Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen | Patrozinium: Cosmas und Damian1 | KO: Calenberger KO von 1569
Orts- und Kirchengeschichte
Schriftlich erwähnt ist der Ort erstmals als in zwei Urkunden für das Kloster Reinhausen, die angeblich aus dem 12. Jh. stammen (1118/37 und 1168); es handelt sich jedoch um Fälschungen aus dem ersten Drittel des 13. Jh.2 Die Schreibung des Ortsnamens variiert in den beiden Urkunden zwischen Herbergehusen, Herborgeshusen, Herborgehusen und Herbergerhusen. In einer lediglich als Regest des 17. Jh. überlieferten Urkunde von 1246 findet sich die Schreibung Herborhusen.3 Eine echte Urkunde, die den Ortsnamen nennt, ist aus dem Jahr 1293 erhalten.4 Im 14. Jh. war Herberhausen als Lehen der Bf. von Hildesheim im Besitz der Familie von Gladebeck. Im Jahr 1372 erwarb die Stadt Göttingen das Dorf (1376 vom Hildesheimer Bf. belehnt; die Lehnsherrschaft lag 1537 bis 1643 bei den Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg, dann erneut beim Bf. von Hildesheim und ab 1815 bis zur Allodifizierung 1842 beim Kgr. Hannover).5 Die Stadt Göttingen übte sowohl die Nieder- als auch die Hochgerichtsbarkeit aus („Stadtdorf“, Vogteigericht Göttingen). Die Hochgerichtsbarkeit musste die Stadt 1690 an das landesherrliche Amt Harste abgeben (Fsm. Calenberg-Göttingen, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover).6 In französischer Zeit gehörte Herberhausen von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Grone, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Seit 1815 zählte das Stadtdorf, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Vogteigericht Göttingen und kam bei dessen Auflösung 1831 zum Gericht Leineberg bzw. Amt Göttingen. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Herberhausen 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen (neugebildet 1973 und 2016). 1963 wurde Herberhausen nach Göttingen eingemeindet. Zur Sozialstruktur der Gemeinde schrieb der Ortspfarrer 1967: „Herberhausen lebt nur noch zu knapp 20 % von der Landwirtschaft; die Mehrzahl der Einwohner sind Arbeiter in Göttinger Betrieben und Forstarbeiter; eine bemerkenswerte Anzahl mittlere und gehobene Angestellte. Die Letztgenannten haben als tonangebende Schicht die frühere Führungsschicht – Landwirte und selbständige Handwerker – weitgehend abgelöst.“7 Um 1810 lebten in Herberhausen gut 320 Menschen und 2023 etwa 1.640.
Ältestes Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte ist das Kirchengebäude in Herberhausen selbst, das im Kern vielleicht auf das 12. oder 13. Jh. zurückgeht.8 Die Zeugenliste einer Urkunde aus dem Jahr 1246 – überliefert in einem 1698 angefertigten Regest – nennt u. a. Herm[annus] sacerdos de Herborhusen.9 Allerdings bleibt unklar, ob dieser Priester Hermann aus Herberhausen stammte oder hier als Geistlicher tätig war. Der 1293 ebenfalls als Urkundenzeuge belegte dominus Echebertus plebanus in Herborgehusen hingegen hatte sicher das Pfarramt inne; er ist erneut 1300 nachgewiesen.10 Aus dem 14. Jh. sind zwei Pfarrer bekannt: Bertoldus plebanus in Hereborgeshushe (1306, 1311) sowie der ehemalige Propst des Stifts Weende Johann von Rosdorf (1384).11 Das Patronat über die Herberhäuser Kirche war im Besitz der Familie von Gladebeck. Als sie 1372 das Dorf an die Stadt Göttingen verkaufte, schloss sie das Patronat (Kirchlehn) ausdrücklich aus („ane dat kerkleen darsulves“).12 Das Patrozinium Ss. Cosmas und Damian ist 1422 im Göttinger Vogtherrenbuch genannt.13 Den Vogtherren oblag u. a. die Rechnungsprüfung der von den Herberhäuser Alterleuten (Kirchenvorsteher) geführten Kirchenrechnung. Für die Jahre 1448 bis 1450 ist die Rechnungslegung komplett erhalten. Sie stellt „eine Rarität dar, da aus ihr ausführlich die Ausgaben für den Bedarf einer dörflichen Pfarrkirche hervorgehen, vor allem für die ordnungsgemäße Durchführung der Gottesdienste“.14 Aus dem 15. und 16. Jh. sind mehrere Namen von Alterleuten aus Herberhausen überliefert. In der Regel gehörten sie zu den Familien Groteheine und Niteman; Ausnahmen sind Tile Sannen (1422), Cord Moden (um 1450) und Michael Kerl (um 1510).15 Für das Jahr 1495 nennt das Göttinger Vogtherrenbuch Jan Prangen als perner (Pfarrer) in Herberhausen.16
Einzelheiten zur Reformation in Herberhausen sind nicht bekannt. Als Göttinger Stadtdorf wechselte der Ort vielleicht im Dezember 1529 zur luth. Lehre. Im März 1530 trat die Christlike ordeninge der stadt Gottinge in Kraft, die anscheinend auch in den Stadtdörfern galt.17 P. Johann Schattenhausen (amt. vor 1550) ist der erste namentlich bekannte luth. Prediger in Herberhausen. Ein eigenes Pfarramt behielt das Dorf nur noch bis in die erste Hälfte des 17. Jh.
P. Henricus Rethelius (amt. 1610–1612) ließ sich anscheinend von seinem Nachbarn, dem Roringer P. Andreas Variscus (amt. 1606–1623), überzeugen, sein Pfarramt in Herberhausen aufzugeben und nach Sollstedt in der Gft. Hohnstein zu wechseln.18 P. Variscus gelang es daraufhin, zusätzlich zur Pfarre Roringen auch die Pfarre Herberhausen zu übernehmen. Nach seinem Tod 1623 erhielt Herberhausen mit P. Heinrich Henckel (amt. 1624–1626) kurzzeitig wieder einen eigenen Geistlichen. P. Henckel gab das Pfarramt jedoch bereits 1626 wieder auf, anscheinend als kaiserliche Truppen während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) die Stadt Göttingen einnahmen. Herberhausen blieb vakant und ab 1631 übernahm der Roringer P. Christian Meyer (amt. 1628–1669) die pfarramtliche Versorgung des Dorfes mit. Seither sind Herberhausen und Roringen als mater combinata unter einem Pfarramt verbunden. Das Patronat über die Ss. Cosmas-und-Damian-Kirche lag weiterhin bei der Familie von Gladebeck, während die Roringer St. Martins-Kirche unter landesherrlichem Patronat stand. Bei der Berufung eines neuen Pastors für die beiden Gemeinden schlossen sich die Gladebecker fortan dem Vorschlag ihres Landesherrn an.
Als P. Johann Christoph Kleine (amt. 1710–1744) das Pfarramt Roringen-Herberhausen übernahm befand sich über dem Altar der Herberhäuser Kirche noch „aus catholischer Zeit her ein Marienbildniß“.19 Möglicherweise handelte es sich um den Mittelteil eines ehemaligen Flügelretabels. P. Kleine ließ stattdessen ein Abendmahlsbild anbringen, das Christoph Friedrich Volger gestiftet hatte.
1744 einigten sich die Landesherrschaft und die Familie von Wangenheim, seit 1705 Patronin in Herberhausen, auf einen neuen Modus zur Besetzung des verbundenen Pfarramts: Fortan wechselten sich beide bei der Präsentation eines neuen Pfarrers ab. Die Landesherrschaft gab ihre Roringer Patronatsrechte 1803 an die Stadt Göttingen ab. Bei der erstmaligen Wahl der Kirchenvorstände 1849 benannte die Stadt Göttingen jeweils einen Kirchenvorsteher für Herberhausen und Roringen und Georg Gf. von Wangenheim stimmte beiden Vorschlägen zu.20 Beide Patronatsinhaber handelten also, als ob nicht ein städtisches Patronat über Roringen und ein Wangenheimsches Patronat über Herberhausen bestünde, sondern ein gemeinsames Patronat (Kompatronat) beider über beide Gemeinden. Nachdem Georg Gf. von Wangenheim 1851 kinderlos gestorben war, fielen seine Patronatsrechte an den Landesherrn und in der Folgezeit agierte die Stadt Göttingen weiterhin als Patronin sowohl von Roringen als auch von Herberhausen, ernannte also weiterhin für beide Gemeinden jeweils ein Mitglied des Kirchenvorstandes als Patronatsvertreter*in.
Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ schrieb P. Hans-Heinrich Harald Harms (amt. 1943–1950, 1943–1945 im Kriegsdienst) über den 1933 neugewählten KV von Herberhausen: „Der Kirchenvorstand war ein – wenn auch nicht sehr großes Bollwerk – gegen die antichristlichen Bestrebungen im Dorf. Er hat sich kirchl[ich] bewährt, obgleich seine Mitglieder z[um] T[eil] schon vor 1932 Mitglieder der NSDAP waren“.21 Zwischen 1933 und 1945 traten insgesamt 57 Herberhäuser Gemeindeglieder aus der Kirche aus (etwa 10 Prozent; in Roringen insgesamt 8, etwa 2,5 Prozent).22
Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Herberhausen von 510 im Jahr 1939 auf gut 870 im Jahr 1947 an (Roringen: 300 und 450).23 Gleichzeitig war eine kleine kath. Gemeinde entstanden – knapp 80 Gemeindeglieder in Herberhausen, gut 50 in Roringen – die sich einmal im Monat zu einer Messe in der ev. Kirche Herberhausen versammelte (1947).24 In der Nachkriegszeit eröffnete die KG Herberhausen einen ev. Kindergarten (zunächst Erntekindergarten, jeweils Mai bis Oktober/Dezember), der bis zum Bau eines eigenen Gebäudes 1963 im Pfarrwitwenhaus untergebracht war.25
Sonntagsgottesdienste fanden zunächst weiterhin im Wechsel mit Roringen alle zwei Wochen statt. Nachdem P. Johannes Schiller (amt. 1953–1984, gleichzeitig Militärgeistlicher in Göttingen) das Pfarramt im Oktober 1953 übernommen hatte, hielt er sonntäglich in beiden Dörfern Gottesdienst. Die Gottesdienste in Herberhausen zogen viele Besucher*innen aus Göttingen an. Im Bericht zur Visitation 1960 schrieb der Sup. des KK Göttingen-Süd: „Von 360 Kirchenbesuchern sind weit über 300 aus Göttingen. Zu Pastor Schiller geht die Göttinger Intelligenz: viele Studenten, höhere Schüler und Schülerinnen, viele Akademiker, Professoren und Dozenten. Vor der Kirche von Herberhausen stehen bis zu 20 Autos. […] Er spricht die Sprache seiner Zeit, dass mehrfach während der predigt gelacht wird, gehört einfach dazu.“26 Aufgrund der großen Gottesdienstgemeinde aus Göttingen hatte die KG Herberhausen ihre Kirche 1958/59 und 1962 um einen seitenschiffartigen Anbau an der Nordseite erweitern und zudem die Turmhalle zum Schiff hin öffnen lassen.27 Gleichzeitig ersetzte sie den Kanzelaltar aus dem Jahr 1812 durch einen schlichten Altartisch.
Zusammen mit Christophorus Göttingen, Nikolausberg, Roringen und Weende gründete die -KG Herberhausen 2009 eine regionale Arbeitsgemeinschaft („5 KiNo“, u. a. jährliches Regionsfest, gemeinsamer Konfirmandenunterricht und Konfi-Camp, regionaler, ökumenischer Himmelfahrtsgottesdienst, Sommerkirche). 2012 gehörte die KG Herberhausen zu den Mitgründerinnen des „Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Göttingen-Nordost“ (2013 erweitert und umbenannt in „Göttingen-Nord-Süd“, 2026 aufgegangen im „Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Göttingen-Münden“); der Verband übernahm die Trägerschaft des Herberhäuser ev. Kindergartens.28 2024 gehörten knapp 560 Menschen zur St.-Cosmas-und-Damian-KG Herberhausen. Sie zählt seit 2025 zum „Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Region Göttingen Nordost-Radolfshausen“ (Region NORa).29
Umfang
Herberhausen. Seit etwa 1930 auch Kerstlingeröderfeld (vorher KG Klein Lengden).30
Aufsichtsbezirk
Archidiakonat Nörten (sedes Geismar) der Erzdiözese Mainz.31 – 1588/89 zur Insp. Münden. Vor 1742 zur Insp. Göttingen, bei deren Teilung 1796/97 zur Insp. Göttingen Zweyter Teil (Göttingen II). 1924 zum KK Göttingen II, 1937 zum KK Göttingen-Süd.32 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.33 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen.34
Patronat
Die Besitzer des Ritterguts Harste (dingliches Patronat): Vor 1372 bis 1701 Familie von Gladebeck; 1701 bis 1705 Familie von Bülow; 1705 bis 1851 Familie von Wangenheim. Ab 1851/54 der Landesherr (bis 1871). In der Praxis nahm seit 1849 die Stadt Göttingen Patronatsrechte in Herberhausen wahr (Bestätigung bzw. Ernennung eines Mitglieds im Kirchenvorstand); dies geht vermutlich zurück auf eine irrtümliche Darstellung der Patronatsverhältnisse der verbundenen Gemeinden Herberhausen und Roringen von P. Friedrich Wilhelm Böker (amt. 1847–1864).35 „Patronin der Herberhäuser Kirche ist die Stadt noch heute“ schrieb Wolfgang Petke 2013.36 In der landeskirchlichen Patronatsliste ist Herberhausen nicht aufgeführt.
Kirchenbau
Nach Norden verbreiterter Saalbau mit Rechteckchor und Sakristeianbau an der südlichen Chorseite, im Kern mittelalterlich (12. oder 13. Jh.), mehrfach umgebaut. Nordanbau erstreckt sich über das Schiff hinaus auf die Nordwand des Turms. Hanglage. Satteldach, nach Osten mit Krüppelwalm; Schleppdach über Norderweiterung, Sakristei mit Walmdach. Steinsichtiges Bruchsteinmauerwerk, geböschte Stützpfeiler an der Nordseite; Ostgiebel aus Fachwerk. An der Südseite des Schiffs Rechteckportal (im Sturz Inschrift „Anno 1745) mit Fenster darüber und spitzbogigem Sprossenfenster daneben; Chor mit spitzbogigen Sprossenfenstern nach Norden und Süden (oberhalb der Sakristei) sowie kleinem, gekuppeltem Spitzbogenfenster nach Osten; Nordseite des Schiffs mit zweigeschossiger Fenstergliederung: oben segmentbogige Sprossenfenster, unten rechteckige, jeweils zusammengefasst in Segmentbogennische; Norderweiterung mit Nebeneingang nach Westen. Im Innern flache Balkendecke in Schiff und Chor, Empore im Westen und im Nordanbau. Wohl 1660/61 Gewölbe über dem Schiff abgebrochen.37 1679/80 Neudeckung Dach (Ziegel, vorher noch Stroh). 1700 Sicherungs- und Erneuerungsmaßnahmen, u. a. Chorgewölbe abgebrochen, Fenster verändert. 1707/08 Erneuerung Innenraum. 1745 Kirchenschiff erneuert. 1812 Instandsetzung (Hauptreparatur). 1843 Instandsetzung (Hauptreparatur). 1859 Sakristei angebaut, eiserne Emporenstützen eingebaut. 1931 Ostgiebel neu aufgemauert. 1958/59 Anbau vor der Nordseite des Schiffs errichtet, Nordempore erbaut (Architekt Erich Ilse, Göttingen). 1962 Nördlichen Anbau nach Westen verlängert (Eingang und Emporenzugang), untere Turmgeschosse zum Schiff hin geöffnet (1962). 2018/19 Sanierung.
Fenster
Ostfenster mit Buntglas (1958/59, Erich Ilse, Göttingen), Geschenk Ilses an die KG.38
Turm
Vierseitiger Westturm mit vierseitigem Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel und Wetterfahne (Jahreszahlen 1972 und 1825), im Kern mittelalterlich (spätestens 14. Jh.). Steinsichtiges Bruchsteinmauerwerk. Unterhalb der Traufe in der Mitte jeder Seite ein großes Uhrziffernblatt. Im Glockengeschoss nach Norden, Süden und Westen jeweils zwei Schallfenster, leicht versetzt übereinander, nach Osten eins (das obere Südfenster mit Flachbogen, ansonsten rechteckig). Darunter nach Süden ein, nach Westen zwei Schlitzfenster. Mitte des 15. Jh. Turm erhöht. 1708 Arbeiten am Turm. 1822 Turmuhr erworben.
Ausstattung
Hölzerner Tischaltar (1958/59). – Erhöhte, polygonale Kanzel mit verputztem Unterbau und hölzerner Brüstung. – Stelenartiger Taufstein (1697), becherförmiges Becken, Schaft oben rund und unten achteckig, vierseitiger Fuß. – Lutherbild (Lithographie, Karl Bauer, München), angeschafft 1917. – Holzrelief (1968, Eirch Eidmann, Göttingen), Cosmas, Damian und ein Kranker. – Ehemalige Ausstattung: Kanzelaltar (1812), bei Umbau 1958/59 entfernt.
Orgel
1865 Orgelbau in Planung, nicht ausgeführt. 1903 Harmonium erworben, genutzt bis 1966. 1967 Orgelneubau, ausgeführt von Albrecht Frerichs (Göttingen) 7 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2006 Instandsetzung und Erweiterung des Pedals, Elmar Krawinkel (Trendelburg), 8 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.
Geläut
Zwei LG, I: h’ (Gussstahl, Gj. 1891, Bochumer Verein), Inschriften: Ehre sei Gott in der Höhe. Gemeinde Herberhausen 1891“ und „Gegossen vom Bochumer Verein in Bochum“; II: dis’’ (Gussstahl, Gj. 1891, Bochumer Verein), Inschriften: „Friede sei mit Euch. Gemeinde Herberhausen 1891“ und „Gegossen in Bochum“. – Früherer Bestand: 1450 Ausgabe vor Smer to den Clocken belegt.39 Eine LG (Bronze, Gj. 1663, Ludolf Siegfried, Hannover), Inschriften etwa: „Psalm CXXXVI Danket dem Gott vom Himmel, denn seine Güte währet ewiglich“, „Diese Glocke hat die Kirche allhier zu Herberhausen, andere guttätige Christen und hiesige Gemeinde zur Ehre Gottes gießen lassen Anno Christi 1663. Der Generalsuperintendent zu Göttingen ist gewesen W. Bartoldus Jani. Die Vogtherren Herr Licensiat Daniel Rauscheplat und Herr Otto Cemmerling. Pastor Christianus Meyer“ und „M. Ludolf Siegfried hat mich in Hannover gegossen“, Glocke 1891 geborsten.
Weitere kirchliche Gebäude
Gemeindehaus (Bj. 1787, ehemaliges Pfarrwitwenhaus, 1989 umgebaut). – Kindergarten (Bj. 1963, Umbau 1991, Umbau 2002, Sanierung 2008–15).
Friedhof
Ehemaliger kirchlicher Friedhof bei der Kirche, genutzt bis 1876. Neuer kirchlicher Friedhof im Nordwesten von Herberhausen, erste Beerdigung 1877, Erweiterungen 1921, 1976 und 1982, FKap (Bj. 1968).
Liste der Pastoren
Vor 1550 Johann Schattenhausen. – 15..–15.. Jost Moelen (Molen). – 1573–1575 Diderick Kogelen (Cogelen, Koegelen). – 15..–1597 Zacharias Borchers (Borcherdes). – 1598–1601 Andreas Gebhart (Gebhardi). – 1602–1609 Johannes Tappen (Tappius). – 1609 Johannes Lychius. – 1610–1612 Henricus Rethelius. – 1613–1623 Andreas Variscus (gleichzeitig in Roringen). – 1624–1626 Heinrich Henckel.
Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 489
Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)
A 8 Nr. 371
(CB); A 9 Nr. 1944
, 1945
, 1946
(Visitationen); B 2 G 9 Nr. 1438–1439 (Baupflege und Bauwesen); E 5 Nr. 505 (Konsistorialbaumeister); S 11a, Nr. 8043 (Findbuch PfA); S 9 Nr. 1958 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).
Kirchenbücher
Taufen: 1683–1852
Trauungen: 1710–1852
Begräbnisse: 1710–1852
Konfirmationen: 1710–1852 (Lücken: 1714, 1717–1789, 1808, 1810–1812)
Spätere Eintragungen und Kommunikanten in den Kirchenbüchern von Roringen.
Literatur & Links
A: Bielefeld, Orgeln, S. 296–298; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 196–197; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 689; Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 9–13; Meyer, Pastoren I, S. 489; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 102; Petke, Kirchenpatronate, S. 388–398; Rüttgerodt-Riechmann, Denkmaltopographie Göttingen, S. 114–115.
B: Hans-Ulrich Borchert: Chronik Herberhausen. Zeitraum: 1981–2018, Göttingen 2019, bes. S. 47–54; Arne Butt: Die Stadt Göttingen und ihre Rechte im ländlichen Raum. Herrschaft und Beherrschte in spätmittelalterlichen Dörfern (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 262), Hannover 2012, bes. S. 219–267; Egon Günther: Beiträge zur Ortsgeschichte des Dorfes Herberhausen, Duderstadt 2000, bes. S. 289–336; Johannes Meinhardt: Der Eid der Hebammen von Roringen und Herberhausen, in: Göttinger Jahrbuch 15 (1967), S. 125–129; Christa Petke: Die Kirche von Herberhausen um das Jahr 1700. Der Bau und sein Inventar vor, während und nach der Instandsetzung, in: Göttinger Jahrbuch 69 (2021), S. 33–80; Christa Petke: Das Altargerät der Kirchen von Herberhausen und Roringen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Teil 1, in: Göttinger Jahrbuch 72 (2024), S. 37–58; Wolfgang Petke: Aus erheblichen Ursachen? Die Verbindung der Kirchengemeinden Herberhausen und Roringen im Jahre 1613 und der Pastor Andreas Variscus, in: Göttinger Jahrbuch 61 (2013) S. 67–102 [erneut in: Petke, Pfarreigeschichte, S. 401–441].
Internet: Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche.
Website der Kirchengemeinde (18.02.2024)
Fußnoten
- Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 156.
- 1118/37: Mainzer UB I, Nr. 615 [Digitalisat], UB Reinhausen, Nr. 3. 1168: MGH DD HdL 78 [Digitalisat], UB Reinhausen, Nr. 12. Für weitere Belege und zum Ortsnamen vgl. Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 196 f.
- UB Weende, Nr. 8. Vgl. auch ebd., S. 15 f.
- Übersetzung: Günther, S. 53; Abb.: Günther, S. 35 (StA Marburg A II Kloster Lippoldsberg 1293).
- UB Göttingen I, Nr. 267 [Digitalisat] und Nr. 283 [Digitalisat]. Vgl. ausführlich Butt, Göttingen, S. 219 ff.
- Weissenborn, Gerichtsbarkeit, S. 145 ff.
- LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1967.
- Zur Baugeschichte: Petke, Kirche, S. 33 ff.
- UB Weende, Nr. 8.
- 1293: Übersetzung: Günther, S. 53; Abb.: Günther, S. 35 (StA Marburg A II Kloster Lippoldsberg 1293). 1300: NLA HA Cal. Or. 100 Bursfelde Nr. 31.
- 1306 und 1311: UB Weende, Nr. 60 (Zitat) und Nr. 81. 1384: UB Weende, Nr. 168.
- UB Göttingen I, Nr. 267 [Digitalisat].
- Butt, Göttingen, S. 220.
- Butt, Göttingen, S. 235. Vgl. auch Günther, S. 292 ff.
- Butt, Göttingen, S. 267.
- Günther, S. 334 mit Anm. 336.
- Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,2, S. 901 ff.; Böhme, Denecke u. a., Göttingen I, S. 518; Günther, S. 300 ff.
- Ausführlich: Petke, Ursachen, S. 414 ff.
- Zit. bei Petke, Kirche, S. 41. Vgl. auch ebd., S. 62.
- Zum Folgenden: Petke, Kirchenpatronate, S. 388 ff.: „der Patronat über Herberhausen ist der Stadt Göttingen nie verliehen worden. Vielmehr ist er ihr zugewachsen“.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 16. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff. P. Hans-Heinrich Harms war 1967–1985 Bf. der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 16 und Bl. 27.
- LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 16 und 27. LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1947.
- LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1947.
- Günther, S. 329: Herberhausen besaß vor dem Zweiten Weltkrieg einen kommunalen Erntekindergarten. LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitationen 1947, 1954 und 1960.
- LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1960. Vgl. auch Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 11 ff.
- LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1960: „Die Erweiterung der Kirche in Herberhausen, die 1958 durchgeführt wurde, geschah um der Göttinger Predigtbesucher willen.“ 1987 heißt es in den Visitationsunterlagen: „Die große Personalgemeinde, die sich in der Herberhäuser Kirche zur Z[ei]t von P. Joh. Schiller sonntäglich aus Göttingen eingefunden hatte, ist inzwischen bis auf einige treue und etwas mehr gelegentliche Besucher zurückgeschrumpft.“, LkAH, L 5c, unverz., Roringen, Visitation 1987.
- KABl. 2012, S. 289 ff.; KABl. 2013, S. 150 ff.; KABl. 2025, S. 275.
- KABl. 2025, S. 157 ff. und S. 275 f. Der KGV umfasst die St.-Petri-KG Göttingen-Weende, die Christophorus-KG Göttingen, die St.-Cosmas-und-Damian-KG Herberhausen, die St.-Martins-KG Roringen, die St.-Nikolaus-KG Nikolausberg, die KG Waake, die Cosmae-und-Damiani-KG Ebergötzen sowie die St.-Petri-KG Landolfshausen.
- LkAH, L 5c, unverz., Groß Lengden, Visitation 1956.
- Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 167.
- KABl. 1924, S. 86; KABl. 1937, S. 135.
- KABl. 2000, S. 150 f.
- KABl. 2022, S. 189 ff.
- Petke, Kirchenpatronate, S. 388 ff. Vgl. auch Günther, S. 289 ff.
- Petke, Kirchenpatronate, S. 395 ff.
- Zur Baugeschichte: Petke, Kirche, S. 33 ff.; Günther, S. 314 ff.
- Günther, S. 327.
- Zit. bei Günther, S. 296.