine LG (Bronze), umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1810, Mammeus Fremy, Andries van Bergen), Inschrift: „Umgegossen von der christlichen lutherischen Gemeinde zu Nesse 1810 durch M. Fremy u. A. van Bergen“; im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Als Ersatz eine LG (Bronze, Gj. 1937, Franz Schilling, Apolda), Inschrift: „O Land, Land, Land höre des Herrn Wort. Geopfert für Deutschlands Wehr, Neuerstanden zu Gottes Ehr 1937“, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine LG, geborsten 1813, umgegossen 1829 zu heutiger LG I.

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1962/63). – Altes Steinhaus, Norder Pastorei (Bj. 15/16. Jh., Sanierung 1964/65), zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach.36 – Gemeindehaus, ursprünglich Amtsträgerwohnhaus (Bj. Ende 19. Jh., umgebaut 1990). – Zweites Pfarrhaus (verkauft 1960).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof rund um die Kirche.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 6 Nr. 5854–5858 (Pfarrbestellungsakten); A 12d Nr. 356 (GSuptur. Aurich); D 82 (EphA Norden); L 5i Nr. 24, 374, 605 (LSuptur. Aurich); S 11a Nr. 7785 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 964–965; Diederichs-Gottschalk, Schriftaltäre, S. 105–107; Fastenau, Bau- und Kunstdenkmäler III, S. 242–249; Kaufmann, Orgeln Ostfrieslands, S. 176–177; Köppen, Verzeichnis, S. 50-54; Meinz, Sakralbau Ostfriesland, S. 142–143; Meyer, Pastoren II, S. 172–173; Mithoff, Kunstdenkmale VII, S. 148–150; Otte/Rohde, Ostfriesland II, S. 448–450; Reershemius, Predigerdenkmal, S. 201–204; Reershemius, Predigerdenkmal Nachtrag, S. 16–17.
B: Nesse, in: Historische Ortsdatenbank für Ostfriesland, 17.06.2019 [Artikel unfertig]; Heinrich Drees: Vom Schulwesen im alten Kirchspiel Nesse. Ein Beitrag zur Entwicklung des ostfriesischen Schulwesens, in: Heim und Herd 11/1931; Mathilde Ites: Dorf und Kirchspiel Nesse im Lichte alter Urkunde bis 1500, in: Quellen und Forschungen zur ostfriesischen Familien- und Wappenkunde 16 (1967), S. 84-90; Johann Meiners: Wieder eine friesische Einraumkirche. Abschluss der Hauptrenovierungsarbeiten an St. Marien zu Nesse, in: Heim und Herd 9–10/1973, S. 5–6; Johann Meiners: Die Neßmer Kirchenglocken. In Kriegszeiten als Metallreserve angegriffen, in: Unser Ostfriesland (Beilage zur Ostfriesen-Zeitung) 19/1979 [S. 2]; Diedrich Neemann: Die Familien der Kirchengemeinde Nesse (1614–1910), 2 Bde. (= Ostfrieslands Ortssippenbücher 92), Aurich 2012; Robert Noah: Die Kirche in Nesse (= Ostfriesischer Kunstführer 8), Aurich [1986].

GND

2111824-3, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Sankt Marien (Nesse, Ostfriesland)


Fußnoten

  1. Meiners, Einraumkirche, S. 6: „in Anlehnung an die Madonnenfigur des alten Taufsteins“; KV-Beschluss im Dezember 1971, LKA, G 8/Nesse Bd. I, Bl. 138.
  2. Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 81; Ites, S. 84; Noah, S. 1; Neemann Bd. I, S. 10; Meiners, Einraumkirche, S. 6.
  3. Ostfriesisches UB II, Nr. 1718. Möglicherweise ist das im 11. Jh. im Heberegister der Abtei Werden erwähnte territorium, quod ab incolis Nas vocatur (das Gebiet, das von den Einwohnern Nas genannt wird) auf Nesse zu beziehen (Ites, S. 84). Die 1361 belegte villa Nesse (Ostfriesisches UB I, Nr. 93) war ein im Dollart versunkenes Dorf am linken Emsufer. Dorthin gehört auch der 1367 genannte dominus Udonis rectoris ecclesie in Nesse (Nr. 105).
  4. Ostfriesisches UB I, Nr. 215 und Ostfriesisches UB II, 1753 (21); Ites, S. 85.
  5. Ostfriesisches UB I, Nr. 550; Ites, S. 86 f.
  6. König, Verwaltungsgeschichte, S. 158 ff.
  7. LkAH, L 5i, Nr. 374 (Visitation 1964).
  8. Haiduck, Architektur, S. 14 f.
  9. Ostfriesisches UB I, Nr. 268.
  10. Ostfriesisches UB I, Nr. 502. Weitere Nachweise: Ulrici curati in Nesse (1435, ebd., Nr. 443), heer Olrike tho Nesse (1446, ebd., Nr. 576), her Olrike to Nesse (1448, ebd., Nr. 596).
  11. Ostfriesisches UB II, Nr. 1635.
  12. Zur Reformation in Ostfriesland vgl. knapp Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 312 ff.; ausführlich: Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 114 ff.
  13. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 321. Die ostfriesischen Landesherren führten die KO von 1631 jedoch nie verbindlich für alle Gemeinden ein.
  14. Garrelts, Reformation, S. 106.
  15. Zu P. Ligarius vgl. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 213 ff.
  16. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 364 f.
  17. Drees.
  18. LkAH, S 1 H III N. 1016, Bl. 21. Im Visitationsbericht 1935 notierte der Sup. des KK Emden zu P. Smidt: „Die Kirchenwirren, deren Wellen auch in seine Gemeinde hineinschlugen und ihm anfangs in seinem Vorstand zu schaffen machten, haben eine gewisse Amtsmüdigkeit genährt“, A 12d Nr. 356 (Visitation 1935).
  19. LKA, G 8/Nesse Bd. I, Bl. 138; Meiners, Einraumkirche, S. 6.
  20. LkAH, L 5i, Nr. 374 (Visitation 1970).
  21. LkAH, L 5i, Nr. 374 (Visitation 1990).
  22. LkAH, B 2 G 9/Nesse Bd. III, Bl. 90 und 135 ff.
  23. KABl. 1966, S. 111 f.
  24. Hodenberg, Stader Copiar, S. 53.
  25. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 317, 411 und 683.
  26. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 604; Handbuch 1933, S. 85; Verzeichnis 1946, S. 40.
  27. Meiners, Einraumkirche, S. 6.
  28. Rekonstruktionszeichnung bei Haiduck, Architektur, S. 18.
  29. Noah, S. 10; ausführlich: Diederichs-Gottschalk, Schriftaltäre, S. 105 ff.
  30. LkAH, B 2 G 9/Nesse Bd. II, Bl. 314 f.
  31. Kaufmann, S. 176 f.
  32. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 131.
  33. Meiners, Kirchenglocken, [S. 2].
  34. Mithoff, Kunstdenkmale VII, S. 150; Meiners, Kirchenglocken, [S. 2].
  35. LKA, G 9 B/Nesse Bd. II, Bl. 1.
  36. Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 313 f.