Sprengel Stade, KK Buxtehude | Patrozinium: Liebfrauen1 | KO: Keine Kirchenordnung

Orts- und Kirchengeschichte

Wie die zeitgenössischen Annales Stadenses berichten, wurde die Burg Horneburg im Jahr 1255 am Fluss Lühe auf Grund und Boden des Klosters Harsefeld erbaut (Castrum aedificatur Horneburch super fluvium Lu super fundum Herseveldensis ecclesiae).2 Die Burg lag im Grenzgebiet zwischen dem Erzbistum Bremen, dem Bistum Verden und dem Hzm. Braunschweig-Lüneburg.3 Sie gehörte zum Erzstift Bremen, dem weltlichen Herrschaftsbereich des Bremer Erzbischofs. Mit Gründung der Stadtfestung Buxtehude zwischen 1280 und 1285 verlor die Horneburg ihre strategische Bedeutung. Aus den erzbischöflichen Burglehen entwickelten sich die späteren Rittergüter der Horneburger Burgmannenfamilien und die Burg wurde genossenschaftlicher Besitz dieser Familien. Sie wurde gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) abgebrochen (1645). Die Horneburger Burgmänner besaßen auch die Gerichtsbarkeit im Flecken Horneburg, der ebenfalls während des Dreißigjährigen Krieges stark zerstört wurde (1627 und 1632).4 Nach Ende des Krieges blieb das Gebiet der säkularisierten Hochstifte Bremen und Verden unter schwedischer Herrschaft (vereinigte Herzogtümer Bremen-Verden). Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) besetzte Dänemark 1712 die Hzm. Bremen und Verden und 1715 konnte das welfische Kfsm. Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) die beiden Territorien erwerben (1719 von Schweden gegen weitere Zahlung anerkannt). In französischer Zeit war Horneburg Sitz des gleichnamigen Kantons und zählte im Jahr 1810 kurzzeitig zum Kgr. Westphalen (Departement der Elbe- und Wesermündung, Distrikt Stade, Kanton Horneburg) und kam dann an das Kaiserreich Frankreich (Département des Bouches de l’Elbe, Arrondissement Stade, Kanton Horneburg, 1811–1814). Ab 1815 gehörte Horneburg zum Kgr. Hannover und das Patrimonialgericht der Burgmänner wurde zunächst restituiert; 1835 wurde Horneburg ein Königliches Gericht. Von 1852 bis 1859 war Horneburg Sitz des gleichnamigen Amtes, das dann im Amt Harsefeld aufging. Mit der Annexion des Kgr. Hannover fiel Horneburg 1866 an das Kgr. Preußen. Bei Einführung der Kreisverfassung kam der Flecken 1885 zum Kr. Stade (1932 Lkr.). Seit 1972 ist Horneburg Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde. Einen Bahnhof besitzt Horneburg seit 1881 (Unterelbebahn, Strecke Harburg–Stade–Cuxhaven). Zur Sozialstruktur der Gemeinde schrieb der Ortspastor 1963: „Arbeiter. Gewerbetreibende. Bäuerliche Betriebe. Der Großteil fährt in die Städte und ist im Handwerk, Handel und sonstigen Gewerbe tätig.“5 Im Jahr 1823 lebten fast 1.250 Menschen in Horneburg, 1897 gut 1.731, 1939 rund 2.010, 1950 fast 3.580 und 2021 etwa 6.720.

Kirche, Ansicht von Süden, 1951

Kirche, Ansicht von Süden, 1951Südansicht

Im Jahr 1357 erwarb das Kloster Harsefeld von der Burgmannenfamilie Schulte einen halben Burghof in Horneburg. Das Kloster versprach, alle Pflichten eines Burgmanns zu erfüllen, und dazu zählte auch, zum Unterhalt eines Priesters und eines Küsters beizutragen.6 Dies ist der älteste schriftliche Hinweis auf eine Kirche in Burg und Ort Horneburg. Der Name eines Geistlichen und das Patrozinium sind aus dem Jahr 1389 überliefert: Tydericus Schilling war seinerzeit rector altaris in capella s. Marie prope castrum de Horneborch (Altarist in der Marienkapelle nahe der Burg Horneburg).7 Eine Urkunde aus dem Jahr 1396 nennt erneut die capella in Hornborch.8 Mit Roland von Gröpelingen ist 1406 erstmals ein Pfarrer in Horneburg belegt.9 Im Jahr 1459 war Nikolaus Steinhaus Pfarrer in Horneburg; seinerzeit stiftete der Horneburger Burgmann Johann von Zesterfleth eine Vikarie zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria und des Apostels Jacobus in der Kirche Horneburg.10 Darüber hinaus ist 1472 eine Vikarie der heiligen Katharina nachgewiesen, die die Burgmannenfamilie Schulte gestiftet hatte.11 Diese Familie soll auch die Gertrudenkapelle gestiftet haben, die auf dem alten Friedhof Horneburgs stand.12 Im Jahr 1500 ist neben dem Pfarrer (kerkher) Johan Lyndenloff mit Olrick Kammelade auch erstmals ein kerckswarne (Kirchengeschworener, Jurat) urkundlich genannt: Beide verkauften Dietrich von Zesterfleth ein Grundstück „tobehorich Unser Leven Frouwen unde der cappellen to Horneborgh“.13 An der Horneburger Kapelle lässt sich 1534 zudem eine Liebfrauen-Brüderschaft zu den Stundengebeten nachweisen („Unser leven Frowen Broderschup tho den Tyden in der Cappellen tho Horneborch“).14
Einzelheiten zur Einführung der Reformation in Horneburg sind nur wenige bekannt.15 Landesherr Ebf. Christoph von Bremen (amt. 1511–1558), gleichzeitig auch Bf. von Verden, zählte zu den Gegnern der Reformation; sein Bruder und Nachfolger Bf. Georg (amt. 1558–1566) duldete die neue Lehre.16 Der Bremer Ebf. Heinrich III. (amt. 1567–1585) schließlich war Protestant; zur Einführung einer ev. Kirchenordnung im Erzstift Bremen kam es während seiner Amtszeit jedoch nicht. Zu Horneburg notierte P. Hermann Reinecke (amt. 1…–1619) in seiner kleinen, 1618 veröffentlichten Predigtsammlung Iubilaeus Evangelicus Lutheranus, sein Onkel P. Johann Reinecke habe 1558 das hiesige Pfarramt als luth. Prediger übernommen, nachdem „wenig Jahren zuvoren sein Vorgänger, Herr Hinrich Wolkordes, das päbstliche Missenwerk fallen und aufhören lassen“.17 Aber noch sein Vater, P. Joachim Reinecke, seit 1568 Pfarrer in Horneburg, habe „viele Mühe und Arbeit über sich nehmen müssen, bis mans hier zu einer ziemlich guten evangelischen Richtigkeit bringen konnte.“ Schriftlich belegt ist P. Hinrich Wolkordis als „de Karckheere to Horneborch“ im Jahr 1543.18 Die luth. Lehre setzte sich in Horneburg also anscheinend langsam und schrittweise durch.

Kirche, Ansicht von Südosten, Teilansicht, 1948

Kirche, Ansicht von Südosten, Teilansicht, 1948

In die Reformationszeit fiel 1550 auch der Neubau der Horneburger Kirche. Über ihr Aussehen ist nichts bekannt. Allerdings beklagte sich Ludolf von Zesterfleth im Jahr 1577, dass der Jakobusaltar, den seine Vorfahren „auß Christlichem eiffer gestifftet“ hätten, in der neuen Kirche nicht wieder aufgebaut worden sei. Zudem habe Joachim Schaper, Inhaber der Jakobusvikarie, „in Etzlichen Jahren daß aller geringste In der Kirchen In dem dienste Gottes nichtt geleistet“ und weigere sich „mitt Haltunge Gottlicher und Christlicher Ceremonien“ seinen Pflichten als Vikar nachzukommen.19
Das Patronat über die Kirche in Horneburg lag auch nach der Reformation weiterhin bei den Horneburger Burgmannenfamilien. Nachdem P. Hermann Reinecke 1619 gestorben war, konnten sich die Patronatsfamilien nicht über die die Wiederbesetzung der Pfarrstelle einigen. Der Kompromiss bestand darin, beide Kandidaten als Prediger anzustellen: „Es haben die Partheyen einmühtig beliebt daß Zweene Pastores sollen hinführo gehalten werden welche wochentlich nach Anordnung der Burgmänner ihr officium in der Kirche sollen verwalten und dargegen die Accidentalia genießen“.20 Die erste Pfarrstelle übernahm P. Johann Risler (amt. 1620–1629), die neue zweite P. Stephanus von Cölln (amt. 1620–1631?). In der zitierten Vereinbarung von 1620 ist mit Johannes Thurmacher zudem erstmals der Name eines Organisten an der Kirche in Horneburg genannt.
Als kaiserliche Truppen während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) Horneburg 1627 einnahmen, wurden „nicht allein die Kirchen, samt den Pfarr- und Schulhäusern, sondern auch sehr viele andere Häuser und Gebäude in die Asche gelegt“, wie der 1710 in Horneburg geborene Historiker und GSup. Johann Hinrich Pratje (amt. 1749–1791) schrieb (von 1734 bis 1743 war Pratje zweiter Prediger in Horneburg).21 Auch die mittelalterliche Gertrudenkapelle auf dem alten Friedhof wurde seinerzeit zerstört.22 Wohl beide luth. Prediger flohen um 1627/28 vor den kaiserlichen Truppen aus Horneburg; P. Risler ging nach Hamburg und war später Prediger in Stade.23 Als schwedische Truppen Horneburg im März 1632 einnahmen, brannte der Flecken erneut weitgehend ab.24 P. Balthasar Dieding (amt. 1630–1669) schrieb 1632 über das Taufregister, das neue Kirchenbuch sei angefangen „Nach dem grossen brand da daß vorige Kirchenbuch war von handen kommen“.25
Etwa 1634 war der Neubau der Kirche abgeschlossen, die wesentlichen Ausstattungsstücke stifteten Gemeindeglieder und Patronatsfamilien in den folgenden Jahren: 1636 die Taufe, 1637 den Altar, 1639 die Kanzel. Der Bau des Turms folgte 1643.26 Aus der zerstörten Gertrudenkapelle erhielt die neue Kirche anscheinend zwei Glocken.27 Eine neue Orgel stifteten 1669 zwei Horneburger Bürger. Um 1670/71 musste die Kirche nach Süden erweitert werden, der „angebaute Theil wurde insgemein die neue Kirche genannt“, schrieb Pratje.28

Kirche, Portal, April 1970

Kirche, Portal, April 1970

Zur Zeit der Generalvisitation 1716 waren drei Geistliche in Horneburg tätig: P. Justus Rodewald sen. (amt. 1670–1717), dem sein Sohn P. Justus Rodewald jun. (amt. 1710–1719) als Hilfspastor zur Seite stand, und P. Adrian Franziskus Bromberg (amt. 1677–1720). Für den Gottesdienst verwendeten die drei Prediger „die Holsteinsche Agende und den Katechismus von Sötefleisch.“29 Sowohl der Küster Sebastian Schwisselmann (amt. ab 1696) als auch der Organist Clemens Hein Voedt (amt. ab 1704) waren beide gleichzeitig auch Schulmeister. Sie beklagten sich „über die beiden Klippschulen am Orte, welche ihnen die Kinder entziehen und von den Schulmeistern Arp Postel und Johann Blohm, der vorher ein schwedischer Trommelschläger gewesen ist, gehalten werden“.30 Im Visitationsprotokoll ist überdies angemerkt: „Weil alles was die Kirche hat, von den Burgmännern herrühret, so wird davon keine Rechnung gehalten. Hat die Kirche etwas zu ihren Ausgaben nötig, so müssen die Herrn Burgmänner dafür sorgen.“31 Entsprechend eingeschränkt waren die Aufgaben der beiden Juraten Johann Wilmerding und Peter Stilling: „Ihre ganze Pflicht besteht darin, daß sie abwechselnd ein halb Jahr den Klingelbeutel tragen.“32
P. Johann Vogt (amt. 1719–1733) war der erste der Horneburger Pastoren, der eine ortsgeschichtliche Schrift drucken ließ: „Kurtz-Verfaste Reformations-Historie Des Uralten Burg-Fleckens Horneburg“ (1725). Der bereits zitierte P. Johann Hinrich Pratje (amt. 1734–1743) veröffentlichte seit der zweiten Hälfte der 1750er Jahre zahlreiche Beiträge zur Geschichte der Hzm. Bremen und Verden, P. Heinrich Wilhelm Rotermund (amt. 1792–1798) publizierte eine „Historisch-statistische Beschreibung des Burgfleckens Horneburg im Herzogthum Bremen“ (1795) und gab darüber hinaus verschiedene biographische Gelehrtenlexika heraus. P. Caspar Otto Friedrich Aichel (amt. 1837–1845) schrieb eine „Kleine Chronik des Fleckens Horneburg“ (gedruckt 1926) und im 21. Jh. setzte P. Christian Fuhst (amt. 1981–2004) diese Tradition mit mehreren ortsgeschichtlichen Publikationen u. a. zu Apensen, Bliedersdorf, Horneburg und Neukloster gleichsam fort.
In der ersten Hälfte des 18. Jh. musste das Kirchengebäude in Horneburg wegen Baufälligkeit abgetragen und neu errichtet werden (Schiff: 1729, Turm: 1739). Im Jahr 1825 wurde die zweite Pfarrstelle der Gemeinde aufgehoben und ihre Einkünfte verteilt auf die erste Pfarrstelle, die Küsterstelle, die Organistenstelle und den Kirchenfonds.33 In der zweiten Hälfte des 19. Jh. vergrößerte sich das Kirchspiel um den Ort Nottensdorf, der bislang zur KG Apensen gehört hatte. Zudem hatte der Horneburger Pastor bereits 1826 alle Amtshandlungen in Dollern übernommen, dass jedoch vorerst Teil des Ksp. Bargstedt blieb.34 Erst 1903 pfarrte das Konsistorium Dollern nach Horneburg um.35
In der ersten Hälfte des 19. Jh. schlossen sich die jüd. Familien in Horneburg, Harsefeld, Buxtehude und dem Alten Land zu einer Gemeinde zusammen und mieteten einen Synagogenraum in Horneburg.36 1832 zählte sie 39 Gemeindeglieder, 1848 insgesamt 60 und 1871 noch 32. Anfang des 20. Jh. bestand die Gemeinde faktisch nicht mehr, einer Auflösung stimmte der Regierungspräsident jedoch nicht zu.
Während der NS-Zeit hatte P. Friedrich Wilhelm Johannes Böster (amt. 1928–1950) das Pfarramt in Horneburg inne. Im „Fragebogen zur Geschichte der Landeskirche von 1933 bis Kriegsende“ gab er rückblickend an, er habe „der N.S.D.A.P. stets ferngestanden“; kirchenpolitische habe er von Juni 1933 bis Januar 1937 den DC angehört, „in der Hoffnung auf einen verwaltungstechnischen Zusammenschluss aller deutschen Landeskirchen“.37 Zum 1933 neu gewählten KV schrieb P. Böster, dieser habe „natürlich auch Mitglieder der N.S.D.A.P. unter sich“ gehabt, sich aber „bewusst von parteipolitischen Gesichtspunkten bei seiner Verwaltung ferngehalten“. In Horneburg befand sich seit 1944 ein Frauen-Außenlager des KZ Neuengamme.38

Kirche, Turm, Ansicht von Norden, 1951

Kirche, Turm, Ansicht von Norden, 1951

Aufgrund des Zuzugs Geflüchteter während der letzten Kriegsjahre und während der Nachkriegszeit stieg die Zahl der Gemeindeglieder in Horneburg von rund 3.000 im Jahr 1938 auf etwa 5.800 im Herbst 1945 an. 1951 war die Zahl auf 4.600 gesunken; zudem existierte seinerzeit eine kleine kath. Gemeinde mit rund 200 Gemeindegliedern.39 In den Unterlagen zur Visitation 1945 schrieb P. Böster: „Es bestand hier lange Zeit ein gut besuchter Jungmännerverein und Jungmädchenverein. Sie sind durch den Druck der N.S.D.A.P. vernichtet und harren jetzt des Wiederaufbaus.“40 An Gemeindekreisen bestand seinerzeit allein ein Frauenkreis. Im Jahr 1946 gründete sich ein Kirchenchor und 1951 trafen sich auch zwei kleine Jugendkreise. Der Buxtehuder Sup. Ernst Koch (amt. 1938–1968) schrieb 1951, Horneburg gehöre „seit Jahrzehnten zu den sogenannten unkirchlichen Gemeinden des Bezirks“, allerdings sei mittlerweile ein „spürbarer Auftrieb im kirchlichen Leben zu bemerken“.41
P. Wilhelm Krückeberg (amt. 1950–1968), Mitglied der SPD, war kirchenpolitisch und politisch aktiv (Kriegsdienstverweigerung, „Kampf dem Atomtod“), wie Sup. Koch in einem Visitationsbericht notierte.42 1956 erwarb die Gemeinde die alte Schule in Dollern, in der seit 1958 regelmäßig Gottesdienste stattfanden (1961 zu Kapelle umgebaut).43 Mit der 1967 von der politischen Gemeinde errichteten Kapelle auf dem Friedhof in Nottensdorf kam eine dritte Gottesdienststätte hinzu (Glockenträger 1987 erbaut).44 Um 1964 plante die KG Horneburg, die alte Liebfrauenkirche abzureißen und südlich des Bahnhofs eine neue zu errichten; nach Einspruch sowohl des Landeskirchenamtes als auch des Denkmalschutzes gab die Gemeinde diese Überlegungen auf und 1966 begann die Renovierung der Kirche.45 Im Rahmen der Partnerschaft zwischen der hannoverschen und der sächsischen Landeskirche knüpfte die KG Horneburg Kontakte zur Kirchgemeinde Flöha (östlich von Chemnitz).46
Schon 1959 brachte Sup. Koch eine zweite Pfarrstelle ins Gespräch, „wenn die Fünftausend-Seelenzahl überschritten wird“.47 Zum 1. Juli 1971 richtete das Landeskirchenamt eine pfarramtliche Verbindung zwischen den KG Horneburg und Bliedersdorf ein und gründete zugleich eine zweite Pfarrstelle (Sitz in Bliedersdorf).48 Die Zahl der Gemeindeglieder in beiden KG lag 1975 zusammen bei gut 6.230.49 Die vier Ortschaften Bliedersdorf, Dollern, Horneburg und Nottensdorf besaßen in den 1980er Jahren ein gemeindliches Eigenleben und der KV sah 1987 „die Hauptschwierigkeit der Arbeit im Gemeindeverbund Horneburg-Bliedersdorf darin, daß kein Gemeindebewußtsein bestehe“.50 Neben den zwei Pfarrstelleninhabern war seit Anfang der 1990er Jahre ein dritter Pastor in Dollern tätig (halbe Stelle) sowie eine Diakonin (Jugendarbeit).51 1996 richtete das LKA Hannover eine dritte Pfarrstelle in der Gemeinde ein (halbe Stelle) und begründete zudem für Dollern zwei Jahre später eine eigene Kapellengemeinde (geplant seit 1993).52 Die zweite Pfarrstelle wurde 2005 in eine halbe Stelle umgewandelt und die KapG Dollern zum Ende des Jahres 2020 aufgehoben sowie wieder in die KG Horneburg eingegliedert.53

Pfarrstellen

I: vorref. – II: 1620–1825.54 1971 neu errichtet (Sitz in Bliedersdorf). 2005 umgewandelt in eine halbe Stelle.55 – III: 1996 (halbe Stelle).56

Umfang

Der Flecken Horneburg. Seit 1857 auch Nottensdorf. Seit 1903 auch Dollern.57

Aufsichtsbezirk

Archidiakonat des Bremer Dompropsts.58 – Seit 1651 gehörte Horneburg zur Altländischen Präpositur. Bei der Neuordnung der Aufsichtsbezirke in den Hzm. Bremen und Verden kam Horneburg 1827 zur Insp. Harsefeld, der Sitz der Superintendentur wechselte zunächst jedoch in der Regel zwischen Bargstedt und Mulsum (von 1838 bis 1845 war der Horneburger P. Caspar Otto Friederich Aichel Superintendent59); 1884/85 wurde die Insp. umbenannt in Insp. Bargstedt (1924: KK). Ab 1934 bildeten die Aufsichtsbezirke Bargstedt und Buxtehude einen Aufsichtsbezirk Bargstedt-Buxtehude, Sitz der Superintendentur wurde Buxtehude.60 Zum 1. Oktober 1958 wurde der KK umbenannt in KK Buxtehude.61

Patronat
Kirche, Blick zur Orgel, Teilansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Kirche, Blick zur Orgel, Teilansicht, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Gemeinschaftliches Patronat der Burgmänner von Horneburg (1420: ad praesentationem vassalorum in Homborch); das Patronat ist gebunden an den Besitz der aus den ehemaligen Burgmannslehen hervorgegangenen Rittergüter (dingliches Patronat).62 Die Rechte und Pflichten des Patronats umfassten 1716 die Präsentation beider Pastoren, des Küsters und des Organisten, die Unterhaltung der Kirche und der kirchlichen Gebäude sowie die Verwaltung des Kirchenvermögens.63 Anfang des 20. Jh. verteilte sich das Patronat auf acht Kompatrone und die damaligen Patronatslasten (Hälfte der baulichen Kosten der Kirche; die andere Hälfte wurde noch 1844 vom Flecken Horneburg getragen) waren in 51 Anteile gesplittet: Rittergut Horneburg (Familie von Düring-Ulmenstein, 6 Anteile), Gut Daudieck (Familie von Holleuffer, 9 Anteile), Gut Horneburg-Horst (Familie von Düring, 7 Anteile), Gut des Fleckens Horneburg (Fleckensgemeinde, 8 Anteile), Gut Kuhmühlen (Hannoversche Klosterkammer, 3 Anteile), Gut Francop (Stadt Hamburg, 3 Anteile), Gut Löhden (Familie Löhden, 12 Anteile) und Gut Esteburg (3 Anteile).64 1904 fiel das Kompatronat des Gutes Esteburg durch Ablösungszahlung an die übrigen Patrone weg (seitdem insgesamt 48 Anteile). 1938 löste das Gut Löhden seine Patronatslasten an die Kirchengemeinde ab, die seitdem 12/48 der Patronatslasten selbst trug. 1949 wurde zwischen Patronat und KG pro Anteil ein jährlicher Pauschalbetrag für die Unterhaltung der kirchlichen Gebäude vereinbart (25 DM). 1958 wurden der Patronatsanteil des Gutes Francop an die Kirchengemeinde abgelöst. Bis etwa Mitte der 1960er Jahre saßen drei Patronatsvertreter im KV, seitdem lediglich einer. Aufgrund der irrtümlichen Annahme, dass die Bestimmungen des Patronatsgesetzes von 1982 auch rückwirkend gelten, ruhten seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre die Pflichten und Rechte des Patronats, da die KG Horneburg seit 1971 mit der KG Bliedersdorf pfarramtlich verbunden ist.65 Seit 2005 wird das Patronat wieder wahrgenommen; es erstreckt sich lediglich auf die erste Pfarrstelle des verbundenen Pfarramts.

Kirchenbau

Saalbau mit polygonalem Ostschluss, Schiff einseitig nach Süden verbreitert, erbaut 1729–39 auf den Grundmauern des Vorgängerbaus. Satteldach, nach Osten mit Krüppelwalm und Walm über dem Chor. Backsteinmauerwerk, Stützpfeiler an den Ecken des Schiffs und des Chors. je Vier große, rundbogige Sprossenfenster an Nord- und Südseite; in der Mitte der Südseite rundbogiges Portal; in der Südwestecke rundbogiger Eingang und sieben kleinere rundbogige Sprossenfenster in dreigeschossiger Anordnung. Im Innern gerade Ostwand, L-förmige Empore an West- und Nordseite, Empore an Südseite, über den Seitenemporen Viertelkreistonnengewölbe, in der Mitte Muldendecke mit seitlichen Vouten; schlanke Emporenstützen reichen bis zur Decke. 1819 Nordwand verputzt. 1840 Innenrenovierung.66 1928 Innenrenovierung. 1953 Innenrenovierung. Ab 1966 Renovierung und Neugestaltung Innenraum (u. a. gerade Ostwand eingezogen). 1985–87 Sanierung Außenmauerwerk (Treibmineralienschäden). 2020–23 Außen- und Innensanierung.

Kirche, Blick zu Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Kirche, Blick zu Altar, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Turm

Vierseitiger Westturm aus Backsteinmauerwerk mit spätbarockem Turmhelm mit offener Laterne und achteckiger Spitze, bekrönt mit Kugel, Wetterfahne (Jahreszahl: 1792) und Kreuz, Turm 1739 auf den Grundmauern des Vorgängerturms neu errichtet. Westecken des Turms verstärkt. Im Glockengeschoss je zwei segmentbogige Schallfenster nach Süden und Westen, zwei rundbogige Schallfenster nach Norden und eines nach Süden; im Mittelgeschoss je zwei rundbogige Fenster nach Süden, Westen und Norden; im Erdgeschoss rundbogiges Portal nach Norden, zwei große rundbogige Sprossenfenster nach Westen. 1686 neues Uhrwerk, gestiftet von Christoph von Düring.67 1792 Turmhelm erneuert. 1979–82 Helm erneuert. 1986 Turmsanierung. 2003/04 Außenmauern neu aufgemauert.

Vorgängerbauten

Mittelalterliche Kirche um 1550 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.68 Kirche 1627 oder 1632 bei Kämpfen zwischen kaiserlichen und dänischen bzw. schwedischen Truppen stark beschädigt oder zerstört. Um 1634 barocke Saalkirche errichtet, 1643 Turm erbaut, 1671 Kirche nach Süden verbreitert (zwei erhaltenen Gestühlswangen tragen die Inschrift: „Anno 1671 ist diese Kirche mit stöle gebav“.69 Kirche 1729 „ihrer Baufälligkeit halber“ gänzlich abgetragen und neu errichtet.70

Kanzel, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Kanzel, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Ausstattung

Freistehender, hölzerner Kastenaltar (1730); dahinter flaches, zweigeschossiges Holzretabel mit hohem Sockel, gedrehten Säulen, verkröpftem Gebälk und geschwungenem Giebel (1730, unter Verwendung älterer Teile, 1966 verändert); im Hauptgeschoss großes Abendmahlsgemälde flankiert von vier kleineren Gemälden mit Szenen aus dem Leben Jesu (1637): Mariä Verkündigung, Geburt Christi, Kreuzigung und Grablegung; oberes Geschoss durch zwei korinthische Pilaster in drei Teile gegliedert, jeweils mit einem Gemälde (1730): Mose mit Gesetzestafeln, Verklärung Jesu und Jesus im Garten Gethsemane; im Giebelfeld ein Gemälde mit Pfingstszene (1730), davor auf dem Gebälk zwei Engelsfiguren (um 1730); als Bekrönung Figur des auferstandenen Christus mit Siegesfahne (um 1730); Altar war 1730 unter Verwendung älterer Teile, u. a. des Kanzelkorbs von 1639, als Kanzelaltar erbaut worden, 1966 Kanzelkorb ausgebaut.71 – Achtseitige, farbig gefasste Holzkanzel aus Kanzelkorb (1639, wohl Werkstatt Johann Tamke, Buxtehude) und Sockel (1966), vor den Ecken des Kanzelkorbs weibliche und männliche Hermen, an den Wandungen rundbogige Füllungen sowie Reliefs der vier Evangelisten und Stifterwappen; Kanzel gestiftet von Johann Schulte († 1659), Burgmann in Horneburg; Kanzelkorb war von 1730 bis 1966 Teil des Kanzelaltars.72 – Taufstein aus Sandstein, farbig gefasst (um 1738), rundes Becken, dreiseitiger Schaft verziert mit Inschriftenkartuschen und Engelsköpfen, sechsseitiger Fuß; am Becken Inschrift: „Dieses verehret Diederich Holst ist geboren 1696 gestorben 1738“, in den drei Inschriftenkartuschen jeweils Anfang einer Bibelstelle (Tit 3,5, Gal 3,27, 2 Petr 3,21). – An den Emporenbrüstungen zwölf Gemälde (wohl 1729), Öl auf Holz; zwei Doppelwappen und zehn biblische Szenen: Hochzeit zu Kana (Joh 2,1–11), Sturmstillung (Lk 8,22–25), Heilung am Teich Betesda (Joh 5,1–18), Hauptmann von Kapernaum (Lk 7, 1–10), Syrophönizische Frau (Mk 7, 24–30), Emmausjünger (Lk 24,13–35), Fußwaschung (Joh 13,1–20), Einzug in Jerusalem (Joh 12,12–19), Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1–45) und Barmherziger Samariter (Lk 10,30–37). – Hölzerne Gedenktafel (1842), spitzbogiges Bildfeld mit Brustbild Martin Luthers und Umschrift: „Ein feste Burg ist unser Gott. Erhalt uns Herr bei deinem Wort“, darunter querrechteckige Inschriftentafel: „Zum Gedächtniß des Jubelfestes am 20ten Son[n]t[ag] n[ach] Trin[itatis] 1842 wegen Einführung der Reformation in Horneburg im Jahre 1542.“ – Holzrelief (1955, Otto Flath, Bad Segeberg), „Christus rettet den sinkenden Petrus“, Inschrift: „In Memoriam Georgette Freifrau v. Düring † 29.10.1955“. – Grabplatte für Gise von Düringh († 1556) sowie und für Johann von Düringh († 1560) und seine Frau Wolbrech von Zesterfleth; seit 1907 in der Kirche. – Grabstein für Jasper Voigt († 1704) und seine Ehefrauen Elisabeth geb. Pepers († 1669) und Metta geb. Beyer Voigt († 1716), Relief mit Kruzifix und knieender Familie der Verstorbenen.73 – Opferstock (18. Jh.), Holz mit Eisenbeschlägen. – Ehemalige Ausstattung: Taufe (1636), gestiftet von David Riecke und Diedrich Mertens; verschollen.74 – Gemälde „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ (wohl 1729), Öl auf Holz, „1966 weggeworfen“.75 – Schalldeckel der Kanzel, 1966 „fortgeworfen“, bekrönende Figur des triumphierenden Christus heute (2011) im Gemeindehaus.76

Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Orgel, Foto: Ernst Witt, Hannover, 1967

Orgel

1620 Organist Johannes Thurmacher erwähnt.77 1669 schenkten Peter Vagt und Diedrich Cordes der Kirche eine Orgel, 8 I/P, Instrument war 1716 reparaturbedürftig.78 1755 weitgehender Neubau der Orgel, ausgeführt vielleicht von Johann Matthias Schreiber (Glückstadt) oder von Johann Andreas Zuberbier (Celle), seitenspielig, Zustand um 1830: 22 II/P (HW, BW).79 1906 Umbau der Orgel, ausgeführt von Ernst Röver (Stade), 21 II/P, pneumatische Traktur, Kastenladen. Ab 1974 Neubau des Orgelwerks in mehreren Bauabschnitten: 1974 neues Hauptwerk (7 Register) und 1987/88 neues Pedal (5 Register), beides Firma Gebrüder Hillebrand (Altwarmbüchen), 1999 neues Unterwerk, Amadeus Junker (Meinersen), 18 II/P, mechanische Traktur, Schleifladen; Prospekt und Prospektpfeifen von 1755 erhalten.

Geläut

Vier LG, I: d’ (Bronze, Gj. um 1645, Hermann Benningk, Hamburg), Inschrift: „Herman Benning in Hamburg goss mich“, Glocke hing wohl ursprünglich in der Gertrudenkapelle (um 1627 zerstört)80; II: g’ (Bronze, Gj. 1958, Firma Rincker, Sinn), Inschrift: „Setzt Eure Hoffnung auf dei Gnade“, gestiftet von Wilhelm Hedder († 1960, 1924–1929 Bgm. von Horneburg); III: a’ (Bronze, Gj. 1966, Firma Rincker, Sinn), Inschriften: „Wachet, stehet im Glauben“ und „Anlässlich der Kirchenrenovierung gestiftet vom Compatronat 1966“; IV: c’’ (Bronze. Gj. 1967, Firma Rincker, Sinn), Inschriften: „Es ist in keinem anderen Heil“ und „Durch unzählige Gaben anläßlich der Beerdigung des Eberhard von Düring-Ulmenstein am 24.IV.1967 erhielt Horneburg diese Glocke“. – Zwei SG, I: g’’ (Bronze, Gj. 1961), Inschrift: „Patroni me dedicant A[nno] D[omini] 1961“; II: a’’ (Bronze, Gj. 1614), Inschrift: „Diderich Schvlte Ao 1614. Gerdrvt Marschalk Ao“ Glocke hing wohl ursprünglich in der Gertrudenkapelle (um 1627 zerstört), Glocke im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben, nicht eingeschmolzen und seit 1947 wieder in Horneburg.81 – Früherer Bestand: 1716 waren zwei LG und eine SG vorhanden.82 Im Inventarium von 1793 heißt es: „Es sind 3 Glocken; 1 große zum Geläute, und 2 kleine; wovon die eine zum Stunden- die andere zum Viertelschlagen gebraucht wird.“83 Eine SG (Bronze), frühgotische Form, wohl im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken abgegeben.84

Weitere kirchliche Gebäude

Pfarrhaus (Bj. 1990/91). – Gemeindehaus (Bj. 1990/91). Altes Pfarrhaus mit Gemeindesaal (Bj. 1928, 1987 verkauft). – Küsterhaus (altes Pfarrhaus, 1969 zurückerworben, etwa 1976 abgebrochen).

Friedhof

Kleiner kirchlicher Friedhof bei der Kirche, 1793 noch in Benutzung.85 – Großer, ehemaliger Friedhof südlich außerhalb des historischen Ortskerns, angelegt wohl im 15. Jh., 1973 aufgegeben; auf diesem Friedhof stand die Gertrudenkapelle (um 1627 zerstört, Grundmauern 1986 ergraben und Verlauf durch eine Reihe Feldsteine sichtbar gemacht).86 – Kommunaler Friedhof in Horneburg, angelegt 1831 östlich des historischen Ortskerns, 1835 erste Beerdigung, 1845 Friedhof erweitert. FKap.87 – Kommunaler Waldfriedhof in Horneburg, am Nordostrand des Ortes, FKap (Bj. 1965). – Kommunaler Friedhof in Nottensdorf, angelegt 1817, FKap (Bj. 1967) mit Glockenturm (Bj. 1987), zwei LG, LG I (Bronze, Gj. etwa 1986, Firma Bachert, Bad Friedrichshall), LG II (Bronze, Gj. 1987).88 – Ruhewald Nottensdorf, in Trägerschaft der Samtgemeinde Horneburg, eröffnet im Oktober 2020. – Kommunaler Friedhof in Dollern, FKap (Bj. 1967), freistehender hölzerner Glockenträger mit zwei LG (Bronze, Firma Rincker, Sinn).

Liste der Pastoren (bis 1940)
Kanzel, Foto: Ernst Witt, Hannover, Oktober 1967

Kanzel, Foto: Ernst Witt, Hannover, Oktober 1967

Erste Pfarrstelle: 1543 Hinrich Wolkordis.89 – 1558–15.. Johann Reinecke. – 15..–1568 Hinrich Stoeter. – 1568–1… Joachim Reinecke. – 1…–1619 Hermann Reinecke. – 1620–1629 Johann Risler. – 1630–1669 Balthasar Dieding. – 1669–1677 Christoph Overbeck. – 1677–1717 Justus Rodewald sen. – 1717–1720 Adrian Franz Bromberg. – 1720–1733 Johannes Vogt. – 1733–1752 Johann Nikolaus Blank. – 1752–1757 Ludwig Klefecker.90 – 1758–1762 Nikolaus Schulenburg.91 – 1763–1804 Georg Langenbeck. – 1805–1817 Johann Hermann Kedenburg. – 1818–1837 Georg Heinrich Christian Schwan. – 1837–1845 Caspar Otto Friedrich Aichel. – 1846–1866 Jakob Karl Georg Lüning. – 1866–1869 Johannes Samuel Büttner. – 1870–1874 August Wilhelm Becker. – 1875–1876 Emil Christian von Bargen. – 1877–1883 Karl Wilhelm Albrecht Noth. – 1884–1886 Karl Julius Wilhelm Klose. – 1887–1927 Friedrich Wilhelm Meiners. – 1928–1950 Friedrich Wilhelm Johannes Böster.
Zweite Pfarrstelle (1620 eingerichtet): 1620–1631? Magister Stephanus von Cölln. – 1639–1650 Johann Knoche. – 1650–1669 Christoph Overbeck. – 1670–1677 Justus Rodewald sen. – 1677–1717 Adrian Franz Bromberg. – 1717–1719 Justus Rodewald jun. – 1719–1720 Johannes Vogt. – 1721–1733 Johann Nikolaus Blank. – 1734–1743 Johann Hinrich Pratje. – 1743–1745 Albert Rieper. – 1746–1752 Ludwig Klefecker. – 1753–1758 Nikolaus Schulenburg.92 – 1758–1763 Georg Langenbeck.93 – 1763–1769 Johann Georg Heidritter. – 1769–1771 Otto Christian Schumacher. – 1771–1792 Johann Georg Woerdenhof. – 1792–1798 Wilhelm Rotermund. – 1798–1805 Johann Hermann Kedenburg. – 1805–1814 Johann Friedrich Moeser. – 1814–1824 Johann Hermann Wolff.
P. adj.: 1694–1706 Diederich Otte.94 – 1710–1717 Justus Rodewald jun.

Angaben nach: Meyer, Pastoren I, S. 540–542 (mit Ergänzungen)

Landeskirchliches Archiv Hannover (LkAH)

A 2 Nr. 731–747 (Pfarroffizialsachen); A 5 Nr. 44–46, 48, 971 (Spec. Landeskons.); A 6 Nr. 3925–3931 (Pfarrbestallungsakten); A 8 Nr. 191Digitalisat (CB); A 9 Nr. 2543Digitalisat, 2544Digitalisat, 2545Digitalisat, 2658Digitalisat, 2659Digitalisat (Visitationen); B 18, Nr. 38, 58, 121 (Orgelsachverständiger); D 10, Nr. 132–133 (Depositalsplitter); D 49 (EphA Buxtehude); L 5 g Nr. 197–198, 467, 821–822 (LSuptur. Stade); S 2 Witt Nr. 03, 16 (Fotosammlung); S 09 rep Nr. 1432 (Presseausschnittsammlung); S 11a Nr. 7358 (Findbuch PfA).

Kirchenbücher

Taufen: ab 1632
Trauungen: ab 1632
Begräbnisse: ab 1632
Konfirmationen: ab 1759 (Lücken: 1764–1770, 1773, 1774, 1788–1819, 1821–1824)
Kommunikanten: ab 1897

Literatur

A: Albrecht, Denkmaltopographie Lkr. Stade, S. 180–183; Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 415–427; Dehio, Bremen/Niedersachsen, S. 759–760; Golon/Kröncke, Orgeln, S. 89–91; Merz, Generalkirchenvisitation, S. 110–116; Meyer, Pastoren I, S. 540–542.
B: Peter Ahrens: Horneburg 1955–2005 [Die Chronik anlässlich 750 Jahre Horneburg], Horneburg 2005; Caspar Otto Friedrich Aichel: Kleine Chronik des Fleckens Horneburg. Nebst einem Anhang von Pratjes: Nachrichten über die Horneburger Pastoren und drei Urkunden, Stade 1926; Christian Fuhst: Horneburger Burgmänner, Bürgerinnen und Bürger und ihre Liebe Frau. Eine Führung durch die Horneburger Kirche und ihre Geschichte, Neukloster 2011; Christian Fuhst: Das alte Horneburg. Von den Anfängen bis zum 19.3.1632, Neukloster 2012; Wilhelm Meyn: 700 Jahre Horneburg, 1955 [ND 1980]; Wilhelm Meyn, A. Thumann: 700 Jahre Horneburg. 1256–1956, Horneburg 1956; Johann Hinrich Pratje: Nachricht vom Flecken Horneburg, von der Kirche daselbst und von den Predigern, die nach der Reformation an derselben gestanden haben, in: Pratje, Bremen und Verden IX, S. 31–72; Heinrich Wilhelm Rotermund: Historisch-statistische Beschreibung des Burgfleckens Horneburg im Herzogthum Bremen, in: Annalen der Braunschweig-Lüneburgischen Churlande 9 (1795), S. 212–254 [online]; Johann Vogt: Kurtz-Verfaste Reformations-Historie Des Uralten Burg-Fleckens Horneburg und aller Evangelischen Prediger Welche bis hieher daselbst gelehret so viel davon noch zur Zeit glaubwürdig beygebracht werden können, Stade 1725 [online]; Reinhard Wais: Unsere liebe Frau zu Horneburg, Horneburg 1988.
Internet: Bildindex der Kunst & Architektur: Kirche und Ausstattung; Denkmalatlas Niedersachsen: Kirche; Alter Friedhof; Nomine (Norddeutsche Orgelmusikkultur in Niedersachsen und Europa): Orgel.

GND

7861214-7, Liebfrauenkirche Horneburg.

Weitere Bilder

Fußnoten

  1. Hennecke/Krumwiede, Kirchen- und Altarpatrozinien I, S. 42 und II, S. 5. Vielleicht auch Jakob, vgl. Ehrhardt, Reformation, S. 227: „Sanct Jacobs Kirchen zu Horneburck“ (1577).
  2. MGH SS 16, S. 373 [Digitalisat]. Die Annales Stadenses wurden zwischen 1232 und 1264 verfasst, https://www.geschichtsquellen.de/werk/86. Angebliche frühere Nennungen Horneburgs sind in der Regel auf Harburg zu beziehen, vgl. dazu ausführlich Meyn, S. 2 ff.; Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 415.
  3. Zur Burg siehe https://www.ebidat.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=6352, 16.02.2023.
  4. Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 416; Fuhst, Horneburg, S. 116 und S. 122 f.
  5. LkAH, L 5g, Nr. 197 (Visitation 1963).
  6. NLA ST Dep. 2 Nr. 66. Vgl. auch Wais, S. 4; Fuhst, Horneburg, S. 25.
  7. RG Online, RG II 07147, http://rg-online.dhi-roma.it/RG/2/7147, 17.02.2023.
  8. UB Altes Land III, Nr. 2115. Nach Pratje, Bremen und Verden IX, S. 42, war die Kapelle St. Jakob geweiht.
  9. LkAH, D 10, Nr. 132 und Nr. 133. Hoyer UB V, Nr. 124.
  10. NLA ST Dep. 10 Urk Nr. 15 (fehlt in UB Zesterfleth).
  11. Pratje, Bremen und Verden IX, S. 42; Meyn & Thumann, S. 21; Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 420.
  12. Meyn & Thumann, S. 22; Fuhst, Horneburg, S. 11. Die Fundamente konnten 1986 bei Grabungen in etwa zwei Metern Tiefe nachgewiesen werden. Ihr Verlauf ist heute mit Feldsteinen markiert.
  13. UB Zesterfleth, Nr. 125; NLA ST Dep. 2 Nr. 121.
  14. NLA ST Dep. 10 Urk Nr. 32.
  15. Zum Folgenden: Ehrhardt, Reformation, S. 227 f.
  16. Zu Bf. Christoph vgl. den Beitrag von Matthias Nistal in Dannenberg/Otte, Reformation, S. 39 ff. Zur Reformation in Bremen und Verden insgesamt vgl. die Beiträge in Dannenberg/Otte, Reformation und Wolters, Reformationsjahrhundert, S. 50 ff.
  17. Dies und das Folgende zit. bei Pratje, Bremen und Verden IX, S. 46. Vgl. Hermann Reinecke: Iubilaeus Evangelicus, Lutheranus, Das ist: Neun Christliche predigten von der Evangelischen Lutherischen Güldenen und Gnadenreichen Freyen hundertjahrigen Jubelzeit Durch Hermannum Reinichium, Predigern daselbst: zu Horneburg im Ertzstifft Bremen Anno 1617. im Novembri gehalten Und folgends Gott dem ewigen Vater … zu Ehren Zum Lobgedechtnuß deß Herrn Lutheri … Fürnemlich auß D. Luthers eignen Schrifften gemehret und verbessert, Hamburg 1618 [HAB Wolfenbüttel].
  18. Zit. bei Vogt, S. 7.
  19. Zit. bei Ehrhardt, Reformation, S. 227. nach Wais, S. 4, zeigt sich in diesem Schreiben, dass „Heiligenvorstellungen auch nach der Reformation […] noch durchaus Bestand hatten“. Ehrhardt hingegen betont, dass Zesterfleth „unter mehrfacher Betonung von Gottes lob und Ehre“ die „Haltung Gottlicher und Christlicher Zeremonien“ fordere, was „auch als gegen die altgläubige Heiligenverehrung gerichtete Maximen der lutherischen Lehre gedeutet werden kann“. Vgl. auch Pratje, Bremen und Verden IX, S. 42.
  20. Zit. bei Fuhst, Horneburg, S. 108.
  21. Pratje, Bremen und Verden IX, S. 37. Zu Pratje vgl. Hans Otte: Milde Aufklärung. Theologie und Kirchenleitung bei Johann Hinrich Pratje (1710–1791), Generalsuperintendent der Herzogtümer Bremen und Verden (= Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens 30), Göttingen 1989.
  22. Fuhst, Horneburg, S. 85.
  23. Zu P. Johann Risler vgl. Pratje, Abhandlungen IV, S. 347 ff., zu seiner Zeit in Horneburg ebd., S. 350 ff.
  24. Fuhst, Horneburg, S. 123.
  25. Zit. bei Fuhst, Horneburg, S. 124.
  26. Pratje, Bremen und Verden IX, S. 44.
  27. Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 426.
  28. Pratje, Bremen und Verden IX, S. 44.
  29. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 113.
  30. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 115.
  31. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 111.
  32. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 116.
  33. Aichel, S. 31.
  34. Aichel, S. 32.
  35. KABl. 1903, S. 36
  36. Zum Folgenden: Obenaus, Handbuch II, S. 889 ff.
  37. Dies und die folgenden Zitate: LkAH, S 1 H III, Nr. 812, Bl. 13. Allgemein zum Fragebogen vgl. Kück, Ausgefüllt, S. 341 ff.
  38. Vgl. Ingo Lange: Das Arbeitslager in Horneburg N.E. Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme, Horneburg 1997; siehe auch: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/geschichte/kz-aussenlager/aussenlagerliste/, 21.02.2023.
  39. LkAH, L 5g, Nr. 197 (Visitationen 1938, 1945 und 1951).
  40. LkAH, L 5g, Nr. 197 (Visitation 1945).
  41. LkAH, L 5g, Nr. 197 (Visitation 1951).
  42. LkAH, L 5g, Nr. 197 (Visitation 1958).
  43. LkAH, L 5g, Nr. 197 (Visitation 1958).
  44. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 345, Bl. 187, 190 f. und 206.
  45. Fuhst, Burgmänner, S. 29.
  46. LkAH, L 5g, unverz., Horneburg, Visitation 1993. Allgemein: Cordes, Gemeindepartnerschaften, S. 38 ff.
  47. LkAH, L 5g, Nr. 197 (Visitation 1958).
  48. KABl. 1971, S. 228.
  49. LkAH, L 5g, Nr. 198 (Visitation 1975).
  50. LkAH, L 5g, unverz., Horneburg, Visitation 1987.
  51. LkAH, L 5g, unverz., Horneburg, Visitation 1993.
  52. KABl. 1996, S. 29 f.; KABl. 1998, S. 100. LkAH, L 5g, unverz., Horneburg, Visitation 1993.
  53. KABl. 2005, S. 189; KABl. 2021, S. 15.
  54. Aichel, S. 18 und S. 31
  55. KABl. 1971, S. 228; KABl. 2005, S. 189.
  56. KABl. 1996, S. 29 f.
  57. KABl. 1903, S. 36; Aichel, S. 32.
  58. Hodenberg, Stader Copiar, S. 22.
  59. Aichel, S. 38.
  60. KABl. 1934, S. 158 f.
  61. KABl. 1958, S. 195.
  62. Hodenberg, Stader Copiar, S. 22; Ruperti, Kirchen- und Schul-Gesetzgebung I, S. 107.
  63. Vgl. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 110 ff.
  64. LKA, G 15/Horneburg, Bl. 10 und passim. Siehe auch Ruperti, Kirchen- und Schul-Gesetzgebung I, S. 107.
  65. KABl. 1981, S. 196 ff., § 4 (2): Werden mehrere Kirchengemeinden unter einem gemeinschaftlichen Pfarramt verbunden und standen nicht alle Pfarrstellen unter Patronat, so ruhen die Präsentationsrechte, die sonst mit dem Patronat verbundenen Rechte und die Patronatslasten für die Dauer der Verbindung.“
  66. Aichel, S. 34.
  67. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 112.
  68. Vgl. zum Folgenden Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 420.
  69. Fuhst, S. 19 (mit Abb.).
  70. Pratje, Bremen und Verden IX, S. 44.
  71. Fuhst, Burgmänner, S. 22 (Abb. des Kanzelaltars).
  72. Zu den Kanzeln von Johann Tamke vgl. Tegtmeyer, Kanzeln, S. 97 ff.
  73. Fuhst, Burgmänner, S. 21.
  74. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 111; Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 422.
  75. Fuhst, Burgmänner, S. 25.
  76. Fuhst, Burgmänner, S. 29.
  77. Fuhst, Horneburg, S. 108. Zur Orgelgeschichte: Golon/Kröncke, Orgeln, S. 89 ff.
  78. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 111 f.; LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 344 (Aktenvermerk, 22.07.1967).
  79. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 344, Bl. 48.
  80. Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 426.
  81. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 344, Bl. 10.
  82. Merz, Generalkirchenvisitation, S. 112.
  83. LkAH, A 8, Nr. 191, S. 7.
  84. Clasen/Großmann/Kiesow/Wortmann, KD Lkr. Stade, S. 426.
  85. LkAH, A 8, Nr. 191, S. 10.
  86. Albrecht, Denkmaltopographie Lkr. Stade, S. 182; Fuhst, Horneburg, S. 11.
  87. Aichel, S. 32: „1831, am 21. Oktober, wurde wegen Annäherung der asiatischen Cholera ein neuer Kirchhof an der Chaussee nach Stade eingeweiht.“
  88. LkAH, B 2 G 9 B, Nr. 345, Bl. 190 und 206.
  89. Vogt, S. 7.
  90. Nach Pratje, Bremen und Verden IX, S. 57, blieb P. Klefecker bis 1761 erster Pastor.
  91. Nach Pratje, Bremen und Verden IX, S. 57, war P. Schulenburg nicht erster Pastor, sondern blieb bis 1762 zweiter Pastor.
  92. Nach Pratje, Bremen und Verden IX, S. 57, blieb P. Schulenburg bis 1762 zweiter Pastor.
  93. Nach Pratje, Bremen und Verden IX, S. 57, übernahm P. Langenbeck das zweite Pfarramt erst 1762.
  94. Pratje, Bremen und Verden III, S. 158 f.