Frühere Gemeinde | KapG der KG Ellensen | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Leine-Solling | Patrozinium: Anna | KO: Calenberger KO von 1569

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Orts- und Kirchengeschichte

Das 1118 erstmals erwähnte1 Dorf Eilensen liegt an einer alten Ost-West-Verbindung von Einbeck über Markoldendorf nach Dassel. Der „freie Hof“ in Eilensen kam mit dem Verkauf des Besitzes der Gf. von Dassel 1310 an das Hochstift Hildesheim und wurde nach dem Tod des letzten Lehnsherrn Christian von Ellenhusen 1327 in ein Vorwerk des hildesheimischen Amts Hunnesrück umgewandelt. Die St.-Anna-Kapelle wurde angeblich von einem Junker Hans von Leuthorst (Luthardessen) im 14. Jh. für den unmittelbar daneben gelegenen Amtshof (seit 1326) errichtet und dotiert. Der mehrgeschossige Bau diente zugleich als Andachtsstätte, Wehrbau und Speicher. Um die Kapelle, die zur KG Ellensen gehörte, entwickelte sich das Haufendorf, das seit 1974 Ortsteil der Stadt Dassel ist.
1971 hatte der Ort etwa 250 überwiegend in der Landwirtschaft beschäftigte Einwohner Die KapG wurde zum 1. Januar 1975 aufgehoben.2 Mit dem 1. Januar 2003 wurden die Einwohner von Eilensen, Ellensen und Krimmensen zur KapG Ellensen in Dassel zusammengeschlossen und in die KG Markoldendorf umgepfarrt.3 Im Zuge der Vereinigung der KG Dassel mit den KG Hoppensen, Markoldendorf und Sievershausen (Dassel) zur KG Dassel-Solling am 1. Juni 2012 wurde auch die KapG Ellensen in Dassel aufgehoben.4

Kapelle

Schlichter Putzbau des 14. Jh. aus massivem Bruchstein, im 15. Jh. um ein Obergeschoss (Speicher) erhöht. Eingeschossiger Choranbau aus dem 16. Jh. Renovierung nach Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg. Türen und Fensteröffnungen stammen aus dem 18. Jh. 1722 wurde der Glockenstuhl (eternitbehangener Fachwerk-Dachreiter mit Zeltdach) erneuert. Empore (dat. 1685). Die ursprünglich gewölbte Decke wurde 1862/63 durch eine Flachdecke ersetzt. Innenrenovierung 1962/63. Das Dach wurde 1985 an Stelle der früheren Sandsteinbedachung in Ziegeln erneuert.5

Orgel

Harmonium.

Geläut

Eine LG in c’’’ (Bronze, Gj. 1644, Georg Schrader).6 – Früherer Bestand: Zwei ältere Glocken wurden im Dreißigjährigen Krieg weggenommen.

Friedhof

Am westlichen Ortsrand (Krugstraße). Kommunal (in Trägerschaft der Stadt Dassel).

Landeskirchliches Archiv Hannover

D 45 b (EphA Einbeck); D 92 a (KapA Eilensen).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 425; Niklaus, KK Einbeck, S. 42 f.
B: Horst Hülse: Kein Beispiel für Behutsamkeit: Das neue Kapellendach in Eilensen, in: Einbecker Jahrbuch 37 (1986), S. 162–164.


Fußnoten

  1. Casemir/Menzel/Ohainski, Ortsnamen Lkr. Northeim, S. 115.
  2. KABl. 1975, S. 5.
  3. KABl. 2003, S. 14 f.
  4. KABl. 2013, S. 179.
  5. Hülse, S. 162–164.
  6. LkAH, B 2 G 9 B/Eilensen.