Sprengel Ostfriesland-Ems, KK Norden | Patrozinium: Liudger1 | KO: Ostfriesische KO von 1716

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Orts- und Kirchengeschichte

Zur frühen Geschichte Nordens, nach Aurich und Emden später die kleinste der drei ostfriesischen Städte, ist kaum etwas bekannt.2 Keimzelle der Siedlung war vielleicht die vermutlich im 10. Jh. zentral zwischen den Sandbauerschaften Ekel, Lintel und Martensdorf (später Westgaste) gegründete Andreaskirche. Möglicherweise ist das 1124 in einer Urkunde genannte Nertin auf Norden zu beziehen.3 Eine Urkunde des Papstes Honorius III. aus dem Jahr 1220 ist u. a. an den Abt de Nordia in der Diözese Münster gerichtet, während Norden seinerzeit bereits zur Diözese Bremen zählte.4 Als eindeutiger und unstrittiger Beleg ist eine im April 1255 in Norda ausgestellte Urkunde anzusehen, ein Vertrag zwischen der Stadt Bremen einerseits und Norden sowie den Emsgauern andererseits.5 Norden war im Mittelalter Zentrum der ostfriesischen Landesgemeinde Norderland (universitas terre Nordensis). Es war ein „Musterbeispiel eines einerseits in die Landesgemeinde eingebundenen und andererseits aus ihr herausgenommenen und hervorgehobenen friesischen Stadtgebildes“6 – rechtlich bildete Norden einen Sonderbezirk, blieb jedoch eingebettet in die Gerichtsverfassung der Landesgemeinde. Seit der Mitte des 14. Jh. spalteten sich die ostfriesischen Landesgemeinden in Häuptlingsherrlichkeiten auf. Der Einflussbereich der Häuptlingsfamilien variierte; die Region um Norden zählte ab der zweiten Hälfte des 14. Jh. zum Herrschaftsbereich der Familie tom Brok. In den Jahrzehnten nach deren Sturz (1427 Schlacht auf den wilden Äckern) etablierte sich die Familie Cirksena, die Ks. Friedrich III. 1464 zu Reichsgrafen von Ostfriesland erhob (Reichsfürsten seit 1654/62); die Grablege der Cirksena befand sich bis 1548 im Benediktinerkloster Marienthal bei Norden. In der zweiten Hälfte des 15. Jh. bildete sich die Ämterstruktur der Gft. Ostfriesland heraus, ein Amtmann lässt sich in Norden erstmals 1474 belegen.7 Der Flecken bzw. die Stadt blieb unbefestigt, eine Urkunde über die Verleihung des Stadtrechts ist nicht überliefert, Bürgermeister lassen sich urkundlich erstmals 1497 belegen8 und das älteste erhaltene Stadtsiegel (sigillum civitatis Nordensis) stammt aus dem Jahr 1498.9 Im Jahr 1531 verwüstete und plünderte Balthasar von Esens Norden (Zerstörung der Andreaskirche). Die 1535 von den Grafen Johann und Enno II. an unses Vlekkes Norden verliehenen Instituta Nordana sind als Kodifizierung des bestehenden Flecken- bzw. Stadtrechts anzusehen (Neufassung 1611, Osterhusischer Akkord); Norden blieb eine landesherrliche Stadt.10 Das Norder Bürgerbuch beginnt 1636. Der Übergang unter preußische Herrschaft im Jahr 1744 ließ die lokale Verwaltungsstruktur in Ostfriesland unverändert, die Ämter blieben bestehen. In den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jh. erlebte Ostfriesland mehrere Herrschaftswechsel: Ab 1807 zählte Norden daher zum Kgr. Holland, ab 1810 zum Kaiserreich Frankreich (Département Ems-Oriental, Arrondissement Aurich, Kanton Norden), ab 1813 wieder zum Kgr. Preußen und ab 1815 zum Kgr. Hannover. Mit der Annexion Hannovers 1866 kehrte Ostfriesland erneut zurück unter preußische Herrschaft. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 wurde Norden Sitz des gleichnamigen Landkreises, der 1977 im Lkr. Aurich aufging. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. war die Stadt Richtung Süden gewachsen (Neuer Weg); 1919 wurde die Sandbauerschaft eingemeindet (Ekel, Lintel und Westgaste, insgesamt gut 3.400 Einwohner). 1952 folgte die Eingemeindung von Tidofeld (seit 1946 Vertriebenenlager) und 1972 kamen die Ortschaften Leybuchtpolder, Lintelermarsch (Norddeich), Neuwesteel, Ostermarsch, Süderneuland I und II, Westermarsch I und II sowie Bargebur zu Norden. Neben Ackerbau, Viehzucht und Seehandel (vermutlich seit der ersten Dionysiusflut 1374 hatte Norden einen direkten Zugang zur Nordsee) zählte im späten Mittelalter wohl auch die Salzgewinnung zu den wichtigen Wirtschaftszweigen der Stadt.11 Im 19. und 20. Jh. erlangten die Brennerei Doornkaat (eigenständig 1806–1991) und der Teehandel Onno Behrends (eigenständig 1888–1988) überregionale Bedeutung. Einen Bahnhof erhielt Norden im Jahr 1883 (Strecke Emden–Asel). Im Jahr 1804 lebten gut 3.500 Menschen in Norden, 1905 gut 6.700, 1950 gut 18.000 und 2017 gut 25.000.

Kirche, Ansicht von Nordosten, 1860, Lithografie nach einer Zeichnung von G. Kistenmacher

Kirche, Ansicht von Nordosten, 1860, Lithografie nach einer Zeichnung von G. Kistenmacher

Neben der ev.-luth. Gemeinde sind in Norden weitere Kirchen beheimatet: Bereits seit 1556 lebten Mennoniten in Norden, die sich in zwei Gemeinden sammelten (Waterländer und Altfläminger). Sie schlossen sich 1780 zusammen und nutzen seit 1795 ein ehemaliges Patrizierhaus am Norder Marktplatz als Kirche (erbaut 1662). 1684 erbaute sich die ref. Gemeinde, gefördert von Dodo II. Freiherr zu Innhausen und Kniphausen, eine Kirche in Bargebur. Seit 1738 lassen sich Herrnhuter Brüder in Norden nachweisen; 1757 stellten sie einen eigenen Prediger an und unterhielten seit 1773 eine eigene Schule (1898 löste sich die Gemeinde).12 Seit der zweiten Hälfte des 17. Jh. fanden auf Schloss Lütetsburg wieder kath. Gottesdienste statt, nachdem Dodo II. Freiherr zu Innhausen und Kniphausen die Katholikin Hedwig Oriana von Frydag zu Gödens geheiratet hatte; seit der ersten Hälfte des 18. Jh. nutzte die kleine kath. Gemeinde einen Gottesdienstraum in Norden. Nachdem der preußische Kg. Friedrich der Große den Katholiken die freie Religionsausübung gestattet hatte, baute die Gemeinde den Raum Kapelle St. Michael aus (bis 1864 genutzt); 1885 folgte der Bau der St. Ludgerus-Kirche.13 Seit Mitte des 19. Jh. finden sich auch Baptisten in Norden, die sich 1901 eine eigene Kirche bauen (Gemeinde nennt sich seit 1942 „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Norden“, Kirche erhielt 1957 den Namen „Christuskirche“). Jüd. Familien lassen sich in Norden seit der zweiten Hälfte des 16. Jh. nachweisen, auch ein jüd. Friedhof scheint seinerzeit bereits existiert zu haben.14 Die jüd. Gemeinde besaß seit 1679 eine Synagoge mit Mikwe; 1660 umfasste sie 18 Haushalte und 1779 insgesamt 44 Familien. 1804 ließ die Gemeinde eine neue Synagoge errichten und erreichte mit 329 Gemeindegliedern 1861 ihre größte Zahl. Während des Novemberpogroms 1938 setzte die SA die Synagoge in Brand, die letzten Juden mussten Norden 1940 verlassen, mindestens 94 Norder Jüdinnen und Juden wurden während der NS Zeit in Ghettos oder Konzentrationslagern getötet.
Norden war seit 1766 in der Regel Sitz des Inspektors bzw. seit 1806 Sup. der 3. Insp. in Ostfriesland. Zu dieser Insp. zählten die KG Arle, Baltrum, Hage, Juist, Nesse (1865–1900 Sitz der Suptur.) und Norderney, seit 1897 auch Berumerfehn. Norden selbst gehört erst, genauso wie die ehemaligen Herrlichkeiten Dornum und Resterhafe, seit 1925 zur Insp., die gleichzeitig die Bezeichnung KK Norden erhielt.15 2019 umfasste der KK die KG Arle, Baltrum, Berumerfehn, Dornum, Großheide, Hage, Juist, Nesse, Norddeich, Andreas und Ludgeri in Norden, Resterhafe und Süderneuland sowie die KG Leezdorf, Leybucht, Marienhafe, Osteel, Rechtsupweg und Siegelsum, die 2013 aus dem KK Emden in den KK Norden umgegliedert worden sind.16 Ebenfalls 2013 ist der KK Norden in den Kirchenkreisverband Ostfriesland-Nord eingetreten, den die KK Aurich und Harlingerland 2009 gegründet hatten (gemeinsames Kirchenamt, Kooperation im Bereich Diakonie und Jugendarbeit).17

Kirchlich gehörte die Region um Norden im frühen Mittelalter zunächst zum Bistum Münster. Das Patrozinium der wohl jüngeren der beiden mittelalterlichen Norder Kirchen scheint an diese Tradition anzuknüpfen: Der friesische Missionar Liudger war der erste Bf. von Münster (805–809).18 Im hohen Mittelalter zählte das Gebiet bereits zum Bistum Bremen; ein hölzerner Vorgängerbau der Andreaskirche entstand vermutlich im 10. Jh.19 Die Norder Pfarrkirche war eine Sendkirche (oder Dekanatskirche), bildete also das Zentrum eines geistlichen Gerichtsbezirks.20 Als erster namentlich bekannter Pfarrer Nordens gilt der in der Urkunde von 1255 genannte dominus Henricus Reineldes.21 Zu dieser Zeit standen auf dem Norder Kirchhof bereits zwei Gotteshäuser in unmittelbarer Nachbarschaft nebeneinander: die ältere Andreaskirche und die jüngere Ludgerikirche, deren romanisches Langhaus etwa um 1200/20 errichtet wurde.22 Die Nachricht der Norder Annalen, die „größere Kirche“ (majus templum) sei 1288 vollendet worden, bezieht sich wohl auf einen umfassenden Neu- oder Erweiterungsbau der Andreaskirche.23 Die Ludgerikirche entstand vermutlich als Kirche der Landesgemeinde Norderland, während die Andreaskirche als Kirche für Norden selbst anzusehen ist („Stadtkirche“).24 Formal handelte es sich bei St. Ludgeri zunächst um eine Kapelle ohne eigene Pfarrrechte.25 Ein Ablass, 1403 ausgestellt von Papst Bonifaz IX., unterscheidet zwischen der Pfarrkirche in Norden und der Ludgeruskapelle auf dem Friedhof (in parrochiali ecclesia in Norda, Bremensis diocesis et in capella sancti Ludgeri, sita in cimiterio eiusdem).26 Ein knappes Halbjahrhundert später findet sich dann die Bezeichnung parochialis ecclesia s. Ludgeri in Norda (Pfarrkirche St. Ludgeri in Norden).27
Zur mittelalterlichen Norder Kirchenlandschaft zählten überdies zwei Klöster: Möglicherweise im späten 12. Jh. hatte vielleicht Hatebrand, Abt des Klosters Feldwirth bei Appingedam, das Benediktinerkloster Marienthal (auch Oldekloster genannt) gegründet. 1479 ist Marienthal als Doppelkloster belegt, im 16. Jh. war es wohl ausschließlich Nonnenkloster (aufgehoben 1555).28 Als zweite Klostergründung entstand 1264 das Dominikanerkloster Am Fräuleinshof, gegründet vom Mönch Herardus aus dem Jakobinerkloster in Paris. Auch die um 1400 gegründete Kalandsbruderschaft nutzte die Dominikanerkirche.29

Blick von Norden auf Ludgeri-Kirche (im Hintergrund), davor am rechten Bildrand Turm der St. Andreas-Kirche (1531 zerstört), Foto von einem Gemälde

Blick von Norden auf Ludgeri-Kirche (im Hintergrund), davor am rechten Bildrand Turm der St. Andreas-Kirche (1531 zerstört), Foto von einem Gemälde

Die im Dominikanerkloster entstandenen Norder Annalen berichten, dass im Jahr 1296 nach einem Blitzeinschlag ein Feuer den größten Teil Nordens mit Kirchen und kirchlichen Gebäuden zerstört habe (major pars Nordae cum templis et aedibus sacris).30 Die Weihe der Andreaskirche im Jahr 1314, die Ebf. Johann I. von Bremen vollzog, hängt vermutlich mit dem Wiederaufbau nach diesen Zerstörungen zusammen (aedam sacram s. Andreae dedicavit).31 Wenige Jahre später stürzten, vermutlich aufgrund eines Erdbebens, die Mauern und Giebel der kirchlichen Gebäude ein (collapsa sunt ac corruerunt moenia ac culmina aedium sacrarum).32 Wohl beim Wiederaufbau erhielt die Ludgerikirche 1318 ein erstes Querhaus; es war Mitte des 15. Jh. verfallen und Ulrich I. Cirksena ließ ab 1445 zunächst ein neues Querhaus errichten und danach den Hochchor mit Umgang.
In einem undatierten Brieffragment aus der ersten Hälfte des 14. Jh. sind die Namen zweier Norder Pfarrer überliefert: Ubbo et Folpertus cura[tores in] Norda.33 Allerdings lässt sich hier und bei anderen nachweisbaren Geistlichen nicht mit Sicherheit sagen, ob sie an der Andreas- oder an der Ludgerikirche tätig waren.34 Eine päpstliche Urkunde von 1403 nennt Johannes Meynardi, Tirlingus Ockonis, Richard Ulbrandi und Alvericus de Hove als Pfarrer in Norda.35 Im Stader Copiar, niedergeschrieben um 1420, sind für Norden summarisch acht Benefizien genannt, in vier Fällen entschied der Bremer Domscholaster über die Besetzung, über die übrigen vier entschied die Gemeinde (in Norda sunt VIII benefitia quorum quatuor pertinent ad collationem Scholastici et IV ad presentationem parochianorum et Investitura ad Scholaticum).36 Im Testament des Ocko tom Brok aus dem Jahr 1435 sind mit Hajo, Tidericus, Wylhelmus und Eylardus vier Pfarrer in Norden genannt; in einer Urkunde von 1442 lassen sich zwei von ihnen erneut nachweisen: heer Dirck, heer Sybaldt, heer Wilhelm, ende heer Isbrandt karckheren to Norden.37 Einige Einträge aus den vatikanischen Registern erlauben vereinzelt klare Zuordnungen: Nachdem der Priester Johannes Preen 1452 sein Pfarramt aufgegeben hatte, erbat der Kleriker Rotgherus Berghus dessen nun freien achten Teil der Pfarrkirche St. Ludgeri in Norden. Rotgherus Berghus erhielt das Pfarramt und musste Preen eine Pension zahlen. Überdies ist vermerkt, dass an St. Ludgeri acht Pfarrherren tätig seien.38 Zusammen mit drei Kollegen ist Rotgherus Berghusher Feyke, her Roetgher, her Atteke, her Teleman, medekerckhern to Norden.39 Im Jahr 1489 trat Johann Weyer die Nachfolge Egbert Kremers an und erhielt das osthaber genannte Achtel der Ludgerikirche.40 Im 16. Jh. hatten sich die Zahl der Geistlichen anscheinend geändert: In seiner Frisiae descriptio (Beschreibung Ostfrieslands) notierte Henricus Ubbius etwa 1530, in Norden stünden zwei Pfarrkirchen, an denen insgesamt sechs Pfarrer und zwölf Vikare tätig wären.41 Nachdem Balthasar von Esens Norden 1531 eingenommen hatte, hinterließ er die Andreaskirche als Ruine. Da die Norder ihre Kirche nicht wieder aufbauten – die letzten Reste wurden 1756 abgetragen – war St. Ludgeri seit 1531 alleinige Pfarrkirche. Seinerzeit hatte sich in Norden die Reformation bereits durchgesetzt. Sie hatte sich in Ostfriesland mindestens unter Duldung des Landesherrn Gf. Edzard I. († 1528) ausgebreitet, aber ohne seine Lenkung.42 So entwickelte sich ein Nebeneinander verschiedener prot. Richtungen. Gf. Enno II. († 1540) übernahm eine aktivere Rolle, löste u. a. 1528 das Benediktinerinnenkloster Marienthal bei Norden auf (erste reformatorische Klosterauflösung in Ostfriesland).43 Seine Versuche, die kirchlichen Verhältnisse einheitlich und eher luth. zu gestalten, scheiterten allerdings (u. a. 1529 „Bremer KO“ von Johann Timann und Johann Pelt, 1535 „Lüneburger KO“ von Martin Undermarck und Matthäus Ginderich). Ebenso erfolglos blieb letztlich das Bemühen der Gfn. Anna († 1575), die ostfriesische Kirche zusammen zu halten und ihr eine eher ref. Form zu geben (u. a. 1542 Johannes a Lasco als Sup. berufen, 1544 Coetus begründet). Während der gemeinsamen Regierungszeit ihrer Söhne, des ref. Gf. Johann II. († 1591) und des luth. Gf. Edzard II. († 1599), die vom Ringen um jeweils alleinige Herrschaft geprägt war, verfestigte sich das Nebeneinander ref. und luth. Gemeinden. Die Konkordate von 1599, geschlossen zwischen den Landständen und dem Landesherrn, schrieben den Konfessionsstand der einzelnen ostfriesischen Gemeinden genauso fest, wie das Gemeindewahlrecht bei den Pfarrstellenbesetzungen. 1631 erarbeitete GSup. Michael Walther eine neue KO für die luth. Gemeinden, deren zweite Auflage von 1716 bis heute gültig ist. Der Gottesdienst in Norden folgte jedoch noch 1720 einer Ordnung, die Hofprediger Johannes Ligarius (amt. 1559–1564) im Jahr 1583 entworfen hatte.44

Ludgeri-Kirche, Ansicht von Südosten (am linken Bildrand), rechts vom Chor der Ludgeri-Kirche Turm der St. Andreas-Kirche (1531 zerstört), Holzschnitt von A. Depser nach einer Zeichnung, um 1700

Ludgeri-Kirche, Ansicht von Südosten (am linken Bildrand), rechts vom Chor der Ludgeri-Kirche Turm der St. Andreas-Kirche (1531 zerstört), Holzschnitt von A. Depser nach einer Zeichnung, um 1700

In der kirchlichen Entwicklung Nordens spiegelt sich das konfessionelle Nebeneinander in der Gft. Ostfriesland; hier amtierten während der Reformationsjahrzehnte im 16. Jh. sowohl luth. als auch ref. Prediger. Die ersten ev. Pfarrer in Norden waren (der anfangs noch kath.) P. Johann Stevens van Bulderen (amt. vielleicht 1489–1536)45, der Utrechter P. Hinne Rode (amt. 1527–1528) und der ehemalige Norder Dominikaner P. Hinrich Reese (amt. 1527–?). P. Stevens nahm im Juni 1526 auf ev. Seite an der Oldersumer Disputation teil (Mester Johan Sthevens Pastor tho Norden).46 Reese hatte 22 ev. Thesen formuliert, die er Neujahr 1527 vortrug und erläuterte, u. a. stellte er fest, das Abendmahl sei „dazu eingesetzt, daß die versamelte Gemeinde es nehmen, essen und trinken“, Nonnen und Mönche könnten „durch ihr Gelübde und Regeln nicht selig werden“ und der „geschorne, und sogenannte geistliche Hauffen ist nichts nütze“. Nach seinem Vortrag legte er seine Mönchskutte ab und wurde ev. Prediger in Norden.47 Sein Mitpfarrer Rode vertrat ein eher ref. Abendmahlsverständnis (Abendmahl an Tischen, nicht mit Hostien, sondern mit Brot).48 Die Norder Gottesdienstordnung, aufgestellt etwa 1528 und damit ältestes ev. Agende aus Ostfriesland, lässt sich als ref. Ordnung charakterisieren.49 Über die Form des Abendmahls gerieten die drei Norder Pfarrer 1552 in Streit: Den Lutheranern P. Wilhelm Lemsius (amt. 1536–1554) und P. Johannes Forstius (amt. 1551–1554) stand der ref. gesinnte P. Adolph Fusipedius (amt. 1552–1554) gegenüber. Alle drei Pfarrer mussten Norden daraufhin 1554 verlassen.50 Die erste Pfarrstelle erhielt der ref. P. Martin Micron (amt. 1554–1559), der für Norden eine neue Gottesdienstordnung verfasste.51 Er und seine Amtskollegen P. Feddo Hommius (amt. 1556–1559) und P. Albert Holtmann (amt. 1554–1559) starben an der Pest. Auf P. Micron folgte der luth. P. Johannes Ligarius (amt. 1559–1564), den Gfn. Anna zusammen mit dem ebenfalls luth. P. Franziskus Alardus (amt. 1560–1564) absetzte.
Ein Jahr später übernahm der ref. P. Andreas Larletanus (amt. 1565–1577) die erste Pfarrstelle. In seine Amtszeit fiel anscheinend die Umgestaltung des Chorraums zu einem abgetrennten Abendmahlsraum mit gut vierzig Sitzplätzen: Die Gemeinde schaffte das Chorgestühl an (es stammt wohl aus einem der aufgelösten Norder Klöster) und ließ es umarbeiten; 1577 fertigte Johan Snitker einen nye disch in der karcke […] dar ann das H[eilige] Nachtmall schulde holden und vermutlich im gleichen Jahr entstand der zweiflügelige Schriftaltar (ältester und größter derartiger Altar in Ostfriesland). Auf der Außenseite stehen auf Plattdeutsch die Zehn Gebote in ref. Fassung (also einschließlich des Bilderverbots), auf der Innenseite, ebenfalls auf Plattdeutsch, die Einsetzungsworte des Abendmahls.52 Altar, Chorgestühl und weitere Mehrsitzer bildeten ein fast geschlossenes Oval; sitzend feierte die Gemeinde hier das Abendmahl. Als P. Larletanus 1577 starb, rückte Norden in den Fokus der Auseinandersetzungen zwischen dem luth. Gf. Edzard II. und seinem Bruder, dem ref. Gf. Johann.53 Gegen seinen ref. Amtskollegen P. Adolphus Empenius (amt. 1566–1578) setzte der neue Pfarrer, der Lutheraner P. Johannes Antwerpiensis (amt. 1577–1583), das luth. Abendmahl in Norden durch. Der ehemalige Norder P. Ligarius, nunmehr Hofprediger des Gf. Edzard II., unterstützte ihn dabei. 1578 entließ Gf. Edzard II. P. Empenius und berief an seiner statt den ebenfalls luth. P. Johann Oldewelt (amt. 1578–1586). Seitdem versammelte sich die ref. Gemeinde zu ‚privaten‘ Gottesdiensten auf dem nahe gelegenen Schloss Lütetsburg des Häuptlings Unico Manninga (das „Lütetsburger Laufen“).54 Gf. Johann gestattet den Reformierten im Oktober 1579 dann, sich zum Gottesdienst in einem Norder Gasthaus zu versammeln; erst im Dezember konnte Gf. Edzard II. einen Stopp dieser Gottesdienste durchsetzen. Norden blieb nun eine luth. Gemeinde. Zwar gestattete Gf. Enno III. den Reformierten 1612 freie Religionsausübung, aber eine Gemeindegründung gelang aufgrund des Widerstands der Lutheraner nicht.55

Kirche, Ansicht von Süden, Teilansicht

Kirche, Ansicht von Süden, Teilansicht

Im Inneren der Ludgerikirche erfolgten im späten 16. Jh. weitere Umbauten: 1588 erhielt die Kirche einen neuen 1588 predigtstohl (Kanzel) und 1596 kam im Westen des Chors die Empore vor de lewe Overicheit hinzu.56 Seit 1617 versammelte sich der luth. Coetus für die Ämter Norden und Berum, das Niederbrokmerland und die Herrlichkeit Dornum an der Ludgerikirche (Cötuskammer, Cötusbibliothek). Der Norder Coetus bestand bis 1643 (mit einer Unterbrechung 1626–1631); seine Aufgabe war es, die Pfarrer und Lehrer dieser Gegend zu prüfen und über die Kirchendisziplin zu wachen.57 1686 begann Arp Schnitger mit dem Bau der Orgel, die in Teilen bis heute erhalten ist (zweitgrößte noch existierende Schnitger-Orgel). P. Franciscus Henricus Hoyer (amt. 1666–1699) gab 1697 ein „Nordisches Schrifftmässig eingerichtetes vollständiges Gesang-Buch“ heraus, ein Jahr später die „Nordische Catechisation und Kinder-Lehre“; in seinen Werken „ist der Geist des Pietismus lebendig“.58 Der Pietismus entwickelte sich bis zur Mitte des 18. Jh. zur prägenden theologischen Richtung in den luth. Gemeinden Ostfriesland; ein Zentrum bildete das unweit Nordens gelegene Hage.59
Im Jahr 1872 erhielt die Ludgerikirche einen zweiten Altartisch, der vor der Fürstenloge aufgestellt wurde (Episteltisch, Notaltar).60 Die etwa gleichzeitig entwickelten Pläne zu einem neugotischen Umbau der Kirche verwirklichte die Gemeinde nicht. 1878 richtete die KG eine Schwesternstation ein (später Diakonissenstation Norden e. V.), bald kam unter der Leitung einer Diakonisse auch eine „Kinderbewahranstalt“ hinzu.61 Eine lokale Gruppe des CVJM gründete sich in Norden 1881 (aufgelöst 1971), in diesem Kontext entstand ein Jahr später auch ein Posaunenchor. Ein Kirchenchor folgte 1886.

Kirche, Blick vom Kirchenschiff in den Chor, um 1859, Lithografie

Kirche, Blick vom Kirchenschiff in den Chor, um 1859, Lithografie

Während der NS-Zeit wirkten Sup. und P. Ibo Kortmann (amt. 1925–1954), P. Karl Lange (amt. 1926–1964) und P. Wilhelm Schmädecke (amt. 1922–1958) in der Ludgerigemeinde. Im Juni 1933 unternahm der Norder Kreisleiter der NSDAP den Versuch, Sup. Kortmann seines Amtes entheben zu lassen, das Landeskirchenamt Hannover erhob jedoch erfolgreich Einspruch.62 Im Februar 1934 gründeten Sup. Kortmann und P. Schmädecke die Norder Gruppe der Bekenntnisgemeinschaft, die gut 800 eingeschriebene Mitglieder zählte.63 P. Lange gehörte zunächst den DC an, denen er „nicht ohne Fragen und Bedenken“ beigetreten war und mit deren Kurs er „je länger desto weniger einverstanden“ war.64 Im Mai 1934 trat er aus und schloss sich später ebenfalls der BK an, wie Sup. Kortmann in den Antworten zum „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ angab.65 Von den zwölf 1933 neugewählten Kirchenvorstehern gehörten zehn den DC an; sie standen nach Einschätzung Sup. Kortmanns „wesentlich unter dem Einfluss der aussergemeindlichen deutschchristlichen Leitung“.66 Im Jahr 1936 traten vier Kirchenvorsteher zurück, später drei weitere. Seinerzeit hatte sich bereits eine separate deutschchristliche Gemeinde mit eigenem Pfarramt in Norden gebildet, die sich der radikalen Thüringer Richtung der DC anschloss (DC, Nationalkirchlicher Einung e. V., Ortsgemeinde Norden). Die DC-Gemeinde veranstaltete eigene Gottesfeiern in der Aula des Gymnasiums und führte einen eigenen Konfirmandenunterricht ein. In den Unterlagen zur Visitation 1937 schrieb Sup. Kortmann, dadurch sei ein Riss in der Gemeinde entstanden, der „das kirchliche Leben weithin hemmt und vergiftet“.67 Der führende Kopf der ostfriesischen DC, P. Heinrich Meyer aus Aurich, habe „in Norden ein Feld reger Betätigung gefunden“ konstatierte der LSup. des Sprengels Ostfriesland 1937.68 Im Dezember 1938 gestattete die Finanzabteilung des Landeskirchenamtes Hannover den Mitgliedern der Norder DC, ihre Kirchensteuern auf ein Sonderkonto einzuzahlen und bis März 1939 hatten sich 134 luth. Haushalte für diese Möglichkeit entschieden.69 Zudem setzte die Finanzabteilung 1939 einen DC-Konfirmationsgottesdienst in der Ludgerikirche durch und ordnete 1942 „die Zurverfügungstellung des Kirchenraums der Ludgerikirche an jedem zweitletzten Sonntag im Monat“ für Gottesfeiern der DC an.70 Die Gemeinde existierte auch nach 1945 weiter; 1947 hatte „ein ehemaliger Korvettenkapitän Dr. Ulrich, der aus Thüringen stammt“ das deutschchristliche Pfarramt für Norden, Aurich und Leer mit Sitz in Norden inne und lud regelmäßig zu Gottesfeiern und Konfirmandenunterricht ein.71 Unter dem Namen „Freie Evangelische Gemeinde“ existierte die DC-Gemeinde auch 1953 noch, habe allerdings „weder Zugkraft noch Zuzug“.72
Seit Anfang des 20. Jh. hatte sich die KG Norden deutlich vergrößert und zählte 1937 etwa 14.500 Glieder (450 traten zwischen 1933 und 1945 aus).73 Zu den sonntäglichen Gottesdiensten in der Ludgerikirche waren 1937 mehrere Schulgottesdienste in den Außenorten hinzugekommen: etwa alle sechs Wochen in Ostermarsch, in größeren Abständen auch in Norddeich und Westermarsch II; im neugeründeten Neuwesteel allerdings hatte der Schulvorstand 1936 entschieden, keine Gottesdienste zuzulassen.74 Durch den Zuzug Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die KG Norden bis 1948 auf etwa 20.000 Glieder an. Im Flüchtlingslager Tidofeld wurde 1948 eine Barackenkirche eingerichtet, in der nicht allein luth. sondern auch kath. und bapt. Gottesdienste gefeiert wurden.75 1951 erhielt die Kirche einen kleinen, offenen Glockenturm. Neben den wöchentlichen Gottesdiensten in der Ludgerikirche und den zweiwöchentlichen Gottesdiensten in der Barackenkirche Tidofeld luden die Norder Pastoren 1950 alle drei Wochen zu einem Gottesdienst in Neuwesteel ein und alle vier bis fünf Wochen in Westermarsch I, Westermarsch II, Lintelermarsch und Ostermarsch.76 P. Alfred Schliebitz (amt. 1952–1959) übernahm die 1951 eingerichtete vierte Pfarrstelle der Gemeinde.77
Als Anfang der 1960er Jahre anstelle des Barackenlagers das Wohngebiet Tidofeld entstand, ersetzte die Gemeinde die Behelfskirche durch einen Neubau. 1961 weihte sie die Gnadenkirche ein (seitdem wöchentliche Gottesdienste, 1966 Pfarrvikarstelle, 1981 halbe Pfarrstelle). Mit Blick auf die Gründung einer neuen KG erhielt Norden 1959 eine fünfte Pfarrstelle; 1963 ließ die Gemeinde in Süderneuland eine Kirche errichten und 1965 gründete sich die eigenständige KG Süderneuland.78 Der Bau des Gemeindehauses in Norddeich (1975) bereitete die nächste Tochtergründung vor: 1978 schlossen sich Lintelermarsch, Norddeich und Westermarsch II zur KG Norddeich zusammen.79 Trotz dieser Neugründungen sank die Zahl der Gemeindeglieder nicht signifikant; die Gemeinde sei „unüberschaubar groß“, heißt es 1985 in der Festschrift zur Wiedereinweihung der Ludgerikirche. „Die Ludgerikirche braucht Tochterkirchen, die Kirchengemeinde braucht Tochtergemeinden.“80 1988 erhielt Norden eine sechste Pfarrstelle und 1996 gründete sich für das westliche Stadtgebiet die Andreaskirchengemeinde Norden.81
In den 1950er Jahren hatte die KG Norden eine Partnerschaft mit der KG Markneukirchen im Vogtland aufgebaut. Später kam eine Partnerschaft mit Kartoum im Sudan hinzu.82 Zusammen mit der ref., der kath., der bapt. und der freikirchlichen Gemeinde organisierte die Ludgerigemeinde in den 1970er Jahren ökumenische Veranstaltungsreihen. Seit Februar 1984 luden die Gemeinden monatlich zu einer ökumenischen Andacht ein.83 1981 eröffnete eine Frauengruppe in Räumlichkeiten der Gemeinde einen Weltladen (seit 2009 in der ehemaligen Küsterei). Die Jugendarbeit der Gemeinde, in der bis 1971 der CVJM eine wichtige Rolle spielte, liegt seit 1983 weitgehend in den Händen des Kreisjugenddienst des KK Norden; 1998 eröffnete die Gemeinde im Haus am Markt 30 ein Jugendcafé. Im Jahr 2006 entwidmete die Ludgerigemeinde die Gnadenkirche Tidofeld; seit 2013 beherbergt die ehemalige Kirche die „Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland“.
Seit den 2000er Jahren unterstützen mehrere Förderkreise die Gemeindearbeit. Der „Förderkreis Kinder & Jugend“ trägt u. a. zur Finanzierung der Diakonenstelle bei, 2006 gründete sich der „Förderkreis Kirchenmusik“ und seit 2013 trägt der „Förderkreis Kulturschatz Ludgeri-Kirche“ zur Erhaltung des Kirchengebäudes und seiner Ausstattung bei.

Pfarrstellen

I: vorref., seit 1806 in der Regel gleichzeitig Superintendentenstelle (nicht 1865–1900). – II: vorref., bis 1995 (dann übergegangen auf Andreasgemeinde, 1995 neu begründet (aus III).84 – III: vorref., nach Reformation zeitweise unbesetzt bzw. Vikariat, wieder Pfarrstelle 1612–1995 (umgewandelt in II), 1995 neu begründet (aus IV).85 – IV: 1951–1995 (umgewandelt in III), 1995 neubegründet (aus V).86 – V: 1958–1965 (dann übergegangen auf KG Süderneuland). Wieder 1972/73–1995 (zuvor seit 1966 Pfarrvikarstelle; 1995 umgewandelt in IV).87 VI: 1988–1995 (dann übergegangen auf Andreasgemeinde.88

Umfang

Norden und Umland (1935: Sandbauerschaft mit Ekel, Lintel und Westgaste, Bargebur, Lütetsburg mit Moorriege I und II, Süderneuland I mit Süderpolder, Wurzeldeich und Pekelhering, Süderneuland II, Nadörst, Westermatrsch I und II, Ostermarsch, Lintelermarsch mit Norddeich). 1934 Einpfarrung der bei der Eindeichung der Leybucht neu entstandenen Parzellen in den Gemarkungen Süderpolder und Westermarsch am.89 1962 Umpfarrung eines Teils der politischen Gemeinde Neuwesteel aus der KG Norden in die neue KG Leybucht.90 1965 Süderneuland I und II sowie Neuwesteel ausgepfarrt und zur neuen KG Süderneuland zusammengeschlossen.91 1978 Lintelermarsch, Norddeich und Westermarsch II (teilweise) ausgepfarrt und zur neuen KG Norddeich zusammengeschlossen.92 1994 Moorriege I und Moorriege II umgepfarrt in die KG Hage.93 Zum 1. Januar 1996 nordwestlicher Teil Nordens ausgepfarrt und zu neuer Andreasgemeinde Norden zusammengefasst.94 2011 einige Straßen in Lütetsburg in die KG Hage umgepfarrt.95

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Bremer Domscholasters.96 – 1617 Coetus in den Ämtern Norden, Berum, dem Niederbrokmerland und der Herrlichkeit Dornum, 1626 faktisch erloschen, 1631 erneuert, 1643 aufgehoben. 1643 Konsistorium Aurich. Ab 1766 war Norden Sitz der 3. luth. Insp. (1865–1900 Sitz der Suptur. in Nesse), alle Prediger in Norden unterstanden jedoch direkt dem GSup. in Aurich.97 Zum 1. April 1925 in den 3. luth. Aufsichtsbezirk in Ostfriesland eingegliedert, seitdem KK Norden.98

Patronat

Genossenschaftspatronat der Gemeinde (Interessentenwahlrecht). Nominell hatte Gf. Enno I. Cirksena von Papst Innozenz VIII. 1485 das Patronatsrecht über alle Pfarren seines Herrschaftsgebietes erhalten bzw. bestätigt bekommen; er konnte diesen Anspruch allerdings nicht generell durchsetzen.99 In Norden entschieden die Cirksena gerade im 16. Jh. jedoch mehrfach über die Besetzung der Pfarrstellen. 1599 Gemeindewahlrecht festgeschrieben (Konkordate). 1763 Votantenregister eingeführt (verbindliches Verzeichnis der Stimmberechtigten).100

Kirchenbau – Ludgerikirche
Kirche, Blick in den Chor mit dem Flügelaltar, vor 1980

Kirche, Blick in den Chor mit dem Flügelaltar, vor 1980

Langgestreckter Bau, bestehend aus romanischem Langhaus (um 1200/1220) sowie Querhaus (zweite Hälfte 14. Jh.) und spätgotischem Hochchor (nach 1445) mit sechsseitigem Chorschluss und Umgang.101 An Südseite des Langhauses Anbau (Eingang und Küsterei). Satteldächer über Lang- und Querhaus, Chor mit im Osten abgewalmten Satteldach und Dachreiter (bekrönt mit Kugel), Küsterei mit Schleppdach, Pultdächer über Chorumgang. Backsteinmauerwerk, teilweise mit Tuffsteinverblendung, Strebepfeiler an Chor und Querhaus; große, vierbahnige Maßwerkfenster am Chorumgang und Querhaus, an den Stirnseiten des Querhauses dreibahnig; zwei- und dreibahnige Maßwerkfenster am Hochchor; am Langhaus dreibahnige Maßwerkfenster. Im Innern hölzernes, mit Rippen verziertes Tonnengewölbe im Langhaus, Kreuzrippengewölbe in Querhaus, Chor und Umgang, teilweise verziert mit ornamentaler Malerei (1983 freigelegt); im Vierungs- und Chorgewölbe Schlusssteine mit Wappen Ulrichs I. Cirksena, Gf. von Ostfriesland; im Vierungsgewölbe Fresko mit Darstellung des Jüngsten Gerichts (1961 entdeckt). Nord- und Westempore im Langhaus (um 1700). Empore am nordöstlichen Vierungspfeiler (Kirchenvorstandsstuhl) und vom südöstlichen Vierungspfeiler bis ins Querhaus (Süderboden). Lettnerartige Fürstenempore im Chor (1596). Orgelempore vor südöstlichem Vierungspfeiler. Langhaus erbaut etwa um 1200/20 (vielleicht mit halbrunder Apsis), Bau nach Brand 1296 und Erdbeben (?) 1318 erneuert (Westgiebel), Querhaus wohl in zweiter Hälfte des 14. Jh. erbaut, später eingefallen und neu erbaut 1445, Hochchor um 1455 vollendet. Kirche u. a. um 1550, 1597 und 1648 geweißt. Holztonne im Langhaus 1746 (ursprünglich flache Holzbalkendecke). Westteil des Langhauses in 1820er Jahren zu Schulräumen umgebaut. Spitzbogenfenster am Langhaus in erster Hälfte des 19. Jh. gebrochen (um 1840?). Holztonne 1884 mit Rippen verziert. Kupferne Dachrinnen im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. 1956 dunkelroter Außenanstrich (Kunstharzschlämme). Mauerwerks- und Dachsanierung am Langhaus von 1956 bis Anfang 1960er Jahre. Restaurierung und Instandsetzung 1980–85 (u. a. neue Dachdeckung für Chor und Querhaus, Mauerwerk instandgesetzt, Deckenmalereien restauriert, Gestühl im Bereich der Vierung verkürzt, um Altarraum für Vierungsaltar zu schaffen). Umbau der Küsterei 2008/09 (Weltladen, Gemeindebücherei).

Fenster

Im nördlichen Querhausgiebel Lutherfenster (1889), im südlichen Melanchthonfenster (1898). Farbige Obergadenfenster (1900/01, Glasmalerei Henning und Andres, Hannover). Farbiges Fenster Südseite Chorumgang (1983/84, Wilhelm Buschulte, Unna).

Grablege

Zahlreiche Grabstätten in Chor, Chorumgang und Langhaus, Plan der Begräbniskeller von 1806 erhalten.102

Turm

Freistehender, quadratischer Glockenturm südlich der Kirche, erbaut im frühen 14. Jh. Satteldach mit Dachreiter, Backsteinmauerwerk, Giebeldreiecke mit weiß ausgemalten, spitzbogigen Blendnischen verziert; unterhalb der rundbogigen Schallfenster jeweils drei weiß ausgemalte, rundbogige Blendnischen, in den äußeren jeweils schmale Spitzbogenfenster, an Ostseite Glockenspiel (seit 1992). Stadtwaage seit Ende des 16. Jh. im Turm untergebracht; Erdgeschoss Ende der 1920er Jahre als Gedenkhalle für Weltkriegsgefallene eingerichtet. Turmsanierung Ende 1950er Jahre.

Ausstattung

Hochaltar im Chor, zweiflügeliger plattdeutscher Schriftaltar mit geschwungenem Baldachin, Bank und truhenförmigem Altartisch davor (etwa 1577), Umarbeitung eines älteren gotischen Altars (Baldachin); innen Einsetzungsworte des Abendmahls (aus 1 Kor 10–11), außen Zehn Gebote (2 Mos 20,2–17; 5 Mos 5,6–21), nicht in luth. Fassung sondern mit Bilderverbot: „Dv schalt dy nene Bilde noch Gelikenisse make, bede se nicht an vnd dene en nicht“; 1785 Außenseiten blau übermalt, auf den Innenseiten Gemälde angebracht, 1855 brauner Anstrich, 1872 Bank entfernt und Altartisch an Retabel gerückt, 1885 Schnitzwerk am Baldachin repariert, 1892 Zehn Gebote restauriert, bei Kirchenrestaurierung 1980–85 Altar in Form des späten 16. Jh. restauriert.103 – Drei Altargemälde (1785, Friedr. Corn. de Hosson, Groningen), für Hochaltar angefertigt, seit 1983 im Langhaus; Bilder zeigen Abendmahl, Kreuzigung und Kreuzabnahme. – Barocke Kanzel mit turmartigem Schalldeckel am südwestlichen Vierungspfeiler (1712, Redolph Garrelts, Hamburg), Wandungen des Kanzelkorbs und Aufgangs mit zahlreichen Schnitzfiguren, Mosesfigur als Kanzelfuß.104 – Vierungsaltar (1980/85). – Frühgotischer Taufstein, rundes Becken, verziert mit Rundbogenarkaden, sechseckiger Fuß, erneuerter Sockel (1963), im Chor aufgestellt. – Chorgestühl (1481, zwei Fünfzehnsitzer, 1972–75 restauriert; wohl aus einer Norder Klosterkirche, vermutlich seit den 1560er Jahren in der Ludgerikirche) sowie mehrere Zwei-, Drei- und Viersitze.105 – Im Chor spätgotisches Sakramentshäuschen (um 1510, nach Noah um 1450/60106), im Innern bemalt (Engel mit Weihrauchgefäßen). – Sandsteinfiguren (um 1230–50): Maria, Erzengel Gabriel, Engel, unbekannter Heiliger sowie Fragmente drei weiterer Figuren; ursprünglich wohl an der Andreaskirche, später außen an Querhausgiebeln, seit 1957 im Chorumgang. – Verschiedene Epitaphien und Grabplatten: für Unico Manninga († 1588, Epitaph erneuert 1678), für Catharina von Schagen († 1597), für Edo Johansen († 1634), für P. Hermann Conring (amt. 1612–1644, † 1644), für Enno Koch († 1696); für Hayo Laurentz Damm († 1790). – Mehrere Kronleuchter (17. Jh.). – Inschriftenstein, ursprünglich über Südportal, seit 1960er Jahren im Chorumgang; Bauinschrift zur Erneuerung des Querhauses und zum Bau des Hochchores unter Ulrich Cirksena ab 1445; weitgehend unleserlich, rekonstruiert: „Anno Domini 1445 istud aedificium est reparatum adiutorio nobilis domicelli Ulrici in Norda capitalis: per providentiam concuratorum et Nordensium“ (Im Jahr des Herrn 1445 ist dieses Gebäude wiederhergestellt worden mit Hilfe des edlen Junkers Ulrich, Häuptlings in Norden: durch die Fürsorge der Mitpfarrer und der Norder).107 – Tympanon über Nordtür (um 1240, Sandstein), dargestellt sind der hl. Andreas sowie die Anbetung der Heiligen Drei Könige; stammt vielleicht aus der Andreaskirche und diente möglicherweise ursprünglich als Altarretabel.108 – An östlicher Außenwand des Kirchturms: Überlebensgroße Soldatenfigur, Gefallenendenkmal Erster Weltkrieg, Inschrift: „Leewer dod as Slav!“ (1927, Hermann Hosaeus, Berlin).

Orgel, vor 1917

Orgel, vor 1917

Orgel

Kleines Orgelpositiv, 1568 verkauft.109 Neue Schwalbennestorgel an südlicher Chorwand, gebaut 1566/67 von Andreas de Mare (Emden, Groningen), einige Pfeifen erhalten. 1616–18 Orgelneubau, ausgeführt von Edo Evers (Emden, Jever), 18 III/aP (HW, BW, RP). 1653–60 Orgelreparaturen und erweiterungen, ausgeführt von Lukas von Königsmarck (Marienhafe), Arbeiten „wegen Unfähigkeit des Orgelbauers“ abgebrochen.110 1664 Reparatur, Johannes Pauly (Oldersum). Orgelneubau 1686–88, ausgeführt von Arp Schnitger (Hamburg), 35 III/P (HW, RP, BW), mechanische Traktur, Schleifladen, zehn Pfeifenreihen und vier Bälge der alten Orgel wieder verwendet. 1691/92 erweiterte Schnitger die Orgel um OW, drei weitere Reg. und zwei Bälge, OW an Man. des BW gehängt, 46 III/P, mechanische Traktur, Schleifladen, zwei Tremulanten, einen Vogelgesang und zwei Zimbelsterne (größte Orgel in Ostfriesland), Orgelempore reicht von Südwand des Chores (HW, OW, RP) um südöstlichen Vierungspfeiler herum bis ins Querhaus (Pedalturm). Dispositionsänderungen 1847 und 1864 Firma Rohlfs (Esens). KV plante 1869, Orgel vor Westwand des Langhauses zu versetzen, nicht verwirklicht. Weitere Dispositionsänderungen 1887, 1888, 1890, 1891, 1892, 1893, 1894, 1895, 1896, 1901, 1908, 1909, 1910, 1917. Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben und eingeschmolzen, 1919 durch Zinkpfeifen ersetzt, 23 Reg. von Schnitger erhalten. Restaurierung 1929/30, ausgeführt von Emil Hammer (Hannover), ursprüngliche Disposition wieder hergestellt, pneumatische Traktur für Pedal und OW, eigenes Man. für OW, 46 IV/P, mechanische und pneumatische Traktur. Orgelwerk 1943 ausgebaut und im Kloster Möllenbeck bei Rinteln eingelagert (Gehäuse und Prospektpfeifen blieben in Kirche).111 Wiedereinbau ab September 1945, RP erst 1948. Restaurierungsarbeiten und 1957–59, ausgeführt von Paul Ott (Göttingen), 46 IV/P, mechanische Traktur, Schleifladen. Umfassende Restaurierung und Rekonstruktion 1981–85, ausgeführt von Jürgen Ahrend (Leer-Loga), 46 III/P, mechanische Traktur, Schleifladen; 8 Reg. von Edo Evers bzw. Andreas de Mare, 13 Reg. von Arp Schnitger, 25 Reg. von Jürgen Ahrend.
Kleinorgel im Gemeindehaus, gebaut 1961 von Paul Ott (Göttingen), 4 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen; 1978 abgegeben an die KG Norddeich.
Truhenpositiv, 1985 von KG Walle (Aurich) erworben für das Gemeindehaus Kampweg, 4 I/ , mechanische Traktur, Schleiflade; gebaut 1970 von Firma Orgelbouw Vierdag (Enschede). 1996 an die Andreasgemeinde abgegeben.
Truhenpositiv im Kantoreisaal, gebaut 1986 von Jürgen Ahrend (Leer-Loga), 5 I/–, mechanische Traktur, Schleiflade. 1992 als Interimsorgel an die KG Dornum verliehen.

Geläut

Drei LG, I: d’, Inschrift: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet fest am Gebet“ (Bronze, Gj. 1971, Firma Rincker, Sinn); II: e’, Lutherglocke, Inschriften: „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“, „Dr. Martin Luther“, „Prediger: Thomsen, Schomerus, Buse, Kirchenvorsteher: Eiben, Schwandt, Strackholder, de Boer, Franzen, Janssen, Hinrichs, Hasbargen, Hibben, Hobbje, Siemons, Eilts“ und „Gegossen im Jahre 1911, von M. & O. Ohlsson Lübeck“, Bild: Lutherbüste (Bronze, Gj. 1911, Firma M & O Ohlsson, Lübeck); III: f’, Inschrift: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden“ (Bronze, Gj. 1971, Firma Rincker, Sinn). Eine SG, f’’ (Bronze, Gj. 1921, Firma Rincker, Sinn). Ein Glockenspiel mit 18 Glocken (Bronze, Gj. 1992, Royal Eijsbouts, Asten), größte Glocke mit der Inschrift: „Nörder Börgers hebben dit Klocken Spill geten laten – Gott to Ehr un de Minsken to Freid“. – Früherer Bestand:112 Eine große LG (Bronze, Gj. 1415, Johannes von Köln), Inschrift etwa: „In honorem beati tiunberi confessoris anno incarnationis d[o]m[ini] MDCCCXV per me iohannem de colonia fusa est haec campana“ (Zur Ehre des seligen Bekenners Tiunberi ist diese Glocke im Jahr der Menschwerdung des Herrn 1415 durch mich, Johann von Köln, gegossen worden), am 8. November 1826 geborsten und umgegossen zu einer neuen LG a’ (Bronze, Gj. 1827, Mammeus Fremy, Burhafe und Andries H. van Bergen, Midwolde), Inschriften: „In honorem dei huius campanae anno MCCCCXV fusae atque anno MDCCCXXVI fissae denuo fundendo mutata est forma. Horam dico, vivos voco, mortuos plango. Nordae MDCCCXXVII Mammaeus Fremy et Andries H. van Bergen me fecerunt“ (Zur Ehre Gottes ist diese Glocke, die im Jahr 1415 gegossen und 1826 geborsten, neu gegossen worden. Ich nenne die Stunde, ich rufe die Lebenden, ich beweine die Toten. Norden 1827. Mammaeus Fremy und Andries H. van Bergen haben mich gemacht), Glocke auf dem Marktplatz in Norden gegossen; 1917 zu Kriegszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen und 1919 zurück in Norden, neue (punktierte) Inschrift ergänzt: „1917 reep de grote Not vant Vadeland ock mi in de Dod. Een Ohr hett mi’t köst, man ick kweem weer, will alltied nu klingen to Gottes Ehr. 1919“; im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben und eingeschmolzen. Eine mittlere LG, Annenglocke (Bronze, Gj. 1489, Barthold Klinghe), Inschriften u. a.: „bertolt klinghe de mi ghoten hat. got gheve sine sele rat. vlrick haringha, dirrick scroder, hinrick harkenstede. s peter s pavel s andreas s th[o]ma s iacop s simoniuda philipus iohannes vlbet amtmann to norden stilef s anna a marai magdalena s doretea s ghardvt s lvcia s agneta“ sowie „Anna ik hete. De to Norden hebben mit laten gheten. S. Katerina S. Margareta anno domini m cccc lxxxix“, Bilder: Bf. Ludgerus („S. Luddiern“) sowie Maria und Kind; wegen Schäden umgegossen zu zwei neuen LG, I: c’, Christusglocke, Inschrift: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe in Ewigkeit. Ebr. 13,8“, „Prediger: Thomsen. Schomerus. Buse. Kirchenvorsteher: Eiben. Schwardt. Strackholder. de Boer. Franzen. Janssen. Hinrichs. Hasbargen. Hibben. Hobbje. Siemons. Eilts“ sowie „Umgegossen im Jahre 1911, von M. u. O. Ohlson, Lübeck“, 1917 zu Rüstungszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen und 1919 zurück in Norden, neue (punktierte) Inschrift ergänzt: „1917–1919. De Krieg het mi ropen, Um mi to slopen. An’n Ohr besärt, bin ick wer kehrt“, im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben und eingeschmolzen; II: e’, Lutherglocke, heutige LG II (beide Bronze, Gj. 1911, Firma M & O Ohlsson, Lübeck). Eine LG, Lütetsburger Glocke (Bronze, Gj. vielleicht 1490), 1766 gesprungen, umgegossen zu einer neuen LG (Bronze, Gj. 1767, Claudius Fremy, Burhafe), gegossen auf dem Marktplatz in Norden, vier Fehlversuche; Verbleib unbekannt. Eine Glocke (Bronze), vor 1671 gesprungen, 1686 verkauft, Erlös zum Bau der Orgel verwendet. Eine LG (Bronze, Gj. 1631), vor 1776 gesprungen, 1785 verkauft. 1785 Erwerb einer LG von der KG Wolthusen (Bronze, Gj. 1526. Jan Schönebach), 1786 geborsten, 1822 verkauft. Nach dem zweiten Weltkrieg zwei neue LG beschafft, I: h, Inschrift u. a.: „Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“; II d’, Inschriften: „Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ sowie „Für die im Kriege gebliebene Christusglocke durch I. F. Weule Bockenem für die Lutherische Kirchengemeinde Norden 1950 gegossen“ (Eisenhartguss, Gj. 1950, Firma Weule, Bockenem), Glocken hingen offen in den Schallfenstern und nahmen wegen der salzhaltigen Luft schnell Schaden, daher 1970 stillgelegt und 1971 durch jetzige Bronzeglocken ersetzt.113 Eine SG im Dachreiter auf dem Turmdach (Bronze, Gj. 1665, Gottfried Baulard, Lothringen); umgegossen 1864 und 1884 (Firma Weule, Bockenem); 1917 zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine SG (Stahl, Gj. 1917, Firma Weule, Bockenem), 1921 durch jetzige Bronzeglocke ersetzt. Ein Glockenspiel mit zwölf Glocken (Bronze, Gj. 1936, Firma Korfhage & Söhne, Buer), angebracht in nördlicher Schallöffnung des Turms; acht der Glocken im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, die vier kleinsten (ges’’’, as’’’, b’’’, ces’’’’) waren 1968 noch vorhanden.

Kirchenbau – Gnadenkirche

Ostnordöstlich ausgerichteter, verklinkerter Rechteckbau mit Satteldach, erbaut 1961. Rechteckfenster nach Süden, großes Rechteckfenster an Südseite des einseitig eingezogenen Altarraums, Rundfenster nach Westen; Nord- und Ostseite fensterlos. Im Innern flach gewölbte Decke. Die Gnadenkirche wurde 2006 entwidmet und steht seit 2007 unter Denkmalschutz. Seit 2013 beherbergt sie die „Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland“.

Fenster

Buntglasfenster von Max Herrmann (Oldenburg).

Turm

Südlich der Kirche freistehender, verklinkerter Turm, Zeltdach bekrönt mit Schwan. Hochrechteckige Schallfenster. Westsüdwestlich des Turms schließt sich ein Gemeindesaal an.

Vorgängerbau

Barackenkirche Tidofeld, eingerichtet 1948, offener Glockenträger 1951.

Orgel

Neubau 1964/65, ausgeführt von Alfred Führer (Wilhelmshaven), 5 I/aP, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Eine LG, es’’ (Bronze, Gj. 1961, Firma Rincker, Sinn). – Früherer Bestand: Eine LG, cis’’ (Stahl, Gj. 1951, Bochumer Verein), nach Neubau der Gnadenkirche vor der Kirche aufgestellt.

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeindehaus Norddeicher Straße (Bj. 1909). – Gemeindehaus am Kampweg (Bj. 1968, 2008 verkauft). – Pfarrhaus und Superintendentur (Bj. 1840). – Pfarrhaus Kampweg (Bj. 1966). – Pfarrhaus Mennonitenlohne (Bj. 1954). – Haus am Markt 30 (Bj. um 1850, seit 1998 u. a. Jugendcafé). – Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. war das Norder Rathaus im Besitz der KG. – 1803 verkaufte die Gemeinde die Gastwirtschaft „Weinhaus“.

Friedhof

Alter Kirchlicher Friedhof nördlich der Ludgerikirche, 1288 erwähnt, 1874 geschlossen.114 Kommunaler Friedhof nördlich des Stadtzentrums.

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 12 d (GSuptur. Aurich); A 6 Nr. 6108–6121 (Pfarrbestellungsakten); A 8/Norden (CB); L 5i Nr. 2, 161, 387–390, 749 (LSuptur. Aurich); D 82 (EphA Norden); S 11a Nr. 7846 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Arends, Erdbeschreibung, S. 373–391; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 989–992; Denkmalatlas Niedersachsen; Diederichs-Gottschalk, Schriftaltäre, S. 39–55; Fastenau, Bau- und Kunstdenkmäler III, S. 101–191; Haiduck, Architektur, S. 190–192; Kaufmann, Orgeln Ostfrieslands, S. 181–187; Köppen, Verzeichnis, S. 9–19; Meinz, Sakralbau Ostfriesland, S. 143–144; Meyer, Pastoren II, S. 200–203; Mithoff, Kunstdenkmale VII, S. 151–159; Otte/Rohde, Ostfriesland II, S. 458–467; Reershemius, Predigerdenkmal, S. 214–263; Reershemius, Predigerdenkmal Nachtrag, S. 20–21; Robra, Holzplastik, S. 38–39.
B: 400 Jahre Reformation in Norden. Festschrift anläßlich des 400jährigen Reformationsjubiläums in Norden (Sonderabdruck aus „Heim und Herd“), Norden 1926; Die wiederhergestellte Ludgerikirche zu Norden. Festschrift zur Wiedereinweihung der restaurierten Ludgerikirche mit Arp-Schnitger-Orgel, hrsg. von der Ev.-luth. Kirchengemeinde Norden, Norden 1985; Norden. Die Stadtchronik (= Ufke Kremer: Norden im Wandel der Zeiten, 1955, und Johann Haddinga: Norden im 20. Jahrhundert, 2001), Norden 2001; Norder Annalen. Aufzeichnungen aus dem Dominikanerkloster in Norden 1271–1530, bearb. von Günther Möhlmann, Aurich 1959; Rolf Bärenfänger: Die Andreas-Kirche in Norden, in: Rolf Bärenfänger (Hg.): Ostfriesland (= Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 35), Stuttgart 1999, S. 187–189; Ufke Cremer (Hg.): Erinnerungsblätter an die 500-Jahr-Feier der Ludgerikirche zu Norden am 16. Sep 1945, Soltau 1946; Ufke Cremer: Die Glocken der Norder Ludgerikirche (= Heim und Herd 3/1936; = Beilage zum Ostfriesischen Kurier Jg. 70 Nr. 56); Heie Focken Erchinger: Die Ludgerikirche in Norden. Das Wahrzeichen Nordens wieder in alter Pracht, in: Ostfriesland. Zeitschrift für Kultur, Wirtschaft und Verkehr 2/1987, S. 3–12; Johann Haddinga: Die Barackenkirche in Tidofeld, in: Heim und Herd 4/2007, S. 13–14 und 1/2008, S. 1–4; Maike Kozok: Untersuchungen zur Baugeschichte und Rekonstruktion der Andreaskirche in Norden, in: Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden 72 (1992), S. 19–68; Justin E. A. Kroesen: Das Dreikönigsrelief an der Ludgerikirche von Norden. Das älteste Altarretabel Norddeutschlands?, in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands 85 (2005), S. 97–119; Hajo van Lengen: Norden im Mittelalter, in: Heim und Herd 5–6/2005, S. 17–20, 23–24; Hajo van Lengen: Friesische Landes- und Stadtgemeinde im Mittelalter. Der Fall Norden/Ostfriesland, in: Bünde – Städte – Gemeinden. Bilanz und Perspektiven der vergleichenden Landes- und Stadtgeschichte, hg. von Werner Freitag und Peter Johanek (= Städteforschung Reihe A: Darstellungen 77), Köln/Weimar/Berlin 2009, S. 165–201; Robert Noah: Die Ludgerikirche zu Norden. Der Bau und seine Ausstattung, in: Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden 66 (1986), S. 65–93; Reinhard Ruge: Die Arp-Schnitger-Orgel in der Ludgerikirche zu Norden, Norden 2008; Reinhard Ruge: Die Ludgeri-Kirche zu Norden, Norden ²2015; Heinrich Schmidt, Der Bekenntnisstreit zu Norden 1577–79, in: JbGNK 59 (1961), S. 19–43; Horst Wetzel: Die Instandsetzung der Ludgerikirche in Norden, in: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 1986, S. 12–21.

GND

5288829-0, Ev.-Luth. Ludgerikirchengemeinde (Norden); 4786183-6, Sankt-Ludgeri-Kirche Norden (Aurich)

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 47 und ebd. II, S. 7 f.
  2. Vgl. insgesamt Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, bes. S. 168 ff.; siehe auch Ludgerikirche, S. 25.
  3. Ostfriesisches UB I, Nr. 7. Norditi, 885 in den Annales Fuldenses erwähnt (MGH SS rer. Germ. 7, S. 101, vgl. auch Annales Fuldenses, http://www.geschichtsquellen.de/werk/270, 03.02.2020, und Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 22) bezieht sich vermutlich auf den weiter östlich gelegenen Nordgau (Nordendi, Nordwidu), vgl. Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, S. 168.
  4. UB Groningen I, Nr. 65 (http://www.cartago.nl/de/urkunde/ogd0065.xml, 05.06.2019). Lengen sieht in der falschen Zuordnung „entweder eine nicht so genaue geographische Kenntnis bzw. eine unbedachte Verallgemeinerung“ (die Urkunde richtete sich auch an die Äbte von Feldwerth und Aduard in der Diözese Münster), vgl. Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, S. 171, Anm. 21.
  5. Ostfriesisches UB I, Nr. 26.
  6. Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 123.
  7. Ostfriesisches UB II, Nr. 940; Vgl. auch König, Verwaltungsgeschichte, S. 158 ff., speziell zu Norden, S. 360 ff.
  8. Ostfriesisches UB II, Nr. 1555.
  9. Ostfriesisches UB II, Nr. 1582.
  10. Norden, S. 49 ff. und 105 ff.; König, Verwaltungsgeschichte, S. 360 f.; Ludgerikirche, S. 28 f.
  11. Norden, S. 31; Ritter, Beschreibung, S. 137 ff.
  12. Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 220.
  13. 400 Jahre Reformation, S. 10, Anm. 1; Norden, S. 80 f.
  14. Zur Geschichte der jüd. Gemeinde vgl. Obenaus, Handbuch II, S. 1122 ff.
  15. KABl. 1925, S. 28.
  16. KABl. 2013, S. 30 f.
  17. KABl. 2009, S. 133 ff.; KABl. 2014, S. 172 ff.
  18. Ludgerikirche, S. 25, 45 f.
  19. Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, S. 168; Bärenfänger, S. 188. Zu Baugeschichte und Rekonstruktion der Andreaskirche vgl. Kozok, bes. S. 42 ff.
  20. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 37 f.; Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 191.
  21. Ostfriesisches UB I, Nr. 26.
  22. Hajo van Lengen ging zunächst von einer älteren „Sendkirche S. Liudgeri“ aus (Ludgerikirche, S. 25 f.), revidierte seine Einschätzung jedoch später: „Die Pfarrkirche und Sendkirche und damit Mutterkirche war die Andreaskirche“ (Lengen, Norden, S. 19), siehe auch Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, S. 171: „Entgegen der gesamten bisherigen Heimat- und Landesforschung ist meines Erachtens die Ludgerikirche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die jüngere Kirche“.
  23. Norder Annalen, S. 30/31.
  24. Ludgerikirche, S. 26 f.: Stadtsiegel zeigt den hl. Andreas, Siegel der Landesgemeinde den hl. Liudger; Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 123.
  25. Zum Verhältnis der beiden Kirchen: Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, S. 189 ff.
  26. Ostfriesisches UB III, Nr. 198; 400 Jahre Reformation, S. 48.
  27. RG Online, RG VI 03393, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/6/3393, 03.06.2019; siehe auch 400 Jahre Reformation, S. 56, Anm. 1. Lengen, Norden, S. 20: „Spätestens im 15. Jahrhundert bekam die Ludgerikirche einen Vorzug vor der Andreaskirche.“
  28. Dolle, Klosterbuch III, S. 1033 ff.
  29. Dolle, Klosterbuch III, S. 1097 ff.
  30. Norder Annalen, S. 30/31.
  31. Norder Annalen, S. 30/31.
  32. Norder Annalen, S. 32/33.
  33. Oldenburgisches UB IV, Nr. 374.
  34. 400 Jahre Reformation, S. 64 f. Nach Lengen, Norden, S. 19, waren beide Kirchen „verwaltungsmäßig eine Einheit“ und die Geistlichen bildeten „als ein Kollegium von ‚medekerkheren‘ eine Gemeinschaft“. Vgl. auch Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, S. 189 ff.
  35. Ostfriesisches UB III, Nr. 197.
  36. Hodenberg, Stader Copiar, S. 53.
  37. Ostfriesisches UB I, Nr. 443 und 539.
  38. 400 Jahre Reformation, S. 56, Anm. 1; RG Online, RG VI 03393, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/6/3393, 03.06.2019; RG Online, RG VI 05092, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/6/5092, 03.06.2019.
  39. Ostfriesisches UB II, Nr. 906. 1475 ist zudem her Johan Smedes medekerckhere to Norden belegt, vgl. ebd. Nr. 958.
  40. Ostfriesisches UB III, Nr. 633. Lengen, Landes- und Stadtgemeinde, S. 192, merkt an, dass „jene Achtel auf einen Gesamtkomplex von Pfarrkirchengut zu beziehen“ seien, aus dem die Geistlichen beider Kirchen bepfründet wurden.
  41. Ritter, Beschreibung, S. 79; Ohling, Descriptio, S. 3. Zu Ubbius vgl. BLO II, S. 371 ff.
  42. Zur Reformation in Ostfriesland vgl. knapp Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 312 ff.; ausführlich: Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 114 ff.
  43. Dolle, Klosterbuch III, S. 1097 ff.
  44. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 321. Die ostfriesischen Landesherren führten die KO von 1631 nie verbindlich für alle Gemeinden ein.
  45. Ritter, Beschreibung, S. 131: Es sei „nicht unwahrscheinlich, dass der 1489 genannte her Johan van Buldern, vicarius to Norden mit Johann Stevens van Bulderen identisch sei.
  46. Ritter, Beschreibung, S. 131.
  47. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 128 f. Thesen zit. nach der hochdeutschen Fassung bei Reershemius, Predigerdenkmal, S. 234 f. (Thesen 11, 20 und 7).
  48. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 314 f.
  49. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 431 f.; Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 131.
  50. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 176 f.
  51. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 576 ff.
  52. Ausführlich: Diederichs-Gottschalk, Schriftaltäre, S. 42 ff. und S. 53 ff., Zitat: S. 48. Vgl. auch Ludgerikirche, S. 16.
  53. Ausführlich: Schmidt, Bekenntnisstreit, bes. S. 22 ff.
  54. Schmidt, Bekenntnisstreit, bes. S. 30.
  55. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 282 ff.
  56. Ludgerikirche, S. 63.
  57. König, Verwaltungsgeschichte Ostfrieslands, S. 117 f.; Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 317 ff. Ludgerikirche, S. 89 ff.
  58. Cremer, Erinnerungsblätter, S. 30; Abb. Frontispiz und Titelblatt des Gesangbuchs in 400 Jahre Reformation, S. 78 und 79.
  59. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 364 f. und S. 370.
  60. Ludgerikirche, S. 23.
  61. Cremer, Erinnerungsblätter, S. 36.
  62. Delbanco, Kirchenkampf, S. 27. Nach Sup. Kortmanns eigenen Angaben sollte er auf Grundlage von § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen werden („Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden“), LkAH, S 1 H III Nr. 1016, Bl. 23.
  63. LkAH, S 1 H III Nr. 1016, Bl. 23. Ludgerikirche, S. 132.
  64. LkAH, S 1 H III Nr. 1016b, nach Bl. 43 (P. Lange an P. Heinrich Meyer, Aurich, 19.05.1934).
  65. LkAH, S 1 H III Nr. 1016, Bl. 22.
  66. LkAH, L 5i, Nr. 2 (Visitation 1937).
  67. LkAH, L 5i, Nr. 2 (Visitation 1937). Der LSup. des Sprengels Ostfriesland sah die „weit entwickelte Spaltung der Gemeinde infolge der Arbeit der D. C.“ als eine wesentliche Gefahr an, vgl. ebd. Delbanco, Kirchenkampf, S. 89 f., setzt die Gründung der Norder DC-Gemeinde mit „etwa 1940“ zu spät an.
  68. LkAH, L 5i, Nr. 2 (Visitation 1937).
  69. LkAH, S 1 H III Nr. 1016, Bl. 60. Abrechnung des Steuerjahr 1943/44 in LkAH, S 1 H III Nr. 1016a, Bl. 20. Vgl. auch Delbanco, Kirchenkampf, S. 108 ff.
  70. LkAH, S 1 H III Nr. 1016, Bl. 61, und ebd., Bl. 23. Vgl. auch LkAH, L 5i, Nr. 161 (u. a. Berichte von Sup. Kortmann über DC-Konfirmationen 1939 und 1940; in der KG Norden wurden 1939 insgesamt 270 Kinder konfirmiert, in der DC-Gemeinde 36 oder 37).
  71. LkAH, L 5i, Nr. 2 (Visitation 1947).
  72. LkAH, L 5i, Nr. 2 (Visitation 1953).
  73. LkAH, L 5i, Nr. 2 (Visitation 1937) und LkAH, S 1 H III Nr. 1016, Bl. 24 (Austritte).
  74. LkAH, L 5i, Nr. 2 (Visitation 1937).
  75. Haddinga, S. 13. Die bapt. Gemeinde schied 1951 aus.
  76. Ludgerikirche, S. 133.
  77. KABl. 1951, S. 47.
  78. KABl. 1965, S. 13.
  79. KABl. 1978, S. 6.
  80. Ludgerikirche, S. 169.
  81. KABl. 1995, S. 147 f.
  82. Ludgerikirche, S. S. 164 f. und S. 170 ff.
  83. Ludgerikirche, S. 137 f.
  84. KABl. 1995, S. 147 f.
  85. 400 Jahre Reformation, S. 41 ff.; KABl. 1995, S. 147 f.
  86. KABl. 1951, S. 47; KABl. 1995, S. 147 f.
  87. KABl. 1958, S. 211; KABl. 1965, S. 13; KABl. 1966, S. 12; KABl. 1972, S. 174 (Ausschreibung Pfarrstelle V); KABl. 1995, S. 147 f.
  88. KABl. 1988, S. 56; KABl. 1995, S. 147 f.
  89. KABl. 1934, S. 237.
  90. KABl. 1962, S. 5.
  91. KABl. 1965, S. 13.
  92. KABl. 1978, S. 6.
  93. KABl. 1994, S. 155.
  94. KABl. 1995, S. 147 f.
  95. KABl. 2011, S. 128.
  96. Hodenberg, Stader Copiar, S. 53.
  97. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 317, 411 und 683.
  98. KABl. 1925, S. 28.
  99. Ostfriesisches UB III, Nr. 614; Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 199.
  100. Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 220 f.
  101. Zur Baugeschichte knapp Ludgerikirche, S. 45 ff., ausführlich: Noah, bes. S. 73 ff. Siehe auch Erchinger, S. 4 ff.
  102. Norden, S. 108 f.
  103. Zum Altar vgl. ausführlich Diederichs-Gottschalk, Schriftaltäre, S. 39 ff. Siehe auch Ludgerikirche, S. 14 ff.
  104. „Contract mit dem Meister Redeleff Garrels wegen Verfertigung und völliger Lieferung einer neuen Cantzell“, in: 400 Jahre Reformation, S. 32 ff.
  105. Ludgerikirche, S. 80 ff.; Diederichs-Gottschalk, Schriftaltäre, S. 53 ff.
  106. Noah, S. 88.
  107. Inschriftenrekonstruktion von Gerd Dickers, ausführlich: Ludgerikirche, S. 30 ff., ergänzend: Erchinger, S. 8 f. (Zitat S. 9).
  108. Kroesen, S. 119.
  109. Zur Orgelgeschichte vgl. u. a. Ludgerikirche, S. 124 ff.; Ruge, Arp-Schnitger-Orgel; http://www.nomine.net/norden-ludgerikirche, 12.06.2019.
  110. Ludgerikirche, S. 124.
  111. LkAH, B 2 G 9/Norden Bd. I, Bl. 11.
  112. Vgl. Cremer, Glocken; Rauchheld, Glockenkunde, passim.
  113. LkAH, B 2 G 9 B/Norden, Ludgeri Bd. II, Bl. 25.
  114. Norder Annalen, S. 31.