Sprengel Osnabrück, KK Melle-Georgsmarienhütte | Patrozinium: Maria1 | KO: Keine Kirchenordnung

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Orts- und Kirchengeschichte

Die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes ist schwer zu bestimmen, da die eindeutige Zuordnung der in den mittelalterlichen Quellen als Oldendorf bezeichneten Orte nicht zweifelsfrei möglich ist.2 Im Lehnbuch des Osnabrücker Bf. Johann II. Hoet (amt. 1350-1366) sind verschiedene Ortschaften in parrochia Oldendorpe (Parochie Oldendorf) verzeichnet; im Lehnbuch des Osnabrücker Administrators Otto von Hoya (1412) findet sich ein Eintrag zur villa Oldendorpe prope Gronenberg (Dorf Oldendorf nahe Grönenberg).3 Seit dem 14. Jh. gehörte Oldendorf zum Amt Grönenberg des Hochstifts Osnabrück und war Sitz einer Vogtei (nachgewiesen 1556), die deckungsgleich mit dem Kirchspiel war. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges wechselten sich kath. und luth. Bischöfe in der Regierung des Hochstifts ab; letztere stammten stets aus dem welfischen Hause Braunschweig-Lüneburg.4 Nach den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel das Hochstift als Fsm. Osnabrück an das Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Hannover). In der Zeit der französischen Herrschaft zählte Oldendorf von 1807 bis 1810 zum Kanton Buer (Distrikt Osnabrück, Departement Weser, Kgr. Westphalen) und von 1811 bis 1813 zum Kanton Essen (Arrondissement Osnabrück, Departement Obere Ems, Kaiserreich Frankreich). Danach kam Oldendorf, nun im Kgr. Hannover, wieder zum Amt Grönenberg und 1852 zum neuen Amt Melle. Seit 1852 bildeten Föckinghausen, Niederholsten, Oberholsten, Oldendorf und Westerhausen die Samtgemeinde Oldendorf. Nach der preußischen Annexion von 1866 blieb die Ämterstruktur zunächst bestehen; mit Einführung der Kreisverfassung 1885 kam Oldendorf zum Kr. Melle, der 1972 im Lkr. Osnabrück aufging. Gleichzeitig wurde die Samtgemeinde Oldendorf zusammen mit dem gesamten Gebiet des ehemaligen Kr. Melle in die Stadt Melle eingemeindet. Der um 1900 ausgebaute Bahnhof Westerhausen (Strecke Löhne–Emden) förderte die Entwicklung Westerhausens zum zweiten Zentrum der Samtgemeinde Oldendorf (Arbeitersiedlung, Westland Gummiwerke). Schon 1928 schrieb der Ortspfarrer im Visitationsbericht: „Viele Männer aus der Gemeinde fahren nach Osnabrück zur Arbeit“5, 1952 beschrieb er Oldendorf als „Vorstadtgemeinde von Melle und Osnabrück“.6 Im Jahr 1821 lebten gut 500 Menschen in Oldendorf, 1905 gut 570, 1939 gut 670, 1950 knapp 980. In der Samtgemeinde bzw. dem Meller Stadtteil Oldendorf lag die Einwohnerzahl 1900 bei gut 1.870, 1946 bei knapp 2.950 und 2018 bei 4.750.

Kirche, Ansicht von Südwesten, Luftbild

Kirche, Ansicht von Südwesten, Luftbild

Ältestes Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte Oldendorfs ist der Kirchturm, der vermutlich im 12. Jh. erbaut wurde.7 Das Kirchenschiff ist etwas jünger. Die Kirche war vermutlich zunächst eine Tochterkirche (filia) von Melle und gehörte zum Archidiakonat Melle. Das Altarretabel, der Oldendorfer Passionsaltar, kam noch in vorref. Zeit, wohl um 1520, nach Oldendorf.
Im Jahr 1543 führte Bf. Franz von Waldeck die luth. Lehre im Osnabrücker Land ein. In seinem Auftrag hatte der Lübecker Sup. Hermann Bonnus eine Kerckenordnung vor de landkercken des stifts Osenbrugge erarbeitet und bereiste danach einige Kirchspiele, um die Kirchenordnung bekannt zu machen und die Pfarrer zu prüfen.8 Allerdings setzte das Domkapitel 1548 die Rücknahme der Reformation durch. Da jedoch keine vollständige Rekatholisierung gelang, blieben die konfessionellen Verhältnisse in den Gemeinden des Hochstifts Osnabrück ungeklärt und vielfältig. Als der Jesuit Albert Lucenius im Januar 1625 die Gemeinde in Oldendorf besuchte, hatte P. Jodok Kannengiesser (amt. wohl 1593 bis 1633) die Pfarre inne. P. Kannengiesser habe vor 36 Jahren die Priesterweihe empfangen und sei ein „Mann von geringer Bildung, der aber unaufhörlich redet“ (homo exiguae literaturae sed perseverantis sermonis). Er sei verheiratet und habe drei Kinder. Das Abendmahl, so habe P. Kannengiesser gesagt, teile er, wie es Sitte sei, ausdrücklich in beiderlei Gestalt aus, also in luth. Form (communio sub utraque specie expresse, sicuti moris, ajebat pastor).9 Außer dem Hauptaltar besaß die Kirche seinerzeit noch zwei Nebenaltäre; einer war dem hl. Petrus geweiht (Altäre um 1800 entfernt).10 Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges teilten Katholiken und Lutheraner die Kirchspiele des Osnabrücker Landes untereinander auf. Ausschlaggebend sollte der konfessionelle Stand im ‚Normaljahr‘ 1624 sein, über den u. a. anhand von Zeugenaussagen und anhand des Protokolls von Lucenius verhandelt wurde. Das Ergebnis ist in der Capitulatio perpetua Osnabrugensis von 1650 festgehalten; Oldendorf wurde den Lutheranern zugeschlagen.11 Im Jahr 1662 lebten 583 Lutheraner und 22 Katholiken im Kirchspiel Wester-Oldendorff.12 Die ev. Einwohner aus Schledehausen, seit 1650 kath., genossen Gastrecht in der Oldendorfer Kirche.13 Mitte des 17. Jh. erhielt die Oldendorfer Kirche eine neue Kanzel; auch die Chorschranke stammt aus dieser Zeit.
Im Jahr 1893 stiftete Helen von Vincke (Gut Ostenwalde) der KG ein „Alters- und Siechenheim“, das sogenannte Vinckesche Pflegehaus. P. Otto Strecker (amt. 1928-1953) notierte 1928 im Visitationsbericht: „Für das Haus wird jährlich in einer Gemeinde des Kirchspiels eine Naturaliensammlung gehalten. Die Kirchengemeinde, die Güter Ostenwalde und Dietrichsburg sowie die Samtgemeinde Oldendorf helfen mit Geld zum Unterhalt. Das Pflegehaus untersteht der Aufsicht des Kirchenvorstandes“.14 1940 hatte das Haus sechs Bewohner, 1957 wurde es aufgelöst.15

Kirche, Blick zum Altar, vor 1965

Kirche, Blick zum Altar, vor 1965

Der Sup. des KK Buer schrieb 1928, die KG Oldendorf gehöre zu den Gemeinden „in denen es immer an einer festen kirchlichen Sitte gefehlt hat.“16 Auch 1940 urteilte er kritisch: „Die Kirche bestimmt nicht mehr das ganze Leben, sondern ragt nur noch bei besonderen Ereignissen trauriger oder fröhlicher Art in das Leben des einzelnen Gemeindeglieds hinein und wird dann als selbstverständlich hingenommen.“17 In der zweiten Hälfte des 20. Jh. besserten sich die Einschätzungen zum kirchlichen Leben in der Gemeinde.
Während der NS-Zeit gehörte P. Strecker zu den Begründern der BK im Sprengel Osnabrück und war hier auch bis 1934 Leiter der Bekenntnisgemeinschaft. In der „Kirche, in einer Gastwirtschaft, in einer Schule und in Privathäusern“ veranstalteten er und andere Geistliche Gottesdienste und Vorträge der BK. „Die Beteiligung an diesen Veranstaltungen war nicht groß“, stellte der Pfarrer rückblickend fest („Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“).18 Allerdings seien „viele Gemeindeglieder“ der Oldendorfer Bekenntnisgemeinschaft beigetreten.19 Von den vier 1933 gewählten Kirchenvorstehern standen nach Einschätzung P. Streckers drei den DC nahe. Wiederholt wird in den Visitationsberichten nach 1945 das Verhältnis zwischen Pfarrer und Gemeinde als mitunter gespannt beschrieben. Erst 1958 resümierte der Sup.: „Die früher in weiten Kreisen der Gemeinde, vor allem in der mittleren Generation (frühere Hitlerjugend, SA, Partei usw.) verbreitete Verärgerung und ablehnende Haltung der Kirche gegenüber hat wesentlich nachgelassen“.20
1934 gab es in der Gemeinde einen „Jugendbund für entschiedenes Christentum“, den ein Prediger aus der westfälischen landeskirchlichen Gemeinschaft betreute.21 Sowohl P. Strecker als auch sein Nachfolger P. Ernst August Heinemeyer (amt. 1954-1966) pflegten den Kontakt zur landeskirchlichen Gemeinschaft und die Gruppe hielt sich nicht von der Gemeinde fern. „Es sind mit die treuesten Gemeindeglieder“, hielt P. Heinemeyer 1958 fest.22
Bestimmend für das Gemeindeleben in Oldendorf nach Ende des Zweiten Weltkriegs war der „Zuwachs durch die Neubürger“.23 In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre begann P. Heinemeyer damit, einmal im Monat einen Gottesdienst in Westerhausen zu feiern, da von dort „praktisch keiner mehr zum Gottesdienst nach Oldendorf“ komme.24 Die seinerzeit vorliegenden Bebauungspläne ließen Sup. und KG schon 1958 über den Bau eines gottesdienstlichen Raumes und eines Kindergartens in Westerhausen diskutieren. Seit 1959 gab es monatlich zwei Gottesdienste in Westerhausen und einen in Oberholsten.25 Im Jahr 1970 schließlich konnte die Gemeinde Kindergarten und Gemeindesaal in Westerhausen einweihen. Die Mitte der 1960er Jahre geplante Pfarrvikarstelle mit Sitz in Westerhausen konnte nicht verwirklicht werden. Nachdem 1990 der Gemeindesaal zu einem weiteren Gruppenraum für den Albert-Schweitzer-Kindergarten umgebaut worden war, errichtete die Gemeinde 1992 ein neues Gemeindehaus in Westerhausen (Albert-Schweitzer-Haus).
Die KG Oldendorf unterhält Partnerschaften mit der KG Graupa in Sachsen und der KG Mpumalanga in Südafrika.

Umfang

Dorf und Bauerschaft Oldendorf, die Bauerschaft Föckinghausen, Niederholsten, Oberholsten und Westerhausen. Gut Ostenwalde vor 1859 von KG Buer (dort nachweislich 1402-1852) in KG Oldendorf umgepfarrt.26

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat Melle der Diözese Osnabrück.27 – Vor der Einführung der Inspektionseinteilung im Fsm. Osnabrück unterstand Oldendorf der Aufsicht des Amtes Grönenberg. Im Zuge der Neuorganisation der kirchlichen Aufsichtsbezirke 1821 kam Oldendorf zur 1. Insp., 1822 zur 2. Insp. (Sitz der Suptur. in Buer). 1924 KK Buer, Sitz der Suptur. 1973 nach Melle verlegt, seitdem KK Melle.28 Seit Januar 2013 KK Melle-Georgsmarienhütte.29

Patronat

Archidiakon von Melle (1625, 1701), später der Landesherr (bis 1871).30

Kirchenbau
Kirche, Blick zum Altar, nach 1965

Kirche, Blick zum Altar, nach 1965

Einschiffiger Bau mit leicht eingezogenem Rechteckchor, erbaut wohl zweite Hälfte 13. Jh.; rechteckiger Sakristeianbau (Beichtkammer) an Südseite, errichtet vor 1471.31 Satteldach, verputztes Mauerwerk; spitzbogige, zweibahnige Maßwerkfenster am Chor; Spitzbogenfenster in Nordwand des Schiffs, hohes Rechteckfenster und hohes Rechteckfenster in Rundbogennische in Südwand; Hauptportal mit Kleeblattbogen in rundbogiger Rahmung nach Süden, Eichenholztür mit Inschrift „Hermann Meier, Johann Nymann Gildemeister Anno 1600. Meister Hinrich Tiemann de heft se gemaket“ (Tür 2001 erneuert). Im Innern Kreuzgewölbe mit verlaufenden Graten, Triumphbogen zwischen Chor und Schiff, Westempore, Nordempore mit bemalten Brüstungsfeldern, Empore an Nordseite des Chores (1642, „Ostenwalder Boden“); Chorschranke (1644). Wand- und Gewölbemalereien32 zweite Hälfte 13. und erste Hälfte 14. Jh. (Bögen und Grate ornamental betont, an Ostwand Pantokrator, Erzengel Gabriel und Maria; an Nordwand des Schiffs drei Heiligenfiguren: Christophorus, zwei Apostel; an Südostecke des Schiffs Darstellung des hl. Martin von Tours mit drei Bettlern). Wand- und Gewölbemalereien von 1471 in Sakristei (Rankenmalerei mit Weihekreuzen, an Ostwand Kreuzigungsszene, an Südwand Bischof und kniende Figur, die ihm Schale mit Tierkopf darbietet). Malereien zwischen 1897 und 1904 freigelegt, 1906 heißt es im Bericht von Hans Lutsch, preußischer Konservator der Kunstdenkmäler: „Es sind solche aus dem 13. bis 15. Jahrhundert und aus späterer Zeit vorhanden. Auf die Erhaltung der letzteren ist Wert nicht zu legen.“33 Malereien 1908 übermalend restauriert von Reinhold Ebeling (Hannover), dabei fragmentarischer Befund ergänzt und frei rekonstruiert, in Sakristei teilweise auf neuem Putz: Bei den Malereien handelt es sich „weniger um mittelalterlichen Bestand als um eine rekonstruierende Neufassung“.34 Neugestaltung Innenraum 1965 (Ostempore und Orgel über Altar entfernt; obere Westempore von 1693 entfernt, Brüstung der oberen Westempore in erneuerte untere eingebaut, Orgel auf unterer Westempore aufgestellt; bei Malereien an Nordwand des Kirchenschiffs Übermalungen Ebelings entfernt). Restaurierung 2000. – Noch 1964 zahlten 55 Höfe Kirchstuhlgeld in Höhe von einer D-Mark pro Jahr, die übrigen Plätze in der Kirche waren frei.35

Turm

Quadratischer Westturm, erbaut im 12. Jh., nicht in einer Flucht mit Kirchenschiff. Vierseitiger Pyramidenhelm mit vier Uhrgauben, bekrönt mit Kugel, Kreuz und Hahn. Verputztes Bruchsteinmauerwerk, je zwei rundbogige Schallfenster nach Norden, Süden und Westen, rundbogiges Westportal. Nach Brand 1600 Satteldach durch Pyramidenhelm ersetzt.

Ausstattung

Altar mit Sandsteinmensa und gemauertem Stipes. – Altarretabel: spätgotischer Flügelaltar mit geschnitzten Reliefs (um 1520, Schule des Meisters von Osnabrück), Passionsaltar, im Hauptfeld figurenreicher Kalvarienberg; in den Flügeln übereinander je zwei Szenen der Passionsgeschichte (Pilatus, Kreuztragung, Grablegung, Auferstehung); Predella mit sieben Nischen, darin Schnitzfiguren von Jesus und den Aposteln.36 – Reich verzierte, hölzerne Barockkanzel mit Schalldeckel (1643/50), an den Wandungen des Kanzelkorbs zwei Wappen mit Inschrift „Anna Marige de Bahr“ und „Davidt Niemann“. – Hölzerne Barocktaufe (um 1700), verziert mit Akanthusblättern, sechseckiges Becken, Deckel bekrönt mit Taube.37 – Zwei Altardiener auf schlanken Holzsäulen (um 1520). – Grabstein für die Witwe Rudolph von Vinckes (1310), zwei eingeritzte, lebensgroße Frauenfiguren. – Ölbild: Martin Luther (1722, Kopie eines Cranachbildes).

Orgel

Orgel ursprünglich auf Nordempore, 1722 oberhalb des Altars aufgestellt. Orgelprospekt wohl aus der ersten Hälfte des 18. Jh. von Johann Berenhard oder Christian Klausing (Herford).38 1800/01 neues Orgelwerk, erbaut von Jacob Courtaine (Burgsteinfurt). Neubau des Orgelwerks 1925 (verbessert 1936), ausgeführt von Firma Rohlfing (Osnabrück), 12 (davon zwei Transmissionen) II/aP, pneumatische Traktur, Bälgchenladen (die beiden Pedalregister waren Transmissionen aus Manual I).39 Umbau der Orgel 1952/53, ausgeführt von Gustav Brönstrup (Hude), 13 (davon zwei Transmissionen) II/P, pneumatische Traktur.40 Orgel 1965/66 abgebaut, Orgelwerk unter Verwendung eines Teils der vorhandenen Pfeifen 1968/69 neu gebaut von Hans Wolf (Verden), 16 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Orgel auf Westempore aufgestellt. Prospekt denkmalgeschützt.

Geläut

Drei LG, I: f’ (Bronze, Gj. 1961, Firma Rincker, Sinn); II: as’, Inschrift: „Siehe, Dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und ein Helfer. Sacharja 9,9. 1. Advent 1951“ (Bronze, Gj. 1951, Firma Rincker, Sinn); III: b’ (Bronze, Gj. 1929, Firma Rincker, Sinn). – Früherer Bestand: Eine LG, Inschrift u. a.: „Jodocus Kannengeter“, Bild: Maria und zwei Engel (Bronze, Gj. 1630), 1879 noch vorhanden, seinerzeit älteste von drei Glocken.41 Im Ersten Weltkrieg mittlere Glocke zu Rüstungszwecken abgegeben. Die kleine LG hatte 1928 einen Riss. Zwei neue LG angeschafft (Bronze, Gj. 1929, Firma Rincker, Sinn).42 Im Zweiten Weltkrieg zwei von drei LG zu Rüstungszwecken abgegeben (Glockenabschied am 26. April 1942).43

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1973). – Hallmansches Haus (Gemeindehaus, Bj. 1811, erworben 1966, zu Gemeindehaus umgebaut 1995/96).44 – Albert-Schweitzer-Kindergarten Westerhausen (Bj. 1970, erweitert 1983 und 2014). – Albert-Schweitzer-Haus Westerhausen (Gemeindehaus, Bj. 1992). – Gemeindehaus Oldendorf (Bj. 1957), verkauft 1994. – Altes Pfarrhaus (Bj. um 1820, umgebaut 1911), verkauft.

Friedhof

Ursprünglich kirchlicher Friedhof an Südseite der Kirche. Westlich des Ortskerns 1856 kirchlicher Friedhof angelegt (Alter Friedhof), 1929 nach Süden erweitert (Neuer Friedhof), nach 1945 erweitert (Kapellenteil). FKap (Bj. 1967).

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 3 Nr. 345-346 (Pfarroffizialsachen); A 6 Nr. 6345-6349 (Pfarrbestallungsakten); A 12e Nr. 12, 69 (GSuptur. Hannover); D 41 (EphA Melle); L 5f Nr. 129-130, 264, 803, 1084 (LSuptur. Osnabrück); S 11a Nr. 7115 (Findbuch PfA).

Literatur

A: Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 176-177, Nr. 228; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1032; Gemeindebuch KK Buer, S. 23-25; Heimatbuch Lkr. Melle, S. 177-190; Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, bes. Bildband, S. 250-254; Meyer, Pastoren II, S. 231; Mittelstädt/Mosebach, Kirchen & Kirchenburgen, S. 114-121; Weichsler, Hdb. Sprengel Osnabrück S. 210; Wrede, Ortsverzeichnis Fürstbistum Osnabrück II, S. 90-92.
B: Thorsten Dördelmann: Der Altar der Oldendorfer Marienkirche, in: Der Grönegau. Meller Jahrbuch 29 (2011), S. 67-89; Werner Imbrock: Die mittelalterliche St. Marienkirche Oldendorf, in: Der Grönegau. Meller Jahrbuch 25 (2007), S. 128-141; Karsten Keding: Eindrücke. Botschaften eines Altars. Marien-Kirche Oldendorf, Melle 1998; Christa Meyer: Die Oldendorfer Marienkirche und ihr Altar, in: Der Grönegau. Meller Jahrbuch 2 (1984), S. 151-167; Roswitha Poppe & Urs Boeck: Innenräume des 13. Jahrhunderts in Westniedersachsen: Eilsum, Stapelmoor, Westeraccum, Oldendorf, Schledehausen, Börstel, in: Niedersächsische Denkmalpflege 6 (1965-69), S. 145-164.

GND

7578216-9, Sankt Marien (Oldendorf, Melle)


Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 228.
  2. Wrede, Ortsverzeichnis Fürstbistum Osnabrück II, S. 90.
  3. Rothert, Lehnbücher, S. 7 (Westerhusen in parr. Oldendorpe), 8, 29 (jeweils Holsten in parr. Oldendorpe), 33 (Wockinchusen sita in parr. Oldendorpe), 98.
  4. Feldkamp, Bedeutung, S. 79 ff.
  5. LkAH, L 5f, Nr. 264 (Visitation 1928). Zudem heißt es dort: „In Westerhausen sind, da die Fabrik sich in ihrer Arbeitsweise umstellte, Männer aus der Fabrik entlassen und Frauen – auch verheiratete – in Dienst genommen.“
  6. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1952).
  7. Die u. a. im Heimatbuch Lkr. Melle, S. 183, angeführten Belege beziehen sich nach Wrede, Ortsverzeichnis Fürstbistum Osnabrück II, S. 90, auf Oldendorf im Lkr. Lübbecke.
  8. Sehling, Kirchenordnungen 16. Jh. Bd. 7,1, S. 215 f. und 222 ff.; Winzer/Tauss, Miteinander leben, S. 29.
  9. Beide Zitate: Bär, Protokoll Albert Lucenius, S. 255; vgl. auch Pabst, Nebeneinander, S. 42 f. Zur Visitation des Albert Lucenius vgl. Steinwascher, Wildwuchs, S. 215 ff.
  10. Meyer, S. 165.
  11. Fink, Drucke, S. 33; Wöbking, Konfessionsstand, S. 129 f.
  12. Bindel, Polizei-Ordnung, S. 128.
  13. Wrede, Ortsverzeichnis Fürstbistum Osnabrück II, S. 90.
  14. LkAH, L 5f, Nr. 264 (Visitation 1928).
  15. Gemeindebuch KK Buer, S. 24; LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1940 und Visitation 1958).
  16. LkAH, L 5f, Nr. 264 (Visitation 1928).
  17. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1940).
  18. LkAH, S 1 H III Nr. 912, Bl. 46.
  19. LkAH, S 1 H III Nr. 912, Bl. 47.
  20. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1958).
  21. LkAH, L 5f, Nr. 264 (Visitation 1934).
  22. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1958). Vgl. auch ebd. Visitation 1964 und 1970.
  23. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1946).
  24. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1958).
  25. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1958 und Visitation 1964). GD in Oberholsten bis zur ersten Hälfte der 1970er Jahre.
  26. Wrede, Ortsverzeichnis Fürstbistum Osnabrück II, S. 90.
  27. Kretzschmar, Türkenzehnte, S. 258, 263 und 269.
  28. KABl. 1973, S. 149.
  29. KABl. 2012, S. 177 f.
  30. Bär, Protokoll Albert Lucenius, S. 255; Dühne, Osnabrück, S. 135; Meyer, Pastoren II, S. 231. Janzik, KK Buer I, S. 134, nimmt ein Patronat der Familie von Vincke an (Gut Ostenwalde), Belege dafür existieren jedoch nicht.
  31. Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 1032.
  32. Ausführlich: Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, Bildband, S. 250 ff.
  33. Zit. bei Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, Textband, S. 111.
  34. Lindemeier, Restaurierungsgeschichte, Bildband, S. 254.
  35. LkAH, L 5f, Nr. 129 (Visitation 1964).
  36. Ausführlich: Dördelmann, bes. S. 72 ff. und Keding, S. 6 ff.
  37. Aye/Kronenberg, Taufbecken, S. 176, Nr. 228.
  38. LKA, G 9 B/Oldendorf (Melle) Bd. I, Bl. 78; LkAH, B 2 G 9/Oldendorf (Melle) Bd. II, Bl. 84.
  39. LkAH, B 2 G 9/Oldendorf (Melle) Bd. I, Bl. 1-3, 7.
  40. LkAH, B 2 G 9/Oldendorf (Melle) Bd. I, Bl. 118 f.
  41. Mithoff, Kunstdenkmale VI, S. 100.
  42. LkAH, L 5f, Nr. 264 (Visitation 1928): „Es ist nur noch eine Glocke, die größte, im Gebrauche. Die mittlere mußte im Kriege abgeliefert werden, die kleine hat einen Riß. Es ist Hoffnung da, daß in nächster Zeit die zwei fehlenden Glocken ersetzt werden.“
  43. LkAH, S 1 H III Nr. 912, Bl. 49.
  44. LkAH, B 2 G 9/Oldendorf (Melle) Bd. II, Bl. 131-134.