Sprengel Ostfriesland-Ems, KK Rhauderfehn | Patrozinium: Maria und Nikolaus | KO: Ostfriesische KO von 1716

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Orts- und Kirchengeschichte

Die Ortschaft Steenfelde, heute Teil der Gemeinde Westoverledingen, ist schriftlich möglicherweise erstmals als Stengardo in einem Urbar der Abtei Werden belegt, das sich auf das 10. Jh. datieren lässt.1 Weitere schriftliche Nachweise finden sich erst im 15. Jh.: 1429 als Stenvelde und 1436 als Steenvelde.2 Im Hochmittelalter zählte Steenfelde zur ostfriesischen Landesgemeinde Overledingerland. Nachdem Ks. Friedrich III. im Jahr 1464 Ulrich I. Cirksena zum Reichsgrafen von Ostfriesland erhoben hatte (Reichsfürsten seit 1654/62), bildete sich in der zweiten Hälfte des 15. Jh. die Ämterstruktur der Gft. Ostfriesland heraus.3 Steenfelde gehörte zum Amt Leerort, dessen Sitz 1611 nach Leer verlegt wurde. 1744 kam die Gft. Ostfriesland an Preußen. In französischer Zeit zählte Steenfelde ab 1807 zum Kgr. Holland und von 1810 bis 1813 zum Kaiserreich Frankreich (Département Ems-Oriental, Arrondissement Emden, Kanton Leer). Danach gehörte das Dorf wieder zum Amt Leer, ab 1815 im Kgr. Hannover und nach der preußischen Annexion von 1866 erneut im Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung kam Steenfelde zum Lkr. Leer. Seit 1973 ist Steenfelde eine Ortschaft innerhalb der Gemeinde Westoverledingen. Von 1911 bis in die 1960er Jahre hinein besaß der Ort einen Bahnhof (Strecke Emden–Rheine). In der zweiten Hälfte des 20. Jh. entstand südöstlich des historischen Ortskerns eine große Neubausiedlung. Zur Sozialstruktur der Gemeinde heißt es 1975: „Die Gemeindeglieder finden ihr tägliches Brot in der Landwirtschaft in Steenfelde oder als Pendler in der Industrie der umliegenden Orte (Papenburg, Leer, Westrhauderfehn).“4 Im Jahr 1821 lebten knapp 420 Menschen in Steenfelde, 1905 knapp 780, 1946 rund 970 und 2001 gut 1.840.

Kirche, Ansicht von Südwesten, vor 1912

Kirche, Ansicht von Südwesten, vor 1912

Steenfelde war eine der wenigen ostfriesischen Gemeinden, die kirchlich zum Bistum Osnabrück gehörten.5 Ältestes Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte ist die Kirche selbst, die im Kern wohl auf das 13. Jh. zurückgeht. Urkundlich lässt sie sich erstmals 1429 nachweisen: die St.-Marien-und-Nikolaus-Kirche in Steenfelde sei teilweise eingestürzt und daher bewilligte Papst Martin V. einen Ablaß von zwei Jahren und 80 Tagen für all jene, die die Kirche an den Namenstagen ihrer beiden Patrone besuchten und zu ihrem Wiederaufbau spendeten.6 Ein Jahrzehnt bevor der Papst diesen Ablaß gewährte, war möglicherweise der vor dem 26. Mai 1419 verstorbene Gerhard Fabri Pfarrer in Steenvelde; nach seinem Tod stritten Gherhardus de Lon und Johannes de Milite um das Pfarramt an der parrochialis ecclesiae in Stenuelde Osnaburgenis diocesis (Pfarrkirche in Stenuelde, Diözese Osnabrück).7 Auch zwei in der zweiten Hälfte des 15. Jh. belegte Geistliche sind vielleicht als Pfarrer von Steenfelde anzusehen: 1461 besiegelte Folkmarus de Steynfelt, clericus Osnabrugensis diocesis, publicus imperiali auctoritate notarius im Pfarrhaus (domo dotali) von Stenvelda eine Urkunde8 und hern Everdes thor Moelen tho Stenfelde erscheint in der Zeugenliste einer Urkunde aus dem Jahr 1463.9
Die Reformation breitete sich in Ostfriesland mindestens unter Duldung des Landesherrn Gf. Edzard I. († 1528) aus, aber ohne seine Lenkung.10 Es entwickelte sich ein Nebeneinander verschiedener prot. Richtungen. Versuche Gf. Ennos II. († 1540), die kirchlichen Verhältnisse einheitlich und eher luth. zu gestalten, scheiterten (u. a. 1529 „Bremer KO“ von Johann Timann und Johann Pelt, 1535 „Lüneburger KO“ von Martin Undermarck und Matthäus Ginderich). Ebenso erfolglos blieb letztlich das Bemühen Gfn. Annas († 1575), die ostfriesische Kirche zusammen zu halten und ihr eine eher ref. Form zu geben (u. a. 1542 Johannes a Lasco als Sup. berufen, 1544 Coetus begründet). Während der gemeinsamen Regierungszeit ihrer Söhne, des ref. Gf. Johann II. († 1591) und des luth. Gf. Edzard II. († 1599), die vom Ringen um jeweils alleinige Herrschaft geprägt war, verfestigte sich das Nebeneinander ref. und luth. Gemeinden. Die Konkordate von 1599, geschlossen zwischen den Landständen und dem Landesherrn, garantierten den Konfessionsstand der einzelnen ostfriesischen Gemeinden.
Details zur Entwicklung in Steenfelde sind nicht bekannt. Der erste namentlich bekannte Geistliche ist P. Johann Normaeus (amt. 1574, 1583), seit 1585 Hofprediger des ref. Gf. Johann II. und seit 1586 Vizepräsident des Leeraner Coetus.11 Daher ist anzunehmen, dass auch Steenfelde seinerzeit ref. orientiert war. In der Folgezeit setzte sich jedoch das luth. Bekenntnis durch, möglicherweise befördert durch luth. Familien, die infolge der Rekatholisierung aus dem Emsland flohen und sich in Steenfelde und Umgebung ansiedelten.12

Kirche, Blick zum Altar, vor 1912 (?)

Kirche, Blick zum Altar, vor 1912 (?)

Im Jahr 1681 ließ die Gemeinde einen Altar in der Kirche aufstellen und dafür zwei Nebenaltäre aus vorref. Zeit abbrechen. Erhalten hat sich eine Inschriftentafel mit den Namen all jener, die für den Altar gespendet haben.13 Mit der Urbarmachung und der Besiedelung der umliegenden Moorgebiete seit der zweiten Hälfte des 18. Jh. vergrößerte der Einzugsbereich der KG. Zum 1. Oktober 1905 pfarrte das Auricher Konsistorium den nördlichen Teil der Moorkolonie Flachsmeer in die KG Steenfelde ein (der südliche Teil kam zur neu errichteten KG Völlenerkönigsfehn).14 Im Jahr 1912 gründete sich ein Posaunenchor in der Gemeinde.
Während der NS-Zeit hatten nacheinander P. Eilhard Aden (amt. 1921–1935) und P. Paul Straakholder (amt. 1936–1978) das Pfarramt in Steenfelde inne. P. Aden gehörte 1933 kurzzeitig den DC an, bevor er zur BK wechselte, wie sein Nachfolger im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ angab. Auch P. Straakholder gehörte als Pastor der Hannoverschen Bekenntnisgemeinschaft an.15 1933 hatte sich auch eine Ortsgruppe der DC in Steenfelde gegründet, die jedoch nich lange bestand; nach der Kirchenwahl im Juli des gleichen Jahres zogen zwei NSDAP-Mitglieder in den KV ein.
Etwa 1943 hob das Landeskirchenamt das traditionelle Interessentenwahlrecht in der KG Steenfelde auf. Die Wahl eines neuen Pfarrers lag also nicht mehr ausschließlich in den Händen der Interessenten, einem bestimmten Kreis wahlberechtigter Gemeindeglieder; vielmehr wurden die Pastoren von nun an abwechselnd von der Gemeinde gewählt bzw. von LKA und Lbf. berufen.16 Wohl nicht zuletzt aufgrund dieser Neuordnung trat bei der Neuwahl des KV nach Ende des Zweiten Weltkriegs keiner der ehemaligen Interessenten zur Wahl an, obwohl P. Straakholder sich „ernstlich um ihre Beteiligung bemüht hatte“.17
Nach 1945 übernahm die KG Steenfelde die ehemalige NSV-Schwesternstation in Flachsmeer und trug zudem zum Unterhalt der Schwesternstation im ref. Großwolde bei, die auch Steenfelde versorgte.18 Später unterhielt die Gemeinde eine Schwesternstation, die Anfang der 1980er Jahre in die Diakoniestation Westoverledingen eingegliedert wurde.
Nach der Visitation Steenfeldes 1946 merkte LSup. Carl Theodor Elster an, es sei heute eine Seltenheit, „soviel gottesdienstliches Leben als Quellgrund und soviel blühendes Gemeindeleben als Frucht in einer Gemeinde beieinander zu finden“.19 Sechs Jahre später beschrieb der Sup. des KK Leer Steenfelde als eine Gemeinde „im Spannungsfeld verschiedener religiöser Strömungen“. Neben Lutheranern und Reformierten lebten hier „Katholiken mit starkem Ausdehnungsdrang und Baptisten mit drängerischem Bekehrungseifer“; überdies habe die Pfingstbewegung das Gemeindeleben beunruhigt.20 Diese Situation blieb auch in den folgenden Jahrzehnten prägend für die Gemeinde. Zusammen mit Völlen, Völlenerkönigsfehn und Flachsmeer sei Steenfelde, so heisst es 1967, „eine lutherische Insel im Süden Ostfrieslands, die von reformierten und katholischen Gemeinden umgeben ist“.21 Dieses Gegenüber habe durchaus eine positive Wirkung resümierte der Sup. 1975: „Der christliche Glaube ist so in Steenfelde immer im Gespräch.“22 Eine Eigenheit der Gemeinde waren die bis in die 1960er Jahre hinein üblichen Haustaufen, eine Folge der „früheren schlechten Kolonistenwegen“.23

Kirche, Ansicht von Südwesten, nach 1912

Kirche, Ansicht von Südwesten, nach 1912

Mit der Gründung der KG Flachsmeer zum 1. Januar 1966 verkleinerte sich das Gemeindegebiet.24 Allerdings hätten viele der Gemeindeglieder aus Flachsmeer „ihr Verbleiben bei der luth. Kirchengemeinde Steenfelde gewünscht und schriftlich kundgetan“.25 Zudem hielten sich auch viele Lutheraner aus den umliegenden ref. Gemeinden zur KG Steenfelde, so dass die tatsächliche Größe der Gemeinde nicht leicht zu bestimmen war.26 Nach der Visitation 1985 attestierte der Sup. des KK Rhauderfehn einen „Aufschwung des Gemeindelebens“ und hob hervor, dass die zahlreichen Gemeindekreise „alle Altersgruppen abdecken, so daß jedes Gemeindeglied die Möglichkeit hat, sich über den Gottesdienst hinaus am gemeindlichen Leben zu beteiligen und Gemeinschaft zu finden.“27 Seit dem Bau der Friedenskapelle (2007, FKap) und des neuen Gemeindehauses (2013) ist das gemeindliche Leben räumlich auf die unmittelbare Umgebung der Kirche konzentriert, die im Winkel zwischen dem historischen Ortskern und den neueren Wohngebieten Steenfeldes steht.
In Trägerschaft des Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Emden-Leer-Rhauderfehn, dem die KG 2018 beitrat, nahm im gleichen Jahr der „Ev.-luth. Kindergarten im Dorf Steenfelde“ seine Arbeit auf; vorläufig in Containern untergebracht ist der Neubau eines Kindergartens für 2020 geplant.

Umfang

Die Dörfer Bulderberg, Steenfelde und Steenfelder Fehn. Die Kolonien Flachsmeer (nördlicher Teil) und Steenfelder Feld, 1966 als KG Flachsmeer verselbständigt.28

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Friesland der Diözese Osnabrück (Sendkirche Aschendorf).29 – 1631 bis 1643 Coetus in Aurich für die Ämter Aurich, Stickhausen, Friedeburg, Pewsum und Leerort. 1643 aufgehoben. 1643 Konsistorium Aurich. 1766 der 5. luth. Insp. in Ostfriesland zugeordnet (später 6. Insp., 1924: KK Leer).30 Ab 1. September 1974 KK Rhauderfehn.31 Seit 1. Januar 2013 KK Emden-Leer.32

Patronat

Genossenschaftspatronat der Gemeinde (Interessentenwahlrecht): Im 19. Jh. waren „praktisch alle Ansässigen […] stimmberechtigt“.33 Das Interessentenwahlrecht wurde zwischen 1942 und 1945 (vermutlich 1943) aufgehoben.34

Kirchenbau

Einschiffige Backsteinkirche mit Vorbau im Westen, erbaut im 13. Jh., erweitert im 14. und 20. Jh.; Kirche steht am östlichen Rand des historischen Dorfes auf einem flachen, baumumstandenen Hügel. Satteldach; mehrere Strebepfeiler; große, rundbogige Fenster mit gußeisernem Maßwerk, rechteckige Fenster am westlichen Vorbau; flachbogiges Hauptportal nach Westen, darüber Ovalfenster, Nebeneingang nach Norden. Im Innern Ankerbalken, darüber hölzerne Spiegeldecke; Holzschürze zwischen Chor und Schiff; geschwungene Westempore. Im 14. Jh. KGb nach Osten erweitert. Vor 1429 teilweise eingestürzt und wieder aufgebaut. Wohl 1799 neue Holzdecke (Datierung an Holzschürze zwischen Schiff und Chor). 1860 große Rundbogenfenster gebrochen. Wohl in erster Hälfte des 19. Jh. westlicher Vorbau errichtet. 1912 Erweiterung des Schiffs nach Westen und neuer Vorbau. 1952 Neuausmalung Innenraum (Kirchenmaler Hermann Oetken, Delmenhorst). 1968/69 Renovierung.

Fenster

Rechteckiges Betonglasfenster im Vorraum (vermutlich Heinz Lilienthal, Bremen).

Turm

Nördlich der Kirche freistehendes Glockenhaus (Parallelmauertyp) mit drei offenen, spitzbogigen Glockenjochen, erbaut etwa Ende des 13. Jh. (dendrochronologische Datierung eines eingemauerten Längsbalkens: um 1306).35 Satteldach; Backsteinmauerwerk.

Ausstattung

Hohes, neugotisches Altarretabel (um 1880), hohe Predella mit Abendmahlsbild (nach Leonardo da Vinci), flankiert von Säulchen und durchbrochenem Schnitzwerk in Spitzbogennischen, darunter Inschrift: „Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in Mir und Ich in ihm“; im Hauptfeld Gemälde des auferstandenen Christus, flankiert von gedrehten Säulen, durchbrochenem Schnitzwerk in Spitzbogennischen und seitlichem Schnitzwerk, darunter Inschrift: „Ich bin die Tür; so jemand durch mich eingehet, der wird selig werden“; oberhalb des Gemäldes Spitzbogen mit durchbrochenem Schnitzwerk, bekrönt mit Kreuz. – Farbig gefasste Kanzel mit Schalldeckel (17./18. Jh.), vor den Ecken des Kanzelkorbs gedrehte Säulen. – Kelchförmiger Taufstein (15. Jh.?, aufgemalte Jahreszahlen: 1568 und 1796), achteckiges Becken verziert mit Blendmaßwerk (Dreipassbögen), achteckiger Schaft und quadratischer Fuß. – Zwei Opferstöcke (18. Jh.). – Grabplatte Eyte Masz van Bollynghvsen († 1616). – Gedenktafel Hinricus van Deest († 1671), Inschrift: „Anno 1671 den 4 Januar ist alhie in christo seelig verstorben und begraben der ehrwürdige H. Hinricus van Deest alhie zu Steenfeld in die 44 Jahr gewesener evangelischer Prediger seines Alters 88“ und „2 Thimoth. 4. V. 7. 8. Ich habe einen guten kampff gekämpffet, ich habe den lauff vollendet ich habe glauben gehalten, hinfort ist mir beygelegt die Kron der gerechtigkeit welche mir der herr an jenem tage der gerechte Richter, geben wird etc.“. – Inschriftentafel (1681), Verzeichnis der Spenden und Spender für neuen Altar.36– Ehemalige Ausstattung: Altartryptichon mit Gemälden aus der Lebens- und Leidensgeschichte Jesu (1681), um 1860 noch in der Kirche.37

Orgel

Orgel

Orgel

Instrument erbaut 1858-60 von Gerd Sieben Janssen (Aurich), wohl 9 I/–. 1913 Neubau des Orgelwerks im alten Gehäuse, ausgeführt von Furtwängler & Hammer (Hannover), 19 II/P (davon eine Transmission), pneumatische Traktur, Taschenladen (Opus 787); Pfeifen 1917 teilweise zu Rüstungszwecken abgegeben.38 Reparatur und Dispositionsänderungen 1952-55, ausgeführt von Gustav Brönstrup (Hude). Neubau des Orgelwerks 1984-86, ausgeführt von Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 15 II/P (davon drei Transmissionen), mechanische Traktur, Schleifladen; Gehäuse der Janssen-Orgel erhalten.

Geläut

Drei LG, I: es’, Inschriften: „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und „Zum Worte Gottes lad ich Euch. Kommt, kommt, es führt zum Himmelreich“; II: f’, Inschriften: „Christus ist die Auferstehung und das Leben“ und „Gedenket des Sterbens ruf’ ich Euch allen, vergeßt auch nicht derer, die für Euch gefallen“; III: as’, Inschriften: „Freuet Euch in dem Herrn allewege“ und „Wir läuten die Liebe, die Hoffnung, den Glauben. Mag keine Macht uns Frieden rauben“ (alle Bronze, Gj. 1959, Firma Rincker, Sinn). – Früherer Bestand: 1735 hatte die Kirche ein „gut Gelaut“.39 Eine große LG (Bronze, Gj. 1815, Mammeus Fremy und A. H. van Bergen), Inschrift: „Nur eins ist Not, Du mußt Dich bekehren, Metall bin ich und tot, doch gibt mein Ton Dir Lehren“ und „P. W. Rewerts, Prediger. H. H. Heerem und B. W. Brechtezende, Kirchenvorsteher. Gegossen durch A. H. van Bergen und M. Fremy. Anno 1815“; im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben. Eine kleine LG (Bronze, Gj. 1815, Mammeus Fremy und A. H. van Bergen), umgegossen zu einer LG (Bronze, Gj. 1909, Firma Radler, Hildesheim), Inschrift: „Ich rufe Euch um Gott zu ehren, Ich rufe Euch in Freud und Leid, Wenn ich an Eurem Grab ertöne, Seid Ihr schon in der Ewigkeit.“ und „Otten, Pastor. B. Cordes, L. Smit, J. Veenekamp, G. Steenblock“, im Ersten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.40 Eine LG, fis’ oder g’ (Bronze, Gj. 1909, Firma Radler, Hildesheim), nach Anschaffung des neuen Geläuts 1960 nach Flachsmeer abgegeben. Eine LG, dis’ (Bronze), im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.41

Weitere kirchliche Gebäude

Gemeindehaus (Bj. 2013). – Altes Pfarr- und Gemeindehaus (Bj. 1777, Um- bzw. Neubau 1978/79 und 1983, verkauft 2010).

Friedhof

Kirchlicher Friedhof rund um die Kirche; auf der gegenüberliegenden Straßenseite FKap mit Leichenhalle (Bj. 2007, Friedenskapelle, achteckiger Bau, im Gebetsraum farbige Glasfenster und Glaskuppel).

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 5 Nr. 568 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 7804–7807 (Pfarrbestallungsakten); A 8/Steenfelde (CB); A 12d Nr. 426 (GSuptur. Aurich); D 81 (EphA Leer); L 5i Nr. 76, 334, 336, 656 (LSuptur. Aurich); S 9 Nr. 2131 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7475 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1245–1246; Fastenau, Bau- und Kunstdenkmäler I, S. 163–168; Kaufmann, Orgeln Ostfrieslands, S. 218–219; Meinz, Sakralbau Ostfriesland, S. 152; Meyer, Pastoren II, S. 403; Otte/Rohde, Ostfriesland II, S. 546–548; Reershemius, Predigerdenkmal, S. 314–315; Reershemius, Predigerdenkmal Nachtrag, S. 34.
B: Steenfelde, in: Historische Ortsdatenbank für Ostfriesland, 15.01.2020 [Artikel unfertig]; Uwe H. Boelken: Die Stifter des Steenfelder Altars 1681, in: Quellen und Forschungen zur ostfriesischen Familien- und Wappenkunde 44 (1995), S. 10; Enno Janshen: Die Familien der Kirchengemeinde Steenfelde (1719–1900) (= Ostfrieslands Ortssippenbücher 39), Aurich 1996.


Fußnoten

  1. Ostfriesisches UB II, Anhang A, I, 2, 5, identifiziert nach Steenfelde, S. 1; bei Casemir/Ohainski, Niedersächsische Orte, S. 126, ist Stengardo unter den nicht lokalisierten Orten aufgelistet.
  2. Ostfriesisches UB III, Nr. 374, RG Online, RG IV 13434, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/13434, 15.01.2020; Ostfriesisches UB I, Nr. 460.
  3. König, Verwaltungsgeschichte, S. 158 ff.
  4. LkAH, L 5i Nr. 334 (Visitation 1975).
  5. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 27.
  6. Ostfriesisches UB III, Nr. 374; RG Online, RG IV 13434, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/13434, 15.01.2020.
  7. RG Online, RG IV 03507, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/3507, Datum 15.01.2020 und RG Online, RG IV 08425, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/4/8425, 15.01.2020; die in den Quellen genannten Orte Stenuelt und Stenuelde lassen sich nicht zweifelsfrei mit Steenfelde identifizieren; sie könnten sich z. B. auch auf Steinfeld (Oldenburg) beziehen.
  8. Ostfriesisches UB I, Nr. 778, Kleriker der Diözese Osnabrück und öffentlicher, kaiserlicher Notar.
  9. Ostfriesisches UB I, Nr. 791; Steenfelde, S. 2.
  10. Zur Reformation in Ostfriesland vgl. knapp Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 312 ff.; ausführlich: Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 114 ff.
  11. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 225.
  12. Vgl. Behre/Lengen, Ostfriesland, S. 211: „Im Süden Ostfrieslands blieben Völlen und Steenfelde lutherisch, weil sie durch Lutheraner, die nach der Rekatholisierung des Emslandes nach dort flohen, bestimmt wurden.“
  13. Mithoff, Kunstdenkmale VII, S. 177; Boelken, S. 10. Die Liste umfasst 54 Namen und die Höhe der jeweiligen Spende.
  14. KABl. 1905, S. 71 f.
  15. LkAH, S 1 H III, Nr. 1015, Bl. 36.
  16. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 604.
  17. LkAH, L 5i Nr. 76 (Visitation 1946).
  18. LkAH, L 5i Nr. 76 (Visitation 1946).
  19. LkAH, L 5i Nr. 76 (Visitation 1946).
  20. LkAH, L 5i Nr. 76 (Visitation 1952).
  21. LkAH, L 5i Nr. 334 (Visitation 1967).
  22. LkAH, L 5i Nr. 334 (Visitation 1975).
  23. LkAH, L 5i Nr. 334 (Visitation 1961).
  24. KABl. 1966, S. 8.
  25. LkAH, L 5i Nr. 334 (Visitation 1975).
  26. Vgl. u. a. LkAH, L 5i Nr. 334 (Visitation 1981, Visitation 1985).
  27. LkAH, L 5i Nr. 334 (Visitation 1985).
  28. KABl. 1966, S. 8.
  29. Kretzschmar, Türkenzehnte, S. 259.
  30. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 684.
  31. KABl. 1974, S. 253.
  32. KABl. 2013, S. 31.
  33. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 488.
  34. Smid, Ostfriesische Kirchengeschichte, S. 604; Handbuch 1933, S. 87; Verzeichnis 1946, S. 34.
  35. http://www.hausforscher.de/2019/05/himmelfahrt-von-aurich-uber-leer-nach.html, 15.01.2020.
  36. Boelken, S. 10.
  37. Mithoff, Kunstdenkmale VII, S. 177.
  38. Pape/Schloetmann, Hammer, S. 125; Kaufmann, Orgeln Ostfrieslands, S. 218 f.
  39. Zit. bei Janshen, S. 8.
  40. Rauchheld, Glockenkunde, S. 48 und 132.
  41. LKA, G 9 B/Steenfelde Bd. I (Tasche).