Frühere Gemeinde | Sprengel Hildesheim-Göttingen, KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen | Patrozinium: Pankratius1 | KO: Calenberger KO von 1569

Orts- und Kirchengeschichte

Schriftlich ist der Ort erstmals als Gelingehuson in einer angeblich 990 vom späteren Ks. Otto III. († 1002) ausgestellten Urkunde genannt; es handelt sich dabei jedoch um eine Fälschung des 12. Jh.2 Die älteste überlieferte echte Urkunde, sie nennt Bruno de Gelingehusen, stammt aus dem Jahr 1186.3 Gelliehausen war als Zubehör der Burgen Alten- und Neuengleichen seit der zweiten Hälfte des 13. Jh. gemeinsamer Besitz der Familie von Uslar-Gleichen.4 Einen Teil der Güter hatten sie 1318 als Lehen der welfischen Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg inne, bei denen auch die Landeshoheit lag (Teilfsm. Braunschweig-Wolfenbüttel bzw. Fsm. Göttingen, 1495/1512: Fsm. Calenberg-Göttingen, 1692: Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bzw. Kurhannover).5 Mit dem Kauf Neuengleichens erwarb 1451 der hessische Landgraf Rechte in Gelliehausen.6 Die Familie von Uslar-Gleichen besaß Gelliehausen nun zur Hälfte als Lehen der welfischen Herzöge und zu einem Viertel als Lehen des hessischen Landgrafen, der zudem das verbleibende Viertel vom nun hessischen Amt Neuengleichen bzw. Wittmarshof verwalten ließ („Mengedorf“).7 Seit Mitte des 16. Jh. war Gelliehausen Gerichtsort des Patrimonialgerichts Altengleichen; die Familie von Uslar-Gleichen übte sowohl die Nieder- als auch die Hochgerichtsbarkeit über jene Familien aus, die nicht dem hessischen Amt Neuengleichen unterstanden.8 In französischer Zeit gehörte Gelliehausen von 1807 bis 1813/14 zum Kgr. Westphalen (Kanton Bremke, Distrikt Göttingen, Leine-Departement). Ab 1815 zählte der Ort, nun im Kgr. Hannover, kurzzeitig wieder zum Patrimonialgericht Altengleichen und ab 1821 zum Amt Neuengleichen (seit 1815/16 hannoversch). Das Amt Neungleichen ging 1823 im Amt Reinhausen auf. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Gelliehausen 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung 1885 kam der Ort zum Lkr. Göttingen (neugebildet 1973 und 2016). 1973 wurde Gelliehausen Teil der neuen Gemeinde Gleichen. Zur Sozialstruktur Gelliehausens schrieb der Ortspfarrer 1966: „Eine Minderheit besteht aus Bauern, die Mehrzahl der Gemeindeglieder aus Arbeitern und unselbständigen Handwerkern.“9 Um 1810 lebten rund 440 Menschen in Gelliehausen und 2024 gut 360.

Kirche, Gelliehausen, Außenansicht, Dachreiter, Portal

Kirche, Ansicht von Süden

Eine Kirche in Gelliehausen (ecclesie in Gelinghehusen) ist 1318 schriftlich belegt.10 Als Lehen der Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg besaß die Familie von Uslar-Gleichen seinerzeit drei Viertel des Patronatsrechts über die Kirche. Der Chor des Kirchengebäudes ist im Kern mittelalterlich und soll 1472 errichtet worden sein. Diese Jahreszahl stand anscheinend an einem vor 1873 verkauften Taufstein.11 Im Jahr 1479 ist ein Pfarrer in Gelliehausen belegt, sein Name bleibt jedoch ungenannt.12
Einzelheiten zur Reformation in Gelliehausen sind nicht bekannt. Im Fsm. Göttingen führte Hzgn. Elisabeth zu Braunschweig-Lüneburg († 1558) die luth. Lehre ein: 1542 setzte sie die von Antonius Corvinus verfasste Kirchenordnung in Kraft und 1542/43 ließ sie die Gemeinden, Stifte und Klöster des Fürstentums visitieren.13 Im Jahr 1545 übernahm ihr nunmehr volljähriger Sohn als Hzg. Erich II. die Regierungsgeschäfte und wechselte 1547 zum kath. Glauben. Die Calenbergischen Stände widersetzten sich jedoch seinen Rekatholisierungsbestrebungen und konnten 1553/55 die Beibehaltung der luth. Lehre in den Kirchspielen des Fürstentums sicherstellen. Im Januar 1558 beschwerten sich die Einwohner Gelliehausens beim hessischen Landgrafen Philipp I. († 1567) über die Patronatsfamilie von Uslar-Gleichen: Sie hätten dem Pfarrer verboten zu predigen und den Pfarrhof an die Familie von Kerstlingerode versetzt.14 Nach dem Tod Erichs II. fiel das Fsm. Calenberg-Göttingen 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel und Hzg. Julius († 1589) führte seine 1569 aufgestellte ev. KO auch hier ein.15 1588 ließ er die Gemeinden visitieren.
Das Visitationsprotokoll von 1588 nennt mit P. Johannes Germte (amt. bis 1596) den ersten bekannten luth. Geistlichen in Gelliehausen. Auch die vermischten Machtverhältnisse im Dorf finden Erwähnung: „Der Landgraf hat sein Wappen an die Kirche zu Gelliehausen angeschlagen, weil er den vierten Mann darin habe“ (also Anspruch auf ein Viertel der Kirche habe) teilten die Visitatoren mit. Das Wolfenbütteler Konsistorium ordnete an, das Wappen zu entfernen.16 Neben Gelliehausen war P. Germte zudem für das benachbarte Wöllmarshausen zuständig, das im Protokoll als Tochtergemeinde (filia) bezeichnet ist.17 Im Nachrichtungsbuch von allen Pfarren im Fürstenthumb Braunschweig, angelegt um 1600, ist darüber hinaus auch Benniehausen als Tochtergemeinden aufgeführt.18

Kirche, Gelliehausen, Außenansicht, Grafik

Kirche, Ansicht von Südosten, Grafik, 1954

Bei der Visitation 1652 prüften die Visitatoren u. a., wie gut die Gemeindeglieder im Katechismus bewandert waren. Mit den Kenntnissen „war es nicht zum allerbesten, außerhalb weiniger Kinder, so zur Schul giengen; bei den erwachsenen Knechten und Mägden, imgleichen den meisten Alten war eine große Unwissenheit“ hielten sie im Protokoll fest.19 Auf die Frage, warum sie als Gerichtsherren nicht entsprechend landesherrlicher Anordnung für einen besseren Besuch der Katechismuslehre und der Schule sorgten, habe die Familie von Uslar-Gleichen entschuldigend geantwortet, dass „sehr viele hessische Untertanen in ihren Dörfern wohnten, denen sie nicht zu befehlen und dannenhero auch mit den Ihrigen nicht so streng verfahren könnten“. Auch am Fehlen eines Pfarrwitwenhauses seien die Hessen schuld, denn die Uslarschen Untertanen könnten den Bau nicht allein finanzieren.
Im Inventarium aus dem Jahr 1708 liefert P. Otto Heinrich Herba (amt, 1704– 1738) eine knappe Beschreibung der St. Pancratii-Kirche. „Die Kirche ist ein steinern Gebäu welches außwendig biß an die Kirchthüer mit Kalck berappet, und wegen des Salpeters sowoll den Thurm hinan als auch obenwärts an der außwendigen Seite mit Kalck berappet werden muß.“20 In der Kirche stand seit etwa 1739 eine Orgel. 1769 allerdings beanspruchte der Gerichts-Licenteinnehmer die Orgelprieche als Sitzplatz für sich und seine Familie und ließ das Instrument abbrechen.21
Etwa seit 1700 hatte die Familie von Uslar-Gleichen jüd. Familien erlaubt, sich in den Dörfern des Gerichts Altengleichen anzusiedeln.22 Die Landesregierung strengte einen Prozess gegen diese Praxis an und konnte 1744 durchsetzen, dass diese jüd. Familien landesherrliche Schutzbriefe kaufen mussten. 1767 lebten in Gelliehausen drei Familien mit Schutzbrief und sieben ohne. 1777 erwarb die jüd. Gemeinde auf Wiederkauf für 50 Jahre einen Hof in Gelliehausen und errichtete eine Synagoge. Das freistehende und von der Straße gut sichtbare Gebäude war „wohl der erste derartige Synagogenbau in Nordwestdeutschland“.23 Es handelte sich wahrscheinlich um ein Fachwerkgebäude, zum Aussehen ist nichts bekannt. P. Johann Christoph Zuch (amt. 1765–1797) wies den Superintendenten 1777 darauf hin, dass der Bau ohne königliche Genehmigung erfolgt sei. Einige Monate später ergänzte er, das Synagogengrundstück sei eigentlich kirchliches Eigentum und der Verkäufer lediglich Erbpächter. Anscheinend gelang es jedoch nicht, den kirchlichen Besitzanspruch zu belegen. Aufgrund der fehlenden landesherrlichen Baugenehmigung ordnete die Regierung Ende 1778 an, die Synagoge zu schließen. Nachdem die jüd. Gemeinde an das Gebäude „eine kleine Hütte Angebauet, darin einer wohnen solte“, durfte sie die Synagoge wieder nutzen.24 Denn die Synagoge war nun das Zubehör eines Wohngebäudes und derartige Einrichtungen waren im Kfsm. Braunschweig-Lüneburg bereits mehrfach genehmigt worden. 1886 brannte die Synagoge einschließlich einiger benachbarter Gebäude ab. Einen Neubau errichtete die jüd. Gemeinde nicht, da Gelliehausen seit 1843/53 zur Synagogengemeinde Bremke gehörte.25
In einem Reisebericht aus dem Jahr 1800 heißt es über Gelliehausen: „Es stehet in diesem Dorfe eine sehr alte Kirche, welcher alle Augenblicke der Einsturz droht. Sie ist sehr dunkel und hat einen elenden Turm.“26 Laut der Inschriftentafel über dem Eingang ließ die Gemeinde ihre Kirche 1815 erneuern. 1847 ersetzte sie den alten Fachwerkturm durch einen kleinen Dachreiter. In der ersten Hälfte des 20. Jh. hielt der Gelliehäuser Pfarrer jeden Sonntag zwei Gottesdienste, einen in der Kirche Gelliehausen und einen zweiten abwechselnd in Benniehausen und in Wöllmarshausen.27
Während der NS-Zeit hatte P. Friedrich Storbeck (amt. 1929–1950) das Pfarramt Gelliehausen inne. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab er an, er habe kirchenpolitisch zur Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft gehört. Die DC seien in Gelliehausen nicht aktiv gewesen.28 Zum 1933 neu gewählten KV schrieb er knapp: „waren meist Pgs, hat sich kirchlich nicht schlecht bewährt“.29 Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Gelliehausen von rund 550 im Jahr 1939 auf grob 900 im Jahr 1948 an (mit Benniehausen und Wöllmarshausen: 1.700). Bis 1960 war sie auf knapp 490 gesunken.30

Gelliehausen, Kirche, Baustein, Spendenbescheinigung

Baustein, Spendensammlung zur Instandsetzung der Kirche, 1954

In der ersten Hälfte der 1950er Jahre fand in allen der drei Gemeinden nur alle zwei Wochen ein Gottesdienst statt. Bei der Visitation 1954 regte der Sup. des KK Göttingen-Süd an, zum sonntäglichen Gottesdienst in Gelliehausen zurückzukehren. Der KV fasste einen entsprechenden Beschluss der schließlich 1959 umgesetzt wurde.31 Um 1959/60 baute die KG Gelliehausen die ehemalige Pfarrscheune um und richtete dort einen kirchlichen Kindergarten ein (zunächst nur Erntekindergarten).32
Im Zuge der Sanierung der St. Pancratii-Kirche 2001/02 schuf der Berliner Künstler Johannes Heisig ein neues Altartriptychon. Es zeigt im Mittelbild den betenden Jesus und die schlafenden Jünger im Garten Gethsemane. Auf den Seitenflügeln sind singende Menschen zu sehen, für die Gelliehäuser Gemeindeglieder Modell saßen.33
Zur gemeinsamen Erfüllung kirchengemeindlicher Aufgaben gründete die Pancratii-KG Gelliehausen zusammen mit den benachbarten KG Beienrode, Benniehausen, Kerstlingerode, Rittmarshausen und Wöllmarshausen zum 1. Januar 2009 den „Ev.-luth. KGV Oberes Gartetal“.34 Drei Jahre später fusionierten die sechs Gemeinden zur „Ev.-luth. Apostel-KG Gleichen“.35

Umfang

Gelliehausen.

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Nörten (sedes Geismar) der Erzdiözese Mainz.36 – 1588 zur Insp. Dransfeld, seit Verlegung des Superintendentursitzes 1636/37 Insp. Göttingen (Sitz an St. Johannis in Göttingen), bei deren Teilung 1796/97 zur neuen Insp. Göttingen Zweyter Teil. 1924 zum KK Göttingen II, 1937 zum KK Göttingen-Süd.37 Ab 1. Januar 2001 KK Göttingen.38 Seit 1. Januar 2023 KK Göttingen-Münden, Amtsbereich Göttingen.39

Patronat

1318 besaß die Familie von Uslar-Gleichen drei Viertel des Patronats als Lehen der Hzg. zu Braunschweig-Lüneburg.40 Das Patronat blieb bei Aufhebung der Kirchengemeinde 2012 bestehen (Kompatronat für die neue Apostel-KG Gleichen).41

Kirchenbau

Rechteckiger Saalbau mit eingezogenem, polygonal geschlossenem Chor, älteste Teile erbaut im 15. Jh. (Chor, angeblich 1472). Einheitliches Walmdach über Schiff und Chor, nach Westen Krüppelwalm, nach Süden zwei kleine Schleppgauben. Verputztes Mauerwerk, an der Nordseite drei geböschte Stützpfeiler. Rechteckige Sprossenfenster mit Sandsteineinfassungen an Nord- und Südseite von Chor und Schiff; nach Osten Nebeneingang mit Fenster darüber; nach Süden rechteckiges Hauptportal, darüber Inschriftenstein: „St. Pancratii wurde wahrscheinlich erbaut 1472, wurde inwändig ausgebaut 1590, ist völlig repariert und renoviert 1815, Kirchenkommissarien waren die Herren K. A. Schlegel Amtmann, G. Christ. List, Pastor war I. Ch. Holle, Schullehrer C. H. Bode, Altaristen Ch. P. H. Niemann und G. Hecke“; darüber Wappenstein mit Inschrift: „Liber baro ab Vslario Anno MDXX“ (Freiherr von Uslar. Im Jahr 1520; der Stein ist anscheinend eine um 1815 gefertigte „nicht sonderlich originalgetreue Kopie des ursprünglichen Wappensteins“).42 Am Chor unterhalb der Traufe einige verzierte Steine eingesetzt, einer mit Gesicht. Im Innern flache Holzdecke, Westempore. Fragmentarisch erhaltene Wandmalerei an der Südwand (um 1590, 2001/02 freigelegt): Kreuzigung, Stadtarchitektur (Sodom und Gomorra?), Schwäne, Frauengestalt mit verstümmelten Armen.43 1590 Innenraum umgestaltet. 1815 Kirche erneuert. 1903 neue Uhr. 1956 Renovierung und Neuausstattung Altarraum. 1967–69 Instandsetzungsarbeiten. 2001/02 Sanierung.

Grablege

Unterhalb der Kirche eine Grablege der Familie von Uslar-Gleichen, im 19. Jh. geschlossen.

Turm

Im Westen verschieferter, vierseitiger, offener Dachreiter mit vierseitigem Pyramidenhelm, bekrönt mit Kugel und drei Kreuzen, erbaut 1847 (vorher Fachwerkturm). 1982 Dachreiter instandgesetzt (neue SG). Neben der Kirche steht ein hölzernes Glockenhaus mit zwei Glocken.

Ausstattung

Blockaltar (2002), Stipes aus Werksteinen gemauert, Steinplatte als Mensa. – Dreiteiliges Altargemälde (2001/02, Johannes Heisig, Berlin), Öl auf Leinwand, im Mittelbild betender Jesus mit Jüngern im Garten Gethsemane, auf den seitlichen Bildern singende Gemeindeglieder der KG Gelliehausen, Inschrift: „Ich liege und schlafe ganz in Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Psalm 4,9“.44 – Lesepultartige Kanzel (Holz). – Hölzerner Taufständer, weiß gefasst, mit Glasschale. – Steinernes Epitaph für Bernhard von Hobel (†1582), Relief des Verstorbenen in betender Haltung; kannelierte Säulen, Gebälk mit Wappen, darüber Inschrift; Epitaph ist „unvollständig erhalten[] und stark überarbeitet[]“.45 – Ehemalige Ausstattung: Kastenförmiger Holzaltar und Retabel mit vier zweireihig angeordneten Reliefs (Evangelistensymbole; Ende 19. Jh.), darüber Kruzifix; Altar 1956 aufgestellt; ebenso wie die Kanzel zuvor in der Oberkirche Groß Schneen und der KG Gelliehausen als Geschenk überlassen; 2001 entfernt. – Mithoff schrieb 1873: „Ein großer Taufstein von 1472 ist früherhin verkauft.“46

Orgel

Um 1739 Orgelneubau, Orgelbauer unbekannt. 1769 Instrument gegen den Willen der Gemeinde abgebrochen.47 Herbst 1850 gebrauchte Orgel umgebaut und in Gelliehausen aufgestellt, Carl Herbst (Dortmund), 1889 Instrument abgebaut. 1889 Orgelneubau, ausgeführt von Carl Heyder (Mühlhausen), 6 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen (Opus 108). Zinnerne Prospektpfeifen im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben (1917). 1960 Reparatur, Paul Ott (Göttingen). 1965 Renovierung und Änderung der Disposition, Albrecht Frerichs (Göttingen), 6 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen. 2014 Restaurierung und Erweiterung, ausgeführt von Elmar und Markus Krawinkel (Trendelburg), 7 I/P, mechanische Traktur, Schleifladen.

Geläut

Zwei LG im Glockenhaus, I: des’’ (Bronze, Gj. 1969, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg), Inschrift: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ und „1269 1969“, Bild: Wappen der Familie Uslar-Gleichen (Stifterin der Glocke); II: es’’ (Bronze, Gj. 1969, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg), Inschrift: „Verleih uns Frieden gnädiglich Herr Gott zu unsern Zeiten“. Eine SG im Dachreiter, b’’ (Bronze, Gj. 1982, Glockengießerei Heidelberg). – Früherer Bestand: Eine Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgeliefert. Eine LG, es’’ (Eisenhartguss, Gj. 1923, Ulrich & Weule, Apolda und Bockenem). Im Dachreiter eine SG, g’ (Eisen), Schalenform, 1982 entfernt.48

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1826). – Kindergarten (Bj. 1830, ehemalige Pfarrscheune, umgebaut um 1959/60). – Pfarrwitwenhaus (1880 verkauft).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof im Süden von Gelliehausen, FKap (Bj. 1955).

Liste der Pastoren (bis 1940)

Vor 1588–1596 Johannes Germte (Germete). – 1597–1598 Johannes Bangius. – 1598 Johannes Weber (Weser). – 1599–1603 Christoph Heitfeld (Heidenfeld). – 1604–1627 Wichmann (Wigmand) Pape (Papenius). – 1627–1633 Andreas Celander (Celman, Zellmann). – 1635–1638 Johannes Weidenbach (Widenbach). – 1638–1669 Werner Dohrmann (Dorneman). – 1670–1704 Andreas Backhaus. – 1704– 1738 Otto Heinrich Herba. – 1739–1764 Johann Conrad Heise. – 1765–1797 Johann Christoph Zuch (Zug). – 1798–1810 Georg Philipp Günther. – 1811–1817 Johann Christian Friedrich Holle. – 1817–1824 Georg Ludwig August Hölty. – 1824–1837 Heinrich Carl Theodor Behr (Bild). – 1838–1853 Johann Wilhelm Robert Klettwig. – 1853–1856 Wilhelm August Carl Heinrich Julius Mörstadt. – 1856–1867 Andreas Joseph Friedrich Kölle. – 1868–1882 August Franz Wilhelm Kasten. – 1888–1891 August Constantin Hörschelmann. – 1892–1909 August Friedrich Julius Freyenhagen von Rosenstern. – 1909–1916 Ernst Hermann Friedrich Adolf Rohde. – 1917–1928 Carl August Friedrich Georg Bunnenberg. – 1929–1950 Dr. Friedrich Wilhelm Hermann Storbeck.

Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 308

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 1 Nr. 3590–3596 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 6341 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 147Digitalisat (CB); A 9 Nr. 767Digitalisat, 768Digitalisat, 769Digitalisat, 770Digitalisat, 771Digitalisat, 772Digitalisat (Visitationen); B 2 G 9 Nr. 935–939 (Baupflege und Bauwesen); B 2 G 9 B Nr. 221 (Orgel- und Glockenwesen); E 5 Nr. 352 (Konsistorialbaumeister); S 09 rep Nr. 1100 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7862 (Findbuch PfA); S 11a Nr. 8140 (Findbuch EphA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1739
Trauungen: ab 1739
Begräbnisse: ab 1739
Kommunikanten: ab 1786
Konfirmationen: ab 1825 (Lücken: 1869–1875)
Taufen, Trauungen, Begräbnisse: 1709–Juni 1725 in einem Gebührenheft.

Literatur & Links

A: Bielefeld, Orgeln im Umland, S. 158–160; Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 152–154; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 491; Eichenberg, KK Göttingen-Süd, S. 47–51; Lücke, Burgen und Gutshöfe, S. 49–52; Lufen, Denkmaltopographie Altkr. Duderstadt, S. 265–269; Meyer, Pastoren I, S. 308; Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 62; Obenaus, Handbuch I, S. 352–357 (Art. Bremke); Schickhaus, Orte Familiengeschichte, S. 74–81.

B: Trauregister aus Kirchenbüchern Südniedersachsens 1801–1850. Teil 17: Göttingen Ost. Benniehausen, Diemarden, Gelliehausen, Groß Lengden, Klein Lengden, Reinhausen, Wöllmarshausen, hrsg. von der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Göttingen, Norderstedt 2020; Eike Dietert: „…der Messias werde von hier aus kommen.“ Die Auseinandersetzungen um den Bau der Synagoge in Gelliehausen in den Jahren 1777 bis 1785, in: Göttinger Jahrbuch 50 (2002), S. 33–39; Johannes Heisig: Das Gelliehäuser Altarbild. Mit einem Fotoessay von Günter Bersch, Karlsruhe 2003; Wolfgang Lustig: 1000 Jahre Gelliehausen. Beitr. zur Geschichte d. Dorfes, Gleichen 1990.

Internet: Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche; Pfarrhaus; Wikipedia: St. Pankratius (Gelliehausen).

GND

4749763-4, Sankt Pankratius (Gelliehausen).

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 152, und II, S. 69.
  2. MGH DD O III 427 [Digitalisat]. Für weitere Belege und zum Ortsnamen gl. Casemir/Ohainski/Udolph, Ortsnamen Lkr. Göttingen, S. 152 f.
  3. Mainzer UB II, Nr. 489; BW, RggEbMz 30 Nr. 180, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, http://www.ingrossaturbuecher.de/id/source/14909, 15.10.2025. Schickhaus, Orte Familiengeschichte, S. 74, identifiziert das 953 genannte Gelithi mit Gelliehausen (MGH DD O I 165 [Digitalisat]), was nicht plausibel erscheint. Nach Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 116, ist Gelithi mit Gielde zu identifizieren.
  4. Zu den Burgen vgl. EBIDAT, Art. Altengleichen und Art. Neuengleichen.
  5. Flentje/Henrichvark, Lehnbücher, S. 40, Nr. 119, und S. 46, Nr. 179.
  6. Uslar-Gleichen, Beiträge, S. 473 f., Nr. 695 und Nr. 696 [Digitalisat].
  7. Schickhaus, Orte Familiengeschichte, S. 75.
  8. Schickhaus, Orte Familiengeschichte, S. 80; Kayser, Generalvisitation Gesenius, S. 194.
  9. LkAH, L 5c, unverz., Gelliehausen, Visitation 1966.
  10. Flentje/Henrichvark, Lehnbücher, S. 40, Nr. 119, und S. 46, Nr. 179.
  11. Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 62.
  12. StadtA GOE B 1 Nr. N 297.
  13. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 708 ff.; Butt, S. 47 ff.
  14. HStAM, 3, 1633 m (mit Digitalisat).
  15. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 6,1, S. 83 ff.
  16. Kayser, General-Kirchenvisitation I, S. 163 mit Anm. 2.
  17. Kayser, General-Kirchenvisitation I, S. 163.
  18. LAW, V 231, Nachrichtungsbuch von allen Pfarren im Fürstenthumb Braunschweig…, S. 59.
  19. Dies und das folgende Zitat: Kayser, Generalvisitation Gesenius, S. 194.
  20. LkAH, A 8 Nr. 147 [Digitalisat, Aufnahme 4].
  21. Bielefeld, Orgeln im Umland, S. 158.
  22. Zum folgenden Dietert, S. 33 ff. Vgl. auch Obenaus, Handbuch I, S. 350 ff. (Art. Bremke).
  23. Dietert, S. 38.
  24. Zit. bei Dietert, S. 38.
  25. Obenaus, Handbuch I, S. 354: Die „obrigkeitlich bereits 1843 der Synagogengemeinde Bremke zugewiesenen, aber zunächst auf ihrer Eigenständigkeit beharrenden Juden in Gelliehausen“ akzeptierten den Zusammenschluss erst 1853.
  26. Zit. bei Schickhause, Orte Familiengeschichte, S. 79.
  27. Ahlers, Pfarrbuch 1909, S. 319; Ahlers, Pfarrbuch 1930, S. 378.
  28. LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 9. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  29. LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 9.
  30. LkAH, S 1 H III, Nr. 414, Bl. 9; LkAH, L 5c, unverz., Gelliehausen, Visitationen 1948 und 1960.
  31. LkAH, L 5c, unverz., Gelliehausen, Visitationen 1954 und 1960.
  32. LkAH, L 5c, unverz., Gelliehausen, Visitationen 1960 und 1966.
  33. Ausführlich zum Altarbild und seiner Entstehung: Heisig, S. 10 ff.
  34. KABl. 2009, S. 128 f.
  35. KABl. 2011, S. 299 ff.
  36. Bruns, Archidiakonat Nörten, S. 167.
  37. KABl. 1924, S. 86; KABl. 1937, S. 135.
  38. KABl. 2000, S. 150 f.
  39. KABl. 2022, S. 189 ff.
  40. Flentje/Henrichvark, Lehnbücher, S. 40, Nr. 119, und S. 46, Nr. 179.
  41. KABl. 2011, S. 299 ff.
  42. DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 128† (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0012804.
  43. DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 212 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0021201.
  44. Heisig, S. 10 ff.
  45. DI 66, Lkr. Göttingen, Nr. 202 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di066g012k0020205.
  46. Mithoff, Kunstdenkmale II, S. 62.
  47. Bielefeld, Orgeln im Umland, S. 158: „Der ‚Gerichts-Licenteinnehmer‘ Schmidt […] wollte damals in der Kirche nicht beim gemeinen Volk sitzen und bemächtigte sich deshalb der Orgelprieche als Aufenthaltsort für sich und seine Familie während der Gottesdienste. Im Frühjahr 1769 ließ er zu diesem Zweck – gegen den Willen der Gemeinde – die Orgel entfernen und an einen unbekannten Ort transportieren.“ Der gerichtlich angeordnete Wiederaufbau war nicht möglich, da beim Abbau zu viele Teile zerstört worden waren.
  48. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 221, Bl. 3v.